20.04.2006

Der Lower Lough Erne von seiner besten Seite

Heute Morgen wollten wir eigentlich schon um 07:00 Uhr starten, damit wir vor Kesh, wo wir uns mit dem Forumsmitglied Erwin (softi) und seiner Familie um 12:00 Uhr treffen wollen, noch dem Castle Caldwell einen Besuch abstatten konnten. Aber meist kommt es anders als gedacht. Das Bett war heute morgen soooo schön warm und gemütlich, dass wir einfach nicht aus den Kojen kamen und nachdem Holger mir dann auch noch wie jeden Morgen das Frühstück ans Bett gebracht hatte, war der Vorsatz mit den 7:00 Uhr schnell verworfen. Aber da wir ja schon so früh wach waren, konnten wir einen schönen Sonnenaufgang über der Cammagh Bay beobachten.

 
 

Nach dem Frühstück machten wir uns dann beide in aller Ruhe fertig. Kurz nach 09:00 Uhr legten wir ab. Da wir nun Castle Caldwell auf keinen Fall vor Kesh mehr schaffen würden, hielten wir uns gleich Richtung Kesh. Da wir aber nur circa eineinhalb Stunden von der Cammagh Bay bis nach Kesh brauchen würden, ließen wir uns richtig viel Zeit.

 

 

Wir passierten Inishmacsaint und nach einer kurzen Weiterfahrt auch die Schlecht-Wetter-Grenze, die wir heute endlich mal ohne Probleme und hohen Wellengang passieren konnten. Endlich konnten wir mal den „Ententeich“ Lower Lough Erne genießen. Dieser Ententeich war uns auf unseren drei Touren im Erne Gebiet bisher nur für einen Tag vergönnt gewesen und zwar vor zwei Jahren auf dem Weg nach Belleek. Der Rückweg damals führte dann zu meinem See-Koller. Den Sturm habe ich bis heute nicht vergessen und dadurch sind wir gerade beim Lower Lough Erne sehr vorsichtig geworden, sprich, wir fahren zum Übernachten immer hinter die Schlecht-Wetter-Grenze. So kann uns dann kein Sturm mehr auf dem Lower Lough Erne überraschen. Aber heute hatten wir nun endlich mal kaum bis gar keinen Wind und da wir auch mehr oder minder alleine auf dem großen See unterwegs waren, war es noch umso schöner.
Links von uns erhoben sich in der Ferne die Cliffs of Magho, die wir ja gestern bestiegen hatten und rechts konnten wir schon in der Ferne den weißen Marker mit einem Kreis an der Spitze von der Inishmakill Insel sehen.

 

 

Castle Archdale Island (Castle Archdale Inseln)
Dieses Schutzgebiet umfasst drei Inseln: Inishmakill, Cleenishmeen und Cleenishgarve. Die Inseln bieten ein Beispiel für einen relativ ungestörten, gemischten Laubwald auf einer Grundmoräne in dem Becken des Lower Lough Erne.
Der Zugang auf die Inseln ist nur im Frühling und im Sommer möglich.

Zitat aus: http://www.forestserviceni.gov.uk/environment/nature_reserves/fermanagh.htm ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

Castle Archdale Islands (Castle Archdale Inseln)
Die Inseln befinden sich in der „Castle Archdale Bay“ (Bucht von Castle Archdale) in der nordöstlichen Ecke des Lower Lough Erne. Diese Inseln werden von dem Castle Archdale Country Park überblickt, der sich ungefähr 12 Meilen nördlich von Enniskillen an der B52 Straße nach Kesh befindet.
Beschreibung
Diese kleinen, hügeligen Inseln sind die obersten Teile von Drumlins, die unteren Teile von ihnen wurden vom Wasser überflutet, als der Lough Erne entstand.

Drumlin
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Drumlins
(von irisch droim /drim´/ "Rücken", "Höhenrücken") sind längliche Hügel von tropfenförmigem Grundriss, deren Längsachse in der ehemaligen Eisbewegungsrichtung eines (eiszeitlichen) Gletschers liegt. Die stromlinienförmigen Körper wurden unter einem sich aktiv bewegenden Gletscher geformt. Sie sind damit Bestandteil der Grundmoränenlandschaft.

Im Zehrgebiet eines Gletschers überwiegt die Ablagerung von Material, nicht die Abtragung. Es wird das Lockersediment Geschiebemergel gebildet, welches durch Eisdruck verformbar ist. Die Grenzfläche zwischen einem Gletscher und seinem verformbaren Untergrund ist nach dem Helmholtzschen Gesetz wellenförmig. Unter bestimmten, bis heute nicht restlos geklärten Bedingungen, entstehen regelmäßige und stromlinienförmige Körper, eben die Drumlins. In anderen Fällen wurden vorhandene Erhebungen wie ältere Grundmoränen durch den Gletscher "überfahren". So erhielten sie ihre stromlinienförmige Gestalt.
Drumlins sind höchstens einige zehner Meter hoch und einige hundert Meter lang. Sie bestehen meist aus Moränenmaterial (Geschiebemergel), können aber auch Elemente glazifluvialer Ablagerungen beinhalten. Dann geht man davon aus, dass glazifluviale Ablagerungen älterer Eisvorstöße durch jüngeres Eis überfahren und in Drumlins umgewandelt wurden.
Der Bodenseeraum um Konstanz, die Eberfinger Drumlinfelder nahe dem oberbayerischen Weilheim und das Zürcher Oberland sind Beispiele für Drumlin-Landschaften. In Norddeutschland sind Drumlins hingegen ein eher seltenes Phänomen.
Im Unterschied zu den Drumlins entstanden die weniger stromlinienförmigen und sehr langgestreckten Oser durch Schmelzwasser, welches unter dem Gletscher abfloss.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Drumlin

Das relativ unbeschädigte Waldgebiet auf diesen Inseln ist eine Mischung aus vielen Arten, die auch Eichen, Eiben und Eschen beinhalten. Diese Bäume sind hoch gewachsen und bilden den Baldachin des Waldes, während darunter Weiden und Haselnussbäume ihre Zweige ausbreiten, um Licht abzubekommen. Der Spindelbaum mit seinen grünen Stämmen wächst ebenfalls hier, er ist jedoch schwer zu finden. Nur im Herbst, wenn sich seine Blätter dunkelrot verfärben und seine Früchte hellrosa und rot sind, fällt er auf. Dann bilden auch die Espen mit ihrem kreisförmigen, goldenen Laub Farbkleckse im Wald.

Die offenen Lichtungen im Wald, mit ihren durch Adlerfarn, Brombeersträuchern, Weißdorn und Efeu begrünten Flächen, sind das ideale Heim für die Gartengrasmücke. Diese seltenen kleinen braunen Vögel nisten nahe am Boden inmitten des Laubs.

Gartengrasmücke
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gartengrasmücke

Die Gartengrasmücke (Sylvia borin) ist ein Singvogel aus der Gattung der Grasmücken (Sylvia) und der Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae).

Beschreibung
Die Gartengrasmücke wird etwa 14 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 21 bis 24 cm. Das Gewicht beträgt etwa 16 bis 22 Gramm. Die Oberseite ist olivbraun, und die Unterseite ist weißbraun gefärbt. Der scheue Vogel hat einen blassen, hellen Augenring und graue Beine. Männchen und Weibchen haben die gleiche Färbung. Eine Gartengrasmücke kann bis zu 10 Jahre alt werden.

Lebensraum
In fast ganz Europa ist der Langstreckenzieher von Mai bis September weit verbreitet. Sein Winterquartier hat er im tropischen Afrika. Abreisezeit und Zugrichtung sind ihm angeboren. Die Gartengrasmücke lebt in Gärten, Parks, buschreichen Landschaften und offenen Waldgebieten. Viele suchen sich jedes Jahr das gleiche Revier für den Sommer aus.

     Gartengrasmücke (Sylvia borin)
     Systematik

     Ordnung:
     Unterordnung:
    
Familie:
    
Gattung:
     Art:
Sperlingsvögel (Passeriformes)
Singvögel (Passeri)
Grasmückenartige (Sylviidae)
Grasmücken (Sylvia)
Gartengrasmücke
     Wissenschaftlicher Name
     Sylvia borin
     (BODDAERT, 1783)

 

 

Ernährung
Die Gartengrasmücke ernährt sich von Spinnen, Weichtieren, Beeren, Insekten und deren Larven.Fortpflanzung
Die Geschlechtsreife tritt nach einem Jahr ein. Das aus Gräsern, Wurzeln, Haaren und Halmen erbaute napffömige Nest ist meistens kurz über dem Boden gut im dichten Busch versteckt. Das Weibchen legt 4 bis 5 braun gefleckte, weiße Eier. Die Eier werden in der Hauptbrutzeit Mai bis Juli, 11 bis 12 Tage abwechselnd von beiden Partnern gewärmt. Die nackten Jungvögel bleiben 10 bis 12 Tage im Nest. Der Bestand in Europa wird auf ca. 12 Millionen Brutpaare geschätzt.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Gartengrasm%C3%BCcke

Der in der Mitte gelegene Teil von Inishmakill wurde einst für die Landwirtschaft aufgebessert, aber die einzigen Hinweise auf diese Vergangenheit sind alte Feldabzugsgräben und die Mauern eines Hauses, die heute fast von den Bäumen geschluckt sind. Das Haus wurde in den 1930er Jahren aufgegeben. Anders als der umgebene Wald, der ein Nadelwald ist, sind die Mehrzahl der Bäume im Country Park Laubbäume. Der wichtigste Baum ist eine einheimische Eiche, die eine große Anzahl von Insekten und Vögeln und anderen Tieren ernährt.
Zusammen mit Eschen bildet die Eiche den oberen Kronenschluss von haubaren Bäumen, unter denen eine breite Vielzahl von Sträuchern und Bodendeckern gedeiht. Besucher des Lough Erne finden im Castle Archdale eine gute Basis mit einer exzellenten Marina und Slipways. Hier können auch diejenigen der Besucher Boote mieten, die die nahe gelegenen Inseln erkunden möchten. Einige von ihnen sind Nationale Naturreservate.

http://fermanagh.goireland.com/scripts/low/xq/asp/areaid.177/areatype.C/cat.6/SubjectID.1/PremisesID.14875/qx/premises.htm

 

Nachdem wir Inishmakill zu unserer Rechten passiert hatten, meinte Holger, dass das wohl die Insel wäre, auf der sich immer Schwule treffen würden, denn links von uns lag Gay Island, oder warum hieß die Insel so? Ich glaube, dass muss ich wohl noch mal nachlesen, aber diesen Grund kann es ja eigentlich nicht haben. Leider habe ich über diese Insel nichts herausgefunden, wobei ich aber dazu sagen muss, dass gay nicht nur mit schwul, sondern auch mit bunt, glänzend, heiter übersetzt werden kann. Gay Island ist auf jedenfalls eine sehr kleine, mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Insel im Upper Lough Erne.

Gleich neben der Insel sahen wir Möwen auf einem etwas schadhaften roten Marker sitzen, von dem eigentlich nur noch die Stange übrig geblieben war. Zu meinem Glück blieben die beiden Möwen einmal sitzen, so dass ich sie tatsächlich mal fotografieren konnte.
Weiter ging es in Richtung Kesh. Jetzt näherten wir uns auf unserer rechten Seite Cleenishgarve Island, die genauso wie Inishmakill und Cleenishmeen zu den Castle Archdale Inseln gehört. Obwohl wir heute ein wunderschönen ruhigen Tag auf dem Lower Lough Erne erwischt hatten, ist dieser an manchen anderen Tagen doch vom Sturm aufgewühlt und so sind auch schon einige tragische Unglücke hier passiert. Die Beschreibung von zwei schweren Bootsunglücken habe ich zufälligerweise beim Googeln auf der Suche nach Cleenishgarve Island gefunden und werde sie an dieser Stelle einmal wiedergeben, da sie genau in diesem Bereich des Sees passiert waren.
The Impartial Reporter vom 24. Mai 2001
Der Besitzer der Hausbootvermietung, von dem die zwei deutschen Touristen, welche letztes Wochenende bei einem tragischen Bootsunfall auf dem Lower Lough Erne gestorben waren, ihr Boot gemietet hatten, sprach über den Verlust der zwei Männer, die für ihn mehr als nur Kunden gewesen wären. Mr. Michael McCaldin von der Aghinver Boat Company, sagte, dass er die beiden Männer, Herrn G. und Herrn L., seit 1988 gekannt hätte, als sie das erste Mal nach Fermanagh gekommen wären und sie gute Freunde geworden wären. Die zwei Männer machten sich am Samstagabend um 18:30 Uhr von Aghinver aus in Richtung Castle Caldwell, direkt über den ausgedehnten See, auf den Weg.
Nachdem sie mit McCaldin einen Drink auf dem Boot genossen hatten, telefonierten sie noch vor ihrer Abfahrt mit ihren Familien in Deutschland und dann machten sie sich auf den See auf den Weg. Das war das letzte, was man von ihnen gehört hatte.
Am folgenden Morgen fand eine vorbeifahrende Gruppe von deutschen Fischern das Boot, das, weniger als eine Meile entfernt von Aghinver, auf das Ufer von Cleenishgarve Island aufgelaufen war.
Sie benutzten ihre Handys, um die deutsche Notrufnummer anzurufen. Die Notrufzentrale versuchte dann die Polizei in Enniskillen zu alarmieren. Leider erwies sich die Sprachbarriere als unüberbrückbar und erst als ein zweites vorbeifahrendes Boot, diesmal mit einer Gruppe vom Castle Archdale das betroffene Hausboot sah, wurde die Polizei erneut kontaktiert, die über das Geschehen in volle Kenntnis gesetzt wurden.
Die “RNLI” (Royal National Lifeboat Institution) wurde alarmiert und sie reagierte so schnell, dass sie schon 20 Minuten später als erster den Ort des Geschehens erreichten. Auch wenn sie von Amts wegen noch nicht funktionsbereit waren. Sie machten dann auch die grauenvolle Entdeckung von einem Körper, der immer noch mit einem Tau mit dem Heck des Schiffes neben dem nach oben gewandten Dingi verbunden war.
Es war der Körper von dem 70jährigen Herrn L., aber es gab kein Hinweis auf seinen 68jährigen Freund Herrn G.. Sein Körper musste nun gefunden werden. Eine lückenlose Suche nach dem vermissten Mann mit Polizeitauchern und Mannschaften der Gebirgsrettung, die sich der RNLI anfügten und einheimischen Bootsbesitzern auf dem See und an den Ufern der umliegenden Inseln fand während des ganzen Sonntags und Montags und in den Rest der Woche hinein statt. Ein Armeehubschrauber fand in der Nähe den Rettungsring des Hausbootes, was darauf hinwies, dass er von Bord geworfen worden war, vielleicht während eines Rettungsversuches. Spekulationen darüber, was wirklich geschehen war, gingen weiter und obwohl, wie es Mr. McCaldin unterstrich, einzig nur zwei Menschen, die nicht mehr unter uns sind, es genau wissen können, was genau passiert war, ist es unwahrscheinlich, dass das Boot einfach bei Cleenishgarve Island auf Grund gelaufen war, wie es ursprünglich berichtet wurde.
Die plausibelste Erklärung der Tragödie scheint zu sein, dass einer der zwei Männer, wahrscheinlich Herr L., während der Fahrt über den ausgedehnten See über Bord gegangen war. Der andere Mann, vermutlich Herr G., schaltete das Boot in den Leerlauf und warf dann von dem Heck aus den Rettungsring und das Tau zu seinem Freund, mit dem sich Herr L. selbst umwickelte. Herr L. könnte dann möglicherweise versucht haben, aus dem Wasser zu kommen, in dem er sich selbst in das Dingi ziehen wollte, dass an der Hinterseite des Schiffes vertäut war. Allerdings scheint es, dass das Dingi bei dem Versuch umstürzte und Herrn L. im Wasser hilflos zurückblieb, ohne Kraft sich selbst aus dem Wasser in das Hausboot ziehen zu können. Es ist aber ein größeres Mysterium, was mit Herrn G. passiert war, da einer auf dem Boot gewesen sein musste, nachdem der erste Mann über Bord gegangen war, denn einer musste den Motor in den Leerlauf gestellt haben und einer musste den Rettungsring und das Tau in das Wasser geworfen haben. Es könnte sein, dass auch er danach ins Wasser gesprungen war, um zu versuchen, das Leben seines Freundes zu retten. Mit niemanden am Steuer war das Boot mit dem Strom zurück nach Cleenishgarve Island getrieben, wo es dann vermutlich zum stillstand kam.
Mr. McCaldin erklärte, dass es schwer nachzuvollziehen sein wird, wie das Unglück passiert sein könnte, da beide Männer sehr erfahrene Bootsfahrer gewesen waren, die den See seit 1988 besuchten und insbesondere Herr G. segelte schon sein ganzes Leben lang. Zusätzlich scheint es nicht, dass sich das Boot in besonders rauem Wasser befunden hatte oder dass es einen plötzlichen Ruck irgendeiner Art erfahren hatte, da die Gläser immer noch auf dem Tisch standen und nichts umgestürzt war. Als die Polizei sich dem Boot näherte, lief der Motor immer noch und die Stereoanlage war angelassen worden.
Über die Jahre hinweg wurden die beiden Deutsche gute Freunde von den McCaldins und sie hatten sie während der Woche zum Essen eingeladen. Auf ihren jährlichen Urlaub auf dem See schienen sie sich gewaltig gefreut zu habe.
Mr. McCaldin beschrieb sie liebevoll als „schwer Lough Erne Süchtige“. Als sie am frühen Samstagmorgen in Aghinver angekommen waren, bemerkte einer von den beiden Männern „ich bin so glücklich, wieder zu Hause zu sein“. Beide Männer lebten in Esslingen, in der Nähe von Stuttgart, zusammen mit einem anderen Mann, der den Urlaub normalerweise mit ihnen verbrachte, der aber dieses Jahr zurückziehen musste, da seine Frau fürchterlich krank wurde, kurz bevor sie nach Irland aufbrechen wollten. Sie genossen außerordentlich die Ruhe und die Gelassenheit des Sees. Oft legten sie nicht an Anlegern an, sondern zogen es vor, an Tonnen festzumachen oder den Anker zu werfen, um sich abseits des Lärms anderer Besucher zu erholen.
Mr. Eckard Berlin, ein Nachbar der McCaldins unterrichtete die Familien der toten Männer über das Unglück. Er konnte ihnen die Neuigkeiten auf Deutsch mitteilen. Einige Mitglieder der jeweiligen Familie kamen am Montag in Nordirland an, einher mit dem Mann, der der dritte Freund dieser Reisegruppe war. Mr. McCaldin traf sie am Flughafen und brachte sie nach Fermanagh. Der Sohn von Herrn G. hatte nun die traumatische Situation zu bewältigen, um seinen Vater zu trauern, ohne eine Gegenwart eines Körpers.
Eine ähnliche Tragödie ereignete sich 1977 am Gubbaroe Point, weniger als 400 Meter von Cleenishgarve Island entfernt. Fünf Menschen starben, nachdem ihr Hausboot mit einem Felsen zusammenstieß. Es wurde am nächsten Tag mit einem Loch im Schiffsrumpf gefunden. Drei Körper von diesen fünf Menschen, einschließlich der Körper eines sechs Monate alten Babys, wurden nie gefunden.
Die Stimmung bei der RNLI Station in Enniskillen war ziemlich ernst, da sie es offensichtlich bevorzugt hätten, ihren ersten „Ruf“ in freudigeren Umständen beendet zu haben. Sie können allerdings zufrieden mit der Schnelligkeit und der Professionalität ihrer Reaktion sein, gerade vier Tage vor ihrem offiziellen Start. Ein RNLI Mannschaftsmitglied unterstrich, dass, wenn alle Hausboote auf dem See mit einem „Mann-über-Bord-Knopf“ ausgestattet wären, der nach einem Unfall gedrückt werden könnte und ein ständiges Mayday zu der Küstenwache schicken könnte, die wiederum die RNLI alarmiert, viel mehr Leben auf dem See gerettet werden könnten. Im Fall des tragischen Unglücksfalls vom Samstagabend scheint der Hauptgrund für den Tod mindestens von Herrn L. zu sein, dass niemand davon wusste, um dann Hilfe leisten zu können.

