17.04.2006

Ostermontag – das große Treffen in der Trial Bay



 

Wir hatten natürlich nach dem anstrengenden gestrigen Tag ausgeschlafen. Während ich mir noch eine Sitzung auf meinem vita-life System gönnte, war Holger schon wieder fleißig in der Küche. Heute gab es mal zur Abwechslung keine Kellogg’s Frosties zum Frühstück, sondern leckere Pfannkuchen mit Karamellsauce, die Holger in der Küche gezaubert hatte. Nach dem Frühstück setzte er sich dann gleich hin, um den Kartoffelsalat für unser heutiges Forumstreffen fertig zu machen. Währenddessen machte ich mich schon einmal im Bad fertig. Als ich aus dem Bad kam, war der Salat fertig. Er war Holger wieder sehr gut gelungen, auch wenn wir wirklich Angst gehabt hatten, dass uns alle Kartoffeln zu Brei zerfallen würden, denn in Irland gibt es keine fest kochenden Kartoffeln. Wir hatten deshalb die Kartoffeln schon gestern gekocht und gepellt und bis heute morgen durchtrocknen lassen. Scheinbar hatten wir so das Schlimmste verhindert. Holger machte sich dann auch schnell im Bad fertig und ich wusch in der Zwischenzeit das Geschirr ab und machte wieder klar Schiff in der Küche. Vor dem Ablegen sah Holger noch nach Mr. Perkins und füllte auch noch unseren Frischwassertank auf.

Um 10:30 Uhr konnten wir dann endlich in Ballyconnell ablegen. Die ganze Nacht über hatte es geregnet und heute hatten wir das typische Sunshine and Raining Wetter, wobei leider gerade Letzteres zutraf, so legte ich erst einmal meine Gummistiefel und meine Regenhose parat, denn die erste Schleuse des heutigen Tages würde ja bald kommen. Der Wind hatte auch arg aufgefrischt, wir hatten also das ideale Schleusenwetter.

Schon bald kam die Schleuse Nummer 2, Ballyconnell Lock, in Sicht und wir machten nach einem irischen Privatboot, der Gypsy Star, fest, da sich gerade ein anderes Boot in der Schleuse befand. Ich machte mich schon einmal zum Schleusen fertig, dass heißt, ich zog mir meine Regenhose, meine Regenjacke und meine Gummistiefel an. So gerüstet, wartete ich an Bord der Daisy. Wir warteten und warteten und warteten recht lange und irgendwie passierte nichts in der Schleuse. Das Boot in der Schleuse befand sich immer noch auf der gleichen Höhe und ein Mann stand ziemlich ratlos vor dem Bedienpult. Mittlerweile hatte noch ein drittes Boot hinter uns festgemacht, die Merlin, die die Nacht über neben uns in Ballyconnell gelegen hatte. Holger hatte sich ein wenig mit dem Besitzer in Ballyconnell vor unserer Abfahrt unterhalten, denn während er den Frischwassertank aufgefüllt hatte, hatte der Besitzer der Merlin sein Boot gesäubert und so wusste Holger, dass die Merlin das Ziel Enniskillen hatte. Da es aber eigentlich keinen Platz mehr am Anleger der Schleuse gab, musste die Merlin an einem Zaun festmachen. Der Ire von der Gypsy Star half ihm dabei. Noch immer tat sich nichts. Es war schon seltsam. War die Schleuse etwa kaputt? Probleme hatte es ja scheinbar schon mit ihr gegeben. War wieder etwas defekt? Und was sollten wir in dem Fall bloß mit dem gesamten Kartoffelsalat machen?

Der Skipper der Gypsy Star machte sich auf, um bei der Schleuse nach dem Rechten zu sehen. Vielleicht waren die Leute in der Schleuse ja auch nur unerfahren und kannten sich nicht genau mit dem ganzen Schleusenvorgang aus. Nach einer Weile sahen wir, wie sich das Schleusentor der Gegenrichtung öffnete und wie das Boot in der Schleuse rückwärts aus der Schleuse gefahren oder sogar gezogen wurde. Dann schlossen sich die Tore der Gegenseite wieder, der Skipper der Gypsy Star, der jetzt das Kontrollpult bediente, ließ das Wasser in die Schleuse und öffnete dann die Tore für unsere Richtung. Er winkte uns zu und so legten wir die Daisy ab und Holger fuhr sie dann in die Schleuse. Er fuhr bis ganz nach vorne, so dass die Gypsy Star hinter uns auch noch in die Schleuse einfahren konnte. Da die Besatzung der Gypsy Star ja nur aus dem Iren bestanden hatte, war er natürlich froh, dass er jemanden zum schleusen gefunden hatte. Mittlerweile war ich zum Kontrollpult gegangen und nachdem auch der Ire in die Schleuse eingefahren war, schloss ich die Tore und schleuste beide Boote. Während das Wasser wieder aus der Schleuse floss, sah ich zum hinteren Anleger und bemerkte, dass dieser von zwei Booten mit deutscher Besatzung belegt war. Hier konnte mich Holger also nicht an Bord nehmen. Ich erzählte das Holger und Holger bat mich, der Besatzung zu sagen, dass sie schon einmal ablegen sollten, dann könnte Holger mich am Anleger wieder aufnehmen. Ich richtete die Bitte aus und die beiden Boote legten dann auch ab, sobald Holger damit begann, die Schleuse zu verlassen. Holger fuhr dann mit dem Bug voran an den etwas höher gelegenen Teil des Anlegers heran, so dass ich überwechseln konnte. Nun konnten wir endlich unsere Fahrt im Shannon-Erne-Waterway fortsetzen. Die Uhr zeigte jetzt 11:10 Uhr.

Bei unserem Treffen in der Trial Bay konnten wir dann auch in Erfahrung bringen, dass es sich bei dem Boot um eines von Paolos Booten gehandelt hatte. Es waren also keine Anfänger, die Probleme mit dem Schleusenvorgang hatten, in Wirklichkeit hatte die Schleuse wohl wirklich ein Problem, dass der Ire wohl dann gelöst hatte. Und da Paolo in der Schleuse schon vorher ein Problem gehabt hatte, hatten sie sich kurzerhand entschlossen, nicht zu schleusen und wieder in die Richtung zu fahren, aus der sie gekommen waren.

 

 

 

 

Das Einfahrmanöver des zweiten Bootes mit deutscher Besatzung in die Schleuse Nummer 2. Da beide Boote recht groß waren, wollten wir sehen, ob sie denn auch beide in die Schleuse passen würden. Und wie man sieht, es hatte gepasst.

