24.04.2006

Der Tag des Sturmes

Wir waren heute gegen 09:00 Uhr aufgewacht, das wussten wir so genau, da uns gut zehn Minuten später die Uhrzeit durch ein Boot bestätigt wurde, das zu schnell aus der Schleuse kommend, die um 09:00 Uhr geöffnet hatte, an unserem Liegeplatz vorbeifuhr und dabei die Daisy ganz schön durchschüttelt wurde. Wir blickten aus dem Fenster und wir sahen ein ESL Boot, das sich weiterhin mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Brücke bewegte. Es fielen uns doch immer wieder diese grün-weißen Boote negativ auf, die uns schon of durchgeschaukelt hatten. Wir frühstückten wieder Kellogg’s Frosties und machten dann erst uns und dann das Boot startklar. Ein mittelgroßes Boot von ESL (Emerald Star Line), das sich in Richtung Schleuse bewegte, war unser Startsignal des heutigen Tages. So machten wir die Daisy los und fuhren dem ESL Boot hinterher, das mittlerweile in die Schleuse eingefahren war. Die Besatzung fuhr auf die linke Seite der Schleuse, ohne auf Tony zu warten, der sich noch in dem Schleusenwärterhaus auf der anderen Seite der Schleuse befand.

Einer von der Besatzung ging von Bord und legte die Tampen um die Poller, um sie dann den anderen Männern an Bord zurückzugeben. Sie wurden dabei genau von Tony beobachtet. (Tony ist auf dem unteren Foto ganz rechts vor seinem Häuschen zu erahnen). Zwar legte sich ihr Boot zwischenzeitlich in der Schleuse etwas quer, sie konnten das allerdings schnell wieder beheben, so dass Tony nicht eingreifen musste.

Nachdem sie fertig waren, wurden wir von Tony auf die rechte Seite der Schleuse gelotst. Er half uns dann wie immer, die Tampen um die Poller zu legen. Es stellte sich heraus, dass sich auf dem ESL Boot eine deutsche Besatzung befand.

Vermutlich waren sie wohl das erste Mal mit dem Boot unterwegs, denn sie ließen den Motor in der Schleuse laufen. Holger machte sie darauf aufmerksam, dass man den Motor in der Schleuse abstellen sollte und schon wurde er ausgemacht. Fast alle Männer an Bord des ESL Bootes trugen eine weiße Kapitänsmütze. Tony schloss hinter uns die Schleusentore, öffnete die Schütze und kassierte noch schnell von uns allen die Schleusengebühr, bevor wir unten angekommen waren. Der Hub der Schleuse war aufgrund des Hochwassers nicht gerade sehr hoch, so dass die ganze Schleusung nicht lange dauerte und wir uns so auch nicht so arg lange mit der anderen Besatzung unterhalten konnten. Nach der Devise: „First in, First out“ bei den Schleusen, fuhr, nachdem uns Tony die Schleusentore wieder geöffnet hatte, erst das ESL Boot aus der Schleuse heraus und wir folgten dem Boot dann kurz nach 10:00 Uhr hinterher. Da Holger lieber freie Sicht beim Fahren haben wollte, legte er den Gashebel auf die Back und mit vollen 1900 Umdrehungen überholten wir das andere Boot.

Auf dem Weg nach Tarmonbarry wurde der Wind immer kräftiger. Sollte der Wind doch die angekündigte Stärke erreichen? Wenn ja, das könnte uns dann ganz schön Probleme mit der Fahrt über den Lough Ree bescheren. Nun waren wir aber erst einmal auf dem Shannon unterwegs. Ich sah einen Kormoran auf einem roten Marker sitzen, danach flogen zwei Möwen über eine schwarze Tonne und mindestens ein Schwan kreuzte unseren Weg. Wir kamen durch den Lough Forbes, der jedoch nicht gerade spiegelglatt vor uns lag. Hier zeigten sich auch schon die ersten Wellen. Ansonsten passierte nicht viel auf dem Weg nach Tarmonbarry.

Gegen 11:30 Uhr erreichten wir die „Lifting Bridge“ (Hubbrücke) von Tarmonbarry. Wie schon auf der Hinfahrt richteten wir den Ständer des Shannon-Info Wimpels so aus, dass sich sein oberes Ende ungefähr auf der gleichen Höhe des Daches der Daisy befand. Holger fuhr dann mit 600 Umdrehungen langsam auf die Brücke zu und kurz vor der Brücke stellte er den Gashebel in den Leerlauf. Ich prüfte vorne am Bug mit einem kritischen Blick, ob es wieder passen würde und puh, es passte auch diesmal wieder. Wir hatten mal wieder eine handbreit Platz.
Nach der geglückten Brückendurchfahrt warfen wir noch einen kurzen Blick auf den Ort Tarmonbarry.

 

Tarmonbarry
Tarmonbarry ist eine Gemeinde in der Baronie von Ballintobber, in der Grafschaft Roscommon und in der Provinz von Connaught. Der Ort befindet sich an der Straße von Strokestown nach Longford. Insgesamt hat der Ort, zusammen mit dem Markt- und Post-Ort Roosky, 4048 Einwohner. Diese Gemeinde, die am Shannon gelegen ist, umfasst der Satzung nach 4097 Acres (1 Acre
4048 qm). Ungefähr die Hälfte davon ist minderwertiges Acker- und Weideland.

Die andere Hälfte beinhaltet einen nicht urbar machbaren Sumpf.
Der Shannon teilt sich hier in zwei Flussarme auf. Beide Arme werden von zwei Brücken überspannt, die auf der Insel, die sich zwischen den beiden Flussarmen befindet, durch einen erhöhten Damm verbunden sind. Die Brücke auf der Seite der Grafschaft Roscommon verfügt über sieben Bögen, die auf der Seite der Provinz Leinster hat vier Bögen.
Beide Brücken formen eine geradlinige Passage, die 126 Yards (1 Yard 91,44 cm) lang ist und die ein imposantes Erscheinungsbild darstellt.

Das flache Gebiet auf der anderen Seite der Brücke besteht hauptsächlich aus der Insel Cloondragh, die durch den Shannon und durch zwei Flussarme des Camlin River geformt wird. An dieser Insel endete der Royal Canal in den schiffbaren Bereich des Camlin River, welcher sich dann etwas weiter unterhalb mit dem Shannon vereint. Hier besaß die „Canal Company“ (Kanal Gesellschaft) umfangreiche Docks, Innenhäfen und Lager.
Dieser Ort wurde Richmond Harbour genannt, als Erinnerung an den Duke of Richmond, der in der Funktion des „Lord Lieutenant of Ireland“ (der höchste Beamte von Irland) bei der Öffnung der Schifffahrt anwesend war.
Tarmonbarry ist jedoch der allgemeine Name, der diesem Ort gegeben wurde, obwohl diese Bezeichnung sich genau genommen nur auf den kleinen Ort auf der Brückenseite der Grafschaft Roscommon und der umliegenden Gemeinde bezieht.

Auf der Seite der Provinz Leinster nahmen die Häuser zu, hier befanden sich auch eine beträchtliche Anzahl von Mühlen an den Ufern des Camlin River und eine Brennerei. Bei der Brücke befinden sich Stromschnellen im Shannon, die man vermeiden kann, wenn man um Cloondragh Island herum das Ufer entlang zu dem unteren Ende fährt, das mit einem kurzen Kanal mit dem Shannon verbunden ist. Der Verkehr über das Wasser zwischen Richmond Harbour und Dublin war häufig und regelmäßig, vier Handelsboote starteten jede Woche an festgelegten Tagen.
Die Pfründe bestand aus einem Pfarrhaus in der Diözese Elphin und lag als Herzstück der Präbende von Elphin in der Zuständigkeit des Bischofs. Der Erlös des Zehnten betrug £228.