Zitat aus: http://www.impartialreporter.com/archive/2001-05-24/news/story1767.html ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

The Impartial Reporter vom 14. Juni 2001
Der Körper von dem deutschen Touristen, der bei einem Bootsunglück auf dem Lower Lough Erne am 19. Mai verstarb, wurde entfernt von Teefin Island in der Nähe von Castle Archdale am Donnerstag gefunden.
Der 68jährige Herr G., ein Architekt aus Esslingen in der Nähe von Stuttgart wurde vermisst und als tot vermutet, seit der Körper seines Freundes, Herrn L., im Wasser neben dem gemieteten Hausboot auf Cleenishgarve Island, gleich nördlich von Teefin, am Sonntagmorgen, den 20. Mai, gefunden wurde.
Der Eigentümer der Aghinver Boat Company, Mr. Michael McCaldin, von dem die beiden Männer ihr Hausboot gemietet hatten, war ein enger Freund von ihnen gewesen, seit ihrem ersten Besuch des Lough Erne im Jahre 1988.
Er hatte jeden Tag seit dem Unglück nach dem Körper von Herrn G. gesucht. Es waren auch Mickey und seine Frau Liz, die den Körper im Wasser bei Teefin am Donnerstag um ungefähr 20:15 Uhr gefunden haben.
In der Nacht zum Donnerstag war es sehr windig gewesen und Mickey erkannte eine Änderung in der Windrichtung, die seine Wahl des Suchbereichs beeinflusste. Liz erkannte etwas Blaues im Wasser in der Nähe des Ufers der Insel, verlor das aber gleich darauf aus dem Auge.
Bei der näheren Betrachtung wurde es offensichtlich, das da bestimmt etwas im Wasser war, aber da es zu dicht am Ufer war und das Wasser hier sehr seicht war, konnten die McCaldins nicht näher mit ihrem Boot heranfahren. Sie fuhren ihr Boot auf die Leeseite der Insel und nachdem sie es festgemacht hatten, machten sie sich zu Fuß zum dem Ufer auf, wo sie etwas im Wasser entdeckt hatten. Von der kürzeren Entfernung aus, waren sie in der Lage, anhand der Kleidung, zu bestätigen, dass es sich um den Körper von Herrn G. handelte.
Mickey rief die Küstenwache an, die zu ihrem Haus kamen, um dann mit ihnen zu dem gefundenen Körper ihres Freundes zu gehen. Ein einheimisches Bestattungsinstitut holte später den Körper ab und brachte ihn in die Leichenhalle, während Mr. McCaldin mit dem Sohn von Herrn G., der früher in der Woche nach Deutschland zurückgekehrt war, telefonierte, um ihm von den Fund zu berichten.

http://www.impartialreporter.com/archive/2001-06-14/news/story1840.html

 

Wir hatten heute aber, wie schon gesagt, mit dem Wetter Glück und so störte uns fast keine Welle auf unserem Weg nach Kesh. Nachdem wir an Cleenishmeen Island und Gubbaroe Point passiert hatten, sahen wir vor uns den weißen Marker mit dem Kreuz. Diesen passierten wir auf der rechten Seite des Markers.

Mittlerweile waren auch die letzten Wellen auf dem See verschwunden und daher war der Lower Lough Erne jetzt so glatt, dass sich sogar die Insel und die Wolken im Wasser spiegelten. Das war wirklich ein toller Anblick. So ruhig hatten wir den See wirklich noch nie erlebt.

 

Unterdessen waren wir auch nicht mehr alleine auf dem See unterwegs, denn kurz vor der Einfahrt in den Glendarragh River, der eigentlich nur Kesh River genannt wird, da dieser vom Lower Lough Erne zum Ort Kesh führt, gesellte sich eine Penichette zu uns, die von der anderen Seite, also aus Richtung Belleek zu uns gestoßen war. Ansonsten waren heute Morgen noch nicht viele Boote auf dem See. Wir hatten wohl außer der Penichette nur noch ein anderes Boot in der Ferne gesehen und das bei diesen tollen Verhältnissen auf dem See.

 Wir erreichten, wie sich später herausstellte, zum Glück kurz vor der Penichette die Einfahrt in den Kesh River, die wirklich gut markiert und beschildert war. Markiert war sie durch einen weißen Marker mit einem Kreuz an der Spitze und die Schilder waren nicht etwa Hinweisschilder, die einem zu dem Ort Kesh führen sollten, sondern es waren Schilder, die die Geschwindigkeit auf 5 km/h beschränkten und es gab auch ein Schild, das hier das Fahren mit einem Jetsky verbot, welches ein sehr beliebter Sport auf dem Lower Lough Erne ist.


Hinter uns gesellte sich jetzt die Penichette zu uns.

Der lange schmale Fluss nach Kesh, der Kesh River, stellte sich als äußerst reizvoll heraus, wir hatten gerade Windstille und da wir ja schon wie gesagt, den Fluss zum Glück vor der Penichette erreicht hatten, lag ein spiegelglatter Fluss vor uns. Ich machte an die vierzig Spiegelbilder, ich befand mich förmlich in einem Fotorrausch. Es war aber auch ein fantastischer Anblick, der nur von dem River Suck vom letzten Jahr zu vergleichen war. Die Penichette hielt ordentlich Abstand, wahrscheinlich wollten sie auch ein paar Fotos dieser Spiegelungen machen und so warteten sie wohl lieber ab, bis sich die von uns erzeugten Wellen wieder beruhigt hatten. Und da die Fotos wirklich so schön geworden sind, muss ich an dieser Stelle doch ein paar mehr von ihnen zeigen. Hier sind also Impressionen von unserer Fahrt auf dem Kesh River!

 

 
 

 
 

 
 

 

 

Dann kamen wir noch an einer etwas anderen Übernachtungsmöglichkeit vorbei!

 

Und uns kam auch tatsächlich mal ein Boot entgegen!

 

 

Anleger kurz vor Kesh

 

 

 

Um 10.45 Uhr liefen wir in den Hafen von Kesh ein und machten am vordersten Platz des Anlegers direkt bei der Brücke fest. Außer uns lag hier nur noch ein irisches Privatboot.

 

Nachdem wir unsere Daisy festgemacht hatten, machte sich Holger gleich daran, die Daisy hafenfein zu machen. Wir sollten ja noch Besuch von Forumskollegen bekommen und da musste sich ja auch die Daisy von ihrer besten Seite zeigen können. Während Holger also klar Schiff machte, kam auch die Penichette im Hafen an und ich lief den Anleger entlang, um der Mannschaft beim Anlegen zu helfen, worüber sie sich auch sehr freuten. Die Penichette machte vor dem irischen Privatboot am
hinteren Teil des Anlegers fest.

Auf dem Rückweg zur Daisy sah ich mir die beiden Hinweisschilder, die an der Mauer befestigt waren, etwas genauer an. Das eine besagt, dass der Hafen von Kesh am 07. Oktober 1999 offiziell eröffnet worden war und es benennt auch die gesamten Förderer des Bauprojekts, unter anderem der Aufbaufond der EU und die „Millennium Commission“ (das Jahrtausendkomitee), das auf dem zweiten Hinweisschild näher erläutert wird. So besagt also das zweite Hinweisschild, dass sich hinter der „Millennium Commission“ ein „Millennium Project“ (Jahrtausendvorhaben) verbirgt, dass von einem Fond der Nationalen Lotterie unterstützt wird. Da es erst kurz vor 11.00 Uhr war und wir uns erst um 12.00 Uhr mit Erwin verabredet hatten, wollten wir die Zeit nutzen, um Kesh zu erkunden und um noch ein paar Sachen einzukaufen.
Wir wollten unter anderem wieder nach Einmalgrills schauen, da uns das Grillen so gut gefallen hatte. Die letzten hatten wir ja in Carrick-on-Shannon bekommen.
Wir hatten uns gerade fertig gemacht, das Boot verschlossen, als ein ABC Boot mit einem Forumswimpel den Anleger von Kesh ansteuerte. Da waren Erwin, Ursula und Thomas also auch früher wie erwartet in Kesh angekommen. Wir halfen ihnen dabei, ihr Boot direkt hinter unserem Boot festzumachen.

Wir begrüßten uns danach herzlich und entschlossen uns dann, gemeinsam in den Ort zu gehen, da auch Erwin und Ursula unbedingt einkaufen gehen mussten, da sie ja erst in Irland angekommen waren. Beneidenswert! Wir hatten schon die Hälfte von unserem Urlaub hinter uns und die Schweizer hatten noch den ganzen Urlaub vor sich. Man möchte am liebsten mir ihnen tauschen. Holger hatte mittlerweile eine SMS von Martina bekommen (nie hatten wir vorher, sowohl in Irland als auch in Deutschland, so viele SMS geschrieben, wie in diesem Urlaub!), die besagte, dass sich auch Martina mit ihrer Crew auf den Weg nach Kesh befinden würde, um sich hier mit uns und Erwin treffen zu können. Toll, dass wir in diesem Urlaub so viele Leute aus dem Forum treffen konnten, das machte diesen Urlaub wirklich einmalig. Nachdem alle ihre Boote verschlossen hatten, machten wir uns gemeinsam nach Kesh auf.

 

Kesh, eine kleine Geschichte
von John B Cunningham

Der Ort Kesh hatte seinen Anfang mit einer Furt oder einer Überquerungsstelle des Flusses Glendarragh. In der Vergangenheit war der Lough Erne viel dichter als heute an dem Ort gelegen. Vor der ersten großen Entwässerung des Ernes in den 1880ern, war der Wasserpegel des Sees ungefähr acht Fuß höher und besonders zu den Zeiten des Hochwassers erreichte er meistens Kesh. Das Ráth (ein Rundfort mit Befestigungen aus Holz) bei Rosscah Hill oberhalb des späteren Joe Robert House (ein früheres Pfarrhaus der Gemeinde von Drumkeeran) deutet auf die ursprüngliche Siedlung hin, die sich hier wahrscheinlich schon zur Eisenzeit, also vor 2.000 Jahren, befunden hatte. Auf diesem Hügel gibt es zwei Ráths, aber von dem Ráth, das dem Haus am nächsten liegt, glaubt man, dass es nur eine schmückende Einrichtung zu dem Haus war und es wird vermutet, das es zur gleichen Zeit wie das Haus gebaut wurde und das war in den späten 1700 Jahren. Der große „Standing Stone“ (stehende Stein) in Rosculban könnte ebenso ein Relikt aus der Eisenzeit sein.
Nach einer Zeit wurde die Furt mit einer „Wicker Bridge“ (Weidenbrücke) erweitert. Das gälische Wort für die „Wicker Bridge“ (Weidenbrücke) ist „Ceis“ und infolgedessen erhielt der Ort seinen Namen. Der Name wurde auf verschiedene Arten und Weisen buchstabiert, aber hauptsächlich überlebten „Kish“ oder „Cash“ bis in die moderne Zeit hinein. Eine ältere Redewendung der Ortschaft, welche sich wohl auf die Anfertigen von Körben und Arbeiten mit der Korbweide in dieser Gegend bezieht, lautet, dass jeder, der über einen großen Hintern verfügt, „einen Arsch, wie ein Korb aus Kesh, bei sich hätte“. John O’Donovan, der berühmte irische Gelehrte, schrieb zwei Berichte über Kesh, während er der Ordnance Survey dabei half, die erste moderne Karte von Irland zu erstellen. Den ersten Bericht verfasste er am 31. Oktober 1834 in seinem Gasthaus und er hatte offensichtliche Schwierigkeiten in Kesh während dieser Halloween Nacht zu schreiben. Er beendete den Bericht mit folgenden Worten: „ich bitte um Entschuldigung für die Hast und die Beeinträchtigungen durch die Halloween Nacht in diesem wilden, ländlichen Dorf.“ Laut den O. S. Erinnerungen. aus dem Jahr 1834, hatte Kesh eine Polizeitruppe. Diese umfasste einen Wachtmann und vier Unterwachtmännern. Kesh hatte den Erinnerungen nach einen wöchentlichen Markt sowie fünf Messen im Jahr. Die Einwohnerzahl betrug 120 Menschen. Jeden Tag um 12:00 Uhr kam der berittene Postbote aus Enniskillen und um 13:00 Uhr machte er sich auf den Rückweg. In Kesh wurde auch die „Penny Post“ für Briefe nach Pettigo eingeführt.
Den jemals größten Auftrieb erlebte Kesh 1866 mit der Ankunft der Eisenbahn. Die Eisenbahn stellte Arbeitsstellen und einen Fokus auf den Handelsverkehr von und nach Kesh bereit. Die Haushalts- und Eisenwarengeschäfte und auch die Geschäfte, die die Farmer mit nötigen Dingen für die Farm versorgten, konnten nun eine größere Auswahl an Waren anbieten und die Lagervorräte konnten jetzt viel schneller als mit dem Pferdewagen aufgefüllt werden. Das Vieh und andere lebende Tiere konnten jetzt zu weiter entfernt liegende Märkte transportiert werden, nachdem sie auf den einheimischen Messen wie Ederney und Lack gekauft worden waren. Butter und Eier konnten nun in größeren Mengen hergestellt werden und Märkte wie Belfast und Dublin konnten nun leicht mit dem Zug erreicht werden. Ein weiterer Segen für Kesh war die Einrichtung einer Molkerei, obgleich dieses gegen vielen lokalen Widerstand getan wurde.
Die folgenden Daten aus dem Verzeichnis des „Slater“ aus dem Jahr 1870 geben Aufschluss über das Wirtschaftsleben von Kesh zu dieser Zeit.
  Bäcker Bernard Kelly  
  Schmied Alexander Coulter und Henry Irwin  
  Bootsbauer und Schuhmacher Bernard Flynn, Terence Harran, James Irwin, Samuel Mc Caffrey und William Wherry
 
 
  Tischler und Kutschenmacher William Mc Clintock  
  China, Glas- und Töpferwarenkaufmann William Gilmore  
  Auswanderungsbeauftrager James Aiken  
  Lebensmittelhändler James Aiken, Richard Elliott, Adam Eves, William Gilmore und Bernard Kelly  
  Guano- und Saatguthändler James Aiken  
  Haushalts- und Eisenwarenkaufmann James Aiken und William Gilmore  
  Leinen-, Wollwaren-, Tuch- und Kurzwarenhändler James Aiken  
  Hutmacherin und Damenschneiderin Catherine Doonan  
  Nagelmacher William Graham und Joseph Mc Barron  
  Ärzte und Chirurgen Baptist G. Graham, Drumrush, Kesh  
  Postamt Adam Eves  
  Alkohol- und Bierhändler William Aiken, William Campbell und Thomas Muldoon  
  Schneider Patrick Doonan und Edward Johnston  
  Bauholz-, Eisen- und Kohlenhändler James Aiken  
  Bahnhof von Kesh James Connell (Bahnhofsvorsteher)  
  Polizeistation
 
Thomas Lewers (Unterinspekteur) ,
Thomas Kernan (Hauptwachtmeister)
 
Zitat aus: http://www.fermanagh.org.uk/genealogy/focus/kesh/history.htm ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

Zur Erläuterung: die „Penny-Post“
Sir Rowland Hill, ein pensionierter Lehrer, führte 1840 in England die „Penny-Post“ für Briefe ein. Die Neuerung war, dass nicht wie bisher, nach dem Erhalt der Briefe gezahlt wurde, sondern dass, mit Einführung des Stempels, der Versender den Brief bezahlte.

Zitat aus: http://www.woodlands-junior.kent.sch.uk/Homework/victorians/inventions.htm ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

Kesh
Kesh ist ein kleiner, gut entwickelter Ort der Fischerei im Nordwesten von Fermanagh. Er liegt wunderschön, nur ein paar Kilometer vom Lower Lough Erne entfernt, am Fluss Kesh. Kesh hat eine starke Wasseratmosphäre.
Viele Besucher der Grafschaft Fermanagh mieten sich hier ein Boot, um den See und den Fluss zu erkunden. Die Marina ist sehr malerisch und gut ausgestattet und sie umfasst einige Ferienhäuser und das wunderschöne Lough Erne Hotel, in dem jeder am Flussufer eine Mahlzeit genießen kann.
Jene Besucher, die nicht seefest sind, können sich bei einem Pint ohne Wasser in dem Mayfly Inn auf der Main Street trösten!
Etwas außerhalb des Ortes liegt Muckross Quay, ein großartiger Einstiegspunkt in den Lower Lough Erne, der gerade bei den Fischern sehr beliebt ist.
In der Vergangenheit wurden in Kesh einige herrliche Exemplare von Fischen gefangen, unter anderem eine Forelle von über 19 lb (lb ≙ Pfund) und ein Hecht von 40 lb.

http://www.enniskillen.com/kesh.html

Kesh ist ein nettes Örtchen, in dem man gut einkaufen gehen kann. Neben zwei Einkaufsmärkten gibt es hier noch eine Drogerie, einen Haushaltswarenladen, eine Post, die sich in einem Einkaufsladen befindet und einen Laden mit Angelzubehör. Natürlich dürfen die Pubs nicht fehlen. Wir bekamen hier alles, was wir haben wollten. Die Auswahl an Fleisch zum Grillen war enorm und in dem Laden für Haushaltswaren bekamen wir auch noch zwei Grills für den einmaligen Gebrauch.

