| Der Handhabungsplan
Die Beschreibung von Rindoon als ein
Kulturdenkmal, die Beurteilung des Ortes und eine Darstellung über die
Bedeutung von Rindoon
Einführung
Das Kap von Rindoon in der Grafschaft Roscommon erstreckt sich zwischen
Athlone und der Stadt Roscommon in den Lough Ree. Der strategische Wert
dieser Halbinsel wurde schon von den Anglo-Normannen erkannt und so
wurden hier im Jahre 1227 ein königliches Castle und eine Garnison
gebaut. Das Castle wurde von der Gemeinde betreut, welche durch eine
beachtliche Stadtmauer geschützt wurde, die die Verjüngung der Halbinsel
absicherte.
Nach dem Verfall des Ortes nach dem 14. Jahrhundert, diente der Ort als
Weideland. Heute liegen die Ruinen des Castle, des Hafens, der
Stadtmauer, zwei kirchlicher Orte und einer Windmühle innerhalb der
landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Seit den 1960er Jahren
unterliegt der Ort der Obacht von dem „National Monuments Service“
(staatlichen Denkmal Service). Heute befindet sich der Ort unter der
Nummer 046:004 in der „Record of Monuments“ (Registrierung von
Denkmälern) der Grafschaft Roscommon. Kürzlich wurde auch die Bedeutung
des Waldlandes des St. John’s Point erkannt und es wurde als „proposed
special area of conservation (SAC)“. „ein im Antrag befindlicher
spezieller Naturschutzbereich) ausgewiesen. Der größte Teil von Rindoon
dient heute als bewirtschafteter Bauernhof mit Viehhaltung. Hier wurden
Auenlandschaft und trockenes Weideland mit etlichen Ufermeilen, das
Zuhause von Watvögeln, vereint. Die Lage von Rindoon im Lough Ree hat
auch die Aufmerksamkeit von Booten und Hausbooten heraufbeschworen, die
auf den komfortablen Hafen durch das von Weiten sichtbare Rindoon Castle
aufmerksam wurden.
Die Überschneidung der archäologischen mit der ursprünglichen Bestimmung
kombiniert mit dem schlechter werdenden Zustand der stehengebliebenen
Überreste und die Herausforderung, die der Tourismus für die Verwaltung
des Ortes darstellt, spornt das „Heritage Council“ (Heritage Council =
staatlich geförderte, aber unabhängige Organisation, die die Bewahrung
des natürlichen und kulturellen Erbes Irlands zur Aufgabe hat) an, sich
für Rindoon zu interessieren. Die Probleme von Rindoon sind nichts
Neues. Die offizielle Akte des „Office of Public Work“ (Office of Public
Works (OPW), die nicht nur für alle staatlichen Baumaßnahmen, sondern
auch für den Erhalt der nicht in Privatbesitz befindlichen Monumente
verantwortliche Behörde) reicht bis in das Jahr 1966 zurück, denn seit
dieser Zeit waren die Landbesitzer nicht mehr in der Lage, den Gewinn
für die Verbesserung oder Modernisierung des Bauernhofes einzusetzen.
Bis vor kurzem war die einzige Alternative, die die Landbesitzer hatten,
eine Verminderung des Waldlandes, um dadurch das Weideland zu
vergrößern. Bis jetzt war die Strategie des Landes die der freundlichen
Gleichgültigkeit. Dieses war der Umstand, sich wegen des Mangels an
Kapital und an vorhandenen Mitarbeitern, mit solchen Gegenden wie
Rindoon zu beschäftigen. Der resultierende Status Quo (lateinisch:
bestehender (aktueller) Zustand, eigentlich Zustand) war für keines der
Interessen förderlich, es wurden die Beziehungen zwischen dem
Landbesitzer und den Behörden des Landes angespannt und der Zustand des
natürlichen Lebensraumes und der archäologischen Überreste
verschlechterte sich weiter.
Die Probleme verschlimmern
sich durch den entsprechenden Mangel an Untersuchungen an diesem Ort.
Abgesehen von einer grundlegenden Untersuchung, die von „Urban
Archaeological Survey“ (städtische archäologische Begutachtung) in den
frühen 1980er Jahren durchgeführt worden war, wurden keine ausführlichen
Forschungsprogramme jemals wieder unternommen.
Die Karten, die bei der Untersuchung erstellt worden sind, wurden auch
in verschiedenen nachfolgenden Veröffentlichungen wiedergegeben, aber es
wurden keine weiteren Arbeiten vorgenommen. Da Rindoon eine
Herausforderung in den Gebieten der Archäologie, der Architektur, der
wild lebenden Tiere und der Wasserwege darstellt, ist es nur natürlich,
dass jeder Handhabungsplan diese Gebiete umfassen sollte und die Basis
dieses Handhabungsplans muss eine genaue Beurteilung sein.
Es wurde entschieden, dass in
das Arbeitsvorhaben eine archäologische Beurteilung der
stehengebliebenen Überreste (durchgeführt von Dr. Kieran O’Connor von
„Discovery Programme“) und eine geographische Untersuchung der
verdeckten Archäologie (ausgeführt von Martina McCarthy von „GeoArch“)
miteinbezogen werden müssen. Der Hafen wurde von dem
Unterwasserarchäologen (Mr. Colin Breen von dem „National Monuments
Service“) untersucht. Die stehen gebliebenen Überreste wurden von einem
Architekten des Naturschutzes (Mr. Alistair Lindsey von „David Slattery
Associates“) bewertet und das Waldland wurde von den Ökologen (Dr.
Andrew Bleasdale und Mr. John Conaghan von „Eco-Logic Environmental
Consultancy“) beurteilt. Der historische Hintergrund und die
archäologische Beschreibung wurde aus dem unveröffentlichen „Urban
Archaeological Survey“ (städtische archäologische Begutachtung) der
Grafschaft Roscommon, welches von dem „Office of Public Work“ (Office of
Public Works (OPW), die nicht nur für alle staatlichen Baumaßnahmen,
sondern auch für den Erhalt der nicht in Privatbesitz befindlichen
Monumente verantwortliche Behörde) produziert worden ist, entnommen und
neu gedruckt (und teilweise aktualisiert). Es ist geplant, dass jede von
diesen Bewertungen ihren Teil zu einem durchführbaren Handhabungsplan
beisteuern soll, der erlaubt, dass die meisten der wichtigen Standpunkte
dieser Gegend in Einklang gebracht werden. Dieses Dokument ist als eine
Beurteilung dieser Gegend gedacht, mit Empfehlungen für das Verfahren
und andere Aktionen. Da sich Rindoon im Privatbesitz befindet und es
keine offizielle Anordnung gibt, mit der die verschiedenen Interessen in
Einklang gebracht werden können, bietet das „Office of Public Work“
seine Mithilfe an, um ein zukünftiges Einvernehmen zu unterstützen.
Der historische
Hintergrund und die archäologische Beschreibung von Rindoon.
Von John Bradley
Einleitung
Die verlassene Stadt von Rindoon befindet sich auf der Halbinsel von St.
John’s Point, am westlichen Ufer des Lough Ree, ungefähr neun Meilen
nördlich von Athlone.
Die bestehen gebliebenen Überreste bilden einen der wichtigsten Komplexe
eines mittelalterlichen Baudenkmals von Irland. Es gibt dort wenig
physische Anhaltspunkte, die eine Ansiedlung vor der Ankunft der
Normannen bezeugen können außer einen Ort namens „Rinn Duin“ (Rinn Duin
= the fort of the promontory = die Festung von dem Kap). Dieser Ort ist
ein Indiz für eine Vor-Normannische Ansiedlung.
Im Jahr 1156 führte Ruaidhrí Ó Conchobhair seine Boote während eines
harten Winters über das Eis von Bhean Gaille nach Rinn-duin. Die
Vor-Normannische Festung war höchstwahrscheinlich eine Kapfestung, die
aus dem Teil der Halbinsel bestand, welcher durch einen Graben und einen
Damm abgegrenzt war.
Die Entdeckung eines frühchristlichen „Cross-Slab“ (ein Steindenkmal mit
einem eingravierten Kreuz) auf dem Friedhof, der an das mittelalterliche
Hospital von den „Fratres Cruciferi“ (Wächter des Grabes Christi)
angrenzt, deutet darauf hin, dass es hier einen frühchristlichen Ort
gab. Und es war nahezu sicher hier, wo zwei Handglocken und ein Kruzifix
aus Bronze gefunden wurden. Die Fundstücke befinden sich heute in dem
National Museum von Irland.
Zur Info: Cross-slab
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Cross-slab und Pillarstone (Steinpfeiler) sind Bezeichnungen für
frühchristliche Steindenkmäler auf den Britischen Inseln, die als
dominante Gravur ein Kreuz zeigen.
Der geometrische und flache Cross-Slab ist eine Form, die die Pikten in
Schottland bevorzugten. Der runde oder abgerundete, in der Form eher dem
Menhir oder dem Ogham-Stein ähnelnde Pillar Stone (cross-carved Stone)
ist dagegen typisch für die Irische Insel.
Ein schöner Cross-slab, der wahrscheinlich einen römischen Soldat zeigt,
wie er dem gekreuzigten Christus eine Lanze in die Seite sticht, stammt
vom Calf of Man aus den 9. Jahrhundert und zeigt byzantinischen
Einfluss.
Piktische Kreuzsteine in Schottland:
Irische Steinpfeiler bzw.
Kreuzsteine:
Der früheste Stein aus Ulster stammt aus Kilnasaggart im Co. Antrim. Er
wird anhand seiner langen Inschrift auf 700 n. Chr. datiert. Andere
Steine sind u. a. in Killadeas, Co. Fermanagh, Maghera, Co. Londonderry,
Turraloskin, Co. Antrim und Saul Co. Down zu finden.
Feine Exemplare des 8. Jahrhunderts sind die liegenden Kreuzsteine von
Movilla und Nendrum, beide im Co. Down und von Devenish auf der
Klosterinsel im Lower Lough Erne im Co. Fermanagh.
In Connacht und Munster, besonders aber auf der Dingle-Halbinsel im Co.
Kerry, sind sie häufiger, und manche Ogham-Steine sind mit so genannten
Chi-Rho-Kreuzen versehen. Das geritzte Chi-Rho-Kreuz wird gebildet aus
den ersten beiden Zeichen des griechischen Wortes für "Christus", Χ und
Ρ.
-
Dingle-Halbinsel:
Cloghane, Currauly, Kilcolman, Kilfountan, Kilmalkedar, Kilshannig,
Kilvicadownig, Kinard, Reaglais, Reask, Temple Nacloonagh
-
County Clare: Knappogue
Pillar Stones heißt auch eine
Gruppe von vier christianisierten Steinen auf einem Friedhof im Gwaun
Valley, Pembrokeshire, Wales. Der fünfte Stein scheint als Taufbecken
fungiert zu haben. Pembrokeshire ist besonders reich an frühchristlichen
Skulptursteinen.
Andere Kreuzsteine
In Armenien gibt es eine ähnliche Tradition, die jünger ist (die
frühesten stammen aus dem 9. Jahrhundert), aber zum Teil auf
vorchristlichen Mustern basiert. Diese Kreuzsteine werden Chatschkare
genannt (von armenisch Խաչ, chatsch, Kreuz; քար, kar, Stein). Zu Beginn
war es ein einfaches gleicharmiges Kreuz, das in einen Kreis
eingearbeitet war. Bald entwickelte sich die Darstellungsform jedoch
rasant, die Formen und Strukturen veränderten sich, die
Darstellungsthematik und die Verzierungen wurden reicher und feiner. Die
Chatschkare dienten nicht nur als Grabstellen, sie wurden auch in
Erinnerung an wichtige Ereignisse aufgestellt.
Zitat aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Cross-slab
Die Möglichkeit, dass Rindoon
in Connacht als ein Brückenkopf dienen könnte, zogen als erstes die
Anglo-Normannen in den Jahren 1200-1201 in Betracht, als John de Courcy
aufgrund seiner Niederlage in Connacht, seine Männer eine Woche lang
über den Lough Ree von Rindoon aus übersetzte (ALC).
Zur Info: Brückenkopf
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Als Brückenkopf oder Brückenschanze wird eine Wehranlage bezeichnet, die
zur Sicherung einer Flussbrücke errichtet wird.
Neuzeitliche Brückenköpfe wurden häufig als Hornwerk oder Redan
ausgeführt, konnten aber wie der Brückenkopf Jülich auch den Grundriss
eines Kronwerks aufweisen.
Im heutigen Sprachgebrauch ist mit einem Brückenkopf eine militärische
Stellung auf feindlichem Territorium gemeint, welche vom eigenen
Territorium durch einen Fluss, einen See oder ein Meer getrennt ist.
Zielsetzung ist es einen Raum zu schaffen, welcher ein sicheres Anlanden
des Nachschubs und der Truppen ermöglicht. Derartige Stellungen können
im Rahmen einer amphibischen Operation erkämpft werden, wie etwa im
Zweiten Weltkrieg bei der alliierten Landung in der Normandie.
Auch beim Rückzug eines
Heeres können Brückenköpfe entstehen, so zum Beispiel der zwischen
Januar und Oktober 1943 von Wehrmachtstruppen gehaltene
Kuban-Brückenkopf.
Wie auch andere militärische Ausdrücke (Peloton, Attacke) hat auch der
Begriff des Brückenkopfes Eingang in den Fachjargon des Radrennsports
gefunden. Dort bildet man beispielsweise auf langen Bergetappen einen
Brückenkopf vor dem Hauptfeld, der später dem Favoriten helfen kann, die
Gegner zu zermürben und sich abzusetzen.
Zitat aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCckenkopf
Rindoon wurde bis 1227 nicht
von den Normannen besetzt, bis Toirdelbach Ó Conchobhair und Geoffrey
Marisco ein Castle auf Rindoon errichteten. Der Ort wurde offensichtlich
um diese Zeitspanne herum gegründet, da das Marktkreuz, der Graben und
der Damm des Ortes 1236 erwähnt wurden, als Phelim Ó Conchobhair den Ort
angriff (A Conn). Es überlebte zwar kein Gründungsbrief, allerdings
deuten die Hinweise eines Hafenaufsehers an, dass der Ort von einer
Körperschaft verwaltet wurde. Die erste Forderung des Fiskus an die
Stadt fand im Jahr 1241 statt. Im Jahr 1259 wurde die Stadt mit £8-5-8
(8 Pfund, 5 Schilling und 8 Pence) pro Jahr veranlagt. Bis 1285 stieg
die jährliche Veranlagung auf £320 pro Jahr an. Die Stadt wurde mit
Mais, Tuch und Wein aus Bordeaux beliefert (Harbison 1995, 141-2).
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Zur Info „Market Cross”
(Marktkreuze)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ein „Market Cross“ (Marktkreuz) ist ein Bauwerk, welches den Marktplatz
in einer Marktstadt kennzeichnet. Ursprünglich ist es eine
westeuropäische Bauweise. „Market Crosses“ kann man in den meisten
Markstädten Großbritanniens finden, wobei die in Schottland „Mercat
Crosses“ genannt werden. Britische Auswanderer schufen oft auch in ihrer
neuen Heimat solche „Market Crosses“, so können welche in Kanada und
auch in Australien gefunden werden.
Diese Bauwerke reichen insbesondere in kleineren Orten von steinernen
Türmen, Obelisken oder auch Kreuze bis hinzu großen mit Ornamenten
versehenen Bauwerken wie zum Beispiel das Chichester Cross in Chichester
in West Sussex.
Eines der schönsten Beispiele eines „Market Cross“ in Devon findet man
in Dartmoor Village von South Zeal.
„Market Cross“ können auch aus einer hölzernen Struktur bestehen, wie
zum Beispiel das in Wymondham in Norfolk. Dieses „Market Cross“,l
welches aus Holz besteht, kann bis auf das 13. Jahrhundert zurückdatiert
werden, 1617-1618 wurde es erneuert und Rindoon machte eine Serie von
Angriffen von 1229 bis 1321-1323 durch. Zuletzt wurde es 1242-1343
erwähnt, als Rindoon beschrieben wurde, dass es sich in irischen Händen
befindet (Berry 1907, 335). |
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Im Jahr 1544 bat der Earl of
Clanrickarde um das Land von St. John’s of Rindoon. Das Castle könnte zu
dieser Zeit schon eine Ruine gewesen sein, da „the Grant“ (die
Genehmigung), die letztendlich an Christopher Davers und Charles
Egingham ging, nur das Hospital von der „Crutched Friars“ und die
Cottages in dem Ort erwähnte (11 RDKPRI, no. 1483).