Zur Info: Pfründe
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die Pfründe, Plural Pfründen, auch Präbende genannt (vom Mittellateinischen praebenda für „Unterhalt“ abgeleitet), bezeichnet ursprünglich eine Schenkung, dann das Einkommen aus einem weltlichen oder kirchlichen Amt, im Besonderen die durch eine natürliche oder juristische Person gewährte Nahrung, Verköstigung oder Unterhaltszahlung. Übertragen wird der Begriff auch für das Amt selbst (mit einem selbständigen Einkommen für den Amtsinhaber) oder für eine Abgabe zur Finanzierung dieses Amtes gebraucht. Dieses System der indirekten Finanzierung eines Amtes war im frühen und hohen Mittelalter, vor der allgemeinen Durchsetzung der Geldwirtschaft, die einzig sinnvolle Möglichkeit der unabhängigen und langfristigen Finanzierung solcher Stellen. Im Gefolge der Reformation wurden die Pfründen allerdings in beiden Kirchen, nicht zuletzt wegen des im Spätmittelalter weit verbreiteten Missbrauchs des Pfründenwesens, nach und nach zugunsten einer direkten Besoldung der Amtsträger eingezogen.
Eine Pfründe ist in Deutschland heute häufig eine rechtsfähige Stiftung, die aber zum kirchlichen Vermögen gehört und in der Regel durch kirchliche Organe rechtlich vertreten wird (z. B. Ordinariat, Kirchenvorstand). Den rechtlichen Charakter einer Pfründe haben auch die vielerorts noch vorhandenen Küsterschulstiftungen und Kirchschullehne (z. B. in Sachsen). Pfründen gibt es also auch heute noch in evangelischen Landeskirchen. Ob Pfründen Stiftungen kirchlichen, öffentlichen oder privaten Rechts sind, hängt von ihrer Entstehungszeit und dem örtlich geltenden (Landes-) Recht ab.
Auch ein für Träger öffentlicher Ämter oft zu günstigen Bedingungen durch Einkauf oder eine Stiftung gesicherter Unterhalt in einem Kloster, Heim oder Krankenhaus kann als Pfründe bezeichnet werden.
Heute wird das Wort jedoch meist negativ als fette Pfründe im Sinne eines Amts, das wesentlich mehr einbringt, als man als Leistung dafür erbringen muss, verwendet.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Pfr%C3%BCnde


Das Pächterhaus wurde 1817 mit Hilfe einer Spende von £400 und eines Darlehens von ₤344 durch das „Board of First Fruits“ (der ehemalige Erstlingsausschuss) gebaut. Der Pächterhof bestand aus 16 Acres (1 Acre ≙ 4048 qm) mit einem geschätzten Jahresertrag von ₤16, wovon eine Gebühr von ₤2.2 an den Bischof abzuführen war. Bei der Gemeindekirche von Tarmonbarry handelt es sich um ein kleines, schmuckes Gebäude, welches sich in dem Ort Ruskey (Roosky) befindet. Sie wurde mit Hilfe einer Spende von ₤800 durch denselben Ausschuss im Jahre 1813 errichtet. Die Römisch-Katholische Pfarrei, die auch Ruskey heißt, deckt sich mit dem Gebiet der „Established Church“ (Staatskirche) und weist zwei Kapellen auf. Eine der Kapellen befindet sich in Ruskey (Roosky), die andere in Newton.
In der Pfarrschule werden etwa 80 Schüler unterrichtet. Es gibt auch sechs Privatschulen, in denen ungefähr 440 Kinder unterrichtet werden, und drei Sonntagsschulen.
Jährlich wird hier dem Schutzheiligen gedacht. Es gibt in Killybeg Überreste einer alten Kirche zusammen mit anderen kirchlichen Ruinen auf dem Friedhof.

Zitat aus: http://www.libraryireland.com/topog/t.php ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

 

Nun kamen wir auch schon bei der Schleuse an, deren Schleusentore geschlossen waren. So legten wir an dem Anleger vor der Schleuse an, an dem schon ein irisches Privatboot lag. Dieses schien hier aber über Nacht gelegen zu haben, denn es zeigte sich keiner an Bord.
Der Wind hatte mittlerweile ganz schön an Stärke zugenommen. Holger merkte das auch, denn er war auf dem Weg zum Schleusenwärterhäuschen, da der Schleusenwärter uns bis jetzt noch nicht bemerkt hatte. Erst als Holger direkt vor ihm stand, kam er aus seinem Häuschen heraus. Mittlerweile hatte die deutsche Besatzung des ESL Bootes auch Tarmonbarry erreicht, denn wir sahen das Boot vor der Hubbrücke auf Warteposition liegen.
Holger sagte so also dem Schleusenwärter nicht nur, dass wir gerne durch die Schleuse fahren würden, sondern auch, dass noch ein anderes Boot an der Brücke darauf warten würde, dass er die Hubbrücke für die Durchfahrt anheben würde. So öffnete der Schleusenwärter für uns schon einmal die Schleusentore und setzte sich dann auf sein Fahrrad, um zur Hubbrücke zu fahren, um das andere Boot dort durchzulassen.
Gerade war der Schleusenwärter losgefahren, als zwei Besatzungsmitglieder des ESL Bootes uns erreichten. Sie fragten uns, was sie denn anstellen müssten, damit sich die Brücke heben würde.

Sie hatten sich in Roosky zwar schon bei Tony erkundet, aber der hatte ihnen nur gesagt, dass sie bei dieser Bootsgröße nicht einfach so die Brücke passieren könnten. Sie müssten die Brücke für ihr Boot anheben lassen. Wie sie das jedoch anstellen sollten, dass hatte er ihnen irgendwie verschwiegen. Wir erklärten ihnen, dass der Mann, der ihnen gerade auf dem Fahrrad entgegen gekommen war, der Schleusenwärter wäre, der ihnen die Brücke anheben würde. So machten sie sich wieder schnell zurück zu ihrem Boot. Holger wollte mit der Einfahrt in die Schleuse noch warten, bis auch das ESL Boot bei uns eingetrudelt war und so nutzte ich die Zeit, um mir die neben der Schleuse neu entstandene Marina anzusehen, die sich in den letzten beiden Jahren noch im Bau befunden hatte. Auch dieses Jahr machte ich von ihr ein paar Aufnahmen, um den Baufortschritt im Bild festhalten zu können.
Ich war wirklich erstaunt. Im letzten Jahr waren die Häuser noch nicht ganz fertig und das Hafenbecken war 2004 gerade am entstehen gewesen.

Der Stand der neuen Marina von 2004.

 

Jetzt wohnten die ersten Personen schon hier und im Hafenbecken, das mittlerweile komplett geflutet war, lagen schon die ersten irischen Privatboote.

 

Auf meinem Rückweg zur Daisy bemerkte ich ein einzeln stehendes Haus, das sich links neben der neuen Marina befindet. Ich sah es mir noch näher an und stellte fest, dass es sich hierbei um ein Toilettenhäuschen handelte. Gut zu wissen. Solche Standorte muss man sich unbedingt merken. Ich kehrte nun an Bord der Daisy zurück und sah einen Hund, der sich in der Nähe der Boote und der neuen Marina herumtrieb. Endlich würde ich das Hundefutter loswerden. Ich holte es aus dem Vorratsschrank und lockte den Hund dann zu mir. Den musste man natürlich nicht lange bitten. Ich gab ihm etwas von dem Trockenfutter für Hunde, das ich unterwegs in einem der vielen Einkaufsmärkte erstanden hatte
. Ich konnte mich nicht mehr genau erinnern, in welchen ich es jetzt genau gekauft hatte. Der Hund beschnüffelte es skeptisch, denn scheinbar hatte er wohl noch nie solches Hundefutter zu Gesicht bekommen. Nachdem er jedoch vorsichtig den ersten Happen genommen hatte, schien er auf den Geschmack gekommen zu sein und ließ auch den Rest in seinem Magen verschwinden. Daraufhin bekam er von mir noch einen kleinen Vorratshaufen hingelegt, den er nachher noch in aller Ruhe fressen konnte. Ich wollte ja nun auch kein Hundefutter als Reisemitbringsel aus Irland mit nach Hause nehmen. Unsere Katzen hätten wohl blöde geschaut, wenn ich ihnen das dann gegeben hätte!

In der Zwischenzeit hatte der Schleusenwärter die Brücke angehoben und damit dem ESL Boot den Weg zur Schleuse frei gemacht. Das ESL Boot befand sich nun auf dem Weg zu uns.
Wir machten daraufhin auch die Leinen los und Holger fuhr in die Schleuse ein. Da der Schleusenwärter noch nicht wieder von der Hebebrücke zurückgekehrt war, entschieden wir uns selbst für die rechte Seite der Schleuse und dort machten wir dann auch das Boot fest. Nun warteten wir auf das ESL Boot, das sich langsam der Schleuse näherte. Holger übernahm die beiden Tampen von unserem Boot und ich machte mich auf den Weg auf die andere Seite der Schleuse, um der Besatzung des ESL Bootes bei den Tampen zu helfen.

Dem ESL Boot war ein Schwan in die Schleuse gefolgt, in der Hoffnung, dass er auch etwas zu Essen abstauben könnte. Da ich nicht wollte, dass er sich während der Schleusung mit den Booten zusammen in der Schleuse befand, holte ich Toastbrot aus unserer Küche und lockte ihn damit wieder aus der Schleusekammer heraus. Das war sicherlich besser für ihn.