 

 

 

 

 

 

Nach der Veröffentlichung unseres Reiseberichtes im Internet auf unserer Homepage und nachdem Holger folgenden Eintrag im Shannon-Forum gemacht hatte: 

 

Neuer Reisebericht

« am: Gestern um 16:43 »

 

Hallo zusammen,
Inga hat den Reisebericht von 2006 fertig.
Nachzulesen unter:       http://www.irland-reiseberichte.de

Gruß

Holger


"Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden." - Bertha von Suttner
Irland-Reiseberichte.de

 

erhielten wir unter anderem folgende Antwort:

 

 

Re: Neuer Reisebericht

« Antwort #2 am: Heute um 08:39 »

 

Hallo Inga,
ist ja der Hammer. Du hast mich in Deinem Reisebericht und sogar fotografiert.
Wir sind die mit der Wexford, die ihr am 17d.04.2006 an der Ballyconnell Lock getroffen habt. Auf dem großen unteren Bild, das die Schleuse zeigt, nachdem beide Boote drin sind, da steht einer mit vorgestrecktem Bauch und hält die Leine. Das bin ich.
Ist ja Klasse. Kann es sein, dass Du meiner Frau noch irgendwie was am Bedienungspult erklärt oder sonst mit Ihr geredet hast? Ich habe eine Erinnerung an jemanden in einer roten Jacke. Das kann aber auch eine Schleuse vorher gewesen sein.
Noch mal, was für ein Zufall!!!!
Sich erinnernd grüßt
Maik

Hier ist das oben genannte Bild etwas vergrößert:

 

Die Gypsy Star hatte uns gleich nach der Schleuse Nummer 2 überholt und so ließen wir uns für den Weg zur Schleuse Nummer 1, Corraquill Lock, ein wenig Zeit. Gestern hatten wir es ja etwas eiliger gehabt, denn wir hatten ja gestern noch unbedingt Ballyconnell erreichen müssen, ansonsten hätten wir heute ein Problem mit nasser Wäsche gehabt, denn bei dem heutigen, sehr regnerischen Wetter hätten wir die Wäsche garantiert nicht an Deck trocken bekommen und wenn wir es unter Deck versucht hätten, dann hätten wir irgendwann eine Tropfsteinhöhle gehabt.

So langsam ließen wir die Zementfabrik von Ballyconnell auch hinter uns. Diese ist genauso wie die Windkrafträder schon von weitem sichtbar. So sind sowohl die Windkrafträder als auch die Zementfabrik gute Orientierungspunkte im Kanal. Weiter geht es den Kanal entlang. Das Wetter wurde leider nicht viel besser, auch wenn sich zwischendurch mal die Sonne durch die Wolkendecke stehlen konnte. Dabei beschien sie dann wieder den gelben Ginster am Ufer, der uns diesen Urlaub überall begleitete. An dem Ginster konnte ich mich gar nicht satt sehen.

 Gerade die Farbkombinationen waren sehr reizvoll. Der gelbe Ginster, die hellen Gräser, der grüne Rasen, der blaue Himmel und die weißen Wolken, alles stimmte. Und im Hintergrund kann man dann noch ein Haus erahnen.
Wir erreichten die Schleuse Nummer 1, Corraquill Lock, und wer wartete da schon in der Schleuse auf uns? Richtig, der Skipper der Gypsy Star. Er war zwar die ganze Zeit so weit vorweg gefahren, dass wir ihn nicht sehen konnten, aber da er ja wusste, dass wir auch schleusen wollten, hatte er in der Schleuse auf uns gewartet, denn für ihn war es so einfacher, da er an Bord seines Schiffes bleiben konnte. Holger machte hinter dem kleinen irischen Privatboot in der Schleuse fest und ließ mich von Bord.
 Dank des Iren konnten wir ja direkt in die Schleuse einfahren. Während ich mich zum Kontrollpult aufmachte, machte er eine Bemerkung über meine gute Ausstattung, Regenhose, Regenjacke und Gummistiefel. Er grinste nur, als ich meinte, dass das unser fünfter Bootstrip wäre und wir mittlerweile das irische Wetter kennen würden. Ich schloss die Schleusentore und ließ das Wasser aus der Schleuse. Während sich die Boote langsam senkten, kamen die beiden Schäferhunde vom Vortag wieder an und sie bekamen natürlich ihre Portion Kochschinken ab. Holger und der Ire unterhielten sich unterdessen über meine Fütterungsaktion. Nachdem ich die Schleusentore geöffnet hatte, fuhr der Ire aus der Schleuse und Holger folgte ihm. Ich wartete schon am hinteren Anleger auf Holger, damit er mich wieder an Bord nehmen konnte. So langsam waren wir wirklich ein gut eingespieltes Team.

 

 

 

 

 

 

 

Um 11:55 Uhr setzten wir unseren Weg fort. Unser nächstes Ziel war Belturbet, denn hier wollte Holger bei dem Bootsvermieter Emerald Star Line (ESL) Diesel bunkern. Wir wären sicherlich auch noch bis Knockninny gekommen, der nächsten Tankmöglichkeit, aber man fährt doch etwas beruhigter, wenn man einen vollen Tank hat. Schon bald hatten wir die Senator George Mitchell Peace Bridge durchfahren und den Anleger von Aghalane passiert. Aghalane war ja nun der Grund gewesen, weshalb wir dieses Stück des Shannon-Erne-Kanals schon das dritte Mal in diesem Urlaub gefahren waren. Warum war denn bloß dieser vermaledeite Trockner kaputt gewesen. Zum Glück hatten wir ja Zeit genug gehabt und so war die Rückfahrt nach Ballyconnell kein Beinbruch für uns gewesen. Diesmal hielten wir aber nicht in Aghalane an, sondern fuhren gleich in Richtung Belturbet weiter.
 Wir erreichten das Ende des Kanals und kamen im Upper Lough Erne an die Stelle der vielen Wegweiser. Wir fuhren dem nach, der in Richtung Belturbet zeigte. Jetzt fuhren wir in Richtung Foalie’s Cut. Diesen Weg hatten wir vor zwei Tagen wegen des Hochwassers und der dadurch herrschenden Strömung gemieden, aber wir hatten heute keine Probleme bei der Fahrt. Auf dem Weg nach Belturbet kamen uns gleich zwei Boote mit Forumsmitgliedern entgegen.

Erst kam Udo mit seinem Boot von ABC („Inver Countess II“) in Sicht und danach folgten gleich Albert und Meli (Irishmelie) mit ihrem Boot von der Carrybridge Boat Company („Prefect of Erne“). Die beiden, Udo und Albert, waren bei dieser Tour zusammen unterwegs, sah man ein Boot, dann konnte das andere nicht weit entfernt sein. Albert fiel auch schon von weitem wegen seiner übergroßen Deutschlandflagge auf. Die konnte man wirklich nicht übersehen. Udo erkannte man erst beim Vorbeifahren an seiner bräunlichen Jacke und seiner Baseballkappe.
Ohne langsamer zu werden, fuhren wir aneinander vorbei, denn heute Abend würden wir uns eh in der Trial Bay beim Forumstreffen wieder sehen. Aber bis dahin hatten wir noch viel Zeit und so setzten wir unseren Weg nach Belturbet fort. Wir befuhren jetzt direkt den Fluss Erne, der bis nach Belturbet schiffbar war. Das Ufer des Flusses war an einigen Stellen sehr schön bewachsen. Mir fiel gleich wieder ein wunderschöner Baum ins Auge, den ich dann auch gleich auf ein Bild bannen musste.