Von 1574 an befand sich Rindoon wieder in irischer Hand, aber im Jahr
1578 wurde es Thomas Chester und George Goodman zugesprochen, unter der
Bedingung, dass sie einen englischen Bogenschützen dort behielten (13
RDKPRI, no. 3241).
In den Jahren 1605 bis 1606 wurde Rindoon Edward Crofton gewährt.
Zitat aus:
http://en.wikipedia.org/wiki/Market_cross frei
aus dem Englischen übersetzt von Inga
Beschrieben wurde es wie folgt:
„das Kloster vom heiligen Johannes dem
Täufer bekannt als „Crutched Friars“ vom heiligen Johannes dem Täufer …
eine Kirche aus Schiefer, Glockenturm, Kreuzgang und alle anderen
Gebäude, Gärten … sechs ungenutzte Cottages in der Stadt von St. John’s
…“ (Erck 1846-52, i, 186).
Diese und nachfolgende Gewährungen im Jahr
1608 deuten an, dass der Ort aufhörte zu funktionieren und nun ein
einfaches „Estate“ (Anwesen) war (Erck 1846-52, i, 442-3; Russell and
Prendergast 1874, 458).
Archäologische Bestandsliste
1. Die Straßen und das Straßenschema
Das Gelände des mittelalterlichen Ortes Rindoon lag in dem Bereich der
Felder zwischen dem Castle und der Stadtmauer, die heutzutage als
Weideland dienen (siehe Bild 1). Das Straßenschema ist nahezu linear.
Die Straßen verlaufen von dem „Gatehouse“ (Torhaus) in der „Town Wall“
(Stadtmauer) bis zum Eingang in das Castle. Die Fundamente der bestehen
gebliebenen Häuser liegen auf dieser Linie.

2. Der „Market Place“
(Marktplatz)
Heute gibt es keine Spuren mehr von der Stätte des Marktplatzes. Das
„Market Cross“ (Marktkreuz) wurde in dem Jahr 1236 speziell erwähnt (A
Conn) und von 1292 bis 1299 wurden die Bürger von Rindoon von dem Fiskus
aufgrund der Einnahmen des Marktes veranschlagt (38 RDKPRI, 48).
3. Die Wohnhäuser (siehe
Bild 2 bis Bild 4)
Die Fundamente von vier Häusern blieben bestehen. Diese könnten
wahrscheinlich mit den Cottages übereinstimmen, die in den Quellen des
16. Jahrhunderts erwähnt wurden. Das Haus Nummer 2 kann auf die Zeit vor
den Gebietsgrenzen zurückdatiert werden, die aus dem 18. Jahrhundert
stammen. Der Grundrissplan stimmt nicht mit den Grundrissplänen der
ländlichen „vernacular architecture“ (groben Architektur) des 18.
Jahrhunderts überein.
3.1. Das Haus Nummer 1
(siehe Bild 2)
Nur armselige Überreste blieben von dem annäherungsweise
quadratischen Haus bestehen. Es war ein steinernes Bauwerk mit den
jetzigen Gesamtmaßen von 11,4m (NO-SW) mal 10,9m (NW-SO). Der einzig
originalen Mauer steht man auf der nordöstlichen Seite gegenüber,
während die Mauerlinien der südwestlichen und der südöstlichen
Seiten nur noch von Gras bedeckten Mauerfundamenten angedeutet
werden.

3.2. Das Haus Nummer 2
(siehe Fig. 3)
Dieser Ort besteht aus zwei rechteckigen miteinander verbundenen
Steinstrukturen. Die längste Achse dieses Hauses ist von Nordost
nach Südwest ausgerichtet. Die schwächeren Außenlinien von zwei oder
möglicherweise drei früheren Bauwerken mit einer ähnlichen Form
schließen sich den nordwestlichen Seiten des Gebäudes an. Teile
einer Steindrehmühle wurden während eines Erkundungslehrganges innen
auf der Fläche des Fundamentes gefunden.

3.3. Das Haus Nummer 3
(siehe Bild 4)
Der Zusammenbruch des rechteckigen Hauses bildete diesen flachen,
D-förmigen Steinhaufen. Einzig die östliche Ecke und ein kleiner
Bereich der nordöstlichen Mauer blieben bestehen. Der Steinhaufen
hat die Maße von 20,6m (NW-SO) mal 11,5m (NO-SW). Zweiundvierzig
Meter nordwestlich befinden sich die Überreste einer zerfallenen
Steinmauer, die heute von Grass bedeckt ist. Diese Mauer könnte ein
Überrest einer früheren Feldanlage sein, die sich an das Haus
anschloss.

3.4. Das Haus Nummer 4
Um 1978 herum hat der Landbesitzer die Reste eines Hauses entfernt.
Dieses Haus hat laut seiner Beschreibung fünf bis sechs rechteckige
Räume gehabt. Die Steine des Hauses wurden in den Lesesteinhaufen am
nordöstlichen Ende des jetzigen Feldes integriert.
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Zur Info: Lesesteinhaufen
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Lesesteinhaufen wurden vom Menschen aus Steinen aufgeschichtet, die
bei der Bestellung der landwirtschaftlichen Nutzflächen störten und
besonders durch das Pflügen an die Oberfläche „wandern“ und daher
von den Bauern per Hand abgesammelt (gelesen) und zu Haufen
aufgeschichtet wurden (Lesesteine). Diese Ablagerungen wurden
bisweilen über Generationen hinweg platzsparend an den Rändern der
Äcker, Wiesen und Wälder gebildet und oft als Abgrenzung der Flächen
genutzt. Geradlinig aufgestapelt ergeben sich „Lesesteinriegel“.
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Nach dem Abschmelzen der Gletscher aus
allen bisher bekannten Eiszeiten, wie zum Beispiel Elster-Saale- und
Weichseleiszeit ließ das Geschiebe in großen Mengen Steine
unterschiedlichster Größenordnung (Findlinge als besonders große)
zurück. In manchen Regionen wird auch von „Steinrücken“ oder
„Steinriegel“ gesprochen, die zum Teil bewachsen sein können. Die „Pocheln“
in der Umgegend von Bad Dürkheim bestehen aus Kalksteinen des
Tertiärs.
Lebensraum
Der Lesesteinhaufen findet sich häufig auf Endmoränen beispielsweise
in der Geest. Steinhaufen sind extrem trockene und warme
Lebensräume.
Sie bieten ähnliche Standortfaktoren wie die Trockenmauer im
Mittelgebirge: intensive Sonneneinstrahlung und geringes
Wasserhaltevermögen, so dass sie von wärme- und
trockenheitsliebenden Pflanzen besiedelt werden. Da die Steine die
Sonnenwärme speichern und nachts wieder abgeben, sind sie auch
nachts warm und Ruhe- und Jagdplatz vieler Insekten und Kriechtiere.
Steinrücken, die im Zuge der Sukzession mehr oder weniger bewachsen
sind, sind mit den feuchteren Knick- oder Wallhecken im Norden
Deutschlands und sonnenexponierten (natürlichen und teilweise
anthropogenen) Schutthalde oder Schotterflächen der Mittelgebirge
oder der Alpen verwandt. Die Kleinstrukturen bieten in ihren
geschützten Hohlräumen und Nischen vielen Pflanzen Schutz und
kleineren Tieren Unterschlupf.
Tierwelt
Als typische Fauna sind anzutreffen:
Vollständiger oder bevorzugter Lebensraum:
- Wolfspinnennarten
- Raubspinnen
- Springspinnen
- Winkelspinnen (Tegenaria): T.
picta, T. campestris, T. silvestris.
- In Gebieten mit lehmigen und
tonigen Böden (Börde- und Marschgebiete) sind Erdhummeln,
Ackerhummeln mörtelbewohnende Wildbienen (z.B. Mauerbiene)
möglich (Brutplatz)
Als komplementäres Habitat
(Aufsuchen als Gast), thermophile und heliophile Arten in sandigen
Gebieten sowie deren Feinde
- Zauneidechse, die benachbarte,
sandige Gebiete zur Eiablage nutzt, und andere wechselwarme
Reptilien, wie die Waldeidechse, Kreuzotter Blindschleiche und
Amphibien, die hier in der Sonne rasten und Schutz vor Feinden
in den Zwischenräumen der Steine finden. Das gilt insbesondere,
wenn Biotope der Gewässer und Wälder in der Nähe sind,
- Mauswiesel
- Erdhummeln, Ackerhummeln,
mörtelbewohnende Wildbienen (z.B. Mauerbiene),
- sowie weitere Grabwespen
(vornehmlich Sandwespe), Solitärbienen, Holzwespe als Gäste
benachbarter Hecken oder Totholzhaufen (siehe: Hummeln)
- Die relative Sicherheit der
Steinhaufen nutzen auch Ameisen
Eine schwer zu überschauende Anzahl
von Käfern bewohnen Lesesteinhaufen, -riegel und Steinrücken,
oder sind in deren Nachbarschaft mit deren Bewohnern
vergesellschaftet z.B. Puppenräuber der Grabwespe.
- Sandlaufkäfer (Cicindelidae)
- Laufkäfer (Carabinae)
- Hügel-Laufkäfer (C.arcrensis,
C. arvensis)
- Kurzgewölbter Laufkäfer (C.
convexus)
- Körniger Laufkäfer (C.
granulatus)
- Körnerwarze (C. cancellatus)
Pflanzenwelt
Als typische Flora sind anzutreffen:
Strauchschicht (Gehölze) der
Steinrücken:
- Eberesche, Bergahorn,
Zitterpappel, Wildapfel, Grauweide, Ohrweide, Schlehe,
Brombeere, Haselnuss, Rose, Himbeere, Heidekraut
Krautschicht der Steinrücken und
Lesesteinhaufen
- Türkenbundlilie, Feuerlilie,
Buschnelke
Schutz und Gefährdung
Als wertvolles Biotop werden Lesesteinhaufen heute zunehmend,
wie beispielsweise in Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen geschützt.
Im Biotopverbund mit einer Hecke wird ein räumlicher Kontakt zu
weiteren Arten hergestellt und die wertvolle ökologische Wirkung
noch verstärkt. Um eine Überwucherung zu verhindern, sollten sie
nicht höher als einen Meter aufgeschichtet und mit kleineren Steinen
abgeschlossen werden.
Zitat aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lesesteinhaufen
4. Der Anleger
Es gibt eine Anzahl von Dokumenten, in denen auf Schiffe bei Rindoon
hingewiesen wird. Dies wiederum deutet die Existenz eines Hafens an.
Eine Fähre, die die Grafschaft Roscommon von Rindoon aus mit der
Grafschaft Westmeath, welche sich auf der anderen Seite des Lough Ree
befindet, verband, wird in den Jahren 1302 bis 1303 und 1315 bis 1316
erwähnt (38 RDKPRI, 69; 39 RDKFRI, 55.Siehe Abschnitt 3).
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5. Die Mühle
Eine Mühle in Rindoon ist seit 1273 schriftlich belegt, als 45s (45s =
45 Schillinge) an Richard le Charpentier für Eisen bezahlt wurden, damit
die Mühle errichtet werden konnte (Claffey 1980) und diese konnte mit
der Mühle in Zusammenhang gebracht werden, die letztlich in Rindoon
errichtet und die 1276 erwähnt worden war (Sweetman 1875-86 ii, Nr.
1022). Die zwei Bücher, welche 1636 den „Books of Survey and
Distribution“ (Bestandsaufnahme- und Ausschüttungs-Büchern) beigelegt
wurden, zeigen eine Windmühle auf dem Kap. Diese Windmühle stimmt laut
ihrer Position mit den heutigen Überresten überein.
Die Windmühle, die oben auf einem runden Erdwall stand, bestand aus
einem zylinderförmigen Steinturm. Die Windmühle war von einem Graben
umgeben, um den wiederum außen herum ein Damm führte. |
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| Der zylinderförmige Steinturm
besteht aus drei Etagen und er blieb in seiner ursprünglichen Größe
bestehen. Der Turm stammt aus dem 17. Jahrhundert, aber der Erdwall, auf
dem der Turm steht, könnte ein Teil der mittelalterlichen Mühle gewesen
sein. 6. Die Brücke
Hinweise, die sich auf eine Brücke beziehen, findet man in den Jahren
1280 bis 1281 und 1305 bis 1306. Die Brücke überspannte den Graben, der
das Castle von dem Ort trennte (36 RDKFRI, 48). Die Brückenpfeiler aus
Mauerwerk, die die Zugbrücke getragen haben, haben ebenso wie auch die
Fundamente des äußeren Tores, welche die Brücke auf der Stadtseite
schützte, bis heute überlebt.
7. Die Verteidigungsmaßnahmen der Stadt
Im Jahre 1236 griff Felimidh Ó Conchobhair Rindoon an und er eroberte
das Gebiet mitsamt des Grabens und des Dammes (dar in mbadun agus dar
clasaig), jedoch scheiterte er daran, auch das Castle zu annektieren (A.
Conn). Dieser Angriff sorgte dafür, dass irdene Schutzmassnahmen für die
Stadt vorgeschlagen wurden. Im Jahre 1251 bewilligte Henry III Hilfe für
die Einfriedung von Rindoon und der bestehen gebliebene Wall stammt
nahezu sicher aus dieser Zeitperiode (Sweetman 1875-86, i, Nr. 3159).
Die Überreste des Walls bestehen aus einer Steinmauer, welche ein Tor
und drei Türme aus Mauerwerk beinhaltet. Der Wall erstreckt sich von
Nordost über Südwest über die Halbinsel und er formt heute die Grenze
des Townlands zwischen Rinnegan und Warren. An der nordöstlichen Spitze
wurde ein moderner Feldwall errichtet, der entlang der ursprünglichen
Linie verläuft. Ein Abschnitt des ursprünglichen Walls ist jedoch
bestehen geblieben. Der Abschnitt befindet sich zwischen 20,7m und 25,2m
vom Ufer entfernt, wo er sich dem modernen Feldwall anschließt und sich
dann parallel bis zum Ufer erstreckt. Zwischen dem modernen Feldwall und
dem Turm 1 blieb der Wall mit einer Höhe von 3,15m auf der Außenseite
und einem zerbrochenen (?) Unterteil bestehen. Das Mauerwerk besteht aus
mittleren bis großen Kalksteinbrocken, welche mit Splittern verbunden
sind, um einen unebenen Verlauf zu erzielen. Die fortlaufend gebaute
Walllinie hat die offensichtliche Höhe von 1,65m bis 2,10m.
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7.1. Der Turm Nummer 1 (siehe Bild
5)
Am Boden ist der Turm rechteckig, darüber hat er allerdings eine
offene Rückseite. Im ersten Stockwerk beinhaltet jede Wand eine
Schießscharte, deren Bögen nicht bestehen geblieben sind. Die Mauer
zwischen dem Turm Nummer 1 und dem Turm Nummer 2 verläuft mit einer
äußeren Höhe zwischen 2,9m und 0,9m wellenförmig. Die äußere
Beschädigung des Turmes ist gegenwärtig und die Verlaufslinie des
Gebäudes liegt offensichtlich zwischen 1,1m und 1,3m über dem Boden.
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7.2. Der Turm Nummer 2 (siehe Bild
6)
Am Boden ist der Turm rechteckig, darüber hat er allerdings eine
offene Rückseite. Im ersten Stockwerk beinhaltet jede Wand eine
Schießscharte. Der innen liegende Bogen dieser Schießscharten besaß
ursprünglich einen hölzernen Fenstersturz, von dem die Nuten
bestehen geblieben sind. Die äußere Beschädigung des Turmes ist an
jeder Seite gegenwärtig. Der Mauerabschnitt zwischen Turm Nummer 2
und dem „Gatehouse“ (Torhaus), ist der am besten erhaltene
Teilabschnitt.
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Es gibt jedoch eine Aussparung von
13m, wo die Mauer eingeebnet und ein neuzeitliches Tor eingefügt
wurde. Außerhalb des Tores befindet sich ein Graben mit einem
kleinen außen liegenden Damm, aber es scheint, dass diese
Aushubarbeiten Ergebnisse von modernen Maschinen sind. Teile eines
Mauerweges blieben gleich neben dem Turm Nummer 2 bestehen.
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7.3. Das „Gatehouse“ (Torhaus,
siehe Bild 7)
Ursprünglich war das „Gatehouse“ (Torhaus) ein rechteckiges Gebäude
mit einem runden Bogen an der Außenseite. Heute macht es nur noch
ein paar hervorspringende Steine aus. Teile der Fugen des
Fallgatters blieben in einer Höhe von 2,2m oberhalb des Bodens
bestehen. Die Mauer zwischen dem Tor und dem Turm Nummer 3 hat auf
der Hälfte des Weges eine Aussparung von 25m. Hier ist sie
eingeebnet worden und liegt eingestürzt auf dem Boden. Die Mauer ist
an anderer Stelle zwischen 3,75m und 4,09m hoch. Die Verlauflinie
des Gebäudes, die an anderer Stelle erwähnt wurde, ist stellenweise
sichtbar.
