Inishmacsaint, Fermanagh, Irland

 

 


Die Gemeinde von Inishmacsaint; Parke, William K, 1973, pp23-8:
 

Historische Zeiten
Das Missionierungsgebiet von St. Ninnidh (dem Heiligen Ninnidh) umfasste einen großen Bereich südlich des Lower Lough Erne. Dieser Bereich entwickelte sich über die Jahre hinweg zu einer richtigen Gemeinde, die unter dem Namen Inishmacsaint oder Inis Maighe Samh bekannt wurde. In den vorchristlichen Zeiten war diese Region spärlich bevölkert. Heidnische Priester, die als Druiden bekannt waren, beherrschten die Menschen. Die Klasse der Gelehrten umfasste Richter, Propheten, Historiker, Dichter, Doktoren und Lehrer. Ihre Religion bestand aus der Anbetung der alten keltischen Götter. In der Tat glauben viele Menschen, dass der Name „Derrygonnelly“ aus „The Oak Wood of the Candle“ (der Eichenwald des Lichtes) entstanden ist, da die Druiden oftmals ihren Gott Baal anbeteten, indem sie Binsenlichter auf den Zweigen eines Eichenbaumes setzten. Über das Druidentum in Irland ist wenig bekannt, aber man glaubt, dass ihr Hauptsitz in Tara war.
Es gibt in diesem Teil von Irland viele Beweise, die auf die Anwesenheit von einer vorchristlichen Bevölkerung hinweisen. Relikte aus der Steinzeit wurden an den Ufern des Carrick Sees gefunden und ein Dolmen bei Tully offenbarte Töpfereien und Werkzeuge aus Feuerstein. Ring Forts (Ringförmige Befestigungen), Ráths (Rundfort mit Befestigungen aus Holz) und Crannógs (künstliche Insel in einem See, angelegt als Wohnstätte und Verteidigungsanlage) waren überall in der Gemeinde verbreitet. Die Ankunft der Kelten bescherte verbesserte Anbaumethoden zusammen mit neuen Gesetzen und Gebräuchen.

Die frühen Christen
St. Patrick (der Heilige Patrick) erreichte 432 nach Christus die Ufer Irlands, um die christliche Religion zu verbreiten, aber es mussten nahezu 100 Jahre vergehen, bis auch das Christentum Fermanagh erreichte.
523 erreichte St. Molaise (der Heilige Molaise) die Insel von Devenish, um hier seine Kirche zu gründen und ungefähr zur gleichen Zeit kam St. Ninnidh auf Inishmacsaint an. Oftmals wurde gesagt, dass die Klöster wegen des Schutzes auf den Inseln gegründet wurden, aber das trifft nicht völlig zu. Der Lough Erne war eine ausgedehnte Wasserstraße zwischen dem heutigen Belturbet und Belleek. Das den Lough Erne umgebene Land bestand aus einer Reihe von Sümpfen und Wäldern und es war nahezu unmöglich, dieses Land zu durchqueren. So war der See zum Reisen der offensichtlichste und einfachste Weg. Bis zum Bau von Straßen im 17. Jahrhundert, war der See der Hauptverkehrsweg von Fermanagh.
St. Ninnidh, der ein Enkel des Hochkönigs Laoire war, wurde in Donegal geboren und schon in jungen Jahren konnte man bei ihm sein Interesse an der religiösen Sache sehen. Er wurde deshalb nach Clonard geschickt, um dort unter St. Finnian (der Heilige Finnian) ausgebildet zu werden. Es wird gesagt, dass zu seinen Studiengefährten in dieser Einrichtung St. Ciaran of Clonmacnoise (der Heilige Ciaran von Clonmacnoise), St. Molaise of Devenish (der Heilige Molaise von Devenish) und St. Aidan of Ferns (der Heilige Aidan von Ferns) gehörten. St. Ninnidh war einer von den zwölf Studenten, die von der Milch von St. Ciarans graubrauner Kuh ernährt wurden. St. Ninnidh, St. Aidan und St. Molaise waren enge Freunde und St. Ciaran, ihr Kamerad, besuchte 524 Inishmacsaint.
St. Ninnidh predigte entlang des südlichen Ufers des Lough Erne und er machte um 532 nach Christus die Insel von Inishmacsaint (Island of the Plain of Sorrel ≙ Insel mit der Sauerampferebene) zu seinem Hauptsitz. Wahrscheinlich ist er den südlichen Teil des Lower Lough Erne in einem ausgehöhlten Boot hoch und runter gefahren.
In Abständen kam er dann ans Ufer, um seinen Weg landeinwärts zu machen, um die Menschen zu treffen und um das Evangelium zu verbreiten. Zweifellos hatte er dabei gelegentlich heiße Diskussionen mit den einheimischen Druiden. Vermutlich gründete er eine kleine Kirche oder einen kleinen Wohnsitz bei Glenwinney (Ninnidh’s Glen), besuchte Ninnidh’s Hill oberhalb von Roscor, um zu meditieren und zu beten und löschte seinen Durst in der Nähe von Ninnidh’s Well (Quelle von Ninnidh). Ein Weg führte von Inishmacsaint Island nach Maherahar und Inishway, dann nach Glenwinney, wo sich eine kleine Kirche befand und durch Urros und Beagh. Der Weg führte dann weiter entlang der Strecke, wo sich später die alte Küstenstraße von Dublin nach Ballyshannon durch Magho befand. Dann wendete sich der Weg dem Ninnidh Hill zu, der oberhalb von Roscor liegt, wo eine kleine Kirche gegründet wurde und dann führte er weiter durch Killybig zu einer anderen Kirche bei Kilcoo. Diese Route wurde vermutlich von St. Ninnidh und den frühen Christen benutzt, wenn das Wetter zu rau war und es dadurch zu gefährlich war, den Weg über den Lough Erne zu nehmen.
Es wird von St. Ninnidh gesagt, dass er während der Fastenzeit bei Knockninny, der Ort trägt heute noch seinen Namen, gefastet hat, zweifellos ist er hierhin mit dem Boot von Inishmacsaint aus gekommen. Der Heilige war der Bischof von einem Bereich, der sich von den Außenbezirken von Derrygonnelly bis nach Bundoran erstreckte. Der Namenstag des Heiligen wird am 18. Januar gefeiert, das ist der Tag, an dem er gestorben ist, das genaue Jahr ist allerdings unbekannt. Die „St. Ninnidh’s Bell“ (die Glocke von dem Heiligen Ninnidh), die für ihn gegossen wurde und ihm von St. Senach of Derrybrusk (der Heilige Senach von Derrybrusk) übergeben wurde, befand sich bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf der Insel, vermutlich bis zur Klosterauflösung im Jahre 1630. Später befand sich die Glocke in dem Castle Archdale Museum und heute ist sie in dem National Museum of Scotland (Nationalmuseum von Schottland) in Edinburgh.
Ein Schreiben von Archdale aus dem frühen 19. Jahrhundert erklärt: „Die Glocke des Heiligen wird nun hier wie ein kostbare Reliquie konserviert und sie wird in dem Maße verehrt, dass es sich schon oftmals bei Gericht anbot, auf sie zu schwören“. Die meisten Abteien zu dieser Zeit hatten Studenten, die hier in Griechisch, Latein und anderen Lehrfächern unterrichtet wurden. Einige Studenten wurden für ein klösterliches Leben ausersehen, die anderen jedoch schlossen sich wieder ihren Familien an, nachdem ihre Ausbildung beendet war. Laut P. W. Joyce hatte St. Molaise 1.500 Studenten fest in Devenish.
So kann man nur die Anzahl an Studenten vermuten, die Inishmacsaint besuchten. Einige von diesen Studenten lebten innerhalb der Klosteranlage. Die Ärmeren von ihnen wurden außerhalb bei den einheimischen Leuten verpflegt. Es ist nicht bekannt, wer der Nachfolger von St. Ninnidh nach seinem Tod war, allerdings war der nächste Pastor, der erwähnt wurde, Fiannamail, ein Nachfahre von Boghaine, der 718 getötet wurde. Es ist auch nicht bekannt, wie Fiannamail seinen Tod fand, vermutlich durch die Hand eines Druiden, der von der Verbreitung des Christentums beunruhigt war. Die Religion der Druiden behielt ihre Macht nach wie vor in den abgelegenen Gebieten wie auf dem Land, das von Wäldern und Sümpfen bedeckt und das spärlich bevölkert war. Wilde Tiere, einschließlich der Wölfe, durchstreiften den Bereich, ganz zu Schweigen von den misstrauischen Eingeborenen. All diese Hindernisse waren für die langsame Verbreitung des Christentums verantwortlich. Der Einfall der Oriel in Fermanagh, der im späten 8. Jahrhundert geschah, war ein weiterer Umbruch. In den nächsten hundert Jahren wurde Inishmacsaint nur noch wenig erwähnt.


