25.04.2006

Unser Urlaub geht zu Ende – Heute wird wenig Boot gefahren, dafür viel gelaufen.

 

Nachdem wir nun gestern schon die Waveline Marina erreicht hatten, wo wir heute Abend unser Boot mit Wehmut wieder abgeben müssen, wollten wir es heute, an unserem letzten Tag auf der Daisy, etwas langsamer angehen lassen. Wir schliefen heute so richtig aus und ließen uns auch beim Fertigmachen sehr viel Zeit. Heute wollten wir nicht mehr viel mit dem Boot fahren. Das hatten wir ja die letzten 13 Tage nun schon sehr ausgiebig getan. Nein, heute wollten wir einmal den Fußweg nach Athlone erkundigen, der vom Coosan Point entlang des Lough Ree und dem Shannon nach Athlone führt. Das hatten wir noch nie gemacht. Bisher waren wir immer nach Athlone mit dem Boot gefahren, meist auch am letzten Tag, hatten dort in der Marina festgemacht und waren dann von da aus zu einem Stadtbummel gestartet. Nun wollten wir es mal anders machen. Kurz vor 11:00 Uhr legten wir bei den Wavelinern am Killinure Point ab, um nur einmal auf die andere Uferseite zu fahren. Dort legten wir dann am Coosan Point auch schon um 11:05 Uhr am dortigen, sehr neuen Anleger an. Wir machten uns schnell landfein. Das Wetter lud heute zwar nicht gerade zu einem Spaziergang ein, denn der Himmel war grau in grau, aber wir hofften, dass sich irgendwann noch die Sonne durch die Wolkendecke zeigen würde.

Am Coosan Point befindet sich ein recht großer Parkplatz, da hier im Sommer, aufgrund der Bademöglichkeit mit Strand am Ufer und des Spielplatzes, recht viel los ist. Auch einen Pub kann man hier finden. In einem Winter in den frühen 60er Jahren des letzten Jahrhunderts war, man kann es sich kaum vorstellen, das Wasser in diesem Bereich von einer so starken Eisfläche bedeckt, dass der ehemalige Inhaber von Sean’s Bar in Athlone, Seán Fitzsimons, hier einen Volkswagen beobachten konnte, der über die Eisfläche vom Coosan Point aus über Hare Island und Killinure Point wieder zurück zum Coosan Point fuhr.
Dieses habe ich einem Interview von Nuala Redmon entnommen, das mit Seán Fitzsimons geführt wurde (http://iwn.iwai.ie/v33i2/interview.pdf). Sean’s Bar, die im Jahre 900 gebaut worden war, wird sogar im „Guinness Book of Records“ als ältester Pub in Irland, England, Schottland und Wales aufgeführt und vermutlich ist es sogar der älteste Pub in der Welt. Seán Fitzsimons kaufte den Pub 1970 und führte ihn 31 Jahre lang. Aber das nur so nebenbei.


Ordnance Survey of Ireland / Government of Ireland Licence No. MNE 000107

Vom Coosan Point aus führt eine kleine Straße, die manchmal auch nicht breiter wie ein Feldweg in Deutschland ist, geradewegs nach Athlone. Die Straße ist ungefähr 3,5 Kilometer lang und führt durch die Ortschaften Creaghduff, Coosan und Clonbrusk, die meist aus nicht mehr als ein paar Häusern bestanden. Nach Clonbrusk unterquert man die N6 und ist dann am nördlichen Rand von Athlone angekommen. Auf dem Weg von Coosan Point nach Coosan kamen wir an einer Ruine eines Hauses und an einen Neubau eines Hotels vorbei. Das waren wirklich krasse Unterschiede.

 

 

In Coosan selbst wurden wir eine ganze Weile lang auf dem Fußweg von einem großen, schwarzen Hund begleitet, der die ganze Zeit einen Stock im Maul bei sich hatte, auf den er wohl auch ziemlich stolz war.

 

 

 

Auf der anderen Straßenseite sahen wir die Kirche von Coosan, die etwas anders als die üblichen Kirchen in Irland aussieht. Es ist aber meiner Meinung nach, ein recht gelungenes Gebäude.
Ein Stückchen weiter die Straße herunter nahmen wir einen gelb gestrichenen Pub wahr, der untypisch groß Werbung für Heinecken und nicht für Guinness machte. Auf einem kleinen Schild konnte man dann aber auch lesen, dass es hier auch „as usual Guinness“ (Guinness wie gewöhnlich) gibt.

 

Nachdem wir auch Clonbrusk hinter uns gelassen hatten, konnten wir als Fußgänger die N6 unterqueren und konnten so direkt nach Athlone weiterlaufen, ohne, wie die Autos, einen Umweg machen zu müssen. Bald darauf erreichten wir den nördlichen Rand von Athlone. Wir liefen weiter Richtung Zentrum, das wir dann auch gegen 12:20 Uhr erreichten. Eigentlich hatten wir erwartet, dass wir noch länger für die Strecke brauchen würden, aber das war ja nun nicht wirklich lang gewesen. Da hatten wir schon längere Strecken hinter uns gebracht. So kann ich wirklich denjenigen die Strecke empfehlen, die einfach mal vom Killinure Point nach Athlone wollen und die aber kein Auto zur Verfügung haben.
In Athlone wendeten wir uns als erstes in Richtung „St. Mary’s Parish Church“ (die Gemeindekirche St. Mary’s). In der Nähe der Kirche kaufte sich Holger ein Eis und während er auf einer Bank saß, um es zu genießen, machte ich von der Kirche und ihrer Umgebung etliche Aufnahmen. Auf der anderen Straßenseite fiel mir ein Antiquitätengeschäft ins Auge. Eigentlich war es nicht so sehr das Geschäft, sondern die Porzellanfiguren, die sich hier im Schaufenster befanden. Es waren Bunnykins von Royal Dalton. Die Figuren von Royal Dalton sind bei uns mit den Hummelfiguren vergleichbar. Bei den Bunnykins handelt es sich um die Serie mit verschiedenartigen Hasenfiguren. Ich war ganz fasziniert von den Hasenfiguren und sah sie mir eine ganze Weile an. In den Laden selbst bin ich jedoch nicht gegangen, jetzt noch nicht!
Wir sahen uns weiter Athlone an. Vieles hatten wir in den Jahren vorher ja schon angeschaut, so auch das Castle von Athlone. Ein Besuch des Castles und des Museums ist seht zu empfehlen.

Auf unserem Spaziergang kamen wir auch an dem großen Shoppingcenter vorbei, das wir bisher noch nicht besucht hatten. In dem Shoppingcenter entdeckte Holger einen chinesischen Laden. Hier konnte man sich mit der chinesischen Medizin behandeln lassen. Neben der Medizin wurden hier auch Massagen und Akupunkturen angeboten. Gerade die Massagen zogen Holger magisch an, da Holger durch das linke Fenster neben dem Steuerstand Zug bekommen hatte und dadurch so starke Schmerzen in den Schultern hatte, dass er seinen Kopf kaum noch drehen konnte. Wir gingen in den Laden und Holger fragte bei der Frau am Empfang nach, ob er sich hier seine Schultern massieren lassen könnte. Die Chinesin erkundigte sich genau nach seinen Beschwerden und kam dann darauf, dass eine Massage zwar helfen würde, aber nicht intensiv genug wäre. Er sollte sich lieber akupunktieren lassen, damit würden dann sicherlich seine Probleme weggehen. Holger rang ganz schön mit sich. Er hatte zwar schon fiel über die Erfolge der Akupunktur gehört, da die Frau eines Kollegen Heilpraktikerin ist, aber er hatte sich noch nie Nadeln setzen lassen. Die Schmerzen waren jedoch so stark, dass er es tatsächlich wagte. Gerade auch in Bezug auf unseren morgigen Flug. Holger wollte nicht die ganze Zeit im Transferbus und im Flugzeug mit der schmerzenden Schulter verbringen. Nachdem die Frau am Empfang von Holger ein Patientenblatt angefertigt hatte, ich half dabei ein wenig beim dolmetschen, mussten wir noch etwas im Wartezimmer warten, aber nach ungefähr einer halben Stunde wurde Holger aufgerufen. Während er der Ärztin in das Behandlungszimmer folgte, ging ich wieder in das Shoppingcenter zurück und sah mir jeden Laden genau an, um die Zeit totzuschlagen. Zwischendurch kehrte ich immer wieder zu dem chinesischen Laden zurück, um zu sehen, ob Holger schon wieder da war. Nach beinah einer Stunde sah ich Holger dann wieder. Er hatte die Akupunktur gut überstanden und nach der darauf folgenden Massage fühlten sich seine verspannte Schulter und sein steifer Hals schon viel besser an. Die Ärztin hatte ihm noch zwei Medikamente aufgeschrieben, die er sich nun am Empfang abholte. Dabei handelte es sich um ein Massageöl und um Kräuterpflaster, die fast wie ABC Pflaster aussahen. Am Empfang zahlte er dann auch seine Behandlung. Die Ärztin hatte außerdem vermerkt, dass er nächste Woche wieder kommen sollte, aber, nachdem der Chinese am Empfang einen Blick auf Holgers Heimatadresse geworfen hatte, lächelte dieser nur und meinte, dass das ja wohl dann nicht möglich wäre. Holger bestätigte das ebenfalls lachend.

Vom Shoppingcenter aus machten wir uns wieder auf den Rückweg. Diesen wollten wir aber nicht wie den Hinweg schon zu Fuß zurücklegen, diesmal wollten wir mit einem Taxi zum Boot am Coosan Point zurückgebracht werden. So wendeten wir uns vom Shoppingcenter aus wieder in Richtung „St. Mary’s Parish Church“, da Holger hier Taxis gesehen hatte. Tja, Holger hatte hier zwar Taxis und einen Taxistand gesehen, nur war jetzt gerade kein Taxi weit und breit zu sehen. Wir entschlossen uns, einfach zu warten. Irgendwann würde schon ein Taxi wieder am Taxistand halten.
Und was befand sich zufälligerweise auf der anderen Straßenseite des Taxistandes, richtig, der Antiquitätenladen. Ich wurde wieder förmlich von den Bunnykins Figuren angezogen und diesmal ging ich auch in den Laden, um mich nach den Preisen zu erkundigen. Ein paar Euros hatte ich noch und ich wollte mir sowieso eine Kleinigkeit aus Irland mitbringen.
Der Inhaber des Antiquitätengeschäftes zeigte mir die Figuren und erzählte mir auch, dass diese Figuren in England hergestellt wurden, das konnte man an der Marke unterhalb der Figur erkennen. Er nannte mir die Preise der Figuren und damit ich gar nicht erst das Gefühl bekommen würde, dass er mich mit den Preisen vielleicht über den Tisch ziehen würde, zeigte er mir einen Katalog, in dem alle Figuren aufgelistet waren. Die danebenstehenden Preise waren sogar noch etwas höher als die Ladenpreise. So entschied ich mich für zwei Bunnykins Figuren und Holger spendierte mir dann noch eine dritte Figur. Der Geschäftsinhaber packte sie mir dann sehr sorgfältig ein. Erst in Ploppfolie und dann noch in eine dicke Papierschicht. So würden sie den Heimflug sicher gut überstehen. Ich bin immer noch richtig stolz auf meine drei Figuren. Vielleicht kommt ja nächstes Jahr noch eine weitere dazu, falls wir wieder an Athlone vorbeikommen sollten.

Nach dem Einkauf gingen wir auf die andere Straßenseite. Mittlerweile wartete ein Taxi am Taxistand auf Kundschaft und so stiegen wir in das Taxi ein, das uns dann wieder zum Coosan Point und zu unserem Boot brachte. Auf der Fahrt erzählten wir von unserem Fußmarsch nach Athlone und dass Holger keine Lust hatte, auch den Rückweg zu Fuß zu bewältigen. Der Taxifahrer meinte daraufhin nur mit einem Schmunzeln im Gesicht, dass er das auch besser finden würde, denn ansonsten hätte er uns nicht als Fahrgäste gehabt. Die Rückfahrt dauerte nicht lange und so befanden wir uns schon recht bald wieder an Bord der Daisy.

Athlone
Ein Fremdenführer von Donal O’Brien

Ein kurzer Blick auf die Geschichte von Athlone

Athlone befindet sich auf dem Esker Riada, einem Eskerrücken, der Irland von Osten nach Westen, nahezu auf der Linie von Dublin nach Galway, durchquert. Diese Esker wurden in der letzten Eiszeit (vor 1.000.000 und 10.000 Jahren) geformt. Als das Eis anfing zu schmelzen, flossen unter dem Gletschereis befindliche Ströme, die Felsen, Sand und Kies mit sich führten. Nachdem der Fluss der Ströme aufgehört hatte und das Eis komplett abgeschmolzen war, blieb ein aus sandhaltigen und kieshaltigen Material bestehender Rücken zurück. Es ist einer von diesen Rücken, der von dem Fluss Shannon durchschnitten wurde und auf dem die Stadt Athlone errichtet worden ist.
Clonmacnoise, welches zehn Meilen (sechzehn Kilometer) südlich von Athlone liegt, befindet sich ebenfalls auf dem Esker Riada und hier sind immer noch Teile von der „Slige Mor“ oder der „Great Western Road“ (der großen westlichen Straße), die von Connacht nach Tara führte, zu finden.


Zur Info: Os (Landschaft)
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(Weitergeleitet von Esker)
Ein Os (Wallberg oder Esker) ist eine bahndammähnliche Aufschüttung von Schmelzwassersanden und -kiesen, die während der Eiszeit unter dem Gletschereis gebildet wurde. Oser sind ein Bestandteil der Grundmoränenlandschaft.

Entstehung
Oser entstanden durch subglaziale Schmelzwässer. Das Inlandeis enthält wie jeder Gletscher auch Moränenmaterial (feiner Ton bis grobe Blöcke). Die Schmelzbäche auf dem Eis, die nach mehr oder minder kurzer Laufstrecke sich einen Weg an die Gletscherbasis suchen (Wasser hat eine höhere Dichte als Eis) nehmen das Moränenmaterial auf und lagern es entlang ihres subglazialen (unter dem Gletscher) Laufes wieder ab. Daher sind Oser glazifluviale Formen. Sie bestehen meist aus groben Sanden, Kiesen und Blöcken. Da die Schmelzwässer parallel zur Eisbewegungsrichtung fließen, verlaufen Oszüge in Norddeutschland meist von Nord nach Süd. Oft liegen sie in Nachbarschaft oder sogar innerhalb einer Glazialen Rinne. Die Entstehung bzw. Erhaltung der Oser ist mit dem Stillstand bzw. dem Abschmelzen des Inlandeises während der Eiszeiten verbunden.

Form
Oser erheben sich wie unregelmäßig geformte Bahndämme in der Landschaft, da sie links und rechts von Eismassen umgeben waren. Sie erreichen in Norddeutschland selten mehr als 20 m Höhe, können aber mehrere dutzend Kilometer lang sein.
Auf Grund des von der Gletscheroberfläche nach fließenden Wassers steht das Wasser unter dem Eis oft unter hohem Druck und kann dementsprechend auch aufwärts fließen. Das erklärt die stark wechselnde Höhe von Osern sowie die Unterbrechungen in den Oszügen, die eher die Regel denn die Ausnahme sind.

Oser und Drumlins
Oser sehen auf den ersten Blick den Drumlins ähnlich, die aber eine andere Entstehungsgeschichte haben. Sie dürfen deshalb nicht miteinander verwechselt werden. Drumlins entstanden während des aktiven Fließens des Gletschers unter dem Eis und zeigen deshalb eine stromlinienförmige Gestalt.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Esker

Der Ort an dem Hauptkreuzungspunkt des Flusses Shannon und in dem Herzen der irischen Midlands und der sowohl in der Provinz Leinster und Connacht liegt, war schon seit den frühesten Tagen an von einem beträchtlichen, strategischen Wert. Der früheste Beleg einer Besiedlung in diesem Gebiet ist ein „Portal tomb“ (Portalgrabmal) in der Gemeinde von Drum, das sich ungefähr drei Meilen (fünf Kilometer) westlich der Stadt befindet.


Zur Info: Portal tomb
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Pentre Ifan in Wales

 Portal tombs

 

Auf Portal tombs beziehen die meisten Leute völlig zu Unrecht den Begriff Dolmen, Tisch aus Stein oder Druiden-Altar. Sie werden Portalgräber genannt, weil zwei aufrecht stehende Steine, die von der Höhe her zusammenpassen, die Vorderseite ihrer Kammer bilden und gemeinsam mit dem zum Teil gewaltigen Deckstein (Browneshill Co. Carlow, 100 t) scheinbar einen Türrahmen in Trilithenform bilden. Sie kommen sowohl im Osten Irlands (Legananny Co. Down, Proleek Co. Louth) als auch in Cornwall und Wales (Pentre Ifan) vor.
Portal tombs sind die plakativste Form einer Megalithanlage. Meist ruht auf den Portalsteinen und den niedrigeren hinteren Tragsteinen nur ein einzelner großer um etwa 20 Grad geneigter Deckstein. Eine Neigung (allerdings in die Gegenrichtung) zeigen auch einige bretonische Dolmen (Kercadoret im Morbihan) und fast alle portugiesischen Antas. Die Portalsteine können bis zu 3,5 m hoch sein. Wenn sich diese Höhe mit einem dicken Deckstein verband, ist die Anlage über 5 m hoch und stellt ein besonders imposantes Monument (Goward Co. Down) dar. Mitunter sind es aber zwei Decksteine, die (z. B. Knockeen im Co. Waterford) eine gestufte Deckenform bilden. Ursprünglich in einen Hügel integriert, stehen sie heute frei. Lediglich die Spuren des Hügels sind manchmal noch zu erkennen. Ganz selten haben alle (drei oder mehr) Tragsteine die gleiche Höhe und die charakteristische Neigung der Kammeroberseite wird vom Profil des Decksteins geschaffen, wie bei Glendruid (auch Brenanstown genannt), im Co. Dublin.
Manchmal gibt es noch den Türstein, der einst den Zugang blockierte. Türsteine sind halbhoch, dreiviertelhoch oder sie haben die volle Höhe. Alle Portal tombs hatten ursprünglich diese Türtafeln, die aber später entfernt wurden. Lange galten Sie eine späte bzw. letzte Form der Megalithanlage. Heute gilt diese Ansicht aufgrund der jüngeren Forschungen von F. Lynch (1976) in Wales als überholt.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Portal_tomb

Viele Artefakte aus der Bronzezeit, darunter befinden sich ein Schwert, ein Schild, Armreifen, goldene Ornamente und Äxte, wurden aus dem Flussbett geborgen und sind nun in dem „National Museum of Ireland“ (Nationalmuseum von Irland) in der Kildare Street in Dublin zu sehen.

Der Ursprung des Namens Athlone, im Irischen Ath Luain, welches „ford of luain“ (die Furt von Luain) bedeutet, leitet sich aus vielen möglichen Erläuterungen ab. Im Altertum war Athlone unter dem Namen „sean-ath mor“ bekannt, welches „the great ford of antiquity“ (die große Furt des Altertums) bedeutet. Die bekannteste Geschichte, nach der die Stadt Athlone ihren Namen erhalten haben soll, ist aber folgende: Im Altertum betrieb ein Mann Namens Luan gleich bei der großen Furt ein Wirtshaus oder eine Taverne. Er führte auch Menschen über den Fluss und später wurde der Ort unter seinem Namen bekannt, Athlone - Ath Luain - „ford of luain“ (die Furt von Luain). Eine andere Geschichte lautet, dass Luan der Zieh-Bruder von Buide und der Geliebte von Estiu gewesen sein soll. Der eifersüchtige Ehemann von Estiu schoss auf dem Shannon mit einem einzigen Schuss auf die Beiden. Luan überlebte solange, dass er das Ufer des Shannons noch erreichen konnte, wo er dann auch starb und so erhielt die Stadt Athlone ihren Namen von ihm. Es gibt etliche andere Geschichten, wie die Stadt Athlone zu ihrem Namen gekommen ist, aber an dieser Stelle würde es den Rahmen sprengen, wenn man alle hier wiedergeben würde.

An dem östlichen Ufer des Flusses befand sich einst ein früh-christliches Kloster, von dem es aber keine Aufzeichnungen gibt. Kürzlich wurden fünf, schön verzierte Grabplatten, die aus dem achten bis zu dem zehnten Jahrhundert stammen, auf dem Friedhof der „Franciscan Abbey“ (Franziskaner Abtei) gefunden. Eine dieser Grabplatten erinnert an Ailill ui Dunchado, einem König von Connacht, der 746 nach Christus gestorben ist. Diese Grabplatten kann man im Athlone Castle Museum sehen. Andere klösterlichen Anlagen befanden sich südlich und westlich der Stadt in Clonown und Drum und St. Kieran gründete ein Kloster auf Hare Island, einer Insel im Lough Ree. Später gründete er sein Kloster in Clonmacnoise, welches als eines der größten und berühmtesten Klöster von Europa bekannt wurde.
1129 errichtete Turlough O’Connor, König von Connacht, das erste Castle in Athlone. Offenbar bestand dieses aus einer hölzernen Struktur, denn nur zwei Jahre später brannte es durch einen Blitzschlag nieder. Turlough O’Connor war auch für den Bau einer Brücke, die über den Fluss Shannon führte, verantwortlich, die während seiner Regierungszeit etliche Male zerstört und wiederaufgebaut wurde.
Um 1140 herum wurde auf der westlichen Seite des Flusses eine Priorei von den Cluniac (reformierte Benediktiner) gegründet und es war die einzige ihrer Art, die in Irland gegründet worden war.

Zur Info: Cluniazensische Reform
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Cluniazensische Reform
, eine vom burgundischen Benediktinerkloster Cluny ausgehende geistliche Reformbewegung des Hochmittelalters, die zuerst das Klosterleben und dann das Papsttum erfasste.
Die Hauptgedanken der Reform waren:
 

  • strenge Beachtung der Benediktsregel
  • größte Gewissenhaftigkeit beim Opus Dei, den täglichen Gottesdiensten
  • Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches.



Daneben standen eine Reform der Klosterwirtschaft und Loslösung der Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der Bischöfe; die Klöster wurden direkt dem Schutz des Papstes unterstellt. Im Streit zwischen Kaiser und Papst (Investiturstreit) unterließ es Cluny, Partei zu ergreifen, stand aber in Fragen der Simonie und des Zölibats auf Seiten der Reformpäpste.

Geschichte der Reform
Schon mit dem ersten Abt Berno wurde eine Hinwendung zu alten Idealen des Mönchtums begonnen, die dann von Abt Odo fortgesetzt wurde. Die consuetudines Cluniacenses breiteten sich schnell in Südfrankreich aus und fanden auch in Italien einen Nährboden. Hier besonders in St.Maria Aventinese und Montecassino. Neben der Rückbesinnung auf benediktinische Grundsätze (in der Variante des Benedikt von Aniane) und einer gesteigerten Spiritualität (inklusive des Zeremoniendienstes und des Mirakelglaubens) wurde auch schnell die Befreiung aus der weltlichen Abhängigkeit betrieben, die neben der Exemtion aus dem zuständigen Diözesensprengel auch die Arrondierung des Klosterbesitzes und die Einforderung der Gerichtsbarkeit für das Herrschaftsgebiet einschloss.
Dabei koinzidierte die von Cluny ausgehende Bewegung mit einer kirchenrechtlichen Entwicklung, die sich die pseudoisidorischen Dekretale (um ca. 835-850), eine Sammlung von teilweise gefälschten Dekreten, Synodalbeschlüssen und Papstbriefen zur Begründung eines in jeder Hinsicht vorrangigen Papsttums, nutzbar machte, um hierauf basierend auch eine Stärkung der Bischöfe zu fordern, dies aber vor allem gegenüber den entsprechenden weltlichen Herrschern und immer mit Blick auf ein starkes Papsttum, von wo man gerade die Unabhängigkeit der kleineren Bistümer meinte bestens wahren zu können. (Weitere Sammlungen in diesem Zusammenhang sind die Hispania Gallica Augustodunensis, Capitula Angilramni und die Sammlung des Benedikt Levita).
Mit dem 11. Jahrhundert, insbesondere unter Abt Odilo, fand dann eine kirchenpolitische Wendung der Reform statt. Zurückführen lässt sich dies auf die häufige Anwesenheit der exemierten Mönche in Rom, wo die wenig von weltlichen Herrschern eingeschränkten Mönche nun einen Papst vorfanden, der als geistliches Oberhaupt seiner Kirche keineswegs frei von derartigen Zwängen war. Namentlich die Wahl und Einsetzung des Pontifex fand sich beinahe vollständig in der Hand des römischen Stadtadels. Andere außerkirchliche Einflüsse kamen hinzu. Der Kampf gegen diese Einflussfaktoren, gegen Simonie und Nikolaitismus, wiederum klerikalisierte die einst monastisch geprägte Reform. Unter v. a. der Mitwirkung von Humbert von Silva Candida, Anselm von Lucca und Hildebrand, beeinflusste so die Cluniazensische Reform als Klosterreform die Gregorianische Reform als Kirchenreform.
Ähnliche Bestrebungen finden sich an anderen Orten. Der Lothringischen Reform beispielsweise fehlte lediglich die Einforderung päpstlicher Unabhängigkeit. Nach Deutschland drang die Reformbewegung erst später, da sich im alten benediktinischen Mönchtum (vor allem in der Abtei St. Gallen) hiergegen viel Widerstand gebildet hatte. Eine Fortsetzung fand sich dann in der sog. Hanauer Reform.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Cluniazensische_Reform
Zum Ende des 12. Jahrhunderts kamen die Normannen als Teil ihrer nach Westen gerichteten Ausdehnung in Athlone an. Ein „Motte and Bailey“ wurde errichtet, vermutlich von Geoffrey de Costentin, der die Gegend um Athlone herum von King John erhalten hatte.

1210 begann John de Gray, Bischof von Norwich und „Irish Justiciar“ (Chief Governor – Oberster Statthalter) mit dem Bau des steinernen Castles, das bis heute demselben Ort befindet. Das Castle wurde auf dem Grundstück gebaut, das zu dem Cluniac Kloster von „St. Peter and Paul“ gehörte. Als Ausgleich für den Verlust ihrer Aue erhielt die Priorei ein Grundstück an einer anderen Stelle und die Gewährung für die wertvolle Aalfischerei im Shannon, welche sie bis zur Reformation im 16. Jahrhundert betreiben konnten, dann mussten sie sie an das Athlone Castle zurückgeben. Heute unterhält die ESB (Electricity Supply Board - das Energieversorgungsunternehmen von Irland) die Aalfischerei.
Die Normannen brachten Siedler mit sich und sorgten auch für die Stadtentwicklung.
Um 1240 herum erreichten die Franziskaner Athlone und gründeten eines der frühesten Klöster in Irland.
1241 wurde in Athlone das Mönchkloster „Great Church“ (Große Kirche) von Albrecht Surebeer gesegnet. Albrecht Surebeer war der in Deutschland geborene Erzbischof von Armagh. Die Gründer von dem Mönchkloster „Great Church“ war vermutlich die Anglo-Normannische Familie Dillon of Kilkenny-West, da sie nach der Verdrängung der Klöster die Gewährung für die Pacht des Klosters erhielten und in den drei Jahrhunderten zwischen der Gründung und der Verdrängung des Klosters war die Klosterkirche der Ort ihrer Grabstätte. Heute ist nichts mehr oberhalb des Erdbodens von diesen Gebäuden erhalten geblieben. Der wahrscheinlichste Ort der Gebäude des Mönchklosters befand sich wohl auf der westlichen Seite des nördlichen Endes der „Northgate Street“, auf der anderen Straßenseite der Straße, die dem „Art College“ (der Kunsthochschule) kommt.

Im 13. Jahrhundert wurde Athlone eine, von einer Mauer umgebene Stadt, nachdem 1251 die Gelder für die Errichtung einer Stadtmauer bewilligt worden waren.
Nach 1300 begann die Macht der Anglo-Normannen in Irland nachzulassen.
1315 drang Robert Bruce in Irland ein und im selben Jahr wurde Athlone von seinem Verbündeten Rory O’Connor niedergebrannt. Athlone war dazu bestimmt, auch in dem folgenden Jahr wieder niederzubrennen.

Das 14. Jahrhundert war für die Stadt ein Zeitabschnitt des Zerfalls, jedoch sah sie auch eine Wiederbelebung der gälischen Macht anhand des Castles, denn dieses wurde zu unterschiedlichen Zeiten von einer der einheimischen Familien gehalten. Zu diesen einheimischen Familien gehörten die Familie der O’Braoins of Brawny, die Familie der Kelly’s of Ui Maine und die der nun gälischen Dillons of Kilkenny-West.

Im frühen 16. Jahrhundert wurde die englische Macht unter den Monarchen der Tudors in Irland wiederhergestellt.
1535 wurden kurz nach der Reformation beide frommen Häuser geschlossen und ihre Liegenschaften gingen an die Krone über.
1556 begannen die Arbeiten an einer neuen Steinbrücke über den Shannon. Vermutlich wurden hierfür die Steine von der Franziskaner Abtei verbaut, die zu dieser Zeit abgerissen wurde. Der Bauherr der Brücke war Sir Henry Sidney, der „Lord Deputy of Ireland“ (der Stellvertreter in Irland des englischen Königs). Der Bau stand unter der Aufsicht von Rev. Peter Lewis, der Kantor der „Christ Church Cathedral“ (auch: Cathedral of the Most Holy Trinity - Kathedrale der höchsten heiligen Dreifaltigkeit) von Dublin. Die Brücke war 360 Fuß (1 Fuß = 30,48 cm) und 14 Fuß breit und sie hatte neun Bögen. Später wurden an der Brücke Kornmühlen errichtet, die die Kraft ausnutzten, die von dem schnell fließenden Wasser erzeugt wurde. Nahe des Mittelpunktes der Brücke wurde ein Denkmal errichtet, das die Wappen von Queen Elizabeth, Sir Henry Sidney, Peter Lewis und noch andere Wappen trug. Diese Brücke hielt sich für nahezu dreihundert Jahre, wenn man von der Erneuerung von vier der Bögen im Jahre 1732 einmal absieht.
Am Ende des 16. Jahrhunderts wurde ein „Tholsel“ (der Name „Tholsel“ leitet sich von zwei alten englischen Wörtern ab: „toll“, welches „tax“ also Steuer bedeutet und „sael“, welches „hall“ also Halle bedeutet. Es ist also ein Platz, wo die Steuern bezahlt werden) bzw. ein Markthaus in der Nähe des östlichen Endes der Brücke errichtet. In der heutigen Zeit ist dies der „Custume Place“.
1569 wurde Athlone der Sitz der Vorsitzenden von Connacht und es wurden für sie im Innenhof des Castles prächtige Wohnungen, von denen aus man den Fluss überblicken konnte, errichtet. Bis 1672 war Athlone der Sitz der Vorsitzenden, bis das Amt aufgelöst wurde.
1578 wurden sowohl das „North Gate“ und das „Dublin Gate“ (Eastgate - Osttor) gebaut. Das zu letzt genannte wurde von dem Kaufmann Edmond O’Fallon errichtet, der es dann von der Krone pachtete. Um diese Zeit herum wurden Arbeiten an der Stadtmauer von Sir Nicholas Malby, dem „Military Governor“ (militärischen Statthalter) und späteren Vorsitzenden von Connacht, der im Athlone Castle residierte, vorgenommen.
Im Jahre 1603 wurde Richard Burke (De Burgh), Earl of Clanricard, zum Vorsitzenden von Connacht ernannt und sein Sohn Ulick, der Fünfte Earl und der Erste Marquis of Clanricard wurde 1604 in dem Castle geboren.