 

 

Um 13:30 Uhr kamen wir in Belturbet an und wollten direkt bei der Tankstelle von ESL festmachen. Wie gesagt, wollten, denn der erste Versuch misslang uns absolut. Irgendwann war ich auf dem Steg, aber ohne Tampen in der Hand und Holger befand sich mitsamt dem Tampen alleine auf der Daisy. Blöde Situation. Hoffentlich hatte keiner dieses Manöver beobachtet, denn wir wären selbst nicht mal als Anfänger durchgegangen. Aber so war es nun mal, wenn man gegen die Strömung und mit Seitenwind (ablandigen Wind) anzulegen versucht.

Holger änderte dann auch schnell den Anlegeplatz, den er sich ausgesucht hatte und wagte einen zweiten Versuch. Diesmal gelang ihm ein Bilderbuch Anlegemanöver. Warum nicht gleich so. Wir machten die Daisy fest und Holger machte sich gleich zum Office von ESL auf, um bescheid zu sagen, dass wir tanken wollten. Als Holger gerade auf den Anleger gehen wollte, fiel ihm eine Möwe ins Auge, die sehr fotogen auf einem der Pfeiler saß. Ich hatte ja schon oft versucht, einen auf einem Pfeiler sitzenden Vogel zu fotografieren, aber meist konnte ich nur noch einen wegfliegenden Vogel aufs Bild bannen. Diesmal hatte ich aber sehr viel Glück und die Möwe blieb tatsächlich solange sitzen, bis ich sie fotografiert hatte. Erst dann breitete sie ihre Flügel aus und flog davon. Man muss auch mal Glück haben.
Holger kam schon ziemlich schnell von ESL zurück, er hatte leider niemanden im Office angetroffen und er hatte auch alles verschlossen vorgefunden. Etwas seltsam war das ja schon, aber aufgrund der Uhrzeit gingen wir von der Mittagspause aus und so wollten wir noch einen Moment warten. Ich wollte die Zeit aber nicht ungenutzt lassen und so blieb Holger alleine an Bord der Daisy zurück, um auf den Tankwart zu warten, während ich mich nach Belturbet aufmachte, um von dem Ort noch ein paar Fotos zu machen. Wir hatten hier zwar schon das dritte Mal festgemacht, aber auf dieser Seite des Flusses, also auf der Seite von ESL, waren wir noch nie und so wollte ich mal die Stadt von dieser Richtung aus erkunden.

 

Unser Liegeplatz an der Tankstelle von ESL in Belturbet.

 

Auf dem Weg in Richtung des Verwaltungsgebäudes von Emerald Star Line fiel mein Blick auf ein recht abgewracktes Boot von ESL. Hier hatten wohl die Mieter des Bootes den Bug des Bootes einmal zu oft gegen die Kaimauer angelegt und das scheinbar auch mit sehr starkem Schwung, denn wo hätte denn sonst dieser eingedrückte Bug hätte herkommen sollen. Das Boot lag hier wohl zur Reparatur. Vielleicht sollte man, um dieses zu verhindern, am Bug auch noch etliche Fender anbringen.
 

 

Belturbet

Der Ort Belturbet erhielt seinen Ort von „Tairbert Island“ (Tairbert Insel), was wiederum „The Mouth of Tairbert“ (die Mündung von Tairbert) bedeutet. Belturbet war immer ein Ort von Kämpfen, da der Ort eine strategische Position an diesem Stück des Erne versah. Der Klan der O’Reilly war hier vorrangig und dieses Gebiet war unter dem Namen „East Breifni“ (östliches Breifni) bekannt. Im Jahre 1177 machte König Henry II. seinen Sohne John zum „Dominus Hiberniae“ oder „Lord of Ireland“ (Lord von Irland). Irland wurde damit die Lordschaft Irland. 1199 wurde John der König von England und er setzte die Bemühungen fort, Irland zu kontrollieren, in dem er König Cathal O’Connor of Connacht unter seine Kontrolle brachte.

Johns Truppen unter dem Befehl von John de Gray bauten eine Reihe von sieben „Motte-and-Baileys“ (Motte typisch normannische Befestigungsanlage, ein abgeflachter, von einem Graben umgebener Hügel mit einer Keep auf der Spitze und oft von einer Bailey umgeben; in Mode bis ins 13. Jahrhundert; Bailey äußerster Wall einer Burganlage; Keep Hauptturm einer Burg) quer über das Rückrat von Irland. Sie wollten damit versuchen, diesen Teil von Ulster zu isolieren, denn dieser Teil stand immer noch unter der einheimischen Kontrolle der Iren von Connacht, deren Gewalthaber, König Cathal O’Connor, sich 1201 den Anglo-Normannen unterworfen hatte. Jedoch wurden die „Motte-and-Baileys“ hier nur für ein paar Jahre benutzt.

Die erste Befestigungsanlage war in Granard in der Grafschaft Longford, die zweite war in Kilmore in der Grafschaft Cavan und die dritte befand sich hier in Belturbet auf der „Tairbert Island“ (Tairbert Insel), welche im Jahre 1210 oder 1211 gebaut worden war.

Die „Motte-and-Bailey“ von Granard ist die größte in Irland und sie wurde an dem Ort einer alten keltischen Festung, so wie die in Lisnaskea, errichtet. Die Befestigungsanlage hatte einen hölzernen Turm, von dessen Spitze man Teile von neun Grafschaften sehen konnte. Sie wurde 1199 von Richard de Tuit für de Lacy gebaut. Die Befestigungsanlage wurde aber im 13. Jahrhundert von den O’Farrells übernommen. Am 12. August 1210 besuchte König John Granard, um gegen die de Lacys zu kämpfen und es wird gesagt, dass er oben auf dem „Motte-and-Bailey“ unterhalten wurde. Granard wurde genauso wie Belturbet im Jahre 1315 von Edward de Bruce geplündert und niedergebrannt. Der Ort ist immer noch sehr imposant. Die Römisch-Katholische Kirche St. Mary, die 1860 gebaut worden war, überblickt den Ort gleich vor dem „Motte-and-Bailey“.