Inzwischen war auch der Schleusenwärter zur Schleuse zurückgekehrt und da beide Boote ja schon in der Schleuse richtig lagen, machte er gleich die Schleusentore zu und die Schütze auf, um das Wasser herauszulassen. Während wir mit der anderen Besatzung noch ein paar Ausflugstipps austauschten, hörten wir einen Mann des anderen Bootes „Wir sinken! Wir sinken!“ rufen. Die Frauen der Männer erschienen mit Panik in den Gesichtern an Deck des Bootes und kurze Zeit später schalte von drüben das große Gelächter herüber, nachdem die Männer ihre Frauen aufgeklärt hatten, dass es ja ganz natürlich wäre, dass das Boot sinken würde, denn immerhin würde man sich ja in einer Schleuse befinden. Ich möchte nicht wissen, was die Frauen in diesem Moment der Aufklärung ihren Männern insgeheim alles an den Hals gewünscht hatten. Es war sicherlich nichts Nettes gewesen. Der Wind hatte jetzt kräftig zugelegt, das merkten wir sogar beim Schleusen, da die Schleuse in Nord-Süd Richtung liegt, genau in der Richtung, aus der auch der Wind kam. Es hatten sich hier auf dem Shannon auch schon die ersten Schaumkronen gebildet. Der Wetterbericht, den Holger mit seinem PDA gestern abgerufen hatte, hatte für heute die Windstärke „Gale Force“ (Sturm – Windstärke 8) vorhergesagt, bei dem heute Morgen abgerufenen Wetterbericht hieß es jetzt Windstärke 4 bis 6. Und wir wollten doch eigentlich noch über den Lough Ree. Wir berichteten auch der anderen Mannschaft von der schlechten Wettervorhersage, da sie auch über den Lough Ree wollten. Im Gegensatz zu uns, wir hatten derweil beschlossen, heute Mittag nicht über den Lough Ree zu fahren und im Hafen von Lanesborough erst einmal abzuwarten, wollte die andere Besatzung den Weg über den Ree jedoch wagen. Sie hatten ja auch ein etwas größeres Boot unter ihren Füßen. Mir wäre es aber trotzdem zu riskant gewesen.
Der Schleusenwärter öffnete nun die Schleusentore für uns und so fuhr Holger die Daisy um 12:10 Uhr als erstes Boot aus der Schleuse heraus. Uns folgte dann das ESL Boot.
Wir hatten es ja nun nicht mehr eilig und so fuhr Holger mit nur 1200 Umdrehungen in Richtung Lanesborough weiter, daher überholte uns diesmal das andere Boot kurz nach der Schleuse.
Der Weg nach Lanesborough war recht wellig, obwohl wir uns ja eigentlich nur auf dem Shannon und nicht auf einem der größeren Seen befanden. Auch wenn wir uns bis jetzt nicht für einen Stopp in Lanesborough entschieden hätten, mittlerweile hätten wir es sicherlich getan. Bei diesem Wind würde mich keiner über den Lough Ree rüber bekommen.

Knapp eineinhalb Stunden später kamen wir in Lanesborough an. Wir legten in dem nicht gerade windgeschützt liegenden Außenhafen an, da man hier den besten Blick auf die Wellen hatte und es waren eindeutig zu viele Wellen zu sehen.
Wir entschlossen uns zu einem Stadtbummel, denn, obwohl wir hier bereits zehnmal durchgefahren waren, hatten wir uns doch noch nie den Ort selbst angesehen. Da das Wetter mittlerweile recht eklig geworden war, es stürmte arg und dazu kam dann noch ein Nieselregen, der mehr waagerecht als senkrecht vom Himmel fiel, zogen wir uns unsere Regenbekleidung an. Damit konnte uns dann nichts beim Stadtbummel passieren. Dann ging es los!
 

Lanesborough
Die Geschichte von Lanesborough
Der Name Lanesborough leitet sich von der Familie Lane ab, genau genommen erhielt die Stadt ihren Namen von Sir George Lane, dessen Länder von Ballyleague und andere Ländereien in der Grafschaft Longford durch einen Freibrief von Charles II. zu dem neuem Rittergut Lanesborough zusammengefasst wurden. Bisher führte Sir George Lane den Titel eines Vicomtes. Dieser Titel erlosch jedoch 1727.
Athleague oder Baile-Atha-League war der alte Name der Stadt gewesen. Auf der anderen Seite des Flusses Shannon, auf der Seite der Grafschaft Roscommon liegt Ballyleague. Die Furt, die Longford mit Roscommon verbindet, gab dem Platz seinen Namen. Dieser Platz war während der vielen Kriege zwischen den Iren und den Engländern von großer strategischer Bedeutung.
An der Nordspitze der ausgedehnten Fläche des Lough Ree befindet sich Lanesborough, benannt nach der Familie eines englischen Helden von dem „Battle of Kinsale“ (der Schlacht von Kinsale), der in der Grafschaft Cork im Jahre 1601 gekämpft hatte und der hier Ländereien als Honorierung für seine loyalen Dienste erhalten hatte.
Hier hat die Provinz von Leinster ihre westliche Grenze, durch den Shannon von der Provinz Connaught abgegrenzt. Die Stadt klafft tatsächlich mit dem Fluss die Provinzen auseinander, auf der Roscommon Seite des Shannon tritt sie heraus.

Die strategische Position von Lanesborough war schon lange bekannt. Im Jahre 1140 ließ Turlough O’Connor, der König von Connaught, seine Armee über die hier befindlichen Furten marschieren. Weniger als ein Jahrhundert später verstärkte der normannische Lord, Walter deLacy, die Flussüberquerung. Die Reste seines Castles kann man heute noch sehen. Der hoch aufragende, mit Efeu verkleidete Hauptteil des Castles verspottet immer noch die an im vorbeigegangenen Jahre. Hier befindet sich eine strategische Position von dem Shannon, welche immer noch die Basis für viele Aktivitäten ist. Eine gut bestückte Bibliothek in der Stadt versorgt einen mit Material, das man für die Navigation auf den Shannon benötigt.

Hier kann man auch die Fülle der Geschichte und das stolze Erbe dieser Region erforschen.
Nördlich des Ortes, gleich neben der L121 befindet sich die „Cloontuskert Abbey“ (Cloontuskert Abtei), die 520 nach Christus von den Heiligen Brendan und Faithleach gegründet worden war. In der Stadt Lanesborough befindet sich eines der ältesten Zentren des Christentums in der Grafschaft Longford. Es ist der Ort der St. John’s Church (die Kirche des Heiligen John), die sich auf dem gleichen Platz befindet, wo vorher eine Kirche gestanden hatte, die im 5. Jahrhundert gegründet worden war. Diese frühchristliche Kirche war ein Teil einer klösterlichen Siedlung, deren Hauptzentrum sich auf „Saints Island“ (Insel der Heiligen) im Lough Ree befand. Wikinger plünderten und beraubten sie häufig. Während des Mittelalters verfiel die Kirche größtenteils zu einer Ruine. Es war im 17. Jahrhundert, als George Lane der Erste Vicomte von Lanesborough wurde und eine fast vollständig neue Kirche erbauen ließ. Es folgten weitere Reparaturarbeiten im Jahre 1740 und 1861 erhielt die Kirche die Form, die sie heute noch hat.

Zitat aus: http://www.longford.ie/community/townsection.asp?action=2&town=17&contenttype=2 ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga


Lanesborough – Punkte, die man besichtigen sollte

 „The Commons“ (die Allmende)

Zur Info: Allmende
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die Allmende, auch Allmeind, Allmande, in der Schweiz Allmend, und im nordwestlichen niederdeutschen (niedersächsischen) Sprachraum Meent genannt, ist eine Rechtsform gemeinschaftlichen Eigentums. Der Begriff (von mhd. al(ge)meinde, almeine, almeide „Gemeindeflur“[1] [2]) bezeichnet auch das Allmendgut selbst, ein im Besitz einer Dorfgemeinschaft befindliches Grundeigentum (eine Sonderform von Gemeingut; vergl.: Gemeinheit, Mark).
Die Allmende ist jener Teil des Gemeindevermögens, der nicht unmittelbar im Interesse der ganzen Gemeinde zur Bestreitung derer Ausgaben verwandt wird, sondern an dem alle Gemeindemitglieder das Recht zur Nutzung haben. Die Allmende besteht meist aus unbeweglichem Gut wie Wald, Gewässer zur Löschwasserversorgung oder einer Gemeindewiese, auf der alle Gemeindemitglieder ihre Nutztiere weiden lassen können (vgl. Alm).

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Allmende


„The Commons“ ist ein ergiebiges, ökologisches Gebiet im Süden von Lanesborough. Es besteht aus Mischwäldern, einem Kalksteinbruch, einem System von Schilfflächen, das in einen Süßwassersumpf und der schweren Art eines ergiebigen Graslandes mit Rändern aus Unterholz eingeordnet ist.

 Ein Beispiel eines „Limestone Pavement“ (einer Kalksteinpflasterung - Kalksteinplasterung ist ein natürliche Karst Landschaft, die aus einer unbedeckten Kalksteinebene besteht, deren Oberfläche eingeschnitten ist und so einer künstlichen Pflasterung ähnelt), welches selten außerhalb der Grafschaft Clare gesehen wird, zeigt sich hier. Die Kalksteinpflasterung hat zahlreiche Moose und sich weiter in den Kalkstein fressende Spalten.
Die überwiegenden Baumarten, die man in der Waldlandschaft findet, sind: Haselnussbäume, Eschen, Weiden, Erlen und einige Eichen.
In dem Waldgebiet/Buschwerk und auf den grasbedeckten Rändern biegen sich Gras, Schwingelgras, Knaulgras, Brombeersträucher und einige Adlerfarne im Wind.
 

Ordinäres Schilf, Rohrkolbenschilf, Wasserlilien und Froschlöffel sind in den Schilfflächen zu finden. In dem Süßwassersumpf sind die Sumpf-Schwertlilie, das Echte Mädesüß, das Reedgras, die Flatter-Binse und die Schnabel-Segge einige der Arten, die man hier entdecken kann.