 
 

 
In dem Haushaltswarengeschäft gesellten sich auch noch zwei tolle Stofftier-Bären zu uns. Eigentlich waren es ja vier, denn der eine Bär, bzw. die eine Bärin hält zwei kleine Bären in ihrem Armen. Die Bärin zahlte ich, den anderen Bär, der laut Holger so guckt wie Fritz, bezahlte Holger. Da wird sich sicherlich Kleo (unsere rote Katze von Steiff) an Bord freuen, dass sie nicht mehr alleine in der Koje liegen muss, denn Käptän Blaubär (das zweite Stofftier, das uns meist nach Irland begleitet) passt in der Nacht lieber auf den Steuerstand auf. Wir hatten uns kurz in dem einem der zwei Einkaufsmärkte von Erwin und seiner Crew getrennt. Erwin und seine Familie mussten doch etwas mehr als wir einkaufen und sollten dies natürlich auch in Ruhe machen. Wir wollten sie dabei nicht hetzen. Nachdem wir alle nötigen und unnötige Sachen eingekauft hatten, kehrten wir zum Anleger zurück.

 

 

Auf der Brücke angekommen, die über den Kesh River führt, sahen wir das MHM Boot der Friebels am Anleger liegen. Sie hatten also auch mittlerweile Kesh erreicht. Martina hatte uns ebenfalls entdeckt und machte Fotos von uns, als wir oben auf der Brücke waren und als wir den Weg zum Anleger hinuntergelaufen kamen.

Wir begrüßten die Friebels und zeigten unsere Einkäufe, natürlich auch die Stofftier-Bären. Kurz nach uns kam auch Erwin mit seiner Familie zum Anleger zurück. Sie begrüßten ebenfalls die Friebels herzlich. So standen die Crews von drei Booten beieinander und erzählten über Gott und die Welt. Die Friebels waren über Nacht in Belleek gewesen und Martina berichtete von ihrem Ausflug Nach Ballyshannon. Sie waren mit dem Taxi von Belleek aus nach Ballyshannon gefahren, um sich dort mit Udo und Albert und deren Mannschaften im Smugglers Creek, einer aus dem Forum berühmten Lokalität, zu treffen. Es soll ein sehr schöner Abend gewesen sein.
Während wir uns so unterhielten, wurden natürlich auch die obligatorischen Fotos gemacht. Martina ließ von ihrem Sohn Martin ein Gruppenfoto aufnehmen und gab ihm genaue Anweisungen, wie er was zu machen hätte. Irgendwann meinte Holger, nachdem er sich eine Zeitlang die Anweisungen angehört hatte, Martin sollte doch einfach nur noch mit „Ja, Mama“ antworten, alle um uns herum mussten über diesen Vorschlag schmunzeln. Nur Birte, die Tochter von Martina und Matthias, verschlief das ganze Treffen oben auf der Flybridge.

 


Martina, Inga, Erwin, Ursula und Thomas

 


Inga, Erwin und Holger

 


Im Vordergrund: Ursula, Thomas und Martina
Im Hintergrund; Matthias und Erwin

 


Ursula, Matthias, Holger, Erwin, Martina und Thomas

 


Erwin und Martina

Martina und Martin

Erwin in fast voller Größe

 

 

 

Wir verabschiedeten uns voneinander und brachen dann hintereinander auf, wobei wir den Anfang machten. Die Friebels hatten die Marina von MHM als Ziel, da es für sie der letzte Abend in Irland war, denn Morgen ging es für sie leider schon zurück nach Deutschland. Erwin und seine Familie hatten, wie wir, Castle Caldwell als nächstes Ziel. Der Anleger befindet sich in der Nähe von Belleek, also auf der anderen Seite vom Lower Lough Erne.
Um 13.05 Uhr machten wir also die Leinen los und verließen, wie schon gesagt, als erstes von den drei Booten den Hafen von Kesh, nachdem wir uns von allen anderen verabschiedet hatten. Wir genossen wieder die Fahrt auf dem idyllischen Kesh River. Von Udo (einem Forumsmitglied) hatte ich mal erfahren, dass er hier oft Unrat am Ufer des Flusses gesehen hatte, aber bis auf eine kaputte Luftmatratze, die direkt bei der Brücke bei Kesh hängengeblieben war, fanden wir in diesem Urlaub die Ufer recht sauber vor. Nachdem wir die Flussmündung in den Lower Lough Erne erreicht hatten, hielt sich Holger erst einmal in Richtung von Boa Island, denn die Insel lag auf dem Weg zum Anleger von Castle Caldwell. Bald schon hatten wir Boa Island erreicht. Sie ist eine sehr große Insel und so fuhren wir die ganze Zeit parallel zu ihr, wobei die Insel auf unserer rechten Seite lag. Eine Zeitlang hatten wir links von uns nichts als Wasser. Hier öffnete sich der Lower Lough Erne in seiner ganzen Breite.

Boa Island
Wenn man die Brücken aus den späten 1920er Jahren nach Boa Island passiert, dann betritt man die wahrscheinlich größte Insel innerhalb Irlands. Sie umfasst ungefähr 1.000 Acres (1 Acre
4048 qm). Vor der Großen Hungernot befanden sich 600 Einwohner auf der Insel. Heute leben hier noch ungefähr 40 Menschen. Die Insel erhielt ihren Namen von Boadagh, dem keltischen Gott des Krieges und des Todes, der die Form eines Raben einnehmen konnte. Paradoxerweise war die Insel in der Vergangenheit häufig ein Treffpunkt, wo Staatverträge zwischen den lokalen Klans in dem Mittelpunkt der Insel in dem Bezirk von Ardshankill, was wiederum „Old High Church“ (alte Hochkirche) bedeutet, arrangiert wurden. Jedoch blieben keinerlei Spuren dieser Kirche bis heute bestehen. Die heutigen Brücken, die zu der Insel und von der Insel führen, wurden erst 1927 gebaut. Davor konnte Boa Island nur mit dem Boot erreicht werden. Pettigo war die nächste und wichtigste Stadt für die Bewohner von Boa Island.

Boa Island gehörte früher der Barton Familie, die bekannt für ihre eigenen Rechte in vielen Bereichen war, am allermeisten im Handwerk, in der Literatur, in der Religion, in der Politik und in dem Sport. Die Bartons hatten in der Nähe von Pettigo zwei Hauptwohnsitze. Einer von diesen war das an der Straße von Kesh gelegene Clonelly. Da das Haus abgerissen wurde, befindet sich hier heute ein Wald. Das andere Haus befindet sich in Waterfoot an der Straße von Belleek nach Pettigo. Es wird von Nachkommen der Barton Familie bewohnt, obwohl die heutigen Bewohner nicht mehr Barton als Nachnamen haben. Das Geschick der Familie wurde von dem „French Tom“ Barton, dem (französischen Tom) Barton begründet, der nach Frankreich auswanderte und dort 1720 die Weinfirma Barton und Guestier gründete. Heute gehört sie zu den bedeuteten Firmen in Frankreich, auch wenn sie nicht mehr von der Barton Familie geleitet wird. Die Zeit lässt an dieser Stelle keine längere Beschreibung der Barton Familie zu, aber ihren Beitrag auf das australische Leben kann man hier nicht auslassen. Ein Zweig der Barton Familie wanderte nach Australien aus. Die Tochter dieser Auswanderer heiratete einen Patterson. Ihr Sohn Andrew Barton Patterson „Banjo Patterson“ schrieb „Waltzing Matilda“, „The Man From Snowy River“ und viele andere Beiträge zu der klassischen populären australischen Literatur.

Elizabeth Shane schrieb ein Gedicht über Boa Island, welches in der Vergangenheit ein Bestandteil der Schulbücher war:
 

The herons on Boa Island
Stand solemnly all days,
Like lean old men together
They hump their shoulders grey,
Oh, I wish I could get near them
To hear the things they say.

Die Reiher auf Boa Island
Stehen ernst alle Tage
Wie magere alte Männer zusammen
Sie tragen ihre Schultern in grau
Oh, ich wünsche, ich könnte ihre Nähe erreichen,
um die Dinge zu hören, von denen sie sprechen.

 

Der Caldragh Friedhof und die Janisform Statue auf Boa Island
Die Janus Figur auf dem Friedhof von Caldragh ist bei weitem das bekannteste Merkmal von Boa Island.
Tatsächlich ist diese Statue so bekannt, seit ein Bild von ihr in jedem halbwegs umfangreichen Führer zu diesem Land abgebildet wird, wie es eher für ein Merkmal von Irland in Betracht kommt, als für ein Merkmal von Boa Island. Sie übt einen großen Zauber auf die Touristen auf und sie ist eine große Mysterienquelle für Historiker und Gelehrte. Auf einer anderen Ebene haben wohl einige Leute eine unheimliche Prickelempfindung beim Berühren der Figur erfahren.
Die Figur hat nichts mit dem römischen Gott Janus zu tun, dem wir den Monat Januar verdienen. Janus war ein Gott der Hausgemeinschaft mit zwei Gesichtern. Das eine Gesicht sah nach innen und es soll den Frieden und die Harmonie innerhalb des Hauses begünstigen und das andere Gesicht sah nach draußen, um das Unheil von den Bewohnern des Hauses abzuwehren. In ähnlicher Weise ist es mit dem Monat Januar. Einerseits blickt er in das alte Jahr zurück, andererseits schaut er voraus auf das neue Jahr.
 

Ianus
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

Janus-Statue

Der Gott Ianus (auch Janus) gehört zu den ältesten römischen Gottheiten und zur ursprünglichen römischen Mythologie. Er ist ein rein römischer Gott; die griechische Götterwelt kennt keine vergleichbare Gestalt.

Darstellung
Die frühsten Abbildungen dieses Gottes (auf den Münzen, die Servius Tullius prägen ließ) zeigen ihn mit einem Doppelgesicht, vorwärts und rückwärts blickend (daher die Beinamen Geminus, Bifrons, Biceps); vierköpfig erscheint er auf Münzen Hadrians. Die häufigste Darstellung des Gottes erfolgte aber, eventuell nach griechischem Vorbild von gewissen Hermes- und Apollonbildern, eben doppelköpfig. Der so genannte Januskopf gilt deshalb als Symbol der Zwiespältigkeit (etwas ist "janusköpfig" = etwas ist "zwiespältig").
Seine Herkunft ist unbestimmt, unterschiedliche Sagen schildern ihn als Kind von Saturn und Entoria.
Nach einer sehr gewöhnlichen Darstellung zählte Ianus in der rechten Hand 300, in der linken Hand 65 Steinchen, was auf die Einteilung des Jahrs in 365 Tage hindeutet. Auf andern Bildern hatte er in der Rechten einen Stab, in der Linken einen oder mehrere Schlüssel, als Symbol der Gewalt des Wächters der Himmelspforte, des Bewegers der Angeln des Weltalls, des Aufschließers und Zuschließers des Himmels, der Wolken, des Landes und des Meers (daher Claviger, Clusius, Patulcius).

Bedeutung
Ianus war der römische Gott des Anfangs und des Endes, der Ein- und Ausgänge, der Türen und der Tore. Sein Name gehört zur gleichen Wortfamilie wie ianua, der lateinischen Bezeichnung für Tür und janus für jeden unverschlossenen gewölbten Durchgang. Nach ihm ist auch der Monat Januar benannt.
Alle Kalenderdaten, die Anfänge symbolisierten (sog. Kalenden), waren ihm gewidmet. Das Hochfest des Ianus, das agonium, wurde am 9. Januar des römischen Kalenders gefeiert.
Er war allerdings ursprünglich ein Licht- und Sonnengott, das männliche Gegenbild der Jana oder Diana, und wurde erst allmählich zum Gott allen Ursprungs und Anfangs, zum Vater aller Dinge (auch der Quellen) und aller Götter.
Er wurde auch als Erfinder des Ackerbaues, der bürgerlichen Gesetze und gottesdienstlichen Gebräuche verehrt. Besondere Bedeutung hatte Ianus für Unternehmungen, für die Ianus Schutz und Unterstützung gewähren sollte. Bei Opferhandlungen wurde mit der Anrufung Ianus begonnen. Er fungierte als Mittler zwischen Menschen und Göttern.

Legende
Er soll im goldenen Zeitalter als König über Latium geherrscht und auf dem Ianiculum gewohnt haben. Venilia soll seine Frau gewesen sein. Seine Tochter Canens sei mit König Picus von Laurentum vermählt gewesen. Ferner soll er auch Cardea zur Frau genommen haben. Es heißt weiter, er habe Saturn bei seiner Flucht vor Jupiter aufgenommen.
Bauwerke
Der König Numa Pompilius, der den Dienst für Ianus in Rom eingeführt haben soll, errichtete den Janustempel. Außerdem wurde ihm anfangs auch der, nach ihm benannte, Janusbogen zugeschrieben.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Ianus

Die Figur auf Boa Island ist ungefähr einen Meter groß und sie besteht aus zwei Figuren, die Rücken an Rücken stehen. Der Zweck von diesen sollte wohl sein, die Kraft des Gottes zu verdoppeln, da die Kelten an die Kraft von Zwillingen glaubten.

Die Figuren haben sehr umfangreiche Köpfe, wenn man sie in Proportion zu dem restlichen Körper sieht und die Köpfe haben sehr große Augen, einen großen Mund und eine schmale Nase. Die Figuren halten ihre Arme vor dem Körper gekreuzt und zwischen den Köpfen befindet sich ein Loch, in dem man Regenwasser oder eine Flüssigkeit von irgendeiner Art festhalten konnte. Diese Mulde könnte auch mit einem Geweih oder einer anderen Form gekrönt gewesen sein, als ein Zusatz für die Figur. Eine Neuentdeckung ist der Teil der Figur mit den geschnitzten Händen gewesen.

Die Köpfe sind aus symbolischen Gründen so groß, da die Kelten glaubten, dass der Kopf der Sitz der Seele und das Zentrum der Stärke und der Kraft des Lebens eines Mannes war. Im Kampf war es üblich, den Kopf vom Körper des Feindes abzuschlagen. Diese Handlungsweise bedeutete, dass die Kraft dieses Feindes jetzt der Kraft des Siegers hinzugefügt wurde. Mit anderen Worten, die Kelten waren Kopfjäger und die irischen Legenden sind voll von diesen Bräuchen.

Die zweite Figur auf dem Friedhof hat eine hockende Figur mit einem großen Kopf und verbundenen Händen und sie wird im Allgemeinen in Irland mit „Sile na Gig“ beschrieben.
Sheela-na-gigs sind nackte Frauen, die eingeschnitzt in den Mauern von Abteien, Klostern, Kirchen, Gewölbepfeilern und anderen Bauwerken nicht nur von Irland, England, Schottland und Wales sondern auch in anderen Teilen von Europa gefunden wurden. Sie kommen in mannigfaltigen Formen und Größen vor.
Alle teilen jedoch die gleiche Eigenschaft eines hervorstehenden und oftmals sehr großen Genitalbereiches, der oftmals von den Händen der Figur offen gehalten wird. Die meisten von ihnen entstammen dem Mittelalter. Leider überstand keinerlei Literatur aus dem Mittelalter, die uns einen Anhaltspunkt darüber geben könnten, warum diese eindeutigen Figuren eingeschnitzt wurden und warum sie so oft an religiösen Gebäuden vorkommen. Wir haben nur die Grübeleien der Menschen aus der viktorianischen Zeit und der modernen Gelehrten, die uns bei der Entschlüsselung des Sheela Mysteriums leiten können.

Der Name „sheela-na-gig“ leitet sich höchstwahrscheinlich aus der irischen Sprache ab. Die beiden üblichen Übersetzungen sind: „Sile na gCioch“ (Sile na gCioch ≙ sheela of the breast ≙ alte Hexe mit Brüsten) und „Sile-ina-Giob“ (Sile-ina-Giob ≙ sheela on her hunkers ≙ Sheela auf ihrem Hintern). In Mesopotanien bezeichnte der Ausdruck „nu-gug“ (the pure und immaculate ones ≙ die Reinen und Tadellosen) den heiligen Tempel Harlots und man glaubt, dass der Name wohl hier seinen Ursprung haben könnte. Die Deutungen der Figuren fallen hauptsächlich unter vier Kategorien:
  • Ikone der Fruchtbarkeit
  • Warnungen vor der Sünde der Fleischeslust
  • eine Darstellungsweise einer Figur der alten keltischen Göttin der Dreifaltigkeit
  • ein Schutz vor dem Teufel
Eine Theorie, die von dem Künstler Michael Quirke aus Sligo geäußert wurde, besagt, dass das Abbild der Sheela wohl das Dritte bei der keltischen Göttin der Dreifaltigkeit darstellt. Bei Jungfrau-Mutter-altes Weib, wäre das Dritte das alte Weib, das den Helden beim Tod zurück in ihren Mutterleib einlädt. Durch diese reinen Figuren sollen wir erinnert werden, dass wir alle von Mutter Erde geboren wurden und dass wir im Tod wieder zu Mutter Erde zurückkehren werden (durch die gleiche „Tür“ – den Mutterleib der Erde). In dieser Hinsicht ähnelt sheela-na-gig sehr der indischen Gottheit Kali, der Göttin des Todes. Darstellungen von Kali sind meist furchterregender als die von sheela-na-gigs. Die Figuren von Kali tragen oft Girlanden von menschlichen Totenschädeln zusätzlich zu der verwelkten Brust, des kämpferischen Antlitzes und dem sichtbar leeren Mutterleib.

Sheela-na-Gig
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

(Weitergeleitet von Sheela Na Gig)
Als Sheela-na-Gig oder auch Sheela Na Gig werden Steinreliefs weiblicher Figuren bezeichnet, die ihre meist übertrieben dargestellte Vulva präsentieren.