Geschichte Irlands (bis 800 n. Chr.)
Frühchristliches Irland (400 - 800)

Airgialla (auch Königreich von Oriel genannt) lag im Zentrum von Ulster und entspricht großteils den heutigen Grafschaften Derry, Tyrone, Fermanagh, Armagh, Monaghan und Louth. Dieses Königreich war eigentlich ein Zusammenschluss von 9 Unterkönigreichen, von denen jedes von einem ansässigen Herrscherhaus geführt wurde, die allerdings nur Vasallen gegenüber den Eroberern waren.
Um deren Loyalität zu sichern, wurden die Herrscher gezwungen, ein hochrangiges Mitglied ihrer Familie als "Geisel" nach Tara zu entsenden. Daher entstammt der Name Airgialla, was soviel wie Entsender von Geiseln bedeutet und ist der Ursprung von Nialls Beiname Noigiallach, oder Niall of the Nine Hostages.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Irlands_%28bis_800_n._Chr.%29


Die Wikinger kommen
Die Wikinger, jene robusten wilden Männer von Skandinavien, die die Ufer von England und Europa schändeten, kamen 837 am Lough Erne an. Laut den „Annals of Ulster“ (Annalen von Ulster) wurden „alle Kirchen vom Lough Erne zusammen mit denen von Cluain Inis (Cleenish) und Daimhins (Devenish) durch die Gentiles (Wikinger) zerstört“. Die Wikinger eroberten Donegal Bay, gründeten eine Basis in Belleek und brandschatzten alle Kirchen auf den Inseln und entlang der Ufer des Lough Erne. Einige Historiker behaupten, dass die Wikinger nicht besonders gegen das Christentum waren. Sie überfielen die Abteien und Kirchen, weil dieses Orte waren, die Wertgegenstände beherbergten, nichtsdestoweniger zerstörten sie kostbare Bücher und ermordeten viele Menschen. Die religiösen Zentren, die innerhalb des Lough Erne lagen, konnten einfach von den Langbooten den Wikinger erreicht werden. In der Nähe von Tully gab es möglicherweise eine Abtei oder Kirche. Diese befand sich wohl an der Stelle des Ufers des Lough Erne, der heute als Abbey Point bekannt ist und das Umfeld ist bis heute unter dem Namen Abbey Field bekannt. Was aber bekannt ist, ist, dass der Lough Erne Schrein vor weniger als einem Jahrhundert in der Nähe dieses Punktes gefunden wurde und dass dieser Schrein auf das 10. Jahrhundert zurückdatiert werden kann. Dieses Reliquiar könnte möglicherweise aus Versehen über Bord gefallen sein, als ein übereifriger Wikinger in sein Langboot kletterte. Und fast tausend Jahre später wurde der Schrein durch einen einheimischen Fischer mittels eines Hakens wiedergefunden, nachdem der Wasserpegel des Loughs während eines der Entwässerungsprojekte gesenkt worden war.
Im Jahr 923, also im gleichen Jahrhundert, wurde schriftlich belegt, dass „die dänische Kriegsflotte nahezu ein Jahr am Lough Erne verbracht hat“. Man kann schwerlich erwarten, dass die Männer von Fermanagh bewährte Krieger zurückschlagen konnten, wenn mehr kriegerische Menschen in Europa dieses nicht schafften. Nach der Niederlage der Wikinger im Jahre 1014, befand sich das Christentum um den Lough Erne herum und in Fermanagh im Allgemeinen auf einem Tiefpunkt. Devenish regte sich 1130 wieder und es ist richtig zu vermuten, dass es Inishmacsaint ähnlich ging.

Die O’Flanagans
Im Jahre 1306 wird Inishmacsaint in der päpstlichen Besteuerung erwähnt und es ist wahrscheinlich, dass nach dieser Periode die Kirche von Inishmacsaint von Devenish aus verwaltet wurde. Beide Kirchen wurden von den O’Flanagans und den Maguires beherrscht. 1426 war Nicholas O’Flanagan der Pfarrer beider Kirchen und 1452 war es dann Redmond O’Flanagan. Aus verschiedenen Jahren gibt es Hinweise auf die O’Flanagan, die schriftlich belegt sind.
„1505 starb Lawrence O’Flanagan, der der Pfarrer von Inishmacsaint war“
„1521 starb Redmond O’Flanagan, der der Prior von Devenish und der Sohn von dem Pfarrer von Inishmacsaint war“
„1530 starb Aodh O’Flanagan, der der Sohn von dem Pfarrer von Inis war“
„1531 starb James O’Flanagan, der der Sohn von dem Pfarrer von Inis war“
„1549 starb der finstere Gillie O’Flanagan, der der Prior von Devenish und der Sohn von dem Pfarrer von Inis war“
„1551 starb der Pfarrer von Inis, nämlich Edmond O’Flanagan, ein Mann der voller Intelligenz und voller Wissen und außerdem von guter Tugend war“

Nach diesem Zeitpunkt gab es keine Aufzeichnungen mehr über Pfarrer von Inishmacsaint, bis zu den Zeiten der Plantation (die staatlich geförderte Ansiedlung protestantischer Migranten im Irland des 17. Jahrhunderts), obzwar es 1603 auf Devenish einen Prior der St. Mary Abbey mit Namen O’Flanagan gegeben hatte. Von dem ursprünglichen Gebäude blieb auf der Insel bis auf die Fundamente nichts bestehen. In der Kirchenruine, die 60 Fuß (1 Fuß = 30,48 cm) mal 23 Fuß misst, findet man auch ein kleines Fenster, dass auf ungefähr das frühe 14. Jahrhundert zurückdatiert werden kann.

In der Nähe der Ruine steht ein schlichtes Kreuz, das vierzehn Fuß hoch ist. Laut den Überlieferungen dreht sich das Kreuz bei jedem Sonnenaufgang eines Ostermorgens dreimal um seine eigene Achse.

Eine Kirche, die sich auf einer Insel befindet, scheint heutzutage für die einheimischen Menschen nicht gerade zweckmäßig zu sein, man muss sich aber in die Zeiten zurück versetzen, als es kaum Straßen gab und der Weg über den See der Hauptverkehrsweg war.
Die O’Flanagans, die viele von den Geistlichen von sowohl Devenish als auch Inishmacsaint stellten, waren Häuptlinge von Tuatha Ratha.
Das Gebiet von Tuatha Ratha deckte annähernd den Bereich ab, der heutzutage unter der Baronie von Magheraboy bekannt ist. Ihre Festung lag in Baile ui Fhlanagain in dem Bezirk von Aghamore an den Ufern des Carrick Lake.
Die Kirche von Aghamore wurde 1483 von dem damaligen Häuptling Gilbert O’Flanagan II. und seiner Frau Margaret „zu Ehren von Gott und Maria“ errichtet. Unter den Nachkommen von Gilbert gab es viel Unfrieden in der Familie, aus dem etlichen Todesfällen hervorgerufen wurden. In den „Annals of Ulster“ (Annalen von Ulster) findet man folgenden Eintrag dazu: „1528 wurden sowohl der Häuptling Gilleece O’Flanagan als auch sein Sohn Turlough, in der Kapelle von Carrick von Patrick O’Flanagan am gleichen Tag getötet“. Warum baute Gilbert II. eine Kirche bei Aghamore (dem großen Feld)? Die allgemeine Meinung ist, dass dieses eine private Kapelle war. Hatte er eine Unstimmigkeit mit seinem Verwandten, der der Prior von Inishmacsaint war oder baute er sie für das Prestige? Gilbert II. starb 1496 und als seine Frau Margaret, die die Tochter von dem herrschenden Haus der Maguires von Fermanagh war, starb, wurde sie in der Abbey (Abtei) von Donegal begraben.
Bei der Plantation (die staatlich geförderte Ansiedlung protestantischer Migranten im Irland des 17. Jahrhunderts) erhielt der Häuptling der O’Flanagans, Hugh III., Land bei Glack in Boho und seine Nachfolger blieben hier bis in das frühe 17. Jahrhundert hinein. Dieser herrschende Zweig der O’Flanagans scheint nach Österreich ausgewandert zu sein, wo einige von ihnen selbst in der österreichischen Armee, in der Kriegsmarine und in dem diplomatischen Korps hervorragend waren. Heutzutage findet man ihre Nachfahren immer noch dort.
Die Kirche von Carrick könnte für die einheimischen Menschen ein Platz des Gottesdienstes während der Zeiten der Strafverfolgung gewesen sein. Es gibt aber keine Aufzeichnungen über römisch-katholische Plätze für den Gottesdienst in diesem Bereich. Die Kirche von Inishmacsaint wurde durch Siedler wie Hume, übernommen. Der lokale Landlord baute bis 1688 keine Kirche. 1688 entstand dann eine Kirche in Drumenag.
Der Friedhof, der die alten Ruinen umgibt, befindet sich in einem gefährlichen Zustand. Er wurde von den Einheimischen bis in die frühen 1930er Jahre benutzt.