Das frühe 17. Jahrhundert sah einen Zustrom von englischen Siedlern in die Stadt.
Im Jahre 1616 folgte Sir Charles Wilmot (der spätere Erste Vicomte Wilmot of Athlone) Clanricard als Vorsitzender von Connacht und gegen Zahlung eines Bestechungsgeldes (₤4.000) sicherte er für die Menschen in der Stadt die Bewilligung für gute Titel für ihre Liegenschaften. Eine Bedingung dafür war, dass sie Häuser aus Backsteinen nach englischer Manier bauen durften. Eine andere Bedingung war, dass sie, wie in alten Zeiten, eine Stadtmauer auf ihre eigene Kosten um die Leinster Stadt herum bauen konnten. Wilmot verlangte, dass die Stadtmauer bis 1636 fertig gestellt sein sollte, nachdem jedoch die Cromwellianer 1651 Athlone übernommen hatten, waren sie es, die den Bau der Stadtmauer anstelle von Wilmot beendeten. Nachdem die Stadt während der Cromwellianischen Zeit viele Zerstörungen erlitten hatte, folgte eine Zeitspanne des Friedens und 1682 hinterließ uns der Schreiber Sir Henry Piers eine kurze Beschreibung der Stadt aus diesem Jahr:

„Athlone, eine vereinigte Stadtgemeinde, befindet sich an beiden Ufern des Shannons. Der auf dieser Seite des Ufers (östlich) befindliche Teil der Stadt war ehemals besser bebaut gewesen. Der andere Teil, der sich zusammen mit dem King’s Castle an dem westlichen Ufer des Flusses befindet, liegt in der Grafschaft Roscommon, beide Teile sind durch eine mächtige, sich hoch emporhebende und gut gebaute Brücke zu einer Stadt zusammengefügt worden. In der Mitte von dieser Brücke befindet sich ein schönes Denkmal, das aus sehr guten Marmor gehauen worden war und dessen Figuren zusammen mit den Wappen von Queen Elizabeth und einigen Inschriften, die Auskunft über die Zeit und den Gründer des Bauwerkes geben. Die Brücke, deren Bögen groß und breit sind, führt über den Fluss, der hier sehr tief ist und der sich hier erhebt und anschwillt, so dass unter der Brücke ein großer Fall entsteht, welcher für einige Mühlen nützlich ist, die sich an jedem Ende von der Brücke unterhalb von ihr befinden… Der diesseits des Flusses gelegene Ortsteil bot vor dem Krieg (1641-1651) nach außen hin einen schönen Anblick dar. Fein gestaltete Ecksteine und Bögen schmückten die Mehrzahl der Häuser, wobei die kunstvoll gearbeiteten (trichterförmigen) Kaminaufsätze ganz besonders auffallend waren. Ein Haus, das sich ein gewisser Devenish, etwas von der Straße zurückgesetzt, hatte errichten lassen, überragte alle anderen an Eleganz der Bauweise. Dabei war aber all diese Schönheit ganz auf das Äußere beschränkt, während das Innere an Plan und Gestaltung viel zu wünschen übrig ließ. Infolge des hier wütenden, vergangenen Krieges fiel die gesamte Stadt einer Feuersbrunst zum Opfer, sie ist aber seither größtenteils wieder aufgebaut worden. Jedoch sind unlängst neunzehn dieser Häuser wiederum ein Raub der Flammen geworden, wobei die diesseits des Flusses gelegene Markthalle mit Müh' und Not gerettet werden konnte.
Von alters her bestanden hier zwei Klostergemeinden; die eine, auf der Connaughter Seite liegend, hieß St. Paul, die diesseitige gehörte den Franziskanern. Letztere wurde von Cathal Cruiyarig „of the red fist“ (der mit der roten Faust) begründet, konnte aber zu seiner Lebenszeit nicht fertig gestellt werden. Das Bauwerk wurde danach von Sir Dillon 1244 vollendet. Ebenfalls diesseits des Flusses steht die Pfarrkirche, ein niedriges, aber wohl gebautes Gebäude in gutem Zustand. Mit dem Castle erwarb der Ehrenwerte Earl von Ranelagh, der Ehrenwerte, die Würde eines Vicomtes. Insgesamt war die Ortschaft mit zwei Abgeordneten der Bürgerschaft im Parlament vertreten.“
(Diesen Text aus dem Jahr 1682 konnte ich nur dank Rudi, er ist ein Mitglied des odge Forums (http://forum.odge.de/) übersetzen. Vielen Dank noch mal an Rudi für die gute und immer schnelle Hilfe.)

 

Leider blieb keins der Häuser mit den fein gestalteten Ecksteinen und Bögen und den kunstvoll gearbeiteten (trichterförmigen) Kaminaufsätzen, die Piers beschrieben hatte, bestehen. Sie hatten sich in der „Church Street“ befunden und sie waren in den 1620er Jahren als Teil der Gewährungen von Wilmot an die Stadtleute gebaut worden. Die Fassade des Court Devenish Hauses blieb bestehen wie auch eine Anzahl von geschnitzten Steinen, die die Wappen der Familie, die dieses Gebäude gebaut hatten, zeigen. Eine Anzahl von diesen geschnitzten Steinen sind entfernt worden und befinden sich nun im Athlone Castle.

1672 wurde das Amt des Vorsitzenden von Connacht abgeschafft und seine Liegenschaften von Athlone wurden dem Earl of Ranelagh bewilligt. König Charles starb 1685, der noch auf dem Sterbebett zum römisch-katholischen Glauben übertrat und ihm folgte sein katholischer Bruder James II. (Jakob II.). Die Stadtbehörde von Athlone übereichte dem neuen König eine Rede der Loyalität.
Die Katholiken von Irland glaubten an eine neue Ära von religiöser Freiheit und so bauten sie neue Kirchen. Die Franziskaner in Athlone gründeten eine neue Kirche in der Nähe des Ortes, wo sich einst die alte befunden hatte. Ihre Hoffnungen waren nur von kurzer Dauer, weil 1688 das englische Parlament die protestantische Tochter Mary von James II. und seinen Schwiegersohn William III. of Orange (Wilhelm III. von Oranien-Nassau) aufforderte, den Thron zu übernehmen, da es einen katholischen Erben aufgrund der Ehe James II. mit seiner zweiten Frau Mary Beatrix of Modena befürchtete. Die beiden nahmen den Thron an und James floh nach Frankreich, aber nur, um in Irland wieder zu erscheinen, um den Versuch zu unternehmen, seinen Thron wiederzuerlangen. Der Krieg, der dem ganzen folgte, brachte der Williamitischen Armee im Juli 1690 einen Sieg bei der Schlacht am Boyne ein, die Jakobitische Armee wich daraufhin nach Limerick und Athlone zurück und hielt die Linie beim Fluss Shannon.
Kurz darauf erschien vor der Stadt eine Militäreinheit der Williamitischen Truppen, die 10.000 Mann stark war und unter dem Befehl des Schotten Lieutenant General James Douglas stand. Der Statthalter von Athlone, Colonel Richard Grace, gab die Leinster Stadt auf und verstärkte das Castle und die Brücke. Nach einer Belagerung, die eine Woche andauerte, zog sich die Williamitische Armee zurück, aber nur, um im folgenden Jahr mit ihrer Hauptarmee von mehr als 20.000 Mann und einem großen Belagerungszug zurückzukehren.
Dieser Belagerungszug stand unter dem Kommando von dem holländischen General Godard van Reede, Baron De Ginkel. Das Castle befand sich zu dieser Zeit unter dem Kommando von Colonel Nicholas Fitzgerald.
 
 

Nach einer zehntägigen Belagerung, bei der 12.000 Kanonenkugeln, 600 Bomben und viele Tonnen Steine auf das Castle gefeuert worden waren, gelang es der Williamitischen Armee, den Fluss zu überqueren und das Castle und die Stadt während eines großen Blutbades zu erobern. Unter den Gefallenen war auch der ritterliche Colonel Richard Grace. Sowohl das Castle als auch die Connacht Stadt wurden durch die Bombardierung, die die schwerste in der irischen Geschichte ist, in Schutt und Asche gelegt. De Ginkel wurde von seinem dankbarer Landesfürst William III. mit dem Titeln des irischen Adels Earl of Athlone und Baron of Aughrim belohnt. Kurz darauf folgten die Schlacht von Aughrim und die endgültige Kapitulation von Limerick. Ein Staatsvertrag, der in Limerick unterzeichnet wurde, erlaubte es der irischen Armee, entweder nach Frankreich zu segeln, um sich der Armee von Louis XIV. anzuschließen oder auf ihre Farmen zurückzukehren. Die Mehrheit entschied sich für Frankreich.
Sie wurden später unter dem Namen „the wild geese“ (die Wildgänse) bekannt. Die Tolerierung der Religion, die in Limerick versprochen wurde, wurde kurz danach durch das irische Parlament verboten und eine Serie von Gesetzen, die unter dem Namen „Penal Laws“ (Strafgesetze; speziell gegen Katholiken gerichtete Gesetze, die eine volle Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zumindest erschwerten, oft sogar unmöglich machten) bekannt wurden, wurde erlassen. Diese Gesetze stuften die einheimischen Iren auf das Niveau des „hewers of wood and carriers of water“ (Holzhauers und Wasserträgers) herab. Diese Gesetze wurden später von dem englischen Schriftsteller Dr. Samuel Johnson mit den Worten „sie übersteigen die bösartigsten Verfolgungen des Altertums“ beschrieben.

Nach der Zerstörung, aufgrund der großen Belagerung von 1691, begann sich Athlone zu erholen, während des 18. Jahrhunderts ging die Bebauung jedoch nur langsam voran. Ein paar Jahre nach der Belagerung wurden Kasernen für die Truppen gebaut und im Laufe des Jahrhunderts folgten weitere Gebäude. 1703 wurde ein neues „Tholsel“ (Zollhaus) aus Stein errichtet, um das alte aus dem 16. Jahrhundert zu ersetzen. Die Stadt wurde im Parlament von zwei Mitgliedern vertreten.
Diese zwei Sitze wurden während des 18. Jahrhunderts hauptsächlich von zwei Familien behauptet, diese waren die Handcocks und die St. Georges. Der Sitz des Parlamentes befand sich im „College Green“ in Dublin in einem prunkvollen Gebäude, in dem sich heute die Bank of Ireland befindet.

Die Handcocks hatten ein Stadthaus gleich in der Nähe der heutigen „O’Connell Street“ und dem heutigen Gresham Hotel. Das Stadthaus der St. Georges befand sich ebenfalls in der Nachbarschaft. Eine Zeitlang blühten zwei Zeitungen auf, das waren: „The Athlone Chronicle“ und „The Athlone Herald“. Pferderennen wurden populär und um 1770 wurde ein Yachtclub gegründet, der heute noch existiert und der der zweitälteste in Irland ist, der älteste befindet sich in Cork. Die von den Ranelagh gespendete Schule wurde 1764 errichtet und sie war ein ansehnliches Gebäude. 1991 wurde sie abgerissen. Sie befand sich gegenüber von der früheren „Midland Great Western“ Bahnstation in der „Grace Road“.
Die Ranelagh Schule, die sich in dem Teil von Athlone befindet, der in Roscommen liegt und nach den gleichen Plänen gebaut worden war, existiert heute immer noch, obwohl sie nicht mehr als Schulgebäude benutzt wird. Beide Schulen konnten aufgrund einer Schenkung von dem Dritten Earl of Athlone gegründet werden, denn in seinem Testament hatte er verfügt, dass sein Anwesen in Athlone für diesen Zweck zu treuen Händen überlassen werden sollte.
1736 wurde „ein recht guter“ wöchentlicher Kutschenbetrieb zwischen Athlone und Dublin gegründet.
1757 entstand ein Kanal westlich der Stadt, der es ermöglichte, dass Boote die Stadt umfahren konnten. Vor dem Kanalbau war die Schifffahrt auf dem Fluss aufgrund der Bögen der alten Brücke und der Untiefen sehr schwierig gewesen.
In dem letzten Viertel des Jahrhunderts kam es zu einer Entspannung in den „Penal Laws“ (Strafgesetze; speziell gegen Katholiken gerichtete Gesetze, die eine volle Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zumindest erschwerten, oft sogar unmöglich machten).
So wurden 1795 auf beiden Seiten des Flusses katholische Gotteshäuser gebaut: St. Peters in der „Chapel Street“ und St. Marys in der „Gleeson Street“.
Die Franziskaner erwarben eine Liegenschaft an dem Ort des heutigen Mönchsklosters in der „Friary Lane" und bauten dort später eine Kirche.

Das 19. Jahrhundert sorgte für große Änderungen in Athlone. Während die georgianische Periode ein Zeitabschnitt des Stillstandes gewesen war, war die viktorianische Periode ein Zeitabschnitt der Entwicklung und diese Periode gab Athlone das architektonisch markante Aussehen von heute.
Nachdem das Castle für mehr als ein Jahrhundert eine Ruine gewesen war, wurde es 1804 neu aufgebaut. Zur gleichen Zeit entstand ein gewaltiger Geschützgruppenkomplex auf dem erhöhten Terrain westlich des Kanals und im Falle eines Angriffes konnte es von den Waffen des Castles, die über die Hausdächer feuern konnten, unterstützt werden. Zu den militärischen Kasernen kamen weitere Gebäude hinzu, einschließlich einer Sporthalle, einer Garnisonskirche und Kasernen für die Artillerie.
1836 wurde die „Royal Irish Constabulary“ (RIC - landesweite (Ausnahme Dublin) Polizeitruppe vor Erlangung der irischen Unabhängigkeit. Abgelöst durch die Royal Ulster Constabulary und die Garda) und kurz darauf hatten die beiden Seiten der Stadt Polizeikasernen.
In den 1840ern Jahren machte die Shannon Navigation den Fluss das erste Mal in seiner Geschichte schiffbar.
1851 kam die Eisenbahn in Athlone an. So entstanden auch die anmutige eiserne Brücke und die erste von zwei Bahnstationen.
Zehn Jahre später wurde der stattliche Kirchturm der katholischen „St. Mary’s Church“ (St. Mary’s Kirche) fertig gestellt und seitdem dominiert er den östlichen Teil der Stadt.
1859 wurde die Zwirnerei für Wolle gegründet und sie sorgte für Generationen für Arbeitsplätze für die Bewohner der Stadt.
Kurz zuvor waren die „Mercy Sisters“ (Barmherzigen Schwestern) nach Athlone gekommen und gründeten hier eine Schule und ein Kloster in der „Excise Street“.
In den 1880er Jahren kamen die „Marist Brothers“ (Brüdergemeinschaft der Maristen) und die „Sisters of La Sainte Union des Sacres Coeurs“ (Bower Convent) nach Athlone.

 

Zur Info: Brüdergemeinschaft der Maristen
Die Ordensgemeinschaft wurde 1817 durch den heiligen Marzellin Champagnat (1789-1840) in La Valla, einem kleinen Bergdorf des rauen Pilat-Gebirges in Südfrankreich gegründet, wo er als Kaplan tätig war.
Ziel war die religiöse Erziehung und Unterweisung der Kinder auf dem Lande, da infolge der Französischen Revolution das Schulwesen und besonders die christliche Bildung in Frankreich im Argen lag.
Trotz massiver Anfangsschwierigkeiten setzte sich seine Gründung durch und die neue Gemeinschaft verbreitete sich im ganzen Land sowie im benachbarten Ausland und in Übersee.

Marzellin starb am 6. Juni 1840 in dem von ihm selbst erbauten ersten Mutterhaus Notre Dame de l'HERMITAGE in der Erzdiözese Lyon. Seine Reliquien ruhen seit der Seligsprechung 1955 in der dortigen Klosterkirche. Am 18. April 1999 erfolgte die Heiligsprechung durch
Papst Johannes Paul II. Als Logo für die Heiligsprechung wurde gewählt:

Ein Herz, das keine Grenzen kennt.
Heute gibt es an die 4700 Brüder in 78 Ländern auf allen Kontinenten, vor allem auch in Ländern der Dritten Welt. In jüngster Zeit sind in Afrika 12 Brüder in der Ausübung ihres Apostolats gewaltsam ums Leben gekommen.

Zitat aus: http://www.maristen.org/m_geschichte.htm
Am Ende des Jahrhunderts wurde Wasser aus Rohrleitung verfügbar gemacht und „the Urban District Council“ (der städtische Bezirksrat) ersetzte die „Town Commissioners“ (Stadtbeauftragten), welche früher im Jahrhundert wiederum die „Corporation“ (Stadtbehörde) ersetzt hatten, die von führenden, einheimischen Familien beherrscht worden war.
Die westliche Seite der Stadt (Connacht) wurde aus der Grafschaft Roscommon ausgegliedert und in die Grafschaft Westmeath eingegliedert.
Das 20. Jahrhundert brachte große Veränderungen und Erweiterungen. Viele Einheimische verließen Athlone, um im Ersten Weltkrieg zu kämpfen und viele von ihnen kehrten niemals wieder zurück. Das erste Victoria Kreuz, das in diesem Krieg verliehen wurde, erhielt postume am 23.08. 1914 Maurice James Dease, ein Lieutenant aus Westmeath.

Zur Info: Maurice James Dease
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Maurice James Dease (28. September 1889 – 23. August 1914) war ein irischer Empfänger des „Victoria Cross“ (Victoria-Kreuzes), der höchsten und prestigevollsten Auszeichnung Großbritanniens für überragende Tapferkeit im Angesicht des Feindes, welche an britische und Commonwealth Streitkräfte verliehen werden kann. In der Geschichte der Kriegsführung nimmt der Name Maurice James Dease eine einzigartige Position ein.
Er bekam das erste Victoria-Kreuz, das im Ersten Weltkrieg 1914-1918, verliehen wurde und außerdem erlangte er es an dem ersten Tag, als die Briten das erste Mal in den Ersten Weltkrieg verwickelt wurden.

Dease wurde an dem Stonyhurst College erzogen, bevor er das „Royal Military College“ (die königliche Militärhochschule) in Sandhurst besuchte.
Er war 24 Jahre alt und ein Lieutenant in dem 4. Bataillon der „Royal Fusiliers“ (königlichen Füsiliere) der Britischen Armee während des Ersten Weltkrieges, als die nachfolgende Tat geschah, für die er das Victoria-Kreuz verliehen bekam.
Am 23. August 1914 wurde in Mons, Belgien, die Nimy Brücke von einer einzelnen Kompanie von den „Royal Fusiliers“ (königlichen Füsiliere) und einer Maschinengewehrsektion, die unter dem Befehl von Lieutenant Dease stand, verteidigt.
Das Gewehrfeuer war intensiv und die Verluste waren sehr groß, aber Lieutenant feuerte trotz seiner Wunden so lange weiter, bis er das fünfte Mal getroffen wurde und zu einem sicheren Platz weggetragen wurde. Dort starb er im Alter von 24 Jahren.
Sidney Frank Godley, ein Gefreiter in dem gleichen Bataillon, der den Lieutenant unterstützt hatte, als dieser noch in der Lage war, sein Gewehr zu bedienen, übernahm den Platz des Lieutenant und er alleine handhabte das Gewehr so gut, dass er den Rückzug seiner Kameraden sichern konnte.

Anmerkungen
Denkmäler: St. Symphorien, Belgien, Militärischer Friedhof; Gedenkplakette an der Nimy Brücke in Mons und an der Kathedrale von Westminster.
Sein Name befindet sich auf dem „Wayside Cross“ (Wayside Kreuz) in Woodchester Stroud in Großbritannien.
Sein Victoria-Kreuz wird in dem „Royal Fusiliers Museum“ (Museum der königlichen Füsiliere) in dem „Tower of London“ (Tower von London) ausgestellt.

Zitat aus: http://en.wikipedia.org/wiki/Maurice_James_Dease ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga
Zur Info: Victoria-Kreuz
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Das Victoria Cross (deutsch: Victoria-Kreuz) wurde 1856 von Königin Viktoria ins Leben gerufen, es wird rückwirkend seit 1854 verliehen. Es ist die höchste Auszeichnung Großbritanniens für überragende Tapferkeit im Angesicht des Feindes. Der Orden ist sehr prestigeträchtig, seine Träger dürfen hinter ihren Nachnamen ein VC (für Victoria Cross) setzen. Das Victoriakreuz ist eine militärische Ehrung und wird nur in Ausnahmefällen an Zivilisten verliehen. Das Victoria-Cross wurde sehr häufig postum verliehen.

 

Aussehen
Auf der Vorderseite des Kreuzes ist die britische Krone zu sehen, über der ein Löwe prangt. Umrahmt werden beide von einem Band, auf dem "For Valour" (Für Tapferkeit) zu lesen ist. Diese Inschrift wurde von Königin Victoria gewählt. In die Rückseite werden Name, Rang, Nummer und Einheit des Geehrten sowie das Datum der ausgezeichneten Tat eingraviert. Das Band des Ordens ist weinrot. Ursprünglich existierte auch ein blaues Band für Mitglieder der Royal Navy, dieses wurde jedoch mit der Gründung der Royal Air Force abgeschafft.

Die Gestaltung des Ordens soll einer Legende nach Prinz Albert persönlich vorgenommen haben, wahrscheinlicher ist jedoch, dass die ersten ausführenden Juweliere das Design des Victoriakreuzes selbst entwarfen. Zur Fertigung des Viktoriakreuzes wird der Legende nach Bronze verwendet, die von erbeuteten russischen Waffen aus dem Krimkrieg stammt. Es wird in Handarbeit von Londoner Juwelieren hergestellt, so dass jeder Orden ein Einzelstück ist.

Rorke's Drift
Am 22. Januar 1879 konnten im Zulukrieg bei Rorke's Drift 139 Briten dem Angriff von ungefähr 4.000 Zulu standhalten. Für diesen Kampf wurden 11 Männer mit dem Victoriakreuz ausgezeichnet. Dies ist die größte Anzahl von Victoriakreuzen, die je für ein Gefecht verliehen wurde. Einer der Ausgezeichneten war Korporal Christian Ferdinand Schiess, ein Schweizer Staatsbürger, der sich als Südafrikaner ausgab. So erlangte er das Victoriakreuz, das sonst britischen Staatsangehörigen vorbehalten ist.

Letzte Verleihung
Am 18. März 2005 wurde Private Johnson Beharry vom 1st Bataillon, Princess of Wales's Royal Regiment mit dem Victoria-Cross ausgezeichnet.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Victoria-Kreuz

In die Rebellion, die 1916 in Dublin ausbrach, waren etliche Ortsansässige verwickelt und der Einheimische Sean Costello wurde während der Handlungen getötet.
Während des Unabhängigkeitskrieges fanden viele Kämpfe auf den, um Athlone liegenden Landschaften statt. Auf die Unabhängigkeit im Jahr 1922 folgte ein blutiger Bürgerkrieg und in der Stadt wurde viel Blut vergossen.
Das erste Jahrzehnt der Unabhängigkeit wurde geprägt von massenhaften Auswanderungen.
1932 wurde auf dem Landgut des Moydrum Castle eine neue Radiostation gegründet. Später wurde diese als Athlone Radio bekannt.
1991 wurde in dem letzten Teil des Jahrhunderts eine neue Brücke über den Shannon eröffnet und viele neue Industrien entstanden in der Stadt. Die massenhaften Auswanderungen gehörten nun hoffentlich der Vergangenheit an. Auf Golden Island wurde ein neues Einkaufszentrum errichtet.
In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts expandierte und entwickelte sich Athlone weiter und die Stadt entwickelte sich zu einer Großstadt.

Stadtplan von Athlone

Gebäude von geschichtlichem und historischem Interesse

1. Athlone Castle

Das erste Castle von Athlone wurde von Turlough O’Connor, dem König von Connacht, im Jahre 1129 aus Holz errichtet. Heute ist nicht bekannt, wo es einst gestanden hatte, aber möglicherweise befand es sich an dem Ort des heutigen Castle.
Um 1199 erreichten die Normannen Athlone und ein „Motte and Bailey“ Castle wurde auf der westlichen Seite des Shannons auf der Esker Riada erbaut.
1210 baute John De Gray, der Bischof von Norwich, einen Steinturm, der kurz darauf einstürzte und dabei Richard Tuit, den Gründer des Zisterzienserklosters von Granard in der Grafschaft Longford (Abbeylara) und acht seiner Schüler tötete.

Vermutlich war die Erde, auf dem der Turm gebaut worden war, noch zu frisch und dadurch nicht fest genug gewesen, so dass der Turm nicht genug Halt gefunden hatte und deshalb einstürzte. Er wurde aber kurz darauf wieder aufgebaut. Heute ist er der zentral gelegene Bergfried bzw. Hauptturm, der oftmals verändert und restauriert worden war und der heute das Museum beherbergt. Die Dreivierteltürme und die Blendwand, die sich in der Nähe des Flusses befinden, wurden gegen Ende des 13. Jahrhunderts hinzugefügt.

Ein Außenposten des Castles war der Connacht Turm. Dieser war ein quadratischer Turm mit Rundtürmen an seiner nördlichen Seite, der sich an dem Platz der Fr. Mathew Hall befunden hatte.
Durch eine Blendwand war der Turm mit dem Castle verbunden. Die Konstruktion des Turmes war so solide, dass er die Kanoniere der Williamitischen Armee während der großen Belagerung im Jahre 1691 sehr beeindruckte, denn sie brauchten für seine Zerstörung viel länger als für das Castle. Seine Ruinen standen noch bis in die 1840er Jahre, dann wurden sie allerdings abgerissen, um Platz für eine neue Stadtbrücke zu schaffen.
Während des 15. Jahrhunderts nahm das Castle die heutige „D-Form“ an. Während der Cromwellianischen Kriege befand sich das Castle in verschiedenen Händen, bevor es schlussendlich 1651 von Sir Charles Coote übernommen wurde.
1691 passierte der bekannteste Vorfall in der Geschichte des Castles, als es mehrmals hintereinander schwer beschädigt wurde. Nach der großen Belagerung wurden noch einige Reparaturarbeiten ausgeführt, jedoch ereignete sich 1697 eine große Explosion, die alle zuvor erfolgten Reparaturarbeiten zunichte machte. Die Explosion wurde durch einen Blitzschlag ausgelöst, der das Munitionslager traf. Sowohl das Castle als auch die Stadt erlitten etliche Beschädigungen und einige Menschen verloren dabei ihr Leben.
Zum Ende des 18. Jahrhunderts hin befand sich das Castle in Ruinen.
In Jahr 1793 verfasste der Lieutenant Colonel Charles Tarrant von den königlichen Ingenieuren einen detaillierten Bericht über das Gebäude und seinen Zustand:

„Die größten Schäden wurden nicht durch Kriegshandlungen sondern von den Einwohnern selber verursacht. Die Einheimischen, die ihre Häuser nah an die Burg hatten heranbauen lassen, trieben Stollen in das Fundament, um dort Kohle und Ähnliches zu lagern. Der Bergfried war einmal ein mächtiger
Turm und maß 40 Fuß im Durchmesser. Davon sind heute ganze 5 Fuß 10 Zoll übriggeblieben“.
(Diesen Text aus dem Jahr 1793 konnte ich nur dank Rudi, er ist ein Mitglied des odge Forums (http://forum.odge.de/) übersetzen. Vielen Dank noch mal an Rudi für die gute und immer schnelle Hilfe.)

Eine persönliche Karte, die von Tarrant gezeichnet worden war, zeigte Häuser an der östlichen, westlichen und südlichen Seite des Castles. Auf Tarrants Empfehlung hin begannen 1804 die Arbeiten für den Wiederaufbau des Castles. Sie dauerten bis 1827 an (laut einer Plakette, die an der Wand oberhalb der Eingangstreppe angebracht wurde). Vieles, was wir heute sehen können, stammt aus den Zeiten des Wiederaufbaus. Das Castle beherbergt ein hervorragendes Museum, das von der „Old Athlone Society“ (Gesellschaft des alten Athlone) betrieben wird.
In dem Museum sind sowohl Gegenstände der Stadt und der Umgebung aus vergangenen Tagen untergebracht, als auch ein Besucherzentrum, ein Fremdenverkehrsbüro und ein Teeraum.
Die beiden Mörser, die auf beiden Seiten des Eingangs zum Turm zu finden sind, standen vorher außerhalb der Tore der Kasernen und sie waren für den Dienst in der Krim gegossen worden, aber sie sind offensichtlich nie benutzt worden.
Die irische Beteilung an dem Krimkrieg (1854 – 1856) war hoch, von über 30.000 Iren wird gesagt, dass sie daran teilgenommen haben. Auch waren zwei der Oberbefehlshaber Iren.
General Sir George de Lacy Evans aus der Grafschaft Limerick und General Sir John Lysaght Pennefather aus der Grafschaft Tipperary. Achtundzwanzig irische Soldaten und Matrosen erhielten das Victoria-Kreuz

 

Zur Info: George De Lacy Evans
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Sir George De Lacy Evans G.C.B. (* 1787 in Moig, Irland; † 9. Januar 1870 in London) war ein britischer General und Politiker.
Leben
Evans begann seine militärische Laufbahn 1806 im Dienst der Englischen Ostindienkompanie, wo er die Eroberung von Mauritius und den Kampf gegen die Pindehris mitmachte. 1812 trat er als Leutnant in ein Regiment von Dragonern ein und kämpfte in Spanien unter Wellington. Als Offizier im Generalstab zeichnete er sich während der Kämpfe in Nordamerika 1813 bis 1814 aus und nahm dann 1815 an der Schlacht bei Waterloo teil. Anschließend beförderte man ihn zum Oberleutnant.

