Freitag, 28.9.2008

8 Uhr. Ich höre Geraschel und rufe mal so in den Raum hinein „Guten Morgen“! Es kommt eine gleiche Antwort, sie sind wach! Also mache ich mich schnell fertig und dann frage ich, wer was zum Frühstück möchte. Inga zieht es vor, die gewohnten Frosties und einen Cappuccino im Bett zu genießen, Holger und ich sind mehr für die herzhaften Genüsse und deshalb bereite ich Rührei mit Speck, Toast und auch Cappuccino für uns beide zu. In der Zwischenzeit deckt Holger den Tisch. Das Auflegen der von mir mitgebrachten Tischdecke wird nun jedes Mal regelrecht zelebriert, das hatten sie noch nie
Nach dem Spülen drehen Inga und ich eine große Runde in Tarmonbarry und ich schicke die seit Jahren erste Postkarte an meine Eltern. Der nette Ladenbesitzer bringt die Karte persönlich zum Briefkasten, weil ich diesen nicht finden kann. Anschließend photographieren wir alles, was sich nicht wehrt, unter anderem auch ein unglaublich kitschiges Denkmal:

Inga beschließt, zu Fuß nach Roosky zu gehen, weil sie Fotos von einer Kirche machen möchte, die sie für ihre Übersetzungen noch braucht. Das ist ganz schön weit und wir verabreden uns für 13 Uhr am Centra in Roosky. Abends sind wir in Battlebridge mit Wredes verabredet.
Holger und ich fahren gemütlich Richtung Norden. Im Lough Forbes angeln wir ein wenig, fangen aber nichts. Als die „Pic Du Soleil“ an uns vorbei fährt, mache ich Fotos von ihr. Ob sie wohl schon als Privat- oder noch als Mietboot von Waveline unterwegs ist?
Ich beschließe, kurz zu duschen. Noch während ich unter der Dusche stehe, gibt Holger oben auf der Flybridge plötzlich Gas und da fällt es mir auch ein: Wir haben völlig vergessen, dass die Schleusenwärter ab 13 Uhr Mittagspause haben. Mist! Um 12.50 Uhr erreichen wir die geschlossene Schleuse, kein Tony zu sehen. Im gleichen Moment ruft Inga an. Sie ist schon im Geschäft und fragt nach, ob sie uns etwas mitbringen soll. Wir legen wieder ab und wechseln auf die andere Seite, um Inga an Bord zu nehmen. Dafür müssen wir an einem ESL-Boot mit Schweizer Besatzung anlegen, die genau mittig am Anleger liegen.
Als Inga unser Schiff betritt ist klar, dass sie äußerst ungehalten ist. Um pünktlich in Roosky sein zu können, hatte sie ein Taxi genommen und nun sind wir unpünktlich und können nicht weiterfahren, weil wir nicht geschleust wurden.

Wir bleiben neben den Schweizern, bis Tony die Schleuse öffnet. Er gibt mir auf Nachfrage die Meteor-Telefonkarte, die Norbert hier für mich deponiert hat. Sie kommt sofort in mein Ersatzhandy, das ich zu diesem Zweck mitgebracht habe. Jetzt kann ich meiner Freundin wesentlich preiswertere SMS senden, als mit der deutschen Karte und sie mir, denn sie hat auch eine Meteor-Karte in ihrem Handy.
Tony bewundert unsere Spielzeuge: Holgers und mein GPS und Holgers Echolot. Er lässt sich alles genau erklären, vor allem das Garmin interessiert ihn sehr.