Die vierte Befestigungsanlage war in Lisnaskea bei Moate, der Ort einer viertausend Jahre alten megalithischen Grabkammer und später der Krönungsort der Häuptlinge der Maguire. Es gab noch weitere „Motte-and-Baileys“ in Clones und Belleek. Das einzigartige äußere Erscheinungsbild des „Motte-and-Bailey“ von Belturbet wurde geprägt durch einen doppelten „Bailey“ (Bailey äußerster Wall einer Burganlage). Die „Motte“ (Motte typisch normannische Befestigungsanlage) hatte eine steile Flanke und war hoch und ursprünglich hatte sie einen hölzernen Wachturm. Fundamente einer gespeisten steinernen Struktur wurden bei der „Motte“ von Turbet Island gefunden, aber diese Befestigungsanlage stammte aus einer späteren Periode.
Der „Bailey“  wurde von der „Motte“  durch einen tiefen Bach oder Wassergraben getrennt und man kam nur über eine Zugbrücke ins Innere. Der „Bailey“  beherbergte die Soldaten, die Ställe und die Lager. Beides, sowohl die „Motte“  als auch der „Bailey“ , wurde durch einen hölzerne Palisade geschützt.

Weil sich die „Motte-and-Bailey“ von Belturbet auf einer Insel befindet, ist sie ein wunderbar ruhiger und landschaftlich schöner Ort, an dem der Gesang der Vögel und die Wildblumen die Besucher erfreuen. Den Zutritt hat man von der westlichen Seite des Flusses und es gibt hier Anleger und einen Parkplatz neben der Brücke.
Im Jahre 1315 landete Edward, der Bruder von Robert Bruce, bei Larne. Er führte eine 6.000 Mann starke, gepanzerte Truppe an. Die Truppe bestand aus einer Allianz von irischen, schottischen und walisischen Soldaten, die gegen die Engländer kämpfen wollten. Sie konnten über Jahre hinweg nicht aufgehalten werden und sie bezwangen eine Anzahl von englischen Garnisonen, einschließlich der in Belturbet. Im Jahre 1596 schrieb der Dichter Edmund Spencer, dass der „Gesellschafts-Ort“ Belturbet während des Bruce Feldzuges in den Jahren 1312-1318 dem Erdboden gleichgemacht worden wäre.

Sir Connelagh O’Reilly errichtete am Ende des 16. Jahrhunderts ein Schloss in Belturbet. Cuchonnacht Maguire, der Chef des Maguire Klans, überquerte hier den Erne, als er sich 1601 auf dem Heimweg von der verheerenden Schlacht bei Kinsale befand, nur, um herauszufinden, dass sein Rivale Conor Rua, einer der Maguire von Lisnaskea, schon die Kontrolle über Fermanagh übernommen hatte. 1641 wurde Belturbet angegriffen und zerstört und einige der Einwohner wurden niedergemetzelt. Ein weiterer großer Anführer der irischen Truppen war O’Neill, Earl of Tyrone. Dieser befand sich gerade auf dem Weg andere Gegner von Oliver Cromwell, der im August 1649 gelandet war, zu treffen, als er im Clough Oughter Castle, in der Nähe von Belturbet, starb. Es war von Belturbet aus, von wo aus Lord Gilmoy die Angriffe gegen Crom Castle im März 1689 startete und hier ließ Gilmoy Captain Dixey in der Straße hängen. Der zweite Angriff auf Crom Castle im Juli 1689 startete ebenfalls von Belturbet aus. General Justin McCarthy führte eine Truppe von 3.000 Mann an, eingeschlossen drei Regimentern der Infanterie und 16 Kompanien der Kavallerie, die meisten von ihnen starben.

Inmitten all dieser Ereignisse, wurde 1610 Sir Stephen Butler das gesamte Landgut Dernaglusk, einschließlich Belturbet, zugestanden, nachdem das Land 1607 von der Krone konfisziert worden war. Einige Jahre später kaufte er das Land von James Balfour in Crom, Lisnaskea und Derrylin. Die schottischen und englischen Lord (die Siedler) waren sehr in diese Seengebiete verliebt, da hier das Fischen und das Jagen möglich waren. Der Wasserzugang war in den Kriegszeiten lebensnotwendig, denn hierüber konnte man entkommen oder sich wehren. Sir Stephen Butler starb 1639 und sein Anwesen hinterließ er seinem nur elfjährigen Sohn. 1666 verkauften die Butlers die Ländereien von Fermanagh an die Creightons (alte Schreibweise) von Crom, sie behielten jedoch die Ländereien von Cavan. Solche Orte wie Butlersbridge und Newtownbutler erhielten ihren Namen von der Butler Familie. Der Ehrenwerte Humphrey Butler, sowohl der Dritte Baron von Newtownbutler, als auch der Sechste Viscomte, wurde 1756 zum Earl of Lanesborough ernannt. Er war Mitglied des Parlamentes von Belturbet.
Wenn man sich den Ort von Norden her ansieht, kann man immer noch die Überreste eine von Kasernen der Kavallerie sehen (das Datum befindet sich auf dem Gründungsstein). Das Tor diente den Menschen dazu, die Pferde zweimal am Tag zum Wasser zu bringen. In der Mauer ist ebenfalls der Stein mit der Markierung von William of Orange sichtbar und die Quartiere der Offiziere. Es gab jenseits des Flusses noch weitere Kasernen. Der Befehlshaber dieser Kasernen lebte in einem wunderschönen Haus mit dem Namen „Riversdale House“.
Im Oktober 1922 überfiel hier die Wattlebridge Company of Volunteers (alte IRA) ein militärisches Begleitboot auf seinem Weg von Enniskillen nach Cavan aus dem Hinterhalt und erbeutete dabei vier Gewehre. Sie ließen die Soldaten frei, die nach Belturbet marschiert waren, um Alarm zu schlagen. Die Volunteers verteilten sich auf ihre Farmen und so wurde keiner gefangen genommen.

Die Restaurants und Pubs im Ort sind sehr einladend und reichlich. Seit der Wiedereröffnung der Brücke von Aghalane oder richtiger der „Senator Mitchell Peace Bridge“ (Senator Mitchell Friedensbrücke) im Jahre 1999 konnten die Kunden vom Norden der Grenze wieder hierher zum Einkaufen oder zur Unterhaltung kommen und sie speisten so der Gegend wieder Leben ein.

Im Ort selber gibt es einige interessante Dinge zu sehen. Wenn man den Fluss über die Erne Brücke oder Kilconny Brücke (von 1836) vom Westen her überquert, dann kann man auf der linken Seite das 1754 erbaute „Church of Ireland Rectory“ (Pfarramt der Kirche von Irland). Folgt man dem Fußweg, dann kommt man an dem Ort der „Dickson and Dunlop Distillery“ (1825-1886) vorbei, welche jährlich zwischen 90.000 und 100.000 Gallonen hergestellt hatte.