1818 wandte sich Evans der Politik zu, nachdem man ihn vom Militärdienst befreit hatte. Er wandte sich den Radikalen zu und wurde 1831 und 1833 ins Parlament gewählt.
1835 übernahm Evans im Rang eines Generalmajors im spanischen Heer den Oberbefehl über die gegen Don Carlos in England geworbene Legion.

Er siegte bei San Sebastián, vor Passages, auf den Höhen von Amezagaña, wurde allerdings bei Oriamendi geschlagen. Er beschloss den Feldzug im Juni 1837 mit der Erstürmung der Stadt Irun.
Er kehrte nach England zurück und wurde abermals zum Abgeordneten gewählt und schließlich zum britischen Obersten ernannt. 1846 stimmte er für die Abschaffung der allgemeinen Kornzölle, wurde 1847 wieder als Vertreter Westminsters ins Parlament gewählt und arbeitete seitdem für die Ziele der liberalen Partei. Im Juni 1854 wurde Evans zum Generalleutnant befördert und befehligte dann im Krimkrieg die 2. Division. Er kämpfte an der Alma und Balaklawa, musste jedoch zu Beginn des Jahres 1855 wegen Krankheit nach England zurückkehren.
1865 zog sich Sir George De Lacy Evans vom öffentlichen Leben zurück und starb am 9. Januar 1870 in London.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/George_De_Lacy_Evans

 

Ein irischer Matrose, Charles Davis Lucas aus Poyntzpass in der Grafschaft Armagh, erhielt das erste Viktoria-Kreuz.

Das Castle von Athlone wurde zusammen mit den Kasernen 1922 von irischen Truppen unter dem Befehl von General Sean McEoin übernommen und 1970 ging es in den Besitz des „Office of Public Works“ (Behörde für staatliche Bauvorhaben; eine Behörde, die nicht nur für alle staatlichen Baumassnahmen, sondern auch für den Erhalt der nicht in Privatbesitz befindlichen Monumente verantwortliche ist) über und es wurde zu einem „National Monument of Ireland“ (nationalem Denkmal von Irland) erklärt. Von der Festungsmauer aus hat man einen guten Überblick über das Panorama der Stadt.

 

2. „St. Mary’s Parish Church“ (die Gemeindekirche St. Mary’s)

Die St. Marys Gemeindekirche befindet sich in der Mitte der Stadt. An ihrem Ort befand sich schon seit dem 14. Jahrhundert eine Kirche. In der Tat wurde sie vermutlich an dem Ort errichtet, an dem die O’Braoins of Brawny im 11. Jahrhundert eine Kirche errichtet hatten.

 Im Jahre 1622 baute Oliver St. John, der Lord Grandison und Vorsitzender von Connacht, eine neue Kirche, deren Glockenturm, obwohl dieser umgebaut worden war, heute still steht. In dem Erdgeschoss des Turmes befindet sich noch heute das Fassgewölbe aus dem frühen 17. Jahrhundert. Bei dem ursprünglichen Bau war der Turm nur halb so hoch wie heute gewesen. 1762 wurden 20 Fuß hinzugefügt und 1790 kamen weitere 25 Fuß hinzu. Die letzteren wurden von William Kelly ergänzt, der auch eine Turmspitze aus Holz hinzufügte. Die Turmspitze bedeckte er mit Kupfer und an ihrem oberen Ende befanden sich ein vergoldeter Ball und ein Wetterhahn, der 1839 von dem „big wind“ (Sturm) weggeweht wurde. Der Wetterhahn des Kirchturmes wurde 1945 nach einer Restaurierung des Turmes an der Spitze des Glockenturmes ersetzt

Uns wurde erklärt, dass Mrs. Eliza Goldsmith, die Frau des Dekans von Elphin, der ein Cousin von dem Dichter Oliver Goldsmith war, 1769 in dem Turm bestattet wurde, so wie auch 1773 ihr Schwiegersohn Joseph Sproule und 1790 ihre Tochter Doretea in dem Turm beerdigt wurden. Ein Hinweisschild an bei der Tür des Turmes weist darauf hin:


Die Glocken im Turm sind von großem Interesse. Die Größere hat folgende Inschrift:

„This is for the church of St. Mary in Athlone, T.C. 1683“
(diese ist für die Kirche St. Mary in Athlone, T.C. 1683)

T.C. steht hier für Tobias Covey, einen Glockengießer, der sowohl eine Glocke für die St. Nicholas’s Collegiate Church in Galway, als auch Glocken in anderen Teilen des Landes gegossen hatte. Die Überlieferung besagt, dass die Glocke entweder ursprünglich von Clonmacnoise kam und hierher gebracht wurde, als die englische Garnison von Athlone 1552 Clonmacnoise durchstöberte und plünderte oder dass sie aus einer alten Glocke gegossen wurde, die aus Clonmacnoise stammte.
Die Überlieferung besagt auch, dass die Glocke geläutet wurde, um 1691 den Truppen von De Ginkel bei dem letzten Sturmangriff auf das Castle von Athlone und dem Connacht Turm ein Zeichen für die Flussüberquerung zu geben. Von der kleineren Glocke wird gesagt, dass sie von dem „Tholsel“ (der Name „Tholsel“ leitet sich von zwei alten englischen Wörtern ab: „toll“, welches „tax“ also Steuer bedeutet und „sael“, welches „hall“ also Halle bedeutet. Es ist also ein Platz, wo die Steuern bezahlt werden) auf dem „Custume Place“ stammt, als der „Tholsel“ 1837 abgerissen wurde. In dem unteren Teil des Turmes befindet sich der Zugang zu der alten Kirche, der als niedrig und eng beschrieben wird. Die alte Kirche wurde 1824 abgerissen und eine neue Kirche wurde auf einem, in der Nähe liegenden Platz gebaut.


Als die Kirche 1827 vollendet wurde, wurden viele von den Gedenkstätten aus der alten Kirche gebracht und rund um die Mauern wiederaufgestellt. Der Architekt der neuen Kirche war Mr. Richards und die Baukosten betrugen 2.300 Pfund. Ein Teil diese Geldes stammte aus einer Subvention des „Board of First Fruits“. Die Kirche wurde aus Kalksteintrümmern gebaut und sie hat in jeder Mauer drei gotische Fenster.
Sie wird durch einen Turm betreten, der durch vier Spitzen gekrönt wird. J. Rawson Carroll fügte 1869 am östlichen Ende den Altarraum hinzu. J. Rawson Carroll hatte ebenfalls das Classiebawn Castle in der Grafschaft Sligo und ein Eingangstor zu dem Innenhof des Tullynally Castle im Norden der Grafschaft Westmeath entworfen. Das ursprünglich verputzte Dach wurde durch ein Dach aus Kiefernholz ersetzt und zusammen mit vielen der Anbauten stammt es aus dem späten 19. Jahrhundert. Das bunte Kirchenfensterglas ist viktorianisch und das meiste scheint aus einer deutschen Glasmanufaktur zu stammen. Einige der Fenster des Kirchenschiffes erinnern an Mitglieder der Longworth Familie und die in dem Altarraum gedenken den die Handcock Familie, die Longworth Familie und an englische Familien.
In dem Stirnportal der Kirche wurde zur linken Seite in die Mauer der „Mearing Stone“ eingefügt, der sich in der Mitte der Elizabethan Brücke befunden hatte und die Grenze zwischen Westmeath und Roscommon markiert hatte. Nachdem er beinahe ein Jahrhundert lang auf dem Grund des Pfarrhauses gelegen hatte wurde er 1941 in die Mauer eingefügt.

Wenn man die Kirche betritt, bemerkt man viele Gedenktafeln, die in die Mauern platziert wurden. Diese sind eine der besten Sammlungen von Begräbnisdenkmälern, die in irgendeiner Kirche des kleinstädtischen Irland gefunden werden kann und ein Begräbnisdenkmal von besonderem Interesse befindet sich auf der rechten Seite (in der südlichen Mauer) oberhalb des Zouch Denkmales und es ist das älteste Begräbnisdenkmal, das man sowohl in einer Kirche oder auf einem Friedhof gefunden hat. Es erinnert an Sir Mathew de Renzi der 1634 starb.
Es war früher viel größer gewesen, aber während des Umzugs in die neue Kirche wurde das obere Ende irreparabel beschädigt. Das Begräbnisdenkmal trägt folgende Inschrift:

„This monument was erected for the right worshipfull Sir Mathew de Renzi Knight who departed this life the 29 of August 1634, beinge of the age of 57 years, borne at Cullen [Cologne] in Germany; and discended from that famous and renowned warrior George Castriott, als Scanderbege (who in the Christian war fought 52 battailes with great conquest and honour against the great Turke) he was a great traveleer and generall linguist and kept corespondency with most nations in many weighty affairs and in three years gave great perfection to this nation by composeinge a grammar dictionary and chronicle in the Irish tongue, and in accompts most expert and exceedinge all others to his great applau[s] this work was accomplished by his sonn Mathew de Renzi Esqr. August the 29 1635“

(Dieses Denkmal wurde für den hochehrbaren Ritter Sir Mathew de Renzi errichtet, der am 29. August 1634 im Alter von 57 Jahren aus dem irdischen Leben schied. Er wurde zu Cullen (Cologne – Köln) in Deutschland geboren und stammt von dem weithin bekannten und berühmten Krieger Georg Kastriota ab. Unter dem Namen Skanderbeg kämpfte dieser in dem Christlichen Krieg in 52 Schlachten gegen den Großtürken, wobei er vielerlei Ruhm und Ehren erwarb. Sir Mathew de Renzi war ein weitgereister Mann und vielseitiger Sprachgelehrter und er korrespondierte mit den meisten damaligen Nationen in vielen gewichtigen Angelegenheiten. Innerhalb von drei Jahren verfasste er eine Grammatik mit Wörterbuch, sowie eine Chronik in der irischen Sprache, wodurch er einen großen Beitrag zum Fortschritt des Landes leistete. In der Kunst des Rechnens war er sehr beschlagen und übertraf darin alle anderen. Als Zeichen unserer großen Wertschätzung wurde dieses Denkmal von seinem Sohn, dem ehrbaren Mathew de Renzi, am 29. August 1635 errichtet.)
(Diese Inschrift konnte ich nur dank Rudi, er ist ein Mitglied des odge Forums ( http://forum.odge.de/ ) übersetzen. Vielen Dank noch mal an Rudi für die gute und immer schnelle Hilfe.)

Zur Info: Skanderbeg
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Gjergj Kastrioti (dt. Georg Kastriota; * 1405; † 17. Januar 1468 in Lezha), genannt Skanderbeg (alb. Skënderbeu), war ein albanischer Fürst. Er ist durch seine Verteidigung Albaniens gegen die Osmanen berühmt geworden. Die Albaner verehren ihn als Nationalhelden.

Leben
Gjergj war der jüngste Sohn der Vojsava und des Fürsten Gjon Kastrioti († 1442), welcher von 1407 an fast ständig im Krieg mit den Türken lag. Die Fürstenfamilie hatte vier Söhne und eine Tochter. 1415 und wieder 1423 wurde der junge Gjergj nach einer Niederlage des Vaters mit drei Brüdern als Geisel an den Hof des Sultans nach Adrianopel geschickt, wo er als Angehöriger des Pagenkorps zum Islam übertrat, und den türkischen Namen Iskender erhielt (daher sein Beiname Skanderbeg). 1438 wurde er von Murad II. als Beg und Wali von Misia, Skuria und Jonima (Hauptort Kruja) ins heimatliche Albanien gesandt.
Als im November 1443 die Ungarn über die Türken siegten, verließ Skanderbeg mit ihm unterstellten Albanern das Heer des Sultans. Er bemächtigte sich am 27. November 1443 der Festung Kruja und fiel am folgenden Tag offen vom Sultan ab.
1444 gründete er die Liga von Lezha als Verteidigungsbündnis gegen die Türken. Mit dieser Allianz führte Skanderbeg 18 Jahre erfolgreich Krieg gegen die Osmanen, denen es nicht gelang, sich dauerhaft in Mittel- und Nordalbanien festzusetzen.
1451 heiratete Skanderbeg im Kloster Ardenica Donika. Sie war die Tochter des Fürsten von Vlora und Kanina, Gjergj Arianiti. 1456 wurde sein Sohn Gjon geboren.
1461 schloss Skanderbeg einen dreijährigen Waffenstillstand mit Sultan Mehmet II.. Obwohl es auch in der Folgezeit zu Scharmützeln kam, wurde im April 1463 in Skopje ein weiterer Waffenstillstand geschlossen. In dieser ruhigeren Phase des Krieges Anfang der sechziger Jahre war Skanderbeg nach Italien gereist, um Geld und Truppen von seinem Lehnsherrn König Alfons I. von Neapel zu erbitten. Dieser gewährte Skanderbeg eine Pension und schenkte ihm außerdem umfangreiche Ländereien in Süditalien.
Bis zu seinem Tod 1468 verteidigte Skanderbeg von der Festung Kruja aus Albanien gegen das Osmanische Reich. Seine Schwester Mamica half ihm bei der Verteidigung. Sie starb später bei Kämpfen gegen die Türken. Die Osmanen versuchten wiederholt mit riesigen Streitmächten die Macht Skanderbegs zu brechen. So belagerten sie Kruja wiederholt, ohne die Festung einnehmen zu können. Die albanischen Truppen waren aber zu schwach, um die Türken komplett zu vertreiben, und die erhoffte Unterstützung von anderen europäischen Herrschern blieb aus.
Skanderbeg wurde nach seinem natürlichen Tod im Januar 1468 in einer Kirche im nordalbanischen Lezha begraben. Sein zwölfjähriger Sohn folgte ihm in der Herrschaft nach. Zehn Jahre nach seinem Tod konnten die Türken 1478 Albanien endgültig besetzen und mehr als 400 Jahre lang beherrschen. Grab und Kirche wurden von den Türken zerstört. Viele Türken sollen Teile seiner Überreste als Talisman mitgenommen haben. Von der Grabeskirche sind heute nur noch wenige Mauerreste zu sehen. In den 70er Jahren wurde darüber ein Denkmal mit Nachbildungen des Helmes und des Schwertes von Skanderbeg errichtet. Die Originale sind im Kunsthistorischen Museum in Wien.

Nachruhm
Skanderbeg wurde schon zu Lebzeiten in ganz Europa berühmt. Der Papst bezeichnete ihn als Athleta Christi. Sein erfolgreicher Kampf gegen die Osmanen brachte ihm nicht nur den Status als Nationalhelden Albaniens ein, sondern war auch Thema zahlreicher Bücher, Dramen und einer Oper von Antonio Vivaldi; viele davon wurden erst einige hundert Jahre nach seinem Tod verfasst. Das Skanderbeg-Museum auf der Burg von Kruja sammelt sämtliche Werke, die sich mit Skanderbeg befassen.
Sonstiges
Es gibt keine bildlichen Darstellungen, die Skanderbegs wirkliches Aussehen zu Lebzeiten zeigen. Alle Bilder des albanischen Fürsten beruhen auf mündlichen Beschreibungen und wurden erst nach seinem Tod gemalt.
In den Hauptstädten Tirana und Prishtina sind die zentralen Plätze nach ihm benannt und werden durch Reiterstatuen von ihm geschmückt. Am 94.Jahrestag der albanischen Unabhängigkeit im Jahre 2006 wurde eine dritte Statue Skanderbergs in Skopje errichtet.
Von 1944 bis 1945 trug eine vornehmlich aus Albanern gebildete SS-Division den Namen Skanderbeg.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Skanderbeg

De Renzi war ein Siedler, dem Ländereien und ein Castle in der Nähe von Cloghan in der Grafschaft Offaly, das Clonooney heißt und das heute noch besteht, gewährt wurden. Weiter entlang der südlichen Mauer erinnert eine Tafel an Richard Handcock, dem Zweiten Baron Castlemaine, der 1840 starb. Er hatte den Titel, den er von seinem verstorbenen Bruder geerbt hatte, nur für etwas mehr als einem Jahr inne. (Es gibt nicht weniger als zwölf Denkmäler von verschiedenen Mitgliedern der Handcock Familie, die sich um die Mauern herum befinden.) Das nächste wichtige Denkmal erinnert an Mrs. Abigail Handcock. Sie war die Frau von William Handcock of Twyford und sie starb am 21. November 1680 im ihrem 53. Lebensjahr. Sie war die Mutter von neun Söhnen und sieben Töchtern. Auf dem Boden befindet sich ein großes barockes Denkmal mit Pilastern (Pilaster (lat.: pila, Pfeiler) ist ein in den Mauerverbund eingearbeiteter Halbpfeiler), das die Wappen der Handcocks und Stanleys enthält.
Weiter entlang der südlichen Mauer gedenkt eine stattliche Gedenktafel an Gustavus Handcock of Waterstown, der 1751 verstarb. Die Gedenktafel besteht aus Marmor und Schiefer, an deren oberen Ende sich eine Urne befindet, die von Cornelius Sheehan, dem bekannten Bildhauer des 18. Jahrhunderts, gestaltet worden war. Dieser Handcock war ein M.P. (Member of Parliament ≙ Mitglied des Parlamentes) für Westmeath und er baute das Waterstown House, ein großes Herrenhaus, das ein paar Meilen außerhalb von Athlone in der Nähe des Ortes Glasson liegt. Das Waterstown House wurde von dem in Deutschland geborenen Architekten Richard Castle (oder auch Cassels) entworfen. Das Haus konnte fast nicht fertig gestellt werden, da 1751 sowohl der Architekt als auch der Förderer verstarben. Cassels wurde in der protestantischen Kirche von Maynooth und Handcock in der Familiengruft auf dem Friedhof bestattet. Waterstown House liegt heute in Ruinen.

Es gibt viele militärische Denkmäler in der Kirche. Eines, das sich in der Nähe des Altars befindet, erinnert an Laurence McDowall, Lieutenant Colonel von der „Renfrewshire Militia“ (Renfrewshire Landwehr), der 1815 verstarb. Entlang der nördlichen Mauer steht man dem gewaltigen Denkmal von Richard St. George, der 1667 starb, und seiner „frommen Frau Anne“ gegenüber.
Eine schwarze und goldene Ädikula ist das größte Denkmal in der Kirche und es erinnert an den Gouverneur von Athlone, dem viele Grundstücke in Athlone gehörten. Sein Sohn errichtete dieses Denkmal 1686 und später überreichte er der Kirche einiges Tafelsilber.

 

Zur Info: Ädikula
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Ädikula schematische Darstellung

 

 


Ädikula in den Niebuhr-Grabmal auf dem Alten Friedof in Bonn nach einem Entwurf von Carl Friedrich Schinkel

Eine Ädikula (lat. aedicula = kleiner Bau, auch kleines aus oder Tempelchen) ist ein kleines antikes Bauwerk bzw. Stilelement. Am Anfang war dies ein kleiner Wandaufbau, der einer Tempelfront ähnlich sah und in welchem sich eine Statue befand. Später wurde jede Stützengliederung, die aus Säulen, Pfeilern oder Pilastern und einem Dreiecks- oder Segmentbogengiebel bestand und eine Nische umrahmte, Ädikula genannt. Dieses Stilelement findet sich im hellenistischen und im römischen Baustil ebenso wie in den an die Antike anknüpfenden Baustilen Renaissance, Barock und Klassizismus. Die Ädikula diente dabei meist zur Gliederung großer Wandflächen. Sie ist häufig an großen Toren, Stadttoren oder Triumphbögen und an großen Gebäuden wie Thermen und Palästen zu finden. Im Mittelalter wurde auch eine kleine Privatkapelle (meist eine Grabkapelle) so genannt.
Im speziellen unterscheidet man:
  • altchristliches Grabmal oder
  • kleiner antiker Tempel,
  • kleiner Aufbau zur Aufnahme eines Standbildes
  • Umrahmung von Nischen oder Fenstern durch Säulen oder mit einem kleinen Dach und Giebel (Häuschenmotiv - Dreiecksgiebel).

Die letzten beiden Bedeutungen werden öfters im Zusammenhang mit einer Apsis oder einer Fassade verwendet.
Es gibt Formen der Ädikula, die sich nicht direkt an antike Vorbilder anlehnen. Diese kommen in der modernen Architektur, u. a. in öffentlichen Bereichen, vor.
In der römische Wandmalerei, speziell der Antonionischen Wandmalerei ist die Ädikula ein häufiges Motiv zur Erzeugung einer illusionistischen Architektur. Bereits im Zweiten Stil der Pompejianischen Wandmalerei gibt es dieses Motiv mit derselben Aufgabe.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84dikula

Eine neoklassische Gedenktafel befindet sich etwas weiter entlang der Mauer. Sie erinnert an William Handcock, der M.P. (Member of Parliament Mitglied des Parlamentes) und der „Commissioner of the Board of Works“ (Leiter der Baubehörde) war. Er verstarb 1794. Diese Gedenktafel wurde von Edward Smith, einem der größten irischen Bildhauer entworfen, der auch an dem Custom House gearbeitet hat und der ebenfalls die Statuen im obersten Teil der Bank of Ireland im College Green in Dublin und an der Chapel Royal im Dublin Castle gestaltet hat. Das Denkmal, das Mrs. Susan Handcock darstellt, lehnt an einem großen ovalen Reliefporträt von ihrem Ehemann.
Die Lady selbst liegt in einer Gruft in dem nördlichen Seitenschiff der St. Patrick’s Kathedrale in Dublin begraben, wo sich auch eine Gedenktafel befindet, die von ihrem Sohn Dean Handcock, dem Vikar und „Minor Canon“ (Neben-Kanonikus) von St. Patrick’s, errichtet worden war.
Wenn man nach oben zur Galerie blickt, sieht man auf ein rechteckiges, hölzernes Paneel, dass das Wappen von Queen Anne trägt. Es gedenkt an Dodwell, Handcock und St. George, der eine Schule in dem frühen 18. Jahrhundert ausgestattet hatte. Das Paneel stammt aus dem Jahr 1827 und ersetzte das Original aus dem Jahr 1705, welches wahrscheinlich bei der Entfernung aus der alten Kirche beschädigt worden war.
Nun kehrt man zurück zum Eingang und geht dann die Stufen hoch zur Galerie. Die Sektion zur Linken war für die Longworth Familie reserviert und die zur Rechten für die Handcock Familie.
Die Orgel stammt aus dem Jahr 1855 und sie wurde in Dublin gebaut. Eines der Denkmäler an der Wand auf der linken Seite ist Henry Robert Handcock gewidmet. Er war Lieutenant Colonel des 97sten Fußregimentes und er wurde 1855 während des Krimkrieges getötet, als er tapfer seine Männer bei dem Sturm auf die Festung von Sebastopol (Sewastopol) anführte. Er war der Sohn des Zweiten Barons Castlemaine. Das reizende bunte Kirchenfenster stellt das Wappen der Handcocks als Erinnerung an den Dritten Baron dar.

Zur Info: Krimkrieg
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Historische Karte der Halbinsel Krim, um 1888

Der Krimkrieg (auch Orientkrieg oder im Russischen Восточная война/ Transkription Wostotschnaja woina) fand von 1853 bis 1856 zwischen Russland einerseits und dem Osmanischen Reich, Frankreich, Großbritannien und ab 1855 auch Piemont-Sardinien (dem politisch prägenden Vorläuferstaat des späteren Italien) andererseits statt. Er begann als neunter russisch-türkischer Krieg. Der Versuch Russlands, sein Gebiet auf Kosten des zerfallenden Osmanischen Reiches zu vergrößern, wurde durch den Einsatz der Alliierten verhindert.
Der Krimkrieg gilt als erster der modernen Stellungskriege und als besonders verlustreich, wobei die meisten Opfer vor allem ihren Verwundungen oder daraus resultierenden Folgeerkrankungen erlagen. Resultierend aus der damit verbundenen schlechten Versorgungslage ist der Krimkrieg auch eng verknüpft mit der einsetzenden Reform des britischen Lazarettwesens und in diesem Zusammenhang mit der weltberühmt gewordenen Krankenschwester Florence Nightingale.
Der Krieg auf der Krim
Schlacht an der Alma
Am 14. September 1854 waren die verbündeten Briten und Franzosen nördlich von Sewastopol, in der Bucht von Jewpatorija auf der Krim gelandet.
Sechs Tage später marschierten die Alliierten landeinwärts wo sie am Fluss Alma von den Russen unter Fürst Menschikow, der inzwischen Oberbefehlshaber der russischen Truppen war, erwartet wurden. Menschikow hatte eine gut ausgebaute Stellung bezogen.
Nach Schwierigkeiten bei der Koordination des Angriffs der Alliierten zwischen den Oberbefehlshabern Marschall Arnaud und Lord Raglan konnten die Alliierten in der Schlacht an der Alma den ersten Sieg erringen.
Am 9. Oktober begannen die alliierten Truppen mit der Einschließung Sewastopols. Die russische Schwarzmeerflotte hatte sich im Hafen der Stadt versenkt und verhinderte damit einen Angriff der Alliierten unter Unterstützung ihrer Flotte. Die Befestigungsanlagen waren hauptsächlich nach Norden, zur Seeseite, ausgerichtet.
Aus diesem Grund entschieden sich die Alliierten, Sewastopol von Süden zu belagern, wobei die Stadt nie vollständig eingeschlossen wurde. Der deutschbaltische Ingenieuroffizier und spätere General Eduard Iwanowitsch Totleben ließ deshalb kurzfristig ein System von Feldschanzen, Batteriestellungen und Schützengräben anlegen, welches die fast einjährige Verteidigung der Festung ermöglichte.

Die Belagerung war gekennzeichnet durch katastrophale medizinische Zustände bei den Alliierten. So starben der französische und der britische Oberbefehlshaber Saint-Arnaud und Raglan und der Befehlshaber der französischen Flotte Armand Joseph Bruat an der Cholera. Bereits kurz nach Beginn der Belagerung musste Saint-Arnaud wegen Krankheit den Oberbefehl an General Canrobert abgeben. Er starb am 29. September 1854 an Bord der Bertholet, die ihn nach Frankreich zurückbringen sollte. Canrobert legte aber, da er trotz aller Anstrengungen keine entscheidenden Erfolge erringen und sich mit den Engländern nicht verständigen konnte, im Mai 1855 das Kommando wieder nieder, um General Aimable Pélissier Platz zu machen, und übernahm wieder das Kommando des I. Korps.

 

Balaklawa - Der Todesritt der leichten Brigade
Ein Versuch der Russen, die Belagerung zu beenden, führte am 25. Oktober 1854 zur Schlacht von Balaklawa. Während der Belagerung von Sewastopol hatten die Briten ihre Basis in der Hafenstadt Balaklawa errichtet. Die Russen hatten eine Entsatzarmee aus Bessarabien herangeführt und sich etwa 8 Kilometer entfernt mit 25.000 Mann und 78 Kanonen unter ihrem Befehlshaber Graf Liprandi versammelt. Liprandi besetzte die Höhen und der Weg zum Hafen schien frei zu sein.
Allerdings zögerten die Russen, so dass Lord Raglan Zeit hatte, seine Truppen heranzuführen. Nach dem erfolgreichen Einsatz der schweren Kavalleriebrigade fand der Todesritt der leichten Brigade (engl. Charge of the Light Brigade) statt. Diese Attacke, in ein Tal welches von drei Seiten von russischer Artillerie eingeschlossen wurde, erlangte auf Grund ihrer großen Verluste und der Verwirrungen bei der Befehlsübermittlung, die zum Angriff geführt hatten, eine tragische Berühmtheit. Die Schlacht endete unentschieden und führte nicht zur Aufhebung der Belagerung.
Am 5. November 1854 versuchten die eingeschlossenen Russen einen Ausfall gegen die britischen Truppen, der zur Schlacht von Inkerman führte. Die Russen versuchten den Briten in die Flanke zu fallen indem sie die Hügel am nördlichen Ende der britischen Stellung besetzten. Ca. drei Stunden lang verteidigten ungefähr 8.000 Briten ihre Stellung gegen rund 30.000 Russen in erbitterten Kämpfen. Dann griffen französischen Zuaven und Fremdenlegionäre die Russen wiederum in der Flanke an und zwangen diese zum Rückzug.

 

Belagerung Sewastopols
Seit Oktober 1854 fanden wechselseitige Beschießungen der Stellungen statt, bei der bis dahin ungekannte Mengen von Granaten benötigt wurden. Der britische Chefingenieur John Fox Burgoyne sah das Zentrum der russischen Stellung im Fort Malakow und konzentrierte das Feuer der Alliierten dort.
Im Mai 1855 standen 35.000 Briten und 100.000 Franzosen auf der Krim. Ende Mai trafen dazu noch 14.000 Italiener ein.[5] Omar Pascha hatte die Krim mit einem Teil seiner Armee verlassen, weil er das Vordringen der Russen auf dem asiatischen Kriegschauplatz verhindern sollte und seine Truppen nur für Arbeitsdienste herangezogen wurden. Der russische Oberbefehlshaber Menschikow wurde durch Fürst Michael Gortschakow ersetzt, der bereits 1853 den Angriff auf die Donaufürstentümer und Silistria geführt hatte. Am 28. Juni 1855 starb Lord Raglan an der Cholera, sein Nachfolger wurde Sir James Simpson. Am 11. Juli starb auch der von einem Scharfschützen tödlich verwundete Admiral Nachimow.

Dieser hatte bis dahin die Verteidigung der Stadt und ihres Hafens geführt.
Die alliierten Flotten beherrschten das Schwarze Meer, versenkten Transportschiffe und beschossen sowohl militärische als auch zivile Objekte an der Küste. Am 16. August versuchten die Russen noch einmal vergeblich die Belagerung durch die Schlacht bei Tschernaja aufzuheben.
Der Kampf um die Festung Sewastopol erreichte seinen Höhepunkt und den gleichzeitigen Abschluss, nach fast einjähriger Belagerung, mit der Erstürmung des Forts Malakow.
Nach seiner Eroberung durch französische Soldaten unter dem Kommando der Generale Patrice de Mac-Mahon und Pierre Bosquet am 8. September 1855 mussten die russischen Verteidiger die gesamte Stadt Sewastopol räumen. Da die Festung die Kontrolle des Schwarzmeerhafens von Sewastopol ermöglichte, sprengten die russischen Truppen die Anlagen und zogen sich zurück.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Krimkrieg

Wenn man sich nun rechts herum wendet, blickt man auf das Denkmal von William Handcock, dem Ersten Baron Castlemaine, das aus weißem Marmor besteht. Er war ein Mitglied des Parlamentes für Athlone und der Autor Sir John Barrington schrieb über ihn:

„Er schrieb und sang 1799 Lieder gegen die Union und er schrieb und sang 1800 Lieder für die Union“.