Verbreitung und Name
Die am Originalplatz noch erhaltenen 140 Sheela-na-Gigs befinden sich an den Außenwänden von Kirchen, Burgen und Gebäuden in Irland (99) und Großbritannien (41). Nur wenige werden von männlichen Figuren begleitet oder finden sich an nicht-sakralen Gebäuden.
Der Name wurde zuerst von der Royal Irish Academy in den Proceedings of the Royal Irish Academy 1840-44 veröffentlicht und als ortsüblicher Name für eine Figur angegeben, die an der Giebelwand einer Kirche in Rochestown (Nr. T17) in der irischen Grafschaft Tipperary angebracht war. Heute ist sie jedoch abgängig. Dieser Name wurde 1840 auch von dem frühen Keltologen und Mitglied der staatlichen Vermessungsbehörde Ordnance Survey of Ireland, John O'Donovan, erwähnt. Er bezog ihn auf eine Figur an einer Kirche in derselben Grafschaft.
Über den Ursprung und die Bedeutung des Namens besteht Uneinigkeit. Nach Eamonn Kelly, Kurator am National Museum of Ireland in Dublin, stammt der Name naheliegenderweise aus dem Irischen, ursprünglich entweder Sighle na gCíoch („Alte Hexe mit Brüsten“) oder Síle-ina-Giob („Sheila [Name einer alten Frau] auf ihrem Hintern“).

Sheela-na-Gig in der Stadtmauer von Fethard in Irland
Herkunft und Zweck nach James Jerman und Anthony Weir
Zur Herkunft der Sheelas gibt es verschiedene Ansichten. Nach James Jerman und Anthony Weir wurden die Figuren zuerst im 11. Jahrhundert in Frankreich und Spanien geschaffen. Britannien und Irland erreichten sie erst im 12. Jahrhundert. Sie übernahmen die Ergebnisse der von Jørgen Andersen begonnenen Forschung. Eamonn Kelly wies auf die Verteilung der Sheelas in Irland hin, um dieselbe Theorie zu stützen: Beinahe alle am ursprünglichen Anbringungsort noch erhaltenen Sheelas sind in den von Anglo-Normannen im 12. und 13. Jahrhundert eroberten Gebieten Irlands zu finden. In den Gebieten, die sich in der Hand einheimischer Herrscher verblieben, finden sich weniger Sheelas. Weir und Jerman argumentieren in ihrem Werk Images of Lust, dass die Anbringung der Sheela-na-Gigs an Kirchen und ihre nach mittelalterlichen Normen empfundene Hässlichkeit darauf verweist, dass sie die weibliche Lust als abscheulich und sündhaft darstellen. Es wird angenommen, dass die kleinen Skulpturen dazu dienen sollten, den Tod und das Böse fernzuhalten. Ähnliche groteske Figuren wie etwa Wasserspeier (Gargoyles) finden sich an Kirchen in ganz Europa. Sie dienten (allerdings gemäß heutiger
Interpretation) der Abwehr böser Geister.

 

Herkunft und Zweck nach Joanne McMahon und Jack Roberts
Nach dieser Theorie sind die Abbilder Zeugnis und Überrest eines vorchristlichen Fruchtbarkeitskultes. Um diese Behauptung zu stützen, verweisen sie z. B. auf die Unterschiede in den Materialien und im Stil der Sheelas und der sie tragenden Gebäude. Zudem sind einige der Sheelas zur Seite gedreht, was darauf verweist, dass sie aus zuvor bestehenden älteren Strukturen in frühchristliche übernommen wurden. Es bestehen Unterschiede zwischen „kontinentalen“ Figuren exhibitionistischen Charakters und den irischen Sheelas, einschließlich des Fehlens männlicher Figuren in Irland und Großbritannien, während die kontinentalen Figuren häufiger begleitet sind. Zudem sind die Figuren auch gebogener und erinnern stärker an Schlangenmenschen.
Die Darstellung der Promiskuität der vorchristlichen Göttin der Fruchtbarkeit beschränkt sich nicht auf irische Darstellungen, auch wenn einige an Deutlichkeit nicht zu überbieten sind. Es sieht heute so aus, als hätten die Reformen der irischen Kirche, die erst mit den Synoden von Rathbreasail 1111 und Kells 1152 begannen, auch das Ende der Sheelas eingeläutet.
Irland, stets als ein Eckpfeiler des Christentums bezeichnet stand bis ins 12. Jahrhundert nicht unter dem Einfluss Roms und verlor ihn auch schnell wieder, als die anglikanischen Eroberer im 15. Jahrhundert rund 400 Klöster und viele Kirchen zerstörten. Der so geschwächte Klerus organisierte den Widerstand. Mass Rocks und Penal churches sind die Belege für heimliche Gottesdienste im besetzten Irland. Ein Kampf gegen die überkommenen heidnischen Vorstellungen wäre da zum Zweifrontenkrieg geraten. So finden wir hier noch heute tausende Heiliger Quellen und Wunschbäume, die ihre heimliche Anhängerschaft haben oder zu christianisierten Orten wurden.

Der zu Roberts Version passende Mythos
Die vorchristliche Liebesgöttin, die in der nordischen Freya von der es eine vergleichsweise sehr zurückhaltede Darstellung auf einem gotländischen Bildstein gibt, ihre Entsprechung hat, stand für Glück, Erfolg, Fruchtbarkeit und Gesundheit. Entsprechend altirischer Legenden erscheint jedem zukünftigen König eine Frau als hässliche, lüsterne Hexe und sucht ihn zu verführen. Wenn sie Erfolg hat, wird sie zu einer schönen Frau und gibt ihm Erfolg und seiner Herrschaft ihren Segen. Sheelas fordern mit eindeutiger Geste zur Kopulation auf; deshalb musste zumindest in der offiziellen Lesart der Kirche der Sinn dieser unverhohlen gezeigten Libido wechseln. Sie wurden von dem damals offensichtlich weniger sittenstrengen irischen Klerus in ihrer überlieferten Mission gesehen, nämlich als Glücksbringerin. Der Halbmond, der das rechte Auge der Sheela von Ballinacarriga im Co. Cork (sh. Bild) umschließt, kennzeichnet sie als eine Enkelin der Göttinnen Dana und Brigid.
J. Roberts spannt den Bogen sogar bis zur indischen Kali, die als Kalika ähnlich dargestellt wird. Ihr gälischer Name war Cailleach. Sie gilt als die Urmutter der Völker.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Sheela_Na_Gig


Seamus Heaney, der Dichter und Literaturnobelpreisträger von 1995, der den Anschein erweckte, eine seltsame Kraft gefühlt zu haben, wenn er diese Gottheiten der Vergangenheit trifft, schreibt über die Janus Figur von Boa Island wie im „January God“:

January God
Then I found a two faced stone
On burial ground,
God-eyed, sex-mouthed, it`s brain
A watery wound.

In the wet gap of the year,
Daubed with fresh lake mud,
I faltered near his power ----
January God.

Who the water, the hymen
With his great antlers ----
There reigned upon each ghost tine
His familiars,

The mothering earth, the stones
Taken bye ach wave,
The fleshy aftergrass, the bones
Subsoil in each grave.

Zitat aus: From Ballyjamesduff to Ballyshannon; a Guide to the River Erne; An Erne Heritage Tour Guide by John Cunningham & Vicky Herbert; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

Nun kamen die Inseln in Sicht, die noch vor Boa Island liegen. Die größeren davon sind: Cruninish Island, Lusty Beg Island und Lusty More Island, wobei wir Cruninish Island zuerst erreichten.

Cruninish Island
Wenn man Cruninish Island von der Frontseite des Steges von Lusty Beg Island aus betrachtet, dann sieht man eine mit Gras bewachsene Insel ohne einen einzigen Baum. Offenbar sind hier aus einem bestimmten Grund auch nie Bäume gewachsen, aber der genaue Grund ist nicht bekannt. Es ist aber wahrscheinlich, dass es mit der Bodenbeschaffenheit zu tun hat. Menschen von Boa Island wurden hier in den Zeiten der Pest und der Großen Hungersnot beerdigt, aber nur auf dem Teil der Insel, dass von Boa Island abgewandt ist. Auf Cruninish Island gibt es keinerlei Spuren, dass die Insel einmal bewohnt gewesen war. Hier gibt es jedoch einen kreisförmigen Grabhügel aus prähistorischen Zeiten.

Zitat aus: http://www.lustybegisland.com/about.html , frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

Hier hatte Holger jetzt die Auswahl von drei Fahrrouten. Er konnte entweder zwischen Boa Island und Cruninish Island / Lusty Beg Island fahren oder zwischen Cruninish Island und Lusty Beg Island oder er könnte die ganzen Inseln zu unserer Rechten liegen lassen, dann würden wir wieder den offenen Lower Lough Erne zu unserer Linken haben. Tja, wohin sollte die Reise gehen? Da ich eigentlich die Janus Figur auf Boa Island ansehen wollte, die in jedem von meinen Reiseführern beschrieben ist, wäre die zweite Möglichkeit die richtige gewesen, denn wir hätten, da Boa Island leider über keinen eigenen Anleger verfügt und nur über Fähren zu erreichen ist, am Anleger von Lusty Beg Island festmachen müssen. Von diesem Anleger aus hätte ich dann zum Fähranleger von Lusty Beg Island laufen müssen, von dem die Fähre nach Boa Island abfährt. Ganz schön kompliziert und da wir uns doch recht lange in Kesh aufgehalten hatten, verzichtete ich auf den Besuch von Boa Island. Man muss ja noch für den nächsten Urlaub Ziele zum Besichtigen haben. Diese Entscheidung schien auch eine gute gewesen zu sein, denn als wir den Fähranleger auf Boa Island erreichten, sah der nicht gerade einsatzbereit aus. Auch der Blick auf die andere Seite, also auf den Fähranleger von Lusty Beg Island, bestätigte diesen Anschein, denn es sah nicht danach aus, dass die Fähre im Laufe des Tages noch einmal ablegen würde.

 

Lusty Beg Island
Der Name „Lusty Beg“ ist eine Ableitung aus dem Gälischen für „small and fertile“ (schmal und fruchtbar). „Lusty Beg“ wurde vor kurzem noch „Lusteabeg“ buchstabiert. Die nächste Insel „Lusty More“ („large and fertile“ ≙ groß und fruchtbar) war in der Vergangenheit mit Lusty Beg Island mit einem Damm verbunden.
Tatsächlich ist es manchmal noch möglich, bei einem niedrigen Wasserpegel zu Fuß von Lusty Beg Island nach Lusty More Island herüber zu waten. Letztere Insel ist heute ein Vogelschutzgebiet. Es wird behauptet, dass hier in der jüngsten Zeit die zweite Figur von Boa Island ausgegraben wurde. Allerdings gibt es immer noch etwas Verwirrung darüber, woher die Figur ursprünglich stammte, entweder von Boa Island oder von Lusty Beg.
Sowohl von Lusty Beg als auch von Lusty More wird gesagt, dass sie in der frühgeschichtlichen Zeit von Mönchen bestellt worden waren. Es ist überliefert, dass einst drei Inseln Lusty Beg bildeten und dass die Mönche, Irlands Pioniere der Landwirtschaft, Erde zwischen den sehr kleinen Inseln aufgefüllt hatten, um eine Insel von angemessener Größe zu erhalten. Einige niedrige Erd- und Steindämme könnten die Überreste einer früheren Klostersiedlung am nördlichen Ufer der Insel sein. Es gibt westlich von Lusty Beg „Purgatory Island“ (Purgatoriumsinsel beziehungsweise Fegefeuerinsel), welche ein Ort des Rückzugs und der Buße zu Zeiten der Mönche gewesen war, der von ihnen selbst oder von Pilgern aus dem Kloster von Saint Island von dem nahegelegenen Lough Derg besucht wurde.

Fegefeuer
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

(Weitergeleitet von Purgatorium)
Das Fegefeuer (lat.: purgatorium) ist nach der römisch-katholischen Lehre ein Zustand der Läuterung, in dem die Seele eines Verstorbenen auf den Himmel vorbereitet wird. Das Christentum lehrt ein Leben nach dem Tod. Wenn der Christ von Gott angenommen wird, wird dieses Leben nach dem Tod in Gottesnähe stattfinden. Der Ort bzw. der Zustand dieser Gottesnähe wird als Himmel, himmlisches Jerusalem etc. bezeichnet. Da die katholische Kirche jedoch davon ausgeht, dass "nichts Unreines in den Himmel kommen kann", ist die Vorstellung eines Ortes bzw. eines Zustandes der Läuterung entstanden, welcher Fegefeuer genannt wird. Im Fegefeuer besteht die Qual darin, dass der Verstorbene zwar schon die vollkommene Gegenwart und Liebe Gottes spürt, sich aber auf Grund seiner Sünden dieser Liebe nicht würdig fühlt. Genau das macht den großen Schmerz aus - der Mensch wird so von seiner letzten Schuld durch seine Reue geläutert.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Purgatorium

Es gibt auf der Insel Lusty Beg Ruinen von einem Getreideofen, mit dem man das Getreide getrocknet hatte. Dieser musste auch das Getreide für Boa Island getrocknet haben, da es auf dieser Insel nicht genügend Getreide gegeben hatte, um den Ofen voll auszulasten. Der reichliche Holzvorrat der Insel war wahrscheinlich der Grund für den Ort des Ofens auf Lusty Beg Island gewesen. Eine große Menge des Getreides, das hier getrocknet wurde, fand seinen späteren Nutzen in der Herstellung der verbotenen Spirituose Pooteen (Pooteen ≙ schwarzgebrannter Whisky).
Eine Felsengruppe, die sich auf dem westlichen Ende der Insel befindet, bildet einen großen Sitz oder Thron und es liegt nahe, dass es der Sitz von Maguire gewesen war, von wo er die Pacht von den einheimischen Clanmitgliedern empfing.
Es gibt 20 interessante, fossile, prähistorische Fußabdrücke von Tieren am Südufer der Insel (hinter den Lodges). Heute sind sie nur bei einem ganz niedrigen Wasserpegel sichtbar. Ungefähr eine Meile südlich von Lusty Beg Island ist der tiefste Punkt des Lower Lough Erne. Gemessen wurde er in den 1940er Jahren mit 208 Fuß = 63,39 Meter (1 Fuß = 30,48 cm).

Anmerkung von Inga: Die mittlere Tiefe der Ostsee beträgt 52 Meter. An wenigen Stellen wird sie maximal 450 Meter tief. Nur so zum Vergleich.

Aus der Sicht der Geschichte gesehen, waren die meisten der größeren Inseln des Lough Erne bewohnt. Zum einen boten die Inseln für die Bewohner mehr Sicherheit, auch für das Getreide und den Viehbestand der Bewohner und zweitens führte der Haupttransportweg für die Vorräte und für das Vieh, obwohl die Siedlungen größtenteils Selbstversorger waren, über das Wasser, da das Land sehr dicht bewaldet war.
Während des späten 19. Jahrhunderts war Lusty Beg Island das Zuhause von Richard Allingham, der Bruder von William Allingham, der Dichter von Ballyshannon. Sein Cottage, das unter dem Namen „Ned’s Cottage“ bekannt ist, wurde jetzt restauriert und beherbergt die mit Stroh gedeckten Seminarräume neben der Marina.
Während des frühen 20. Jahrhunderts besaß Lady Hunt aus Alberta in Kanada sowohl Lusty Beg Island als auch Lusty More Island. Ihr Wohnsitz auf Lusty Beg Island brannte kurz nach der Fertigstellung und nachdem sie von Lusty More Island hierher umgezogen war, nieder. Die Überreste von ihrer großen Residenz (Glenavar House) auf Lusty More Island sind einen Besuch wert, besonders wegen des fantastischen erhöhten Ausblick, den man von dort über den See und die rund um liegenden Inseln hat.
Eine sehr große Menge Geld wurde für die Errichtung dieses Hauses ausgegeben. Das Haus war umgeben von wundervollen Gärten, die mit Statuen übersät waren. Sie war eine lebhafte Persönlichkeit und sie gab einheimischen Kindern Leckerbissen wie Orangen, Süßigkeiten und Bratäpfel auf den Weihnachtsfeiern, die sie für sie veranstaltete. Nachdem die Insel verkauft worden war, wurden das Dach des Hauses und die Befestigungen für das Dach abgetragen, um es bei dem Bau eines Hauses in der Nähe von Ballinamallard zu verwenden. Lady Hunt zog nach Jersey um, überlebte dort die deutsche Besatzung und sie starb in einem fortgeschrittenen Alter.
Während der 1950er Jahre las ein britischer Offizier, der in Aden stationiert war, von einer idyllischen Insel, die zu verkaufen wäre. Er bat seine Frau, von London aus zu dieser Insel zu fahren, um sie anzusehen und noch vor seiner Rückkehr war Lusty Beg gekauft worden. Das Leben hier war allerdings weit von idyllisch entfernt. Sie hatten Mühsal damit, ihre Kinder jeden Tag zur Schule mit dem Ruderboot zum Festland herüber zu bringen, egal bei welchem Wetter. Sie waren auch mit dem Problem konfrontiert, die Farm ohne die Leistung von Maschinen zu bewirtschaften, deren Transport über den Streifen Wasser praktisch unmöglich war. Aufgrund dieser Tatsachen und wegen der verhältnismäßig kleinen Größe des gerodeten Ackerlandes fanden sie es schwer, hier sich das Leben einzurichten. So fingen sie an, die Insel für Besucher zu öffnen. Sie gestalteten den Bereich, der heute die Hauptbar ist, als Esszimmer um, sie bauten den Kamin aus Steinen, die sie auf der Insel gesammelt hatten und sie errichteten das erste zu Chalet, das man mieten konnte.
Während der 1960er Jahre wurde die Insel von einem Hotelier aus Bangor erworben und ab diesem Zeitpunkt begann tatsächlich die Entwicklung der Insel zu einem Urlaubsort.
Trotz der Änderungen hat Lusty Beg Island ihren speziellen Charakter bis heute beibehalten, da die Insel durch einen schmalen Streifen Wasser von dem Festland getrennt ist.

Zitat aus: http://www.lustybegisland.com/about.html ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga
 

So setzten wir unsere Fahrt in Richtung Castle Caldwell fort. Kurz nachdem wir Lusty Beg Island hinter uns gebracht hatten, öffnete sich der Lower Lough Erne zur linken Seite wieder in seiner ganzen Breite. Von dieser Position aus, konnte man jetzt genau erkennen, wo wir gestern ganz hoch oben gewesen waren. Wenn ich es nicht genau wüsste, dass ich da tatsächlich gestern ganz oben gewesen war, ich könnte es fast nicht glauben.