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7.4. Der Turm Nummer 3 (siehe Bild
8)
Es ist ein an der Rückseite offener rechteckiger Turm. Der Boden ist
nahezu bis zur Höhe des Bodens des Gerüstes, welches die Stützbalken
des ersten Stockwerks trägt, mit Schotter gefüllt. Auf der Höhe des
ersten Stockwerkes befindet sich eine Schießscharte, die sich nach
innen ausdehnt, in jeder Wand. Die hinteren Bögen haben ähnlich wie
bei dem Turm Nummer 2 hölzerne Fensterstürze. Zwischen dem Turm
Nummer 3 und dem modernen Feldwall verläuft die Mauer parallel zum
Ufer.
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Die Höhe der Mauer verringert sich
hier von 2,6m auf 1,15m. Auch gibt es Aussparungen und Bereiche, die
komplett eingestürzt sind. Die ursprüngliche Mauer blieb nur in
wenigen Bereichen bestehen. Zwischen dem modernen Feldwall und dem
Ufer besteht die ursprüngliche Mauer nicht mehr. Sie wurde
vermutlich entfernt, um aus ihren Steinen das in der Nähe liegende
„St. John’s House“ zu bauen.
8. Das Castle (siehe Bild 9)
Das Castle befindet sich auf einem flachen Hügel am nordöstlichen
Ende des mittleren Bereiches der Halbinsel. Von hier aus überschaut
es im Norden den natürlichen Hafen des Lough Ree. Von dem Ort ist es
durch einen irdenen Damm und einen Graben getrennt.

Der geschichtliche
Hintergrund
Das Castle ist eine der wichtigsten Befestigungsanlagen der
Anglo-Normannen in Connacht. Es blieb während des ganzen 13. und 14.
Jahrhunderts in königlichen Händen. Ein Wachtmeister wurde von der Krone
ernannt. Er war für den Schutz und die Instandhaltungsarbeiten
verantwortlich. Das Castle war der Ort der meisten Bauaktivitäten
während des ganzen 13. Jahrhunderts hindurch und im Besonderen von 1275
bis 1302, denn hier gibt es mehrere Quellenangaben über die Ausgaben des
Castle.
Im 14. Jahrhundert wurde das Castle in der Geschichte nur noch an
wenigen Stellen erwähnt und nach 1344, sobald es sich in irischen Händen
befand, verschwand es bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts völlig aus der
Geschichte.
Im Jahr 1201 war vermutlich eine Art von Befestigungsanlage vorhanden,
als John de Courcy eine Woche damit verbrachte, seine Männer und Pferde
von Rindoon aus über den See zu bringen (ALC; A Clon. unter dem Jahr
1200). Die früheste direkte Quellenangabe auf ein Castle stammt jedoch
aus dem Jahr 1227, als Geoffrey de Marisco und Toirdelbach Ó Conchobhair,
der Sohn von Ruaidhrí Ó Conchobhair, damit begannen, ein Castle aus
Stein auf der Halbinsel zu bauen (ALC; AFM; A Clon. unter dem Jahr
1226).
Im gleichen Jahr wurden Phillip de Angelo als Verwalter ein Talar und
ein Pelzumhang gewährt (Harbison 1995, 140).
Zwei Jahre später, also im Jahr 1229, wurde Rindoon durch Feilimid Ó
Conchobhair, dem Anführer einer rivalisierenden Splittergruppe der Ó
Conchobhair angezündet. Es ist nicht klar, ob das Castle bei diesem
Ereignis völlig niederbrannte oder nicht, allerdings liegt dies Nahe,
denn das Gebäude war vier Jahre später immer noch nicht fertig gestellt
worden.
Im Jahre 1332 wurde Rindoon Peter de Rivaux, der Sohn des „Bishop of
Winchester“ (Bischof von Winchester) zugesprochen (Otway-Ruthven 1968,
96).
Am 15. Juli 1233 zwang der Mangel an Kapital dazu, die
Mauerwerksarbeiten an dem Schlossbezirk zugunsten der Fertigstellung der
Brücke von Athlone einzustellen (Sweetman 1875-86, i, 2043). Diese
Quellenangabe weist darauf hin, dass die Ringmauer mit den in
Mitleidenschaft gezogenen Sockel vermutlich in den 1230er Jahren
errichtet worden war (cf. Stalley 1987, 42).
Die Arbeiten an dem Castle wurden in den Jahren 1234 bis 1235 wieder
aufgenommen (35 RDKPRI 37).
Das Castle wurde beim Überfall des Jahres 1236 auf Rindoon durch
Feilimid Ó Conchobhair nicht eingenommen. Das lag an der sackförmigen
Form des Ortes (ALC; AFM; A Clon.).
Feilimid Ó Conchobhair wurde
1237 der König von Connacht und der Frieden mit den Anglo Normannen
hielt bis zu seinem Tod im Jahr 1256 an.
Im Jahre 1256 traf Aed Ó Conchobhair in Rindoon den Justiciar Alan de la
Zouche, um Frieden zu schließen.
Zur Info: Justiciar
Im mittelalterlichen England oder Schottland war der Chief Justiciar
(später auch einfach nur als Justiciar bezeichnet) ein ungefähres
Äquivalent zu dem neuzeitlichen Prime Minister, es war der Oberste
Minister des Königs, der Königin. Ähnliche Positionen gab es auf dem
Kontinent. Der Ausdruck ist die englische Form von dem mittelalterlichen
lateinischen Wort justiciarius beziehungsweise justitiarius (man of
justice, i. e. judge = Mann der Gerechtigkeit, d. h. der Richter).
Zitat aus:
http://en.wikipedia.org/wiki/Justiciar ; frei
aus dem Englischen übersetzt von Inga
Im Jahr 1251 befahl Henry III
dem Justiciar John Fitzgeoffrey, „80 Mark von dem königlichen Geld zu
Gunsten der Einfriedung der Städte Athlone und Rindoon und für die
Reparaturen ihrer Castles einzusetzen“ (Harbison 1995, 141). Aed (†
1274), der Nachfolger von Feilimid, war ein unbarmherziger Krieger, der
Rindoon zweimal einnahm, das eine Mal im Jahr 1270 (ALC; AFM; A Clon.
unter 1271) und das andere Mal im Jahr 1272 (AU). In diesem Jahr „befand
er sich mit einer großen Kriegsflotte auf den Lough Ree, hier brannte er
das eine nieder, das andere beschädigte er“ (A Conn.). Der Überfall von
1272 scheint besonders schwer gewesen zu sein, da Rindoon mit den Worten
„dem Erdboden gleichgemacht“ beschrieben wird (AL; of CDI, V, Nr. 437).
„The Government“ (die Regierung) bemühte sich Aed entgegenzuwirken,
indem sie die Castles bei Athlone und Rindoon verstärkten und ein neues
in Roscommon bauten.
Im Jahr 1271 erteilte Henry III den Befehl „die Schulden zu zahlen, die
für die Beschaffung von Fleisch, Fisch, Salz, Wein und Eisen und für die
anderen Lager in Athlone, Rindoon und Roscommon und für den Fuhrlohn zu
selbigen entstanden sind, zusammen mit den Schulden die durch die
Bezahlung der Wachtmeister und Armschützen und die Bezahlung der Söldner
entstanden sind“.
Der Justiciar John d’Audley entlastete die Garnison von Rindoon mit
£1601-18-8 (1601 Pfund, 18 Schilling und 8 Pence), welche er mit einer
Armee von Walisern Söldnern hertransportierte (Harbison 1995, 142).
Der Justiciar Geoffrey de Geneville führte weitere Reparaturarbeiten an
Rindoon in den Jahren 1273 bis 1275 aus (36 RDKPRI, 40-1) und sein
Nachfolger Robert d'Ufford setzte in den Jahren 1276 bis 1278 die
Reparaturarbeiten fort (36 RDKPRI, 35, 36). Diese umfassten die
Konstruktion von hölzernen Türmen und die Verbesserung des Grabens (Sweetman
1875-86, ii, Nr. 1412).
In den Jahren 1278 bis 1279 gab d'Ufford weitere £3200-2s-5d (3200
Pfund, 2 Schilling und 5 Pence) für die Castles von Rindoon, Roscommon
und Athlone aus. Dies schloss auch Reparaturarbeiten an dem Castle, den
Häusern und der Brücke von Rindoon ein (37 RDKPRI, 30). Im Jahr 1285
steuerte Robert de Wollaston £67-3s-Od für die Castles von Athlone und
Rindoon bei (37 RDKPRI, 30). In demselben Jahr wurden 100 Walisische
Männer nach Rindoon gebracht, um entweder als Söldner in der Garnison zu
dienen oder als Arbeiter bei dem Wiederaufbau des Castles zu helfen (harbison
1995, 144).
In den Jahren 1299 bis 1302 wurden Richard of Oxford, dem „Sheriff of
Roscommon“ (Grafschaftsvogt von Roscommon) £113-ls-2d gewährt, um eine
neue Halle zu bauen und weitere 20s, um die Konstruktion zu
beaufsichtigen (38 RDKPRI, 54). Diese Halle wurde als das Gebäude
identifiziert, welches sich südlich von der Ringmauer erstreckt, wie es
Orpen (1907, 275) darlegte.
1306 wurden zwei Tischler eingestellt, um zwei neue Boote in der
Bootswerft von Rindoon zu bauen und um zwei ältere Boote zu reparieren (Harbison
1995, 144).
1310 ersuchte Richard de Burgh als ein Teil seines Planes, seinen Besitz
in Connacht zu erweitern, um Wachmänner für das Castle (Sayles 1979, Nr.
86), es ist allerdings nicht bekannt, ob er seine Bewachung bekommen hat
oder nicht.
1321 wurden die Mauern von Rindoon von den O Reillys und den O Naghlans
zerstört (Harbison 1995, 145).
1322 machte Alexander de Bicknor, der „Archbishop of Dublin“ (Erzbischof
von Dublin), eine Eingabe über die Unkosten, die er für die Wachmänner
von Rindoon auf sich genommen hatte, als er „Lord Treasurer“ (Lord
Schatzmeister) war (1307-?; 1313-?) (Sayles 1979, Nr. 173). In demselben
Jahr wurde der „Sheriff of Meath“ (Grafschaftsvogt von Meath) damit
beauftragt, dem „Bishop of Elphin“ (Bischoff von Elphin) £50 für die
Schaffung eines Geländers für die Fähre von Rindoon zu zahlen (Harbison
1995, 145).
Das Anzünden von Rindoon im Jahre 1315 durch Ruaidrí Ó Conchobhair,
während der Erstürmung durch Edward Bruce, hat vermutlich auch zu der
Eroberung des Castles geführt, da die Literaturhinweise auf das Castle
anschließend geringer wurden (ALC; A Clon. ). Die letzte Quellenangabe
über einen Wachtmann tauchte im Jahr 1327 auf (Carew Cal. Misc., 442)
und bis zu den Jahren 1342 bis 1343 befand sich das Castle nicht mehr
unter königlichem Befehl. In diesen Jahren beklagte sich das Irische
Parlament darüber, dass sich die Castles von Rindoon, Roscommon, Athlone
und Bunratty aufgrund der Säumnis der Irischen Schatzmeister, den
Wachtmännern ihre Löhne rechtzeitig zu zahlen, in den Händen von Feinden
der Iren befanden (Berry 1907, 335).
Im Jahre 1578 wurde das Land Thomas Chester und George Goodman unter der
Bedingung, dass sie einen englischen Bogenschützen dort behielten,
zugesprochen (13 RDKPRI, Nr. 241). Es ist unklar, ob irgendeine dieser
Personen im Castle lebte oder nicht, aber die Architektur gibt Hinweise
darauf, dass Teile des Castle im 16. Jahrhundert und im frühen 17.
Jahrhundert wieder verstärkt wurden. Es ist wahrscheinlich, dass
Kolonisten dafür verantwortlich waren.
Im Jahre 1574 wird das Castle als „the bare castle“ (das schmucklose
Castle) bezeichnet.
1603 gehörte es der Queen (Cal. Carew Mss. 1601-3, 450, 476).
Es gibt keine nachfolgenden Quellenangaben über das Castle und es ist
wahrscheinlich, dass es im frühen 17. Jahrhundert aufhörte, seine
Funktion zu erfüllen.
Beschreibung
Das Castle besteht aus einer ovalen Ringmauer mit einem rechteckigen
Anbau im Südwesten. Man betritt es durch ein „Gatehouse“ (Torhaus) im
Norden, welches von einem Bergfried im Osten überblickt wird. Sehr viele
Bereiche der Mauern und des Inneren sind stark mit Efeu überwuchert. Es
gibt hier auch die Unterbauten von drei Cottages mit den Fundamenten von
angeschlossenen Gebäuden und eine Trennwand, die aus dem 19./frühen 20.
Jahrhundert stammt, zu sehen.
Der älteste Teil des Castle ist der Bergfried, wahrscheinlich ist er mit
dem „stone castle“ (das Steincastle), welches 1227 von Geoffrey de
Marisco errichtet wurde, identisch. Die Ringmauer wurde 1233 errichtet
und sie ist eindeutig eine Erweiterung auf der östlichen Seite des
Bergfrieds. Die Halle im Westen ist eine Erweiterung der Ringmauer und
sie ist vermutlich identisch mit der „new hall“ (neuen Halle), die in
den Jahren 1299 bis 1302 erwähnt wurde. Es scheint, dass das Castle im
14. Jahrhundert herrenlos gewesen war, denn es ist erwiesen, dass Teile
der Ringmauer in dieser Zeitspanne niedergerissen wurden. Die
niedergerissenen Teile der Ringmauer wurden im 16. Jahrhundert wieder
aufgebaut, die Mauer war jedoch nicht so breit und nicht so hoch wie die
aus dem 13. Jahrhundert, außerdem sind ihre glatten rechteckigen
Schießscharten ein weiteres Kennzeichen. Ferner folgt die Mauer aus dem
16. Jahrhundert nicht immer der Linie ihrer Vorgängerin aus dem 13.
Jahrhundert.
Die Mauerarbeiten bestehen aus einer ununterbrochenen Schicht aus
Kalksteinen mit Kalksteinecksteinen. Mit Ausnahme des Bergfriedes sind
die stehen gebliebenen Überreste dicht mit Efeu überwuchert. Das Innere
wird weiter durch die Gegenwart großer eingefallener Bereiche verdeckt,
besonders auf der zusammengestürzten südlichen Seite des Bergfrieds. Die
Ringmauer blieb am besten auf der südlichen Seite erhalten, wo sie noch
in ihrer ursprünglichen Höhe stehen geblieben ist. Anderswo sind Teile
zusammengefallen und sind auf der inneren Seite des umgebenen Grabens
liegen geblieben. Es gibt klare Hinweise auf die absichtlichen Versuche,
die Befestigungsanlage auf der äußeren südlichen Seite der Halle mittels
Explosionen zu zerstören.
Zur Info: Bergfried
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Der Ausdruck Bergfried oder Berchfrit, fälschlich auch Burgfried,
bezeichnet nach dem Gebrauch der Burgenkunde des 19. Jahrhunderts den
unbewohnten Hauptturm einer mittelalterlichen Burg, der bei vielen, aber
keinesfalls bei allen Anlagen vorhanden war. Der Bergfried ist von den
dauerhaft bewohnbaren Türmen (Wohnturm, franz. Donjon, engl. Keep) zu
unterscheiden.
Bergfried der Ruine Fürstenberg am Rhein. Deutlich sichtbar der erhöhte
Eingang.
Der bereits in mittelalterlichen Quellen vorkommende Begriff Bergfried
(auch, veraltet: Berchfrit = berge Frieden) bezeichnet jedoch
überwiegend solitär stehende Türme. Der Hauptturm der Burg wird in alten
Urkunden meist als großer Turm bezeichnet. Durch Fehlinterpretationen im
19. Jahrhundert hat sich jedoch in der Burgenkunde die Falschbezeichnung
Bergfried für den großen Turm etabliert.
Die Entstehung der Bauform ist noch nicht völlig geklärt, da Türme aus
der Zeit vor 1100 nahezu ausschließlich archäologisch ergraben und
lediglich die untersten Partien erhalten sind. Daher ist von der inneren
Struktur nichts bekannt. Im Verlaufe des 12./13. Jahrhunderts wurde der
Bergfried zu einem Wahrzeichen der mitteleuropäischen Adelsburg; aus
dieser Zeit sind zahlreiche Exemplare in nahezu vollständiger Höhe
erhalten.