Bis auf diesen Grabstein habe ich nichts mehr von dem Friedhof vorgefunden.

Die Gemeindegrenzen und die Dörfer
In dem ganz frühen 17. Jahrhundert fanden gerichtliche Untersuchungen (Inquisitionen) in verschiedenen Zentren statt, auch um die Grenzen der Grafschaften, der Gemeinden und der Diözesen festzulegen. Bei einer Inquisition in Enniskillen im Jahre 1609 wurde festgelegt, dass die Grenzen von Inishmacsaint „von den Hügel bei Drumreask bis nach Rawtomagho im Süden, bis nach Abberneleigh und dem Fluss Droysee zu dem Atlantik im Westen und Lough Erne im Norden“ verlaufen soll. Der Hügel von Drumreask befindet sich neben Church Hill, Rawtomagho befand sich vermutlich in dem Gebiet um den Aussichtspunkt von Magho. Abberneleigh ist ein Gebiet beim Owynefaerand, welcher in den Lough Melvin in der Nähe von Roskit Island an der Fermanagh/Leitrim Grenze fließt. Mit Droysee ist der Fluss Drowse gemeint, der von Lough Melvin aus in den Atlantik fließt. Die Grenze von Abberneleigh entlang des Flusses Drowse bis zum Atlantik war sowohl die Grenze der Grafschaft als auch der Diözese. Die östliche Grenze wurde nicht erwähnt, sie verlief jedoch von dem Bezirk Derrygonnelly an dem Fluss Sillies zu der Insel Inishmacsaint. Eine Untersuchung von der Karte mit diesen Grenzen zeigt einem, dass die ausgedehnten Gebiete der Berge wie Blacklee und Luoghnavar nicht eingeschlossen sind. Dieses Land wurde als unbrauchbar angesehen und somit vernachlässigt. Dieses ist dann die alte Gemeinde von Inishmacsaint, das Gebiet, das von St. Ninnidh für seine christliche Mission abgedeckt wurde.
Bei der gleichen Inquisition, die am 18. September 1609 in Enniskillen stattfand, in der Baronie von Magheraboy, in der Gemeinde von Inishmacsaint gab es sowohl eine Kollekte für den Pfarrer als auch eine für den Vikar. Die Pfarrer zahlten 8/= pro Jahr an den Bischof von Clogher und der Vikar 4/=. Ein Zehntel von der Gemeinde wird folgendermaßen gezahlt. Ein Viertel bekommt der Bischof, ein Viertel bekommt der besagte Vikar und die anderen zwei Viertel bekommt der Pfarrer. Ferner mussten der besagte Pfarrer und der Vikar gleichermaßen ein Drittel der Kosten für die Reparaturen und für die Erhaltung der Gemeindekirche tragen und der Herenagh (Laie) musste die anderen Zweidrittel der besagten Kosten tragen. In der Gemeinde von Inishmacsaint gab es eine Kirche der Freundlichkeit, die Fenneare (jetzt Bundoran) genannt wurde. Zu dieser Kapelle sendete der Vikar der Gemeinde einen Hilfspfarrer um den göttlichen Dienst auszuführen.
Eine Untersuchung, die von Fermanagh 1608 während der Regierungszeit von James I. gemacht wurde, fand folgendes vor: „die geistigen Flächen in der Gemeinde von Inishmoysoan, mit zwei Vierteln Land und eine Hälfte, befanden sich alle im Besitz von Patrick O’Flanagan als Corbe und sie waren auch der Gemeindekirche angeschlossen.“
Das Land, das der Kirche gehörte wurde Termon Land genannt, später „Glebe Land“ (Pfarracker). Der Leiter von einem Termon war ein Herenagh (Laie), der von dem Büro des Diakons anerkannt war. Ein Corbe war immer der Abt eines Klosters. Ballyhosey war das zeitgemäße Ballyhose, das Zuhause von den O’Hoseys, die keltischen Sänger der Maguires. Die Grenzen der Gemeinde schienen in diesen Tagen ziemlich zufällig zu sein, während ihre Dörfer als Gemeinde von Devenish betrachtet wurden.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die alte Gemeinde aufgeteilt. Ein Teil bildete die Gemeinde von Finner und ein Teil bildete die Gemeinde von Slavin und Garrison. Die folgenden Dörfer bildeten die alte Gemeinde, es wird mit denen begonnen, die nicht länger ein Teil von ihr sind: Ardfarn, Ardloughill, Ballyhanna, Ballymunterhiggin, Carrickboy, The East Port, West Port, East Rock and West Rock, der Ort von Ballyshannon, Drumacrin, der Ort von Bundoran, Drummuckram, Finner, Black Islands, Inish Samer, Magheracar, Portnason, Rathglass und Rathmore (die oben erwähnten Dörfer befinden sich nun in der Grafschaft Donegal). Ardees Upper, Bar of Slawin, Callagheen, Ardgart, Carrigolagh, Slawin, Bar of Bolustymore, Bolusty Beg, Bolustymore, Drumbadmeen, Roscor Island, Cornahaltie und Legg, Corry, Corrakeel, Drumbadreevagh, Drumataffan, Gortnalee, Lergan, Roscor, Carranbeg, Carranmore, Drumlesaleen, Farran, Cassidy, Moneendogue, Loughill, Manger, Derrynacross, Fassagh, Muckenagh, Drumnasreane, Brolagh, Corgary, Derrynameeo, Killybeg, Tullymore, Menacloyabane, Tullyloughdaugh, Corramore, Cornadarum, Garrros, Glen East, Glen West, Killymore, Knockaravan, Leglehid, Muggainagrow, Rosskit Island, Ardees Lower, Gorminish Island.

Die folgenden sind Dörfer der heutigen Gemeinde. Blackslee, Boheavny, Dromcrow West, Drumreask, Lenaghan, Loughachork, Magho, Portnacloyduff, Shean, Letter, Whiterocks, Carrick, Derryyahon, Drumary North, Aghamellan, Braade, Cornirk, Minrin, Tonnagh, Bunnanone, Aghamore, Callow, Correl, Dresternan, Largalinny, Monawilkin, Drummenaghbeg, Village of Church Hill, Drummenaghmore, Tully, Benmore Glebe, White Island, Slisgarrow, Conagher, Glenasheever, Beagh Big, Beagh Little, Blaney East, Blaney West, Caldrum Glebe, Cashel, Clarah, Cooracloon, Cosbystown West, Derrygonnelly, Village of Derrygonnelly, Dromore, Sandhill, Drumbockney, Dromcrow East, Drumskimbly, Glenleven, Inishway, Magherahar, Glenwinney, Inishmacsaint, Milltown Blaney, Owl Island, Pushen Island, Rabbit Island, Rahalton, Rossdagamph oder St. Catherines, Rosspoint oder Cosbystown East, Rooskey, Tabagh, Tullynadall East, Tullynadall West, Tullynagowan, Urros, Wheathill Glebe, einzelne kleine Inseln.

1873 wurden folgende Dörfer von der Gemeinde Devenish nach Inishmacsaint überführt: Doagh, Drumary (South), Drumanane, Keadue, Kilgarrow, Mullykevit, Straniff, Stratonagher und folgende Dörfer wurden nach Devenish überführt: Inishway und Magherahar.

Die Dörfer von Minrin und Droagh wurden 1631 durch die Satzung von Charles I. an den Rev. (Hochwürden) Archibald Erskine gegeben. Während des 18. und 19. Jahrhunderts bestand der Pfarracker aus Wheathill, Caldrum und Doagh. Die Einnahmen von dem Pfarracker wurden von der Gemeindekirche beansprucht. Die Aufteilung und die Änderung in den Gemeindegrenzen fanden im Jahre 1873 statt, mit dem Ergebnis, dass die Bereiche ungefähr halbiert wurden.