Diese Handlung der Union (Vereinigung) löste 1801 das Irische Parlament mit Sitz in Dublin auf, fortan saßen die irischen Mitglieder in dem Reichsparlament mit Sitz in London. Es war das einzige Parlament der Geschichte, dass selbst für seine Auflösung stimmte.
Handcock erhielt 1812 den Adelstitel und er wurde ein Baron Castlemaine. Er fing auch an, sich selbst einen neuen Wohnsitz zu bauen, der seinem neuen Status entsprechen sollte. Er nannte ihn Moydrum Castle (es wurde 1921 zerstört). 1822 wurde er in den Stand eines Vicomte erhoben und als er 1839 starb, folgte ihm sein Bruder nach.

 

 

In der Nähe von dem Denkmal von William Handcock befindet sich die Gedenktafel von Henry Handcock, der Captain des 44. Regimentes war und der 1858 im Alter von nur 24 Jahren in Indien von einem Tiger getötet wurde. Er war der Sohn des Dritten Barons Castlemaine.

Der Friedhof war vermutlich schon seit dem Mittelalter ein Platz für Begräbnisse. Von der Reformation ab bis zu seiner amtlichen Schließung für Begräbnisse im Jahr 1871, war dies der Friedhof für die protestantische Gemeinde. Grund für die Schließung war eine Erklärung des Parlamentes, die Bestattungen auf Friedhöfen inmitten von Orten und Städten verbat mit Ausnahme von Friedhöfen mit speziellen Privilegien. Fortan fanden die Beerdigungen auf dem „Cornamagh Cemetery“ (Cornamagh Friedhof) statt, der 1871 eröffnet wurde. An dem Friedhof wurde bis in die 1950er Jahre herumgebastelt, als während der Verbreiterung der „Church Street“ viele der Grabsteine auf den Friedhof von St. Peter’s umgesetzt wurden, die anderen verschwanden. Die große Gruft in der Mitte des Friedhofes ist das Grabmal der Handcock Familie und das östliche Ende der alten Kirche grenzte früher an die Gruft an. In die Mauer an dem östlichen Ende des Friedhofes ist ein schöner Grabstein in der Form einer geschmückten Urne eingefügt worden. Dieser Grabstein gehört Thomas Cooke vom Court Devenish House, der 1798 verstarb. In dem nordöstlichen Teil des Friedhofes befindet sich in der Grenzmauer auch der Grabstein (oberhalb der Familiengruft) von Colonel John French of Clonyquin aus der Grafschaft Roscommon (1764–1823). Er war der Großvater des berühmten Liedermacher und Künstler William Percy French (1854–1920).

In der Gruft befinden sich auch die Überreste von Commander James Caulfeild (1795-1851), der Olivia Emily French, die Tochter von Colonel John French geheiratet hatte. James Caulfeild baute das Haus, das er „The Moorings“ nannte und welches sich heute noch in der „Ballymahon Road“ befindet. Seine Familie baute in der Nähe von Glasson das Benown House, das heute unter dem Namen Harmony Hall bekannt ist. Die Caulfeilds waren eine Seitenlinie der Vicomtes und Earls of Charlemont. James Caulfeild, der Vierte Vicomte und der Erste Earl of Charlemont (1728-1799) war einer der bekanntesten Iren des 18. Jahrhunderts. Er war unter dem Namen „the volunteer earl“ (der freiwillige Earl) bekannt. Er ging im Alter von 18 Jahren auf eine große Reise. Er baute Charlemont House im „Parnell Square“ in Dublin und das außerordentliche Casino in Marino, welches von vielen als das vollkommenste Gebäude Europas betrachtet wird.

 

Der James Caulfeild, der hier begraben liegt, hat eine ungewöhnliche Grabstätte, denn von ihm finden sich gleich zwei Grabsteine auf dem Friedhof. Einer ist neben dem von John French und der andere befindet sich nah am Fuße der Gruft. Beide Grabsteine tragen die gleiche Inschrift. Caulfeild ist aber auf dem Friedhof nicht die einzige Person mit zwei Grabsteinen. In der Nähe der südlichen Mauer der Kirche befindet sich der Grabstein von Granville Heywood Eliot, Captain bei den 4. „Royal Irish Dragoon Guards“ (Königlich Irisches Dragoner Wachbataillon), der 1844 in der Nähe von Hare Island im Lough Ree ertrank. Er hat ebenfalls ein zweites Denkmal. Dieses ist ein stattliches Marmordenkmal, welches in der Kirche zu finden ist.

3. „St. Anthony Franciscan Church“ (die Franziskanerkirche St. Anthony)

Die jetzige Franziskanerkirche St. Anthony wurde 1931 eröffnet und es ist die vierte Kirche, die von den Franziskanern in Athlone gebaut wurde.

 Die erste Kirche ist komplett verschwunden, die zweite ist heute noch auf dem „Abbey Graveyard“ (Kirchhof der Abtei, siehe auch Punkt 14.) zu finden und die dritte, die in dem 19. Jahrhundert gebaut worden war, wurde abgerissen, um Platz für die heutige Kirche zu schaffen. Die Fassade von St. Anthony wurde aus Ardbraccan Kalkstein aus der Grafschaft Meath gefertigt. Da Athlone gleich in der Nähe von Clonmacnoise zu finden ist, liegt es nahe, dass die Kirche im „hiberno-romanischen“ (irisch-romanischen) Baustil gebaut worden ist. Die Fassade verfügt über einen Türeingang mit Giebel, ein großes radförmiges Fenster und einen Rundturm. Das geräumige Innere der Kirche ist Romanisch und auf jeder Seite befinden sich Halbrundbögen. Der Bogen des Altarraumes ist reichlich mit Ornamenten verziert. Der Putz auf den Bögen des Hauptschiffes und an den Decken im Bereich der Seitenschiffe verfügt über verschlungene keltische Ornamente.
Das bunte Kirchenfenster in der Apsis (halbrunde bzw. polygonale Altarnische) ist von den Harry Clarke Werkstätten in Dublin gefertigt worden und sie stellen St. Francis von Assisi, St. Louis, St. Anthony von Padua, St. Elizabeth von Ungarn und St. Clare von Assisi dar. Der Säulengang, der das Hauptschiff trägt, besteht aus unpoliertem Granit. Die Säulen stehen auf Basen aus fossilem schwarzem Kalkstein aus Shannonbridge. Das Kreuz, das in der Apsis hängt, ist eine Kopie von dem Kruzifix von San Damiano. Es wurde von Muriel Brandt RHA (RHA – Royal Hibernian Academy – Königlich Irische Akademie) gefertigt und es wurde 1975 eingebaut. Von dem Fuß des Kreuzes wird angenommen, dass einige von den Mönchen, die hier Gottesdienst hielten, einbezogen wurden.

Die steinerne Arkade (der steinerne Säulengang) in dem Vorhof hinter der Statue von St. Francis stellt Blickpunkte aus der Geschichte der Franziskaner in Athlone dar und ihre Geschichte ist eine von der emotionsvollen Art und Weise. Die Franziskaner sind schon seit fast 800 Jahren in Athlone zu finden und sie werden auch als die „älteste Familie von Athlone“ bezeichnet. Der Säulengang aus Kalkstein stammt aus den ausgebrannten Ruinen der Militärkasernen von Tipperary.

 

4. „St. Mary’s Parish Church Catholic“ (die katholische Gemeindekirche St. Mary’s)

Die katholische Gemeindekirche St. Mary’s befindet sich auf einem erhöhten Ort, auf dem früher einmal ein Obstgarten gewesen war. Der Kirchturm von St. Mary’s beherrscht die östliche Seite von Athlone und die umliegende Landschaft. Der Architekt dieser Kirche ist John Bourke, der unter anderem auch Drumraney Church außerhalb von Athlone und zahlreiche Kirchen in Dublin entworfen hat.

Der Kirchturm von seiner Kirche von St. Laurence O’Toole in der „Sheriff Street“, der ein auffallendes Merkmal in den nördlichen „dock lands“ (Docks) von Dublin ist, ist praktisch identisch mit dem Kirchturm von St. Mary’s. St. Mary’s wurde aufgrund der Bemühungen des Gemeindepriesters Fr. (Fr. – Father – Pater) Kieran Kilroe und seines Kurats (Kurat ist ein alter kirchenrechtlicher Titel und bezeichnet in der katholischen Kirche einen Hilfspriester mit eigenem Seelsorgebezirk) Fr. Patrick Dardis gebaut. Der Baustil der Kirche ist „early English“ (früh Englisch), obgleich die spitze Bauweise des oberen Teils des Kirchturmes auch Elemente des „decorated style“ (dekorativer Baustil, auch als Dekorativ Gotisch bekannt, es ist eine historische Unterteilung des englisch gotischen Baustils) beinhaltet. Die Kirche wurde aus einheimischem Kalkstein gebaut, welcher anscheinend seit der Errichtung der Kirche schon stark verwittert ist.
Mit ihrer Länge von 130 Fuß (1 Fuß = 30,48 cm) ist sie nicht gerade eine große Kirche, aber wie auch die „St. Finbarr’s Cathedral“ (St. Finbarr’s Kathedrale) in Cork City erscheint sie einem als viel größer, als sie eigentlich ist. Sie wurde zwischen 1857 und 1861 gebaut. Der Giebel des Eingangs hat fünf lanzettenförmige Fenster (zwei von ihnen sind blind) und das Innere der Kirche verfügt über ein Kirchenschiff mit vier Abteilungen und einem Bogengang, der auf Säulen aus unpoliertem Granit ruht. Bedauerlicherweise kam das Innere nach dem „Vatican II“ (Vatican II - Second Ecumenical Council of the Vatican – zweites ökonomisches Konzil des Vatikans) zu Schaden und sowohl der Hochaltar, als auch der Nebenaltar, die schöne Kanzel, die von James Pearse, dem Vater der Patrioten Padraic und Willie Pearse, geschaffen worden war, und andere Einbauten wurden aus der Kirche verbannt. 
Das „hammerbeam roof“ (offenes gotisches Holzdach) ist besonders schön. „The Stations of the Cross“ ist von George Collie RHA (1904-1975) und das Glas in dem Ostfenster des Altarraumes aus dem Jahr 1878 stammt aus Amiens in Frankreich und es wurde von Sir John Ennis M. P. of Ballinahown Court gestiftet. In der Eingangsvorhalle kann man die schöne Marmorgedenkstätte an Fr. Kilroe, der 1865 verstarb, sehen. Sie wurde von dem Bildhauer John Hogan Jnr. gestaltet. In dem nördlichen Altarraum kann man in der früheren Sakristei, dem heutigen „crying room“ (crying room – ein Raum, in dem Mitglieder der Kirchengemeinde mit Babys und Kleinkindern Platz nehmen können, um am Gottesdienst teilzunehmen, ohne ihn dabei durch das Schreien der Kinder stören zu können) Marmorgedenktafeln an Priestern sehen, die in St. Mary’s im 19. Jahrhundert gedient hatten und in der Kirche bestattet wurden.

Zu diesen Marmorgedenktafeln gehört auch die an Fr. Dardis, der ein paar Tage nach Fr. Kilroe verstarb. Außerhalb der Kirche und innerhalb der Mauer des Heizhauses ist ein Stein eingefasst worden, der wohl der Einsegnungsstein der alten Kirche, die 1795 in der Gleeson Street errichtet worden war, gewesen war.

5. „Methodist Church“ (die Kirche der Methodisten)

 

Diese bezaubernde kleine Kirche befindet sich in der „Northgate Street“ und sie wurde 1865 nach einem Entwurf von Alfred G Jones, der ebenfalls eine Gospel Hall in der „Merrion Street“ in Dublin, welche heute das Davenport Hotel ist, entworfen hat, gebaut. Sie ersetzte ein Gebäude, das heute, obgleich es stark verwittert ist, auf der anderen Straßenseite, noch vorhanden ist. Hier befindet sich heute das Büro von Anthony Barry, Rechtsbeistand. Die Fassade umfasst neben einem Portal mit Giebel auch ein radförmiges Fenster, Bögen und Türmchen.
Das Dach besitzt heute eine Kuppel, ursprünglich war hier ein schmaler Kirchturm, welcher aber für die Passanten gefährlich wurde und deshalb in den 1950er Jahren abgerissen wurde. Die Kirche wurde aus Bruchkalkstein, der wie Felsgestein aussieht, gebaut und sie hat ein schönes Inneres. Sie wird als die beste unverfälschte Arbeit des Architekten angesehen. Das Eingangsportal hat ein Denkmal aus Messing, das an die Gemeindemitglieder erinnert, die in dem Großen Krieg gefallen sind.

6. St. Peter and St. Paul Parish Church Catholic (die katholische St. Peter und St. Paul
Kirche)

 

Dieses eindrucksvolle Bauwerk ist die größte Kirche von Athlone. Sie ist 220 Fuß lang, sie steht auf einem erhöhten Ort und sie beherrscht die westliche Seite von Athlone. Sie stellt sogar das Old Castle von Athlone, das sich auf der anderen Seite des „Market Square“ befindet, in den Schatten. Die Kirche, die oft fälschlicherweise für einen Kathedrale gehalten wird, wurde 1937 geöffnet. Sie wurde von Ralph Byrne, dem Architekten, der ebenfalls auch die Kathedralen von Mullingar und Cavan entworfen hat, geplant. Der Bereich, auf dem sich heute die Kirche befindet, war ursprünglich ein Teil der Militärkasernen.

Hier hatten sich die Garnisonskapelle, das Haupttor und andere Gebäude befunden. Die Kapelle wurde zerlegt, um sie dann in Creagh in der Nähe von Ballinasloe wieder aufzubauen. Das Haupttor wurde zur „Accommodation Road“ umgesiedelt. Dass das Gelände von dem Militär aufgegeben wurde und dass hier solch ein grandioses Bauwerk entstehen konnte, verdankt man hauptsächlich den Bemühungen von einem außergewöhnlichen Mann, dem Kanonikus John Crowe (1883-1955), an den sich mit großer Zuneigung noch viele Bewohner der älteren Generation von Athlone erinnern.
Die Hauptfassade der Kirche hat ein großes dorisches Portal, das von vier Säulen aus Portland Stein getragen wird. Oberhalb des Portals befindet sich ein großes, am oberen Teil halbrundes Fenster, das in den Giebel eingesetzt wurde und das von einer Statue auf dem Giebel gekrönt wird. Zwillings-Campanile, die 126 Fuß hoch sind, flankieren die Front.

Zur Info: Campanile
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Ein Campanile ist ein Glockenturm, der neben einem Kirchengebäude steht und nicht in selbiges integriert ist. Das Wort kommt aus dem Italienischen. Dort ist die freistehende Anordnung des Kirchturms auch verbreiteter. Der bekannteste Campanile dürfte der Schiefe Turm von Pisa sein. Sehr bekannt sind auch der Campanile von Venedig (Markusturm) und Giottos Campanile des Florentiner Doms.
In Deutschland verfügen beispielsweise die Friedenskirche im Park bei Sanssouci sowie die Heilandskirche am Port von Sacrow, gleichfalls in Potsdam, über einen Campanile. Als Relikt der alten Marienkirche steht in Halle (Saale) noch der über 80 Meter hohe Rote Turm auf dem Marktplatz.
In Litauen ist der Glockenturm der meisten Kirchen ebenfalls abseits errichtet, z.B. bei der Kathedrale Sankt Stanislaus in Vilnius.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Campanile

Die massive, kugelförmige Kuppel ist typisch für das frühe 20. Jahrhundert und der englische Architekt Sir Edwin Lutyens verwendete oft diesen Baustil. (Die Kuppel ähnelt sehr der Kuppel, die der Architekt für die Liverpooler katholische Kathedrale entworfen hatte, die aber nie gebaut wurde). Die Architektur von St. Peter’s ist eine Mischung aus barockem und klassischem Baustil und trotz ihres Eklektizismus, ist sie eine wunderschöne Kirche, umso mehr, da keine von den Einbauten entfernt worden ist.
Das Innere ist groß und sehr beeindruckend und es scheint selbst an dem dunkelsten Tag des Winters voller Licht zu erstrahlen. Die Kirche besteht aus drei großen Gewölbeteilen, jedes von ihnen ist von Nebenkapellen eingefasst und die große Kuppel ist oberhalb des zentralen Teils platziert. Der Hochaltar ist aus weißem Marmor und er wird von einem Baldachin, der auf verdrehten Säulen aus wundervollem rotem und weißem Marmor ruht, umrahmt. Die Nebenkapellen sind mit kreisförmigen Objekten in blau und weiß im Della Robbia Stil kunstvoll verziert. Die bunten Kirchenfenster in dem Hauptteil der Kirche stammen von den Harry Clarke Werkstätten und sie sind sehr attraktiv. Das erste Fenster zur Rechten ist dem Heiligen Patrick gewidmet und es ist immer noch ein Schmuckstück. Das Fenster in der Taufkapelle stammt von dem Earl of Dublin und das in der Sakristei der Priester ist eines von Sara Purser. Das Fenster in der Sakristei für die Jungen wurde ebenfalls von den Harry Clarke Werkstätten angefertigt und es zeigt die Hirten bei der Geburt Christi. Der Hirte mit dem Hirtenstab hat das Gesicht von Dean Crowe und auch die anderen Hirten haben Gesichter von Personen, die mit dem Bau der Kirche im Zusammenhang stehen. Außerhalb, auf der westlichen Seite der Kirche, befinden sich die Gräber der Priester, die in St. Peter und St. Paul gedient haben.
Hier findet man auch das Grab des Gründers. Viele der alten Gräber stammen aus den Zeiten der „Penal Laws“ (speziell gegen Katholiken gerichtete Gesetze des 18. Jahrhunderts, die eine volle Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zumindest erschwerten, oft sogar unmöglich machten) von der alten Gemeindekirche in der „Chapel Lane“ (heute das Dean Crowe Theater) und sie wurden hierhin umgebettet, als die neue Kirche gebaut wurde.

7. Corpus Christi Church (ursprünglich die alte St. Peters Kirche von Irland)

Diese Kirche, die am „Ganly Place“ liegt, gleich neben der „Pearse Street“, war die Gemeindekirche von St. Peter’s und sie ersetzte das vorherige Gebäude, das sich auf dem Platz der National School in der „Excise Street“ befunden hatte. Bis vor kurzem stand nachfolgendes auf einer Plakette an dem Turm:
  • ihr Namen
  • 1840, das Datum ihrer Errichtung
  • Joseph Welland, der Name des Architekten
  • und dass der Grund und Boden ein großzügiges Geschenk von Colonel Owen Lloyd (Col. Lloyd wurde später auf dem Kirchhof bestattet) gewesen war.

Sie ist eine hoch aufragende Kirche mit vier großen gotischen Fenstern in dem Kirchenschiff und mit einem Turm, der als ihr Eingang dient. Die Gedächtnistafeln auf den innen liegenden Wänden wurden bei der Schließung der Kirche im Jahr 1941 entfernt. Sie wurden nach St. Mary’s gebracht, wo sie sich noch heute in einem kleinen Raum neben dem Kirchenschiff befinden. Im Ganzen waren es neun, acht von ihnen erinnern an Männer des Militärs und eine an den Organisten. In den 1980ern Jahren wurden auf einem Teil des Kirchhofes Behördenhäuser errichtet und der andere Teil wurde landschaftlich gestaltet, die Grabsteine wurden gegen die Mauer gelehnt, einige von ihnen liegen im Verborgenen. Einer dieser Grabsteine ist in irischer Sprache beschriftet und er erinnert an John O’Slattery, der im Alter von nur drei Monaten 1854 verstarb. Dieser Grabstein wurde von seinem Vater, ebenfalls John O’Slattery, errichtet, der ein Wärter in dem Gefängnis der Militärkasernen gewesen war. Einige dieser Grabsteine stammen von St. Mary’s (auch die Gruft der Longworth Familie). Sie wurden dort wegen der Verbreiterung der „Church Street“ entfernt. Das war eine unbefriedigende Abmachung, denn dadurch ist man nicht mehr in der Lage, die Beschriftung der Grabsteine zu lesen. Die Arbeiten wurden wie bei dem „Abbey Graveyard“ (Kirchhof der Abtei) ausgeführt. Viele von den hier Bestatteten waren Angehörige des Militärs und der Eingang in der nördlichen Mauer, der in die Militärkasernen führte, war der Weg, auf dem die Verstorbenen zur Beerdigung zum Kirchhof gebracht wurden. Glücklicherweise dient die Kirche heute wieder als solche und es wurden bunte Kirchenfenster, ein Altar und andere Einbauten angebracht.

8. Custume Barracks (Custume Kasernen)

Diese Kasernen wurden am Ende des Jakobitischen Krieges errichtet, als der größte Teil der Stadt aufgrund der Großen Belagerung von 1691 in Ruinen lag. Die Unterkunft wurde für die Williamitischen Truppen geschaffen, die in Athlone stationiert waren, da die Truppen vor dem Bau der Kasernen bei der Zivilbevölkerung untergebracht waren. Für die Kasernen wurde ein Ort gewählt, der sich sowohl gleich nördlich des Castles als auch entlang des Flusses und in der Umfassung der Befestigungsanlage der Stadt befand.
Es handelt sich bei den Kasernen in Athlone um die ältesten Kasernen in Europa und dem Vernehmen nach ist es auch die einzige Anlage, die nach einem Unteroffizier benannt worden war. Bei dem Unteroffizier handelt es sich um den heldenhaften Sergeant (Unteroffizier) Custume, der die Stadtbrücke gegen die Williamitische Armee verteidigt hatte.

Viele der schönsten Bauwerke der Stadt befinden sich innerhalb der Kasernenmauern. Sie erstrecken sich über drei Jahrhunderte, angefangen von einer Gruppe von Gebäuden, die als „Pump Square“ bekannt sind und welche aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammen. Ganz in der Nähe befindet sich das „Riding House“ (Reithaus) aus dem Jahr 1697, dessen niedriges, sich neigendes Dach und dessen gewaltigen Rauchabzugsschornsteine man von dem Ertragssteueramt in der „Pearse Street“ aus sehen kann. Die Kasernen waren auch der Ort, an dem 1798 John Wesley bei seinem letzten Besuch in Athlone seine Moralpredigt hielt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Innere der Kasernen geteilt, um Platz für eine Schule und Soldatenquartiere zu schaffen. Das große Gebäude gleich hinter der St. Peter und St. Pauls Kirche wurde 1771 errichtet, um drei Truppen der Kavallerie zu beherbergen.

In dem frühen 19. Jahrhundert wurde daraus eine Offiziersmesse (sie dient noch heute diesem Zweck), als die neue Kavalleriekaserne mit dem markanten Uhrenturm gebaut worden war. Die Kantine befindet sich in einem reizvollen Gebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, das aus Kalkstein und Backstein gebaut wurde und mit großen, oben abgerundeten Fenstern versehen wurde.
Das Haupttor befindet sich heute in der „Accomodation Road“. Früher war es auf dem „Market Square“ zu finden. Weiter unten steht das eindrucksvolle „Watergate“, das gebaut wurde, um für die Kaserne den Zugang zum Fluss zu gewährleisten. Das „Watergate“ wurde von der Eisenbahngesellschaft zur Verfügung gestellt, um den Verlust von einem Grundstück auszugleichen.
Diesen hatte die Kaserne, als eine neue Straße gebaut wurde, die zum Bahnhof führte. Es ist eine ansehnliche Arbeit der klassischen Architektur und es trägt die Jahreszahl 1852, die auf der Innenseite des Giebels zu finden ist.
Einige berühmte Personen sind mit den Kasernen von Athlone verbunden.
  • der Duke of Wellington, der hier zum Ende des 18. Jahrhunderts stationiert war
  • Captain Walter Scott, der Sohn des berühmten Autors Sir Walter Scott, der hier in den 1830er Jahren war.
  • Captain Howard, der Vater des berühmten Himalaya Forschungsreisenden Colonel Howard Bury, der hier während der 1880er Jahre diente
  • Colonel Lord Brudenell von den 15. Husaren, der eine rotbraune Stute hatte, die in der Schlacht von Waterloo gedient hatte und die er mit nach Athlone gebracht hatte. Hier überließ er sie in der Obhut eines Majors in der Kaserne. Als sie 1834 starb, wurde sie mit militärischen Ehren in dem „Sick Horse Field“, gleich zur Rechten des „Watergate“ begraben. Brudenell selbst wurde berühmt (oder verrufen), als er als der Earl of Cardigan den Angriff der leichten Brigade bei Balaclava während des Krimkrieges anführte.
Zur Info: James Thomas Brudenell, 7. Earl of Cardigan
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

James Thomas Brudenell, 7. Earl of Cardigan (* 16. Oktober 1797 in London; † 28. März 1868 ebendort) war ein britischer General im Krimkrieg.
Cardigan trat 1824 in den britischen Militärdienst und wurde bereits 1830 Oberstleutnant im 11. Husarenregiment. Beim Ausbruch des Krimkrieges (auch Orientkrieg) erhielt er im Juni 1854 als Generalmajor das Kommando über die leichte Reiterbrigade.
Im Juni 1854 landeten die alliierten Truppen bei Varna. Am 25. Juni beauftragte der britische Oberbefehlshaber Lord Raglan Lord Cardigan landeinwärts zu marschieren um die russischen Stellungen zu erkunden.

Am 29. Juni erreichten diese Truppen Karasu um festzustellen dass die Russen ihren Rückzug hinter die Donau, später hinter den Pruth, begonnen hatten. Da ein Marsch ins Innere des russischen Reiches nicht Erfolg versprechend erschien, beschlossen die Alliierten die russische Festung Sewastopol auf der Halbinsel Krim anzugreifen.
Am 25. Oktober 1854 führte Cardigan, in der Schlacht von Balaklawa, die als Todesritt oder Charge of the Light Brigade berühmt gewordene Attacke gegen russische Truppen. Er ritt mit seiner Brigade mitten in eine Geschützbatterie hinein und stieß anschließend auf russische Reiterei. Hierbei verlor er fast die Hälfte seiner Mannschaft.
Bald darauf kehrte Cardigan nach England zurück und wurde dort zum Generalinspekteur der Kavallerie ernannt. Seine letzten Lebensjahre wurden durch ein Gerichtsverfahren vor dem Oberhaus verbittert, in dem seine Rolle während des Todesritts nochmals untersucht wurde. Um nämlich einen Adligen aufgrund von Straftaten zu verurteilen, musste ihm im Oberhaus der Prozess gemacht werden.
James Thomas Earl of Cardigan starb am 28. März 1868 in London.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/James_Thomas_Brudenell%2C_7._Earl_of_Cardigan


Es gab zwei Regimenter, die mit Athlone in Verbindung gebracht werden können. Das eine war das „Leinster Regiment“, welches in Crinkle in der Nähe von Birr stationiert war (die Westmeath Miliz, die späteren Westmeath Rifles wurden in den 1880er Jahren mit diesem Regiment verbunden).
Das andere Regiment war die „Connaught Rangers“, welches 1793 von Colonel John Thomas de Burgh (dem späteren 13. Earl of Clanricard) aufstellt worden waren. Dieses Regiment wurde erstklassig und viele Männer aus der Region Athlone schlossen sich dem Regiment an. Später wurde es unter dem Namen „the Devil’s Own“ (die Teufels Eigenen) bekannt.
Während die meisten Regimenter, die in den Kasernen stationiert waren, entweder englisch oder schottisch waren, waren die irischen Regimenter im Ausland stationiert und ihre einsamen Gräber liegen verstreut in der Savanne von Süd Afrika und auf der Insel Mauritius. Es wird geschätzt, dass mehr als ein Drittel der gesamten britischen Armee in dem 19. Jahrhundert irisch war und das schließt auch diejenigen ein, die sich den englischen und schottischen Regimentern angeschlossen hatten. Ungefähr die Hälfte des Gloucestershire Regiments war während dieser Epoche irisch, ein Grund dafür könnte sein, dass das Regiment oft den Dienst in Irland versah und so Einheimische rekrutierte.
1796 wurden die Kasernen von Athlone das Hauptquartier des neu geschaffenen westlichen Distriktes.
1798 wurden hier 7.000 Truppen unter Marquis Cornwallis geordnet (arrangiert), bevor sie abrückten, um die Franzosen und ihre irischen Alliierten in der Schlacht von Ballinamuck (Grafschaft Longford) zu bezwingen.
1922 übernahm die irische Armee die Kasernen von den Briten. Heute befindet sich hier das Hauptquartier der „Western Brigade“ (westlichen Brigade) und nach Verabredung werden hier Besucher willkommen geheißen.

 

Zur Info: Die Schlacht von Ballinamuck
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die Schlacht von Ballinamuck bezeichnet die Niederlage der Hauptstreitmacht des französischen Einfalls während des Aufstandes in Irland im Jahr 1798.
 

Die Schlacht von Ballinamuck
Teil des Irischen Aufstandes von 1798

Datum: Samstag, der 8. September 1798
Ort: Ballinamuck, Grafschaft Longford
Ergebnis: Entscheidender britischer Sieg

 

Hintergrund
Der Sieg von General Humbert bei Castlebar, hatte, trotz der Gewinnung von 5.000 irischen Rekruten, nicht wie gehofft zu einem erneuten Ausbruch des Aufstandes geführt. Eine gewaltige britische Armee von 26.000 Männern versammelte sich unter dem neuen Vizekönig Lord Cornwallis und sie wurden ununterbrochen in Richtung seiner Truppen bewegt. Nachdem er Castlebar verlassen hatte, bewegte sich Humbert in Richtung Ulster mit der offensichtlichen Absicht, dort einen Aufstand zu entzünden. Nachdem er jedoch eine blockierende Streitmacht der britischen Truppen bei Collooney in Sligo besiegt hatte, änderte er seinen Kurs aufgrund von Berichten, dass Aufstände in Westmeath und Longford ausgebrochen wären.