Dann kommt man zur „Railway Bridge“
(Eisenbahnbrücke), die auf 1885 zurückdatiert werden kann.

Wendet man sich jetzt nach links, man kommt so zum Ort zurück, dann kommt man an der „Church of Ireland“ (Kirche von Irland) (1600) vorbei, das „Mill Hill House“ (Mühlenhügel Haus), der Wohnsitz von Percy French, befindet sich jetzt links den Hügel herunter.
Das „Sister’s of Mercy Convent“ (Kloster der Schwestern der Barmherzigkeit) (1898, obwohl sich der Orden hier schon seit 1868 befunden hatte) befindet sich nun auf der linken Seite und auf der rechten Seite sieht man die Römisch-Katholische Kirche (1954).
Weiter entlang der Straße ist ebenfalls auf der rechten Seite die „Masonic Hall“ (Halle der Freimauern) zu finden. Nun kommt man zum Diamond (Marktplatz beziehungsweise zentraler Platz eines Ortes) und den zwei Figuren außerhalb des „Town Hall“ (Rathauses), welche die früheren, irischen Königinnen Eirne und Grainne darstellen.

 

Das Rathaus war ursprünglich das „Market House“ (Markthaus), wo das Gericht abgehalten wurde und wo sich das Gefängnis befunden hatte und es wurde 1928 wieder aufgebaut. Zwei Williamiten hatten sich 1689 an die Spitzenposition gesetzt.

 

Das Wappen und die Gründungsurkunde von Belturbet wurden 1613 Sir Stephen Butler von James I. verliehen. Das Wappen zeigt die Rose von England, die Distel von Schottland, die Harfe von Irland und das Schloss von Turbet Island. In dem „Old Town House“ (alte Stadthaus), wo sich heute „Maura’s“ befindet, wurden früher die Zölle für das Passieren des Flusses mittels der Brücke eingesammelt.

Das „Post Office“ (Postamt) wurde 1904 gebaut. Es gibt hier auch einen sehr schön restaurierten Bahnhof mit einem benachbarten Konferenzzentrum und Übernachtungsmöglichkeiten. Den sollte man auf keinen Fall beim Besuch des Ortes vergessen. Er befindet sich gleich hinter dem „Post Office“ (Postamt), wenn man die Railway Road entlang geht.
Hier gibt es ein kleines Museum, das Fahrkarten, Erinnerungen an den Bahnhof und Waggons und Lokomotiven zeigt. Es bringt einem wieder die Sehnsucht nach Vergangenem und nach der Blütezeit der Eisenbahn zurück. Am 24. Februar 2004 überreichte der Duke of Abercorn dem Museum das Steuerrad des „Steamship Belturbet“ (Dampfschiff Belturbet), welches 1887 zum ersten Mal von dem Ort ablegte, als permanente Leihgabe. Das „Steamship Belturbet“ (Dampfschiff Belturbet) wurde von Mr. J.G.V. Porter of Belle Isle, Lough Erne, in der Nähe von Lisbellaw, gebaut, besessen und betrieben.

Seit Belturbet ein Eisenbahnknotenpunkt für Reisende von Dublin nach Swanlinbar, Enniskillen oder sogar Donegal wurde, spielte die Eisenbahn eine sehr wichtige Rolle hier im viktorianischen Leben. Die Eisenbahnstation von Belturbet wurde 1885 an die „Great Northern Railway“ Trasse angeschlossen und 1887 wurde sie die Endstation der „Cavan-Leitrim Railway“, die durch Ballyconnell, Ballinamore und Mohill nach Dromad und weiter bis nach Arigna in der Grafschaft Leitrim führte. Eines der ersten „Package Deals“ (Pauschalangebote) umfasste eine Reise von der „Amiens Street Station“, die heutige „Connolly Station“ in Dublin bis nach Belturbet mit dem Zug, einen kleinen Spaziergang zu dem „Kilconny Quay“ , der an dem Fluss Erne liegt, und dann ging es weiter mit dem „Steamship Belturbet“ (Dampfschiff Belturbet) den Fluss hinunter. Der „Kilconny Quay“, der extra für das „Steamship Belturbet“ gebaut worden war, besteht immer noch in einem ausgezeichneten Zustand. Man kann die Poller sehen, an denen das Schiff festgemacht wurde und man sollte sich auch die Führungen der Schiffstaue um den Mittelpunkt herum ansehen. Aufgrund der Senkung des Wasserpegels um ungefähr acht Fuß (1 Fuß = 30,48 cm) ist der Anleger heute hoch und trocken. Zu einem späteren Zeitpunkt fuhr das „Steamship Countess of Erne“ (Dampfschiff „Gräfin von Erne“) die gleiche Route.
Die Passagiere konnten während der Fahrt Musik hören, Tanzen oder etwas trinken. Die zwei Schiffe transportierten auch den Whisky von der Belturbet Distillery. Der Whisky wurde mit Pferdefuhrwerken zum Anleger gebracht und dann die Treppen herunter zu den Booten getragen.
Eine weiteres interessantes Areal ist der Ort des „Butter Market“ (Buttermarkt) und der Werkstätten, die den Kutschenbauern, den Webern und Strohdeckern gehörten. Dieses Areal findet man auf der westlichen Seite der Main Street in der Nähe des Flusses. In der Tat gab es so viele Webstühle in den Häusern der „Patrick Street“, dass diese schon „Weaver Street“ (Weberstraße) genannt wurde.

 

In Belturbet gab es auch einen „Ducking Stool“ (Tauchstuhl), der sich in der Nähe des Anlegers befunden hatte. Auf ihm wurden keifende Weiber festgebunden und dann wurden sie in das Wasser getaucht, um ihre Zungen zu kühlen! Das Ganze bezeugt eine Gedenktafel an der Mauer und ein Pub an der Ecke zur „Main Street“ der „The Ducking Stool“ (Der Tauchstuhl) heißt.

 

Von Belturbet aus, das heute noch ein Angel- und Hausbootzentrum ist, konnten Reisende an Bord des komfortablen „Steamship Knockninny“ (Dampfschiff Knockninny) gehen, dass von der Porter Familie von der Belle Isle gebaut und betrieben wurde. Von hier aus konnten die Reisenden der viktorianischen Zeit dann nach Enniskillen oder sogar nach Belleek und Ballyshannon fahren. Das „Steamship Knockninny“ (Dampfschiff Knockninny) fuhr von Enniskillen um 06:30 Uhr ab und es verließ Belturbet um 16:00 Uhr, um die Rückfahrt anzutreten. An jedem Mittwoch konnte das Dampfschiff führ private Rundfahrten für Schulen oder für andere Zwecke für £5.00 gemietet werden. An jedem Samstag gab es nur eine einfache Fahrt von Enniskillen aus.