Lough Ree
Lanesborough befindet sich an dem Fluss Shannon am nördlichen Ende des Lough Ree. Die Stadt erhielt ihren Namen von der Familie Lane. George Lane nahm 1601 an dem „Battle of Kinsale“ (der Schlacht von Kinsale) teil und er wurde mit großen Landstrichen in diesem Bereich belohnt.

Lanesborough ist mit einer Brücke mit ihrem Schwesterdorf Ballyleague in der Grafschaft Roscommon verbunden. Die erste Brücke aus Flechtwerk wurde 1706 durch eine Steinbrücke ersetzt. (Die Steine wurden von dem normannischen Castle von Geoffrey Meares entnommen, welches sich dort befand, wo sich heute der Parkplatz befindet). 1847 wurde eine neue Brücke gebaut, die 1970 aktualisiert wurde. Der Lough Ree bietet eine Vielzahl von Annehmlichkeiten, historische und touristische Reize. Der See ist wegen seiner Insel von besonderem Interesse. Auf der Insel Inchcleraun befinden sich die Ruinen von sieben Kirchen, welche ein Teil einer klösterlichen Siedlung waren, die von St. Diarmuid im 6. Jahrhundert gegründet worden war.

 

Bootsfahrten und Wassersport
Die breite Wasserfläche des Lough Ree eignet sich ideal für Bootsfahrten. Ruderboote können im Ort gemietet werden. Wasserski-Läufer, Kanus, Ruderboote und Windsurfer sind ebenfalls auf dem See anzutreffen.

Fischen
Lanesborough ist bekannt für seine exzellenten Angelplätze. Die „Hot Water Stretch“ (Heißwasserstrecke) ist berühmt für Brassen, Schleien, Rotaugen, Hechte, Barsche und Aale.

Das Ufer zwischen dem Kraftwerk und der Brücke wurde erneuert, um es den Fischern zu erleichtern. Man sollte auch die lokalen Angelgeschäfte besuchen, die das ganze Angelzubehör führen. Weitere Informationen über das lokale Fischen erhält man aus nützlichen Broschüren, die von dem Lanesborough Angling Club herausgegeben werden. Diese Broschüren sind in den Geschäften vor Ort erhältlich.
Lanesborough ist bekannt für seine ausgezeichneten Angelplätze. Die „Hot Water Stretch“ (Heißwasserstrecke) neben dem Torfheizkraftwerk zieht Angler aus ganz Europa an. Das Flussufer wurde gänzlich umgestaltet und verfügt jetzt über 60 Standplätze an der Brücke, mit vier Standplätzen für schwerbehinderte Angler.

 

St. John’s Church of Ireland (die Kirche von Irland des Heiligen John)

Seit dem 5. Jahrhundert befindet sich an diesem Ort eine Kirche. Das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1861. Die Kirche ist für die Öffentlichkeit geöffnet. Eine Beschreibung ihrer Geschichte wird gezeigt.

 

 

Zitat aus: http://www.longford.ie/community/townsection.asp?action=3&town=17&contenttype=3 ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga
 

Lanesborough
Lanesborough ist eine Markt- und Post-Stadt. Früher war sie auch eine parlamentarische Stadtgemeinde. Sie befindet sich teils in der Gemeinde Cloontuskert, in der Baronie von Ballintobber, in der Grafschaft Roscommon, in der Provinz Connaught, aber hauptsächlich befindet sie sich in der Gemeinde und Baronie von Rathcline, in der Grafschaft Longford, in der Provinz Leinster. Sie ist 8 Meilen von Longford an der Straße nach Roscommon und 66 ¾ Meilen von Dublin entfernt zu finden. Sie hat 390 Einwohner.
Die Stadt ist nach Sir Lane benannt, dessen Ländereien um Ballyleagh und in der Grafschaft Longford von Charles II zur Herrschaft ( Manor ) Lanesborough erhoben wurden. Dies geschah im 17. Jahr seiner Regierungszeit. Dabei wurde ihm auch die kleine Gerichtsbarkeit (court baron) mit Streitwert bis zu 40 Schilling verliehen sowie die höhere Gerichtsbarkeit mit Streitwert bis zu ₤200. Durch selbigen Freibrief wurden dem Ort die Rechte einer freien Stadt zuerkannt. Deren Verwaltung oblag dem Stadtoberhaupt mit zwei alljährlich gewählten Magistraten, von denen ersterer zusammen mit seinem Stellvertreter Friedensrichter war. Dazu kamen 12 Vertreter des Bürgerstandes, die eine eintretende Vakanz selber durch Mehrheitsbeschluss zu besetzen hatten. Des Weiteren eine unbestimmte Anzahl von Freisassen, die von den Bürgervertretern zu bestimmen war. Letztere waren auch für die Ernennung eines Stadtschreibers, Stadtsekretärs, Gerichtsvollziehers sowie weiterer Beamter zuständig.
Die Stadtgemeinde war bis zur Vereinigung (Union) mit zwei Abgeordneten im irischen Parlament vertreten und wurde daraufhin aufgelöst. Schon vor der Vereinigung übte die Stadtverwaltung kaum eine andere städtische Funktion mehr aus, als die der Entsendung der Abgeordneten in das Parlament. Seit dieser Zeit ist sie so gut wie untergegangen.
Die Stadt besitzt eine vorteilhafte Lage für den Handel auf dem Shannon. Eine Brücke mit neun Bögen verbindet die Grafschaften Roscommon und Longford. Das Hauptgeschäft wird mit dem Export von Mais, von Schweinen und von Eiern gemacht, von denen beträchtliche Quantitäten über den Shannon gesendet werden. Eier werden auch nach Dublin durch den Royal Canal von Killashee, ein Ort nahe dieser Stadt gelegen, transportiert, zu deren Platz sie auf dem Landweg mittels Wagen gebracht werden. Der Markt, der reichlich mit landwirtschaftlichem Erzeugnis beliefert wird, findet am Mittwoch statt und eine Messe wird jährlich am 12. Februar veranstaltet. Der Ort hat ein Nebenpostamt von Longford und hier gibt es eine Polizeistation der Gendarmerie.
Ungefähr eine Meile südlich befindet sich Rathcline, der Sitz von Luke White, Esq. (Esq. ≙ Esquire ≙ der Wohlgeborene), Gesellschafter der Stadt. Es liegt gefällig am Fuß von Rathcline Hill und an dem Ufer des Lough Ree und an den Ufern des Shannons, ungefähr in der gleichen Entfernung zur Stadt, befindet sich Clonbony, der Sitz von Capt. Davys, welcher sich nun im Besitz von G. Davys, Esq.. Es liegt imposant über der Stadt und dem Fluss.
Die Gemeindekirche von Rathcline, von der die Kapelle in Ruinen liegt, befindet sich da. Hier gibt es außerdem eine Römisch-Katholische Kapelle und eine Arzneiausgabe.
Benachbart zur Kirche befinden sich die zerschmetterten Überreste eines großen Turmes. Es wird gesagt, dass er von der gegenüberliegenden Seite des Flusses durch die Armee von James II. zerstört worden war.
Lanesborough gibt den Titel eines Earls an einen Zweig der Familie Butler von Newtown, in welcher der Titel neu belebt wurde, nachdem er bei der Familie Lane erloschen war.

Zitat aus: http://www.libraryireland.com/topog/l.php ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga, wobei Rudi, vom Odge Englisch-Deutsch Forum, mir dabei geholfen hat

Die Stadtgemeinde von Lanesborough
Im Jahre 1667, erhielt Lanesborough, welches sich auf der östlichen Seite der Furt von Ballyleague befindet, das erste Mal den Namen Lanesborough, da, in diesem Jahr, ein Freibrief von König Charles II. (1660 – 1685) die Länder in dem Townland von Ballyleague (auf der Cloontuskert Seite des Shannon) und verschiedene andere Stückelungen von Rathcline oder der östlichen Seite des Shannon in das „Manor of Lanesborough“ (Rittergut von Lanesborough) zusammenfügte. Dieses ging zugunsten von Sir George Lane, von dem sich der Name Lanesborough ableitete.

Sir George Lane kam aus Tulsk in der Grafschaft Roscommon. Sein Sohn, Vicomte George Lane wurde Außenminister und Geheimrat von König Charles II., Beamter des „Star Chamber“, Hüter der Unterlagen des Birmingham Tower und „Secretary of War“ (Kriegsminister).

Im Jahre 1664 heiratete er Dorcas, die zweite Tochter von Sir Anthony Brabazon, aus der Grafschaft Louth, Dritter Earl of Meath. Vicomte Lane starb am 11. Dezember 1683. Er wurde in der St. Jahns Church von Lanesborough bestattet. Sein Körper wurde später exhumiert und in England erneut bestattet.

(Ref.: Lodge’s Peerage, von Archdall überarbeitet, 1789).

Der Freibrief von König Charles II. wies die Stadt und die Länder von Ballyleague als eine freie Stadtgemeinde durch nachfolgenden Namen aus:

„The Borough und Towne of Lanesborough“
(die Stadtgemeinde und Stadt von Lanesborough)

Zusätzlich wurde die Begrenzung der Stadtgemeinde wie folgt festgelegt. Es sind 100 Acres (1 Acre 4048 qm) von der Mitte der Stadt aus im Kreis verlaufend. Die Gemeinde und die freien Männer hatten das Recht zwei Mitglieder in das Parlament zu senden.