Im Grundriss sind quadratische und runde Bergfriede am häufigsten, als
Spezialformen sind vor allem fünfeckige und achteckige Türme zu nennen.
Eine ganz seltene Form ist der dreieckige Bergfried der Burg Grenzau bei
Höhr-Grenzhausen oder jener der Burg Rauheneck nahe Baden bei Wien.
Diese besonderen Grundrisse dienten durch den ungünstigen Aufprallwinkel
der besseren Abwehr der im Mittelalter üblichen, durch Katapulte
verschossenen (Stein)-Geschosse. Bergfriede sind durchschnittlich 30
Meter hoch, jener der Burg Forchtenstein im Burgenland erreicht sogar 50
Meter.
Über die Funktionen des Bergfrieds entstand im letzten Drittel des 20.
Jahrhunderts in der Burgenforschung eine Diskussion, die sich am ehesten
auf die Kurzformel „Wehrbau oder (eher) Statussymbol“ verknappen lässt.
Es ist dagegen nicht davon auszugehen, dass der Bergfried im
Verteidigungsfalle einen sicheren letzten Zufluchtsort darstellte, wie
es in der Burgenforschung lange Zeit angenommen wurde und auch heute oft
noch zu lesen und zu hören ist. Zwar scheint dafür zu sprechen, dass der
Eingang nicht ebenerdig war, sondern sich meistens im ersten bis dritten
Obergeschoss befand und nur durch (einholbare) Leitern zugänglich war,
doch wäre der Rückzug in den Turm nach dem Fall einer Burg ein „Tod auf
Raten“. Allenfalls in der Erwartung eines nahegelegenen Entsatzheeres
wäre dieser sinnvoll gewesen. Vielfach wird auch von dem Untergeschoss
eines Bergfrieds als „Verlies“ gesprochen. Es ist nicht auszuschließen,
dass hier auch einmal ein Gefangener landete, archäologische Befunde
hierzu gibt es kaum (in wenigen Fällen existieren Aborte im untersten
Geschoss, die diese Nutzung nahelegen, aber dies ist die Ausnahme).
Dagegen ist die Nutzung als Vorratslager belegt. So wurden in diesen
Räumen zum Beispiel Steinhaufen gefunden, die hier als Wurfgeschosse für
eine Belagerung vorgehalten wurden. Als Wehrbau hat er sicherlich eine
Rolle gespielt. Sei es als Beobachtungsplattform oder zur Abwehr von
Feinden. Bei den Hangburgen brachte er den Verteidiger auf Augenhöhe mit
dem im Hang sitzenden Gegner. Dafür spricht auch die Tatsache, dass
Bergfriede im 12. und 13. Jahrhundert dichter an der Angriffsseite oder
sogar in die dort befindliche Mauer gebaut wurden. Dass er ein
Statussymbol war, zeigen vor allem die teilweise später gebauten
„Butterfassaufsätze“, die keinen zusätzlichen Nutzen für die
Wehrfunktion, sondern lediglich Höhe brachten.
Zitat aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bergfried
Die Gemeindekirche (siehe
Bild 10)
Das Datum der Weihung der Kirche ist nicht bekannt und es gibt nur
wenige Literaturhinweise über sie. In der Steueranlage der Jahre 1302
bis 1305 wird sie mit 15s (15 Schilling) besteuert (Sweetman 1875-88, v,
Seite 224). In der ersten Ausgabe der „O.S.“ (O.S. = Ordnance Survey =
Nationale Kartenbehörde) wird sie mit „R.C. Chapel“ (römisch-katholische
Kapelle) bezeichnet. Nördlich und westlich der Kirche befinden sich die
Überreste einer L-förmigen Grenzmauer, welche das Gebäude ursprünglich
umgeben haben könnte.

Das Gebäude besteht aus einem
relativ schlichten „Nave“ (Kirchenschiff) und einem „Chancel“
(Altarraum). Beide Teile sind mit einem spitz zulaufenden Bogen
verbunden. Es gibt klare Hinweise darauf, dass der Altarraum eine
Erweiterung war, aber sowohl das Kirchenschiff als auch der Altarraum
stammen wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert. Das Mauerwerk des
Altarraumes besteht aus Bruchsteinen aus Kalkstein und abgewinkelten
Splittern mit kleinen oder keinen Mauerwerksschichten. „The Nave“ (das
Kirchenschiff) besteht aus groben Mauerwerksschichten aus Kalkstein. Das
Gebäude ist sehr stark überwuchert. Während einige Teile des Gebäudes,
besonders der westliche Teil und das Kirchenschiff, noch in der vollen
Höhe bestehen geblieben sind, befindet sich das restliche Gebäude in
einem schlimmen Zustand.
Die östliche Mauer und das
östliche Ende der nördlichen und südlichen Mauer von dem „Chancel“
(Altarraum) haben eine nach außen geneigte Schräglage. Die Grundfläche
des östlichen Fensters, welches aus zwei Spitzbögen besteht, existiert
heute noch, es fehlen jedoch die Pfosten. „The Nave“ (das Kirchenschiff)
hat sowohl in der nördlichen als auch in der südlichen Mauer eine Tür,
die aber beide stark beschädigt sind. Es fehlen die Pfosten und die
Bögen. Es gibt zwei Fenster in der südlichen Mauer, in der nördlichen
Mauer blieb allerdings nur eines bestehen.
Nördlich von dem “Nave” (Kirchenschiff) liegen die Ruinen eines kleinen
rechteckigen Gebäudes, welches als “Penal Chapel” (eine Kapelle während
der Penal Laws; speziell gegen Katholiken gerichtete Gesetze des 18.
Jahrhunderts, die eine volle Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
zumindest erschwerten, oft sogar unmöglich machten) gedient haben
könnte.
„Hospital of St. John the
Baptist” (das Hospital von dem Heiligen Johannes dem Täufer) „Fratres
Cruciferi“ (Wächter des Grabes Christi) (siehe Bild 11)
Die Gründer des Hospitals waren laut Ware König John und Philip d’Angulo.
Wenn das tatsächlich wahr sein sollte, dann bedeutet es, dass das
Hospital vor 1216 gegründet worden ist. Es gibt vor dem 15. Jahrhundert
nur wenige Quellenhinweise auf das Hospital, mit Ausnahme von
gelegentlichen Nachrichten über Beerdigungen. Bis 1487 waren die
Einnahmen des Hospitals für dessen Unterhalt unzureichend. Nach der
Auflösung wurde es mehrmals hintereinander einer Anzahl von englischen
Kolonisten zugesprochen. Im Jahre 1596 wurde es als ein Gebäude mit
einem Dach aus Schindeln beschrieben, auch hatte es einen Kreuzgang und
drei in Verfall geratene Gebäude (Morrin 1861-2, ii, 158, 364). Ein
Glockenturm wird in den Jahren 1605 bis 1606 erwähnt (Erck 1846-52, i,
186).
Die Überreste dieses Gebäudes
befinden sich gleich nordwestlich der Stadtmauer. Nur die Kirche, die
fast genau südlich ausgerichtet ist, blieb bestehen. Sie besteht aus
einem rechteckiges Gebäude, das als Hinzufügung ungewöhnliche Stützen am
nördlichen Ende hat. Eine Anzahl von Veränderungen erfolgte im 18.
Jahrhundert. Veränderungen erfolgten besonders an den Fenstern, es
blieben jedoch die ursprünglichen Pfosten, die im Stil des 13.
Jahrhunderts verputzt sind, erhalten. Außerhalb hat das Gebäude im
Nordosten abgeschrägte und im Nordwesten spitze Mauerecken. Das
Mauerwerk besteht aus Bruchsteinen aus Kalkstein, mit schlechten
Mauerwerksschichten.
Das Gebäude wird vom Norden
her durch einen mittig platzierten, leicht gespreizten Eingang betreten.
Dieser wird durch das Gebilde der Stützen beträchtlich verdunkelt. Das
Hauptfenster befand sich in der südlichen Wand. Es wurde allerdings
umgebaut. Dafür wurden roter Backstein und wiederverwendete Pfosten
benutzt. In der westlichen Wand blieben zwei Fenster bestehen. Diese
kennzeichneten ursprüngliche Öffnungen, da Teile von ihren Pfosten
bestehen beblieben sind.
Es gibt auf dem Friedhof
einige wellenförmige Aufschüttungen in der Oberfläche. Sie befinden sich
gleich östlich der Kirche und sie weisen auf die Außenlinien eines
früheren Bauwerks hin.
Es konnte aber kein erkennbares Muster festgestellt werden. Innerhalb
dieses Friedhofes befinden sich acht architektonische Fragmente
einschließlich Teile von Pfosten und Bögen von Türen und Fenstern. Auf
dem angeschlossenen, katholischen Friedhof gibt es weitere siebzehn
Fragmente. Dazu gehören eine Säule des Kreuzganges, Maßwerk-Fragmente,
der obere Teil eines spitzförmigen Einzellicht-Fensters und der obere
Teil eines zweigeteilten Fensters. Alle Fragmente bestehen aus
Kalkstein. Ein Fragment eines frühchristlichen „Cross-Slab“ kam hier
während einer Reinigungsmaßnahme ans Tageslicht. Das „Cross-Slab“ trägt
nur noch die Buchstaben AR von der ehemaligen Beschriftung.

Zur Info: Maßwerk
Mit Maßwerk bezeichnet man in der Architektur filigrane
Steinmetzarbeiten als flächige Dekoration von Fenstern, Balustraden und
geöffneten Wänden. Das Maßwerk besteht aus geometrischen Mustern, die
als Steinprofil umgesetzt werden, wobei der Stein komplett durchbrochen
(skelettiert) wird.
Das Maßwerk hatte seine architektonische Blüte in der Gotik, wo es ein
unabdingbarer Bestandteil der Fenster war. Die Gotik setzte Maßwerk an
vielen weiteren Stellen ein, z. B. an den Balustraden der Laufgänge (Triforium),
Emporen, an Turmhelme oder durchbrochenen und vorgespannten Wänden in
der Fassade.
Das Fenster der gotischen Kirche ist ohne Maßwerk nicht denkbar, da es
aufgrund der enormen Größe eine zusätzliche Gliederung benötigt. Das
spitzbogige Fenster besteht typischer Weise aus zwei oder mehreren
vertikalen Abschnitten, den so genannten Lanzettfenstern, die ebenfalls
mit einem Spitzbogen endend meist bis zur Höhe des Bogenansatzes
reichen. Der Bereich darüber ist feiner gegliedert mit zusätzlichen
geometrischen Figuren. Diese Figuren haben ihre eigenen Namen, z. B.:
-
Fischblase
-
Dreischneuß
-
Dreipass (Variante:
Dreiblatt)

-
Vierpass (Variante:
Vierblatt)
 
-
Fünfpass (Variante:
Fünfblatt)

-
Sechspass
-
Vielpass
-
figürliches Maßwerk
Die Seitenverhältnisse dieser
Figuren ergeben oft den goldenen Schnitt und sind daher sehr ästhetisch.
Das in der frühen Gotik zweigeteilte Fenster wurde mit zunehmender Größe
weiter gegliedert, indem die beiden Lanzettfenster wiederum geteilt
wurden.
Erst später lösten sich die
Baumeister von dieser strengen Gliederung und setzten eine beliebige
Zahl von gleich großen Lanzettfenstern ein. Eine Sonderform der
gotischen Fenster ist die kreisrunde Rosette, bei der das Maßwerk
radialsymmetrisch angeordnet ist. |

Maßwerk bei einem Fenster
der Fenagh Abbey |
 |

Maßwerk bei einem Fenster
der Portumna Abbey |
| Das Maßwerk wurde beim Bau vermutlich auf einer aus Brettern gezimmerten Ebene,
dem Rissboden, mit Zirkel und Schnüren in originaler Größe aufgezeichnet und
dann in Stein gemeißelt. Auf dem Rissboden konnte das Fenster zur Probe
zusammengebaut und auf Passung geprüft werden.
Das sehr feine Maßwerk musste mit Eisenstäben stabilisiert werden, einfaches
Vermauern mit Mörtel reichte nicht aus. Dazu wurden an den Stoßflächen dünne
Löcher geschlagen, die eiserne Bolzen aufnahmen. Der verbleibende Hohlraum wurde
mit Blei ausgegossen. Die zum Teil sehr langen Stäbe zwischen den
Lanzettfenstern sind zusätzlich mit horizontalen Eisenstäben untereinander
verbunden und teilen die Fenster in rechteckige Felder, die einzelne Bilder der
Buntglas-Fenster aufnahmen.
Das Maßwerk an Balustraden besteht meist aus rechteckigen Steintafeln, die in
der gewünschten Form durchbrochen wurden.
Das Rippengewölbe der Gotik wurde gelegentlich auch als Maßwerk-Gewölbe
ausgeführt. Dabei wurden die Kappen nicht gefüllt, sondern zusätzlich
freistehende Rippen als Maßwerk vor dem eigentlichen Gewölbe aufgebaut.
Frei bewittertes Maßwerk ist an mittelalterlichen Kirchen stark durch Steinfraß
gefährdet und ist Gegenstand von Erneuerungsarbeiten.
In der Neugotik gestaltete man gerne Möbel und Einrichtungsgegenstände für
Kirchen, wie Altäre und Kanzeln, mit filigranen Schnitzereien, die dem gotischen
Maßwerk nachempfunden waren und daher auch als Maßwerk bezeichnet werden.
Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Ma%C3%9Fwerk
Andere architektonische Merkmale
- “Church of the Premonstratensian canons” (Kirche der Prämonstratenser)
Gwynn und Hadcock (1970, 207) vermerkten, dass diese Kirche von Clarus MacMailin
gegründet worden war, dem Gründer der Lough Key Abbey, der 1251 verstarb. Man
glaubt, dass die Kirche mit der „Parish Church“ (Gemeindekirche) identisch sein
könnte. Die Gründung scheint nur von kurzer Lebensdauer gewesen zu sein.
Prämonstratenser aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie (Weitergeleitet von Norbertiner) Die Prämonstratenser (lateinisch: Candidus et Canonicus Ordo Praemonstratensis),
mit der Abkürzung OPraem, vor allem in Belgien und den Niederlanden nach ihrem
Gründer auch „Norbertijnen“ (Norbertiner) genannt, wurden von Norbert von Xanten
in Prémontré bei Laon, auf Fernbesitz der Abtei Prüm, im Jahre 1120 mit 13
Gefährten gegründet als zentralisierter Orden regulierter Chorherren.
Geschichte Norbert war mit Bernhard von Clairvaux befreundet und stark von den Idealen der
Zisterzienser beeinflusst. Im Unterschied zu Mönchsorden verbanden die
Prämonstratenser aber das Mönchsleben mit der pfarramtlichen Seelsorge. Neben
den Canonici lebten in den Niederlassungen der Norbertiner auch Laienbrüder (Conversi).
Ähnlich wie auch die Zisterzienser trugen die Prämonstratenser in den ersten
Jahrhunderten nach ihrer Entstehung zur Verbesserung der Landwirtschaft bei.
Später setzte sich aber immer mehr ein aristokratischer Zug durch und die
Handarbeit wurde allmählich zurückgedrängt. Wichtig blieben aber das Schreiben
und Kopieren von Büchern, und auch die Lehrtätigkeit gewann an Bedeutung. Prämonstratenserinnen bilden die von Norbert im Jahre 1121 gegründete weibliche
Genossenschaft mit sehr strenger Ordensregel. Im Jahr 1143 übernahmen sie das
Kloster Dünnwald. Im Jahre 1245 wurde in dem Ortsteil der Stadt Marktsteft,
Michelfeld, im unterfränkischen Landkreis Kitzingen gelegen, ein Stift für
Prämonstratenserinnen gegründet. Dieser Frauenkonvent unterstand dem Abt von
Oberzell bei Würzburg. Der Bischof von Würzburg behielt sich das Recht vor, die
Wahl der Priorin zu bestätigen. 1261 erfolgte dann die päpstliche Bestätigung
des Klosters. Wegen Verfalls der klösterlichen Zucht übersiedelten die Nonnen im
Jahre 1305 nach Tückelhausen, einem Stadtteil von Ochsenfurt. 1122 übergab Gottfried von Cappenberg seine Burg und sein Vermögen an den Orden,
womit das Kloster Cappenberg als erstes Prämonstratenserstift im
deutschsprachigen Raum gegründet wurde. Noch im selben Jahr stiftete Graf Walram
II. Paganus von Limburg (1119-1139) das Prämonstratenserkloster Wenau als
Doppelkloster für Männer und Frauen. Als der Orden 1126, nur sechs Jahre nach seiner Gründung, vom Papst anerkannt
wurde, gab es bereits neun Ordenshäuser, und danach erstanden in schneller Folge
hunderte mehr in Westeuropa. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts sollen es mehr
als 1.300 Männer- und 400 Frauenklöster gegeben haben. Im Osten widmeten sich
die Prämonstratenser vor allem der Kolonisierung und Christianisierung der
Wenden und anderer Slawen östlich von Elbe und Oder. Verbreitet war der Orden
auch in Böhmen und Mähren. Der Bischof von Olmütz Heinrich Zdik berief den Orden
im 12. Jahrhundert nach Böhmen und baute ihm das Kloster Strahov.