Zitat aus: From Ballyjamesduff to Ballyshannon; a Guide to the River Erne; An Erne Heritage Tour Guide by John Cunningham & Vicky Herbert; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

 

Lower Bridge Street

 

Morrisey Park

Butler Street

Holborne Hill

 

 

 

 

Church of Ireland

 

R.C. Church

 

Als ich von meinem Stadtrundgang, bei dem mir aufgefallen war, dass sehr viele Geschäfte geschlossen hatten, zur Daisy zurückkehrte, sah ich, dass Holger mittlerweile Gesellschaft bekommen hatte. Die Gypsy Star hatte auch an der Tankstelle angelegt und Holger befand sich im Gespräch mit dem Iren. Er hatte schon von ihm erfahren, dass heute, also Ostermontag, in Irland Bank Holiday (Bankfeiertag) war. Das beantwortete die geschlossenen Geschäfte in Belturbet und das geschlossene Office von ESL.

 

 

Bankfeiertag
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Bankfeiertag, manchmal auch Bankenfeiertag, ist ein aus dem Englischen übernommener Begriff (Bank Holiday).

Ursprüngliche Verwendung des Begriffes
In Irland und Großbritannien werden die Feiertage, die auf einen Werktag fallen, so genannt, an denen viele Unternehmen und Ämter geschlossen sind. Da früher auch die Banken an solchen Tagen geschlossen waren, konnten auch andere Betriebe nicht arbeiten. Heute hat meist der Lebensmitteleinzelhandel an Bankfeiertagen geöffnet.
Beispiele: Karfreitag, 1. Mai und 17. März (St. Patrick’s Day in Irland)
In den USA gibt es einen Bank Holiday of 1933, der sich auf eine Erklärung von 1933 bezieht, laut der es Mitgliedern der National Bank Federal Reserve verboten war, normale Bankgeschäfte durchzuführen. Die Europäischen Bank Holidays heißen in den USA Federal Holidays (Bundes-Feiertage).

Geschichte der Bankfeiertage
Im Deutschen Sprachraum wurde der Begriff nicht als Synonym für Feiertag verwendet, sondern bezog sich während der Wirtschaftkrise der 1920er und 1930er auf betrieblich bedingte Schließungen.
 

Aktuelle Bankfeiertage

Bankfeiertage in Großbritannien und Irland Einschränkungen
1. Januar Neujahr  
2. Januar   nur Schottland
17. März St. Patrick's Day nur Nordirland und Irland
variabel Karfreitag  
variabel Ostermontag nicht in Schottland
1. Mai Maifeiertag  
variabel Pfingstmontag nur Republik Irland
12. Juli Battle of the Boyne
("Orangemen's day")
nur Nordirland
Letzter Montag im August Sommerfeiertag in Schottland und Republik Irland: erster Montag
6. Dezember Unabhängigkeitstag Republik Irland
25. Dezember Weihnachten  
26. Dezember Boxing Day  

 

Außerordentliche Bankfeiertage
Ein außerordentlicher Bankfeiertag ist ein Tag, an dem, meist auf staatliche Anweisung, Banken auf dem gesamten Territorium eines Landes geschlossen haben. Außerordentliche Bankfeiertage haben meist einen volkswirtschaftlichen Hintergrund. Sie werden meist dann von Regierungen eingeführt, wenn eine wichtige Reform realisiert wird. Dies ist meist in Finanzkrisen, besonders bei hoher Inflation und / oder gleichzeitigem Wertverlust der Währung der Fall und hat die Funktion, dass panikartige Reaktionen, etwa massive Devisenkäufe, unterbunden werden sollen. Durch außerordentliche Bankfeiertage sollen Dominoeffekte verhindert werden. Das letzte bekannte Beispiel dafür ist die Argentinien-Krise

Eingrenzung
Infolge von Naturkatastrophen, Terroranschlägen (z. B. 11. September 2001), Computervirenbefall (z. B. I love you) u. Ä. kann es zu Handelsaussetzungen oder zu Schließung von Börsen kommen. Hingegen kann es infolge eines Börsenkrachs ebenfalls zu Handelsaussetzungen kommen, währenddessen der Bankbetrieb aber weiter geht. Diese Ereignisse sind nicht als Bankfeiertag zu titulieren. Markantes Kennzeichen dieser Ereignisse sind auch nennenswerte Kursstürze von Indices oder Einzelwerten.

Einwände

  • Das Wort gibt es gar nicht
    Den Begriff gibt es sehr wohl und wird auch in gängigen Wörterbüchern geführt
  • Verwendung in Deutschland
    In Deutschland wird er nur für Schließungstage der Börse verwendet, die nicht mit einem nationalen Feiertag identisch sind.
  • gesetzlicher Feiertag
    Früher wurde der englische Begriff mit gesetzlicher Feiertag übersetzt, da laut http://uebersetzungsfallen.de/   der Begriff Bankfeiertag schon anderweitig besetzt war. Bankfeiertage hießen in Deutschland Tage, an denen die Bank geschlossen hatte, weil kein Geld da war (Deflation 30er Jahre.
    Da diese Aussage nicht mehr zutrifft, entfällt auch der Grund für diese Übersetzung.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Bankfeiertag

 

Holger hatte mittlerweile mit einem Mann von ESL gesprochen, der aber nur ganz kurz da gewesen war und ganz schnell wieder weggemusst hatte, da ein Boot von ESL irgendwo ein Problem hatte, aber er hatte Holger versprochen, innerhalb von zwei Stunden wieder zurück zu sein. Holger hatte die Zwischenzeit ja gut genutzt, in dem er sich mit dem irischen Skipper der Gypsy Star unterhalten hatte. Dieser hatte das Boot von seinem Bruder geliehen. Er befuhr die Strecke zwischen Enniskillen und Keshcarrigan, weiter in den Süden konnte er nicht, da die Schleusen dort nicht mehr mit einer Leiter ausgestattet waren und so war es ihm unmöglich, alleine die Schleusen zu bedienen, denn er konnte in der Schleuse weder von Bord noch an Bord gehen. Auch konnte er nicht immer auf ein zweites Boot warten, dass ihm dann beim Schleusen half, so wie es bei uns der Fall gewesen war. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als in Keshcarrigan den Rückweg anzutreten. Ich kochte beiden Männern einen Cappuccino und da es mal wieder anfing zu regnen, zogen sich beide auf die Gypsy Star zum Trinken zurück. Dabei zeigte der Ire Holger stolz das Boot. Ich entdeckte währenddessen eine rot-weiße Katze, die auf der Gangway saß, die den Anleger mit dem Festland verband. Da man nicht allzu oft Katzen in Irland entdeckte und da ich auch immer Sehnsucht nach Katzen hatte, machte ich mich trotz des Regens zur Katze auf, natürlich hatte ich auch etwas Kochschinken dabei. Die Katze war sehr schmusig und folgte mir sogar bis aufs Boot. Und Hunger hatte sie auch, denn sie fraß doch tatsächlich unseren gesamten Kochschinkenvorrat, der aus acht Scheiben bestand, mit Genuss auf.