Die Plantation (die staatlich geförderte Ansiedlung protestantischer Migranten im Irland des 17. Jahrhunderts)
Die Reformation und der Aufstieg des Protestantismus in Europa einschließlich in England hatten eine geringe Wirkung auf Irland und sie hatten auf Fermanagh während des 16. Jahrhunderts keinen Einfluss egal welcher Art. Das änderte sich jedoch im frühen 17. Jahrhundert mit dem „Flight of the Earls) (Flucht der Grafen) und der darauf folgenden „Plantation of Ulster“ (Plantation von Ulster ≙ die staatlich geförderte Ansiedlung protestantischer Migranten im Irland des 17. Jahrhunderts)


Flight of the Earls
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Flight of the Earls
(„Flucht der Grafen“) bezeichnet eine geschichtliche Begebenheit in Irland im Jahre 1607, bei der die Earls Hugh O'Neill (2. Earl of Tyrone) und Rory O'Donnell (1. Earl of Tyrconnell) zusammen mit einigen ihrer Angehörigen die irische Insel verließen, um einer drohenden Inhaftierung zu entgehen. Die Flucht gilt als das Ende der gälischen Aristokratie.
Der kritische Punkt der elisabethanischen Eroberung von Irland kam, als die Briten versuchten, ihre Macht auf das Gebiet von Ulster und des Clans von Hugh O'Neill (dem mächtigsten Lord in Irland zu dieser Zeit) auszuweiten. O'Neill wehrte sich mit Waffengewalt und startete den Neunjährigen Krieg (1594 bis 1603), der die ganze Insel erfasste und zum Ziel hatte, die englische Autorität komplett von der irischen Insel zu vertreiben. O'Neill gelang die Aufstellung eines aus etwa 10.000 Iren bestehenden Heeres. Ein zur Bekämpfung von O'Neills Truppen ausgesandtes, englisches Heer wurde bei Clontibert überraschend von diesen angegriffen und vernichtend geschlagen. Drei Jahre später, am 14. August 1598, kam es bei Yellow Ford zu einer weiteren Schlacht, welche ebenfalls mit einer schweren englischen Niederlage endete.
Königin Elisabeth I. setzte 1600 Lord Mountjoy als neuen Lord Deputy in Irland ein. Dieser sorgte im Norden Irlands für die Vernichtung der Ernte und ließ die dortigen Viehherden beschlagnahmen, um den Aufständischen ihre Nahrungsgrundlagen zu entziehen. Mountjoys weiterer Vorstoß nach Ulster wurde jedoch von O'Neill und seinen Truppen vom 2. bis zum 3. Oktober 1600 am Moyry Pass gestoppt. Unterstützung erhielt O'Neill am 21. September 1601 in Form von 3.500 spanischen Soldaten, die in Kinsale an Land gingen und von König Philipp III. gesandt wurden. Englische Truppen unter Mountjoy begannen wenig später mit der Belagerung der Stadt. Ende Dezember traf O'Neill mit seinem Heer bei Kinsale ein, um die Belagerung gewaltsam zu beenden (Schlacht von Kinsale). Der Versuch scheiterte und die spanische Garnison kapitulierte. Nach einigen weiteren Kampfhandlungen handelten O'Neill und O'Donnell im Jahr 1603 einen Waffenstillstand mit den Engländern aus, so dass beide schließlich ihre ursprünglichen Ländereien und Titel behalten konnten.
Doch 1605 begann der neue Lord Deputy of Ireland, Arthur Chichester, damit, die Freiheiten der zwei Grafen einzuschränken. Beide fürchteten die Inhaftierung, und da sich Irland nun wieder gänzlich unter englischer Kontrolle befand, beschlossen beide letztendlich, die irische Insel in Richtung des europäischen Kontinents zu verlassen.
Im September 1607 segelten O'Neill und O'Donnell mit 90 ihrer Angehörigen und Untergebenen von Rathmullan (einem Ort am Lough Swilly in der Grafschaft Donegal) aus in Richtung Spanien. Doch sie gingen bereits in Frankreich an Land und erreichten schließlich auf dem Landweg Italien. Sie kehrten niemals nach Irland zurück.
Die „Flucht der Grafen“ markiert die endgültige Auflösung der historischen gälischen Aristokratie und ebnete den Weg zu den Plantation von Ulster.
Heute gibt es permanente Ausstellungen über diese geschichtliche Gegebenheit in Draperstown (einer der in der Folge gegründeten Plantation-Siedlungen in Nordirland) sowie im „Flight of the Earls Centre“ im Martello Tower in Rathmullan.

Zitat aus: „http://de.wikipedia.org/wiki/Flight_of_the_Earls


König James VI. von Schottland wurde 1603 James I. von England und so wurden beide Länder vereinigt. Als James I. in England ankam, wurde er von einer Anzahl seiner Freunde aus Schottland begleitet, die, zweifellos, Vergünstigungen und gut bezahlte Positionen erwarteten. Unter seinem Gefolge bei der Ankunft in London waren John, George und Alexander Hume, die Söhne von Alexander Hume of Manderiston in Berwickshire. George Hume wurde 1608 der Earl of Dunbar und er wurde als Person mit einem scharfsinnigen Verstand und wenigen Worten beschrieben und in dem Dienst für Seine Majestät war er ebenso treu wie zuversichtlich. Die schwierigsten Angelegenheiten vollendete er ohne Lärm, wenn er beschäftig war, kehrte er niemals um, ohne die Arbeit verrichtet zu haben, zu der er entsendet worden war. John Hume, der Bruder von George, erging es in London auch gut, denn er erhielt die Lizenz 1.000 dickers (1 dicker ≙ 10 Stück, es sind also 10.000) roter Tierhäute zu exportieren, die innerhalb von zwei Jahren gegerbt wurden. Gleich danach bezog er eine Pension von 200 Pfund pro Jahr. Sir George Hume scheint das Mitglied der Familie mit Charme zu sein und er hatte offensichtlich Einfluss darauf, dass seine beiden Brüder, sowohl John als auch Alexander, eine Plantation in der Baronie von Magheraboy bekamen.

John Hume gab seine Konzessionen und seine Pension auf, als er die Bewilligung für 2.000 Acres (1 Acre
4048 qm), die Ardgort genannt wurden, erhielt. Das Anwesen wurde Ardgort genannt, nach einem Dorf in der Nähe von Slavin und es umfasste folgende Dörfer: Defassagh, Ardgort, Rosswyre, Gartnarough, Drummaghmore, Tullagh, Menrin, Cragimore, Muckinish Island, Cooney Island und andere Insel im Lough Erne.
Die Pacht betrug 10 englische Pfund 13 Schillinge und 4 Pence und es wurde ihm am 24. Juli 1610 bewilligt. Nicht alle Dörfer von seinem Anwesen wurden hier erwähnt, aber das Anwesen erstreckte sich ungefähr von jenseits von Roscor bis nach Rahalton, wobei die Bergregion von Blacklee, Loughnavar und Bar of Whealt mit eingeschlossen waren. Diese ausgedehnten Bereiche umfassten mehr als 2.000 Acres, aber sowohl Berge als auch Sümpfe zählten nicht, wenn die Bewilligungen ausgestellt wurden. 1611 wurde von Carew berichtet, dass „Sir Hume 2.000 Acres in seinen Besitz genommen hatte und er dann nach Schottland zurückkehrte. Er tat aber nichts noch war ein Bevollmächtigter vorhanden“. Pynnar verwies in seiner Studie von 1618 darauf, dass das Anwesen von Hume nicht in Ardgort sondern in Carrynroe war, er stellte dar, dass „hier ein befestigter Schlosshof ist, der mit Steinen, die 100 Fuß mal 100 Fuß groß und 14 Fuß hoch waren, umschlossen ist. Der Schlosshof hat vier Stütztürme zur Verteidigung. Hier gibt es auch ein ausreichend starkes Schloss, das 50 Fuß lang und 21 Fuß breit ist. Er hat ein Ort nahe unterhalb des befestigten Schlosshofes errichtet, welcher der Wohnort für 24 Familien ist“. Diese Familien ließen sich auf Flächen von 240 Acres bis zwei Acres nieder, jene, die die größeren Flächen erhielten, verpachteten diese unter. Laut Pynnar, lebten alle 24 Familien in dem Ort, der unter dem Namen Drumenagh bekannt war und später Church Hill hieß. Sie wohnten wahrscheinlich wegen des Schutzes zusammen in dem Ort und fuhren dann täglich zu ihren Farmen. Das Castle nannte sich Tully und ein anderer Schreiber beschrieb es als „abgelegen von dem Hauptort“. Der Eingang des Castle befand sich innerhalb des befestigten Schlosshofes. Eine spiralförmige Treppe führte zu der Wohneinheit im ersten Stock. Das Erdgeschoss hatte einen gewölbeartigen niedrigen Raum, der recht groß war, 45 Fuß mal 15 Fuß. Auch hatte er einen offenen Kamin. Der erste Stock hatte zwei Räume, beide besaßen einen offenen Kamin. Eine spiralförmige Treppe führte zu dem oberen Stock. Alle Plantation Castles in Fermanagh wurden wie schottische Herrenhäuser gebaut, mit Ausnahme von Tully, das in der irischen Art und Weise gebaut wurde.