Bis zum 1. Januar 1801, als das Irische Parlament durch den „Act of Union“ (Act of Union ist die Bezeichnung für die gesetzlichen Grundlagen der Vereinigung des Königreichs Großbritannien mit Irland im Act of Union 1800) abgeschafft wurde, behielt Lanesborough den Status „Free Borough“ (freie Stadtgemeinde).

Ulick, Lord Clonbrock war zu dieser Zeit der Patron von der Stadtgemeinde von Lanesborough und er erhielt ₤15.000 als Ausgleich für seinen Verlust der Patronage der Stadtgemeinde.

Sein Urahn Robert Dillon, Esq. (Esq. Esquire der Wohlgeborene), von Clonbrock, hatte die Patronage der Stadtgemeinde von John Hynes für ₤500 käuflich erworben.

(Ref.: Davis Family Diary; redigiert und veröffentlicht durch S.F. O’C,; the Longford Leader, 17. Oktober 1931).

Die folgenden Personen vertraten die Stadtgemeinde von Lanesborough von 1661 bis zu der Auflösung am 1. Januar 1801 im Irischen Parlament:

1661 - 1692 Maurice Barclay, Edward Crofton.

1692 - Fergus Farrell (danach vertrieben, da er Papist war), Humphrey Jervis, Thomas Handcock (gewählt, um Fergus Farrell zu ersetzen).

1695 - Thomas Handcock, Richard Gardiner.

1704 - Nicholas Shankey, Henry Fox.

1710 – Die Gleichen

1711 – Die Gleichen

1715 - 1727 Henry Fox, William Burg,
Wentworth Harman, Robert Bray (gewählt, um für einen anderen Ort den Sitz einzunehmen)

1727 - Thomas Marly, Thomas Burg.

1731 - Anthony Marly replaced Thomas Marly.

1731 - 1761 Die Gleichen.

1761 - William Howard, John Hely Hutchison, Henry Gore (gewählt anstelle von Hely Hutchison, der ebenfalls für Cork ausgewählt worden war und der sich entschied, diese Stadtgemeinde zu vertreten).

1771 - Matthew Carbery, E. Bellingham Sivan.

1776 - Robert Dillon

1783 - David la Touche, Robert Dillon, Cornelius Bolton.

1785 – Die Gleichen.

1792 - Gervaise Bushe, Stephen Moore.

1795 - William Smith.

1797 - Edmund Stanley, Richard Martin.

1798 - Edmund Stanley, John la Touche.

Zitat aus: http://ballyleague.blogspot.com/2006/11/borough-of-lanesborough.html ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

 

Die Geschichte von Ballyleague
Die Brücke von Ballyleague
Die ersten schriftlichen Hinweise über den Bau einer Brücke über die Furt Ath-liag-na-Sinna oder Athliag findet man in dem Jahr 1000, vierzehn Jahre vor der Schlacht von Clontarf.
In diesem Jahr errichtete der König von Leinster, Maelseachlain (Malachy, der nach dem Tod des Königs Brian Boru in der Schlacht von Clontarf im Jahre 1014, der spätere König von Irland wurde) einen Damm auf seinem Territorium auf der östlichen Seite der Furt bis zur Mitte des Flusses. Und es ist fast sicher, obwohl es nicht ausdrücklich angegeben wird, dass der König von Connaught, Cathal O’Connor, auf seinem Territorium die fehlende Hälfte des Dammes bis zur Mitte des Flusses bauen ließ. Im gleichen Jahr hatten sich also die beiden Könige zusammen getan, um einen Damm über den Shannon zu errichten.
„1000 A. D., der Damm von Athliag wurde von Maelseachlain bis zur Mitte des Flusses gebaut.“ – (Annals of the Four Masters – die Annalen der vier Herren).

Im Jahre 1139 gab es eine Sonnenfinsternis und ein Jahr später, 1140, ließ Turlough O’Connor, der König von Irland, eine Brücke aus Flechtwerk über die Furt Ath-liag-na-Sinna bauen (Annals of the Four Masters – die Annalen der vier Herren).

Es gibt keine weiteren Aufzeichnungen über eine Brücke aus Flechtwerk, die über die Furt führte und so müssen wir voraussetzen, dass diese Brücke aus Flechtwerk aus irgendwelchen Gründen zu bestehen aufhörte, denn 1572 wird die Überquerung über den Fluss „The Ferry of Annaly“ (die Fähre von Annaly) genannt.

Die Brücke, so wie sie war und den Shannon überspannte, wurde 1690 niedergerissen. Die Brücke wurde nicht repariert und ihr Nichtvorhandensein war wohl in gewissen Maßen schuld für den schrecklichen Unfall kurz nach 1700. Eine Anzahl von Personen musste den Fluss bei Ballyleague überqueren und wohl aufgrund einer defekten Fähre, welche vermutlich umkippte, ertranken einige von diesen Personen.

Zu dieser Zeit war dieses Unglück eine ungeheure lokale Sensation, Balladen, die das Unglück beschrieben und bedauerten, wurden von umherziehenden Bänkelsängern auf Messen und Märkten überall in den Grafschaften Roscommon und Longford wiedergegeben. Thady Murray, ein Flachs und Garn Kaufmann aus Kilmacnaney, Curraroe, und Mrs. Hanley, die Frau des Böttchers von Kilteevan gehörten zu den Getöteten. Mrs. Poll Rooney gehörte zu den Geretteten. Sie hatte wohl ihre Rettung dem Umstand zu verdanken, dass sich unter den Körben für Geflügel, die sie zur Messe bringen wollte, um sie dort zu verkaufen, ein „Märzhahn“ befand. Ein Hahn, der im Monat März schlüpfte, galt sowohl als Glücksbringer, als auch als ein guter Zeitmesser, der regelmäßig um Mitternacht, um 03:00 Uhr und um 06:00 Uhr oder Sonnenaufgang krähte.

Um einen authentischen Bericht über dieses Unglück verfassen zu können, suchten wir in Dubliner Zeitungen nach Einträgen, aber die Suche blieb fruchtlos und die Hoffnung auf Erfolg hatte uns beinahe verlassen, als etwas Unerwartetes passierte. Ein privates Tagebuch, geführt von der Familie Davys, die in der Gemeinde Rathcline lebte, welche an der östlichen Seite der Furt angrenzt, wurde sorgfältig in dem „Longford Leader“ am 10. Oktober 1931 von einem Experten, der selbst mit S.F.O’C signierte, redigiert und veröffentlicht. Der Tagebuchschreiber, Richard Davys, Esq. (Esq.
Esquire der Wohlgeborene) war Mitten unter denen, die in das Unglück verwickelt waren und in sein Tagebuch machte er folgenden Eintrag:

"Monday, February ye 2nd, 1701/2 happened ye woeful accident at Lanesborough, when were drowned in the pontoone 35 persons, 11 more having escaped, among which I was one,
Richard Davys."

(Montag, 12. Februar 1701, es geschah ein jämmerlicher Unfall, als im „pontoone“ 35 Personen ertranken und weitere 11 entkommen konnten, einer unter ihnen war ich, Richard Davys.)

(der 12. Februar, nach dem alten System der 2. Februar, war der Flachs und Garn Tag in Lanesborough). Dieses Unglück bildete offenkundig die Notwendigkeit an eine neue Brücke über die Furt und dementsprechend wurde 1703 folgende Petition dem „Irish House of Parliament“ vorgelegt:

"No. 140 - Sir Robert Newcomen, Bart., and others of the Counties Longford and Roscommon, pray for a bill to charge estates of Irish papists for the cost of building a bridge across the River Shannon at Lanesborough. - Petition presented October 30th, 1703; leave granted".
(J. O'Farrell: History of County Longford, p.150).

(Nr. 140 – Sir Robert Newcomen, Bart., und andere der Grafschaften Longford und Roscommon, bitten um eine Faktura, damit man die Anwesen der Irischen Papisten mit den Kosten für den Bau einer Brücke über den Fluss Shannon bei Lanesborough belasten kann. – Die Petition wurde am 30. Oktober 1703 eingereicht, die Erlaubnis wurde gewährt.)
(J. O’Farrell: „Geschichte der Grafschaft Longford, Seite 150)

Die Brücke wurde errichtet und 1706 fertig gestellt. Das Castle von Geoffrey Mare beziehungsweise das Fort des Königs wurden niedergerissen und die Steine fanden bei dem Bau der neuen Brücke eine neue Verwendung. Die neue Brücke hatte neun Bögen und „lay bys“ (Ausweichstellen). Ein Mr. Kelsym aus der Grafschaft Armagh, war der Generalunternehmer. Eine Platte, die das Wappen der Familie Lanesborough trägt, wurde in eines der Brückengeländer eingefügt. Der Stein verschwand jedoch auf mysteriöse Art und Weise bei der letzten Sanierung der Brücke in den späten 60er Jahren, genauso wie ein anderer Stein, der ebenfalls einen Inschrift trug. Allerdings wurde einer der ursprünglichen Steine mit einer Linie durch den Stein zu der neuen Brücke hinzugefügt. Die Linie soll die beiden Grafschaften Roscommon und Longford kennzeichnen. Oben auf dem Stein befindet sich eine alte Sonnenuhr.