Hier oben sieht man den Parkplatz, auf dem wir gestern waren.

Wir näherten uns dem Marker 61B und Holger machte mich darauf aufmerksam, dass auf diesem Marker ein Kormoran saß. Ich machte mich bereit für ein Foto, in der Hoffnung, dass der Vogel, wenn er uns bemerken würde, nicht aufschrecken und wegfliegen würde. Das war bisher bei allen auf Markern sitzenden Vögeln der Fall gewesen. Ich habe etliche Fotos, wo zum Beispiel gerade ein Fischreiher durchstartet. Aber diesmal sollte ich Glück haben. Der Kormoran blieb tatsächlich sitzen. Endlich hatte ich es geschafft, einen größeren Vogel auf einem Marker sitzend zu fotografieren.

Kurz nach dem Marker 61B kam uns Paolos Boot von ABC entgegen. Wir glauben aber nicht, dass er uns bemerkt hatte, denn er fuhr ohne eine Reaktion zu zeigen, an uns vorbei.

Auf der rechten Seite konnte man jetzt gut die Einteilung der Felder am Land erkennen, denn dadurch, dass der Ginster gerade blühte, fielen die Hecken und Büsche, mit denen die Felder umgeben waren, einem umso mehr ins Auge.
Jetzt musste Holger mit der Geschwindigkeit herunter gehen, da wir in einen Bereich des Sees kamen, der sehr schmal ist und wo die Geschwindigkeit auf 5 km/h beschränkt ist. Wir erreichten die Bleanalung Bay, an deren Ende der Anleger von Castle Caldwell liegt. Auf der rechten Uferseite konnten wir einen herrlich gelegenen Parkplatz erkennen, der an der Straße von Kesh nach Belleek gelegen ist. In der Ferne konnten wir auch schon den Anleger von Castle Caldwell erkennen, an dem drei Boote lagen, zwei davon führten die Deutschlandflagge, aus diesem Grund vermuteten wir, dass es die Boote von Udo und Albert waren.
Wie vermutet, waren es tatsächlich die Boote von Udo und Albert und als wir uns immer weiter dem Anleger näherten, erkannte man uns auch und Udo machte sich bereit, uns beim Anlegen zu helfen. Holger legte gegenüber den Booten von Udo und Albert auf der innen liegenden Seite des Anlegers natürlich rückwärts an. So konnten wir wieder ganz einfach über den Heckausstieg auf den Anleger gelangen.

Nach dem Anlegen begrüßten wir alle, machten uns bald darauf aber schon landfein, da wir ja die Ruinen des Castle Caldwell ansehen wollten und da Udo und Albert auch bald los wollten, passte es ja. So lagen die drei Boote mit deutscher Besatzung nicht lange in dieser Konstellation am Anleger von Castle Caldwell, denn, als wir das Festland eben betreten hatten, sahen wir, dass die Boote ablegten. Holger und ich machten jetzt einen Spaziergang zu den Ruinen von Castle Caldwell, denn alte Steine ziehen mich irgendwie magisch an. Holgers Lieblingsspruch in diesem Urlaub war: „Ich bin der Chauffeur meiner Frau, der sie zu ihren alten Steinen bringt.“ Holger liebt halt das Boot fahren und ich die alten Steine. Das passt doch, wie die Faust aufs Auge. Meist musste Holger ja auch nicht mit auf die Besichtigungstouren, waren ihm einfach manchmal zu viel, aber Castle Caldwell und die Umgebung schien ihn auch sehr zu interessieren.

 

Das Castle Caldwell Anwesen
Die Familie Caldwell und ihre Archive
Die Caldwells der Grafschaft Fermanagh, sie kamen ursprünglich aus Prestwick in Ayrshire, waren ein Teil der schottischen Siedler, die infolge der Plantation of Ulster (die staatlich geförderte Ansiedlung protestantischer Migranten im Irland des 17. Jahrhunderts) nach Irland einwanderten. In den 1630er Jahren gehörten die Caldwells dem wirtschaftlichen Leben in Enniskillen an und seit den späten 1660er Jahren mieteten sie ein Teil eines Anwesens im Westen des Lower Lough Erne, das 1610 ursprünglich an die Blennerhassetts aus Norwich vergeben worden war. Zehn Jahre später kauften die Caldwells das Anwesen vollständig. Dies war in diesen Zeiten eine von vielen Transaktionen, bei denen die ursprünglichen Plantagenbewilligungen den Eigentümer wechselten. Im Juni 1683 wurde dem Oberhaupt der Familie Caldwell eine erbliche Ritterschaft gewährt und in dem gleichen Jahr erschien der erste Hinweis auf ein Familienheim mit dem Namen „Castle Caldwell“. Das Anwesen blieb bis zur endgültigen Verkauf auf einer Auktion im November 1876 im Familienbesitz. Bei der Auktion wurden die Familienarchive von einem Verwandten gekauft und nach England gebracht, wo sie letztendlich in der Bibliothek der John Rylands Universität von Manchaster deponiert wurden.
Diese 3500 Dokumente decken eine Zeitspanne vom frühen 17. Jahrhundert bis zum frühen 19. Jahrhundert ab. Am zahlreichsten sind die Dokumente aber von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als der Vierte Baronet Sir James Caldwell, das geschäftigste Mitglied der Familie in den öffentlichen Angelegenheiten, sich besonders dabei bemühte, seine Papiere zu konservieren, teils um seine typischen, tatkräftigen aber letztendlich erfolglosen Bemühungen um einen Adelsstand zu belegen.


Baronet
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Baronet (von Baron) ist ein erblicher britischer Ehrentitel. Die Baronets gehören nicht zur peerage; zusammen mit den Knights bilden sie die so genannte Gentry.
Die Anrede lautet Sir und Lady. Das "Sir" wird vor den Vornamen gesetzt. Baronet erscheint nach dem Familiennamen. Oft wird Baronet mit Bar., Bart. oder Bt. abgekürzt. Der Namenszusatz Sir wird nur in Verbindung mit dem Vornamen oder dem Vor- und Zunamen verwendet, also z.B. "Sir Walter" oder "Sir Walter Elliot", aber niemals "Sir Elliot". Die Schreibweise "Sir - Elliot" ist zulässig.
Der Begriff Baronet wurde ursprünglich für Adlige verwendet, die das Recht auf einen Sitz im Parlament verloren hatten. Als erbliche Rangklasse wurde der Titel am 22. Mai 1611 von Jakob I. von England zum Zwecke der Besiedlung Irlands eingeführt. Jakob bot ihn 200 Männern vornehmer Herkunft und einem Mindesteinkommen von 1.000 Pfund im Jahr gegen eine Zahlung in die königliche Schatulle an, die dem Sold von 30 Soldaten über drei Jahre entsprach. Die Baronetage von Irland wurde 4 Monate später, am 30. September 1611 und die von Schottland im Jahre 1625 errichtet. Seit der Vereinigung Englands und Schottlands im Jahre 1707 wurden nur noch Baronetcies von Großbritannien verliehen und seit der Union mit Irland 1801 nur noch Baronetcies des Vereinigten Königreichs.
Die Rangfolge der Baronets richtet sich nach dem Datum der Verleihung. Je älter das Patent, desto höher der Rang.
Die Nachfolge in der Würde eines Baronets wird mit der Verleihung geregelt. In den meisten Fällen ist der älteste lebende Sohn des Erblassers der Erbe des Titels. Hatte der Erblasser keinen Sohn, kann der Titel auch auf einen anderen männlichen Verwandten übergehen.


 

In einigen Fällen, besonders bei schottischen Titeln, ist auch eine Weitergabe über die weibliche Linie möglich.
Baronets, mit Ausnahme der schottischen, fügen ihrem Wappen die "Rote Hand von Ulster" als Herzschild hinzu.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Baronet

Die Papiere umfassen eine große Auswahl von privaten und öffentlichen Angelegenheiten, insbesondere, seit Sir James ein verbundenes Mitglied der Anglo-Irischen Elite war und sie enthalten eine umfangreiche Korrespondenz mit vielen prominenten Leuten des öffentlichen Lebens von Irland und Großbritannien. Für die gegenwärtigen Zwecke sind die am meisten bedeuteten Dokumente die Schreiben, welche seine Loyalität und seine Interessen an Verbesserungen erkennen lassen, seine Geschäftskorrespondenz über die Angelegenheiten des Anwesens, einige von seinen privaten Briefen, die Kassen- und Rechnungswesenbücher aus den 1790er Jahren und einige von seinen persönlichen Briefen an seinen Sohn John, der ihm 1784 als Familienoberhaupt nachfolgte.
Für Geographen sind die wertvollsten Dokumente des Anwesens Karten, aber diese sind selten und häufig unbearbeitet. Andere Aufzeichnungen vom Wert sind jedoch: „Geschäftsbücher, Mieten, Korrespondenzen des Anwesens (besonders zwischen dem Landlord und dem Bevollmächtigten), Schätzungsgutachten, notarielle Urkunden und Pachten“. Offenbar gibt es zeitliche und Ablagelücken, nicht jedes Archiv schließt alle diese Kategorien ein und selbst die bisherigen weichen in Teilen und Lesbarkeit ab. Nichtsdestoweniger sind alle Aufzeichnungen von jedem Anwesen aus dieser Zeitspanne so wertvoll, da sie so spärlich sind.

Das Castle Caldwell Anwesen: Die Position und die Wirtschaftlichkeit

Der Stellenwert des Castle Caldwell Anwesens für die Studie über die Tätigkeiten eines Landlords im 18. Jahrhundert in Irland lag nicht bloß an der Knappheit des verwendbaren Materials in dieser Zeitspanne, sondern an der Größe und der Position des Besitzes. Das Anwesen belief sich auf 2.370 Acres (Acre Morgen; Acker; Flächenmaß; 1 Acre 4.048 qm) und es war so ziemlich nahe an der Durchschnittsgröße der Plantagengewährung dran. Lokale Studien über Verbesserungen in Ulster sind selten und ebenso wurden nur wenige Arbeiten an solchen Anwesen vorgenommen, die so abgeschieden wie dieses Anwesen lagen. Der Grundbesitz deckte zwei Partien ab. Die größere Partie, die 2.100 Acres groß war, lag im äußersten Nordwesten der Grafschaft Fermanagh entlang des westlichen und nördlichen Ufers des Lower Lough Erne. Die kleinere Partie von 270 Acres liegt in der Nähe von Belturbet in der Grafschaft Cavan. Damalige Zeitgenossen sahen Castle Caldwell als abgeschieden an, das wird durch einen Brief von William Eden, der 1781 eine Antwort auf eine Einladung von Sir James aus Dublin Castle geschrieben hatte, bekräftigt. Er schrieb: „Ich kann schwerlich vor mir selbst schmeicheln, dass es jemals die Kraft hatte, eine so weit von Dublin entfernte Reise anzutreten“.
Die gegenständliche Geographie und die relativen Orte legten deutliche Grenzen der gesellschaftlichen Strukturen fest. In dieser Region findet man schroffes Gelände und schwere Niederschläge vor. Die Geologie dieser Gegend wird bestens von dem landwirtschaftlichen Reformer Arthur Young, der Castle Caldwell im August 1776 besucht hatte, wie folgt beschrieben: „ein gelber Geschiebelehm, der sich ein bis zwei Fuß tief auf einem Kalksteinfelsen befindet“.
Einen guten Überblick über die Wirtschaftlichkeit des Anwesens wurde 1770 durch die „Rent Roll“ (Liste der Pachteinnahmen) erstellt. Zu diesem Zeitpunkt lag der jährliche Mietertragswert eben über £2.291; das Meiste davon wurde in Bargeld gezahlt, allerdings wurden auch in einzelnen Fällen Arbeitsanteile erwähnt. Young bemerkte auch, dass in den Gebirgsbereichen einige Pachten in Naturalien in der Form von Produkten der Farm beglichen wurden. In 31 Fällen waren für die Pacht allein stehende Pächter verantwortlich, jedoch waren in sechzehn Fällen Gruppen von Pächtern für die Pacht zuständig, diese Farmen waren eine Teilhaberschaft in der „rundale“ Tradition eingegangen.
Die Unterlagen legen nahe, dass die Wirtschaftlichkeit des Anwesens von den Bedürfnissen einer auf Viehzucht beruhenden Gesellschaft und der Leinen Industrie beherrscht war. Die Rental Roll von 1770 bezieht sich auf die obigen Aussagen, dass bei beiden Grundstücken von Sir James und dem Rest des Anwesens, der halbe Grundbesitz Ackerland war; ein Viertel des Grundstückes ferner aus einer Mischung zwischen Ackerland und Weideland bestand und ein weiteres Fünftel war ein Waldgebiet während der Rest des Anwesens maßgeblich aus Weideland, Sumpf, Moor und Bergen bestand.

Die am meisten erwähnten Ernten des Ackerlandes bestanden aus Heu, Hafer für das Brot und als Viehfutter, Kartoffeln – ein Hauptbestandteil der Ernährung der Pächter – Gerste für die Destille von Sir James in Belleek und Flachs.
Während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Leinen Industrie in Irland weit verbreitet, allerdings war sie in dem „Leinendreieck“ von Belfast, Dungannon und Armagh stärker konzentriert, da in dem „Leinendreieck“ sowohl die Spinnereien, als auch die Webereien und die Bleichen zu finden waren. Randgebiete wie der Westen von Fermanagh versorgten diese Kernregion mit Garn und Nahrung und die Kassen- und Rechnungswesenbücher aus den frühen 1770er Jahren sind bemerkenswert für ihre detaillierten Aufzeichnungen über die Saatbestellung, die Ernten und die Flachsbearbeitung, mit gelegentlichen Hinweisen auf das Spinnen.
Aus Mangel an Daten ist es schwierig, die Humangeografie von dieser Region in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nachzuvollziehen.

Humangeographie
Die Humangeographie, auch Anthropogeographie (Geographie des Menschen) genannt, beschäftigt sich mit dem Einfluss des Menschen auf den geographischen Raum, wie auch mit dem Einfluss des Raums auf den Menschen beispielsweise im Zusammenhang mit der räumlichen Verteilung von Bevölkerung oder von Wirtschaftsgütern. Leser (2001) definiert die Humangeographie als „... derjenige Teilbereich der Allgemeinen Geographie, der sich mit der Raumwirksamkeit des Menschen und mit der von ihm gestalteten Kulturlandschaft und ihren Elementen in ihrer räumlichen Differenzierung und Entwicklung befasst.“
Teilgebiete der Humangeographie sind:

  • Wirtschaftsgeographie

  • Agrargeographie

  • Bevölkerungsgeographie

  • Siedlungsgeographie

  • Stadtgeographie

  • Verkehrsgeographie

  • Politische Geographie

  • Historische Geographie

  • Sozialgeographie

  • Wahrnehmungsgeographie

  • Kulturgeographie

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Geografie#Humangeographie

Die Volkszählung von 1766 weist allerdings darauf hin, dass in der Grafschaft Fermanagh 60 Prozent der Bevölkerung Katholiken waren. In der Rent Roll von 1770 Was die Religionsgeografie betrifft, so werden in der Rent Roll von 1770 41 Einzelpächter genannt, von diesen 25 Pächter Nachnamen hatten, die den Protestanten von Irland zugeordnet werden können, während die restlichen 16 Pächter katholische Nachnamen hatten. Allerdings sollte auch beachtet werden, dass die große Anzahl von Bediensteten und Arbeitern ohne eigenes Land, die mit dem Anwesen in einer Beziehung standen, in solchen Dokumenten wie der Rent Roll nicht genannt wurden. Es gibt außerdem Anzeichen dafür, dass die irische Sprache in dieser Gegend immer noch sehr verbreitet war, da Sir James in einem seiner Briefe, in dem er um die Aufnahme seines "Light Horse" Regiments in die Armee bittet, welches (das Regiment) er 1759 aufzog, die Tatsache das sie irisch sprachen als eine ihrer Stärken anführt.

Castle Caldwell und der Fortschritt
Der aktivste und am besten in Dokumenten belegte der Caldwells war Sir James. Er war der Vierte Baronet und seit 1744 bis zu seinem Tod im Jahr 1784 das Oberhaupt der Familie. Auch von seinem Sohn, Sir John, der, um genau zu sein, weniger tatkräftig war als sein Vater, gibt es brauchbares Material, gerade aus den 1790er Jahren. Es wird beabsichtigt, die verschiedenartigen Dimensionen der Fortschritte auf dem Anwesen zu erörtern, gerade in der Zeit zwischen 1749, als sich Sir James hier niederließ und der Mitte der 1790er Jahre. Sir James wurde 1720 geboren und er wurde sowohl privat als auch auf dem TCD (Trinity College Dublin) unterrichtet. Nach etlichen Jahren im militärischen und diplomatischen Dienst von Kaiserin Maria Theresa von Österreich, kehrte er 1749 wieder nach Irland zurück. Er hatte gute Beziehungen und er wurde in beiden Ländern, Irland und Großbritannien, höchst bedacht. Im Dezember 1753 heiratete er Elizabeth Hort, die Tochter des Erzbischofs von Tuam und die Nichte von Lord Shelburne, dem späteren Premierminister. 1752 wurde er Oberst in der Landwehr von Fermanagh, 1756 wurde er „Sheriff“ (Grafschaftsvogt) und 1759, als eine französische Invasion wahrscheinlich schien, erhob er sich und rüstete eine Kavallerietruppe, die Enniskillen Light Horse, aus.
Durch seine Papiere entstand von Sir James folgendes Bild. Er war ein frommer Anglikaner und ein patriotischer irischer Landlord, inspiriert von einem starken Sinn
Sir James zeichnete sich durch seine Papiere als ein frommer Anglikaner und als ein patriotischer irischer Landlord ab, der von einer starken Wahrnehmung für die Pflichten und der Verantwortungen zu seinen Pächtern, der Heimat, der Krone und zur Verfassung, die, erfüllt wird von seinem frommen Glauben und von seinem Platz in der Gesellschaft, durchdrungen war. Er unterstand allerdings, wie so viele der Anglo-Iren, dem Druck des Kreuzes, die von seinem Ursprung und seiner Situation in Irland herrührt. In den politischen Themen glaubte Sir James inbrünstig an die Verbindung mit der britischen Krone und an eine ausschließlich protestantische (anglikanische) Beschaffenheit, aber in Richtung zu den aufeinander folgenden britischen Regierungen war seine Haltung viel verschwommener. Er schloss sich völlig der Idee von Irland als ein eindeutiges Königreich an und er hielt sich energisch an die Rechte und Privilegien des irischen Parlaments, besonders in den wirtschaftlichen Angelegenheiten. Als 1769 während einer politischen Meinungsverschiedenheit die Idee eines Zusammenschlusses von London und Dublin ans Licht kam, brachte er dagegen mit einer Redegewandtheit und Leidenschaft seine Einwände vor. Als aber der Krieg mit den amerikanischen Kolonisten ausbrach und der Krieg sich später in Frankreich, Spanien und Niederlanden abzeichnete, war er gegen die Freiwilligen Bewegung, die das britische Anliegen ausnutzte, um Druck für den Prozess der gesetzgebende Unabhängigkeit auszuüben, eingestellt. Er befasste sich mit den Freiwilligen, aber, wie er seinem Freund Lord Hillborough erklärte, mit dem Ziel seiner eigenen Vorstellungen:

 

„Ich folglich… ernenne den Major von meinem Militärregiment, der auch Friedensrichter für zwei Grafschaften und ein Halbsold Fähnrich von meinen ehemaligen Light Horse ist, um eine von meinen Kompanien zu befehligen und einen Halbsold Leutnant, der im Ausland in dem letzten Krieg diente und mein Grundstücksagent ist, um die andere Kompanie zu befehligen, beide Ehrenmänner sind sehr der Regierung zugetan“.