Alexander Hume, der Bruder von Sir John, bekam einen kleinen Anteil von 1.000 Acres von Drumcoose am 9. April 1611 bewilligt. Die 1.000 Acres umfassten die Flächen von: Drumcoose, Coagh, Raltonagh, Lenaghan, die Insel Inishgollowe, die Insel Inishloughe, die Insel Inishcomeade, die Inseln Carr und Trasna. Alexander verkaufte sein Anwesen nahezu unverzüglich an seinen Bruder George und kehrte dann in seine Heimat nach Schottland zurück. Als Pynnar Drumcoose im Jahre 1619 besuchte, stellte er fest, dass „George Hume 1.000 Acres, die Drumcoose genannt werden, besitzt. Darauf ist ein befestigter Schlosshof, der 80 Fuß mal 80 Fuß groß und 12 Fuß hoch ist und aus Kalk und Steinen besteht. Hier gibt es kein Haus. Ich fand allerdings nur wenige, die sich vor mir zeigten, da der Landlord nicht im Lande war. Das Land wurde aber mit britische Familien gut besiedelt und es war ein gutes Lager für die Bodenbestellung und es gab nicht eine irische Familie, wie ich erfahren habe“. Zweifellos genoss George Hume den Komfort von London mit der Vorliebe für das raue Leben in Drumcoose. Es scheint, dass es hier im Jahre 1623 für Malcolm Hamilton of Castletown, der Erzbischof von Cashel, einigen Zweifel bezüglich George Hume’s Handlungsweise bei der Abwicklung der Bedingungen der Plantation gab, die von Sir George Dunbar gestützt wurden, der eine Bescheinigung erstellte, mit der Folge, dass „George Hume of Drumcoose seine Pflichten erfüllte, in Hinblick auf die Besiedelung seines Landes in Irland“. 1626 verkaufte er dieses Anwesen an seinen Bruder Sir John of Tully Castle.

1615, also einige Jahre vorher, erwarb Sir John das Anwesen, das Moyglass genannt wurde, von William Fuller of Fowler und das 1.500 Acres umfasste. Pynnar stellte fest „auf diesem Anteil wurde nichts gebaut, Ich fand eine gute Anzahl von Männern vor, die das Land der britischen Familien bestellten“. Dieses Anwesen erstreckte sich von Springfield bis zum Lough Erne.
So war also im Jahre 1626 Sir John Hume der einzige der drei Brüder, der noch in Irland war und der der Besitzer von drei Anwesen war. Seine Anwesen hatten zusammen die Größe von 4.500 Acres und dazu gehörten noch ausgedehnte Berg und Sumpfflächen.
Sein Anwesen erstreckte sich von den Randgebieten von Enniskillen bis nahezu nach Belleek und in die beiden Gemeinden Devenish und Inishmacsaint. Er war folglich der größte Landbesitzer in Fermanagh.

Die Pächter von Sir John kamen von der schottischen Grenze um Berwickshire herum und das Blut in ihren Venen bestand aus einer Mischung von Schotten, Sachsen und Wikingern. Dieser Bereich war als Grenzgebiet bekannt und für Jahrzehnte beachteten die Menschen dieses Landes kaum Recht und Ordnung und ein wenig die Religion. Ab den römischen Zeiten war diese Grenzregion ein andauerndes Schlachtfeld mit dem Ergebnis, dass den Einwohnern ein normales Leben zu führen versagt wurde und sie verlegten sich darauf, sowohl den Norden als auch den Süden zu überfallen und zu plündern. Als die Plantation in Aussicht gestellt wurde, ergriffen viele von diesen Menschen die Gelegenheit oder sie wurden gewaltsam überzeugt, nach Ulster zu gehen und zweifellos wurden sie so weit westlich wie möglich gebracht, für den Fall, dass sie zurückkehren wollten. Diese Gegend wurde in einer Untersuchung folgendermaßen beschrieben „sie ist von Wald und Sumpf bedeckt“ und zweifellos war sie dünn besiedelt, denn die Bevölkerung von Irland betrug zu dieser Zeit weniger als eine Million. Straßen, Orte und Städte existierten nicht. Die Menschen damals, die Vorfahren von den heutigen Gemeindemitgliedern, waren nicht nur die Pächter von Hume, aber jene von der Baronie von Magheraboy. Sie verließen ihr Land, das über hundert Jahr lang beschwerlich war und sie kamen dann in Ulster an, wo es seitdem Probleme gab. Sie gestalteten ihre kleinen Farmen, in dem sie die Wälder rodeten und die Sümpfe trockenlegten, sie überlebten und machten Fortschritte und zweifellos werden sie es immer so weiter machen. Sir John Hume war 1634 M.P. (Member of Parliament ≙ Mitglied des Parlamentes) für Fermanagh und er starb 1639, also fünf Jahre später. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Sir George, der Erste Baron von Tully Castle.

Die Dunbars of Derrygonnelly
Der andere Landlord in der Gemeinde von Inishmacsaint war Sir John Dunbar, der aus Mochrum in Wigtonshire stammte, das sich ebenfalls in der Nähe der schottischen Grenze befand. Die Familie der Dunbars waren Nachkommen (von der Linie der Frau aus), des Königs von Schottland, nämlich von William the Lion (Wilhelm I. beziehungsweise Wilhelm der Löwe) und Robert the Bruce. Dunbar kam nicht 1610 mit den anderen Landlords an, da er in Schottland zurückgehalten wurde, dieweil er alle seine immer schlechter werdenden Anwesen veräußern musste. Er kam vermutlich 1615 in Irland an. 1611 berichtete Gatisfeth in seiner Untersuchung „der Bruder von Mr. Dunbar kommt hier seine Pflichten nach und pachtet, allerdings sehe ich, dass er nichts anderes macht“. Carew, der Hauptbeauftragter der Plantation, berichtet 1611, dass „John Downebarr den Besitz von 1.000 Acres erhalten hatte und dann nach Schottland zurückgekehrt ist. Er schickte sechs Personen herüber, zwei ungebundene Besitzer und einen Pachtinhaber, einen Pächter für Jahre und zwei Pächter nach Belieben, einige verfügbare Gebäude, acht Pferde für die Arbeit, die er für Geld herübergeholt hat, um Materialien zur Verfügung zu stellen“.

John Dunbars Bewilligung wird wie folgt beschrieben „Ein kleiner Anteil der Drumcrow genannt wird und der folgende Dörfer umfasst: Drumcrow, Drumbocking, Correclooney, Tounegowan, Dromore, Drumdowns, Ganwen, Urbill, Dromarrowe, Driesternan, Rahaltan, Clonlawan, Rostagawhe, Tullenadall, Doagh, Ratonogho, Dromnemine, Rossnurbegg, Dirgonilly, Mullaghelanagie, Behagh, Letragan, Lecessioghowe, Gortagarne, Killwhum, Revagh, Shrebagh, Aglthovas, Closrogy, Tullaghstranaferne, Tullaghnasragh, Turgan, Monniscribagh, Dromnagawna und Kiltagart." Dublin Castle 13. Januar 1615. Noch einmal, nicht alle Dörfer von dem Anwesen Dunbar wurden hier erwähnt.
Das Anwesen erstreckte sich von dem Lough Erne zwischen Drumcrow und Blaney aus bis zu dem Ort Garrisson. Dieser Bereich schloss ausgedehnte Bergflächen ein und es umfasste mehr als 1.000 Acres.

http://www.rootsweb.com/~nirfer/inish_extracts_parke1973.html ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