Die Brücke, die 1706 gebaut wurde, war eine Mautbrücke, und diejenigen, die nicht die Brücke passieren wollten, damit sie keine Gebühr zahlen mussten, mussten 50 Yards (1 Yard = 91,44 cm) weiter den Shannon herunter gehen. Dort gelangten sie zu einem Abschnitt des Flusses, der „the point“ (der Punkt) genannte wurde und dort mussten sie dann durch den Fluss waten. Von 1617 an bis zur Fertigstellung der neuen Brücke, hatte Sir Patrick Barnewall das Recht, eine Fähre über den Fluss Shannon zu führen. Dieses Recht wurde ihm durch König James I. (1603 – 1625) verliehen.

Diejenigen, die die Fähre benutzen wollten, hatten folgende Gebühren, die sowohl auf die Person selbst als auch auf ihr Vieh und andere Sachen erhoben wurde, zu entrichten. Die festgelegten Gebühren waren folgende:

  • Für jeden Mann und jede Frau 1d. (1d. ≙ 1 Penny)

  • Für jedes Pferd oder jede Kuh, sechs Schafe, Schweine oder Ziegen 1d.

  • Für jedes Fass Korn oder Kleie einen halben Penny.

Von Zeit zu Zeit befanden sich allerdings der Fährmann und die Boote unter der Macht und dem Kommando des Constablers oder anderen höchsten Beamten des Forts von Ballyleague, bei allen erforderlichen Anlässen für den Dienst der Krone; die Miete betrug 13s. 4d. (13 Schilling 4 Pennies).

Die Brücke, die 1706 konstruiert worden war, wurde wiederum abgerissen und 1844 durch ein neues Bauwerk von dem „Shannon Navigation Commission“ (Shannon Schifffahrt Komitee) ersetzt.
Diese neue Brücke bestand aus sechs Steinbögen und einem hölzernen drehbaren Bogen, welcher die Durchfahrt von Dampfschiffen und Yachten ermöglichte. Die Brücke war 15 Fuß (1 Fuß = 30,48 cm) breit und ungefähr 100 Yards (1 Yard = 91,44 cm) lang. Eine Platte, die in einem der Brückengeländer integriert wurde, trug folgende Inschrift:

„This Bridge was erected by the Commissioners for the Navigation of the River Shannon in the year 1844.
His Excellency, The Right Hon. Thomas Philips, Earl de Grey, K.C. Lord Lieutenant, 1844.
Sykes and Brookfield, Contractors“

(Diese Brücke wurde von den Bevollmächtigten für die Schifffahrt auf dem Fluss Shannon im Jahre 1844 errichtet.
Seine Excellenz, der Ehrenwerte Thomas Philips, Earl de Grey, K.C. „Lord Lieutenant“ (der höchste Beamte), 1844.
Sykes und Brookfield, Bauunternehmer.)

Die Konstruktion der Brücke erstreckte sich über eine Zeitspanne von vier Jahren. Die Arbeiter, die an dem Ausschnitt der Furt und an der Errichtung der Brücke arbeiteten, erhielten als Lohn vier Schillinge pro Woche. Sie lebten von Kartoffeln und Milch: sie zahlten einen Schilling pro Woche für drei Mahlzeiten pro Tag.

Zitat aus: http://ballyleague.blogspot.com/2006/11/bridge-of-ballyleague-and-wreck-of.html , frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

 

Der Jakobitische Krieg
Wie schon bei dem Cromwellianischen Krieg (1641 – 1652) spielte Ballyleague alias Lanesborough auch in dem Jakobitischen Krieg (1690 – 1691) wieder eine Rolle. Im Jahre 1688 wurde König James II. (1685 – 1688) durch seinen Schwiegersohn „Prince William of Orange“ (Prinz Wilhelm von Oranien) von seinem Thron in England geworfen. Später wurde William König William III.
(1690 – 1702).
Am 12. März 1689 kam James in der Hoffnung nach Irland, seinen Thron durch die Hilfe der irischen Bevölkerung wiederzuerlangen. Sein Gegner, William, folgte ihm und landete am 14. Juni 1690 bei Carrickfergus in der Grafschaft Antrim. Die beiden Prinzen trafen bei der Schlacht am Boyne am 1. Juli 1690 aufeinander. James wurde besiegt und floh sofort nach Frankreich, wo er am 16. Juli 1690 ankam.

Nach der Niederlage bei der Schlacht am Boyne fiel die irische Armee bis zur Shannon-Sligo Linie wieder zurück und sie konzentrierte ihre Hauptstärke bei Limerick und Athlone.

Zur Info: Schlacht am Boyne
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Schlacht am Boyne (12. Juli 1690) ist ein entscheidendes Ereignis der irischen und nordirischen Geschichte.
Am Fluss Boyne siegte König Wilhelm III. von England über den ehemaligen englischen König Jakob II..
Dieser Sieg wird noch heute von den protestantischen Traditionsverbänden in Nordirland gefeiert, was stets Anlass zu Unruhen zwischen protestantischen und katholischen Gruppen liefert.
Hintergrund der historischen Schlacht an den Ufern des Boyne war der Kampf zwischen dem protestantischen Wilhelm von Oranien und dem katholischen James II., der 1688 zur Abdankung gezwungen worden war und mit französischer und irischer Unterstützung versuchte, den englischen Thron zurück zu erobern.
Jakob hatte beim erfolglosen Versuch, Londonderry und Enniskillen einzunehmen, große Verluste erlitten und konnten nur noch auf 7.000 französische Infanteristen, irische Kavallerie und frisch ausgehobene irische Infanterie und Dragoner zurückgreifen. Ihm standen etwa 21.000 Mann zur Verfügung.
Wilhelm von Oranien führte eine deutliche Übermacht, bestehend aus holländischen Blauen Garden, zwei Regimentern französischer Hugenotten und dänischen, preußischen, finnischen und Schweizer Söldnern ins Feld, insgesamt 35.000 Mann.
Das Heer Wilhelms siegte am Boyne, Jakob konnte aber fliehen und den jakobitischen Truppen glückte ein geordneter Rückzug, der es ihnen erlaubte, den Krieg gegen Wilhelm in Irland noch ein Jahr lang fortzusetzen.

Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_am_Boyne

Limerick wurde von Patrick Sarsfield gehalten; Athlone durch Colonel Grave; Ballyleague (alias Lanesborough) durch Colonel Edmund O’Reilly – ein Einheimischer aus Cavan; und Sligo durch Colonel Luttrell und später durch Sir Teige O’Regan.
Im August 1690 erreichten die Williamitische Armeen die irische Verteidigungslinie. Mit einer Truppenstärke von 30.000 Mann belagerte William Limerick, das durch Sarsfield verteidigt wurde und mit einer Truppenstärke von 18.000 Mann belagerte General Douglas Athlone, welches wiederum von Colonel Grace verteidigt wurde.

Williams berühmter Belagerungszug auf seinem Weg nach Limerick und die ebenso berühmte Brücke bei Athlone wurden gesprengt und im September war die Williamitische Armee gezwungen, die Belagerung von diesen beiden Städten abzubrechen.

Während des Winters 1690 blieb die lange Verteidigungslinie von Sligo nach Limerick in den Händen der Iren. Die vorausgegangene, sehr kurze Darstellung ermöglicht uns, darzulegen, was an der Furt bei Ballyleague – Lanesborough in Bezug auf die bedeutenden Ereignisse dieses Feldzuges passierte.

Am 31. Dezember 1690 erreichte ein Teil der Williamitischen Armee unter Major General Kirk Lanesborough aus Richtung Longford kommend.
Ein vorgezogenes Wachbataillon unter Colonel Brewer wurde voraus geschickt. Sie fanden heraus, dass die Iren – scheinbar 3.000 Mann stark – die Dämme in dem Sumpf mit Gräben durchschnitten hatten.
Der Sumpf befindet sich östlich der Stadt, in der Nähe, wo heute Clynes Mill liegt. Diese Gräben verteidigten die Iren eine Zeit lang. Nachdem sie einige ihrer Männer jedoch verloren hatten, kehrten sie in die Stadt zurück, die durch das King Fort oder Mare’s Castle verunstaltet war. Dann durchschritten sie die Cloontuskert beziehungsweise die westliche Seite der Furt und rissen hinter sich die Brücke nieder. Nach drei Tagen wurden die irischen Truppen durch drei Regimenter unter Colonel Clifford verstärkt, so dass die komplette Williamitische Truppe unter Major General Kirk, als diese die östliche Seite der Furt erreichte, nicht in der Lage war, diese nach Cloontuskert zu überqueren und so schlugen sie ihr Lager dort auf, wo sie gerade waren.