Ähnliche Spannungen tauchen in seinen Einstellungen gegenüber der Römisch-Katholischen auf. In politischen Themen war Sir James ein unnachgiebiger Glaubensgenosse in die ausschließlich protestantische Verfassung. Als 1764 der Antrag gestellt wurde, einen Teil des Strafrechts aufzuheben, um den Katholiken zu erlauben, den Protestanten Geld zu leihen und ihr Land als Sicherheit hinterlegen zu können, schrieb Sir James ein gewaltiges Pamphlet gegen diese Idee.

Er war energisch gegen die politische Zielsetzung des „Popery“ (Pfaffentums) eingestellt und besonders befürchtete er einen Anstieg der irischen Katholiken in Zusammenhang mit der fremdländischen Invasion, denn er schrieb 1771 folgendes:

„Es gibt einen endlosen Unterschied zwischen der weit verbreiteten Unzufriedenheit in Irland und in England… In Irland ist der papistische Pöbel das gotterbärmlichste Instrument, das möglicherweise in die Hände entweder eines fremdländischen oder eines inländischen Feindes fallen kann und er wird immer eine Zeit lang den Umsturz des Staates in Gefahr bringen“.

Aber in den reinen religiösen Angelegenheiten baute Sir James seinen Schutz und seine Unterstützung zu all seinen Pächtern, einschließlich der Katholiken, aus. Während dieses tat, agierte er in der alten Familientradition, die von seiner Mutter, der Witwe vom Stand Lady Caldwell, 1766 in einem Brief an Kaiserin Maria Theresa gut ausgedrückt wurde:

„[Lady Caldwell] ist außergewöhnlich glücklich über die Zustimmung Ihrer Majestät über seine [Sir James] Handlungsweise und die seiner Familie, indem er die Römisch Katholiken in seiner Nachbarschaft in Irland respektiert. Sie hat es immer als ihre Aufgabe von allen Grundsätzen der Christentums und der Menschlichkeit betrachtet, mit einer brüderlichen Liebe und einem freundschaftlichen Verkehr zu ihren Untertanen und Christen, die von unterschiedlichen Glaubensrichtungen sind, fortzufahren“.

Sir James Die Unterstützung der katholischen Pächter von Sir James nahm eine praktische Gestalt an. Als der Mietvertrag der katholischen Kirche von Enniskillen auslief, sicherte er honorarfrei und mit einer niedrigeren Miete seine Erneuerung. Er erlaubte auch eine Kapelle auf seinem Anwesen und er und seine Mutter leisteten einen Beitrag zu den Kosten. 1767 spendete der Vorgesetzte des Irish College in Prag seinen Einstellungen Beifall als:

„ein Signalbeweis, dass Ihr keinen Mann bloß wegen seiner unterschiedlichen Glaubensrichtung hasst oder verfolgt, aber im Gegenteil beschützt und begünstigt Ihr sie, Ihr denkt ehrlich christlich und seid ein ergebenes Mitglied von jeder christlichen Glaubensgemeinschaft“.

Aber Sir James dehnte seine Belange außerhalb seines Anwesens aus, er behandelte Irland als Ganzes. 1767 legte er ein bedeutungsvolles Bestandteil seiner persönlichen Ideologie dar und er bewies, wie er glaubte, wie ein ortsansässiger Landlord sowohl das Anwesen wie auch das Land fördern konnte:

Es geziemt sich für jeden eingeborenen Iren, dem die Interessen des Landes und seine eigene Ehre am Herzen liegen, sich Gedanken darüber zu machen, wie diese natürlichen Vorteile des eigenen Landes zu verbessern seien. Denn wer von ihnen möchte nicht lieber inmitten seiner Verwandten und Landsleute auf seinem angestammten Landsitz ein würdevolles, einflussreiches und unabhängiges Leben führen, anstatt in der Verworrenheit und der Belanglosigkeit das Einkommen des Landes (Irlands) in einem anderen Königreich zu verschwenden, als unbekannter, wenn nicht gar verachteter Mensch“.

Sir James war ein umfangreicher Korrespondent mit denen, die seine Philosophie des Fortschritts teilten und Ideen, Ergebnisse von Versuchen, Sämlinge, Stecklinge, Stauden und Zuchttiere austauschten. Mitten unter seinen Briefpartnern war der berühmte Arthur Young, der 1778 mit typischer Schroffheit schrieb:

„Ich bestellte die besten Sämlinge für Sie, die ich finden konnte… während Sie mehr Wirbel auf dem Strand in der Nähe von dem Adelphi London wünschen und meinen Namen gebrauchten. Wenn Sie Land für Gras unbenutzt haben liegen lassen, müssen Sie beim Räumen des Landes große Sorgfalt ausüben, ich habe bisher noch nie einen sauberen Acre (Acre Morgen; Acker; Flächenmaß; 1 Acre 4048 qm) in Irland gesehen. Unterschiede im Boden und im Ort machen sehr kleine Veränderungen in der Art des Samens aus“.

Sir James übermittelte regelmäßig die Ergebnisse seiner Versuche an die „Dublin Society“ (Gesellschaft von Dublin), von der er ein sehr tatkräftiges Mitglied war, damit sie an die anderen Mitglieder verbreitet werden konnten. Im Jahr 1765, nachdem er einen Farmer in England besucht hatte, der erfolgreich mit einem neuen Gras experimentiert hatte, brachte er Proben zurück zum Castle Caldwell und er sagte zu, ihre Fortschritte zu berichten, den er wünschte:

„ Irland zu einem Teilhaber des Fortschrittes zu machen, von dem England jetzt Intelligenz und Industrie einheimste“.

Wie viele seiner Gleichgestellten, besuchte Sir James regelmäßig andere Anwesen, wo er die Bemühungen der Mitanhänger ansehen konnte und Notizen vergleichen konnte. In einem Brief an seine Frau im Oktober 1774 beschreibt er den Besuch auf dem Anwesen von Lord Clanbrassil in der Grafschaft Louth und er gibt darin einen Einblick sowohl in die Aktivitäten eines sich verbessern wollenden Landlords, als auch in den einfachen Austausch von Ideen und der Gastfreundschaft innerhalb dieser Elite:

„Wir trafen Lord C. auf den Feldern, wo er bis zu seinen Knien in der nassen und dreckigen Erde steckte. Er hatte ein Beil unter seinem Arm, mit dem er an diesem Morgen Bäume ausgeschnitten hatte. Er ging mit uns über seinen gesamten Grund und Boden. Sein Grund liegt auf einer Seite von Dundalk. Er hat beträchtliche Ausmaße und er ist in Felder von 20 bis 30 Acres (Acre Morgen; Acker; Flächenmaß; 1 Acre 4048 qm) unterteilt. Er hat eine enorme Anzahl von Gräben einarbeiten lassen und hat dadurch die Felder so gleichmäßig wie möglich unterteilen lassen, so dass Du von dem saftigen Pflanzenwuchs und der Fülle überrascht sein würdest.

Er bringt in mehr Felder Kohl, Karotten und Rüben ein. Er hat sich so große Mühe gegeben, dass ich jetzt darüber informiert bin, dass er 5000 Acres (Acre Morgen; Acker; Flächenmaß; 1 Acre 4048 qm) hat, die er für 4 Guineas pro Acre verpachten möchte. Gleich bei dem Ort konnte ich wunderschöne Amerikanische Schafe beobachten.
Er fragte mich, ob ich einen Schafbock für ein Mutterschaf hätte.

Und Du kannst sicher sein, ich war sehr glücklich darüber. Er gab mir einen Auftrag für das beste Mutterschaf, das er hatte… Lord C hat beträchtliche Mengen an wilden Truthähnen, die durch die Wälder laufen und die er nie füttern muss. Denen geht es sehr gut… Er will mir so viele Eier geben, wie ich haben möchte… als ich ihn auf das Castle Caldwell einlud, sagte er, dass er außer sich vor Freude wäre, diese Gelegenheit zu ergreifen“.

Eine Schlüsselgröße des Fortschritts war die Umgestaltung des Hauses des Landlords und der Geschäftszimmer des Anwesens im Einklang mit dem jüngsten Geschmack. Castle Caldwell scheint bei einigen Gelegenheiten geändert worden zu sein, es wurde aber nie völlig abgerissen und neu aufgebaut. Das ursprüngliche Haus wurde von den Blennerhassetts zwischen 1612 und 1619 in dem klassischen Stil der Siedler mit zwei halbrund hervorstehenden Stütztürmen. 1660 gab es einige Sanierungsarbeiten. Weitere Arbeiten erfolgten 1753 nach der Hochzeit von Sir James. Im Oktober 1778 verkündete er in einen Brief an seinen Sohn John:

„Ich habe mehr als 1600 Pfund für ein komfortableres Haus und einen sehr großen Hof mit ausgezeichneten Geschäftszimmern ausgegeben“.

Sir John selbst unternahm weitere Arbeiten, die er in einem Brief an seinen Onkel Henry in Kanada im Frühling von 1791 beschrieb:

„Ein Teil des alten Hauses im Süden war in einem so schlechten und die Wände waren in einem so ruinösen Zustand, dass ich gezwungen war, sie gänzlich einzureißen. Ein neues und geräumiges Gebäude entsteht nun aus den Ruinen. Als wir nichts als ruinöse Wände hier vorfanden, können Sie sich sicherlich leicht vorstellen, dass die tägliche Zunahme von unseren Wünschen sich vervielfachte und uns dazu zwang, alle Männer einzuschalten… Durch unsere vereinten Anstrengungen haben wir keine Fertigstellung erreicht und ein sehr ungewöhnlich nasser Sommer zwang uns dazu, alles unfertig und in einem Zustand von Schutt und in einem Durcheinander zu hinterlassen. Allerdings bereite ich jetzt vor, dass wir unsere Arbeit mit neuer Vitalität in diesem Frühling wieder verfolgen können und ich hoffe, dass im nächsten Herbst die Sachen ein nahezu fertiges Erscheinungsbild tragen werden“.

Sir John fügte auch einen Anbau hinzu, ein einstöckiges Gebäude, das oberhalb ein Museum mit sechs Räumen beherbergte. Das Endresultat wurde verschiedenartig beschrieben, einerseits als reizvoll, andererseits als ein Pappboden einer gotischen Fassade.
Die gesamte Kulisse des Hauses war ein bedeutendes Maß des Fortschrittes in dem Stil einer Parkanlage, mit der Betonung auf einer landschaftlich reizvollen Ansicht. Ohne Ausnahme schwärmten die Zeitgenossen von dem Castle Caldwell, weil es sich auf einer Halbinsel im Lower Lough Erne inmitten von Inseln und im Vordergrund von Bergen befand. Ein Bekannter schrieb für zwei Besucher, die leidenschaftlich gerne das Anwesen ansehen wollten, ein Empfehlungsschreiben. Er schrieb:

„sie denken, es ist ihre Mühe wert, hierher zu kommen, um ein Landhaus zu sehen, wo die Natur kaum ein Zutun der Künstlichkeit brauchte. Da Sie in einem von diesen wenigen Orten wohnen, wo jene Hilfe verschmäht wurde, von dem andere nahezu ihre ganzen Reize ableiten, weiß ich, dass Sie ein besonderes Vergnügen dabei haben werden, diesen Ehrenmännern die wilden Reize von Rossberg und Belleek zu zeigen.
Sie werden sie auch davon überzeugen, dass das nördliche Ufer des Lough Erne Schauplätze hat, die nicht minderwertiger sind als die von dem Süden von Killarney“.

Sir James war ein aufmerksamer und großzügiger Gastgeber zu vielen seiner Besucher. Es gehörte zu seiner Gewohnheit, die Gäste in Enniskillen abzuholen und sie in einer vier oder fünf Stunden langen Bootsfahrt zum Castle Caldwell zu geleiten, so konnte er während der Annäherung die besten Vorteile seines Hauses ausführen. Lord Shelburne schrieb 1764 von diesem Erlebnis:

„Wir kamen hierher, wie sie angekündigt hatten, über das Wasser und die Wellen und wir waren höchst entzückt von dem See und der Lage“.

Einmal am Castle Caldwell angekommen, wurden sie gut betreut und unterhalten. Sir James hatte aus seinen Pächtern eine kleine Musikkapelle gebildet und er war ein Förderer der irischen Musik. Seine Gäste schätzten die Mühe, die er sich gab. Ihre Dankesbriefe waren mit Lob gefüllt und sie stellten im Übrigen auch einen Einblick in das soziale Leben in dieser Klasse bereit. Ein solcher, bedauernd, dass er nicht imstande ist, eine zweite Einladung anzunehmen, erfasst das Aroma von der Hausgemeinschaft von Caldwell, als er schrieb:

„In diesem Moment genieße ich den Gedanken in den gastfreundlichen, prunkvollen Räumen, die durch das gute Feuer fröhlich wirken, des Castle Caldwells zu sein. Die Räume wurden durch gute Feuer heiter gemacht und jeder steuert individuell etwas zu dem Glück der anderen bei, durch Musik, Zeichnungen, Lesungen und Gespräche, theatralische Unterhaltungen etc…“.

Der Grundbesitz war häufig der Mittelpunkt von den stärksten Verbesserungen und die Farmen dienten oft als Erprobungsbeete für die Neuerungen.
1770 verzeichnete die Rent Roll, dass der Grundbesitz 430 Acres (Acre
Morgen; Acker; Flächenmaß; 1 Acre 4048 qm) bedeckte, einschließlich der zwölf Farmen und zwei, mit einer Mauer umgebenen Gärten. Jeder Garten war zwei Acres groß und jeder Garten wurde sorgfältig mit allen Arten von Früchten bepflanzt. Auch befanden sich in jedem Garten ein Gewächshaus und ein Haus für Weintrauben. 1774 suchte Sir James Rat, um seinen Grundbesitz zu verbessern. Die Antwort veranschaulicht die zeitgenössischen Ideen zu den Verbesserungen auf irischen Anwesen in dieser Region:

„Auf den Hügeln und Hängen des Guts, wo der Boden steinig und unergiebig ist, würde ich das Gebüsch entfernen lassen, mit Ausnahme der Partien, die nach Eurem Empfinden wegen ihrer Schönheit erhalten bleiben sollten. Mittels [unlesbar] und verschiedenerlei Einfriedungen auf diesem Teil des Besitzes könnten gutes Gras und Heu erzeugt werden, so dass Ihr Haushalt immer mit gutem Rind- und Schaffleisch versorgt wäre, zwei Dinge, an denen auf Castle Caldwell immer großer Bedarf herrscht. Man müsste aber, meiner bescheidenen Meinung nach, 20 bis 30 Arbeiter ganz in der Nähe halten, so dass sie sich zu jeder Zeit in Rufweite eines aufmerksamen und gewissenhaften Aufsehers befinden. Dieser würde sie zur rechten Zeit zur Arbeit bringen und sie bis zu der Zeit beaufsichtigen, zu der man Arbeiter gemeinhin ( nach Hause ) entlässt. Anderenfalls würden die Kosten einer solchen Maßnahme den daraus entstehenden Nutzen übersteigen“.

Wie viele sich bessernde Landlords, gab sich Sir James Mühe mit dem Waldgebiet, welches 1770 beinahe 21 Prozent des Grundbesitzes bedeckte. Es wurden nur nach reichlichen Überlegungen Bäume gefällt. Die wirtschaftliche Betrachtung konnte durch ästhetische Gesichtpunkte geändert werden. In dem späteren 1777er Jahr, als sein Sohn John um finanzielle Unterstützung nachfragte, schrieb Sir James als Antwort:

„Ich könnte, und das ist wahr, das ganze dekorative Bauholz an diesem Ort und in diesem Bereich verkaufen, welches garantiert tausend Pfund einbringt. Das würde aber ein sehr großer Verlust für Sie sein und zur gleichen Zeit würde es die Schönheit des Ortes zerstören“.

Die kürzliche Arbeit an dem Fortschritt in Irland wies darauf hin, dass dieser gemeinsam durch den Landlord und die Pächter erreicht wurde. Den Pächtern wurden Auflagen aufgegeben, die sie erfüllen mussten, um ihre Pachtzeit zu erneuern. Die Archive des Castle Caldwell umfassen nur eine flüchtige Quellenangabe über die Auflagen an die Pächter. Diese befindet sich in der Rent Roll von 1770, als über Patrick Magorlick, einem Pächter von einem Besitz von vier Acres (Acre Morgen; Acker; Flächenmaß; 1 Acre 4048 qm) in Belleek, vermerkt wurde:

„Er büßte seine Pacht ein, da er die Bedingungen nicht erfüllte.“

Die genauen Bedingungen, die er nicht erfüllte, sind nicht näher beschrieben worden.
Wie schon vorher erwähnt wurde, gab es einige Auseinandersetzung über die Auswirkungen, die die Arbeiten an dem Haus und dem Grundbesitz des Landlords auf das Wohlbefinden der Pächtergemeinschaft ausübt. Einige von der Obrigkeit sagten, dass viel nur dekorative Maßlosigkeit war. Gelegentlich lieferten die Archive Hinweise auf die Anzahl, die beschäftigt wurden. Gegen Ende seines Lebens schrieb Sir James an seinen Freund Lord Townshend, dem ehemaligen Vizekönig:

„In der Tat, mein Lord, bin ich in diesem Land nicht untätig Dieser schöne Grundbesitz von 1000 Acres (Acre Morgen; Acker; Flächenmaß; 1 Acre 4048 qm) verleitet mich, mehr auszugeben, als ich sollte. Ich gebe vielen Menschen, die mich umgeben, Arbeit. Ich habe nicht weniger als 70 Männer, die jeden Tag für mich arbeiten“.