Im Laufe der Zeit wurden viele Regeln und Gebräuche nachlässiger interpretiert
und gehandhabt, und das führte zu verschiedenen Reformen und dem Aufkommen von
halb-unabhängigen Gemeinschaften. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Orden
fast ganz verschwunden, und nur noch acht Häuser bestanden (alle in
Österreich-Ungarn). Anfang des 20. Jahrhunderts gab es dann schon wieder 20
Ordenshäuser mit etwa 1.000 Priestern. Heute hat der Orden etwa 100
Niederlassungen und ist auf allen Kontinenten präsent.
Charakter der Gemeinschaft Sie zählen ebenso wie die Augustiner-Chorherren und die Kreuzherren zu den
Regularkanonikern. Das heißt, es handelt sich um eine Gemeinschaft von Priestern
mit Ordensgelübde und nicht um Mönche. Sie folgen im Wesentlichen den Regeln des
St. Augustin, legen aber zusätzlich auch das Armuts-, Enthaltsamkeits- und
Gehorsamsgelübde ab. Auch ihre Lebensweise folgt weitgehend den monastischen
Standards. Dazu gehört etwa die Einhaltung des Stundengebets oder das
gemeinschaftliche Mahl im Refektorium.
Bekannte Prämonstratenser
- Nikolaus Betscher (1745-1811)
- Alois Martin David (1757-1834)
- Prokop Diviš (1698-1765)
- Mathias Göhl (1585-1596 Abt des Stifts Teplá bei Marienbad, Gegenreformator)
- Josef Ladislav Jandera (1776-1857)
- Jakob Franz Alexander Kern (1897-1924)
- Ambros Josef Pfiffig (1910-1998)
- Sebastian Sailer (1714-1777)
- Hermann Joseph von Steinfeld (1150-1241)
- Werenfried van Straaten (1913-2003)
- Hermann-Josef Weidinger (1918-2004)
- Norbert von Xanten (1080-1134)
- Johann Zahn (1641-1707)
- Jan Želivský (1380-1422)
(alphabetisch nach dem Nachnamen)
Zitat aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Norbertiner
- “Promontory Fort” (die Festung am Kap)
Ein nach Nordosten bis Südwesten ausgerichtetes System aus Dämmen und Gräben
erstreckt sich gleich westlich des Castle über den mittleren Teil der Halbinsel,
es trennt so die Spitze des Kaps ab. Das System besteht aus zwei Innendämmen,
einem breiten Graben und einem Außendamm. Es gibt Andeutungen, dass das
ursprünglich ein “Promontory Fort” (eine Festung am Kap) gewesen sein könnte,
das an dem nordöstlichen Ende des Kaps errichtet worden war, um eine
Randeinfassung der Ringmauer des Castle zu formen. Es ist nicht klar, zu welchem Zeitpunkt die Festung entstanden ist, der Name des
Ortes weist allerdings darauf hin, dass es seine Ursprünge vor der Zeit der
Normannen haben müsste. Es könnte im 12. Jahrhundert von Toirdelbach Ó
Conchobhair errichtet worden sein oder es könnte sogar der Ort eines Bollwerks
sein, welches die Wikinger des Lough Ree in der Mitte des 9. Jahrhundert
errichtet haben könnten.
Das nordöstliche Ende des Systems umgibt die Ringmauer des Castle mit ziemlich
steilen, tiefen, V-förmigen Gräben und nach außen gewölbten Dämmen. Die Form des
südwestlichen Teils des Systems unterscheidet sich jedoch davon. Hier verbreitert sich der Graben südwärts und er ist so geradezu eine
abgewandelte natürliche schmale Bucht des Sees. Außerhalb des nördlichen Endes
dieser Ausdehnung befindet sich ein breiter Damm, dessen Dammkrone flach ist.
Entlang seiner Innenkante steigt der Damm leicht weiter an, möglicherweise
befinden sich hier Fundamente einer Mauer, die nun gänzlich mit Gras überwachsen
sind. Dieser Damm könnte eine Modifikation einer früheren Vorrichtung sein oder
er könnte während der Besetzung des Castle errichtet worden sein. Südlich dieses Dammes befindet sich eine Ausdehnung, bei der diese äußerlichen
Eigenschaften fehlen. In Richtung des südlichen Endes des Grabens, südsüdöstlich
der Gemeindekirche, befindet sich ein breiter, nach außen gewölbter Damm
außerhalb des Grabens, es ist allerdings unklar, ob der Damm zu dem Graben oder
zu der Kirche gehört.
Gleich innerhalb des nördlichen Endes dieser Ausdehnung des Grabens befindet
sich ein beachtlicher Damm mit einer leicht runden Dammkrone und einem
angenehmeren Innengefälle. Dieser Damm nimmt südwärts an Größe ab, bevor er in
die Reste einer beachtlichen, eingestürzten Mauer übergeht. Diese Mauer
erstreckt sich entlang der Innenkante des Grabens. Drei kurze einzelne Längen
der äußeren Oberfläche sind zusammen mit einer einzelnen Länge der inneren
Oberfläche erkennbar. Entlang des inneren Randes der Mauer befindet sich ein
Graben mit einem schmalen V bis U Profil. In Richtung der südwestlichen Ufer bis
zurück zu dem irdenen Damm nimmt der innere Rand der Mauer noch einmal ab.
Innerhalb dieser kompletten Begrenzungseinrichtung befindet sich ein breiter
Bereich mit stufenartigen Anstiegen, der an der Außenseite hoch aufragt
(Nordwest). An den inneren Rand dieses Bereiches grenzt eine zweite
Begrenzungseinrichtung an. Laut dem Grundriss ist dieser Bereich geradlinig,
obwohl er abschnittsweise breit und nach außen hin gewölbt ist und eine kurze
inwendige Steigung hat. Der mittlere Bereich und dieser letztere Damm zeigen
eine geringfügige Erhöhung, die darauf hinweist, dass sie in der Vergangenheit
für einen furchenartigen Landbau beansprucht wurden.
- „Ringwork“ (Ringarbeiten)
Es gibt Andeutungen darüber, dass die irdenen Arbeiten, die das Castle umgeben,
ursprünglich ein „Ringwork“ (eine Ringarbeit) war (Barry 1987, 52-3).
Verschiedenes
- “Clearance Cairns” (Steinhaufen der Aufräumarbeiten)
- Es gibt elf große “Clearance Cairns” (Steinhaufen der Aufräumarbeiten) auf den
Feldern zwischen der Stadtmauer und dem Castle. Diese Steinhaufen enthalten
nicht nur Steine, die man während der normalen landwirtschaftlichen Feldarbeit
gefunden hatte, sie erhalten auch Steine von früheren Gebäuden von
archäologischem Interesse.
- “Possible Medieval field boundaries” (mögliche Feldbegrenzungen aus dem
Mittelalter)
Eine Anzahl von zusammengestürzten Trockenmauer-Begrenzungen ist in dem
bewaldeten Gebiet am südsüdöstlichen Ende der Halbinsel erkennbar. Der Wald, der
schon auf der ersten O.S. (O.S. = Ordnance Survey = Nationale Kartenbehörde)
Karte von 1837 zu sehen war, kann durch diese Trockenmauern noch weiter
zurückdatiert werden.
Liste von archäologischen Funden
- Eine Kreuzigungsgedenktafel aus Bronze. Von St. John’s aus der Nähe von Athlone. NMI R554.
- Zwei kirchliche Glocken aus Eisen. Von St. John’s aus der Nähe von Athlone.
NMI Wk.205 R5553, Wk. 210.
- Eine Anzahl von Fragmenten einer Steindrehmühle wurde innerhalb des mit einer
Mauer umgebenen Gebietes während eines Erkundungsseminars bemerkt. Einige von
diesen Fragmenten wurden als Bausteine für die Feldmauern verwendet.
Archäologische Probleme und Möglichkeiten
Rindoon ist ohne Zweifel eines der besten Beispiele für eine verlassene
mittelalterliche Stadt in Irland und, als städtisches archäologisches Gebiet ist
es von nationalem Wert. Wegen einer Anzahl von Punkten ist es bedeutungsvoll.
Erstens und am offensichtlichsten, weil es ein Ort einer gedeihenden Ansiedlung
war, die im 13. Jahrhundert mit dem Bau der Stadtmauer, die eines der besten
Exemplare in Irland ist, der Gemeindekirche und des Castle gegründet worden war.
Zweitens ist Rindoon wichtig für das, was der Anglo-Normannischen Stadt
vorausgegangen war. Es ist sicher, dass Rindoon der Fundort der
Kreuzigungsgedenkplakette aus Bronze war, die im Allgemeinen unter dem Namen „Athlone
plaque“ (die Gedenkplakette von Athlone) bekannt ist. Sie ist das am meisten
bekannteste Stück einer früh christlichen Metallarbeit aus Irland. Zusammen mit
den Glocken und der Grabplatte weist die „Athlone plaque“ (die Gedenkplakette
von Athlone) darauf hin, dass das vornormannische Kloster ein sehr wichtiges
war. Eine Untersuchung der irdenen Schutzmaßnahmen, die mit dem Castle verbunden
sind, zeigen, dass das Kap zu vornormannischen Zeiten befestigt war und das
Rindoon ziemlich wahrscheinlich der viel gesuchte Ort im Lough Ree der Longphort
der Wikinger ist.

Zur Info: Longphort
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Longphort ist die in Irland gebräuchliche Bezeichnung für ein eingefriedetes
Grundstück oder eine Festung am Ufer. Die Longphorts waren für die Schiffe der
Wikinger bestimmt. Sie wurden ursprünglich gebaut, um als Winterlager für die
Raubzügler in Irland während der 830er Jahre nach Christus zu dienen. Diese
Lager waren befestigte Gebiete entlang von Flüssen. Normalerweise befanden sie
sich an Nebenflüssen, bei denen die beiden Uferseiten geschützt wurden, so dass
die Wikinger ihre Schiffe in einem Hafen festmachen konnten. Die meisten der
Longphorts waren nur vorübergehende Einrichtungen, allerdings gab es auch
einige, die sich zu großen Städten, wie z. B. Dublin, entwickelten. Die meisten
der Lager an den Fluss- oder Seenufern konnten sich jedoch nicht lange halten.
Das Wort Longphort tauchte das erste Mal in den 840er Jahren in den „Irish
Annals“ (Irischen Annalen) auf. Es ist ein Wort, welches sich irische Mönche
ausdachten und welches aus den lateinischen Wörtern „longus“, welches Boot
beziehungsweise Schiff bedeutet, und „portus“, welches Hafen bedeutet,
zusammengesetzt wurde. Es gibt viele Orte und Townlands in Irland, die das Wort
Longphort in ihrem Namen tragen. Das könnte darauf hinweisen, dass es zu
gewissen Zeitpunkten der Geschichte in diesen Orten und Townlands Longphort gab,
wie man es bei einigen Beispielen beweisen konnte.
Zitat aus: http://en.wikipedia.org/wiki/Longphort
; frei aus dem Englischen
übersetzt von Inga
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- Zwei Beispiele für Longphorts in Irland
Dunrally Fort in der Grafschaft Laois Dunrally Fort ist eine ovales Erdwerk. Es befindet sich im Fluss Barrow in der
Grafschaft Laois. Es hat ein erhöhtes Inneres, über 50m. Dieses ist von einem
hohen irdenen Wall umschlossen, der sich auf der Innenseite eines
wassergefüllten Grabens befindet. An der Außenseite des Grabens befindet sich
ein Damm. In der Vergangenheit wurde es als ein Ringfort angesehen, welches nach
der einheimischen Bauweise errichtet worden war. Die kürzliche Untersuchung der
Autoren führt diese zu dem Schluss, dass dieses Bauwerk die in der Mitte
gelegene Zitadelle von einem gewaltigeren Bauwerk, welches der Verteidigung
diente, war. Ein gewaltiges D-förmiges Gebiet ist auf der einen Seite von dem
Fluss Barrow und von einem Nebenfluss und auf der anderen Seite durch einen,
von einem Graben umgebenen, Wall umschlossen. Das ganze Gebiet ist
360m lang und 150m breit.
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Ein Bassin in dem Fluss Barrow sorgte für einen sicheren Ankerplatz für
Wikingerschiffe. Auch gab es in der Nähe eine Stelle, über die man über den
Fluss gelangen konnte. Der Nebenfluss und der Barrow formten einst die Grenzen zwischen drei kleinen
Königreichen und die Wikinger könnten sich gerade diese Stelle ausgesucht haben,
damit sie die Rivalität unter diesen Königreichen ausnutzen konnten.
In den Annalen gibt es einen Eintrag über die Zerstörung von Longphort-Rothlaibh
im Jahr 862 und man stellte fest, dass Longphort-Rothlaibh und Dunrally Fort
identisch sind. Man glaubt, dass der Wikinger Rodolf, der hier erschienen war
und der ungefähr ein Jahrzehnt lang hier aktiv war, hier ein Longphort gegründet
hatte. Er benutzte eine Basis in Waterford Harbour dazu, um von dort aus die Gegend den
Barrow, den Nore und den Suir hinauf zu überfallen. Seine letzte Erwähnung in
den Annalen ist die Zerstörung seines Longphort in dem Jahr 862. Vier Monate
später taucht ein Wikinger mit dem Namen Rodolf als Führer einer Gruppe von
Wikingern auf dem Fluss Rhein auf. Dieser Rodolf war der Sohn von Harold, dem
früheren König von Dänemark, der 827 aus Dänemark vertrieben wurde. Rodolf starb
873.
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- Athlunkard in der Grafschaft Clare
Athlunkard befindet sich am Shannon in der Grafschaft Clare. Der Ortsname
Athlunkard bezieht sich auf eine Furt (ath) und eine Schutzlager für Schiffe (Longphort).
Das Lager, auf das sich der Ortsname bezieht, besteht aus einer Erdarbeit und es
befindet sich gegenüber einer Insel im Shannon. Objekte aus Eisen, die auf das
letzte Jahrhundert des ersten Jahrtausends zurückdatiert werden können, wurden
an diesem Ort gefunden. Diese waren ein „plough coulter“ (eine Gleitkufe eines
Pfluges), ein „spearhead“ (eine Speerspitze), ein „spearbutt“ (der stumpfe
hintere Teil des Speeres) und ein schmaler Ring. Ein silbernes Gewicht der
Wikinger wurde auf dem gegenüberliegenden Flussufer gefunden.
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Der Ort ist D-förmig und er ist 75m lang und 30m breit. Umschlossen wird er
durch einen Wall. Athlunkard befindet sich auf einem niedrig gelegenen Grund und
Boden, wo ein Fluss in den Shannon mündet. Außerhalb des Walls befindet sich
Marschland. Innerhalb der Einfriedung ist ein ovales, erhöhtes Gebiet mit den
Maßen 20m mal 12,5m. Dieses Gebiet wird durch einen Damm und einen Graben
geschützt. Man glaubt, dass es wahrscheinlich ist, dass die Erdarbeiten die
Überreste von Erdarbeiten der Wikinger sind, die zwischen 840 und 930 nach
Christus hier gegründet wurden. Das „Lax weir“ (das Lachs-Wehr), das sich unterhalb der Insel befindet und das
nach dem norwegischen Wort für Lachs (laks = Atlantischer Lachs) benannt wurde,
ist ein Hinweis für eine Skandinavische Gegenwart in dieser Gegend. Die Wikinger führten einen wichtigen, zwei Jahre langen Feldzug entlang des
Shannonsystems in der Mitte des 9. Jahrhunderts aus. Eine Basis der Wikinger
wurde 845 im Lough Ree gegründet und bald danach wurde die Hauptsiedlung in
Limerick etabliert. Das Longphort Athlunkard könnte mit diesem Feldzug im
Zusammenhang stehen.