Unglücklicherweise fällt mir in der Ausfahrt aus dem Jamestown-Canal mein Ersatz-Handy ins Wasser. Es macht blupp und weg ist es, für immer verloren, mit Norberts Karte darin. Ich bin am Boden zerstört. Sabine, der ich per SMS ein wenig vorjammere, versucht, mich zu trösten.
Aber auch Inga und Holger haben Mitleid mit mir. Wir werden bald in Carrick-on-Shannon sein. Dort schaue ich dann mal, ob ich eine neue Karte für Norbert bekomme. Tatsächlich, es gibt einen Meteor-Shop und ich erstehe nicht nur eine, sondern gleich zwei Karten. Eine für mich und eine für Norbert. Man zahlt € 10,00 dafür, die man aber vollständig abtelefonieren kann. Danach ist mir schon wohler. Nur habe ich kein Handy mehr, um sie zu nutzen. Macht nichts, dann habe ich sie im nächsten Urlaub parat.
Inga und ich wollen zu Lidl, um zu schauen, ob sie noch den Fön aus dem Angebot von Donnerstag haben. Das ist ziemlich weit zu laufen! Und dann ist er auch noch ausverkauft! Wir gehen zu Supervalue auf der anderen Straßenseite und kaufen dort unglaublich leckeren Flapjack mit Cranberries, Mineralwasser, Guinness und Anderes. Unsere Rucksäcke sind ganz schön schwer auf dem Rückweg und wir bedauern es, dass uns Holger nicht in der Privat-Marina gegenüber von CC abholen kann, denn er liegt dort zum Tanken.
Holger ist fertig mit Tanken, als wir am Schiff ankommen und deshalb machen wir gleich die Leinen los und setzen uns in Bewegung. Inga serviert uns Cappuccino und dazu Flapjack in mundgerechten Stücken auf die Flybridge, dann legt sie sich aufs Sofa im Salon und schreibt an Ihrem Reisebericht, während wir Battlebridge-Lock ansteuern.
Unterwegs kommen uns jede Menge großer ESL-Schiffe mit fröhlichen, aber betrunken wirkenden Menschen entgegen. Wir versuchen, soviel Abstand wie möglich zu halten.
Ab dem Abzweig Richtung Lough Allen Kanal sind wir dann allein. Um 19.20 Uhr kommen wir in Battlebridge an und legen am unteren Schleusenanleger an. Oben liegt der Inverduke von Wredes. Holger geht mal hoch, die Lage peilen. Wredes wollen erst noch Abendessen an Bord und dann erst später ins Pub. Also beginnen wir mit dem Kochen. Es gibt Hähnchenbrust mit Champignons und Zwiebel-Sahnesoße überbacken und dazu Reis und Möhrensalat.
Mitten im Kochen tauchen Ina und Karl-Heinz auf. Es gibt ein großes Hallo, denn bisher hatten wir sie noch nicht persönlich kennen gelernt. Wir schwätzen, bis das Essen fertig ist, dann verlassen sie uns, damit wir in Ruhe futtern können. Wir sind aber auch hungrig von der frischen Luft und es schmeckt uns sehr gut!
Es bleibt noch eine Menge Reis übrig. Morgen wollen wir in Boyle ein Suppenhuhn kaufen und Hühnersuppe machen. Darin kann man dann den Reis weiterverwenden.
Nach dem Essen spülen Inga und ich zusammen ab, dann bewaffnen wir uns mit Taschenlampen und holen Wredes ab, um gemeinsam zum Pub zu gehen.
Um 22.30 Uhr beginnen die vier Musiker zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt haben wir schon zweimal die Plätze gewechselt! Der erste Tisch stand mitten zwischen zwei Torffeuern und war entsprechend qualmig, der zweite Tisch wurde von den Musikern beansprucht. Der dritte Tisch war dann aber optimal. Direkt neben den Musikern, zentral gelegen und bequem für Inga.

Kurz vor 24 Uhr gehen wir wieder an Bord unserer Schiffe, es war ein ausgesprochen schöner, harmonischer Abend und wir hatten viel Spaß.

Es kommt eine SMS von Matthias. Er hat noch nichts von unseren Kids gehört. Ich versuche ihn zu beruhigen. Wenn etwas wäre, hätten wir es sicher schon erfahren!

Wetter heute: Bewölkt, zeitweise sonnig, abends kühl, 8°C.

 

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