Zur Erläuterung: Wilhelm I. (Schottland)
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Wilhelm I. (Wilhelm der Löwe; * 1143; † 4. Dezember 1214 im Stirling Castle) war schottischer König von 1165 bis zu seinem Tod. Er war der zweite Sohn von Earl Heinrich von Schottland und dessen Ehefrau Ada von Surrey, der Enkel von David I. und der jüngere Bruder seines Vorgängers Malcolm IV.
Mit einer Herrschaftszeit von 49 Jahren war Wilhelm der am längsten regierende aller schottischen Monarchen. Im Gegensatz zu seinem tief religiösen und schwächlichen Bruder war Wilhelm körperlich stark und auch eigensinnig. Er war ein effektiver König, doch die Bilanz seiner Herrschaft wurde von zahlreichen erfolglosen Versuchen, die Kontrolle über Northumbria wiederzuerlangen, getrübt.
1178 gründete er Arbroath Abbey, in der fast 150 Jahre später die Declaration of Arbroath verabschiedet wurde. Während der Dauer seiner Herrschaft wurde er interessanterweise nicht "der Löwe" genannt, auch bezog sich dieser Beiname nicht auf seinen Charakter oder seine militärischen Fähigkeiten. Den Namen erhielt er vielmehr wegen seiner Flagge, einem aufrechten roten Löwen auf einem gelben Feld. Diese bildet noch heute einen Teil der Royal Standard des Vereinigten Königreichs und des Wappens von Schottland.
Wilhelm handelte auch die Auld Alliance aus, das erste Defensivbündnis zwischen verschiedenen Staaten. Schottland, Frankreich und Norwegen verpflichteten sich zur gegenseitigen Verteidigung. Besonders das Verhältnis zwischen Schottland und Frankreich war sehr eng, während Norwegen sich stark zurückhielt. 1152 erbte William auch den Titel des Earls von Northumbria. Allerdings musste er 1157 diesen Titel an den englischen König Heinrich II. abtreten.
In der Revolte von 1173-74 gegen Heinrich II. war Wilhelm eine Schlüsselfigur. Während eines Feldzugs im Jahr 1174 führte er die schottischen Truppen persönlich gegen die englische Armee. Dabei soll er gerufen haben: "Jetzt werden wir sehen, welche von uns gute Ritter sind!" (Now we shall see which of us are good knights!) Wilhelm wurde vom Pferd gestoßen und durch die Engländer gefangen genommen. Man führte ihn in Ketten zunächst nach Northampton und schließlich nach Falaise in der Normandie. Heinrich entsandte eine Armee und besetzte Schottland.
Damit Wilhelm sein Königreich wiedererlangen konnte, musste er Heinrich als seinen obersten Lehnsherrn anerkennen und für die Kosten der englischen Besatzung in Schottland aufkommen. Nach der Unterzeichnung des Abkommens von Falaise wurde ihm die Rückkehr nach Schottland erlaubt. Das Abkommen blieb fünfzehn Jahre in Kraft. Der neue englische König, Richard Löwenherz, löste den Vertrag auf. Als Gegenleistung erhielt er 10.000 Mark Silber für die Finanzierung des Dritten Kreuzzugs.
Gemäß den Bestimmungen des Abkommens von Falaise stand Heinrich II. das Recht zu, Wilhelms Braut auszuwählen. 1186 heiratete Wilhelm Irmgard de Beaumont, eine Enkelin von Heinrich I.; die Mitgift war Edinburgh Castle. Erst nach über zwölf Jahren wurde ein Erbe geboren.




Aus der Ehe entstammten folgende Kinder:

  • Margarete (1193-1259), Gräfin von Kent

  • Isabella (1195-1253), Gräfin von Norfolk

  • Alexander II. (1198-1249), König von Schottland

  • Marjorie (1200-1244), Gräfin von Pembroke

Wilhelm starb 1214 in Stirling und wurde in der von ihm gegründeten Arbroath Abbey beigesetzt. Sein Sohn Alexander folgte ihm auf den Thron.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_I._%28Schottland%29

Zur Erläuterung: Robert I. (Schottland)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Robert the Bruce
Robert I. (* 11. Juli 1274; † 7. Juni 1329) war von 1306 bis zu seinem Tod König von Schottland. Im modernen Englisch ist er heute besser bekannt als Robert (the) Bruce, die normannisch-französische Schreibweise war Robert de Brus, die mittelalterliche gälische Schreibweise Roibert a Briuis. Er gilt als einer der bedeutendsten Herrscher Schottlands. Als einer der berühmtesten Krieger seiner Zeit war er während der Schottischen Unabhängigkeitskriege gegen England Anführer der aufständischen Schotten. Er war ein Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel von König David I. und begründete damit seinen Anspruch auf den Thron.
Leben
Familiärer Hintergrund und frühe Lebensjahre

Er wurde als erstes Kind und ältester Sohn von Robert Bruce, Earl of Carrick und dessen Ehefrau Marjorie von Carrick geboren. Der Legende nach soll Roberts Mutter seinen Vater gefangen gehalten haben, bis er schließlich nachgab und sie heiratete. Von seiner Mutter erbte er das gälische Fürstentum Carrick (ein Teil von Ayrshire) und von seinem Vater die Abstammung von einer königlichen Linie, die es ihm später ermöglichen sollte, Anspruch auf den Thron zu erheben. Das Datum seiner Geburt ist definitiv gesichert, nicht jedoch sein Geburtsort; wahrscheinlich war es Turnberry Castle in Ayrshire, doch auch Lochmaben in Dumfriesshire wird genannt.
Über seine Jugendjahre ist wenig bekannt. Er wurde wahrscheinlich von einer anderen Familie aus der Gegend aufgezogen, was den damaligen lokalen Gebräuchen entspricht. Es kann angenommen werden, dass er fließend Gälisch und Normand (normannischer Dialekt des Französischen) sprach, daneben Latein und wahrscheinlich Englisch. Einem englischen Chronisten zufolge lebte er die meiste Zeit am Hofe Eduards I. Die Thronbesteigung von John Balliol im Jahr 1292 empfand er als ungerecht. Der neue, durch England eingesetzte Herrscher verwehrte damit seiner Familie das rechtmäßige Erbe.
Bald darauf übergab sein Großvater Robert Bruce, 5. Lord of Annandale, einer der erfolglosen Anwärter auf den schottischen Thron, seinen Lordtitel an seinen Sohn, Roberts Vater. Nach dem Tode seiner Ehefrau im Jahr 1292 übergab Roberts Vater den Titel des Earl von Carrick an seinen Sohn. Der Vater wie auch der Sohn verbündeten sich mit Eduard I. gegen John Balliol. Im April 1294 erhielt der jüngere Bruce die Erlaubnis, während eineinhalb Jahren Irland zu besuchen. Als weiteres Zeichen von Eduards Gunst erhielt er einen Zahlungsaufschub auf alle Schulden beim englischen Königshaus.
1295 heiratete Robert seine erste Ehefrau Isabella von Mar, die Tochter von Donald, 6. Earl of Mar. Isabella starb ein Jahr später, gebar aber ein Kind. Roberts Tochter Marjorie Bruce heiratete Walter Stewart, den Truchsessen (High Stewart) von Schottland und gebar den zukünftigen König Robert II.
Beginn der Unabhängigkeitskriege
Im August 1296 leisteten Vater und Sohn Bruce bei Berwick-upon-Tweed dem englischen König Edward I. gegenüber einen Treueschwur und erneuerten diesen in Carlisle. Doch bereits ein Jahr später brach der jüngere Bruce den Schwur und schloss sich der schottischen Revolte an. Im Sommer 1297 wurde er aufgefordert, Eduards Kommandanten John de Warenne zu unterstützen. Doch statt dem Befehl zu gehorchen, verwüstete Robert Bruce mit seinen Anhängern das Land jener Leute, die zu Eduard hielten. Am 7. Juli wurde Bruce zu einem Waffenstillstand gezwungen, der "Kapitulation von Irvine". Den schottischen Lords wurde versichert, dass sie nicht gegen ihren Willen in Frankreich dienen mussten. Nach einem erneuten Treueschwur würden ihnen die Gewalttaten verziehen. Der Bischof von Glasgow, der Truchsess James und Sir Alexander Lindsay übernahmen die Bürgschaft für Bruce, bis er seine kleine Tochter Marjorie als Geisel übergab.
Kurz nach der Schlacht von Stirling Bridge am 11. September 1297 schlug sich Robert Bruce wieder auf die Seite seiner Landsleute. Er verwüstete Annandale und zerstörte die von den Engländern gehaltene Burg bei Ayr. Als Eduard nach seinem Sieg in der Schlacht von Falkirk nach England zurückkehrte, entzog er Robert Bruce die Herrschaftsrechte über Annandale und Carrick, gab ihm aber die Chance, seine Loyalität ihm gegenüber zu beweisen.
William Wallace war nach Falkirk von seinem Amt als "Wächter Schottlands" (Guardian of Scotland) zurückgetreten. Auf ihn folgten Robert Bruce und John Comyn, die sich das Amt teilten, das demjenigen eines Reichsverwesers entsprach. Doch die beiden konnten ihre persönlichen Differenzen nicht beilegen. Als Neffe und Anhänger von John Balliol hatte Comyn ebenso ein Anrecht auf den Thron und war deshalb Bruces Konkurrent. 1299 wurde William Lamberton, der Bischof von St Andrews, zum dritten neutralen Wächter gewählt, um den sich anbahnenden Konflikt zwischen Bruce und Comyn zu entschärfen. 1300 trat Bruce von seinem Amt zurück und wurde durch Sir Ingram de Umfraville ersetzt. De Umfraville, Comyn und Lamberton traten im Mai 1301 ihrerseits zurück. Neuer alleiniger Wächter Schottlands wurde John de Soulis. Er war vor allem deshalb gewählt worden, weil er weder zum Bruce-Lager noch zum Comyn-Lager gehörte und darüber hinaus ein Patriot war. De Soulis setzte sich aktiv dafür ein, John Balliol wieder als schottischen König einzusetzen.
Im Juli 1301 begann Eduard mit dem sechsten Feldzug nach Schottland. Obwohl er Bothwell und Turnberry Castle eroberte, konnte er die Schotten nicht entscheidend schlagen und einigte sich im Januar 1302 auf einen neunmonatigen Waffenstillstand. Etwa um diese Zeit unterwarfen sich Bruce und andere Adlige dem englischen König, obwohl sie bis vor kurzem auf der Seite der Rebellen gekämpft hatten. Es gab verschiedene Gründe für diesen Schritt. Bruce wollte seine Anhänger nicht länger für eine aussichtslose Sache opfern. Es gab Gerüchte, dass John Balliol mit einer französischen Armee wieder nach Schottland zurückkehren würde. Dies hätte jedoch bedeutet, dass Bruce jegliche Chance verlieren würde, jemals selbst den schottischen Thron zu besteigen. Edward wiederum sah ein, dass es zu diesem Zeitpunkt besser war, einen schottischen Adligen als Verbündeten denn als Feind zu haben; er selbst sah sich mit einer Exkommunikation durch den Papst und einer möglichen französischen Invasion konfrontiert.