Zitat aus:
http://www.arch.cam.ac.uk/~kbm20/extras/Scotland&Ireland_Lecture.pdf
;
frei aus dem Englischen übersetzt von Inga
Die größte archäologische Bedeutung von Rindoon besteht allerdings in der
Tatsache, dass in dieser Gegend seit dem 14. Jahrhundert keine erheblichen,
maßgeblichen Bauarbeiten stattgefunden haben.
Dementsprechend ist die archäologische Lagerstätte innerhalb der Mauern nur
minimal im Vergleich zu den vielen neuzeitlich aufgebauten Städten Irlands
beeinträchtigt worden. Man kann bei den neuzeitlich aufgebauten Städten die
Spuren nur erahnen, die von den ursprünglichen Fundamenten der Häuser, den
Abfallgruben, der Besitzbegrenzungen und so weiter unter der jetzigen Bodenhöhe
noch bestehen geblieben sind
Innerhalb der letzten Jahrzehnte verursachten die Benutzer von Metallsuchgeräten
sehr viele Störungen, da sie diesen Ort systematisch plünderten. Ihre Tätigkeit
wurde hauptsächlich in dem Feld, welches sich gleich außerhalb beziehungsweise
im Nordwesten des Grabens der Kap-Festung befindet, beobachtet, aber auch in
einem anderen Feld innerhalb der Mauer. Es ist unwahrscheinlich, dass der Graben
des Castle und das Innere des Castles der Metallsuchgeräte entkommen sind. Das
Innere des katholischen Friedhofes, der sich neben der Kirche der „Fratres
Cruciferi“ (Wächter des Grabes Christi) befindet, ist ohne eine archäologische
Beaufsichtigung teilweise eingeebnet und gesäubert worden, selbst wenn diese
Arbeiten verschiedene architektonische Fragmente zusammen mit einer
frühchristlichen Grabplatte zu Tage gebracht haben. Neben diesen Beschädigungen
ist es allerdings wahrscheinlich, dass ein großer Anteil von archäologisch
interessanten Überresten in der Erde verblieben ist, um irgendwann entdeckt zu
werden.
Teile der Stadtmauer wurden in der Vergangenheit entfernt, wahrscheinlich um den
Bau des „St. John’s House“ (des Hauses des heiligen Johannes) mit den Steinen zu
versorgen. Die stehengebliebenen Überreste der Mauer befinden sich mit den
schweren Steinen der Innen- und Außenflächen, die sich von dem Kern der Mauer,
der aus Bruchsteinen besteht, trennen und einstürzen könnten, in einem
hoffnungslosen und gefährlichen baulichen Zustand. Obwohl es scheint, dass sich
das „Gateway“ (der Eingang) und der „Tower“ (Turm) in einem besseren und
stabileren Zustand befinden, sind die meisten ihrer Ecken untergraben und das
könnte zu einer späteren Rissbildung und zu Einstürzen von diesen Bauwerken
führen. Die stehengebliebenen Überreste des Castles sind recht stabil,
allerdings müssen allerhand Arbeiten unternommen werden, um das Bauwerk zu
stabilisieren und es so weniger gefährlich zu machen. Die in der Nähe gelegene
Kirche benötigt Stabilisierungsarbeiten. Im Kontrast zu diesen eben genannten
Bauwerken befindet sich die Windmühle in einem guten baulichen Zustand.
Die Wohnhäuser (siehe Nummer 1-3 in dem obigen Abschnitt), deren
Oberflächeneigenschaften bestehen geblieben sind, müssen geschützt werden, wenn
sie nicht auch den Weg des Hauses Nummer 4 gehen wollen, welches vor ein paar
Jahren entfernt wurde, um der landwirtschaftlichen Entwicklung Platz zu machen.
Der Hafen könnte in der Zukunft ein möglicher Ort für einen Anlegeplatz für die
Hausboote werden. Falls diese Entwicklung eintreten sollte, müssen einige Fakten
berücksichtigt werden, denn hier befand sich schon im Mittelalter ein Hafen und
die Überreste von dem Hafen könnten in dem Morast des Sees überlebt haben.
Ein Bereich von archäologischem Potential
Der Bereich von archäologischen Potentials innerhalb Rindoon besteht einfach aus
dem Bereich der Halbinsel, der durch die Stadtmauer abgeschnitten wird, zusammen
mit der Gegend um den Friedhof des „St. John’s House“ (des Hauses des heiligen
Johannes), dem Gebiet des frühchristlichen Klosters und des Anglo-Normannischen
Hospitals. Ein kleiner Bereich außerhalb der Stadtmauer gehört auch noch dazu,
um eine zusätzliche mauerartige Besonderheit, wie zum Beispiel einen Graben, zu
berücksichtigen. Durch das Nichtvorhandensein einer archäologischen Ausgrabung
kann nichts Genaues über die Fülle der archäologischen Lagerstätten an diesem
Ort gesagt werden.
Untersuchung des Hafens von Rindoon
Von Colin Breen
Einleitung
Die archäologische und historische Bedeutung von dem verlassenen
mittelalterlichen Ort Rindoon sind schon seit langem bekannt und wurde in den
vorhergehenden Abschnitten zusammengefasst. Gegründet wurde der Ort von dem
Anglo-Normannen, vermutlich an dem Ort, wo sich vorher schon eine Kapfestung
befunden hatte. Der Ort spielte eine strategische Hauptrolle in der Politik und
bei den Konflikten der Midlands in dem 16. Jahrhundert. Der Ort verdankte seine
strategische Bedeutung seiner Position an den Ufern des Lough Ree. Der Lough Ree
ist ein großer See der der inländischen Wasserwege, der während der historischen
Zeitperioden immer ein Hauptfokus für die Besiedlung und für die Kommunikation
war.
Obwohl Rindoon mit vielen Aktivitäten auf dem Wasser in Zusammenhang gebracht
wird und es am Uferbereich Einrichtungen gab, um Handel treiben zu können, ist
von diesen Bauwerken bis vor kurzem nichts bekannt gewesen.
Es scheint, dass das Bestehen dieser Kapverteidigung an diesem Ort darauf
hinweist, dass dieser Ort schon vor der mittelalterlichen Zeitperiode befestigt
und bewohnt gewesen ist. Zweifellos gab es hier Aktivitäten auf dem Wasser, die
mit der frühen Siedlung in Zusammenhang gebracht werden können, aber diese
Aktivitäten benötigten keine umfangreichen Bauwerke am Ufer, um sie zu
unterstützen. Wenige von diesen frühen Bauwerken wurden in Irland mit einem
Bezug auf das Wasser besonders erwähnt, da die Beweise für Anlegestellen zuerst
von den Crannogs stammten. Kleine Anleger aus Holz wurden an verschiedenen Orten
in Irland entdeckt und normalerweise bestanden sie aus einer Serie von
parallelen Pollern, die eine geradlinige oder eine gekrümmte Landungsmöglichkeit
formten. Die Landungsmöglichkeiten waren nicht in der Lage, große Boote
aufzunehmen, sondern sie waren eher für Einbäume, Flöße und kleine, mit Planken
versehenen Boote bestimmt. Eine Anzahl von Einbäumen wurde in Zusammenhang mit
Orten, die direkt am Wasser lagen, gefunden, allerdings wurden bis heute keine
mit Planken versehene Boote entdeckt. Größere Boote, die zu dieser Zeit im
Gebrauch waren, konnten über der Hochwassermarke auf den Strand gesetzt werden
oder einfach auf den Strand hinaufgezogen werden und so waren für diese Boote
keine Anlegemöglichkeiten notwendig.
In den „Annals of the Four Masters“ (Annalen der vier Herren) taucht der erste
Hinweis auf wasserbezogene Aktivitäten auf, als 1156 Ruaidhri O'Conor seine
Boote und seine Männer über das Eis des Lough Ree von Gailey Bay nach Rindoon
zog. Während es nicht notwendig war, zu dieser Zeit in Rindoon eine Ansiedlung
zu gründen, war Rindoon aber offensichtlich als weithin bekannter Kreuzungspunkt
geschätzt. Später, im Jahr 1200, verbrachte John de Courcy eine Woche damit,
seine Männer und Pferde über den See zu schiffen, nachdem sie in Rindoon in der
Falle saßen. Nochmals, es waren keine Landungsmöglichkeiten an diesem Ort
vorhanden, um diese Operation durchzuführen. Sie war offensichtlich in Eile
unternommen worden und sie war schlecht durchdacht, denn viele von den Männern
ertranken oder wurden getötet und die sie verfolgenden irischen Truppen fingen
sie in Rindoon ab das führte zu weiteren Verlusten.
Man muss nur den Wandteppich von Bayeux betrachten, der über ein Jahrhundert
früher gefertigt worden war, um die Logistik zu untersuchen, die benötigt wird,
um solch eine große Militärtruppe über einen See zu befördern. Die auf dem
Wandteppich dargestellten Schiffe lagen im seichten Wasser, während die Güter
und Ausrüstungsgegenstände zu ihnen gebracht wurden und die Soldaten
herauswateten, um an Bord der Schiffe zu gehen.
Ähnlich war es auch, wenn es zur Ausschiffung kam. Da wurden die Schiffe ganz
dicht an das Ufer gesteuert und die Männer und Güter verließen die Schiffe
entweder auf Planken, die zum Ufer hinüber führten oder die Männer wateten durch
das seichte Wasser zum Ufer hinüber.
Zur Info: Teppich von Bayeux
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Teppich von Bayeux ist ein fast 70 Meter langer und 50 Zentimeter hoher
Tuchstreifen, der in bunten, gestickten Bildern die Geschichte der Eroberung
Englands im Jahre 1066 erzählt. Präziser ist er zwischen 48 und 53 Zentimetern
breit und 68,38 Meter lang, ursprünglich maß er wohl über 70 Meter, einige Teile
sind jedoch verloren gegangen. Im eigentlichen Wortsinne nach ist er kein
Teppich, da mit dem Begriff Teppich eine Webarbeit assoziiert wird, er besteht
aber aus acht miteinander verbundenen Leinenstücken, auf welchen die Motive mit
verschiedenfarbigen Wollfäden gestickt worden sind. Die Ränder sind mit
Ornamenten und Tierdarstellungen geschmückt, am oberen Rand sind vielfach
erläuternde lateinische Inschriften der dargestellten Ereignisse und Personen
eingestickt. |
| Die kombinierte Darstellung von Bildern mit Text ist im ausgehenden 11.
Jahrhundert im angelsächsischen, flandrischen und nordfranzösischen Raum häufig
belegt, aus dezidiert normannischer Herkunft vor 1066 nicht bekannt. Der
Herstellungsort dürfte das (Abtei St. Augustinus in Canterbury) in Südengland
sein, da es bildliche Parallelen in Darstellungen des Abendmahls auf dem Teppich
gibt mit der Darstellung des Abendmahls im Gospel Book of St.Augustine, welches
sich im 11. Jahrhundert im Kloster St. Augustine befunden haben soll. Die
jeweiligen Parallelen führen zu der Annahme, dass der Künstler Zugang zu diesen
Büchern hatte oder mit diesen zumindest auf der künstlerischen Ebene vertraut
war. Auch bedient er sich einiger Stilmittel wie „zeigende Finger“, „gebeugte
Schultern“, „gestikulierende Figuren“, die an die Darstellungen des Utrechter
Psalter angelehnt sind und in Südengland, insbesondere in Canterbury, im 11.
Jahrhundert prominent waren. |
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So dürfte der Teppich um 1070, definitiv aber spätestens 1082 angefertigt worden
sein. Und die Arbeit an dem Teppich dürfte etwa 10 Jahre gedauert haben. Er wird
heute im städtischen Museum in Bayeux in der französischen Normandie aufbewahrt.
Die in Bild und Text dargestellte Eroberung Englands durch den Normannenherzog
Wilhelm den Eroberer enthält etwa 60 einzelne Szenen, die auch die Vorgeschichte
zeigen und mit der Schlacht von Hastings am 14. Oktober 1066 enden, in der er
über Harold II. siegte. |
Er gibt Aufschluss über die damalige Ausrüstung der normannischen und
angelsächsischen Kämpfer, von denen viele auf dem Teppich ein knielanges
Kettenhemd und einen Nasalhelm tragen.
Der Teppich zeigt aber auch zahlreiche andere interessante Details, so z.B. die
erste bekannte bildliche Darstellung des Kometen Halley, der um die Zeit der
dargestellten Ereignisse den sonnennächsten Punkt erreichte.
Die Entstehung des Teppichs
Es ist nicht gesichert, aus welcher Intention der Teppich gestickt wurde.Man
ging lange davon aus, dass der Teppich unter der Aufsicht des Bischofs von
Bayeux und Halbbruder Wilhelms, Odo von Bayeux, geschaffen wurde, mehren sich
heute auch Stimmen, dass der Teppich unter englischer oder französischer (Boulogne)
Aufsicht geschaffen wurde. |
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| Odo wurde als Auftraggeber
des Teppichs angesehen, da er in entscheidenden Szenen besonders
herausgestellt wird, so z.B. wie er inmitten der Schlacht junge Kämpfer
ermutigt und sich in voller Rüstung direkt an den Kämpfen beteiligt
(jedoch unterscheidet sich sein "Kettenhemd" farblich von denen der
anderen Ritter, was Forscher darauf schließen ließ, dass es sich um eine
Art Lederanzug handelte, ebenso trägt Odo statt eines Schwertes eine
mächtige Keule, da es Geistlichen verboten war, mit einer Klinge Blut zu
vergießen). Vom ausgehenden Mittelalter ist bezeugt, dass der Teppich rund um das
Kirchenschiff der Kathedrale von Bayeux gehängt wurde. Man nahm also an, dass
der Teppich direkt für die Ausstattung der Kathedrale geschaffen wurde. Diese
These ist jedoch zweifelhaft, da mittlerweile angenommen werden kann, dass der
Teppich nicht mit der Flucht der Engländer vom Schlachtfeld, sondern mit der
Krönung Wilhelms in Westminster Abbey endete. Würde dieses fehlende Stück des
Teppichs ergänzt, wäre er zu lang, um rund um das Kirchenschiff der Kathedrale
gehängt zu werden. Zudem ist im Teppich die Stadt Bayeux zwar erwähnt, jedoch
wird dort - im Gegensatz zu anderen Städten - keine Kirche gezeigt. Man geht
also davon aus, dass Bayeux zum Zeitpunkt des Entstehens keine größere Kirche
hatte.
Manche Wissenschaftler sehen den Patron des Teppichs in Eustace II. von Boulogne
und den Zweck des Teppichs als Geschenk für Odo und mögliche Wiedergutmachung
eines Angriffes Eustaces auf Dover, das zu Odos Einflussbereich gehörte. Somit
wird der Beginn der Arbeiten auf ca. 1067 datiert. Diese These wird durch die
Hervorhebung Eustaces - eigentlich relativ unbedeutend - und Odos - als
Empfänger des Geschenks - im Teppich gestützt. Auch werden Verbindungen zum
möglichen Autor des Rolandsliedes, das um die gleiche Zeit in der Gegend um
Boulogne entstanden sein soll, deutlich.
Wieder andere sehen die Abtei St. Augustins in Canterbury als Urheber des
Teppichs, da manche Figuren (so die Normannenritter Wardard und Vital) enge
Verbindungen zu dieser Abtei hatten und als Gönner auftraten. Die beiden Ritter
werden im Teppich erwähnt, obwohl sie beide in der Schlacht bei Hastings keine
größeren Taten vollbracht hatten.
Auch über die Bedeutung einzelner Szenen ist man sich uneins: Sehen manche
Harolds Fahrt in die Normandie als Auftrag König Eduards des Bekenners, Wilhelm
die Entscheidung zu verkünden, die ihn zum Nachfolger des alten Königs
bestimmte, so sehen andere in der Fahrt den Versuch Harolds, seinen Bruder
Wulfnoth und seinen Neffen Hakon aus normannischer Haft zu befreien. Aus diesem
Grund verschiebt sich auch die Sichtweise:
Während nach der ersten Version Harold als Eidesbrecher dargestellt wird - was
nahelegt, dass der Teppich aus normannischer Sicht geschaffen wurde - erscheint
in der zweiten Version Wilhelm als machthungriger Herzog, der Harold zum Eid
zwingt und die Gefangenen nicht freigibt - was eindeutig die englische
Sichtweise unterstützt. Hierbei sollte allerdings auch beachtet werden, dass
eine Geiselhaft von hohen Adeligen zum Erzwingen eines Zieles oder zur
Einhaltung einer Absprache mittelalterlichem Rechtsbrauch entsprach.
Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Teppich_von_Bayeux
De Courcy hatte solch einen Flottenpark nicht zu seiner Verfügung. Er benutzte
wahrscheinlich Schiffe, die er sich in der Umgebung zu Eigen gemacht hatte und
andere kleinere Schiffe, die von den Truppen mitgetragen wurden.