 

 

Noch mehr Kochschinken!!!
Hmmm, der schmeckt aber gut!!!

 

Und die letzte Scheibe genieße ich erst recht!!!

 

 

Der Tankwart war immer noch nicht zurückgekommen und so nahmen wir uns vor, noch bis 16:15 Uhr zu warten. Wenn er bis dahin nicht gekommen war, würden wir in Richtung Trial Bay ablegen und doch erst in Knockninny tanken. Wir wollten heute ja noch ein bisschen feiern und nicht den ganzen Abend in Belturbet verbringen. Da der Skipper der Gypsy Star in Belturbet übernachten wollte, konnte er dem Tankwart, falls dieser nach unserer Abfahrt doch noch kommen sollte, ja ausrichten, dass wir leider weiter mussten. Wir hatten aber Glück. Gerade hatten wir uns entschlossen, abzulegen, als ein Auto mit der ESL Aufschrift auf das Gelände gefahren kam. Endlich war der Tankwart da. Er entschuldigte sich auch gleich bei Holger, dass es solange gedauert hatte. Vermutlich hatte er nicht mehr damit gerechnet, uns noch am Anleger anzutreffen. Schnell wurde die Daisy aufgetankt. Dabei erzählte uns der Tankwart, was es mit der Katze auf sich hatte. Sie gehörte zum ESL Inventar. Irgendwann war die Katze aufgetaucht und die Mitarbeiter von ESL hatten ihr etwas zu essen gegeben. Seitdem war die Katze bei ESL geblieben und sie begleitete die Mitarbeiter sogar manchmal bis aufs Boot.
 ESL hatte also keinen BBH (BootsBettelHund), sondern eine BBK (BootsBettelKatze). Ist ja auch mal etwas anderes. Holger zahlte die Tankrechnung und endlich konnten wir ablegen. Wir verabschiedeten uns noch schnell von dem Iren, der als nächstes Ziel Enniskillen hatte. Vielleicht würde man sich ja auf dem Weg dorthin oder in Enniskillen selbst sehen. Um 16:40 Uhr traten wir dann unsere letzte Etappe des Tages an und ließen leider die Katze am Anleger zurück. Ich hätte sie ja soooo gerne mitgenommen.
Wir fuhren den gleichen Weg zurück. Es ging also entlang des Erne, über Foalie’s Cut bis zur Stelle mit den vielen Hinweisschildern.

 

 Dort bogen wir dann rechts in Richtung Enniskillen ab und folgten dem im Wasser stehenden Hinweisschild. Bei Gad Island hielten wir uns dann links. Jetzt ließen wir die „Holy Trinity Church“ (Kirche der heiligen Dreifaltigkeit) rechts liegen und dann dauerte es nicht mehr lange und der Anleger von Trial Bay kam in Sicht. Hinter uns fuhr die ganze Zeit über ein anderes Boot, das wohl auch Trial Bay als Ziel hatte. Als sie jedoch den fast vollen Anleger erblickt hatten, wechselten sie sofort ihren Kurs, um einen anderen Anleger anzusteuern. Wir legten um 17:40 Uhr hinter Udos Boot auf der inneren Seite des Anlegers an. Zu dem ABC Boot von Udo ließen wir etwas Platz nach Vorne.

 

 Gleich nachdem wir angelegt hatten und die schon angekommenen Bootsbesatzungen begrüßt hatten, näherte sich eine Penichette, deren Crew wohl auch in Trial Bay übernachten wollte. Holger und Udo gingen sofort den Anleger entlang, um der Penichette beim Anlegen zu helfen. Die Crew wunderte sich doch arg über den fast vollen Anleger.
Sie fragten dann auch, was hier denn wohl für ein Treffen stattfinden würde, denn es musste ihnen aufgefallen sein, dass unsere Forumsboote entweder eine Deutschlandflagge oder einen Forumswimpel oder beides führten. Udo und Holger klärten sie dann auch über unser Forumstreffen auf. Die Crew der Penichette bestand selbst aus einer zusammen gewürfelten Mannschaft, die aus verschiedenen Nationen kamen, die sich in Irland für einen Bootsurlaub getroffen hatten.
Nur im Gegensatz zu uns, hatten sie sich alle auf einem Boot getroffen, wir hingegen brauchten sechs Boote. Wir stellten fest, dass eigentlich nur noch Paolo mit seiner Crew fehlen würde. Nach kurzer Zeit kam aber sein MHM Boot in Sicht und nachdem wir die Daisy noch ein Stückchen nach Vorne gezogen hatten, so dass wir fast von unserem Heck aus auf das Heck von Udos Boot hätten wechseln können, konnte Paolo sein Boot mitsamt seiner zwei Dingis hinter uns festmachen.

 

Dieses Bild hatte ich erst am nächsten Morgen gemacht, deshalb ist einerseits das Boot von Heinz Werner schon gedreht und andererseits das Boot, das hinter dem MHM Boot von Paolo und Joki gelegen hatte schon wieder unterwegs. Aber man kann doch erkennen, wie voll der Anleger von Trial Bay gewesen war.

 

Links liegt die Noble Duke II von Paolo, davor kann man noch ein Stückchen Reling von unserer Daisy erkennen.

 

 

 

 

 

 

Links die „Inver Countess“ von Heinz Werner, vor im liegt die „Prefect of Erne“ von Albert. Rechts liegt die „Inver Countess II“ von Udo und vorne quer liegt die „Noble Chief III“ von Martina.

 

 

 

 

 

Links liegt die „Prefect of Erne“ von Albert und rechts sieht man noch ein Stückchen von der „Inver Countess II“ von Udo.
 