Robert the Bruce und Elizabeth de Burgh

Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Isabella 1296 heiratete Robert Bruce 1302 erneut. Seine zweite Gattin, Elizabeth de Burgh, die Tochter von Richard Og de Burgh (Earl von Ulster und enger Freund des englischen Königs) lernte er wahrscheinlich am englischen Königshof kennen. Die Hochzeit fand in Writtle bei Chelmsford in Essex statt. Elizabeth gebar vier Kinder, den späteren König David II., sowie John, Mathilda und Margaret.
1303 marschierte Eduard erneut in Schottland ein, erreichte Edinburgh und wandte sich nach Perth. John Comyn, mittlerweile der neue "Guardian of Scotland" konnte nicht hoffen, sich gegen die englische Armee verteidigen zu können. Eduard blieb bis Juli in Perth und zog dann weiter über Dundee, Montrose und Brechin nach Aberdeen, wo er im August eintraf. Danach kehrte er über Moray und Badenoch nach Dunfermline zurück. Da Eduard nun praktisch das ganze Land kontrollierte, unterwarfen sich ihm im Februar 1304 alle führenden schottischen Adligen, mit Ausnahme von William Wallace. John Comyn führte die Verhandlungen. Die Gesetze und Freiheiten Schottlands, wie sie unter der Herrschaft von Alexander III. bestanden hatten, sollten weiterhin gültig sein. Bei zukünftigen Gesetzesänderungen behielt sich Eduard jedoch ein Mitspracherecht vor.
Robert Bruce und William Lamberton, die beide Zeugen der heroischen schottischen Verteidigung von Stirling Castle gewesen waren, schlossen am 11. Juni 1304 eine Allianz. Sollte einer der beiden den geheimen Pakt brechen, würde er dem anderen eine Buße von zehntausend Pfund bezahlen. Obwohl beide sich den Engländern unterworfen hatten, war die Allianz ein Zeichen ihres tief verwurzelten Patriotismus und ihres Kampfes für die Freiheit Schottlands. Sie beabsichtigten, die Zeit bis zum Tod des englischen Königs abzuwarten, der bereits im fortgeschrittenen Alter war.
Eduard begann unterdessen mit der vollständigen Integration des wehrlosen Schottlands ins englische Königreich. Die Adligen schworen erneut Treue. Eine Parlamentssitzung wurde einberufen, um jene zu wählen, die mit dem englischen Parlament die Regeln für die Verwaltung Schottlands festzulegen. Die wirkliche Macht lag in den Händen der Engländer, die schottischen Regierungsmitglieder waren lediglich Marionetten. Eduards Neffe, der Earl of Richmond, führte die untergeordnete schottische Regierung an.
In der Zwischenzeit war William Wallace in der Nähe von Glasgow gefangen genommen und am 23. August 1305 in London brutal hingerichtet worden.
Eduard hatte aus Wallace einen Märtyrer gemacht, einen überlebensgroßen patriotischen Helden für die Schotten. Anstatt die "schottische Frage" endgültig zu lösen, legte er damit die Grundlage für weitere Aufstände.
Exkommunikation und Krönung
Edward befahl im September 1305 Robert Bruce, das Kommando über Kildrummy Castle abzugeben. Er vermutete, dass Bruce nicht völlig vertrauenswürdig sei und womöglich hinter seinem Rücken eine Verschwörung organisierte. Der geheime Pakt, den Bruce mit Lamberton geschlossen hatte, wurde durch einige Adlige aufgedeckt. Bruce hielt mit John Comyn eine Konferenz ab, die mit einer Einigung endete. Comyn würde Bruces Anspruch auf den schottischen Thron unterstützen und im Gegenzug seine Ländereien erhalten, oder auch umgekehrt. Doch aus unbekannten Gründen, wahrscheinlich aber um seinen Rivalen zu schädigen, verriet Comyn die Verschwörung. Bruce, der sich gerade am englischen Königshof aufhielt, wurde gewarnt und floh nach Schottland.
Robert Bruce traf am 10. Februar 1306 in Dumfries ein und brachte in Erfahrung, dass Comyn sich ebenfalls dort aufhielt. In der dortigen Franziskanerkirche trafen sich die beiden zu einem privaten Gespräch. Bruce beschuldigte Comyn, ihn verraten zu haben, was dieser jedoch verneinte. Voller Zorn zog Bruce seinen Dolch und verletzte seinen Widersacher schwer. Als Bruce aus Angst aus der Kirche floh, betrat sein Begleiter Sir Roger de Kirkpatrick das Gebäude, fand den noch lebenden Comyn und tötete ihn. (Bruce wurde später ob dieser Freveltat auf heiligem Boden von Papst Klemens V. mit dem Kirchenbann belegt.)
Es gibt jedoch eine andere Version der Beschreibung dieses Vorfalls. Comyn wurde mit einem Dolch vor dem Hochalter verwundet und blutend auf dem Steinfußboden der Kirche zurückgelassen. Barrow "Robert the Bruce" sowie "The Chronicle of Walter of Guisborough" zufolge starb er nicht sofort und wurde von den Mönchen in Sicherheit gebracht, die seine Wunden versorgen wollten. Bruce hörte davon und kam persönlich zu der Kirche zurück, schleppte Comyn wieder zum Altar und brachte ihn dort um. Als Comyns Onkel einzugreifen versuchte, wurde er seinerseits von Christopher Seton, Bruce' Schwager, niedergemetzelt. Die Tatsache, dass Bruce eine so unsaubere Waffe wie einen Dolch benutzte, dass er Comyn zum Altar zurückschleppte, dass er später keine Reue oder Bußfertigkeit erkennen ließ, deutet auf mehr als eine Affekthandlung hin. Sie lässt eine auffallende Herausforderung nicht nur der englischen Autorität, der Comyn Treue geschworen hatte, sondern auch Roms erkennen. Durch Comyns Ermordung sollte Edwards Autorität, vor allem aber die des Papsttums, zurückgewiesen werden. Außerdem weist die Tat die unmissverständlichen Zeichen einer rituellen Tötung auf, die der archaischen heidnischen Tradition entsprechend auf geweihtem Boden vollbracht wurde - eine fast zeremonielle Ermordung eines Thronanwärters durch den anderen. Zur damaligen Zeit kann niemand diese Symbolik von Bruce' Akt übersehen haben. [Quelle: Baigent/Legh "Der Tempel und die Loge" 1990]
Nach dem Mord konnte der englische König Bruce jedoch nicht mehr decken. Er hatte damit alle Brücken hinter sich abgebrochen und musste sehr schnell handeln. Es gab nur den Weg nach vorn: Um nicht alles zu verlieren – vor allem den Anspruch auf den schottischen Thron – ließ er sich nur wenige Tage später am 25. März 1306 in Scone zum König der Schotten krönen. Obwohl er nun König war, hatte er noch kein Königreich. Seine Bemühungen, das Land zurückzuerobern, erwiesen sich bis nach dem Tod von Eduard I. als katastrophale Fehlschläge.
Rückeroberung
Viele Angehörige des altgälischen und auch des normannischen Adels misstrauten Bruce wegen seiner früheren engen Beziehungen zum englischen Königshaus noch immer und unterstützten ihn nicht. Außerdem hatten die normannischen Fürsten noch immer Ländereien beiderseits der Grenze in England und Schottland und wagten es daher nicht, sich gegen den englischen König zu stellen. So war Robert zunächst ein so gut wie machtloser König und ständig auf der Flucht vor Eduard, der sich an seinem untreuen Vasallen rächen wollte und ihm seine Häscher nachsandte. Im Juni 1306 wurde er in der Schlacht bei Methven besiegt und im August bei Strathfillan, wohin er sich zurückgezogen hatte, von englischen Truppen überrascht. Die weiblichen Familienangehörigen schickte er im Januar 1307 nach Kildrummy Castle, um sie in Sicherheit zu bringen.