Gegner
Französische Armee
Vereinigte Iren
 

Befehlshaber
Jean Humbert
 

Stärke
c.2,350

Verluste
c.500

 


Britische Armee

 


Gerard Lake
 


c.5,000


c.30

 

Die britische Verfolgungsjagd
Humbert überquerte den Shannon bei Ballintra am 7. September und machte dann am selben Abend in Cloone Halt. Dies war der halbe Weg zwischen seinem Landungspunkt und Dublin.
Nachrichten erreichten ihn bei Wilsons Hospital über die Niederlage der Aufrührer von Westmeath und Longford und bei Granard über einen Bruchteil von den Aufrührern, die dem Gemetzel entkommen und in seinem Feldlager angekommen waren. Anhand von Cornwallis gewaltiger Streitmacht, die die Straße nach Dublin blockierte, angesichts der ständigen Bedrohung durch Cornwallis Nachhut und der bevorstehenden Ankunft von General Lake’s Oberkommando, entschied sich Hubert, sich ihnen am nächsten Tag bei dem Townland von Ballinamuck, bei der Grenze von Longford/Leitrim, gegenüber zu stellen.

1798 Aufstand

Ballymore-Eustace – Naas – Prosperous – Kilcullen – Carlow – Tara Hill – Oulart Hill – Newtownmountkennedy – Gibbet Rath – Three Rocks – Bunclody – Tuberneering – New Ross – Antrim – Arklow - Saintfield – Ballynahinch – Ovidstown – Foulksmills – Vinegar Hill – Ballyellis – Castlebar – Collooney – Ballinamuck – Killala

Die Schlacht
Humbert stand einer unermesslich großen Anzahl gegenüber. General Lake war mit 14.000 Männern dicht hinter ihm; der neue Vizekönig, Lord Cornwallis, befand sich zu seiner Rechten bei Carrick-on-Shannon mit 15.000 Männern. Die Schlacht startete mit einem kurzen Artillerieduell, gefolgt durch einen Angriff der Dragoner auf die ungeschützten irischen Aufrührer. Es gab einen kurzen Kampf, als die französischen Linien erreicht wurden, der nur beendet wurde, als Humbert seine Absicht zur Kapitulation signalisierte und seine Offiziere ihren Männern befahlen, ihre Musketen niederzulegen.
Diese Schlacht dauerte so weniger als eine halbe Stunde.
Während die Franzosen kapitulierten, behielten die etwa 1.000 irischen Alliierten der Franzosen unter Colonel Teeling, einem irischen Offizier in der französischen Armee, ihre Waffen, ohne die Absicht zu signalisieren, zu kapitulieren.
Dem Angriff der Infanterie folgte ein Angriff der Dragoner, der die Iren auseinanderbrach und zerstreute, die unbarmherzig verfolgt und niedergemetzelt wurden. Die Iren kämpften weiter, ohne die Option der Kapitulation zu haben.

Die Folgen
17 französische Soldaten wurden während des kurzen Kampfes getötet, 96 französische Offiziere und 148 Männer wurden ergriffen. Die britischen Verluste wurden zunächst mit drei Getöteten und 16 Verwundeten bzw. Vermissten gemeldet, jedoch wurde die Anzahl der Getöteten später auf 12 korrigiert. Ungefähr 500 Iren lagen tot auf dem Feld, 200 Gefangene wurden bei der Säuberungsaktion genommen, fast alle von ihnen wurden später gehängt, auch Matthew Tone, der Bruder von Wolfe Tone. Die Gefangenen wurden nach Carrick-on-Shannon, St. Johnstown (dem heutigen Ballinalee) gebracht, wo die meisten an einem Ort, der bei den Einheimischen unter dem Namen Bullys Acre bekannt ist, exekutiert wurden. Humbert und seine Männer wurden über den Kanal nach Dublin verschifft und wurden in die Heimat zurück geschickt. Die britische Armee verteilte sich auf das von Aufrührern gehaltene Mayo und es folgte ein brutaler Feldzug mit Gemetzeln und Hausniederbrennungen, welcher seinen Höhepunkt am 23. September fand, als Killala erstürmt und mit viel Metzelei eingenommen wurde. Mitglieder von den Franch, die von der „Republik of Connaught“ (Republik von Connaught) inspiriert waren, so wie auch George Blake, wurden gejagt und mit vielen anderen der Aufruhr Verdächtigten gehängt wurden.

Zitat aus: http://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Ballinamuck , frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

9. AIB Bank

Die AIB Bank befindet sich auf dem wichtigsten Platz neben der Brücke. Dieses ansehnliche Gebäude wurde 1861 als „Provincial Bank“ eröffnet. Der Architekt war W. G. Murray, der ebenfalls das schöne alte AIB Bank Gebäude in der „College Street“ in Dublin entworfen hatte; dieses wurde kürzlich in das Westin Hotel eingegliedert.
Die AIB Bank wurde aus glatten Kalkstein gebaut. Das Gebäude mit seinem Erdgeschoss aus genuteten Quadersteinen, seinem aus Mauerblöcken bestehendes Kellergeschoss, seinen oben abgerundete Fenstern, seiner Tür mit quadratischen Fenstern und mit Architraven im ersten Stock gehört zweifellos zu den schönsten Gebäuden in Athlone (ein Architrav (von italienisch Architrave aus griechisch archi-: Ober-, haupt-, und lateinisch trabs: Balken) ist ein auf einer Pfeilerreihe ruhender, zum Gebälk gehörender Horizontalbalken. Er verteilt die Last der oberen Architekturglieder auf die Pfeiler bzw. Säulen). Die nördliche Erweiterung aus den 1960er Jahren harmoniert mit dem Original. Eine hübsche, mit einem Brückengeländer versehene Brücke, die über die „Hatters Lane“ (Hutmachergasse) führt, verbindet die Bank mit der Stadtbrücke.
Die „Hatters Lane“, die an der Vorderseite der Bank verläuft, erhielt ihren Namen von der Filzhutindustrie, die hier in dem 17. und 18. Jahrhundert ansässig war. Athlone war für ihre Filzhüte berühmt und Jonathan Swift, der Dekan von St. Patricks, schrieb folgendes:

„Jene, die in diesem Land geboren wurden, werden sich selbst für sehr glücklich halten, wenn sie sich einen Hut aus Athlone leisten können“.

Viele von den Hutmachern lebten in der Nähe.

10. „Former Midland Great Western Railway Station” (der ehemalige Bahnhof der Midland
Great Western Eisenbahn)

Dieses schöne Gebäude wurde von dem berühmten irischen Architekten John Skipton Mulvany (1813 – 1870) entworfen und es wurde in den frühen 1850er Jahren vollendet. Er entwarf auch den (Broadstone Terminus“ (die Broadstone Endstation) in Dublin und das Great Southern Hotel in Galway.
Das Gebäude hat eine zweistöckige Fassade mit raffinierten 17 Erkern. Die vorspringenden Erker, Wandpfeiler und Stützen tragen die Attika (die Attika - aus dem lateinischen atti(n)gere = angrenzen oder berühren; bezeichnet in der antiken Architektur ein über dem Kranzgesims (Sima) befindliches Halbgeschoss zur Verdeckung des Daches). Das Gebäude verfügt im ersten Stock über oben abgerundete Fenster (mit Ausnahme von dem Fenster des vorspringenden Eingangs) und über eckige Fenster im Erdgeschoss. Es ist eines der elegantesten Bauwerke von Athlone. Das Gebäude wurde aus einheimischem Kalkstein gebaut.
Der Bahnhof und die neue Zufahrtsstraße, die zur Stadtbrücke führt, erhielten die Namen „Eglington Station“ und „Eglington Road“, in Gedenken an den „Lord Lieutenant of Ireland“ (der höchste Beamte von Irland), den Earl of Eglington and Winton. Der Name wurde nie befestigt und wurde so schließlich nicht mehr benutzt.
Der Bahnhof beherbergt heute Büros. Weiter unterhalb, bei der Kreuzung von der „Galway Road“ mit der „Magazine Road“. Das Ende des Giebels der ehemaligen Maschinenhalle hat attraktive, verdeckte Arkaden aus Ziegel- und Kalkstein (eine Arkade (lateinisch: Arcus: Bogen) bezeichnet in der Architektur einen von Pfeilern oder Säulen getragenen Bogen. Der Bogen lässt wesentlich größere Spannweiten zu als dies beim Architrav möglich ist).

11. „Railway Station (East)“ (der Ostbahnhof)

Der Ostbahnhof befindet sich am östlichen Rand der Stadt. Das Gebäude wurde 1859 fertig gestellt und es diente als Bahnhof für die „Great Southern and Western Railway“ (Great Southern und Western Eisenbahn). Es wurde von dem Architekten George Wilkenson entworfen, der auch den Harcourt Street Bahnhof in Dublin und eine Anzahl von „Workhouses“ (Arbeitshäusern), die überall im Land verstreut liegen, konstruiert hat.
Der Bahnhof ist ein schönes Bauwerk. Er hat eine ziemlich gewöhnliche Fassade, die von einer ansehnlichen, italienischen Loggia mit drei Bögen, die als Eingang dient, belebt wird (eine Loggia (aus dem Italienischen) ist im deutschen Sprachgebrauch ein Bauelement der Architektur. Man versteht darunter einen zu mindestens einer Seite offenen, überdachten Bereich von Gebäuden. Zumeist ist eine Loggia an drei Seiten von den Außenwänden des Gebäudes umschlossen. Eine Loggia kann sowohl im Erdgeschoss liegen als auch höher als Rücksprung in der Fassade).
Die Fassade hat zwei kreisförmige Objekte, die oberhalb des Eingangs die Lampen tragen.
Ab den späten 1920er Jahren diente das Gebäude nicht mehr als Bahnhof, da zu dieser Zeit die Eisenbahngesellschaften in Gemeindeeigentum übergeführt wurden und die Midland Great Western erhielt den Bahnhof der Stadt.
1935 wurde der alte Bahnhof der Midland Great Western geschlossen. Das Gebäude wurde renoviert und als Bahnhof von Athlone wiedereröffnet. Ein schöner neuer Busbahnhof im modernen Baustil wurde 2002 gleich neben dem alten Bahnhof hinzugefügt, um die immer weiter steigende Anzahl von Passagieren zufrieden stellen zu können.

12. „The Railway Bridge“ (die Eisenbahnbrücke)

Diese schöne Konstruktion war das einzige und beträchtlichste Meisterstück des Ingenieurwesens während des Baus der Dublin - Galway Eisenbahnstrecke. Die Brücke ist über 540 Fuß lang. Die Eisenabschnitte wurden in Birmingham vorgefertigt und dann nach Limerick verschifft. Von dort aus ging es auf Lastkähnen weiter nach Athlone. Der erste öffentliche Zug passierte im Juli 1851 auf dem Weg nach Galway die Brücke.
Die Brücke wurde von dem Eisenbahningenieur G. W. Hemans konstruiert. G. W. Hemans war ein Sohn von der viktorianischen Dichterin Felicia Hemans, die die berühmten Zeilen in ihrem Gedicht Casabianca schrieb:

„the boy stood on the burning deck, whence all but he had fled“
(der Junge stand auf dem brennenden Deck, von wo alle außer ihm geflohen waren)

Die Brücke wird von 12 gewaltigen, zylindrischen Pfeilern getragen, jeder von ihnen hat einen Durchmesser von 10 Fuß. Als sie mittels Pressluft in Position gebracht wurden, ging dies in die Geschichte des Ingenieurswesens ein.
TP O’Connor, der berühmte, in Athlone geborene, Journalist und Parlamentarier sagte über die Brücke:

„of all the prospects he had seen in Europe, the sight dearest to him was the graceful railway bridge over the Shannon at Athlone“
(von all den Anblicken, die er in Europa gesehen hatte, ist der Anblick, der ihm am liebsten ist, die anmutige Eisenbahnbrücke über den Shannon bei Athlone)

Noch heute ist sie sehr eindrucksvoll, besonders an Sommerabende, wenn die Sonne hinter ihr untergeht.

13. Court Devenish House

Die Gemäuer dieses Hauses befinden sich in einem kleinen abgeschiedenen Bereich gleich neben der „Church Street“. Dieser Bereich ist auch unter dem Namen „Court Devenish“ (Devenish Hof) bekannt. Das Haus wurde 1620 von dem Katholiken und Dubliner Kaufmann George Devenish gebaut. Es war ein großes, U-förmiges Gebäude, welches hinten an die Stadtmauer angrenzte. Ohne Zweifel wurde der Verfall des Hauses angetrieben, als die Williamitische Artillerie 1691 Breschen in die Mauer schlug. (Die Mauern hatten schon während der Cromwellianischen Kriege in den 1640er Jahren Beschädigungen erlitten, diese waren aber anscheinend in Ordnung gebracht worden). Heute kann man noch die Fassade mit einem eckigen Eingang und einem zweiflügeligem Fenster mit modellierten Kappen sehen. Ein mit einer Inschrift versehener Stein wurde in das Mauerwerk eingesetzt. Seine Inschrift besteht aus den Initialen RH und MD und dem Datum 1737 (möglicherweise handelt es sich hierbei um einen Hochzeitsstein).

Auch findet man auf einem Pfosten eines Fensters ein Graffiti aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Das heutige Court Devenish House wurde 1791 errichtet. Für den Bau wurden Steine von dem alten Haus verwendet. Das heutige Haus wurde um 1980 herum erneut umgebaut.
Die Devenish haben Athlone 1751 verlassen, als Sylvester Devenish seinen Besitz an Gustavus Hamilton verkauft hatte.
Das Court Devenish House befindet sich heute in Privatbesitz.

14. „The Abbey Graveyard“ (der Friedhof der Abtei)

Die in Ruinen liegende Kirche wurde in den 1680er Jahren gebaut. Der Überlieferung nach wurde sie nie mit einem Dach versehen. Die Wahl dieses Ortes könnte möglicherweise darauf hinweisen, dass dies der Ort eines alten keltischen Klosters gewesen sein könnte, wie es auch die schon erwähnten, frühchristlichen Grabplatten, die hier gefunden wurden, andeuteten. Die Kirche ist ein großes, rechteckiges Bauwerk ohne irgendwelche Verzierungen, welches wiederum die Geschichte bekräftigt, dass sie niemals vollendet wurde.

Sie wurde von der Williamitischen Armee während der Großen Belagerung benutzt und kurz danach wurde aus ihr der Friedhof für die Katholiken von Athlone. In dieser Eigenschaft diente sie beinahe zwei Jahrhunderte lang, bis 1871 der Cornamagh Friedhof geöffnet wurde. Dieser Ort verfiel daraufhin, er wurde jedoch in der jüngsten Zeit landwirtschaftlich gestaltet und die Grabplatten wurden entlang der Mauer platziert, wo sie nun besser zu lesen sind. Durch das Lesen der Inschriften kann man viel über die lokale und soziale Geschichte von Athlone in Erfahrung bringen.

 

Die alten Grabsteine, die entlang des Weges zur Abtei aufgestellt wurden.

15. „Strand House“

Dieses gut aussehende aber wenig bekannte Haus befindet sich in der „Strand Street“ gleich neben dem „Custume Place“. Es wurde vermutlich von einem wohlhabenden Kaufmann in dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts gebaut. Es ist das beste und das am geringsten veränderte Beispiel eines großen Stadthauses in Athlone aus der gregorianischen Zeit. Der Entwurf des Hauses ist sehr fortschrittlich, auch wenn es in seiner Ausführung ein klein wenig provinzlerisch ist. Der Erbauer hat den Entwurf wahrscheinlich aus einem Buch über die Architektur kopiert, da die Haupträume in dem ersten Stock liegen, so wie man es in vielen der großen Häuser von Dublin vorfindet. Das venezianische Fenster, welches eigentlich in der Mitte des Hauses bei dem Podest der Außentreppe liegen sollte, wurde anstatt zur linken Seite oberhalb des Zeichenraumes platziert, aber nichtsdestoweniger verleiht es dem Haus einen bezaubernden Charakter.
Das Haus hat bis heute seine ursprünglichen Sprossenfenster bewahren können und auch die meisten von den ursprünglichen Gläsern in den Fenstern, während die Flurtür ihr schweres Aussehen beibehalten hat.
Das Innere des Hauses wurde leicht verändert. Hier findet man reizvolle Gipsarbeiten und viktorianische Linkrusta Tapeten, die die gregorianische Treppe hinaufführen.


Zur Info: Linkrusta-Tapete
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

(Weitergeleitet von Linkrustatapeten)
Linkrusta ist ein linoleumähnliches Material, aus dem vor allem Tapeten hergestellt werden. Linkrusta ist widerstandsfest und sehr wasserbeständig. Linkrusta wird aus oxidiertem Leinöl, Kolophonium, Kopalharz, Holzmehl sowie Farb- und Füllstoffen hergestellt.
Erfunden wurde das Material im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts von dem Briten Frederick Walton.
Linkrustatapeten erfreuten sich vor allem Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts großer Beliebtheit. Eingesetzt wurden sie unter anderem auch in Autos, Schiffen und Eisenbahnen.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Linkrusta


Die Rückwand des Hauses zeigt zum Fluss, so wie es auf den Inseln zu dieser Zeit die übliche Praxis war, während auf dem Kontinent die Front des Hauses normalerweise zum Fluss zeigen würde. Als es ursprünglich gebaut worden war, strömte der Fluss vorbei an dem hinten liegenden Garten, bis die Kais in den 1840er Jahren gebaut worden waren.

 

16. „The Workhouse“ (das Arbeitshaus)

Das Arbeitshaus wurde 1841 nach einem Entwurf von George Wilkenson, einem Architekten der „poor law union“ (Armenrecht Gewerkschaft), gebaut. Überall in Irland wurden um die 125 Arbeitshäuser nach dem gleichen Grundriss errichtet. Der Grundriss sah drei Blöcke vor:
  • der vordere Block, in dem sich der Empfangsbereich, der Sitzungssaal und das Quartier des Portiers befanden und der heute als Kunst-Hochschule benutzt wird.
  • Der große in der Mitte gelegene Block, der die möblierten Zimmer der Vorsteher und die Unterkünfte für die Almosenempfänger, die getrennt nach Geschlecht und Alter untergebracht wurden, enthielt und der heute als Gemeindesaal von St. Mary’s dient.
  • Der dritte Block war die Krankenstube und dieser ist auch der am meisten beschädigte Abschnitt. Er wurde durch das heutige St. Vincent Distrikt Krankenhaus ersetzt.

Ein Flügel des alten Krankenhauses hat aber bis heute überlebt und mit seinen dekorierten Dachrinnen kann der Flügel von dem „Abbey Graveyard“ (Friedhof der Abtei) aus gesehen werden. Das Workhouse war lokal unter dem Namen „the gorm“ (Gorm aus dem irisch gälischen bedeutet blue – also die Farbe blau), da die Mauern mit einer Tünche angemalt worden waren, die ein blaues Desinfektionsmittel enthielt, um das Fieber fernzuhalten. Es war das irische Wort für blau „gorm“, das dem Workhouse den Namen gab. Das Gebäude wurde entworfen, um 800 Insassen zu beherbergen, jedoch, während der Großen Hungersnot (1845 – 1848), war die Anzahl der Insassen außerordentlich überschritten worden.

 

Vorgeschlagene Stadtrundgänge

1. Der Leinster Rundgang – von dem Castle zu der Stadtmauer

 

Der Rundgang beginnt am Castle und führt uns über die Stadtbrücke, die 1844 fertig gestellt wurde. Rhodes und McMahon waren jeweils der Ingenieur und der Auftraggeber. Der Erstere war ein Verwandter von Cecil John Rhodes nachdem Rhodesien benannt worden ist.

Gebaut wurde die Brücke aus Kalkstein Quadersteinen. Sie hat drei weite Bögen und früher gab es hier einen schwenkbaren Bereich, damit Schiffe mit hohen Masten die Brücke passieren konnten. Dieser wurde in den 1960er Jahren durch einen festen Bereich ersetzt.

Wenn wir zur Linken die AIB Bank passieren, stand hier einst ein Haus zur Auffahrt zur Brücke. Dieses Haus wurde abgerissen, als die neue Brücke gebaut wurde. In dem 18. Jahrhundert befand es sich im Besitz der Teare Familie und John Wesley, der Gründer der Methodistischen Kirche, verbrachte hier mehrere Tage während seiner vielen Besuche in Athlone.

Nun befinden wir uns auf dem „Custume Place“ und das Denkmal für den Unabhängigkeitskrieg steht gleich in der Nähe des Ortes des „Tholsel“ oder des Markthauses, welches in den 1830er Jahren abgerissen worden war. Wenn wir die Stufen hinuntergehen, dann sehen wir auf unserer rechten Seite ein schmales Gebäude (Hugh Campbell & Co. Solicitors) mit den oben abgerundeten Fenstern. Dieses Gebäude war früher einmal ein Hotel. Es wurde 1897 gebaut, um die Passagiere von den Dampfbooten zu versorgen, welche dann den Fluss befuhren.

Wir passieren nun auf unserer linken Seite Gertie Browne’s Pub und gehen nun geradeaus weiter in Richtung des Flusses.

Das Strand House in der „Strand Street“ auf unserer linken Seite sollte auch beachtet werden.

Das kleine Gebäude mit dem Giebel zu unserer linken Seite war früher einmal eine Mühle. Es sieht so aus, dass es aus dem frühen 17. Jahrhundert stammt. Auf der Ranelagh Karte von 1784 wurde dieses Gebäude als Mühle gekennzeichnet. Später wurde das Gebäude in ein Kutschenhaus für das benachbarte Haus (welches heute abgerissen ist) umgewandelt.
Und wiederum später wurde aus dem Haus ein Betriebsgebäude für einen Bootsbauer. Heute ist es ein privater Wohnsitz.

Jetzt befinden wir uns auf dem letzten übriggebliebenen Teil der alten Brücke von Athlone, die 1567 gebaut worden war und deren westlichen Bögen von Sergeant Custume und seine Männer während der Großen Belagerung verteidigt worden waren.

„ Does any man dream that a Gael can fear?
Of a thousand deeds let him learn but one!
The Shannon swept onwards broad and clear,
Between the leaguers and broad Athlone.”

(Denkt einer wirklich, ein Gäle wär’ fähig der Furcht?
Dann merk' er sich von tausend Heldentaten nur die eine!
Breit wälzt sich und klar der Shannonfluss vorbei,
Hier die feindliche Liga, jenseits weit hingestreckt, Athlone.)

Diese Zeilen wurden von dem aus Limerick stammenden Dichter Aubrey de Vere verfasst. Sie stammen aus dem Gedicht „Ballad of Athlone“, das ich am Ende des Athlone Stadtführers wiedergebe.

Der Name des Platzes hinter uns, der „Custume Place“, erinnert an den Sergeant Custume. Früher hatte der Platz den Namen „Victoria Place“.

Wir gehen weiter die Stufen hinunter und entlang des Flusses. Zu unserer Linken befindet sich der hintere Eingang des Strand Houses. Das Türfutter dieses Eingangs ist aus Sandstein im „Adams“ Baustil gestaltet worden. Dieses Türfutter könnte von einem der Häuser von dem „Custume Place“ stammen, das abgerissen wurde, damit die neue Brücke gebaut werden konnte. Der Park am Ende der Straße wird „Burgess Park“ genannt, wir werden jedoch die „Friary Lane“ hinaufgehen. Hier sollte man auf jeden Fall die schon erwähnte Friary Church besichtigen.

Wir befinden uns nun in der „Church Street“ mit der St. Mary’s Church of Ireland vor uns. Wir wenden uns links herum und gehen die „Church Street“ hinunter. Auf unserer rechten Seite kommen wir nun zu einem Bogen, den wir durchschreiten. Wir biegen in die kleine Gasse zu unserer Rechten ein. In dem Zinntor ist eine Öffnung eingeschnitten worden, durch die wir schauen können. Hoch oben in der Mauer befindet sich eine Steintafel, die das Wappen von dem Vicomte Wilmot of Athlone zeigt, der hier an diesem Ort möglicherweise gewohnt hat.

Wir gehen weiter in den „Court Devenish“ (Hof Devenish). Zu unserer rechten Seite befindet sich eine Häuserreihe, welche aus dem 1770er Jahren stammt und deren Häuser zu den ältesten Häusern von Athlone gehören. Jetzt wenden wir uns links herum und auf unserer rechten Seite ist nun das Court Devenish House, das schon beschrieben wurde.
Das bezaubernde kleine Haus, das sich vom Court Devenish House aus auf der anderen Straßenseite befindet, hat oben abgerundete Türfutter und es stammt aus den frühen 1800er Jahren. Die kleine Gasse zur Linken trägt den zauberhaften Namen „Paradise Row“ (Paradies Reihe).

Wir wenden uns nun rechts herum in die „Northgate Street“ und dann gehen wir wieder rechts herum bei dem „Hairdresser Wheatleys“ (Friseur Wheatleys) in den „Lucas Court“.
Das „North Gate“ (Nordtor) befand sich hier an einer Kreuzung von zwei Straßen, es wurde um 1578 gebaut und 1840 abgerissen.
Etwas weiter die Gasse herunter kommen wir an eine Bastei (eine Bastei ist ein meist aus einer Wallmauer (Kurtine) hervorspringendes Bollwerk mit geraden, spitz zulaufenden Flankenmauern und einer in einem Bogen auslaufenden Front) der Stadtmauer, von der die östliche Vorderseite und ein Stützturm bestehen geblieben sind. Eine Gedenktafel erläutert, dass die Mauer 1251 gebaut worden war, jedoch stammen die Arbeiten, die wir heute sehen, aus dem 17. Jahrhundert. Die Mauern verlaufen südwärts.

Wir wenden uns nun nach rechts. Bei dem “Railway View” auf der rechten Seite des großen Baumes können wir einen Abschnitt der Mauer mit einem Rundturm sehen, der möglicherweise aus dem 16. Jahrhundert stammt. Trotzdem die früheren Arbeiten miteinbezogen wurden, blieb ein ansehnlicher Abschnitt der Mauern bestehen, dieser wird jedoch größtenteils von den Häusern eingezwängt. Eine vollständige Bastei blieb allerdings weiterhin bestehen, heute ist sie jedoch komplett mit Efeu bedeckt, so dass es schwer ist, sie zu erkennen. Wir befinden uns auf dem Weg zurück zur „Northgate Street“. Auf unserer rechten Seite befindet sich nun das frühere „Workhouse“ (Arbeitshaus) und auf der linken Seite der „Abbey Graveyard“ (Friedhof der Abtei). Ein kleiner Spaziergang würde uns nun zu der „Railway Station“ (dem Bahnhof) bringen, aber wir bleiben weiterhin auf der „Northgate Street“. Hier werden wir jetzt über den „Custume Place“ in Richtung Castle gehen.

Auf unserer rechten Seite wurde die gesamte Seite der „Northgate Street“ saniert. Abseits der „Methodist Church“ (Kirche der Methodisten) nimmt ein großer Apartmentkomplex mehr als die Hälfte der Straße ein. Dieses Areal war einst ein Teil des Geländes des kurzlebigen „Stirabout Harbour“, der diesen Namen erhielt, weil die Arbeiter anstatt mit Geld mit Essen bezahlt wurden (Stirabout = irischen Hafermehlbreis (ir[isch] lite, angloir[isch] stirabout).

Die „Credit Union“ (Verbandsbank) befindet sich an dem Ort eines georgianischen Hauses, das sich seit dem 16. Jahrhundert in dem Besitz der Handcock Familie befindet. In dem frühen 19. Jahrhundert wurde es von Richard Handcock bewohnt. Richard Handcock wurde der Zweite Baron Castlemaine und Bürgermeister von Athlone. Erst jüngst wurde dieses Haus abgerissen. Die Gasse führt zum Fluss hinunter. Sie erhielt nach einer Brauerei den Namen „Malthouse Lane“, die sich hier von dem späten 18. Jahrhundert ab bis in die 1830er Jahren befunden hatte. Ihre Gebäude wurden während der Großen Hungersnot in ein Hilfsarbeitshaus umgewandelt. William, der Bruder von Richard Handcock und Erster Baron und Erster Vicomte, lebte auf der anderen Straßenseite in einem großen Haus, das den Namen „Gore House“ (Keil Haus) erhielt und das auf seinem eigenen Grund und Boden errichtet worden war. Dieses Haus wurde vermutlich in dem frühen 18. Jahrhundert von der Devenish Familie gebaut, um das alte „Court Devenish House“ zu ersetzen, das 1691 während der Großen Belagerung zerstört worden war. Die „Northgate Street“ war während des 18. und 19. Jahrhunderts eine elegante Straße, in der viele wichtige Leute ihren Wohnsitz hatten.

Die Gebäude auf der linken Seite der Straße zwischen „Court Devenish“ und dem „Custume Place“ sind heute noch unversehrt. Das Haus mit der Nummer 9, welches heute das Rote Kreuz beherbergt, war im 18. Jahrhundert der Wohnsitz von Eliza Goldsmith, die 1769 in dem Inneren des Glockenturmes von St. Mary’s Church bestattet worden war. Das heutige Gebäude dürfte 1847 errichtet worden sein, als die „Incorporated Society for the Promotion of Protestant Schools“ (der eingetragene Verein für die Förderung protestantischer Schulen) hierher zog.
Von der anderen Straßenseite aus zogen 1914 die Freimaurer hierher und sie errichteten eine Halle. Das Datum 1810, das sich oberhalb der Tür befindet, verweist auf einen neuen Freibrief hin, der den Freimaurern verliehen wurde. Die Loge kann ihre Ursprünge in Athlone bis in das Jahr 1720 zurückverfolgen.
Hinter der nächsten Tür mit der Nummer 7 (Coyle and McGerr) dürfte sich der Geburtsort von dem Künstler Richard Rothwell RHA (RHA – Royal Hibernian Academy – Königlich Irische Akademie) (1800 – 1868) befinden. Der Name seiner Mutter war Holmes und ihre Familie lebte hier von den frühen 1760er Jahre an bis ins frühe 1800.
Dr. John B. Burgess, der viele der Aufzeichnungen über die frühe Geschichte von Athlone angefertigt hat, lebte hier von den 1920er Jahren bis in die 1950er Jahre.
Die Nummer 5 (John Francis Menswear) ist ein ansehnliches Backsteinhaus, das 1895 errichtet worden war und das zwischen den 1920er und den 1930er Jahre als Hotel diente.