Während des Winters 1690, traten sich diese zwei Truppen sowohl auf der östlichen als auch auf der westlichen Seite der Furt gegenüber. Die Offiziere von beiden Seiten verringerten die Langeweile von ihrer Position, indem sie über den Shannon hinweg gegenseitig auf die Gesundheit des Gegners tranken.

Dieses erscheint in den folgenden Auszügen, die den Schreiben von Zeitgenossen entnommen wurden:

„Wir hatten nun, im Dezember und Januar 1690 bzw. 1691, einen Teil unserer Armee, auf den Marsch in Richtung auf den Durchgang bei Lanesborough. Er wurde von Major General Kirk befehligt. Am Mittwoch, den 31. Dezember, marschierte ein Teil unserer Armee unter Colonel Brewer gen Lanesborough. Der Feind erschien bei dem Sumpf auf dieser Seite der Stadt und es waren, so wie gesagt wurde, 3.000 Mann. Der Feind hatte den Damm, der durch den Sumpf nach Lanesborough führt, mit vielen Gräben durchschnitten. Sie konnten den Damm für eine Weile halten, aber nachdem sie ein paar ihrer Männer verloren hatten, zogen sie sich in die Stadt und von dort bis jenseits des Shannon, verunstaltet durch das Fort auf dieser Seite zurück und rissen die Brücke hinter sich nieder. Unsere Männer nahmen die Stadt und das Fort in ihren Besitz, nachdem der Feind beides verlassen hatte. Der Feind gab die andere Seite nach drei Tagen auf. Wir waren eine kleine Truppe und bevor unsere Männer auf den Feind stoßen konnten, wurden drei Regimenter der Iren auf der anderen Seite des Flusses postiert. Es passierte wenig. Colonel Clifford und andere Offiziere der Iren tranken auf die Gesundheit unserer Männer und diese gaben das Kompliment zurück.“
(Aus: History of War von Rev. Mr. Story, der protestantischer Kaplan in der Williamitische Armee war.)

„Die Engländer machten während des Winters 1690 – 1691 einen Versuch, den Shannon bei Lanesborough, Jamestown und Banagher zu überqueren. Zur gleichen Zeit schickte der Duke of Berwick Truppen aus, um dies zu verhindern.“
(Aus den Lebenserinnerungen von König James II.)

Während des Winters von 1690 und des folgenden Frühlings, tat sich wenig auf jeder Seite. Darüber hinaus bereitete man sich auf die bevorstehenden Kämpfe vor. Im Mai 1691 kam General St. Ruth, ein begabter und angesehener Soldat, aus Frankreich an und er wurde der Oberste Befehlshaber über die irische Armee. General Sarsfield wurde der zweite Befehlshaber der irischen Armee. Zwischen diesen beiden Soldaten gab es nur eine kurze Zeit für eine beiderseitige Übereinkunft. Der Befehlshaber der Williamitischen Armee, De Ginkel, befand sich in Mullingar mit der versammelten Armee von 18.000 Mann. An der Spitze von diesen Männern erreichte er am 16. Juni Athlone, mit dem Vorsatz, die Stadt zu erobern und durch die irischen Linien nach Connaught zu brechen.
Als seine Kanonen in Position gebracht waren, begann er mit seiner Attacke auf die Stadt. Da der Widerstand heftig war, hatte er die Idee, dass ein paar Männer den Shannon bei der Furt bei Ballyleague – Lanesborough überqueren könnten. Dementsprechend schickte er einen Offizier los, der die Lage erkunden sollte und mit Informationen sofort wieder zurückkehren sollte, um einen Report abzugeben.

Dieser Offizier, sah allerdings einige schwarze Rinder auf der Cloontuskert Seite des Flusses in der Nähe von Ballinclare. Betört von der Hoffnung, diese zu fangen und entgegen seinen Anweisungen, kehrte er so nicht sofort nach Athlone zurück. In der Zwischenzeit hörte Wauchopp, ein Offizier auf der irischen Seite und zu dieser Zeit Gouverneur von Athlone Castle, von de Ginkel’s Plan, Männer bei der Furt bei Ballyleague – Lanesborough zu werfen und er unterrichtete davon Colonel O’Reilly. O’Reilly verstärkte die Verteidigung auf der Cloontuskert Seite der Furt und de Ginkel’s Plan von einer Überquerung des Flusses bei Ballyleague – Lanesborough wurde verworfen. Dieses Detail eines großen historischen Feldzuges erscheint in den folgenden Auszügen:

„Als die letzte Belagerung von Limerick stattfand, war der Gouverneur von Lanesborough, Wauchopp, der Gouverneur von dem Castle von Athlone. Wauchopp, der erfahren hatte, dass De Ginkel beabsichtigte, den Fluss bei der Furt von Ballyleague – Lanesborough zu überqueren, sendete eine Warnung an O’Reilly. Colonel O’Reilly nahm dementsprechend gewaltige Arbeiten an dem einzig zugänglichen Teil am Ufer auf der Connaught Seite vor und so musste de Ginkel seine Idee, den Fluss an dieser Stelle zu überqueren, verwerfen.“
(Dalton’s Army List, Seite 927).

 

„De Ginkel schmiedete einen Plan, den Fluss in Richtung Banagher mit Booten zu überqueren während er sich bemühte, die Brücke bei Athlone zu überschreiten und gleichermaßen machte er einen Versuch bei Lanesborough, da er informiert war, dass es hier eine einfache Passage für den größten Teil seiner Armee geben würde. Er sendete einen Lieutenant mit einer Truppe von Pferden aus, die Furt zu erkunden. Der Lieutenant fand, dass die Passage über die Furt durchführbar sei. Aber obwohl er den Befehl hatte, so schnell als möglich mit den Informationen zurückzukehren, missachtete er den Befehl bei der Aussicht auf eine sichere Beute eines schwarzen Rindes, welches sich nicht weit entfernt an dem Ufer auf der irischen Seite befand. Dieses machte die Planung der Engländer bekannt und die Iren unternahmen erfolgreiche Arbeiten an dem Ort, wo der Fluss passierbar gewesen wäre. So musste De Ginkel seinen Plan, den Fluss zu überqueren, wieder verwerfen.“

(O’Callahan’s Green Book, Seite 157, Ausgabe von 1845).
(Dalton’s Army List, Seite 927). Als, nach fünf Tagen Kampf, die Engländer den Shannon bei Athlone überquerten, fiel die irische Armee in Richtung Ballinasloe zurück, gefolgt von De Ginkel. Bei Kilcommodon Hill, in der Nähe von Aughrim, standen sich die Armeen von Angesicht zu Angesicht am 12. Juli 1691 gegenüber und hier, an diesem Tag, wurde eine der entscheidenden Schlachten in der irischen Geschichte ausgetragen.

Zitat aus: http://ballyleague.blogspot.com/2006/11/jacobite-war.htm; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

 

Unser Rundgang durch Ballyleague/Lanesborough auf der rechten Seite der Brücke

 

Ich in meiner Sturmbekleidung auf dem Hof der Römisch-Katholischen Kirche von Lanesborough.

 

Das wunderschöne Kirchenfenster von dieser Kirche. Holger hatte sich extra ein wenig verrenkt, um für mich ein schönes Foto von dem Fenster machen zu können.

Grabmal von dem Rev. Martin Davis, der am 26- August 1903 im Alter von 71 Jahren gestorben war. Es befindet sich auf der rechten Seite der Kirche.

Wir wagten einen Blick von der Kirche aus auf den Lough Ree. Das sah aber nicht wirklich wie ein Ententeich aus. Also doch noch etwas mit der Überfahrt warten und Lanesborough weiter ansehen.

 

 

Von der Kirche aus gingen wir wieder in Richtung Brücke. Auch wenn ich normalerweise gerne irgendwo Bummeln gehe, aber bei diesem Mistwetter war der Spaziergang nicht gerade spaßig. Bevor wir zur Brücke zurückkehrten, bogen wir noch kurz nach links in die Straße nach Strokestown ab. Hier gab es aber nichts Besonderes zu entdecken und so kehrten wir nach einer Weile wieder zu der Hauptstraße zurück, die zur Brücke führt. Wir kamen nun zu dem Restaurant „The Life Belt Bar“.

Hier bogen wir nach links auf den Hof des Restaurants ab, denn von dort aus hatte man den besten Blick auf die Überreste des deLacy Castle, vor dem drei Esel grasten. Die Esel mussten irgendwie mit zum Restaurant gehören, auf einem Schild wurde darauf hingewiesen, dass die Esel wohl auf der Weide genug zu fressen finden würden und man sie doch bitte nicht füttern sollte und auch das Gatter sollte geschlossen bleiben.

Die Überreste des deLacy Castles.

Streckt mir da nicht einer der Esel einfach die Zunge raus?

Die Esel ließen sich aber nicht zum Gatter locken, sondern grasten in aller Ruhe weiter.

Und der Dritte im Bunde, wohl noch ein kleiner.

Nachdem ich den Eseln lang genug zugeschaut hatte, ich konnte mich nur sehr schlecht wieder von ihnen trennen, da ich sie zu niedlich fand, gingen wir weiter in Richtung Brücke. Dort ließ mich Holger einen kleinen Moment alleine, da er das kleine Häuschen unterhalb der Brücke mal ganz kurz aufsuchen musste. In der Zeit seiner Abwesenheit genoss ich den Blick von der Brücke auf den Shannon. Leider hatte sich der Lough Ree noch immer nicht beruhigt. Ob das wohl heute noch etwas mit der Überfahrt über den Lough Ree werden wird? Abwarten und Tee trinken!