Leider tendierte man zu dieser Zeit dazu, keine Arbeitslöhne zu zahlen, aber ein Eintrag in dem Kassabuch für die Jahre 1796-7 besagt, dass am 13. Januar 1797 fünfzehn Arbeitern insgesamt für die Arbeit eines Tages 5s 2d (5s 2d 5 Schilling und 2 Pence) gezahlt wurden.
Sir James war sehr engagiert, das allgemeine Niveau der Landwirtschaft zu verbessern, nicht nur auf seinem Grundbesitz, sondern auf seinem ganzen Anwesen und in der Tat auch in Gesamtirland. Seine private Korrespondenz und seine allgemeine Schreiben umfassen langatmige Diskussionen, wie das von statten gehen könnte. Angesichts der Lage und der Physiogeographie seines Anwesens hatte viele Diskussionen die beste Art des Winterfutters für das Vieh zum Thema.

Physiogeographie
Die Physiogeographie (Physische Geographie) beschäftigt sich in erster Linie mit den natürlichen Bestandteilen und Strukturen der Erdoberfläche. Dabei wird die Tätigkeit des Menschen zur Erklärung der Landschaftsgenese auch behandelt.

Teilgebiete der Physiogeographie sind:

  • Geomorphologie
  • Klimageographie
  • Vegetationsgeographie
  • Bodengeographie
  • Hydrogeographie
  • Biogeographie
  • Geoökologie

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Geografie#Physiogeographie

Er experimentierte mit verschiedenen Arten von Futtergetreide und er gab seine Ergebnisse an die Dublin Society weiter, von der er ein tatkräftiges Mitglied war, weil, wie er erklärte:

„Ich denke, dass es meine Pflicht ist, es der Öffentlichkeit mitzuteilen, was auch immer ich erarbeite. Es könnte der Allgemeinheit vom Nutzen sein“.

1769 widmete er sich auf über vier Acres einem ausführlichen Experiment. Hier pflanzte er verschiedene Arten von Kohlköpfen an, von denen er dann Kostproben an 80 Rinder verschiedenen Alters im Winter verfütterte. Indem er sein Experiment ganz genau beschrieb, folgerte er, dass der “Kilmarnock Kail“ (Kilmarnock Kohl) die besten Resultate bei dem Milchertrag liefern würde. Er unternahm auch eifrige Bemühungen den Standard des Viehbestandes durch die Zuchtwahl anzuheben. Ebenso wie das Angebot von Lord Clanbrassil, gab es auch von seinem Freund Mr. French eine Empfehlung für eine Schafsrasse, er versicherte ihm:

„sie sind einige der schönsten, welche dieses Land hervorbringt. Sie stammen von den englischen Schafböcken ab, die jeder zwischen 25 Pfund und 46 Guineas kosten – ihre Vorzüge sind die Feinheit ihres Fells, ihr großer Umfang und dass sie fast keine Beine haben“.

Er suchte auch begeistert Informationen über neue Anbaumethoden und Werkzeuge. Im März 1771 teilte ein Briefpartner in Wiltshire ihm die neuesten Ergebnisse mit:

„Das letzte Mal, als ich Ihnen geschrieben hatte, schickte ich Ihnen einen Bericht über mein holländisches Getreide… Ich schrieb damals aus dem Gedächtnis… Jetzt schicke ich Ihnen einen genauen Bericht über die Quantität, nachdem es gedroschen wurde. Also, das Getreide ist perfekt sauber, frei von Sandkörnern und es hat ein kleines Korn…
Das sind die Mengen, die wir gedroschen haben, nachdem wir die Verbesserungen gemacht haben, die ich in meinem Brief erwähnt hatte, vorher brauchten wir drei Männer für den Weizen und fünf Männer für die Erbsen und zwei Stunden brauchten wir, um letztere zu trennen. Mittels der Verbesserung konnte ich einen größeren Anteil an Korn zum Markt schicken und ich habe einen besseren Preis als vorher für das Korn erhalten… Meine Gedanken drehen sich momentan um Pflüge und Waggons und ich sammle alle Informationen zu diesen wichtigen Werkzeugen der Landwirtschaft, die ich bekommen kann, hauptsächlich mit der Überlegung, die Anzahl meiner Pferde zu verringern, die als Zugpferde taugten aber eine totale Belastung für die Gemeinschaft waren.
Ich habe mir eine hohe Meinung von dem Rotherhammer Pflug gebildet und ich habe einen Auftrag für einen Pflug gegeben, da ich erfahren möchte, wie er funktioniert“.

Viele Landlords von Ulster spornten emsig die Leinenindustrie an, da sie die einheimische Wirtschaft anregen würde und die Wahrscheinlichkeit auf sofortige und regelmäßige Zahlung der Pacht erhöhte. Bei der Gewährung der Pachten bevorzugten die Landlords Pächter, die Spinnen und Weben konnten, viele Landlords boten Prämien für Flachs von hoher Qualität, Garn oder Tuch an. Sie statteten lokale Städte mit Markthäusern und richtigen Märkten aus. !750 war Sir James eindeutig daran interessiert eine Bleichwiese auf seinem Anwesen anzulegen, eine Notwendigkeit, wenn man mit dem Weben anfangen wollte. Ein Arbeiter berichtete:

„er (Sir James) hat sich mit einem Mr. Richard Humphries, der in der Stadt von Lurgan lebt, getroffen und er erzählte ihm, dass Sie ihm sehr gute Unterstützung für eine Bleichwiese in Belleek gegeben haben… er sagte, wenn Sie ihm eine so gute Förderung und so viel Land geben würden, um zwanzig Weber zu unterstützen, würde er unverzüglich kommen, um den Ort anzusehen und ihn mit Ihnen zu bearbeiten.“

Es gibt keine Beweise dafür, dass eine Bleichwiese zu Sir James Zeiten angelegt worden ist, aber über 40 Jahre später weist ein Eintrag vom 27 Juli 1793 im Kassabuch auf folgendes hin:
„ein Mann und ein Pferd wurden zur Bleichwiese für Leinen geschickt“.
Die Urbarmachung von Ödland war ein wesentlicher Bestandteil des Fortschritts und Sir James nahm dieses mit typischer Tatkraft auf. 1760 äußerte ein Briefpartner die Absicht, ihn zu besuchen:

„ihn zu besuchen und Erfahrungen mit ihm über das neue Entwässerungssystems des Sees und der Sümpfe auszutauschen“.

Die Dublin Society verlieh Leistungsprämien an die Pächter, die Land urbar machten und Sir James setzte ihre Maßnahmen auf seinem Anwesen rege um. Sir James druckte Merkblätter, um die Ideen bekannt zu machen und zu zelebrieren und im Sommer 1773 veranstaltete er ein „Jubiläum“. Dieses beinhaltete einen feierlichen Umzug, an denen diejenigen teilnahmen, die in dem vergangenen Jahr Leistungsprämien erhalten hatten – 180 hoffnungsvolle Anwärter für die Verleihung des nächsten Jahres waren ebenfalls bei dem Umzug zugegen.
In den Seen des Erne waren Fische immer reichlich vorhanden und Sir James war insbesondere besorgt, dass seine Pächter nicht völlig von der Aalfischerei begünstigt waren:

„ Wir können aus dem vier Meilen langen Fluss, der aus dem großen See von Belleek nach Ballyshannon fließt, 40 Tonnen liefern. Meine Reuse ist eine von den ansehnlichsten. Diese herrlichen silberfarbenen Aale werden bisher für weniger als einem Penny für ein Pfund verkauft. Ich habe allerdings meinem Koch geraten, der ein sehr guter Koch ist, einige von meinen Pächtern und andere in den Aalfang zu unterweisen und er unterrichtete sie, es genauso wie er zu machen. Wenn ich für die Aale eine Abnahmemöglichkeit finden könnte, dann würde das viele von den armen Leuten bereichern“.

Sir James war auch in Entwürfe für die Verbesserung der Infrastruktur der örtlichen Verkehrswege miteingebunden. Von der Mitte der 1770er Jahre an gab es nicht zusammenhängende Diskussionen über einen möglichen Verbindungskanal zwischen dem Lower Lough Erne und dem Atlantik bei Ballyshannon.
Auch über andere Kanäle in dem Nordwesten und in dem Binnenland wurde diskutiert. Sowohl Sir James als auch Sir John waren rege Verfechter von diesen Entwürfen. Im Jahre 1783 erteilte das Irische Parlament die Genehmigung für die Kosten der Ballyshannon Verbindung. Eine Schleuse wurde errichtet. Das Projekt wurde allerdings 1794 aus Mangel an finanziellen Mitteln wieder fallengelassen. Die Seen des Erne wurden bis 1841 nicht mit dem Netzwerk der irischen Kanäle verbunden.
Sir James Sinn für die Verantwortung für seine Pächter wurde insbesondere in den Zeiten der Not gebraucht. 1758 beschrieb er in einem Brief an seinen Freund Rev. Philip Skelton eine Begebenheit, der einen Pächter namens Gallagher betraf:

„der, obwohl er sehr redlich und arbeitsam war, durch ein Unglück der Ärmste der Männern wurde, das kann Dr. Hartshorn bezeugen. Er und ich kamen bei einem Regenschauer in sein Haus. Seine Frau hütete seit einer Woche das Bett und den Mann im Haus fanden wir ohne etwas zu Essen vor und in der Tat regnete es im Haus genauso stark wie draußen. Ich gab ihm ein Geschenk von einer Krone und sein Besitz wurde für ein Jahr von der Pacht befreit. Und als er gezwungen war, das Land zu verlassen, erließ ich ihm einen großen Teil seiner Pacht und ich ließ ihm seine arme Kuh und sein ganzes Heu mitnehmen“.

In einem Brief an Lord Townshend, der bereits zitiert wurde, wies Sir James darauf hin, dass er:

„30 von den Kindern dieser armen Leute eingekleidet hatte“.

Allerdings war dieses nicht bloß ein vereinzelter Akt der persönlichen Nächstenliebe – das war die Ausführung von Sir James vollständiger Philosophie der Verbesserung, welche wiederum aus seiner persönlichen Überzeugung als ein patriotischer christlicher Landlord herrührte. Darüber hinaus führte dieser Glauben nicht nur zu einer materiellen Verbesserung von seiner Heimat und seinen Landsleuten, sondern auch zu ihrem moralischen und intellektuellen Aufstieg. Das kann man am besten anhand des Castle Caldwell sehen. Seine Unterstützung für eine eventuell neue „Church of Ireland“ (Kirche von Irland) Kirche in Pettigo und seine Förderung von katholischen Kirchen, sollte als ein Verlangen die moralische und intellektuelle Untermauerung der Gesellschaft zu verstärken angesehen werden. Der Jubiläumsumzug seiner Pächter im Sommer 1773 schloss einen Gottesdienst bei der Gemeindekirche ein und Sir James lobte die ganze Veranstaltung vor einem seiner Verwandten als:

„der Umzug ist weit entfernt, dass er einem Pferderennen vorgezogen wird, welches auf das Spielen, die Prasserei und die Randale abzielt, dahingegen sich der Umzug der Religion, dem Fleiß und der Nächstenliebe zuneigt“.

Einige von seinen scharfsinnigeren und verständnisvolleren Gästen verstanden die Hoffnung hinter seinem Projekt und gaben seinen Bemühungen Beifall. Ein Gast drückte in einem Schreiben in dem späten 1775, nach einem frischen Besuch, seine Anerkennung über jedes Maß dieses Versuches aus:

„Ich muss sagen, dass ich jeden Moment, den ich mit Ihnen verbracht habe, genossen habe. Ich nahm bislang sehr gefühllos bei den gleichen Unterhaltungen teil – Musik, Tanzen, Pantomime, Gottesdienste in der Kathedrale und und und. Ich bin häufig anwesend gewesen und habe mitgemacht, aber glauben Sie mir, ich habe niemals das wahre Vergnügen, die diese Unterhaltungen imstande sind auszulösen, erlebt.
Bis ich die Ehre hatte, bei Ihnen an den Unterhaltungen teilzunehmen – Sie erlauben mir, Ihnen meine Gedanken darüber mitzuteilen… und erst als ich Sie bei dem Gottesdienst gesehen habe, umgeben von der besten Ehefrau, von Ihren liebenswürdigen Kindern und von Ihrer Begleitung, den Bediensteten und den Pächtern.
Alle vereint in der aufrichtigen Andacht, die durch die Mithilfe der Musik wahrhaftig aufgebracht werden konnte. All das brachte Ideen und Gefühle in mir hervor, dass ich zweifelte, dass sie mir, solange ich leben würde, nicht von Nutzen sein werden. Euer Pantomime plante nicht nur Eure Begleitung zu unterhalten, sondern auch die bäuerlichen Methoden zu verbessern und ihnen den letzten Schliff zu geben. Die Gemütsstimmung von Ihren Knechten und Ihren alltäglichen Bediensteten war offensichtlich so freundlich und gut, eine Tendenz, von der ich, wenn ich daran denke, nicht genug sprechen kann. Die Zahl derer, die von Ihnen das tägliche Brot erhalten, ist nicht zu fassen, mit Ausnahme von deren, die sich so glücklich schätzen können wie ein, ein Augenzeuge davon gewesen zu sein. Ich habe sicherlich nicht zu sehr geprasst, als ich das Castle Caldwell und seine freundlichen Einwohner beschrieben habe“.

Zusammenfassung
Für dieses Papier wurde archiviertes Material benutzt, um den Gebrauch von Verbesserungsideen anhand des Caldwell Anwesens in der Grafschaft Fermanagh in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu erörtern, insbesondere als der Vierte Baronet Sir James das Oberhaupt der Familie war. Angesichte des Mangels an Literaturhinweisen für denkbare Auflagen für die Pächter, lag der Blickpunkt sehr stark auf der Rolle des Landlords. Die Erörterung, die konfrontiert wurde mit dem politischen und sozialen Hintergrund von der Anglo-Irischen Elite, zu welcher sie gehörten und mit den Aktivitäten des energischen und ernsthaften Sir James, hat bewiesen, wie die innere Einstellung dieser Gruppe zu Irland, ihrem Anwesen und ihren Pächtern war, was sich in ihrer verschwommenen Einstellung sowohl zu England als auch zu Irland widerspiegelt.
Die gut gemeinten Aktivitäten von solchen Landlords, die den Verbesserungen aufgeschlossen gegenüberstanden, riefen Fragen hervor, wie bahnbrechend, wirkungsvoll und maßgeblich ihre Bestrebungen waren. Auf einem verhältnismäßig so isolierten Anwesen mit seiner physikalisch schwierigen Umgebung, hatte insbesondere Sir James zweifellos etwas von einem landwirtschaftlichen Reformer, besonders mit seinem Interesse an den Wäldern, den Viehfuttersaaten, der selektiven Tierzucht, der Urbarmachung, der Leinenindustrie, der Verbesserung der Infrastruktur und der moralischen Besserung. Es gab allerdings auch weiter bestehende Elemente mit früheren Mustern des Wirtschaftslebens und der Sozialstrukturen. Die Physiogeographie und die jeweilige Lage dieser Region besagt, dass das Ländliche immer die Betriebsmodelle beherrscht, anhand des bemerkenswerten neuen Fortschritts im Großanbau von Flachs. Legt man das zugrunde, dann gab es hier noch starke Elemente von traditionalen irischen Mustern von kommunalen Besitz und betrieblichen Flächen und sogar in einigen Fällen in der Bezahlung der Pacht, nämlich durch Anteile an der Arbeitskraft. Darüber hinaus gab es Ähnlichkeiten zwischen dem Status und der Rolle von Sir James und seinen gebürtigen irischen Vorfahren, trotz der gewaltigen Zerrüttung durch die Plantation (die staatlich geförderte Ansiedlung protestantischer Migranten im Irland des 17. Jahrhunderts). Sir James erinnerte stark an die gälischen Häuptlinge, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts vertrieben worden waren, durch seine weit reichende und großzügige Gastfreundschaft, seinen Schutz und in seiner Förderung der lokalen christlichen Kirchen, seiner Fürsorge für seine Pächter, seine Aufbringung von Soldaten aus ihrer Mitte heraus und seiner Förderung der traditionellen irischen Musiker.
All diese Verbesserungs- und Erneuerungsaktivitäten, die Sozialstrukturen, die Beziehungen und Einstellungen, die anhand des Castle Caldwell während des Beobachtungszeitraumes veranschaulicht wurden, sind die des Europas von einer sehr alten Regierungsform.
Eine weitere Frage betrifft die Wirksamkeit der Verbesserungen auf solchen Anwesen, gerade wenn die Neuerungen nicht nur dekorativ waren. Die einzelne Person und die Gruppe, die von den Bemühungen um den intellektuellen und moralischen Aufschwung beeinflusst wurden, und wahrscheinlich immer waren, waren unmöglich abzuschätzen.
In den wirtschaftlichen Bedingungen, würde, auf kurze Sicht gesehen, die Anwesenheit eines aktiven, gewissenhaften, mildtätigen und einem gut bekannten Landlord ein erheblicher Gewinn in einer so isolierten und schwierigen Region sein. Die rein sichtbare Anwesenheit des Landlords wirkte sich auf die Bevölkerung in einer solch traditionellen und hierarchischen Gesellschaft beruhigend aus. Die Beschäftigung, die durch den Betrieb, die Wartung und die Verbesserung des Hauses, des Grundbesitzes und der Farm bereitgestellt wurde, führte zweifellos zu einem Anstieg der Einkommen der Pächter und der Ausdehnung der lokalen Wirtschaft.
Die langfristigen Auswirkungen sind allerdings mehr umstritten. Versuche mit neuen Saaten, Turnuswechseln, Arbeitsgeräten, Tierzuchten und neuerlich erschlossenen oder wieder gewonnenen Land haben nur einen dauerhaften Effekt, wenn sie von nachfolgenden Generationen der einheimischen, bäuerlichen Bevölkerung weitergeführt werden, aber hierzu schweigt das Belegmaterial.
Bei den Bemühungen, die Leinenindustrie zu fördern und die Verkehrinfrastruktur zu steigern, wurden moderne und wirtschaftliche Gedanken erörtert. Sir James und Sir John arbeiteten entlang der richtigen Linien, aber das Fehlen einer Bleichwiese, das 1834-5 in der Ordnance Survey bei den Lebenserinnerungen der Gemeinde erwähnt wurde, weist darauf hin, dass die nachträgliche regionale Sanierung und Schwerpunktbildung der Industrie in der Region um Belfast diese Bemühungen langfristig abwehrte.
Es schwer den Rang von Sir James zu beurteilen, zu dem er auch ein Beauftragter der Anglo-Iren war. In seinem Unbehagen gegenüber der politischen Rechte der Katholiken, seiner Duldung des Katholizismus als Religion, seine Treue in die Verbindung mit der Protestantisch Britischen Krone und seine heftige Verteidigung der Rechte des Irischen Parlamentes gegen den Eingriff von der Britischen Regierung, gab er eine Anschauung wieder, die völlig alltäglich inmitten dieser Elite war. Auf dem ersten Blick scheint allerdings die als beträchtlich beachtete Verpflichtung der Caldwells zu den materiellen, moralischen und intellektuellen Verbesserungen von all ihren Pächtern nahezu verschroben. Diese Anschauung war aber tatsächlich repräsentativer als man auf dem ersten Blick meint. Die Bedeutung von der gegenseitigen Verantwortung und Verpflichtung war völlig charakteristisch für die hierarchische und traditionelle Gesellschaft des pre-modernen Europas, worin das nächste Bindeglied aus der Verwandtschaft, der Loyalität und der Besitzer bestand. Darüber hinaus war das Bilden einer Verbindung zwischen der materiellen und moralischen Verbesserung vollständig im Einklang mit dem zeitgenössischen englischen und europäischen Denken der Aufklärung. Der einzigartige irische Duft dieser Gegebenheit wurde von zwei Quellen abgeleitet. Erstens war die Rolle der Eigentümer durch den Umstand kompliziert, dass sie von der Mehrheit ihrer Pächter nicht nur durch Reichtum, Stand und Status getrennt waren, sondern auch durch Ursprung, Religion und viele andere Gründe ebenso wie durch die Sprache. Zweitens wurden viele Verbesserungsperspektiven von den Anglo-Iren nicht nur wegen der Vorschriften des wirtschaftlichen Drucks, der Überzeugung, der Verpflichtung und der Mode vorgenommen, sondern auch wegen des Wunsches die überlegende erbauliche Eigenschaften des Protestantismus nachzuweisen und um die Legitimation ihrer Position und ihrer Rolle in der irischen Bevölkerung in Irland, der Britischen Regierung und nicht zuletzt ihrer einen Person zu bekräftigen.