Nun überqueren wir den Fluss und kommen so zu dem Castle zurück.
2. Vom Castle zum St. Mary’s Square

Wenn man über die Brücke zum “Custume Place” geht, dann befindet sich auf der linken Seite ein reizvolles rotes Backsteingebäude (Dillons Shoes), das ungefähr aus dem Jahr 1910 stammt und das in Athlone das einzige Beispiel des „art nouveau style“ (des Jugendstils) ist. Das Nachbarhaus (The Genoa Café) befindet sich an dem Ort eines Bauwerkes, das 1626 gebaut worden war und das unter dem Namen „de Ginkel’s House“ bekannt wurde. General de Ginkel hielt sich hier angeblich während der Großen Belagerung auf. Das ursprüngliche Haus hatte ein herrliches Türfutter, das jedoch bei dem Abriss im Jahr 1939 verloren ging. Auf der anderen Straßenseite befindet sich eines der ältesten Geschäfte von Athlone.

Es ist die Firma von Thomas Burgess & Sons.
Gegründet wurde die Firma 1839 und das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1899. Wenn man weiter die Straße hinaufgeht, dann befindet sich zur rechten Seite eine Gasse, die von der „Church Street“ zum Fluss hinunter führt. Es ist die „Lloyds Lane“, die nach einer einheimischen Familie benannt wurde, die ein Gründstück in der Nachbarschaft besaß. Das bezaubernde zweistöckige Haus auf der rechten Seite der Gasse wurde 1803 gebaut und es besitzt heute immer noch die originalen Sprossenfenster und die meisten der originalen Gläser in den Fenstern.
Das Gebäude zur Linken, von der Gasse aus gesehen auf der anderen Straßenseite (Church Street Nummer 10), hat ein ungewöhnliches, großes, georgianisches Türfutter. Das Wappen von Vicomte Wilmot befindet sich in der Mauer der Rückseite dieses Hauses. Er dürfte an diesem Ort wohl gelebt haben. Der Laden nebenan (Nummer 12) war früher eine Apotheke, die Flemings genannt wurde. 1912 kaufte eine einheimische Lady (Anmerkung von Inga: Dabei handelte es sich um Margaret Rice, siehe weiter unten) hier Tabletten, bevor sie mit ihren fünf Kindern nach Amerika aufbrach. Das Schiff, mit dem sie fuhr, war die Titanic. Sie und ihre fünf Kinder ertranken.
Sie wurde anhand des Namens der Apotheke und der Adresse auf der Tablettendose identifiziert. Innerhalb einer Familie war dies der größte Verlust bei der Titanic Tragödie.

 

Zur Info: Die Titanic und die Geschichte der zehn Passagiere aus Athlone
Zehn Personen aus Athlone befanden sich an Bord der Titanic, nur drei davon wurden gerettet.

Miss Margaret Marcella „Maggie“ Daly
Margaret (Maggie) Daly war eine Freundin und an Bord der Titanic die Mitpassagierin von Bertha Mulvihill. Margaret Daly kam ebenfalls aus Athlone und sie war 30 Jahre alt, als sie sich dazu entschloss, nach Amerika zu gehen. Margaret war ein Passagier der dritten Klasse und ihr Ticket mit der Nummer 382650 hatte in Athlone ₤6.00 gekostet. Da sie eine Freundin von Bertha Mulvihill war, gingen sie gemeinsam an Bord der Titanic… das bedeutete auch, dass sie unter der Obacht von Eugene Daly stand.
Margarets Raum befand sich in der Nähe der Dampfkesselräume der Titanic. In der Nacht der Kollision wurde sie von Mr. Daly alarmiert und zusammen mit Bertha Mulvihill schaffte sie es unverletzt in ein Rettungsboot. Ihre Freundin erlitt jedoch einige Rippenbrüche.

Ihr Rettungsboot wurde von der Carpathia gerettet und mit ihr gelangten sie dann nach New York. Es ist sonst wenig über das Leben von Maggie Daly nach der tragischen Nacht auf dem Atlantik bekannt.

Bertha Mulvihill
Miss Bridget (Bertha) Elizabeth Mulvihill 1888 in Coosan gleich außerhalb von Athlone. Im Jahre 1911 kehrte sie von Rhode Island aus, wo sie in Amerika lebte, nach Irland zurück. Sie kehrte zurück, um ihrer Mutter Lisa und ihrem Vater Martin Mulvihill von ihrer Verlobung mit Mr. Henry Noone zu erzählen. Sie blieb eine Weile in Athlone. Sie war jedoch eine abenteuerliche Frau und so entschloss sie sich, nach Rhode Island zurückzukehren, als sie von der Jungfernfahrt der Titanic hörte.

Bertha Mulvihill war 24 Jahre alt, als sie Irland an Bord der Titanic verließ. Sie schiffte sich als Passagier der dritten Klasse ein, ihre Ticket Nummer war die 382653 und es kostete 7 Pfund.
Bertha war nicht alleine, als sie an Bord der Titanic ging – sie verließ Irland zusammen mit ihrer Freundin Maggie Daly, die ebenfalls aus Athlone stammte. Sowohl Maggie als auch sie wurden an Bord unter die Fittiche von Eugene Daly genommen, der ebenfalls aus Athlone kam.
Ihr Raum befand sich in der Nähe des Dampfkesselraumes. In dem Moment des Aufpralls wusste sie, das etwas nicht in Ordnung war. Sie bedeckte mit ihrem Mantel ihre Schlafbekleidung, zog ihre Schuhe an und nahm dann nur noch ihre zerfledderte Bibel mit sich, die sie von ihrem Vater erhalten hatte. Zusammen mit Maggie und Eugene rannte sie zu den Freilichtdecks.

Letztendlich schaffte sie es zu dem Rettungsboot Nummer 15, in das sie dann zusammen mit Maggie einstieg. Als die Titanic sank, nahm sie die ganzen Besitztümer von Bertha mit sich, einschließlich eines Bildes von Robert Emmett.

In Briefen, die sie nach Athlone zurück schrieb, beschrieb sie, dass sie, als das Schiff versank, sie „Goodbye Robert“ geschrien hätte und sie dann auch noch "poor lad he was drowned" (armer junger Mann, er ist ertrunken) gesagt hätte. Wie auch andere Überlebende in den Rettungsbooten, wurde sie an Bord der Carpathia genommen.
Als sie New York erreichten, traf sie bei den Docks Henry Noone, ihren Verlobten. In dieser Nacht reisten sie mit dem Zug nach Providence und dort ließen sie sich auch nieder. Ihr Ehemann arbeitete als Vorsteher der Schweißer für „Brown and Sharpe“. Sie hatten fünf Kinder.
In einem Brief, den sie an ihre Familie in Athlone schrieb, nahm sie Bezug auf ein Theaterstück, das sie vor ihrer Abfahrt in Athlone gesehen hatte. Das Theaterstück „Robert Emmett“ wurde von der „Fianna Eireann drama group“ (Dramagruppe der Pfadfinder) in Athlone in der Fr Matthew Hall dargeboten. In der Gruppe waren sowohl Familienmitglieder als auch Freunde. Das Bild von Robert Emmett, das sie bei dem Unglück verloren hatte, war eine Erinnerung an das Theaterstück.
Bertha Mulvihill kehrte nach dieser Nacht auf dem Atlantik niemals wieder nach Athlone zurück. Im Jahre 1956 wurde sie in dem „Providence Journal“ bei der Veröffentlichung von „A Night to remember“ (Die letzte Nacht der Titanic) erwähnt.
Bertha Mulvihill starb am 15. Oktober 1959. Ihre Begräbnisfeier fand am 17. Oktober in der J.F. Simington Chapel in Providence, Rhode Island statt. Sie wurde auf dem Friedhof von St. Francis in Pawtucket, Rhode Island beerdigt.

Mr. Eugene Daly
Mr. Eugene Daly lebte für die meiste Zeit seines Lebens in Athlone. Er war von der Stadt und seinem Job in den „Athlone Woolen Mills“ (Athlone Wollwarenfabriken) überdrüssig geworden. Zu der Zeit, als er ein junger Mann von 29 Jahren war, war er auf den Rest der Welt gespannt. 1912 entschloss er sich dazu, nach New York zu gehen, um dort Arbeit zu suchen.

Eugene war ein großer Liebhaber von der Musik und in den Musikkreisen von Athlone war er bekannt. Er spielte in der "Clann Uiseach" Dudelsack Musikgruppe. In der Musikgruppe spielte er einen "Uileann Pipes" (der Name Uileann Pipes stammt aus dem irischen (gälische Sprache) und bedeutet soviel wie Ellenbogen-Pfeifen. Der Name erklärt bereits den Unterschied zum schottischen Dudelsack, bei dem der Luftstrom durch das Blasen des Musikers in den Blasbalg erzeugt wird. Beim irischen Dudelsack wird die Luft von einem Blasbalg geliefert, welcher unter dem rechten Oberarm des Spielers angeschnallt und vom Ellbogen bedient wird. Außerdem hat der irische Dudelsack als einziger Register. Weitere Unterschiede liegen vor allem in der Tonart und im Klang. Der schottische Dudelsack ist in F-Dur gestimmt, der irische in D-Dur. Der irische Dudelsack klingt weicher und wehmütiger.)

Eugene erstand sein Ticket für die Titanic für neun Pfund bei Butlers in Athlone, in „the Square“ gelegen. Er soll, während die Titanic von Cobh aus startete, auf dem Deck der dritten Klasse gestanden und auf seinem irischen Dudelsack, seinem einzigen Besitz an Bord der Titanic, das Lied "Erin's Lament" gespielt haben. Später gab er 50 Pfund für den Verlust seines irischen Dudelsackes an. Das überstieg den eigentlichen Wert um einiges.
Während der Reise gab Eugene Daly auf Maggie Daly und Bertha Mulvihill Acht. In der Nacht der Kollision beeilte er sich, um die zwei Frauen vor der Gefahr zu warnen. Er half den beiden Frauen in das Rettungsboot Nummer 15.
Als er ebenfalls versuchte, an Bord des Rettungsbootes zu gehen, wurde er mit vorgehaltener Pistole zurückgehalten.
Der Offizier gab an, dass kein Mann an Bord gehen durfte, andernfalls würde dieser Mann bei dem Versuch, an Bord des Rettungsbootes zu kommen, auf der Stelle erschossen werden. Eugene wurde Zeuge, wie der Offizier zwei Männer erschoss. Später sah er diesen Offizier tot an Deck liegen… er hatte sich selbst erschossen. Eugene sprang dann vom Bord der Titanic in das Wasser, kurz bevor das Schiff versank. Später beschrieb er, wie kalt das Wasser gewesen war und wie er es nicht zu träumen erwartet hatte, dieses eisige Wasser zu überleben. Dann fand er ein Rettungsboot, das gekentert war. Mit der Hilfe von anderen Überlebenden und mit der Hilfe von der Welle, die von dem Bug der Titanic erzeugt wurde, als dieses in das Wasser krachte, schaffte er es, das Rettungsboot wieder aufzurichten. Er soll gesagt haben, dass er in dem Rettungsboot sehr gelitten hat, bis die Carpathia kam und damit begann, um vier Uhr morgens herum, Überlebende aufzunehmen.
Eugene Daly erreichte New York mit nichts außer seinem Leben, denn er hatte sowohl seinen irischen Dudelsack, sein Gepäck und auch 98 Pfund, die er angespart hatte. In New York wurde er durch die Presse als der Dudelsackspieler benannt, der spielte, als das Schiff sank.
Mr. Daly blieb zehn Jahre lang in Amerika, bevor er 1922 mit seiner Frau Lillian nach Athlone zurückkehrte. Er hatte eine Tochter namens Marion, die nach Amerika emigrierte.
Mr. Daly blieb über das Ereignis beiläufig und er sprach nur darüber, wenn er gefragt wurde… obgleich er 1958 den Filmmachern von „A night to remember“ (Die letzte Nacht der Titanic) über das Ereignis berichtete. Nachdem seine Frau gestorben war, kehrte er in den 1960er Jahren nach Amerika zurück, um dort zusammen mit seiner Tochter zu leben.
Das war seine letzte Atlantiküberquerung. Er starb 50 Jahre nach der tragischen Nacht am 31. Oktober 1965 in Amerika. Er wurde auf dem Friedhof von St. Raymond in der Bronx in einem anonymen Grab bestattet. 1999 wurde Eugenes Bericht über seine Rettung für $3.500 bei Christie’s in Manhattan versteigert.

Delia Henry
Delia Henry wurde 1894 in Athlone geboren. Sie lebte in Clonown, gleich außerhalb von Athlone. 1912, im Alter von 18 Jahren, entschloss sie sich dazu, Athlone und Irland zu verlassen. Sie wollte ihre Tante, Mrs. M.S. Curley, die in Boston lebte, besuchen.
Sie ging in Queenstown Harbour, als Passagier der dritten Klasse an Bord der Titanic. Ihre Ticket Nummer war 382649 und sie bezahlte ₤7 15s dafür. Delia war eine von den vielen jungen Passagieren, die bei dem Unglück starben. Ihr Körper konnte nicht unter den vielen Körpern identifiziert werden, die man nach dem Desaster aus dem Wasser zog. Allerdings könnte es möglich sein, dass sie zwar aus dem Wasser gezogen wurde, aber nie identifiziert werden konnte. Es könnte aber auch möglich sein, dass sie zu denjenigen gehörte, deren Körper zwar von McKay und Bennett aus dem Wasser gezogen wurden, aber gleich darauf auf See bestattet wurden.
Briefe, die Delia an ihre Tante geschrieben hatte, wurden gefunden und sie befinden sich bei ihrer Familie in Clonown. Die Briefe enthielten eine Beschreibung ihrer Kleidung, die sie bei der Ankunft in Amerika tragen wollte, damit sie ihre Tante finden konnte.
Außerdem bittet Delia in den Briefen Gott für eine sichere Überfahrt. Wenn man den nachfolgenden Brief liest, der freundlicherweise von Michael Hynes zur Verfügung gestellt
wurde, erhält man einen guten Eindruck davon, wie nervös Delia war, bevor sie an Bord der Titanic ging. Man sollte sich auch vor Augen führen, dass es sich hierbei um reale Personen handelt, die bei einem sehr tragischen Unfall ums Leben kamen… es sind irgendwelche Charaktere in einem Film.

 

Clonown, Athlone, Ireland,

Friday 5th

My Dear Aunt,

 

Just a line to let you know that I am to leave Athlone on Wednesday 10th April. I hope to God that we will get there all right. The ship is supposed to go in four and a half days. I hope you do have this small note. Hoping to meet you soon with Gods help.

 

It was a great disappointment over that Miss Mee as she could not get to come. But there is some people going from Athlone. We must put our trust in God, he is the best.

 

Dear Aunt, I know sister Lizzie will feel bad not to know that I did not pick up with anyone from home, for the way it is home with the people is all to Boston they do go to. But I hope to God I do get there all right.

 

Well dear Aunt this is the name of the boat -Titanic- I am going on. I hope you do meet. I will wear a black coat and skirt and black hat with black and white ribbon on it.

 

I close with best of love to you all from your fond niece,

 

Delia Henry

 

 

 

Clonown, Athlone, Irland,

Freitag, der 5.

Meine liebe Tante,

 

Nur ein paar Zeilen, um Dich wissen zu lassen, dass ich Athlone am Mittwoch, den 10. April verlassen werde. Ich hoffe zu Gott, dass wir in Amerika wohlbehalten ankommen werden. Das Schiff soll in viereinhalb Tagen abfahren. Ich hoffe, Du wirst diese kleine Notiz erhalten. Ich hoffe, dass ich Dich mit Gottes Hilfe bald treffen werde.

 

Es war eine große Enttäuschung, dass Miss Mee nicht kommen konnte. Aber es gibt einige Personen, die auch von Athlone aus aufbrechen. Wir müssen unser Vertrauen in Gott setzen, er ist der Beste.

 

Liebe Tante, ich weiß, dass sich Schwester Lizzie bei dem Gedanken nicht wohl fühlt, dass ich mit niemanden von zu Hause aufbrechen werde. Unterwegs fühle ich mich unter all den Leuten, die nach Boston gehen wollen, heimisch. Aber ich hoffe zu Gott, dass ich dorthin gut hingerate.

 

Nun, liebe Tante, der Name des Schiffes, mit dem ich reisen werde, ist – Titanic -. Ich hoffe, dass ich, wenn ich Dich treffe, einen schwarzen Mantel und einen Rock und einen schwarzen Hut mit einem schwarz-weißen Band tragen werde.

 

Ich beende den Brief mit viel Liebe zu Dir, Deine liebevollen Nichte,

 

Delia Henry

 

 

Mrs. Margaret Rice (Norton)
Mrs. Margaret Rice (Norton) wurde am 6. Oktober 1872 in Athlone geboren. Schon im frühen Alter zog sie mit ihrer Familie nach Kanada. Als Margaret 19 Jahre alt war, heiratete sie William Rice. Er war ein Expedient bei der „Grand Trunk Railway“ in Montreal in Kanada. Sie zogen nach Irland und heirateten dort. Als allerdings ihr Erstgeborener starb, er erstickte tragischerweise an einem Kinderschnuller, entschlossen sie sich dazu, wieder nach Kanada und Montreal zurückzukehren.
In Montreal ließen sie sich für eine Weile nieder. Zwei von ihren Kindern wurden dort geboren. George wurde am 30. November 1909 und Fredrick Thomas am 19. Januar 1908 geboren. 1909 zogen sie erneut um. Dieses Mal zogen sie nach Spokane Washington. Während der Zeit in Spokane arbeitete William für die „Great Northern Railway“ als Maschinist. Ihr Sohn Eugene wurde in Washington am 13. Oktober 1909 geboren.

 Gerade, als es danach aussah, dass Margaret ihr Leben nach dem Tod ihres Erstgeborenen wieder in den Griff bekam, gab es in ihrem Leben wieder einen bedeutenden Wendepunkt. Ihr Ehemann William wurde bei einem Zugunglück an seinem Arbeitsplatz getötet. Margaret erhielt durch diesen Unglücksfall eine Versicherungszahlung von 300 Pfund.
Sie benutzte das Geld, um wieder zurück in Irland ein neues Leben anzufangen. Sie zog 1910 mit ihren Söhnen zurück nach Athlone. Gleichzeitig mietete sie in Athlone Räume von Bernard Finnerty. Diese befanden sich in der „Castle Street“ Nummer 9 auf der Connaughter Seite von Athlone. Während ihrer Zeit in Athlone nahm sie 1911 an der Volkszählung teil. Im Jahre 1912 entschloss sich Margaret Rice dazu, erneut umzuziehen und wieder nach Spokane in Washington zurückzukehren. Sie buchte in Athlone eine Passage auf der Titanic. Ihr Ticket hatte die Nummer 382652 und kostete 29 Pfund.
Sie ging am 11. April 1912 in Queenstown als Passsagier der dritten Klasse zusammen mit ihren fünf Kindern Albert (10 Jahre alt), George Hugh (9 Jahre alt), Eric (7 Jahre alt), Arthur (4 Jahre alt) und Eugene (2,5 Jahre alt) an Bord der Titanic. Fredrick Thomas Rice Name erschien nicht auf der Passagierliste.
Margaret war auf sich selbst gestellt und erhielt so nach der Kollision keine Hilfe. Während der Panik an Bord, nachdem der Eisberg die Titanic getroffen hatte, wurde Margaret von Bertha Mulvihill in dem Bereich der dritten Klasse gesehen. Sie hatte gesessen und sie trug ihren Sohn Eugene, während die anderen Kinder ihren Rock anfassten. Die gesamte Familie starb in dieser Nacht an Bord der Titanic.
Ihr Körper wurde von dem Kabelverlegungsschiff „the Mackay and Bennett“ gefunden und sie wurde als Gefundene Nummer 12 eingetragen. Sie war ungefähr 40 Jahre alt gewesen. Sie trug ihren Ehering und sie hatte insgesamt 12 Pfund an Geld und drei Pfund in Gold in ihren Taschen dabei. Sie wurde aufgrund ihres Rosenkranzes als Katholikin identifiziert.
Der wichtigste Gegenstand, den sie jedoch bei sich hatte und aufgrund dessen sie identifiziert werden konnte, war eine Pillendose. Sie hatte sich die Tabletten am 9. April 1912 verschreiben lassen. Die Tabletten wurden ihr von der „Flemming’s pharmacist“ (Flemmings Apotheke) in der „Church Street“ in Athlone verkauft.
Ein anderer Gegenstand, der für ihre Identifizierung nützlich war, waren ihre Schuhe, auf denen „Parson’s of Athlone“ (Parson’s von Athlone) zu lesen stand. Am 25. September 1912 wurde sie vollständig identifiziert.
Sie wurde in Mount Olivet auf dem katholischen Friedhof bestattet.
Das Schiff „the Mackay and Bennett“ fand auch den Leichnam eines zwei Jahre alten Kindes. Der Körper wurde zu allererst und wahrscheinlich fälschlicherweise als der von Gosta Leonard Palsson identifiziert, der von seiner Mutter Alma als vermisst gemeldet worden war. Auch ihre Familie war durch diese Tragödie ausgetilgt worden. Heute liegen die beiden Körper sowohl der von Alma als auch der von dem „unbekannten Kind“ zusammen in Halifax begraben. Das „unbekannte Kind“ könnte auch Margarets Sohn Eugene gewesen sein. Dieses recherchierte der Titanic Forscher Alan Ruffman.

 

NO. 12. - FEMALE. - ESTIMATED AGE 40. - HAIR. DARK.

CLOTHING - Black velvet coat; jacket and skirt; blue cardigan; black apron; black boots and stockings.

EFFECTS - Wedding ring; keeper, and another gold; locket and photo; one jet one bead Necklace; gold brooch in bag; £3 in gold; £4 in Irish notes; gold broach; plain gold wag earrings; charm round neck; B. V. M. ; false teeth in upper jaw; £10 note; box pills.

PROBABLY THIRD CLASS

 

NO. 12. - WEIBLICH – UNGEFÄHR 40. – DUNKLE HAARE

BEKLEIDUNG - Schwarzer Samtmantel; Jacke und Rock; blaue Wolljacke; schwarzes Stiefel; schwarze Strümpfe und Strümpfe

VERMÖGENSWERTE - Ehering; Anker und ein weiteres Gold; Medaillon und Foto; ein Gagat ein Kügelchen einer Halskette; Goldbrosche im Beutel; £3 im Gold; £4 in der irischen Währung; Goldbrosche; flache, sich bewegende Goldohrringe; rundes Halsamulett; B. V. M.; falsche Zähne im oberen Kiefer; £10 Schein; Pillendose.

VERMUTLICH DRITTE KLASSE

 

 

 

12 Female - Height, 5 ft. 5 in.; Weight, 140 lbs.
Age, about 40
Hair, black, turning grey
Marks, False Upper Teeth
Buried at Mount Olivet Cemetery, Halifax, N.S.
Shoes marked "Parsons Sons, Athlone"; medallion round neck marked "B.V.M."; wore wedding ring, keeper and another gold ring; locket and photo; one jet and one bead necklace.

 

12 Frau - Höhe, 5 ft. 5 inch; Gewicht, 140 Pfund.
Alter, ungefähr 40
Haar, schwarz, schon grau werdend
Kennzeichen, falsche obere Zähne,
bestattet in Mount Olivet Friedhof, Halifax, N.S. Schuhe mit der Kennzeichnung „Parsons Sons, Athlone“; rundes Hals- Medaillon gekennzeichnet mit "B.V.M."; trug Ehering, Anker und ein weiterer Goldring; Amulett und Foto; ein Gagat und eine Halskette aus Kügelchen.

 

 

 

Zitat aus: http://library.thinkquest.org/C0119483/hometx/manifest.html ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

 

Nun kommen wir an dem „Prince of Wales“ Hotel vorbei. An diesem Ort befindet sich schon seit nahezu dreihundert Jahren ein Hotel. Das alte Hotel wurde in den frühen 1960er Jahren abgerissen. Es war ein sehr elegantes, spät georgianisches Gebäude, welches vielen berühmten Personen des 19. Jahrhunderts als Unterkunft diente. Zu diesen Personen gehörten:

  • Charles Stewart Parnell, der Vorsitzende der „Irish Parliamentary Party“
  • Prinz George, Duke of Cambridge und Oberbefehlshaber der Britischen Armee
  • John L Sullivan, der ehemalige Weltmeister im Schwergewicht, der hier 1910 übernachtete. Seine Mutter wurde in Athlone geboren.

 

Zur Info: Charles Stewart Parnell
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Charles Stewart Parnell
(* 27. Juni 1846; † 6. Oktober 1891 in Brighton) war ein politischer Führer in Irland und eine der wichtigsten irischen Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. William Ewart Gladstone (lange Zeit britischer Premierminister) hielt Parnell für die bemerkenswerteste Person, die er in seinem Leben getroffen hat. Der Premierminister Herbert Henry Asquith beschrieb ihn als eine der drei oder vier größten Männer des 19. Jahrhunderts, während Richard Burdon Haldane ihn als die stärkste Persönlichkeit ansieht, die das britische Unterhaus in 150 Jahren gesehen hat.

Familiärer Hintergrund
Charles Stewart Parnell wurde 27. Juni 1846 in der Grafschaft Wicklow mit adliger Abstammung geboren. Er war der 3. Sohn und das 7. Kind von John Henry Parnell, einem wohlhabenden anglo-irischen Grundbesitzer und seiner amerikanischen Frau Delia Stewart, Tochter des berühmten amerikanischen Seehelden Kommodore Charles Stewart.

Charles Stewart war seinerseits Stiefsohn eines Leibwächters von George Washington. Kommodore Stewarts Mutter, Parnells Urgroßmutter, gehörte zur Tudor-Familie und war deswegen entfernt verwandt mit der britisch-königlichen Familie. John Henry Parnell war der Cousin eines der führenden irischen Aristokraten, Lord Powerscourt (siehe auch: Powerscourt Gardens). Charles Stewart Parnell hatte also von Geburt an weitreichende Beziehungen zu den besten Kreisen der Gesellschaft.
Der junge Parnell studierte am Magdalene College in Cambridge und wurde 1874 Vogt seiner heimatlichen Grafschaft Wicklow. Im folgenden Jahr trat er dem Parlament als Vertreter der Grafschaft Meath bei und unterstützte die Durchsetzung der Home Rule.

 

Der Führer Parnell
Parnell, obwohl ein erstaunlich schlechter Redner im britischen Unterhaus, erwies sich als hervorragender Organisator. Schon 1880 ersetzte er Isaac Butt und William Shaw als Vorsitzender der Nationalist Party (Nationalistische Partei) in Irland.
Unter seiner Leitung strukturierte er 1882 die Partei als Irish Parliamentary Party, die wahrscheinlich die erste professionell geführte und organisierte politische Partei in Großbritannien und Irland war. Die möglichen Kandidaten für die Partei wurden nach strengen Regeln ausgewählt, so dass die Mitglieder des Parlaments (ehemals berüchtigt für ihre Uneinigkeit) nach Ansage ihrer Führers einheitlich abstimmten. Parnells vereinter irischer "Block" opponierte gegen die liberalen und konservativen Regierungen in den 1880er Jahren, da er für die irische Home Rule kämpfte. In der Mitte der 1880er Jahre stimmte der liberale Führer William Ewart Gladstone mit seiner Partei zu, die Home Rule-Bestrebungen Parnells zu unterstützen, und brachte die erste Home Rule 1886 als Gesetzesvorschlag ein. Der Vorschlag scheiterte allerdings bereits im Unterhaus und sorgte für eine Teilung in pro- und anti-Home-Rule innerhalb der liberalen Partei.
Neben der zentralen Forderung der Home Rule kämpfte die Irish Parliamentary Party auch für eine Landreform in Irland, wo der Boden damals in den Händen englischer Großgrundbesitzer war. Bei diesem Vorhaben arbeiteten einige Mitglieder der Partei eng mit der Organisation Irish Land League zusammen, die Parnell zusammen mit Michael Davitt gegründet hatte. Diese Verbindung brachte verschiedene Mitglieder, unter ihnen John Dillon, Timothy Michael Healy, William O'Brien und Parnell selbst, für einige Zeit ins Gefängnis, führte aber letztendlich auch dazu, dass eine Reihe von Gesetzen in Kraft traten, die über drei Jahrzehnte hinweg die Besitzverhältnisse in Irland veränderten, indem große anglo-irische Anwesen in den Besitz ihrer Pächter übergingen.
Im März 1887 wurde Parnell von der britischen Zeitung The Times aufgrund von veröffentlichten Briefen beschuldigt, an den sogenannten Phoenix-Park-Morden an Lord Frederick Cavendish sowie Thomas Henry Burke beteiligt zu sein. Er wurde jedoch von allen Beschuldigungen freigesprochen, als offenkundig wurde, dass der Journalist Richard Piggott diese Briefe gefälscht hatte. Dies wurde als die Piggott Fälschungen bekannt.

 

Mrs. O'Shea
Parnell wird als irischer Nationalheld angesehen und oft als "ungekrönter König von Irland" bezeichnet - eine Phrase, die ursprünglich für Daniel O'Connell verwandt wurde. Trotzdem war Parnells Höhenflug nur von kurzer Dauer, als herauskam (obwohl es unter Politikern in Westminster weitestgehend bekannt war), dass Parnell seit langer Zeit der Geliebte und Vater einiger Kinder von Catherine O'Shea war. Sie war die Frau von Parnells Kollegen, dem Parlamentarier Willie O'Shea. Parnell und Katherine heirateten kurz nach ihrer Scheidung von O'Shea.
Unter dem Druck des religiösen Flügels der liberalen Partei teilte der britische Premierminister William Ewart Gladstone widerwillig mit, dass er die Irish Parliamentary Party nicht weiter unterstützen könne, solange Parnell deren Führer bleibe.


Parnell weigerte sich zurückzutreten. Dies führte zu einer Spaltung innerhalb der Partei. Bei einer Parteiversammlung begegnete er Gladstones Äußerung mit der Frage:

"Who is the master of the party?"
(Wer ist der Führer dieser Partei?)

Eines seiner reizbaren Parteimitglieder, Timothy Michael Healy, antwortete mit den legendären Worten "Wer ist die Mätresse dieser Partei?" (Who is the mistress of the party?).

