Freitag, 02.05.2008

Um 6.25 Uhr irischer Zeit bin ich munter und stehe leise auf, ziehe mich an und gehe nach draußen. Es ist ein wunderbarer Morgen. Wir haben gestern noch unsere Angeln zusammengebaut und so kann ich jetzt die ersten Angelversuche starten – leider erfolglos!

Heute sind wir mal bei unseren Freunden zum Frühstück eingeladen. Bei dieser Gelegenheit beschließen wir nach Castle Caldwell zu fahren. Inga und Holger, denen ich per SMS unsere Pläne mitgeteilt habe, wollen uns dort treffen. Sie sind schon über eine Woche vom Lough Ree aus mit einer Waveearl unterwegs.

Also fahren wir in strahlendem Sonnenschein im Konvoi nach Castle Caldwell. Der See ist unruhig, aber unsere Schiffe bewältigen die Strecke relativ mühelos.

Nach dem Anlegen starten wir unseren ersten Schleppversuch per Dinghy und tatsächlich, gerade als der Waveearl in der Ferne auftaucht, habe ich einen Biss auf meinem billigsten Gummiköder! Ein schöner Hecht taucht am Ende der Schnur auf, er wehrt sich praktisch gar nicht. Ich ziehe ihm eins über den Kopf, denn er hat genau die richtige Größe um gegessen zu werden.
Jetzt haben uns Inga und Holger erkannt und winken uns zu. Beinahe gleichzeitig legen wir am Jetty an.

Erst mal gibt es eine überaus herzliche Begrüßung, dann werden natürlich Fotos von meinem Fang gemacht, nicht ohne die üblichen lustigen Bemerkungen und viel Gelächter!

 

 

Inga, Matthias und ich laufen zum Castle und danach noch auf einer kleinen Runde durch den Wald. Dieser Rundgang ist wirklich lohnend. Hier gibt es noch viel mehr Bluebells als in Lusty Beg, dazu Bärlauch und Hahnenfuß.

Natürlich muss ich an meine Freundinnen Bine und Moni denken, die schier verrückt nach Bärlauch sind. Das nachfolgende Foto habe ich extra für die Beiden gemacht:

 

Und diese Fotos für mich, damit ich sie immer anschauen kann, wenn mir danach ist!

 

 

Natürlich pflücke ich auch ein Bündel Bärlauch für das morgige Mittagessen.
Auch von den Resten des Castles werden viele Fotos gemacht, allerdings hauptsächlich von Inga und Matthias.

 

 

Nach dem Spaziergang sitzen wir noch eine Weile auf der Noble Duke zusammen, bevor sich unsere Wege wieder trennen. Karin bewundert Ingas neueste Errungenschaft und die Männer fachsimpeln über Boote und Angeln!

 

 

Dann trennen sich unsere Wege leider, denn Inga und Holger wollen nach Kesh und wir anderen nach Belleek.
Die Beiden überreichen mir noch eine Tüte mit mehreren Kartons Flapjack, eine Art Gebäck aus Haferflocken mit getrockneten Früchten, das ich sehr gerne esse! Bis auf einen Karton haben wir am Ende der Reise alle Kekse aufgegessen!

Kurz vor Belleek beginnt es plötzlich tierisch zu schütten. Matthias holt schnell unseren Schirm, auf diese Weise können wir auf der Flybridge bleiben ohne völlig durchnässt zu werden.

Hinter uns wird es spannend, passt die Duke unter der Brücke durch oder nicht!? Sie passt nicht, wir können das Geräusch deutlich hören als der Flaggenstock unter der Brücke entlang schabt! Sie stoßen zurück, schrauben ihn ab und dann geht es problemlos.

 

 

Der Hafen von Belleek ist völlig leer, also legen wir am linken, langen Steg an. Erst mal schnell zur Pottery, aber heute ist Freitag und die Pottery hat schon geschlossen!
Dann eben gleich einkaufen!
Wir kaufen Kaffee, den hatten wir in Kesh vergessen, und noch mehr Bagels, obwohl mir Renee welche aus USA mitgebracht hatte, die leider schon fast alle in unseren Mägen verschwunden sind. Die irischen Bagel kommen vom Geschmack her nicht an die amerikanischen heran, aber immer noch besser als gar keine!!!
Während Uwe und Karin zum Hafen zurückgehen, genehmigen Matthias und ich uns gemeinsam eine Portion Chips mit Currysoße bei McDonnells. Diese Pommes liebe ich, aber auch Matthias öffnet bereitwillig den Mund, wenn sich die Gabel nähert

Die nette Frau hinter dem Tresen bestellt uns liebenswürdigerweise ein Taxi für 19 Uhr zum Schiff und reserviert einen Tisch im Smugglers Creek für uns.
Alle, außer mir, legen sich noch etwas hin, um fit für den Abend zu sein. Ich versuche verzweifelt, mit meinem Logbuch weiter zu kommen!

Pünktlich um 19.05 Uhr steht Aidan mit seinem Taxi vor dem Jetty und schuckelt uns nach Rossnowlagh.
Vorher macht er noch einige Umwege, damit wir möglichst viel von der Gegend sehen. Sein Taxi ist schon ein wenig durchgesessen und er riecht auch nach Zigaretten etc, aber er ist ein ganz Lieber. Wir unterhalten uns gut und amüsieren uns prächtig während der Fahrt, obwohl er mit seinem Dialekt nicht leicht zu verstehen ist.
Nachdem er uns am Strand abgesetzt hat bitten wir ihn noch, uns um 22 Uhr wieder abzuholen.

Viel Zeit haben wir nicht mehr, das Meer zu genießen, aber wir atmen die salzige Luft tief ein und laufen zum Wasser.
Ich liebe das Meer und könnte Stunden hier verbringen! Leider reicht die Zeit nur für ein paar Fotos und das Sammeln einiger Muscheln, dann müssen wir uns auf den steilen Anstieg zum Restaurant machen.

 

 

Unterwegs begegnen wir noch einem älteren Herrn in kurzer Hose, der offensichtlich vom Schwimmen kommt. Brrr, dafür muss man schon ziemlich abgehärtet sein, denn nicht nur das Wasser ist kalt, auch die Außentemperatur ist in der letzten Stunde merklich gesunken.

Der Chef vom Smugglers Creek hat uns einen der schönsten Tische reserviert, im linken Fenster, mit freiem Blick über die Bucht und das Meer. Während wir das Essen genießen, können wir beobachten, wie die Lichter entlang der Bucht angehen.

Der Service ist aufmerksam, aber nicht nervig und das Essen ausgezeichnet. Elhausens nehmen Lachs im Blätterteig und Matthias und ich Steak. Den Abschluss bildet wieder „Death by Chocolate“ wie beim letzten Mal 2006, als wir mit anderen Freunden hier waren.

 

 

Aidan holt uns pünktlich ab und um 23 Uhr liegen wir vollgefuttert und zufrieden in unseren Betten!

Das Wetter heute: Anfangs schön, aber stürmisch. Nachmittags sehr schön, dann leider etwas eintrübend und abends einige Regentropfen.

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