 

 

 

 

 

Nachdem wir nun alle angelegt hatten, wurde überlegt, wie denn das Grillen vonstatten gehen sollte, denn das ideale Grillwetter hatten wir nun wirklich nicht und der Grillplatz an Land war leider auch schon in Beschlag genommen worden. Leider nicht von uns Forums-Mitgliedern. Irgendwann wurde das ABC Boot von Heinz Werner zur Grillstation erklärt, da es zu den größeren gehörte und da es eine überdachte Flybridge hatte. Martina, Heinz Werner und ich bauten unsere Einmalgrills auf und Martina holte noch extra ihren Sonnenschirm, um die Grills vor dem Regen und dem Wind schützen zu können. Um das Boot vor der Hitze der Grills zu schützen, hatten wir diese auf die Bierkästen gestellt, die normalerweise als Tritt dienten, um vom Anleger auf die hohen Seiten der Boote zu gelangen. Einen Bierkasten hatten wir von Udo erhalten und der andere stammte wohl von Heinz Werner selbst. Nachdem wir beide Grills angefeuert hatten, ließ ich Heinz Werner und Martina alleine bei den Grills zurück, um bei den weiteren Vorbereitungen zu helfen.
Es mussten doch noch einige Sachen an Bord des ABC Bootes gebracht werden. Wir spendeten von der Daisy unseren Tisch und unseren Hocker, Matthias brachte Teller und Bestecke und andere Forums-Mitglieder brachten ebenfalls Bestecke. Und dann waren da ja noch die ganzen Essenssachen, die jeder für sich für das Treffen vorbereitet hatte. Aber irgendwann hatten wir alles zusammen. Da der Wind doch recht frisch war und die Grills nicht gerade windgeschützt standen, hatte Holger die Idee, das Boot zu drehen, nachdem zum Grillmeister erklärt worden war. Gesagt getan,

 

 

 

Heinz Werner hatte sich vorsichtshalber in den Salon verzogen, damit er wohl im Notfall den Motor hätte anmachen können. Holger und Udo lösten die Heckleine von Heinz Werners Boot, ließen die Bugleine aber dran und dann wurde das Boot ganz langsam um den Bug gewendet. Das klappte prima und nachdem das Boot wieder am Anleger sicher festgemacht worden war, konnte diesmal im Windschatten weitergegrillt werden. Das Drehen des Bootes stellte sich dann auch wirklich als gute Idee heraus. Das Grillen funktionierte jetzt um einiges besser.

 

 

 

 

Udo beim Drehen von Udos Boot.

 

 

 

 

 

 

 

Und schon lag das Boot um 180° gedreht. Sabrina und ihre beiden Neffen hatten das Manöver die ganze Zeit beobachtet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sabrina half Udo dabei, das Boot zu sichern, während Holger am Bug die Leine wieder am Boot befestigte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Drehung machte Holger das Boot von Heinz Werner wieder am Bug fest.

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt konnte Udo das Boot auch am Heck festmachen. Sabrina und ihre Neffen warteten schon darauf, wieder an Bord gehen zu können. Heinz Werner beobachtete alles von der Flybridge aus.
 

 

 

 

 

 

 

 

Und zum Schluss zog Udo noch eine Spring, um das Boot noch näher an den Anleger zu bringen, damit wir es beim Hochklettern einfacher haben würden. Heinz Werner und Martin beobachteten Udo dabei genau, damit er es ja richtig machen würde. Ein Enkel von Heinz Werner konnte es nicht mehr abwarten, wieder an Bord zu kommen. Auch Birte hatte sich mittlerweile zu der Gruppe gesellt.

 

 

 

Nun wollte Sabrinas Neffe doch wieder von Bord gehen. Sabrina hilft ihm dabei. Birte guckt zu.

 

 

Unser Tisch wechselt auf das Schiff von Heinz Werner. Holger und Birte heben ihn nach oben, während Martin ihn mit einer Hand entgegen nimmt. Bei ihm geht es auch nur einhändig, da sich sein anderer Arm in Gips befindet. Matthias bringt noch weitere Teller auf Heinz Werners Boot.

 

 

 

 

Nach erfolgreicher Tellerübergabe geht Matthias an Bord des ABC Bootes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt geht auch Birte an Bord. Holger wartet noch auf mich, bis ich mit dem Fotografieren fertig bin, um mir dann auch an Bord zu helfen.

 

 

 

 

 

 

Matthias mit seinen Kindern Martin und Birte und einem Enkel von Heinz Werner (imiadam).

 

Matthias, der Mann von Martina (Anitram) mit seinem Sohn Martin

 

 

Von links nach rechts sind zu sehen:
  • Martin, der Sohn von Martina (Anitram)
  • Birte, die Tochter von Martina
  • Sabrina, die jüngere Tochter von Heinz Werner (imiadam) und
  • Margit, die Frau von Heinz Werner

 

 

 

 

Heinz Werner mit seiner Frau Margit und seinen beiden Enkeln, den Kindern seiner älteren Tochter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Treppe sitzt Paolo, links von ihm sitzt Matteo, der Sohn von Joki und rechts von ihm sitzt Matthias, der Mann von Martina.
 

 

 

 

 

 

 

Ich, Inga, mit Heinz Werner (imiadam).

 

Paolo mit Matteo, dem Sohn von Joki.

 

Joki mit Inge, der Frau von Udo.

 

Martina mit Niclas, Paolos Sohn. Wegen des Windes musste Martina den Schirm ständig am Wegfliegen hindern oder musste sie etwas zum Festhalten haben?

 

Na, Martina, waren es wirklich nur zwei Guinness?

 

Joki, Inge und Holger Margit und Holger

 

Margit und Holger

 

  • Resümee des Forumstreffens:
  • insgesamt lagen die Besatzungen von sechs Booten aus dem Forum am Anleger von Trial Bay:
    • Die Besatzung des MHM Bootes „Noble Chief III“
      Martina (Anitram), ihr Mann Matthias, ihre Kinder Birte und Matthias
    • Die Besatzung des ABC Bootes „Inver Countess II“
      Udo, seine Frau Inge und seine Söhne Patrick und Tim
    • Die Besatzung des Carrybridge Boat Company Bootes „Prefect of Erne“
      Albert, Meli (Irishmelie) und Rainer
    • Die Besatzung des ABC Bootes “Inver Countess”
      Heinz Werner (imiadam), seine Frau Margit, seiner jüngeren Tochter Sabrina und seine beiden Enkel (die Kinder seiner älteren Tochter)
    • Die Besatzung des MHM Bootes „Noble Duke II“
      Paolo mit seinem Sohn Matteo, Joki mit seinem Sohn Niclas
    • Die Besatzung des Waveline Bootes „Daisy“
      Holger und seine Frau Inga

 

  • Von den Besatzungen nahmen 18 Personen am Treffen teil.
  • Es gab sehr viel zu essen.
  • Es gab noch mehr zu trinken.
  • Die Stimmung war sehr gut.
  • Es gab zwei Grüppchen
    • Die Salon-Gruppe, die im Warmen saß
    • Die Flybridge-Gruppe, die im Kalten saß und die sich warme Gedanken machen oder einfach auf Decken zurückgreifen musste, um nicht zu frieren.
  • Um 02:00 Uhr löste sich der harte Kern der Gesellschaft auf, da sich die alkoholischen Getränke dem Ende zuneigten.
  • Alle ausgeliehenen Sachen, wie Tisch, Hocker, Geschirr und Bestecke, fanden wieder auf ihre Boote zurück.

Es war wirklich ein wirklich sehr schönes Treffen, das hoffentlich noch einmal wiederholt werden kann, wobei man wohl eher davon ausgehen muss, dass es eine einmalige Sache bleibt. Aber wir waren alle dabei!