Es gibt in den Annalen kontinuierliche Hinweise auf Schiffe, die von den
militärischen Truppen mitgetragen wurden. Diese waren höchstwahrscheinlich
leichtgewichtige Schiffe aus Korbflechtwerk, die mit Tierhäuten und anderen
Bespannungen bedeckt waren. Das Material für die Konstruktion von Flößen war
ebenso griffbereit und es ist unwahrscheinlich, dass von solch kurzfristig und
leicht zu konstruierenden Schiffen kein Gebrauch gemacht wurde.
Im Jahre 1235 findet sich in den „Annals of Connaught“ (Annalen von Connaught)
ein Eintrag, dass die Engländer Flöße von dem Holz, welches sie von den Häusern
des Gebietes nahmen, errichteten, während sie die Festung am Lough Key
angriffen. An den Flößen wurden Fässer befestigt, um ihnen Auftrieb zu geben und
ein großes Boot schleppte sie dann an ihren Bestimmungsort. Angesichts der Hast,
mit der die Operation durchgeführt wurde und der Wahrscheinlichkeit, dass selbst
wenn es eine kleine Ansiedlung oder Garnison bei Rindoon gegeben haben sollte,
diese doch in ihrer Größe begrenzt war und so war es unwahrscheinlich, dass es
zu dieser Zeit beträchtliche wasserbasierende Anlagen gab.
Als in der Mitte des 13. Jahrhunderts die militärische Ansiedlung sich zu
entwickeln begann, ist es wahrscheinlich, dass sich danach auch die
Uferpromenade entwickelte. Das Wasser war zu dieser Zeit der sicherste und
schnellste Weg für die Reise, besonders auf solchen großen Wasserflächen wie dem
Lough Ree und dem Shannon.
In den Jahren 1302 bis 1303 und 1315 bis 1316 wird in den Annalen eine Fähre
erwähnt, die Rindoon mit Roscommon und Westmeath verband. Dieses hebt sicherlich
die Bedeutung von Rindoon als einen Kreuzungs- und Schwerpunkt am Lough Ree
hervor, die nur der Bedeutung des Brückenkopfes bei Athlone gleichkam.
Jedoch waren die die einheimischen Iren, besonders die Offergyles und ihre
Nachkommen, eine beständige Bedrohung.
„Sie fertigten laufend eine große Vielzahl an Booten an“, mit denen sie das
Land, welches Rindoon umgab, plünderten. Um dieser lokalen Bedrohung
entgegenzuwirken, beschlossen „der Justiciar und der vollständige Rat des Königs
in diesem Land, dass eine Galeere, die aus mindestens 32 Ruderern besteht,
ständig in Rindoon verbleiben sollte, zur Verteidigung des Castles von Athlone
und Rindoon, falls es notwendig sein sollte“ (Cal. Just. Rolls Id., Edward I).
Diese Galeere war ein doppelseitig klinkerbeplanktes, hölzernes Schiff. Die
Galeeren dieser Zeit hatten einen geringen Tiefgang, wahrscheinlich nicht mehr
als 50cm. Der Text bezieht sich auf Galeeren, die 32 Ruderer hatten, 16 Ruderer
auf jeder Seite, jeweils mit einem Soldaten bemannt. Wenige dieser
Binnenlandgaleeren besaßen Segel, für die Schiffe war es aber nicht
ungewöhnlich, dass sie ein Segel hatten. Diese Art der Schiffe war nicht sehr
manövrierbar und so wurden sie für geradlinige Patrouilleaufgaben auf dem See
und dem Fluss eingesetzt. Galeeren dieser Art waren vermutlich zu dieser Zeit in
Irland die gebräuchlichsten hölzernen Militärschiffe. Im Jahre 1205 hatte König
John eine Flotte von fünf Galeeren, die in Irland stationiert waren. 1234 wurden
sechs Galeeren beauftragt, die in irischen Häfen gebaut werden sollten, zwei mit
60 Ruderern und vier mit 40 Ruderern.
Sieben Jahre später wurden die „Men of Drogheda“ (Männer von Drogheda) damit
beauftragt, zusätzlich zu ihrer bestehenden Galeere eine zweite zu bauen,
während Waterford zwei und Cork und Limerick jeweils eine bauten. Es scheint,
dass eine Galeere als eine unentbehrliche Verteidigung für jede Hafenstadt
betrachtet wurde und Rindoon bildete da keine Ausnahme.
Die Archäologie
Die Archäologen Charles Mount und Kieran O’Conor besuchten den Ort im Auftrag
des „Heritage Council“ (staatlich geförderte, aber unabhängige Organsiation, die
die Bewahrung des natürlichen und kulturellen Erbes Irlands zur Aufgabe hat).
Während des Verlaufs des Besuches notierten die Archäologen eine Anzahl von
geradlinigen Steinfeatures auf dem Küstenvorlandsbereich der geschützten
Einfahrt unterhalb der Mauer des Castle, der auf der 0,5 inch (inch = Zoll; ein
Zoll = 2,54cm) Karte als „Safe Harbour“ (sicherer Hafen) eingetragen ist. Diese
Steinfeatures waren für sie von archäologischem Wert und sie standen mit dem
mittelalterlichen Landungsplatz im Zusammenhang. Das „Heritage Council“
beauftragte die Tauchereinheit des „National Monuments Service“ damit, den Ort
zu besuchen, damit diese die Features des Küstenvorlandsbereichs untersuchen und
einen Blick auf den Grund des Sees innerhalb der Einfahrt werfen konnten, um das
archäologische Potential abschätzen zu können. Die Tauchereinheit besuchte
daraufhin am 12.August 1997 den Ort. Sie führten eine schnelle Optische- und
Unterwasserbegutachtung des Hafenbereichs aus. Das Begutachtungsteam von dem
„Discovery Programm“ wurde tätig, um eine gezeichnete Übersicht des
Hafengebietes zu erstellen (siehe Bild 12).

Der „Safe Harbour“ (sichere Hafen) befindet sich an dem nördlichen Ufer des Kaps
von Rindoon (siehe Bild 1). Seine gut geschützte Einfahrt liegt im Nordosten.
Diese schützt das Innere des Hafens vor den überwiegend süd-westlichen Winden,
welche den Bootsverkehr nachteilig beeinflussen können. Die Einfahrt ist als
Landungsplatz und Ankerplatz für das Kap ideal geeignet und es scheint, dass
dieser Ort als Einfahrt schon seit der Inbesitznahme des Kaps gedient hat. In
die Einfahrt fließen zwei deutlich sichtbare Kanäle ein, der eine kommt von der
nördlichen, der andere von der südlichen Seite. Ein großer Teil des in der Mitte
gelegenen Teils der Einfahrt ist stark verschlammt und ist mit einer dichten
Decke aus Seegras bedeckt, während die Kanäle offen gehalten wurden und frei von
Steinen sind. Es deutet darauf hin, dass diese Kanäle in der Vergangenheit
ausgebaggert worden sind oder zumindest teilweise freigelegt wurden, um sie
offen halten zu können. Diese beiden Kanäle begrenzen das in der Mitte gelegene
Gebiet und führen zu zwei geschäftige Küstenvorlandbereichen.
Viele Küstenvorlandfeatures lagen sofort offenkundig dar. Es scheint, dass es
eine innere Aufteilung innerhalb des Hafenbereiches gibt, denn das nördliche
Ufer kann größere Schiffe und das südliche Ufer kleinere, schmalere Schiffe
aufnehmen. Das bemerkenswerteste Feature des nördlichen Ufers ist ein großer
Steinslipway, der von der leichten Wölbung, die dieses Ufer überschaut, hinunter
und hinaus ins seichte Wasser führt. Dieser Slipway sieht aus wie ein leicht
erhabener Erdwall, der auf jeder Seite von Randsteinen eingefasst ist. Diese
Randsteine wurden in neueren Zeiten hinzugefügt, um die Seiten zu erhöhen und um
eine Feldgrenze oder eine Mauer aus ihnen bilden zu können. Dieses ist besonders
auf der niedrigeren süd-westlichen Seite augenscheinlich. Die grundsätzliche
Neigung und Weite, im Durchschnitt über 4m, befinden sich in Übereinstimmung mit
der üblichen Beschaffenheit des Slipways. Transportrollen und Seilwinden machten
den Stapellauf und die Bergung von Schiffen einfacher. Dieser Slipway ist bei
weitem das größte am Wasser gelegene Feature dieser Gegend Es ist interessant zu
spekulieren, wie der Slipway für die Galeere mit 32 Ruderern seinen Dienst
versah, die laut den Hinweisen des Jahres 1305, irgendwann in den Verkehr
gebracht wurde. Hölzerne Boote konnten nicht die ganze Zeit über im Wasser
liegen bleiben. Wenn ein Boot für lange Zeit im Wasser vor Anker lag, fing es
schwer zu faulen an und das schwächte den hölzernen Bootsrumpf und machte das
Bewegen des Schiffes durch das Wasser viel schwieriger. Die meisten der
hölzernen Boote wurde alle paar Monate aus dem Wasser geborgen, um sie reinigen
und einer generellen Reparatur unterziehen zu können.
Ein zweiter Gesichtspunkt, der an dieser Stelle einfließen sollte, ist die
schiere Größe der Galeere, welche sich vermutlich auf zwischen 20 bis 30m in der
Länge betrug und die einen beträchtlichen Teil der Einfahrt einnahm. Es könnte
für die Einwohner angenehmer gewesen sein, die Schiffe öfters aus dem Wasser zu
nehmen, um sie dann erst wieder einzusetzen, wenn sie für Patrouillenaufgaben
gebraucht werden. Die Anwesenheit des Slipways dieser Größe spricht sicherlich
für den regelmäßigen Gebrauch. Der Slipway führt zu einem verhältnismäßigen
flachen Bereich an der Spitze der Erhebung. Dieses muss von einiger Bedeutung
sein, vermutlich deutet dies auf einen Bereich hin, in dem Boote repariert
wurden oder in dem Boote gebaut wurden. Der Hinweis in dem Jahr 1305
implizierte, dass die Boote wahrscheinlich lokal gefertigt wurden, wenn man
bedenkt, dass „the local council“ (der Kommunalrat) die Entscheidungen traf.
Zweifellos bauten die „Men of Drogheda“ (Männer von Drogheda) die Galeeren
selber, als sie im 13. Jahrhundert mit ihrem Bau beauftragt wurden.
Die Überreste einer Steganlage mit angegliedertem „hard“ (Bootsstellplatz; hard
ist eine Abkürzung für hardstand area und damit ist der "Hof" eines Hafens
beziehungsweise der Platz direkt neben einer Steganlage gemeint, auf dem die
Boote aufgebockt werden können) ist in westlicher Richtung zu sehen. Die
Steganlage verläuft ungefähr parallel zum Ende des Slipway.
"A hard" ist ein nautischer Ausdruck, mit dem eine geschotterte oder
asphaltierte Fläche innerhalb einer Sumpf- oder Auenlandschaft gemeint ist, um
Wassersport-bezogene Aktivitäten an der Schnittstelle von Land und Wasser zu
ermöglichen.
Schiffe konnten zwischen dem Slipway und der Steinausdehnung im Westen einfahren
und konnten so sicher anlegen und dann entladen werden. Der Kanal zwischen den
beiden Einrichtungen scheint ganz bewusst freigelegt worden zu sein und er wurde
aus diesem Grund sicherlich auch ausgehoben und vertieft, denn so konnte er
Schiffe mit einer Schiffsbreite von zwei bis drei Metern beherbergen. An der
Rückseite dieser Struktur schein der „hard“ (Bootsstellplatz) eine absichtlich
sich nach außen neigende Abschrägung zu haben, damit noch mehr der
Auenlandschaft bedeckt werden konnte, um so noch mehr Platz zum Laden und
Entladen schaffen zu können.
Etwa 12 Meter weiter östlich vom Slipway entfernt, befindet sich der Unterbau
eines kleinen, rechteckigen Steinkais unterhalb der Wasseroberfläche. Dieser
kleine Kai, der weniger als 10 Meter lang ist, befindet sich vor der Einfahrt
und er besitzt an jeder Seite zwei Anlegermöglichkeiten für kleine Boote. Die
meisten Einrichtungen auf dieser Seite der Einfahrt stehen mit den Aufgaben in
einem Hafengebiet in Zusammenhang. Es scheint, dass die meisten der Ladungs-,
Stapellauf- und andere Arten von manuellen und kommerziellen Aufgaben an diesem
Ort von statten gingen. Die andere Seite der Einfahrt scheint mehr auf die
militärischen Aufgaben spezialisiert zu sein, die hier stattfanden.
Es gab in Hafengebieten schon immer eine klare Unterteilung zwischen den
kommerziellen und den militärischen Aktivitäten. Schiffe der Marine hatten ihren
eigenen Liegeplatz und ihre eigenen Versorgungseinrichtungen. Das südliche Ufer
von Rindoon hat eine Anzahl von Einrichtungen eines Hafengebietes, die anders zu
sein scheinen, wie die, die sich an dem nördlichen Ufer befinden. Während sie
Ähnlichkeiten in der Konstruktion und der Technik aufweisen und sie vermutlich
zeitgemäß sind, scheinen sie unterschiedliche Funktionen zu haben. Eine Reihe
von geradlinigen von schmalen Steinmauern führen für ungefähr 15m nordwärts von
dem Ufer bis unterhalb des Hangs auf dem sich die Mauer des Castle befindet.
Diese Steinmauern laufen von einem Gebiet mit flachen Randsteinen aus zueinander
parallel. Sie begrenzen so vermutlich ein steiniges, hartes Gebiet. Sie könnten
als eine Reihe von Steinanlegern gedeutet werden, die vom Ufer aus ins Wasser
führen und die so zwischen jedem der Anleger eine Fahrrinne zum Anlegen haben.
Diese Fahrrinnen konnten Boote mit einer Breite von ungefähr drei Metern
aufnehmen und es scheint, dass dieses eine gut gestaltete Einrichtung war.
Könnte diese Anlage vielleicht der Liegeplatz für die kleine militärische Flotte
des Castle gewesen sein? Zweifellos gibt es ähnliche Einrichtungen in Verbindung
mit „Tower Houses“ (Wohntürmen) entlang der westlichen Küste Schottlands,
besonders in Argyll.
Gefährdungen
Seit einer Anzahl von Jahren ist es bekannt, dass sich die Denkmäler und das
Land von Rindoon unter einer Reihe von Gefährdungen unterschiedlicher Natur
stehen. Das Uferland und der Seegrund im „Safe Harbour“ sind auf ähnliche Weise
bedroht. Während die Küstenvorlandseinrichtungen inzwischen erkannt worden sind,
sind die Natur und der Umfang einer möglichen unter Wasser befindlichen
Archäologie auf dem Grund der Einfahrt unbekannt. Es gibt in diesem Bereich auf
dem Grund des Sees eine große Anzahl von Schlickansammlungen, die alle
erkennbaren Artefakte oder Einrichtungen unter sich begraben haben. Kurzfristige
optische unter Wasser Untersuchungen führten nicht dazu, irgendetwas von
Bedeutung auf dem Grund der Einfahrt zu finden.
Es muss allerdings aufgrund der Natur des Gebietes angenommen werden, dass sich
Material vom historischen Interesse auf dem Grund des Hafenbeckens befindet und
das Fortbestehen dieses Materials ist bedroht.
Die Hauptbedrohung besteht vermutlich in dem gewaltigen Anstieg von Aktivitäten
mit dem Boot auf dem See und die anschließenden Wellen, die durch die Boote im
nahen Uferbereich verursacht werden. In den späten 1980er Jahren wurde von dem „Roscommon
County Council” (Kreisverwaltung von Roscommon) der Bau eines Anlegers im „Safe
Harbour“ vorgeschlagen. Der jetzige Stand dieses Planes ist dem Autor nicht
bekannt, aber zwei dauerhafte Verankerungen wurden während der Zeit der
Bestandsaufnahmearbeiten bemerkt. Diese Verankerungen wurden ohne einen
archäologischen Rat zu suchen platziert. Diese sollten umgehend entfernt werden
und es sollte von zukünftigen Verankerungen in diesem Bereich strengstens
abgesehen werden. Der Einfluss von Schiffen, der durch das Ankern in diesem
Bereich verursacht wird, ist schon stark auf dem Grund des Sees sichtbar. Diese
Anker schleppen durch den Ankergrund und schneiden tiefe Furchen in den unteren
Schlicksand. Durch die Tatsache, dass es sich bei diesem Bereich um einen
energiearmen Ort handelt, heißt, dass diese Einschnitte für eine beträchtliche
Zeitdauer offen bleiben und ohne wieder mit Schlicksand gefüllt zu werden. Die
Strömung, die von den Propellern der Boote erzeugt werden, wenn der Anker wieder
eingebracht wird, hat ebenfalls einen Einfluss auf die unter Wasser Archäologie.