Die Landschaften, die in Irland durch Landlords geschaffen wurden, die den Verbesserungen offen gegenüber standen, wie zum Beispiel durch die Caldwells, waren deswegen so charakteristisch für die Gruppe, die sie geschaffen haben, da sie dadurch ihren Reichtum, Geschmack, ihre Fähigkeit und Zuversicht beweisen konnten und gleichzeitig ihre Unsicherheit offenbarten.

Zitat aus: The practice of improvement in the Irish context - The Castle Caldwell estate in county Fermanagh in the second half of the eighteenth century; Mervyn Busteed; School of Geography; The University of Manchester; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

Um 15.00 Uhr starteten wir unseren Spaziergang. Die Ruinen von Castle Caldwell liegen dicht beim Anleger und so erreichten wir sie ziemlich schnell. Auf dem kurzen Weg dorthin stachen einem regelrecht die Pflanzen auf dem Boden ins Auge. Es war regelrecht ein saftiges grünes Meer mit vielen weißen und gelben Farbtupfen dazwischen. Das sah einfach nur toll aus.

Auf dem letzten Foto kann man im Hintergrund eine Mauer entdecken, die wahrscheinlich den ganzen Bereich des Castle Caldwell umgibt. So mussten wir auch durch eine etwas größere Lücke in der Mauer gehen, die wohl früher einmal ein Tor gewesen sein mochte. Wenn der Weg nicht gerade durch diese Lücke in der Mauer geführt hätte, dann wären wir wahrscheinlich daran vorbeigelaufen, denn die Mauer ist doch schon arg von der Natur wieder eingenommen worden. Als wir dann Castle Caldwell erreicht hatten, sahen wir, dass auch hier die Natur ganze Arbeit geleistet hatte. Trotzdem oder gerade deswegen war es ein wunderschöner Anblick, da das Castle inzwischen sehr schön mit der übrigen Umgebung harmonisiert.

 Die Mauern waren fast gänzlich von Efeu überwachsen und im Innern wuchsen vereinzelt auch schon mal Sträucher und sogar Bäume. So konnte man das Castle Caldwell von der Ferne eher für einen stark bewachsenen Hügel halten, als für ein Bauwerk. Nur an wenigen Stellen konnte man noch ein bisschen Mauerwerk erkennen.

 

Wir sahen uns das Castle Caldwell ganz genau an. Leider konnten wir das Innere des Schlosses nicht mehr in Augenschein nehmen, denn ein großes Warnschild verbot das Betreten wegen akuter Einsturzgefahr. So versuchte ich dann durch ein paar Fensteröffnungen Fotos von dem Inneren des Schlosses zu machen.
Im Internet habe ich tatsächlich den Grundriss des Castle Caldwell gefunden. Vielleicht kann man anhand des Grundrisses die Bilder, die ich vom Schloss gemacht hatte und das waren nicht gerade wenige, besser einordnen, wobei das sicherlich schwierig sein wird, denn wie schon erwähnt, vor lauter Grün sah man das Schloss nicht mehr!

 

 

 

   

 

 

 

         

         

 

 
 

Blicke ins Innere von Castle Caldwell.

Nachdem wir uns das Castle Caldwell wirklich in aller Ruhe angesehen hatten, setzten Holger und ich unseren Spaziergang fort. Wir hatten kein spezielles Ziel, wie auch, denn wir waren hier ja noch nie und so folgten wir einfach dem Weg.

Auf dem Spaziergang machten wir dann auch mal Fotos von uns.

Entlang des Weges kamen wir an regelrechten Bärlauch Feldern vorbei. Man konnte hier wirklich von Feldern sprechen, denn der Bärlauch wuchs hier wirklich sehr üppig und überall hing ein leichter Knoblauchgeruch in der Luft. Holger kamen bei diesem Anblick Nudeln mit Bärlauch Pesto in den Sinn, aber da wir nicht genau wussten, was man nun genau von dem Bärlauch für ein Pesto verwendeten muss, wollten wir lieber eine zweite Meinung einholen. Da Erwin und seine Familie ja auch nach Castle Caldwell kommen wollten, wollten wir auf ihn warten, vielleicht wusste er ja, was man von der Pflanze essen konnte.

Der Weg wurde immer matschiger und wir näherten uns einem See, vor dem sich eine kleine Holzhütte befand. Diese dient zur Beobachtung der Wildtiere, die hier leben. Wir entschlossen uns dazu, auch einen Blick ins Innere dieser Hütte zu werfen, auch wenn man, um trockenen Fußes zu ihr gelangen zu können, über Baumstämme balancieren musste, die über den kleinen, wassergefüllten Graben führten, der den Weg zur Hütte an dieser Stelle unterbrach. Holger wagte sich zuerst hinüber und kam tatsächlich ohne nasse Füße zu bekommen, auf der anderen Seite des Grabens an. Danach half er mir hinüber.
Die Tür zur Hütte klemmte arg und man musste sich schon fest dagegen werfen, um sie öffnen zu können. An der gegenüberliegenden Wand der Hütte befand sich eine Beobachtungsöffnung, von der aus man einen Blick auf den dahinterliegenden See werfen konnte, ohne dabei von den Tieren bemerkt zu werden. Diese Beobachtungsöffnung war aber schlecht angebracht worden, denn wenn man vor der Öffnung stand, um hindurch zu sehen, dann musste man sich bücken, saß man allerdings vor der Öffnung, dann musste man sich ganz schön strecken. Da es hier momentan keine Wildtiere zu beobachten gab, entschlossen wir uns dazu, wieder zur Daisy zurückzukehren.
Wieder passierte Holger den Graben zuerst, um mir dann wieder zu helfen. Zum Glück blieben unsere Füße wieder trocken. Ich will hier natürlich auch nicht den schönen Wald rings um das Castle herum zu kurz kommen lassen und deshalb kommen jetzt ein paar Bilder von wirklich schönen Bäumen und Pflanzen, an denen wir sowohl auf dem Hinweg als auch auf den Rückweg vorbei gekommen waren. Auf allen Bildern ist zu erkennen, dass die Natur sich ihren Raum zurückerobert hat oder gerade dabei ist, es zu tun.

 

Auch an recht seltsam geformten Bäumen, wie an dem rechten Exemplar, kamen wir während unseres Spazierganges vorbei.

 

Ein wunderschöner Farn, der gerade neue Blätter bekam.

 

Pilze im April hatten wir auch noch nicht gesehen.

 

Der blaue Farbklecks zwischen all dem Grün

 


Wir kamen gegen 16:00 Uhr wieder bei unserer Daisy an. Noch lag sie ganz alleine am Anleger, an dem man auch den hohen Wasserstand des Lower Lough Erne erkennen konnte, denn der hintere Teil des Anlegers lag unter Wasser.

 

 

 

 

 

Während wir uns noch ein wenig von unserem Spaziergang erholten, sahen wir ein Boot, das sich dem Anleger näherte. Wir sahen genauer hin und erkannten das ABC Boot von Erwin und seiner Familie.

Erwin legte das Boot direkt parallel zur Daisy an und wir halfen ihm dabei, indem wir die Leinen festmachten. Nachdem wir uns erneut begrüßt hatten, fragte ich Ursula, ob sie wisse, welchen Teil des Bärlauchs man zum Pesto verwenden würde. Sie wusste es leider nicht, aber Erwin und sein Sohn wussten es. Es wäre der Stängel und wir sollten aber vorsichtig sein, denn es würde eine ähnliche Pflanze geben, die giftig wäre und nach deren Genuss wir im Krankenhaus landen würden. Ich ließ Holger alleine bei Erwin und Ursula zurück. Erwins Sohn war inzwischen mit dem Dingi zum Angeln gefahren und Ursula versuchte ihr Angelglück vom Anleger aus. Ich selbst machte mich auf den Weg zurück zu der Stelle, wo wir den Bärlauch entdeckt hatten.

Ich fand die Stelle sehr schnell wieder und pflückte uns ein paar Stängel. Bei dem Rückweg zur Daisy fand ich noch durch einen Zufall einen tollen Ort, von dem aus ich das komplette Castle Caldwell hätte fotografieren können, leider nur hätte, denn da ich ja eigentlich nur Bärlauch pflücken wollte, hatte ich die Kamera diesmal leider nicht dabei, was sich jetzt schwer rächte. Vielleicht hatten wir ja noch genügend Zeit, dass ich ein drittes Mal in den Park laufen konnte, um doch noch das Castle Caldwell in seiner Komplettansicht fotografieren zu können.
Am Anleger angekommen, prüfte Erwin meine Ausbeute, indem er ein Stück davon aß und er dabei feststellte, dass es tatsächlich Bärlauch war. Auch Ursula probierte ein bisschen vom Bärlauch.

Ich schnappte mit gleich die Kamera und lief dann wieder zu dem Ort zurück, den ich gerade entdeckt hatte. Dabei bemerkte ich noch einen anderen Weg, der zur anderen Seite des Castle führte. Hier machte ich auch noch schnell ein paar Aufnahmen. Im Inneren des Castle hörte ich zwei Jugendliche herum toben, die trotz der Verbotsschilder das Innere des Castle betreten hatten. Na, wer’s braucht. Ich blieb lieber draußen, auch wenn ich mir geradezu in den Fingerspitzen kribbelte, von dort Fotos zu machen.
Ich kehrte schnell zur Daisy zurück, denn wir wollten ja noch unbedingt hinter die Schlecht-Wetter-Linie, da wir nicht auf dem See übernachten wollten. Erwin redete zwar mit Engelszungen auf uns ein, mit ihnen zusammen am Anleger Castle Caldwell über Nacht zu bleiben. Wir hatten allerdings schon einmal sehr schlechte Erfahrung mit einem plötzlichen Sturm gemacht, der über Nacht den spiegelglatten See, in eine Hölle mit riesigen Wellen verwandelt hatte und wie heißt es so schön: ein gebranntes Kind scheut das Feuer und so war es bei uns auch.
Wenn man einmal eine schlechte Erfahrung gemacht hatte, dann fährt man doch abends lieber hinter die Schlecht-Wetter-Linie. Die Schlecht-Wetter-Linie befand sich seltsamerweise in diesem Jahr weiter westlich als noch im letzten Jahr. Ein Grund für die Versetzung der Linie könnte sein, dass Tully Bay, wo sich der neue Stützpunkt von CarrickCraft befindet, so nicht mehr hinter der Schlecht-Wetter-Linie liegt, sondern noch davor zu finden ist. Tolles Täuschungsmanöver, denn an der eigentlichen Sache ändert sich rein gar nichts, da man schon ab Inishmacsaint Probleme mit dem plötzlich aufkommenden Wind bekommen kann. Schade, dass das einfach so geändert wurde. Zum Leidwesen von denen, die nicht Wissen, wo sich eigentlich diese Linie befindet.

Schlecht-Wetter-Linie bis 2005 Neue Schlecht-Wetter-Linie (2006er Karte)
 

Wir legten um 17:15 Uhr unter Erwins Protest ab, der bis zur letzten Minute nicht locker gelassen hatte. Vorher verabschiedeten wir uns noch herzlich von Erwin und Ursula, denn sobald würden wir uns sicherlich nicht mehr wiedersehen. Thomas war immer noch mit dem Dingi beim Angeln, so konnten wir uns nicht persönlich von ihm verabschieden. Beim Ablegen machte ich noch ein wunderschönes Foto von Erwin und Ursula.

 

Ich machte noch schnell ein Bild von dem ABC Boot, das jetzt alleine am Anleger lag. Wir waren noch nicht lange gefahren, da kam uns auch Thomas mit dem Dingi entgegen. Auch er wurde noch schnell von mir fotografiert.

Wir hatten eine traumhafte Rückfahrt über den See. Der See war immer noch fast spiegelglatt und hinter uns ging ganz langsam die Sonne unter.

Als wir bei dem Anleger Tully Castle vorbeikamen, sahen wir dort zwei Boote liegen. Bei näherem Hinsehen konnten wir erkennen, dass es die Boote von Udo und Albert waren, die hier wohl über Nacht bleiben wollten. Die beiden müssen morgen Abend ihre Boote wieder bei ABC abgeben und so wollten sie sich wohl nicht mehr zu weit von der Marina entfernen. Man konnte auch erkennen, dass irgendwelche von ihnen in dem einen Dingi beim Angeln saßen. Wer es nun genau war, konnte man auf diese Entfernung nicht erkennen.

Bei der Weiterfahrt konnten wir auch einen Blick auf Tully Bay werfen, der neuen Marina von CarrickCraft. CarrickCraft waren vorher in Knockninny ansässig, dass sich im Upper Lough Erne befindet. Dort hatten sie wohl 2005 alles verkauft und sind nach Tully Bay umgezogen.

 

Da wir gestern so schön in der Cammagh Bay gegrillt hatten, hatten wir uns auf der Rückfahrt entschlossen, an dem Anleger Cammagh Bay auch diese Nacht zu bleiben. Erstens war das Wetter gut, dass wir wieder grillen konnten und zweitens ist es einfach ein traumhafter Anleger, einer meiner liebsten am Erne. Kurz vor dem Anleger gelang es mir noch, einen am Ufer sitzenden Fischreiher zu fotografieren. So gegen 19:00 Uhr legten wir in der Cammagh Bay in der gleichen Position wie am Tag vorher an, diesmal blieb unser Bug aber etwas weiter vorne, da hier doch etliche Steine am Heck im Weg lagen.

Holger stellte den Grill diesmal auf den Teil des Stegs ab, der aus Beton bestand. Beinahe wäre es hier zu windig zum Grillen gewesen, aber wir schafften es doch noch, den Grill in Gang zu bringen. Das Fleisch hatte ich schon auf der Rückfahrt von Castle Caldwell mit dem Spezialgewürz von Knorr gewürzt, von dem wir uns noch ein paar Dosen mit nach Hause mitnehmen wollen. In Kesh hatten wir uns einen Salat gekauft, den ich mit einer Gurke verlängert hatte und dazu hatte ich auch schon ein Balsamico Dressing fertig gemacht, so dass wir es nur noch über den Salat gießen mussten. Während Holger das Fleisch grillte, machte ich noch schnell ein paar Bilder von dem Sonnenuntergang in der Cammagh Bay. Jetzt hatte ich es heute tatsächlich geschafft, hier sowohl einen Sonnenaufgang als auch einen Sonnenuntergang zu fotografieren.

Das Fleisch war bald fertig und es schmeckte genau so gut, wie am Tag vorher, wo wir ja auch schon in der Cammagh Bay gegrillt hatten. Abends sahen wir uns dann noch die DVD „Das Wunder von Bern“ an. Das ist ein Film, der eigentlich von der Fußballweltmeisterschaft handelt, aber irgendwie hat es der Regisseur geschafft, das als Nebensache zu behandeln. Wir waren beide doch positiv überrascht. Nach dem Film, den wir beide tatsächlich mal bis zum Ende sahen, gingen wir ins Bett.
Ach, bevor wir überhaupt zu Abend gegessen hatten, hatte Holger noch schnell alle vorderen Fender und alle nicht benötigten Fender hochgezogen, denn dieses Gedengel von der letzten Nacht, als ein Fender ständig mit einer solchen Beharrlichkeit gegen meine Seite geschlagen hatte, die ihm fast das Leben gekostet hätte, ich hätte in der Nacht am liebsten die Befestigungsleine durchgeschnitten, wollten wir hier in der kommenden Nacht nicht noch einmal haben.