 

Parnells Tod
Parnell wurde als Führer letztendlich abgesetzt und kämpfte lange und erbittert für seine Wiedereinsetzung. Er unternahm eine politische Tour durch Irland, um neue Unterstützung zu werben. Am Tag seiner Hochzeit mit Katherine am 25. Juni 1891 in Steying (West Sussex) verurteilten die katholischen Oberen schriftlich sein Verhalten; nur Edward O'Dwyer aus Limerick verweigerte seine Unterschrift. Bei seiner schweren Reise durch Irland wurde ihm in Castlecomer (Grafschaft Kilkenny) von einer feindlich gesinnten Menschenmenge Branntkalk in die Augen geworfen. Daraufhin wurde er medizinisch von einem Dr. Valentine Ryan aus der Stadt Carlow behandelt, einem Befürworter der Home Rule.
Im September hielt er im strömenden Regen in Creggs (Grenzgebiet der Grafschaften Galway und Roscommon) eine öffentliche Versammlung ab und erkrankte am 27. September an einer Lungenentzündung. Er kehrte nach Dublin zurück und fuhr dort am 30. September mit dem Postboot nach Brighton. Er starb an der Lungenentzündung kurz vor Mitternacht am 6. Oktober 1891 in seinem und Katherines gemeinsamen Haus in Brighton. Obwohl anglikanisch, wurde er auf Dublins größtem römisch-katholischen Friedhof in Glasnevin begraben. Trotz seines Ehebruchs war sein Ansehen insgesamt sehr groß - so wie die Inschrift auf seinem Grabstein in Großbuchstaben einfach lautet: "PARNELL".
Nach Charles Stewart Parnell ist in Dublin der Parnell Square benannt, und eine Statue von ihm befindet sich an der O'Connell Street.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Stewart_Parnell

Zur Info: George, Herzog von Cambridge
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Seine Königliche Hoheit Prinz George William Frederick Charles von Großbritannien, Irland und Hannover, 2. Herzog von Cambridge, Earl of Tipperary, Baron of Culloden (* 26. März 1819 in Hannover; † 17. März 1904 in London) war ein britischer Feldmarschall.
George William Frederick Charles wurde als Sohn von Prinz Adolphus Frederick, Herzog von Cambridge und Prinzessin Auguste von Hessen-Kassel geboren und wurde bereits 1837 Oberst der britischen Armee und stieg 1845 zum Generalmajor auf. Im Krimkrieg führte er als Generalleutnant die 1. Division nach der Krim und nahm an den Schlachten an der Alma, bei Balaklawa und bei Inkerman teil.

Anschließend kehrte er nach England zurück. Im Juli 1856 wurde er zum „General Commanding-in-Chief“ (dem führenden Militärberater des Kriegsministers) des britischen Heeres ernannt. In dieser Stellung arbeitete er für eine verbesserte Ausrüstung der Truppe und für die Errichtung stehender Lager. Am 9. November 1862 erfolgte seine Ernennung zum Feldmarschall.

Am 12. November 1887 wurde er anlässlich seines 50jährigen Dienstjubiläums zum Oberbefehlshaber der Armee ernannt. Das Kommando legte er am 1. November 1895 nieder.
George William Frederick Charles, Duke of Cambridge, starb am 17. März 1904 in London.

 

Vorgänger
Henry Hardinge, 1. Viscount Hardinge
Oberbefehlshaber der britischen Armee
1856 / 1887 - 1895
Nachfolger
Garnet Joseph Wolseley
 

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/George,_Herzog_von_Cambridge

 

Zur Info: John L. Sullivan
John Sullivan
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John L. Sullivan
(* 15. Oktober 1858 in Roxbury, Boston, MA, † 2. Februar 1918 in Abington, MA) war Boxer und ging als erster offiziell geführter Schwergewichtsweltmeister in die Boxgeschichte ein. Sowohl im Kampf mit den heute üblichen Boxhandschuhen, als auch im Duell mit den blanken Fäusten machte er sich einen Namen. Er galt als sehr schlagstarker Boxer, und seine teilweise über 75 Runden gehenden, spektakulären Kämpfe machten ihn zu einem der ersten Sportidole der USA.

Er schlug den damals berühmtesten Schwergewichtler Paddy Ryan, ebenfalls irisch-amerikanisch, 1882 und 1885 KO.
Am 28. August 1885 besiegte er nach den Queensberry-Regeln in Cincinnati Dominick McCaffrey in 7 Runden und wurde somit zum ersten anerkannten Schwergewichtsweltmeister.
Gegen seinen britischen Rivalen Charlie Mitchell boxte er 1888 in Chantilly (Frankreich), nach "London Prize Ring rules" und ohne Handschuhe (s. a. Bare-knuckle), in einem Kampf über 39 Runden, nur Unentschieden.
Sein berühmtester KO gelang ihm 1889 gegen Johnny Kilraine, der von Mitchell trainiert wurde, ebenfalls mit blanken Fäusten und nach "London Prize Ring rules" in der 75. Runde.
1891 weigerte er sich gegen den farbigen Kanadier George Godfrey ("Old Chocolate") anzutreten, absolvierte jedoch einen Schaukampf gegen einen weiteren irisch-stämmigen Amerikaner, Jim Corbett.
Über sieben Jahre konnte er seinen Titel verteidigen, ehe er am 7. September 1892 von Corbett in einem Kampf, der bis in die 21. Runde ging, entthront wurde.
Sullivan weigerte sich immer gegen farbige Gegner anzutreten, so verweigerte er beispielsweise auch, den Kampf gegen "The black Prince", Peter Jackson.
Er galt als Alkoholiker. 1990 wurde er in die Hall of Fame des Boxens aufgenommen.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/John_L._Sullivan
Daten
Geburtsname
Gewichtsklasse
Nationalität
Geburtstag
Geburtsort
Todestag
Todesort
Stil
Größe


Kampfstatistik
Kämpfe
Siege
K.-o.-Siege
Niederlagen
Unentschieden
Keine Wertung

 

 

 


John Lawrence Sullivan
Schwergewicht
US-Amerikanisch
15. Oktober 1858
Roxbury
2. Februar 1918
Abington
Linksauslage
1,79 m


38
35
30
1
2
 

 

 

 

 

Auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Gebäude aus dem 18. Jahrhundert mit einem interessanten Türfutter (Paul Andre’s).
Wir passieren zu unserer Linken die St. Mary’s Church of Ireland. Der Ort des „Eastgate“ (Osttores) oder „Dublin Gate“ war an dem Ort, wo sich die Straße bei der „Dublin Gate Street“ verengt. Es wurde im 18. Jahrhundert abgerissen. Sein Schloss und Riegel kann man im Museum des Castles sehen. Die kleine Gasse zur Rechten wird „the Bawn“ (das Gehege) genannt und sie war einst ein Weg aus der mit einer Stadtmauer versehenen Stadt heraus. Sie ist berühmt, da sich hier der Geburtsort des weltberühmten Tenor John Count McCormack (1884 – 1945) befindet.

Zur Info: John McCormack
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John McCormack (* 14. Juni 1886 in Athlone, Irland; † 16. September 1945 in Dublin) war ein bedeutender irischer Sänger (Tenor).
John McCormack erhielt seine erste Ausbildung bei Vincent O'Brien als Mitglied des Palestrina-Chors der Kathedrale von Dublin. Bereits 1902 gewann er einen Gesangswettbewerb in Dublin und sang 1904 bei der Weltausstellung in St. Louis. Nach weiteren Studien bei Vincenzo Sabbatini in Mailand debütierte er 1906 als Opernsänger unter dem Namen Giovanni Foli in Savonna (Italien) als Fritz in "L'Amico Fritz" von Pietro Mascagni.

Leben und Karriere
Bereits im Jahre 1907 erfolgte sein erfolgreiches Debüt an der Royal Opera Covent Garden in London als Turiddu in "Cavalleria rusticana" von Mascagni. An diesem Opernhaus feierte er in insgesamt 15 verschiedenen Rollen bis 1914 große Triumphe. Seinen Erstauftritt in Amerika hatte er 1909 am Manhattan Opera House als Alfredo in "La Traviata". Danach war er auch in den Vereinigten Staaten sehr erfolgreich. So sang er 1910 für die Chicago-Philadelphia Opera Company und gab im selben Jahr sein Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera, wieder als Alfredo in der "Traviata". An der Metropolitan Opera sang er dann noch in den Jahren 1912-1914 und 1917-1918.IM Jahr 1911 unternahm er mit der weltberühmten australischen Sopranistin Nellie Melba eine Tournee in Australien. Ab 1912 absolvierte McCormack ausgedehnte Konzerttourneen, bei denen er weltweit bejubelt wurde. Aufgrund der riesigen Erfolge bei seinen Konzerten und seiner mangelnden schauspielerischen Begabung (McCormack selbst bezeichnete sich als "den schlechtesten Schauspieler der Welt") zog er sich ab 1923 völlig von der Opernbühne zurück und sang nur mehr in Konzerten, in denen er besonders auch irische Volkslieder vortrug.
Seine große Popularität machte ihn zu einem der am meisten verdienenden Klassikstars seiner Zeit - seine zahlreichen Schallplattenaufnahmen waren gewaltige Verkaufshits - und brachte ihn auch zum Tonfilm ("Song of My Heart",1929). Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Sänger spendete große Summen für wohltätige Zwecke und auch Einrichtungen der katholischen Kirche. Daher wurde McCormack, der seit 1919 amerikanischer Staatsbürger war, auch zum päpstlichen Grafen ernannt. 1938 gab er in der Londoner Royal Albert Hall sein Abschiedskonzert, trat dann aber während des Zweiten Weltkrieges noch gelegentlich bei Wohltätigkeitskonzerten auf. Ab 1938 lebte er gemeinsam mit seiner Frau wieder in seiner irischen Heimat auf einem Landsitz nahe Dublin.

Stimme und Bedeutung
Seine Stimme war hell-timbriert mit leicht nasal-verhangenem Einschlag und sicherer Höhe. Neben dem großen Enrico Caruso und später Beniamino Gigli galt John McCormack als der bedeutendste Tenor seiner Zeit. Caruso schätzte ihn sehr und sah in McCormack seinen größten Rivalen.

Diskographie
Sehr große Anzahl von Schallplattenaufnahmen, die von den verschiedensten Plattenlabels auch auf CD neu herausgegeben wurden. Seine Aufnahme der Arie "Il mio tesoro" aus "Don Giovanni" gilt in der Fachwelt bis heute als eine Modellaufnahme, wie etwa bei den anerkannten Gesangsexperten Jürgen Kesting und John Steane in ihren Standardwerken über die großen Sänger des 20. Jahrhunderts nachzulesen ist.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/John_McCormack

Wir kommen nun zur „Mardyke Street“ und die Gasse, die zu unserer Rechten zum Fluss hinunter führt, wird „Griffith Street“ genannt. Das Gebäude daneben ist ein Haus aus der Mitte des 18. Jahrhundert mit einer wunderschönen, viktorianischen Ladenfront. Auf unserer linken Seite befindet sich das „Royal Hoey Hotel“, dessen Geschichte auch beinahe dreihundert Jahre zurückreicht. In den 1720er Jahren wurde es „Luscomb’s Hotel“ genannt und später war es drei Generationen lang in dem Besitz der Kelly Familie. Das heutige Hotel wurde 1809 gebaut und erst kürzlich wurde es modernisiert und erweitert. Das große Gebäude auf der Insel in der Mitte der Straße trennt die „Mardyke Street“ von der „Sean Costello Street“ (Irishtown). Dieses Haus wurde 1817 errichtet und es dürfte der Platz eines Spitals oder Leprakrankenhauses gewesen sein, welches im Mittelalter außerhalb des Osttores existiert hatte.

Wir gehen nun links weiter. Das ansehnliche Haus in der „Mardyke Street“ aus Backstein und Kalkstein zu unserer rechten Seite (O’Neill’s Pub) stammt ungefähr aus 1900 und es befand sich etliche Generationen lang im Besitz der Maguire Familie.

Es war 1921 der Schauplatz eines Zwischenfalls während des Unabhängigkeitskrieges, als zwei einheimische Mitglieder von den „Irish Volunteers“ (irischen Freiwilligen) die Mardyke Street in Richtung St. Mary’s Square entlang gingen. Es waren Harry O’Brien, der mit seinem Bruder zusammen eine Schneiderei in der Mardyke Street betrieb und James Tormey, gebürtig aus Moate. Sie bemerkten, dass ihnen eine Gruppe von den berüchtigten „black and tans“ (schwarz und gelbbraunen) folgte.

Dieses waren ehemalige Soldaten von Großbritannien, die rekrutiert worden waren, um der Berufsarmee und der „Royal Irish Constabulary“ (RIC - landesweite (Ausnahme Dublin) Polizeitruppe vor Erlangung der irischen Unabhängigkeit. Abgelöst durch die Royal Ulster Constabulary und die Garda) zu helfen, mit den republikanischen Truppen umzugehen. Sie hatten ihren Ruf aufgrund von Trunkenheit und Unordnung erlangt und sie wurden „black and tans“ wegen ihrer Uniformen, die aus schwarz-grünen Jacken und khaki-farbigen Hosen bestanden, genannt. Die zwei Männer betraten den Maguire Pub und ihnen folgten die „black and tans“ Männer. Es folgte eine Schießerei und einer der „black and tans“ wurde verwundet. Harry O’Brien und James Tormey entkamen durch ein hinteres Fenster. Die „black and tans“ allerdings brannten das Lokal bis auf die Grundmauern nieder. Später wurde es wieder aufgebaut, jedoch ohne die Attika.

Die katholische Kirche St. Mary’s befindet sich nun gleich vor uns.

Dieser Bereich von Athlone war früher der Schafmarkt der Stadt. Wir befinden uns nun bei der Kirche und wenn wir nun nach Osten sehen, können wir den Kirchturm von dem „Bower Convent“ (Bower Kloster) auf einem erhöhten Platz auf dem nächsten Hügel sehen. Das Kloster wurde 1884 errichtet und es wurde in den 1960er Jahren erweitert. Es hat eine stattliche Kapelle mit einer Fensterrose.

Nun kehren wir zu dem Castle auf der Strecke zurück, die wir auch für den Hinweg genommen haben.

3. Connaught Walk

Wir starten beim Castle und sehen zur St. Peter and St. Paul Church hinüber, die schon beschrieben wurde. Das Gebäude gegenüber dem Castle ist die „Fr Mathew Hall“, welche 1897 an dem Platz des Connaught Tower als „Temperance Hall“ (Mäßigungshalle) errichtet wurde. Später wurde sie für Theatervorstellungen benutzt. Der junge John McCormack gebrauchte sie auch für einige seiner frühesten Aufführungen. Wiederum später wurden aus ihr ein Kino und dann eine Stadthalle. Es ist ein interessantes, cremefarben verputztes Gebäude mit dekorativen Elementen aus rotem Backstein um die Fenster herum, das auf einem ungünstigen Standort erbaut wurde.

Wir gehen nun hinter dem Castle weiter den Hügel hinunter, dabei sollte man auch einen Blick auf das hübsche Türfutter neben dem Square House im Regency Baustil werfen (Der Begriff des Regency beschreibt eine Epoche in der Geschichte des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Irland. Im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert wurden viele bestehende Trends weiterentwickelt. In der Architektur nahm frühere Entwicklungen des Gothic Revivaloder des Klassizismus auf und entwickelt diese weiter. Das Regency ist geprägt von einem stilistischen Eklektizismus und dem Nebeneinander verschiedenster Stilrichtungen. Es markiert damit den Übergang zum Historismus im Königreich Großbritannien). Das zweistöckige Haus zur Rechten (Nummer 9) wird heute als Anwaltskanzlei benutzt. Es befindet sich an dem Ort eines Hauses, in dem Thomas Power O’Connor (T.P.) 1848 geboren wurde. Sein Vater führte einen Billardsalon und obwohl das Geld nicht im Überfluss vorhanden war, kaufte die Mutter von Thomas Power O’Connor ein Los für 5 Pfund der Staatlichen Lotterie Hamburg. Sie gewann ₤ 100 und war so in der Lage, ihren Sohn zur Universität nach Galway zu schicken. Er ging später nach London, wo er als Journalist arbeitete. Als er die ersten ₤ 100 verdient hatte, schickte er ₤ 95 zurück zu seiner Mutter, er behielt nur ₤ 5 für sich. Er trat in die Politik ein und wurde 1880 für Galway zum „Member of Parliament“ (Mitglied des Parlamentes) gewählt. Später vertrat er die schottische Abteilung von Liverpool für über vierzig Jahre. Dies war der einzige Sitz der Nationalisten, der von der „Irish Home Rule Party“ außerhalb von Irland innegehalten wurde. Er wurde der erste britische Filmzensor. Er beendete seine politische Karriere als „father of the house of commons“ (Vater des Unterhauses). Eine Gedenktafel an der Wand des Hauses erinnert an diesen bedeutenden Athlonianer, jedoch ist sein Todesjahr 1929 und nicht 1930, so wie es auf der Gedenktafel steht.  

 

Ein Jahrhundert vor Thomas Power O’Connor wurde hier ein Mann mit dem Namen Francis Donnelly geboren, der dieses Haus besaß. Er war ein Apotheker und er wurde von vielen der Einheimischen auch Dr. Donnelly genannt. Er hatte einen Sohn namens Ross, der offenbar als „boots“ (Rausschmeißer) in der Schänke von dem „Three Blackamoor Heads“, der heutigen „Seans Bar“ am untersten Punkt des Hügels arbeitete. Während er noch ein junger Mann war, ging Ross auf große Fahrt und arbeitete zuerst als Kabinenjunge. Er stieg in den Rang eines Hafenkapitäns auf und letztendlich wurde er ein Admiral und ein Baronet. Er wurde unter dem Namen Sir Ross Donnelly (1761 – 1840) bekannt und er besaß ein Haus in der „Harley Street“ in London. Eine seiner Töchter heiratete 1816 den 20. Lord Audley.

 

Zur Info: Baronet
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Baronet (von Baron) ist ein erblicher britischer Ehrentitel. Die Baronets gehören nicht zur peerage; zusammen mit den Knights bilden sie die sogenannte Gentry.
Die Anrede lautet Sir und Lady. Das "Sir" wird vor den Vornamen gesetzt. Baronet erscheint nach dem Familiennamen. Oft wird Baronet mit Bar., Bart. oder Bt. abgekürzt. Der Namenszusatz Sir wird nur in Verbindung mit dem Vornamen oder dem Vor- und Zunamen verwendet, also z.B. "Sir Walter" oder "Sir Walter Elliot", aber niemals "Sir Elliot". Die Schreibweise "Sir - Elliot" ist zulässig.
Der Begriff Baronet wurde ursprünglich für Adlige verwendet, die das Recht auf einen Sitz im Parlament verloren hatten. Als erbliche Rangklasse wurde der Titel am 22. Mai 1611 von Jakob I. von England zum Zwecke der Besiedlung Irlands eingeführt.
Jakob bot ihn 200 Männern vornehmer Herkunft und einem Mindesteinkommen von 1.000 Pfund im Jahr gegen eine Zahlung in die königliche Schatulle an, die dem Sold von 30 Soldaten über drei Jahre entsprach. Die Baronetage von Irland wurde 4 Monate später, am 30. September 1611 und die von Schottland im Jahre 1625 errichtet.
Seit der Vereinigung Englands und Schottlands im Jahre 1707 wurden nur noch Baronetcies von Großbritannien verliehen und seit der Union mit Irland 1801 nur noch Baronetcies des Vereinigten Königreichs.
Die Rangfolge der Baronets richtet sich nach dem Datum der Verleihung. Je älter das Patent, desto höher der Rang.
Die Nachfolge in der Würde eines Baronets wird mit der Verleihung geregelt. In den meisten Fällen ist der älteste lebende Sohn des Erblassers der Erbe des Titels. Hatte der Erblasser keinen Sohn, kann der Titel auch auf einen anderen männlichen Verwandten übergehen. In einigen Fällen, besonders bei schottischen Titeln, ist auch eine Weitergabe über die weibliche Linie möglich.
Baronets, mit Ausnahme der schottischen, fügen ihrem Wappen die "Rote Hand von Ulster" als Herzschild hinzu.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Baronet

 

Zur Info: Gentry
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Als Gentry bezeichnet man den englischen Landadel (niedriger Adel) im Gegensatz zu Peer (höherer Adel). Hervorgegangen ist die Gentry aus der Verschmelzung des niederen Adels mit der schmalen Schicht wohlhabender bürgerlicher Landbesitzer (Commoners). Im Unterschied zu den Yeomen (Freibauern) bestellte die Gentry ihr Land nicht selbst, sondern bezog ihr in der Regel beträchtliches Einkommen aus der Verpachtung. Zur Gentry gehört ebenfalls der Landklerus. In Deutschland gab es eine vergleichbare Schicht nicht, hier waren die Standesgrenzen strikter gezogen.
Die Angehörigen der Gentry führten ursprünglich keine (erblichen) Adelstitel, heute werden ihr auch die Baronets, die Knights (Ritterschaft) nur in Ausnahmen zugerechnet.
Die Gentry spielte im Vorfeld der Industrialisierung eine wichtige Rolle, indem sie mit Einhegungen (Enclosures) die der Öffentlichkeit gehörenden Weiden (Allmenden) in ihren Besitz brachte und somit verkleinerte. Dies kann als ein Mitfaktor gesehen werden für die im 19. Jahrhundert massiv erfolgende Abwanderung der einfachen Landbevölkerung (Landflucht) in die Städte, wo sie dann das Proletariat bildete.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Gentry

 

Nun sind wir am untersten Punkt des Hügels angelangt. Die Bar zur Rechten „The Castle Inn“ ist schon etliche Generationen lang ein Pub. Auf der anderen Straßenseite befindet sich „Seans Bar“. Dieser Pub war unter dem Namen „Three Blackamoor Heads“ bekannt und er befindet sich ebenfalls seit mehreren Jahrhunderten hier. Der Besitzer während der Großen Hungersnot von 1691 war Jacob Jaques, der wahrscheinlich ein Hugenotte war. Er verstarb 1722 im 59. Lebensjahr und er wurde auf dem Friedhof von St. Mary’s bestattet. Ein späterer Besitzer war Mark Begg, der 1736 den ersten Kutschendienst von Athlone nach Dublin startete. Das Haus an der Kreuzung „Main Street“ mit der „High Street“ wurde um 1820 herum gebaut. Es besitzt heute noch die originalen Sprossenfenster und auch das meiste Glas in den Fenstern des ersten Stocks ist noch original.

Der Block, dem wir jetzt gegenüberstehen, „Fry Place“, wurde 1806 an dem Platz eines Hauses namens „The Mansion House“ errichtet. Die zwei Häuser zur Linken wurden wieder aufgebaut und behielten dabei ihre ursprüngliche Fassade. Die zwei Häuser zur Rechten befinden sich noch in dem Originalzustand. Das Haus zu unserer linken Seite besaß eine der schönsten gregorianischen Ladenfronten von Irland, sie wurde jedoch vergleichsweise in neuerer Zeit entfernt. Zur Rechten von „Fry Place“ befindet sich in der High Street der Ort von „The Cock Pit“, wo früher einmal Hahnenkämpfe stattfanden. Etwas weiter den Hügel hinauf ist die „Bastion Gallery“ in der „Bastion Street“ ein gutes Beispiel für einen unveränderten viktorianischen Laden. Wir wenden uns nun nach links und dann nach rechts in die „Excise Street“.
Diese Straße war einst unter dem Namen „St. George’s Lane“ bekannt. In jüngsten Jahren sah diese Straße viele neue Bauvorhaben. Das große Gebäude zur Linken mit dem Bogengang auf dessen rechter Seite, der zum Fluss hinunterführt, wurde 1805 als Pfarrhaus für die St. Peters Church of Ireland gebaut. Der Bogengang führt zu „The Shambles“ (der Schlachtbank), wo die Schlachter der Stadt ihre Verkaufsstände hatten. Es war auch der Ort, der von den frühen Zirkussen benutzt wurde, die Athlone besuchten. Vor uns befindet sich der Haupteingang zu der Connaught Stadt vom Süden her gesehen. Er heißt St. Peters Port. Die Steine von diesem Tower und eine „Sheela-na-Gig“, die vermutlich von der „Cluniac Abbey“ (Cluniac Abtei) stammte und die auf der anderen Straßenseite gestanden hatte, können heute in dem Castle Museum angesehen werden.
Das benachbarte Gebäude ist ein Teil des St. Peter „Convent of Mercy“ (Kloster der Barmherzigkeit), welches 1857 geöffnet worden war. Das Haus gehörte vorher der O’Beirne Familie, die eine Destillerie in der Nähe hatte. Der Friedhof der Nonnen hinter dem Kloster enthielt auch die sterblichen Überreste von Schwester Mary Alphonsus Griffin. Sie war eine Cousine von dem Romanschriftsteller Gerald Griffin und von der Schwester Mary Vincent Lysaght, die als Krankenschwester in dem Krimkrieg gedient hatte und die 1858 verstarb. Über fünfzig irische Nonnen dienten im Krimkrieg als Krankenschwestern und sie hatten einen größeren Heilerfolg als Florence Nightingale, deren Ruhm sie verblassen lässt und deren Geschichte noch immer erzählt wird.

Die Schule zur rechten Seite ist ein schönes Gebäude im gregorianischen Baustil. Das Haus hat einen Säulengang und es hat eine Tafel, die folgendes verkündet:

„AN SCOIL CHLUINEACH AR CHOIMIRCE N N PEADAR AGUS POL“
„THE CLUNIAC SCHOOL IN THE PROTECTION OF S S PETER AND PAUL“
(die Cluniac Schule im Schutz von St. Peter und St. Paul)

Das Türmchen auf dem Dach basiert auf einem Entwurf von dem Kirchturm der alten Abteikirche, wie er auf einer Medaille der Williamiten dargestellt wird, die an die Belagerung von Athlone im Jahr 1691 gedenkt. Die Schule wurde auf einem Teil des Geländes der Abteikirche gebaut. In dem frühen 1800 wurde auf dem Gelände von dem Rev. Annesley Strean eine Kirche der „Church of Ireland“ mit einem Friedhof errichtet. Dieser Kirche folgte 1840 eine neue Kirche in der „Pearse Street“ und so wurde aus diesem Gelände später eine Sägemühle. Als das Gebiet 1934 für den Bau der Schule gesäubert wurde, wurden die Überreste der auf dem früheren Friedhof begrabenen Personen in einer sehr breiten Mauer niedergelegt, welche die Grenze des Schulhofes mit der „Abbey Lane“ (Abtei Gasse) bildet. Die „Abbey Lane“ verbindet diese Straße mit der „High Street“.
Zu unserer rechten Seite befinden sich schöne Backsteinreihenhäuser aus der späten viktorianischen Zeit. Es ist die „Goldsmith Terrace“. An einem der Häuser befindet sich eine Gedenktafel, die angibt, dass John Count McCormack und seine Familie hier in den 1890er Jahren gewohnt haben.

Wir wenden uns nun rechts herum. Das Dean Crowe Theater zu unserer Linken war ursprünglich die alte katholische Kirche von St. Peter’s und als 1937 die neue Kirche eröffnet worden war, wurde aus ihr eine Gemeindehalle. Sie wurde nach dem hoch angesehenen Dean Crowe benannt, dem Gemeindepriester von St. Peter’s. Kürzlich wurde die Halle renoviert und so ist sie heute eines der schönsten Theater von Irland.

Wir befinden uns nun in der „O’Connell Street“ und zu unserer Linken befindet sich ein sehr reizvolles Haus mit im Erdgeschoss oben abgerundeten Fenstern, die von einem Säulengang von vier ionischen Säulen umrahmt werden. Das Haus wurde 1836 gebaut. Es war die erste Zweigstelle der „National Bank“ von Athlone. Ihr erster Filialleiter war John O’Connell, der ein Sohn von dem berühmten Daniel O’Connell war, dem Befreier. Er repräsentierte für die nächsten Jahre die Stadt als Mitglied des Parlamentes. Daniel besuchte die Bank als er zu einer Stippvisite nach Athlone kam, um für seinen Sohn zu werben, der anschließend den Sitz gewann.
 

Zur Info: Daniel O’Connell
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Daniel O’Connell (* 6. August 1775 in Carhen bei Cahirsiveen, County Kerry, Irland; † 15. Mai 1847 in Genua) war ein irischer Politiker und Freiheitskämpfer. Er trug den Beinamen "The Liberator" (der Befreier) und war der herausragende Politiker Irlands in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er setzte sich vor allem für die Gleichberechtigung der Katholiken und die Aufhebung der Union zwischen Irland und Großbritannien ein.

Leben
Geboren wurde er in Carhen in der Nähe von Cahirsiveen im County Kerry als Sohn einer verarmten römisch-katholischen Familie niederen Adels. Sein wohlhabender Onkel, Maurice O'Connell ermöglichte ihm ein Studium in Paris und London. 1794 wurde er am Lincoln's Inn zugelassen und wechselte zwei Jahre später zum King's Inn in Dublin. In diesen frühen Jahren machte er Bekanntschaft mit demokratischen Radikalen. Unter ihrem Einfluss entwickelte sich bei ihm die Idee Gleichberechtigung und religiöse Toleranz im Lande durchzusetzen.
Sein Onkel Maurice riet ihm davon ab, sich, während seines Studiums, an den militärischen Aktionen jener Zeit zu beteiligen. Als eine französische Invasionsflotte mit Wolfe Tone im Dezember 1796 in die Bantry Bay einlief, befand sich O'Connell in einem Dilemma.
Im Januar 1797 schrieb er seinem Onkel, dass sich alle seine Kommilitonen zum Freiwilligenkorps gemeldet hätten. Da er jung, gesund und Junggeselle sei, hätte er keine Entschuldigung mehr, sich nicht zu melden. Noch im gleichen Monat trat er dem Lawyer's Artillery Corps bei.
Am 19. Mai 1798 erhielt er seine Zulassung als einer der ersten katholischen Anwälte Irlands. Vier Tage später begannen die United Irishmen ihren Aufstand, der von den Briten blutig niedergeschlagen wurde. O'Connell war gegen den Aufstand. Er glaubte, dass die Iren ihre Forderungen auf politischem Wege durchsetzen müssten. Deshalb zog er sich in seine Heimat Kerry zurück und praktizierte das nächste Jahrzehnt als Anwalt. Auch Robert Emmet's Rebellion im Jahre 1803 wurde von ihm abgelehnt.