Dass die kleinen Steinanlegestellen gut in der Vergangenheit funktioniert
hatten, wird durch die Tatsache unterlegt, dass die Boote heute immer noch diese
Steinanleger benutzen, wenn sie anlanden wollen. Zu den Tagen der
Bestandsaufnahme war eine Anzahl von „Dinghis“ (Beibooten) an dieser Anlage
angebunden und eine Anzahl war auf die Anlage gezogen worden. Das Verursacht
aber wiederum eine Verschiebung der Steine und es fördert die Abnutzung der
Anlagen. Bootsfahrer benutzen die Steine des Anlegers auch gerne dazu, um ihren
Grillplatz mit ihnen zu umgeben. Eine große Anzahl von ähnlichen, neuzeitlichen
Feuerstellen wurde am Ufer notiert, alle diese dafür gebrauchten Steine stammen
aus dem historischen Hafenbereich. Würde mit den Steinen des Castle ähnlich
verfahren werden?
Empfehlungen
-
Man sollte Bootsfahrer von einer Anlandung im dieser Einfahrt abhalten. Ein
„No Stop“ (Nein, Halt) Hinweis sollte von den „Shannon Commissioners”
(Beauftragten für den Shannon) ausgeben werden und dieser Hinweis sollte an alle
relevante Marinas und Vermietungsfirmen bekanntgegeben werden.
-
Es sollten „No Landings“ (Nicht Anlegen) Zeichen auf beiden Seiten des
Einganges angebracht werden. Es könnte ebenfalls der Nutzen einer „No Stop“
(Nein, Halt) Boje geprüft werden.
-
Die jetzigen Vertäuungen sollten entfernt werden und auf jeden Plan für eine
zukünftige Vertäuung sollte verzichtet werden.
-
Eine detailreichere Untersuchung und ein Forschungsprogramm für den
Hafenbereich und in der Tat für den ganzen Küstenvorlandsbereich des Kaps sind
notwendig. Diese sollten Pläne für die individuellen Einrichtungen des Hafens,
für eine Untersuchung des Küstenvorlandes des Kaps, für die Geophysik des
seichten Wasser in dem Bereich des Kaps und für gezielte Tauchuntersuchungen
beinhalten.
Ausgangsreport und Auswertung des gegenwärtigen Zustandes der Struktur von
Rindoon Castle.
Von Alistair Lindsey
Einleitung
Auf Bitten des „Heritage Council“ (staatlich geförderte, aber unabhängige
Organisation, die die Bewahrung des natürlichen und kulturellen Erbes Irlands
zur Aufgabe hat) wurde eine Erstinspektion am Freitag, den 25. Juli 1997
beendet. Bei der Inspektion sollte der Zustand der Struktur von Rindoon Castle
untersucht werden. Grund dafür war die Sicherheit für die Menschen und die
Tiere. Die Wetterbedingungen waren gut, es war sonnig und es ist in den letzten
48 Stunden nur wenig Regen gefallen. Die Untersuchung wurde am Erdgeschoss
vorgenommen und es wurden keine erschließenden oder Erkundigungsarbeiten
vorgenommen. Der Zweck dieses Berichtes war die alleinige Untersuchung des
Castle, allerdings wurde die Kirche unter einem weiteren Aktenzeichen
untersucht.
Während der Zugang zur Halbinsel von der westlichen Seite beziehungsweise vom
Land aus, schwierig ist, da man vom Land aus über Felder gehen muss, aufgrund
der Entfernung von der öffentlichen Straße, ist der Zugang vom See her relativ
einfach und von vielen Leuten, die regelmäßig mit ihrem Boot auf dem System des
Flusses Shannon verkehren, wird berichtet, dass sie jedes Jahr das Castle
besuchen, besonders, da es eine reizvolle Anlage in der Landschaft bildet, die
vom See aus betrachtet werden kann. Tatsächlich befand sich während der
Untersuchung eine Anzahl von Menschen in der direkten Umgebung des Castle.
Die Bewertung der Struktur
Die Bewertung der Struktur ist aufgrund des starken Wachstums der Vegetation und
der Pflanzen und aufgrund des mangelnden Zugangs zu höher liegenden Bereichen
der Struktur sehr schwierig. Deshalb kann diese Bewertung auf keinen Fall als
vollständig betrachtet werden. Von einer Anzahl von Bewandtnissen kann an dieser
Stelle jedoch berichtet werden, diese müssen aber nochmals untersucht werden,
wenn wieder ein Zugang möglich sein sollte. Wenn möglich wurden die Bewandtnisse
mit Fotos dokumentiert.
Die Vegetation und das Wachstum der Pflanzen
Während die Vegetation und das Wachstum der Pflanzen das meiste der Struktur
undeutlich macht, ist ihr Vorhandensein auf der Struktur ein Grund für Sorge.
Viele Bereiche werden durch dichtes Efeuwachstum abgestützt und kleine Bäume
wurden notiert, die in den Mauern tief verwurzelt sind, besonders oberhalb des
Eingangs zum Wachturm. Die Sorge bei solch einem Wachstum hat drei Gründe:
-
Die Ausprägung des Wurzelsystems kann Steine entfernen und hat sie auch schon
entfernt.
-
Die Wurzelsysteme ziehen fruchtbare Nährstoffe ein, die in der Konstruktion
von der Aufschlüsselung des Kalkmörtels stammen, ein Prozess, der durch die
Entwicklung der Pflanzen selbst gefördert wird und der die Struktur feucht
macht.
-
Bestimmte Pflanzen sondern Säuren ab, die zum Zerfall des Mauerwerkes
beitragen.
Diese Mechanismen bilden die Hauptsorgen für die vielen gefährdeten Teile der
Struktur und die ungeschützten Teile der Mauer.
Eine korrekte Vorgehensweise müsste das Bekämpfen und das Abtöten der Pflanzen
sein. Nachdem diese dann getrocknet sind, kann man versuchen, sie zu entfernen,
damit die eigentliche Struktur dann untersucht werden kann.
Dieses Vorgehen könnte sich aber als schwierig herausstellen, da in dem Fall von
Rindoon, das Wachstum der Pflanzen, welches die Struktur geschädigt hat, nun das
Bauwerk stützt. Zusätzlich wird es häufig als wünschenswert erachtet, dass die
Pflanzen an solchen Bauwerken bestehen bleiben sollen und so wurden spezielle
Gefäße auf den oberen Teil der Mauer errichtet, die ein Wachstum der Pflanzen
ermöglichen, ohne dass diese aber weiterhin die Struktur schädigen können.
Das allgemeine Wachstum der Bäume, Büsche, Brombeere, des Efeus und der
restlichen Flora auf der niedrigeren Ebene sorgt dafür, dass der Zustand der
Mauerbasis und die möglichen Probleme an den Fundamenten nicht sichtbar sind.
Nochmals sollte erwähnt sein, dass man einen Teil der Pflanzen entfernen müsste,
um den vollständigen Zugang zu den einzelnen Gebäudeteilen ermöglichen zu
können. Es muss dabei allerdings beachtet werden, dass das Wurzelsystem dieser
Pflanzen zur Stabilisierung der Struktur beiträgt und dass das Entfernen dieser
Pflanzen eine schädliche Wirkung auf die Struktur haben könnte.
Ein Fazit wäre, dass die oberen Teile der Mauern untersucht und wenn notwendig
repariert werden müssen, das gleiche gilt auch für die Struktur selber und die
Mauerbasis. Diese macht wiederum das Entfernen von den Pflanzen unentbehrlich.
Der Wunsch zu dieser Zeit ist, dass Vorkehrungen für die kontrollierte
Wiederbesiedelung der Pflanzen beschlossen werden sollten. Das Beseitigen der
Pflanzen auf den niedrigeren Ebenen dürfte nicht erforderlich sein so wie
allumfassend das Beseitigen der Pflanzen auf den höheren Ebenen mit weniger
vorhandener Gefährdung. Die abschließende Auswertung ist, dass der Grad der
erforderlichen Beseitigung der Pflanzen nur während der Arbeiten entschieden
werden kann.
Das Bauwerk
Das Bauwerk wurde aus Kalkstein errichtet, der vermutlich aus der Umgebung
stammt, und der mit Kalkmörtel bestrichen wurde. Die Mauern wurden in der
üblichen mittelalterlichen Bauweise errichtet. Das Äußere und das Innere der
Mauern bestehen aus willkürlich angeordneten Bruchsteinen und die
Verbindungsstellen wurden mit kleineren Steinen ausgefüllt. Angesichts des
Alters und der ungeschützten Beschaffenheit einer dachlosen Ruine, befindet sich
das Bauwerk in einem angemessenen Zustand, es kann allerdings nicht
vorausgesetzt werden, dass das der endgültige Zustand ist, bevor nicht das
vollständige Gebäude zugänglich ist. Im Großen und Ganzen gibt es eine Anzahl
von Dingen, die Grund zur Besorgnis sind.
Zusätzlich zu dem Einfluss, den das Pflanzenwachstum auf das Bauwerk hat, wurden
eine Anzahl von einzelnen Steinen, aber auch ganze Abschnitte des Mauerwerks
entdeckt, die eine gefährliche Gleichgewichtslage entwickelt haben, bei einer
Anzahl von Orten liegt eine offensichtliche strukturelle Rissbildung vor,
besonders in dem Abschnitt der Ringmauer mit den verdeckten Arkaden und bei dem
Westfenster der Halle, bei vielen der Arkaden fehlen Gewölbesteine und es gibt
vereinzelte Löcher in der inneren und äußeren Bruchsteinmauer. Der allgemeine
Zustand der Mauer ist sehr unterschiedlich, in einigen Bereichen sind die
Verbindungsstellen zwischen den großen Bruchsteinen gut mit kleinen Steinen
ausgefüllt, sogar in dem Umfang, dass einzelne Putzarbeiten bestehen geblieben
sind, während die Verbindungsstellen in den anderen Bereichen der Mauer meist
offen daliegen. Es gibt dann eine Anzahl von Bereichen, in denen es möglich war,
einzelne Steine herauszunehmen oder bei denen einzelne Steine sogar
herausgefallen waren. Ebenso gibt die Anwesenheit von einzelnen Steinen und
größeren Mauerwerksbrocken auf dem Boden einen Grund für Besorgnis.
Von einem positiven Gesichtspunkt aus gesehen, scheint der bestehen gebliebene
Kalkmörtel, angesichts seines Alters und der Geschichte des Bauwerkes, von einem
bemerkenswerten guten Zustand zu sein und isolierte Felder des Mauerputzes
scheinen bestehen geblieben zu sein.
Auch scheint ein Grad der Festigkeit der Mauer bestehen geblieben zu sein, da wo
die Verbindungsstellen der Bruchsteine offen daliegen.
Anscheinend ist beim Einsturz einer Ecke des „Keep“ (Bergfried) diese nur in
zwei enorme Mauerwerksabschnitte gespalten worden, was wiederum für die Qualität
des verwendeten Kalkmörtels spricht.
Es muss jedoch betont werden, das diese Sachen nur als Eindrücke bezeichnet
werden können, bis ein Zugang eine vollständige Prüfung ermöglicht
Zur Info: Bergfried
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Ausdruck Bergfried oder Berchfrit, fälschlich auch Burgfried, bezeichnet
nach dem Gebrauch der Burgenkunde des 19. Jahrhunderts den unbewohnten Hauptturm
einer mittelalterlichen Burg, der bei vielen, aber keinesfalls bei allen Anlagen
vorhanden war. Der Bergfried ist von den dauerhaft bewohnbaren Türmen (Wohnturm,
franz. Donjon, engl. Keep) zu unterscheiden.
Der bereits in mittelalterlichen Quellen vorkommende Begriff Bergfried (auch,
veraltet: Berchfrit = berge Frieden) bezeichnet jedoch überwiegend solitär
stehende Türme. Der Hauptturm der Burg wird in alten Urkunden meist als großer
Turm bezeichnet. Durch Fehlinterpretationen im 19. Jahrhundert hat sich jedoch
in der Burgenkunde die Falschbezeichnung Bergfried für den großen Turm
etabliert.
Die Entstehung der Bauform ist noch nicht völlig geklärt, da Türme aus der Zeit
vor 1100 nahezu ausschließlich archäologisch ergraben und lediglich die
untersten Partien erhalten sind. Daher ist von der inneren Struktur nichts
bekannt. Im Verlaufe des 12./13. Jahrhunderts wurde der Bergfried zu einem
Wahrzeichen der mitteleuropäischen Adelsburg; aus dieser Zeit sind zahlreiche
Exemplare in nahezu vollständiger Höhe erhalten.
Im Grundriss sind quadratische und runde Bergfriede am häufigsten, als
Spezialformen sind vor allem fünfeckige und achteckige Türme zu nennen. Eine
ganz seltene Form ist der dreieckige Bergfried der Burg Grenzau bei
Höhr-Grenzhausen oder jener der Burg Rauheneck nahe Baden bei Wien. Diese
besonderen Grundrisse dienten durch den ungünstigen Aufprallwinkel der besseren
Abwehr der im Mittelalter üblichen, durch Katapulte verschossenen (Stein)-Geschosse.
Bergfriede sind durchschnittlich 30 Meter hoch, jener der Burg Forchtenstein im
Burgenland erreicht sogar 50 Meter.
Über die Funktionen des Bergfrieds entstand im letzten Drittel des 20.
Jahrhunderts in der Burgenforschung eine Diskussion, die sich am ehesten auf die
Kurzformel „Wehrbau oder (eher) Statussymbol“ verknappen lässt. Es ist dagegen
nicht davon auszugehen, dass der Bergfried im Verteidigungsfalle einen sicheren
letzten Zufluchtsort darstellte, wie es in der Burgenforschung lange Zeit
angenommen wurde und auch heute oft noch zu lesen und zu hören ist. Zwar scheint
dafür zu sprechen, dass der Eingang nicht ebenerdig war, sondern sich meistens
im ersten bis dritten Obergeschoss befand und nur durch (einholbare) Leitern
zugänglich war, doch wäre der Rückzug in den Turm nach dem Fall einer Burg ein
„Tod auf Raten“. Allenfalls in der Erwartung eines nahegelegenen Entsatzheeres
wäre dieser sinnvoll gewesen. Vielfach wird auch von dem Untergeschoss eines
Bergfrieds als „Verlies“ gesprochen. Es ist nicht auszuschließen, dass hier auch
einmal ein Gefangener landete, archäologische Befunde hierzu gibt es kaum (in
wenigen Fällen existieren Aborte im untersten Geschoss, die diese Nutzung
nahelegen, aber dies ist die Ausnahme). Dagegen ist die Nutzung als Vorratslager
belegt. So wurden in diesen Räumen zum Beispiel Steinhaufen gefunden, die hier
als Wurfgeschosse für eine Belagerung vorgehalten wurden. Als Wehrbau hat er
sicherlich eine Rolle gespielt. Sei es als Beobachtungsplattform oder zur Abwehr
von Feinden. Bei den Hangburgen brachte er den Verteidiger auf Augenhöhe mit dem
im Hang sitzenden Gegner.
Dafür spricht auch die Tatsache, dass Bergfriede im 12. und 13. Jahrhundert
dichter an der Angriffsseite oder sogar in die dort befindliche Mauer gebaut
wurden.
Dass er ein Statussymbol war, zeigen vor allem die teilweise später gebauten
„Butterfassaufsätze“, die keinen zusätzlichen Nutzen für die Wehrfunktion,
sondern lediglich Höhe brachten.
Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Bergfried
Untersuchungsergebnisse
Die noch bestehen gebliebene Struktur scheint sich angesichts ihres Alters und
ihrer Geschichte in einem angemessenen Zustand zu befinden. Allerdings gibt es
eine Anzahl von Bereichen, bei denen eine Besorgnis für die Sicherheit des
Lebens und der Stabilität des Bauwerkes besteht. Da es sich um eine vorläufige
Untersuchung handelte, können diese Untersuchungsergebnisse nicht endgültig sein
und es ist erforderlich, dass die noch bestehen gebliebene Struktur Gegenstand
einer sorgfältigen Untersuchung sein sollte, wenn der vollständige Zugang zu ihr
möglich gemacht wurde. Es besteht eine Anzahl von Stellen, von denen angenommen
werden muss, dass hier eine Gefahr besteht.
Zitat aus:
frei aus dem Englischen übersetzt von Inga
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