Holger hatte sich indessen wieder zu mir gesellt und nun wollten wir auch die andere Seite der Brücke erkundigen. Das Wetter hatte sich immerhin soweit gebessert, dass es gerade einmal nicht regnete.

Unser Rundgang durch Lanesborough auf der rechten Seite der Brücke

Holger hatte sich zwischenzeitlich auf eine Bank gesetzt, um in aller Ruhe mit seinem PDA den neuesten Wetterbericht abrufen zu können. Die neue Mütze, die ich in Ballinamore erworben hatte, stand ihm richtig gut.

Der Wetterbericht versprach nicht wirklich eine Besserung und so hatten wir eigentlich schon für uns beschlossen, heute Nacht in Lanesborough liegen zu bleiben und es dann lieber morgen ganz früh zu versuchen. Wir machten uns auf dem Rückweg zur Daisy, wir legten aber noch einen Abstecher zur St. John’s Church und deren Friedhof ein, den ich mir ganz genau ansah. Holger sagt neuerdings immer mal zu mir, wenn wir an einem Friedhof in Deutschland vorbeikommen, dass er früher immer ein unbehagliches Gefühl gehabt hätte, wenn er auf einem Friedhof war. Seitdem wir aber nach Irland fahren und ich ihn ständig von dem einen zu dem anderen Friedhof schleppe, hat er das unbehagliche Gefühl schon längst verloren.

 

Ein paar Exemplare der Grabmäler auf dem Friedhof der St. John’s Church.

 

Nun kauften wir noch schnell in der Post von Lanesborough die fehlenden Briefmarken ein und kehrten dann zur Daisy zurück. Ich kam auf die Idee, unsere letzten britischen Pfunde in der Bank von Lanesborough in Euros umzuwandeln.
Gerade als ich aufbrechen wollte, lief die Heiga, das Boot von Norbert, in den Außenhafen von Lanesborough ein. Wir hatten es schon zu Beginn unseres Urlaubs im Camlin River liegen gesehen, aber man wollte damals die Koje nicht verlassen und so hatten wir mit Norbert noch kein Wort wechseln können. Bald darauf klopfte es an die Tür und Bine und Norbert standen davor, um uns Hallo zu sagen. Da es wieder fürchterlich anfing zu schütten, luden wir beide in unseren Salon ein. Dort fragten wir sie, ob sie heute Nacht auch hier liegen bleiben wollten. Nein, sie wollten auf jeden Fall heute noch über den See rüber. Ich ließ die drei allein, um mich trotz des Regens zur Bank aufzumachen, denn die schloss schon bald. In der Bank konnte ich tatsächlich bis auf das Kleingeld die ganzen britischen Pfunde, die wir noch hatten, in Euros umtauschen.
 Ich kehrte wieder zu unserem Boot zurück, auf dem sich nur noch Holger befand. Holger hatte mit Norbert vereinbart, dass wir vielleicht doch mit über den Lough Ree kommen würden, wenn das Wetter etwas besser werden würde. Norbert bot uns Geleitschutz an. Er als Ortskundiger, der mit GPS ausgerüstet schon unzählige Male und sogar schon bei Nacht über den Lough Ree rüber gefahren war, bestätigte uns und im speziellen mir noch einmal, dass dieser Wind noch kein Problem darstellen würde. Die Boote könnten eh nicht sinken. Er hatte gut reden. Die Heiga, ein Stahlboot von 12 Tonnen Gewicht und dagegen wir in unserem GFK Boot mit man gerade der Hälfte an Masse. Zudem ist die Daisy auch noch ein ganzes Stück kürzer als die Heiga.

So starteten wir aber doch um 16:30 Uhr gemeinsam in den Lough Ree. Ich hatte vorher alles, was kaputt gehen könnte, gut gesichert. Das gesamte Geschirr war gut in unsere Decken in den Kojen verstaut, alles was auf irgendeiner Ablage hätte herunterfallen können, hatte ich ebenfalls gut wegpackt.

Holger hatte draußen den Anker festgebunden und den Bootshaken reingeholt. Auch hatte er alle Tampen so befestigt, dass sie uns nicht bei einer starken Welle ins Wasser rutschen konnten. Ich hatte dann noch eine schöne CD aufgelegt, die ich recht laut abspielte. So versuchte ich meine aufkommende Angst in Griff zu behalten. Ich werde ja nicht seekrank, aber ich bekomme bei solch einer Wellenfahrt immer Angst. Das saß mir immer noch von unserer Horrorfahrt 2004 über den Lower Lough Erne in den Knochen.

Ich machte es mir dann auf der Bank im Salon mit einem Buch und einer Decke bequem. Das erste Stück war recht unangenehm, da wir einen Süd-West Kurs fahren mussten, der Wind und die Wellen kamen dabei jedoch aus Süden. Leider konnte Holger nur mit maximal 1500 Umdrehungen fahren, da der Motor von Norberts Heiga leicht überhitzte und er deshalb nicht so schnell fahren wollte. Als wir die Tonne mit der Nummer 9 erreichten und Südkurs nehmen konnten, wurde es ruhiger. Nach der Bantry Bay schlugen wir einen Süd-Ost Kurs ein. Zunächst waren wir noch durch die Insel Clawinch geschützt, dann hörte die Insel aber leider auf und wir waren dem Wind ungeschützt ausgesetzt. Erst bei den Inseln Muckinish und Inchcleraun würde es wieder besser werden, aber die waren noch weit entfernt.

Das Boot stampfte immer wieder in die Wellen ein. Es kam eine Welle, dann noch eine zweite und die dritte sorgte dann dafür, dass der Bug der Daisy voll eintauchte. Selbst die Heiga ging mächtig auf und ab. Als wir die Tonne mit der Nummer 7 erreichten, wurde es endlich besser. Eine kurze Zeit zum ausruhen lag nun vor uns. Der See ist hier relativ flach und in Richtung Süden befindet sich Land, so dass uns die Wellen bis zum Rinnagan Point relativ in Ruhe ließen. Holger versuchte mich ein wenig abzulenken und präsentierte sich hintereinander mit seinen verschiedenen Kopfbedeckungen, nachdem ich ihn schon ohne Mütze fotografiert hatte.

Nach dem Rinnagan Point hatten wir vollen Südkurs, dass bedeutete für uns, dass sowohl der Wind als auch die Wellen direkt von Vorne kamen. Immer wieder taucht die Nase unsere Daisy tief in die Wellen ein.
Und dann das – Bine kam doch tatsächlich aus dem Salon der Heiga an Deck, ging zum Heck und setzte sich gemütlich dort hin. Dann holte sie in aller Ruhe ihre Kamera heraus, um Bilder von unserer Daisy zu machen. Die Frau hatte wirklich Nerven. Aber ihr verdankten wir die nachfolgenden Bilder der Daisy, wie sie einmal mit dem Bug aus dem Wasser guckte und einmal mit dem Bug fast unter Wasser war.

Bei uns an Bord herrschte in dem Moment so ein Seegang, dass selbst die Karte immer irgendwo lag, nicht aber da, wo man sie hingelegt hatte und gebraucht hätte. Bis nach Hare Island zog sich die Fahrt scheinbar endlos dahin, dann endlich wurde es ruhiger.
Um 19:45 Uhr machten wir erschöpft und glücklich darüber, dass wir die Überfahrt doch gewagt hatten, im Hafen der Waveline Cruiser fest. Die Sicht war seltsamerweise die ganze Fahrt über immer gut gewesen, so dass Holger das Navigieren keine Probleme gemacht hatte. Trotzdem waren wir sehr froh, dass Norbert uns mit seiner Heiga über den Lough Ree begleitet hatte. Wir bedankten uns ganz doll bei ihm.

 

Nachdem wir unsere Daisy für die Nacht fest gemacht hatten, nahm ich meinen Kulturbeutel und alles andere, was ich zum Haare waschen benötigte, und machte mich zu den Duschräumen an Land auf. Nach dieser Überfahrt hatte ich mir eine heiße Dusche wirklich verdient und endlich einmal aufrecht Duschen war auch ein wahrer Genuss.
Ich hatte Holger währenddessen mit einem dreifachen Dackelblick dazu ermutigt, den heutigen Tag unseres Tagesberichtes schon einmal in die Kladde zu schreiben und irgendwann hatte ihn mein Dackelblick überzeugen können und er tat mir den Gefallen. Den heutigen Tag konnte er einfach besser berichten.
Nachdem ich von der Dusche, von der ich mich gar nicht mehr trennen wollte, an Bord der Daisy zurückgekehrt war, machte Holger uns gebratene Nudeln und ich uns einen Gurkensalat zum Abendbrot. Beim Essen sahen wir uns noch eine DVD an. Heute Abend wurden wir beide aber nicht alt und so gingen wir dann doch rasch in unsere Kojen und schliefen erschöpft ein.