Der Kampf für die Gleichberechtigung der Katholiken
O'Connell kehrte in den 1810er Jahren auf die politische Bühne zurück. Er wollte sich für die Aufhebung der anti-katholischen Gesetze in Irland einsetzen. Zu diesem Zweck gründete er 1811 eine Organisation namens Catholic Board, die allerdings schon bald, wegen Streitigkeiten untereinander, wieder aufgelöst wurde.
Der zweite Versuch mit der 1823 ins Leben gerufenen Catholic Association war erfolgreicher. Die Gesellschaft finanzierte sich durch die Beiträge der Mitglieder. Durch den geringen Beitrag von einem Penny monatlich schaffte er es, auch ärmere Bevölkerungsschichten zum Beitritt zu bewegen. Das Geld wurde vom örtlichen Klerus nach der sonntäglichen Messe eingetrieben. Damit war er so erfolgreich, dass schon in kurzer Zeit ein beträchtlicher Geldbetrag zusammenkam. Das Geld wurde benutzt, um pro-katholische Abgeordnete im Unterhaus und die armen Mitglieder mit Nahrung und Geld zu unterstützen. im Jahr 1828 bewarb er sich in einer Nachwahl im County Clare um einen Sitz im Unterhaus.
Er gewann die Wahl mit großem Vorsprung, konnte sein Mandat aber nicht wahrnehmen, da er sich als Katholik weigerte, einen Eid auf den König als Oberhaupt der anglikanischen Church of England zu leisten. Der Premierminister, der Herzog von Wellington, und der Innenminister Sir Robert Peel befürchteten, dass es zu Unruhen kommen könnte, wenn man O'Connell den Sitz aufgrund seines Glaubens verweigern würde.
Obwohl sie beide Gegner der Katholikenemanzipation waren, überzeugten sie Georg IV. davon, dass es notwendig sei, allen Anhängern christlicher Glaubensrichtungen das Recht auf einen Parlamentssitz zu gewähren. Mit Hilfe der Liberalen setzten sie dies schließlich auch durch. Am 13. April 1829 trat die Catholic Emanzipation Bill in Kraft. Sie brachte eine deutliche Verbesserung der Rechte der katholischen Bevölkerung.
Es gab allerdings noch unpopuläre Reste der Strafgesetze gegen Katholiken. So wurden noch immer der so genannte Tithe (entspricht dem deutschen Zehnten) erhoben. Das waren Zahlungen an die anglikanische Kirche, die vor allem die Landbevölkerung erheblich belasteten. Bei einer Kampagne gegen diese Zahlungen im Jahr 1831 kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, dem Tithe-Krieg. Obwohl O'Connell Gewalt stets ablehnte, verteidigte er Teilnehmer der Schlacht von Carrickshock, als diese angeklagt wurden. 1841 wurde Daniel O'Connell erster katholischer Oberbürgermeister von Dublin. In dieser Funktion rief er die britische Armee gegen streikende Arbeiter zu Hilfe. Als William Sharman Crawford 1838 eine komplette Abschaffung der Tithes forderte, sprach sich O'Connell gegen diese Forderung aus. Er fürchtete eine Gefährdung der Koalition aus Liberalen, radikalen und irischen Abgeordneten, die seit 1835 bestand und auf die Stimmen der irisch-katholischen Abgeordneten angewiesen war.

Der Kampf für die Abschaffung der Union
Das zweite große politische Ziel von O'Connell war die Aufhebung der Unionsakte von 1800. Sie schloss Großbritannien und Irland zum Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland zusammen. Er versuchte zunächst die Aufhebung durch einen Parlamentsbeschluss zu erreichen. Eine erste Initiative hierzu im Jahr 1834 wurde jedoch mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. Nach seiner Wahl zum Oberbürgermeister änderte er seine Strategie. Er versuchte die britische Regierung durch eine Massenbewegung zum Einlenken zu zwingen. Zur Organisation dieser Kampagne gründete er die Repeal Association. Ihr Ziel war es, ein unabhängiges, sich selbst regierendes Königreich Irland, mit Königin Victoria als Königin von Irland, zu schaffen.
Um für dieses Ziel zu werben, hielt er 1843 eine Reihe von ungefähr 40 Monster Meetings in Irland ab. Sie wurden so genannt, weil es O'Connell gelang, bisher nicht gekannte Menschenmassen zu mobilisieren. Die größte Demonstration dieser Art fand am 15. August 1843 in Tara, dem alten Sitz der irischen Hochkönige, statt. Nach seriösen Schätzungen waren bei dieser Versammlung zwischen 500.000 und 1.000.000 Menschen anwesend. Diese Großversammlungen erschreckten die britische Regierung. Premierminister Sir Robert Peel entschloss sich, eine für den 8. Oktober 1843 geplante Versammlung auf dem Schlachtfeld von Clontarf - dort hatte Brian Boru 1014 die Dänen geschlagen - zu verbieten. Da O'Connell strikt auf Legalität achtete entschloss er sich, trotz gegenteiliger Appelle seiner Anhänger, die Versammlung kurzfristig abzusagen.
Dennoch wurde er kurz darauf verhaftet. Trotz offensichtlich unbegründeter Anklage wurde er von einem Geschworenengericht verurteilt. Das britische Oberhaus hob das Urteil aber nach einigen Monaten wieder auf, und er wurde aus der Haft entlassen. Nachdem O'Connell sich seiner wirksamsten Waffe, den Monster Meetings, beraubt hatte, gelang es ihm nicht mehr, seinen Kampf für die Abschaffung der Union voranzutreiben.
Aus Enttäuschung verließen ihn viele seiner Anhänger. Einige sammelten sich um Charles Gavan Duffy, John Mitchel, Wiliam Smith O'Brien und Thomas Davis. Dieser Kreis wurde bald allgemein als Young Ireland bezeichnet. Obwohl sie O'Connells konservative Haltung in sozialen Fragen teilten, waren sie bereit, für die irische Unabhängigkeit auch militärische Mittel anzuwenden.

Politische Grundsätze und Ziele
O'Connell war kein Revolutionär. Seine politischen Ziele wollte er ausschließlich mit verfassungsgemäßen und friedlichen Mitteln durchsetzen. Sein Hauptdruckmittel war die Mobilisierung der katholischen Bevölkerung, der er erstmals in der Geschichte ein Bewusstsein für ihre Macht und Stärke gab. Er hat einmal gesagt, dass die Freiheit Irlands keinen einzigen Blutstropfen wert sei.
Das britische Establishment wurde von ihm oft gewarnt, dass die Iren irgendwann den Befürwortern von Gewalt folgen würden, wenn es in Irland keine Reformen des politischen Systems gäbe. Er wollte auch die soziale Lage der irischen Bevölkerung verbessern, da er blutige Revolten befürchtete, wenn die Armen nichts mehr zu verlieren hätten. Durch die Mobilisierung der Masse der katholischen Bauern und des Klerus erreichte er einige seiner Ziele. So wurde es gewählten katholischen Abgeordneten möglich, ihre Sitze im britischen Parlament einzunehmen. Aus dem Treueid wurden diskriminierende Formulierungen entfernt. Bei der Verwirklichung seines zweiten großen Zieles, der Aufhebung der Union zwischen Großbritannien und Irland, scheiterte er dagegen. Hier waren die Widerstände in Großbritannien zu groß, als das durch Massenproteste und verfassungsgemäße Mittel etwas zu erreichen gewesen wäre. Obwohl O'Connell selbst die irische Sprache beherrschte, forderte er die Iren auf Englisch zu lernen, um so ihre Aufstiegschancen zu verbessern.

Vermächtnis
O'Connell starb 1847 im Alter von 71 Jahren in Genua an einer Herzkrankheit. Er befand sich auf einer Pilgerreise nach Rom. Sein Kopf wurde in Rom begraben. Die anderen sterblichen Überreste liegen auf dem Glasnevin Cemetery in Dublin zu Füßen eines großen Rundturms, der schon von weitem sichtbar ist.
Seinen Beinamen The Liberator erhielt er für seine Verdienste um die Katholikenemanzipation. Heute gibt es kaum eine Stadt in der Republik Irland, die nicht eine Straße oder Platz nach ihm benannt hat. Zu seinen Ehren wurde die Sackville Street, die Hauptstraße im Zentrum von Dublin, 1924 in O'Connell Street umbenannt. An ihrem Südende steht ein großes Denkmal von ihm. Es wurde 1854 von John Henry Foley geschaffen.
Sein ehemaliger Wohnsitz, Derrynane House, nahe dem Ort Caherdaniel, County Kerry, ist heute ein Museum und kann besichtigt werden. Hier ist auch die große Prunkkutsche zu sehen, die ihm die Dubliner Bürgerschaft 1844 nach seiner Entlassung geschenkt hatte.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_O%E2%80%99Connell
 

Das Haus wurde später der Wohnsitz des katholischen „ Bishop of Elphin“ (Bischofs von Elphin), Dr. George Plunkett Browne. Später diente es als Amt für die Ertragssteuer. Die “O’Connell Street” hieß früher “Wentworth Street” und erhielt wahrscheinlich diesen Namen von dem Vierten Earl Fitzwilliam, dem „Lord Lieutenant of Ireland“ (der höchste Beamte von Irland) von 1794, dessen Familie Wentworth hieß.

Nun sind wir in der „Connaught Street“, die Weiterführung der „O’Connell Street“. Sie war einst eine schöne Einkaufsstraße mit vielen schönen Ladenfronten. Auf der linken Seite in der Mitte der Straße ist „J. Fawl“ (The Shamrock Bar) ein schönes Beispiel für eine viktorianische Ladenfront, die heute leider verfällt. Auf der anderen Straßenseite ist „Lennons“ ein weiteres schönes Beispiel.
Nun kommen wir zum Ende der Straße. Hier ist „McNeill’s Bar“ ein ausgefallenes Gebäude aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Familie trieb hier seit mehr als einem Jahrhundert Handel. Das in der Nähe gelegene „Noggin Inn“ besitzt ein prächtiges gregorianisches Türfutter mit ionischen Säulen und einem Oberlicht. Jetzt befinden wir und an der Kanalbrücke, die ursprünglich 1757 gebaut worden war.

Von ihr wird gesagt, dass sie die höchste Kanalbrücke von Irland gewesen wäre. In den letzen Jahren wurde sie mit einer neuen, darunterliegenden Struktur versehen. Das Areal vor dem Kanal war ursprünglich der „Spa Park“. Später befanden sich hier die „Batteries“ (Geschützgruppen). Dies war ein riesengroßer Komplex aus Redouten (Redoute bezeichnet im Festungsbau eine geschlossene Feldschanze, die nach allen Seiten von gleich starken Brustwehren umgeben ist und ausschließlich vorspringende Winkel aufweist) und Forts, der hier in dem frühen 19. Jahrhundert errichtet worden war. Leider wurde er in den 1960er Jahren abgerissen.
Wir kehren nun auf der „Connaught Street“ zurück und biegen dann in die „Pearse Street“ ab. Vor dem Abbiegen sollte man aber noch das Haus aus rotem Backstein zur Linken anschauen, in welchem sich früher die Broderick Bäckerei befunden hat. Dies war der Geburtsort von dem Romanautoren John Broderick.
Bei der Kreuzung der „Connaught Street“ mit der „Pearse Street“ befindet sich zur Rechten ein Gebäude, wo Patrick Sarsfield Gilmore (1829 – 1892) seine Ausbildung absolvierte. Er erhielt seine erste musikalische Ausbildung von Patrick Keating. Gilmore machte weiter und er wurde der führende US Kapellmeister des 19. Jahrhunderts. Er komponierte das berühmte Lied „When Johnny comes marching home“ und er vertonte das Amerikanische Bürgerkriegslied „John Browne’s body“.

Die Nummer 11 ist ein anmutiges gregorianisches Gebäude. Dies war der Wohnsitz von Patrick Keating (1796 – 1875), einem der größten Kapellmeister der Britischen Armee im 19. Jahrhundert. Er wurde an der königlichen Universität von Naples ausgebildet und er wurde ein überaus produktiver Komponist. Er erhielt Orden von Napoleon III. von Frankreich, König Victor Emanuel von Italien und Papst Pius XI.

Nun passieren wir das Gerichtsgebäude, welches durch die kürzliche Renovierung ein nettes Erscheinungsbild erhielt. Die kleine Gasse zu unserer Linken bringt uns zu der früheren St. Peter’s Church (Church of Ireland).

In der Pearse Street fanden in der letzten Zeit viele Bauvorhaben statt. Im hinteren Teil der Straße befindet sich auf der rechten Seite die Nummer 6.
Heute ist dies eine Fastfood Verkaufsstelle, früher befand sich hier generationenlang die Turkington Bäckerei. Im 19. Jahrhundert verbrachte Samuel Smith Boursiquot, der entfremdete Ehemann von der Mutter von Dion Boucicault, seine letzten zwanzig Jahre seines Lebens zusammen mit der Turkington Familie in diesem Haus. Dion, der „the Shaughraun“ und „the Colleen Bawn“ schrieb, wurde als nichteheliches Kind geboren. Seine Mutter hatte eine Liaison mit dem Wissenschaftler Dr. Dionysius Lardner. Der Dramatiker besuchte hier oft die Boursiquot.
Er starb im Alter von 84 Jahren (man sagt, dass er, verfolgt von einem zornigen Ehemann, aus dem oberen Fenster des Hauses gesprungen wäre). Er wurde in der Familiengruft der Turkington auf dem St. Peter’s Friedhof bestattet.

Wenn wir die Straße weiter hinunter gehen, dann gelangen wir zur „Barrack Street“. Das Postamt mit seiner großen, oben abgerundeten Tür und seinen großen, oben abgerundeten Fenstern, das aus den 1930er Jahren stammt, sollte nicht übersehen werden.
Jetzt befinden wir uns in dem „Market Square“ und wieder bei dem Castle.

Man kann auch schöne Spaziergänge vor dem Castle entlang des Flusses unternehmen. Wenn wir rechts herum gehen, passieren wir eine Kirche, welche heute ein Restaurant beherbergt. Sie wurde 1859 als Kirche für die Presbyterianer gebaut und sie war unter dem Namen „Scotch Church“ (schottische Kirche) bekannt. Sie wurde von E. P. Gribbon entworfen.

Oberhalb der Tür befindet sich ein schönes Beispiel eines verzierten Fensters und auf der Rückseite kann man ein Rosenfenster finden. Einst hatte die Kirche einen Kirchturm, aber dieser wurde abmontiert und bei der katholischen Kapelle der Ruhe in Curry in der Grafschaft Longford wiederaufgestellt. Dieses Areal ist unter dem Namen „the Docks“ bekannt. Dies war im 19. Jahrhundert ein sehr geschäftiger Ort. Die Kais wurden in den 1840er Jahren gebaut und viele der Steine, die für ihre Fertigstellung benötigt wurden, wurden den Fluss hinauf von Clorhane, in der Nähe von Clonmacnoise, nach Athlone gebracht.

Ein anderer Spaziergang führt unter dem Bogen der Stadtbrücke hindurch. Wir passieren die Bibliothek und gehen weiter entlang der Baumreihe der Promenade. Wir kommen dabei an dem Denkmal für John McCormack vorbei, das von Seamus Murphy RHA gestaltet wurde. In der Nähe des Kasernentors ist ein ansehnliches keltisches Kreuz errichtet worden, das an den jungen Athloner Anwalt J. J. Walsh (1876 – 1903) erinnert. Wir passieren nun das „Watergate“ (Wassertor) und der Spaziergang bringt uns nun (unter der Eisenbahnbrücke hindurch) zu dem Kanal bei der Batterie Nummer 1. Der Weg führt weiter entlang des Kanals über die „Talbot Avenue“ zur Hauptstraße nach Galway. Links herum geht es wieder zu dem Fluss, wo wir unseren Rückweg über die Promenade zum Castle antreten.

Zitat aus: Athlone a visitor guide; Donal O’Brien; Printed by Alfa Pr
int Ltd., Athlone; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

 

 

 

 

 

 

The Ballad of Athlone
By Aubrey de Vere

Does any man dream that a Gael can fear?
Of a thousand deeds let him learn but one!
The Shannon swept onwards broad and clear,
Between the leaguers and broad Athlone.

'Break down the bridge!' - Six warriors rushed
Through the storm of shot and the storm of shell;
With late but certain victory flushed.
The grim Dutch gunners eyed them well.

They wrench'd at the planks 'mid a hail of fire;
They fell in death, their work half done;
The bridge stood fast; and nigh and nigher
The foe swarmed darkly, densely on.

"Oh, who for Erin, will strike a stroke?
Who hurl yon planks where the waters roar?
Six warriors forth from their comrades broke,
And flung them upon that bridge once more.

Again at the rocking planks they dashed;
And four dropped dead, and two remained;
The huge beams groaned, and the arch down-crashed -
Two stalwart swimmers the margin gained.

St. Ruth in his stirrups stood up, and cried,
"I have seen no deed like that in France!"
With a toss of his head, Sarsfield replied,
"They had luck, the dogs!'Twas a merry chance!

O many a year, upon Shannon's side,
They sang upon moor and they sang upon heath,
Of the twain that breasted that raging tide,
And the ten that shook bloody hands with Death!

 

 

 

 

 

 

 

Die Ballade von Athlone
Von Aubrey de Vere

Denkt einer wirklich, ein Gäle wär' fähig der Furcht?
Dann merk' er sich von tausend Heldentaten nur die eine!
Breit wälzt sich und klar der Shannonfluss vorbei,
Hier die feindliche Liga, jenseits weit hingestreckt, Athlone.

"Brecht ab die Brücke!" Sechs Krieger stürzten voran
Durch den Hagel der Geschosse und der Granaten Sturm;
Endlich den Sieg im Aug' und ihrer Sache sicher,
So hielten die Holländer grimmig drauf und wohl gezielt.

Sie zerrten an den Bohlen inmitten des hagelnden Feuers;
Tot fielen sie danieder, nur halb war das Werk vollendet.
Noch stand die Brücke fest, nah und näher
Drängte der Feinde dunkle, dichte Schar.

O weh! Wer springt in die Bresche im Namen Irlands?
Wer wirft jene Bohlen hinab ins tosende Wasser?
Da brachen sechs Krieger aus der Kameraden Reih'n
Und stürzten sich auf die Brücke wie zuvor.

Und wieder warfen sie sich gegen die schwankenden Bohlen,
Es fielen vier, und zwei verblieben;
Die mächtigen Balken ächzten, der Bogen fiel krachend zusammen.
Zwei kräftige Schwimmer gewannen das Ufer.

Da streckte sich St. Ruth in den Bügeln und rief:
"Noch nie in Frankreich sah ich solche Tat!"
Den Kopf in den Nacken werfend, erwidert da Sarsfield:
"Die hatten Glück, die Jungs! Es stand auf Spitz und Knopf."

Gar manches Jahr, den Shannon entlang,
Da hörte man singen auf Heide und Moor
Von den Zweien, die bezwangen den wütenden Strom,
Und von den Zehn, die dort blutig zu Tode kamen.

 

Zitat aus: http://www.athlone.ie/AboutAthlone/History/BalladofAthlone.aspx ; aus dem Englischen frei übersetzt von Rudi (http://forum.odge.de/), dafür noch einmal vielen Dank

An Bord der Daisy wieder angekommen, machten wir gleich die Leinen los und legten ab.
Es war jetzt kurz nach 16:00 Uhr. Noch recht früh, um zurück zu dem Anleger der Waveline Marina zu fahren, denn dort müssten wir dann das Boot abgeben. So entschlossen wir uns spontan, doch noch eine kleine Runde mit der Daisy zu drehen. Für den Lough Ree war es aber eindeutig viel zu windig, man sah ganz deutlich die weißen Schaumkronen auf den Wellen.

So entschieden wir uns für eine Rundfahrt auf den Inner Lakes, die immer einen Besuch wert sind. Vom Coosan Point aus ging es erst einmal über den Killinure Lough zum Coosan Lough. Dieser ist von den Inner Lakes eigentlich der schönste See. Als wir uns dem Coosan Lough näherten, hielten wir Ausschau nach der schmalen Einfahrt, die meist plötzlich mitten im Schilfgürtel auftaucht. Wir fanden sie trotzdem auf Anhieb, so langsam hatten wir scheinbar schon Übung darin und so bog Holger in die sehr schmale Fahrrinne zum Coosan Lough ein.

 

Die Fahrrinne wurde sogar noch enger, da ein umgekippter Baum mit seiner Baumkrone den rechten Bereich versperrte. Holger fuhr sehr langsam und vorsichtig auf das Hindernis zu und kam so auch sehr gut an der Baumkrone des umgekippten Baumes vorbei.
Nachdem wir die schmale Fahrrinne zum See hinter uns gebracht hatten, öffnete sich der Coosan Lough vor uns in seiner ganzen Breite. Noch musste man aber bei dem Durchfahren des Schilfgürtels sehr aufpassen, da rechts von uns etliche große Steine aus dem Wasser ragten.

Das wäre sicherlich nicht so spaßig gewesen, wenn der Bootsrumpf mit einem dieser Steine kollidiert wäre. So fuhr Holger ganz vorsichtig an dieser Engstelle vorbei. Wir meisterten auch diese Stelle und so konnten wir hinter dem Schilfgürtel endlich auf den See fahren. Aufgrund seiner Breite und seiner hieraus resultierenden großen Angriffsfläche zeigten sich auch auf dem See schon etliche Schaumkronen. Die hatten wir schon im Schilfgürtel bemerkt.Wir hatten also doch die richtige
Entscheidung getroffen, nicht noch ein letztes Mal auf den Lough Ree hinauszufahren.
Holger fuhr einmal den kompletten See ab. Dann suchten wir wieder den Durchgang im Schilf, um über die schmale Fahrrinne wieder auf den Killinure Lough zu gelangen. Normalerweise hätte ich jetzt so langsam damit angefangen, unsere Sachen für die morgige Abreise zu packen, während Holger noch ein wenig mit dem Boot „spazieren fuhr“. Das hatten wir bisher immer so gemacht.
Heute hatten wir aber noch so viel Zeit, so dass ich mich lieber dick anzog, die Kapuze aufsetzte, diese ganz weit ins Gesicht zog, um dann nach draußen zu gehen, damit ich mich mit der Kamera bewaffnet vorne auf das Bug der Daisy setzen konnte. Ich wollte die Durchfahrt zu dem Killinure Lough filmen. Zum Glück regnete es nicht.
Während wir wieder durch die enge Fahrrinne fuhren, konnte ich sehen, wie sich das Boot den Weg durch das Seegras bahnte, dass fast bis zur Wasseroberfläche reichte. Sobald wir auf der anderen Seite den Schilfgürtel erreicht hatten, flogen etliche Schwalben um unser Boot herum.

Es heißt ja so schön: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, aber bei dieser Anzahl der Schwalben scheint der Sommer schon bald in Irland Einzug zu halten. Und das Ende April!
Weiter ging es auf dem Killinure Lough. Nun wollten wir einen Abstecher in den Ballykeeran Lough machen, der ebenfalls durch eine schmale Fahrrinne vom Killinure Lough aus zu erreichen ist. Im Gegensatz zu der Einfahrt zum Coosan Lough findet man die Einfahrt zum Ballykeeran Lough recht einfach, da sie durch einen schwarzen und einen roten Marker gekennzeichnet ist. Im Ballykeeran Lough angekommen, fuhr Holger eine Runde. Dabei kamen wir auch an dem privaten Anleger auf der anderen Seite des Ballykeeran Lough vorbei. Hier lagen ein Privatboot und auch ein Boot von Waveline. Der Besitzer des Hauses und des Anlegers ist ein Zahnarzt.

Wir kehrten nach der Runde auf dem Ballykeeran Lough auf den Killinure Lough zurück. Unser nächstes Ziel war jetzt „Glassan Hotel and Golf Course“, das nun, von uns aus gesehen, am anderen Ende des Killinure Lough liegt. In der Nähe des Golfplatzes fiel uns ein recht großer Kahn auf, der hier scheinbar schön länger vor Anker liegt.

Von Sven, dem Eigentümer von der Waveline Marina, habe ich vor kurzem erfahren, was es mit diesem Bootsrumpf auf sich hat. Hier ist Svens Bericht dazu, noch einmal vielen Dank dafür.

Der alte Kahn hat eine ganz besondere Geschichte. Irgendwann einmal vor etwa 15 Jahren (kann auch noch länger her sein) kamen zwei Stahlschalen aus Holland nach Irland. Eine davon wurde ausgebaut und liegt jetzt irgendwo bei Carrick-on-Shannon als Barge rum (da lag sie auf jeden Fall vor ein paar Jahren). Die zweite, die auf dem Foto zu sehen ist, gehört einem Menschen aus Dublin. Sie lag viele Jahre in SGS oder wie sie jetzt heißt Ballykeeran Marina. Die Marina wurde vor einigen Jahren von Michael Barrett gekauft, der das Teil dann natürlich aus seinem Hafen weghaben wollte. Sie wurde ein paar Monate später in den Killinure Lough geschleppt und hing dann lange an einer Mooring Boje, die der IWAI gehört bzw. von der IWAI gesetzt wurde. Dann hat sich Tom Reid (der Eigentümer von Glasson Golf) und mehrere andere Anwohner darüber beschwert, woraufhin sie auf die andere Seite geschleppt wurde, wo sie seitdem liegt. Und der Eigentümer aus Dublin kümmert sich nicht drum und es gibt auch kein Gesetz in Irland das einem verbieten würde, ein Boot irgendwo an eine Kette zu hängen, solange es nicht die Fahrrinne blockiert. Das Teil kann also unter Umständen noch lange da hängen...

Das ist wirklich eine besondere Geschichte. Wir sollten vielleicht jedes Jahr mal nachsehen, ob der Kahn da immer noch liegt.

Mit einem weinenden Auge machten wir uns nun langsam auf den Rückweg zur Waveline Marina, denn wir wussten, dass das in diesem Urlaub unsere letzte Tour an Bord der Daisy war. Am Ufer sahen wir wieder die wunderschön gelb blühenden Ginsterbüsche stehen, die uns ja den ganzen Urlaub über begleitet hatten.

Nach unserer Rundfahrt auf den Inner Lakes kehrten wir zu der Waveline Marina zurück und legten gleich an der Tankstelle an, da bei der Bootsübergabe das Boot vollgetankt sein muss. Wir mussten nicht lange an der Tankstelle warten, da kam auch schon ein Mitarbeiter von Waveline, der uns erst das Boot volltankte und dann noch schnell die technische Bootsübergabe machte. Die technische Bootsübergabe sah so aus, dass er nun das Steuer übernahm, um die Daisy zu ihrem Liegeplatz zu fahren. Dabei vollführte er bestimmte Fahrmanöver, um zu sehen, ob alles in Ordnung war. Nachdem wir die Daisy angelegt hatten, machte der Mitarbeiter mit uns noch die normale Bootsübergabe. Dabei wurde überprüft, ob alles heil beziehungsweise noch vorhanden war. Besonderen Wert wurde hierbei immer auf die Cafetière gelegt, die auch immer bei der Bootsübernahme auf Vorhandensein geprüft wurde. Diese Cafetière ersetzte an Bord die Kaffeemaschine. Wir benutzten sie jedoch nie, da wir immer den Original Cappuccino von Maxwell tranken. Nach der Bootsübergabe erhielten wir das Übergabeprotokoll von dem Mitarbeiter von Waveline und mit diesem gingen wir dann ins Büro, um dort noch die letzten offenen Posten, wie z. B. das letzte Tanken, zu bezahlen. Zum Büro nahmen wir dann auch unsere Mängelliste mit, die wir schon vorher ausgefüllt hatten. Von Waveline wird immer gewünscht, diese Mängelliste auszufüllen, denn nur so konnten dann bis zur nächsten Bootsübergabe noch schnell die Mängel, falls vorhanden, von den Mitarbeitern bereinigt werden. Im Büro angekommen gaben wir sowohl das Übergabeprotokoll, die Mängelliste, das Fernglas und die Taschenlampe wieder ab. Die zu letzt genannten wurden dann auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft. Natürlich waren diese noch in Ordnung. Verluste hatten wir diesmal auch nicht. Alle Fender waren noch vorhanden und in Ordnung und auch den Bootshaken konnten wir im Jamestown Kanal ja noch wieder zurück an Bord holen. Auch waren diesmal alle Tassen und Becher heil geblieben.
Daraufhin erhielten wir unsere Kaution zurück, die wir bei der Bootsübernahme hinterlegt hatten und nachdem wir auch noch alle offenen Rechnungen bezahlt hatten, galt das Boot als wieder zurückgegeben. So schnell geht das. Und so schnell ist ein vierzehntägiger Urlaub auch schon wieder zu Ende. Meinen Wälzer von 1400 Seiten über das Leben von Maria Stuart spendete ich dann noch dem Bücherregal. So musste ich das Buch nicht wieder mit zurücknehmen und vielleicht freut sich ja jemand anderes darüber.
Wir kehrten an Bord der Daisy zurück. Dort machte Holger sich daran, das Boot von Außen zu säubern, wir hatten es ja auch sauber übernommen, während ich im Salon in aller Ruhe unsere Koffer packte. Aber nicht nur die Koffer wurden gepackt, sondern auch die Plastikbox, die wir in Enniskillen erstanden hatten und die wir bei den Wavelinern im Kofferlager lassen wollten. Dort packte ich alles rein, was wir in Irland lassen wollten, damit wir die Sachen das nächste Mal nicht mehr mitbringen mussten. Unter anderem kamen dort unsere Gummistiefel, meine Regenhose, Holgers und meine Bootsschuhe, unser Dosenöffner, unser Feuerzeug mit dem langen Hals, meine Handtasche für Irland, unsere Pfannen, die wir in Irland gekauft hatten, die Gaspatronen für die Automatik-Schwimmwesten und und und hinein. Holger nennt diese Plastikbox ganz liebevoll „unser erster Quadratmeter in Irland“. Nun ja, ein Quadratmeter ist es nicht ganz, noch nicht!
Nachdem das Boot von Außen sauber war und ich die Sachen gepackt hatte, ging es an die Innenreinigung und an das Aussortieren der letzten Lebensmittel. Alles, was wir nicht mitnehmen wollten und was wir auch nicht mehr für heute oder morgen brauchen würden, wurde beiseite gestellt.
Norbert kam vorbei, um sich von uns zu verabschieden und wir bedankten uns bei ihm nochmals für die gute gestrige Führung über den Lough Ree. Wir boten ihm noch unsere letzten Lebensmittel an, von denen er einen Teil gerne nahm. Den anderen Teil würden wir dann an Bord lassen, es würde sich sicherlich ein neuer Besitzer dafür finden. So machten wir es eigentlich jedes Mal.
Ich machte noch ein letztes Bild von der jetzt sauberen Daisy.

Dann aßen wir Abendbrot und setzten uns das letzte Mal in den Salon, um uns unsere abendliche DVD anzuschauen. So gegen 23:00 Uhr gingen wir recht müde das letzte Mal in diesem Urlaub zu Bett.