Im Frühling 1307 marschierten Eduards Truppen erneut nach Norden. Auf dem Weg dorthin enteignete er die schottischen Ländereien von Robert Bruce und dessen Anhängern und verteilte sie unter seinen eigenen Gefolgsleuten. Darüber hinaus veröffentlichte er den durch den Papst verhängten Kirchenbann über Robert Bruce. Seine Ehefrau Elizabeth de Burgh, seine Tochter Marjorie und seine Schwester Christina gerieten nach der Belagerung von Kildrummy Castle in Gefangenschaft, während seine drei jüngeren Brüder exekutiert wurden. Doch am 7. Juli starb Eduard I und wurde durch seinen schwächlichen Sohn Eduard II. abgelöst. Das Blatt begann sich zu wenden.
Nach einer von Legenden umwobenen Flucht auf die Äußeren Hebriden kehrte Robert Bruce im Februar 1307 nach Schottland zurück und begann vom Südwesten aus sein Reich von seinen inneren und äußeren Feinden zurückzuerobern. Er griff unermüdlich – meist aus dem Hinterhalt – an und wurde dabei zu einem Meister der Guerillataktik. Dadurch gewann Bruce ganz allmählich doch den Respekt und die dringend notwendige Unterstützung des schottischen Adels. Seinen ersten großen Sieg über die Engländer errang er bei Glen Trool und besiegte dann Aymer de Valence in der Schlacht von Loudoun Hill.
Robert Bruce übergab dann das Kommando über die Truppen in Galloway seinem Bruder Edward Bruce, während er selbst seine Operationen nach Aberdeenshire verlegte. Er überrannte Buchan und – nach einer schweren Krankheit – besiegte er im Mai 1308 in der Schlacht bei Inverurie den Earl of Buchan. Bruce begab sich mit seinen Truppen nach Argyll, besiegte in der Schlacht bei Brander weitere interne Feinde und eroberte Dunstaffnage Castle. Im Mai 1309 berief er in St. Andrews seine erste Parlamentssitzung ein und im August kontrollierte er alle Gebiete nördlich des Flusses Tay. Bei einer Generalversammlung im Jahr 1310 erkannte ihn der schottische Klerus als König an. Dass er trotz der Exkommunikation die Unterstützung der lokalen Kirchenoberhäupter erhielt, war von großer Bedeutung und war wahrscheinlich auf den Einfluss seines Freundes Lamberton zurückzuführen.
Während der nächsten drei Jahre fielen mehrere englische Burgen und Außenposten in die Hand der Schotten. Linlithgow wurde 1310 erobert, Dumbarton 1311 und Perth im Januar 1312 (diesen Feldzug führt Bruce persönlich an). Bruce führte auch Raubzüge nach Nordengland an. Im März 1313 eroberte James Douglas die Stadt Roxburgh, während Thomas Randolph zur gleichen Zeit Edinburgh Castle einnahm. Im Mai führte Bruce erneut einen Raubzug durch den Norden Englands an und unterwarf die Isle of Man.
In der Auseinandersetzung um Stirling Castle, der letzten von Engländern gehaltenen Burg in Schottland, wurde am 23. und 24. Juni 1314 das scheinbar überlegene englische Heer in der historischen Schlacht an dem kleinen Bach Bannockburn, der Schlacht von Bannockburn, von den Schotten vernichtend geschlagen. Die rund 9.000 Schotten rieben die ca. 25.000 Engländer fast vollständig auf und Robert Bruce wurde zum schottischen Nationalhelden. Der unerwartete Sieg garantierte die vollständige Akzeptanz von Robert Bruce als König im eigenen Land. Von der englischen Bedrohung befreit, zogen die schottischen Armeen nach England, schlugen eine weitere englische Armee nördlich der Grenze zurück und unternahmen Raubzüge in Yorkshire und Lancashire. Eduard II. sah sich gezwungen, einen Waffenstillstand anzunehmen.
Feldzug in Irland und Diplomatie
Bestärkt durch die militärischen Erfolge, starteten die schottischen Truppen 1315 eine Invasion Irlands. Angeblich wollten sie die Insel von der englischen Herrschaft befreien, doch ist es wahrscheinlicher, dass sie im andauernden Konflikt mit England eine zweite Front schaffen wollten. 1316 wurde Edward Bruce zum Irischen Hochkönig gekrönt und Robert Bruce begab sich mit einer weiteren Armee dorthin, um seinen Bruder zu unterstützen.
Die Schotten warben mit einer "pan-gälischen Allianz" um die Gunst der irischen Anführer und betonten dabei die Gemeinsamkeiten wie Sprache, Gebräuche und kulturelles Erbe.
Die diplomatischen Bemühungen brachten einige Erfolge, wenigstens in Ulster, wo die Schotten volle Unterstützung genossen. Doch außerhalb von Ulster stießen die Schotten auf wenig Begeisterung und konnten im Süden der Insel keine nennenswerten Erfolge verbuchen.
Nach dem Trauma der Unabhängigkeitskriege machten die Freien und Mächtigen des Reichs im Jahr 1320 ihrem König allerdings klar, dass er nicht vollkommen willkürlich handeln konnte. In der Deklaration von Arbroath erklärten sie, dass sie ihn nur solange unterstützen würden, wie er die Rechte der Nation zu wahren bereit war. In der entscheidenden Passage aus dieser Erklärung heißt es:
Doch Robert selbst, sollte er sich von dieser Aufgabe, die er begonnen hat, abwenden und sich einverstanden erklären, dass wir oder unser Reich dem englischen König oder seinem Volk unterworfen würden, würden wir ihn als unser aller Feind ausstoßen, als einen, der unsere und seine Rechte untergraben hat, und würden einen anderen König wählen, damit er unsere Freiheit verteidigt; denn so lange, als nur Hundert von uns noch überleben, werden wir uns in keiner Weise englischer Herrschaft beugen. Denn wir kämpfen weder für Ruhm, noch für Wohlstand, noch für Ehre; sondern wir kämpfen allein für die Freiheit, die kein rechtschaffener Mann aufgibt – außer mit seinem Leben.
Zwar hielt der Kriegszustand zwischen den beiden Ländern noch an, doch wurde 1328 die Unabhängigkeit Schottlands durch den englischen König Edward III. im Abkommen von Edinburgh und Northampton anerkannt.
Familie und spätes Leben
Robert Bruce hatte neben seiner Frau Elizabeth de Burgh und seinen Kindern eine große Familie. Da waren seine Brüder Edward, Alexander, Thomas und Nigel, seine Schwestern Christina, Isabel (später Königin von Norwegen), Margaret, Matilda und Mary sowie seine Neffen Donald und Thomas Randolph. Alexander, Thomas und Nigel wurden von den Engländern gefangen genommen und exekutiert, Edward starb 1318 in Irland auf dem Schlachtfeld.
Zusätzlich zu seinem legitimen Nachkommen hatte Robert Bruce mehrere illegitime Kinder von unbekannten Geliebten. Die Söhne waren Robert (starb 1332 in der Schlacht von Dupplin) und Nigel (starb 1346 in der Schlacht von Durham). Seine Töchter waren Elizabeth, Margaret und Christina.
Robert Bruce starb am 7. Juli 1329 im Alter von 55 Jahren beim Rittergut Cardross in Dumbartonshire (der exakte Ort ist ungewiss und war vielleicht gar nicht einmal in der Nähe des heutigen Dorfes Cardross). Seit einigen Jahren hatte er laut zeitgenössischen Berichten an einer "unsauberen Krankheit" gelitten. Laut der traditionellen Ansicht soll er an Lepra gestorben sein, doch wird dies heute bezweifelt. Allerdings bleibt unklar, um welche Krankheit es sich gehandelt hat, doch liegen Syphilis, Schuppenflechte oder eine Reihe von Schlaganfällen im Bereich des Möglichen.
Seine sterblichen Überreste wurden in der Dunfermline Abbey beigesetzt. Doch gemäß seinem letzten Willen sollte James Douglas das Herz entnehmen und es auf dem Kreuzzug in das Heilige Land bringen. Doch Douglas kam nur bis nach Spanien, wo er von den Mauren angegriffen und getötet wurde. Das Herz wurde später gefunden, nach Schottland zurückgebracht und auf dem Gelände der Melrose Abbey in Roxburghshire begraben. Roberts einziger überlebender Sohn bestieg als David II. den schottischen Thron.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_I._%28Schottland%29