24.04.2006
Der Tag des Sturmes
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Wir waren heute gegen 09:00 Uhr aufgewacht, das wussten wir so genau, da uns gut zehn Minuten später die Uhrzeit durch ein Boot bestätigt wurde, das zu schnell aus der Schleuse kommend, die um 09:00 Uhr geöffnet hatte, an unserem Liegeplatz vorbeifuhr und dabei die Daisy ganz schön durchschüttelt wurde. Wir blickten aus dem Fenster und wir sahen ein ESL Boot, das sich weiterhin mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Brücke bewegte. Es fielen uns doch immer wieder diese grün-weißen Boote negativ auf, die uns schon of durchgeschaukelt hatten. Wir frühstückten wieder Kellogg’s Frosties und machten dann erst uns und dann das Boot startklar. Ein mittelgroßes Boot von ESL (Emerald Star Line), das sich in Richtung Schleuse bewegte, war unser Startsignal des heutigen Tages. So machten wir die Daisy los und fuhren dem ESL Boot hinterher, das mittlerweile in die Schleuse eingefahren war. Die Besatzung fuhr auf die linke Seite der Schleuse, ohne auf Tony zu warten, der sich noch in dem Schleusenwärterhaus auf der anderen Seite der Schleuse befand. |
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Einer von der Besatzung ging von Bord und
legte die Tampen um die Poller, um sie dann den anderen Männern an Bord
zurückzugeben. Sie wurden dabei genau von Tony beobachtet. (Tony ist auf dem
unteren Foto ganz rechts vor seinem Häuschen zu erahnen). Zwar legte sich ihr
Boot zwischenzeitlich in der Schleuse etwas quer, sie konnten das allerdings
schnell wieder beheben, so dass Tony nicht eingreifen musste.
Nachdem sie fertig waren, wurden wir von Tony auf die rechte Seite der Schleuse gelotst. Er half uns dann wie immer, die Tampen um die Poller zu legen. Es stellte sich heraus, dass sich auf dem ESL Boot eine deutsche Besatzung befand. |
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Vermutlich waren sie wohl das erste
Mal mit dem Boot unterwegs, denn sie ließen den Motor in der Schleuse laufen.
Holger machte sie darauf aufmerksam, dass man den Motor in der Schleuse
abstellen sollte und schon wurde er ausgemacht. Fast alle Männer an Bord des ESL
Bootes trugen eine weiße Kapitänsmütze. Tony schloss hinter uns die
Schleusentore, öffnete die Schütze und kassierte noch schnell von uns allen die
Schleusengebühr, bevor wir unten angekommen waren. Der Hub der Schleuse war
aufgrund des Hochwassers nicht gerade sehr hoch, so dass die ganze Schleusung
nicht lange dauerte und wir uns so auch nicht so arg lange mit der anderen
Besatzung unterhalten konnten. Nach der Devise: „First in, First out“ bei den
Schleusen, fuhr, nachdem uns Tony die Schleusentore wieder geöffnet hatte, erst
das ESL Boot aus der Schleuse heraus und wir folgten dem Boot dann kurz nach
10:00 Uhr hinterher. Da Holger lieber freie Sicht beim Fahren haben wollte,
legte er den Gashebel auf die Back und mit vollen 1900 Umdrehungen überholten
wir das andere Boot. Auf dem Weg nach Tarmonbarry wurde der Wind immer kräftiger. Sollte der Wind doch die angekündigte Stärke erreichen? Wenn ja, das könnte uns dann ganz schön Probleme mit der Fahrt über den Lough Ree bescheren. Nun waren wir aber erst einmal auf dem Shannon unterwegs. Ich sah einen Kormoran auf einem roten Marker sitzen, danach flogen zwei Möwen über eine schwarze Tonne und mindestens ein Schwan kreuzte unseren Weg. Wir kamen durch den Lough Forbes, der jedoch nicht gerade spiegelglatt vor uns lag. Hier zeigten sich auch schon die ersten Wellen. Ansonsten passierte nicht viel auf dem Weg nach Tarmonbarry.
Gegen 11:30 Uhr erreichten wir die „Lifting Bridge“ (Hubbrücke) von Tarmonbarry.
Wie schon auf der Hinfahrt richteten wir den Ständer des Shannon-Info Wimpels so
aus, dass sich sein oberes Ende ungefähr auf der gleichen Höhe des Daches der
Daisy befand. Holger fuhr dann mit 600 Umdrehungen langsam auf die Brücke zu und
kurz vor der Brücke stellte er den Gashebel in den Leerlauf. Ich prüfte vorne am
Bug mit einem kritischen Blick, ob es wieder passen würde und puh, es passte
auch diesmal wieder. Wir hatten mal wieder eine handbreit Platz.
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Tarmonbarry Tarmonbarry ist eine Gemeinde in der Baronie von Ballintobber, in der Grafschaft Roscommon und in der Provinz von Connaught. Der Ort befindet sich an der Straße von Strokestown nach Longford. Insgesamt hat der Ort, zusammen mit dem Markt- und Post-Ort Roosky, 4048 Einwohner. Diese Gemeinde, die am Shannon gelegen ist, umfasst der Satzung nach 4097 Acres (1 Acre ≙ 4048 qm). Ungefähr die Hälfte davon ist minderwertiges Acker- und Weideland.
Die andere Hälfte beinhaltet einen nicht urbar machbaren Sumpf. |
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Das flache Gebiet auf der anderen Seite der Brücke besteht hauptsächlich aus der Insel Cloondragh, die durch den Shannon und durch zwei Flussarme des Camlin River geformt wird. An dieser Insel endete der Royal Canal in den schiffbaren Bereich des Camlin River, welcher sich dann etwas weiter unterhalb mit dem Shannon vereint. Hier besaß die „Canal Company“ (Kanal Gesellschaft) umfangreiche Docks, Innenhäfen und Lager. |
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Dieser Ort wurde Richmond Harbour genannt, als Erinnerung an den Duke of
Richmond, der in der Funktion des „Lord Lieutenant of Ireland“ (der höchste
Beamte von Irland) bei der Öffnung der Schifffahrt anwesend war. Tarmonbarry ist jedoch der allgemeine Name, der diesem Ort gegeben wurde, obwohl diese Bezeichnung sich genau genommen nur auf den kleinen Ort auf der Brückenseite der Grafschaft Roscommon und der umliegenden Gemeinde bezieht. |
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Auf der Seite der Provinz Leinster nahmen die Häuser zu, hier befanden sich auch
eine beträchtliche Anzahl von Mühlen an den Ufern des Camlin River und eine
Brennerei. Bei der Brücke befinden sich Stromschnellen im Shannon, die man
vermeiden kann, wenn man um Cloondragh Island herum das Ufer entlang zu dem
unteren Ende fährt, das mit einem kurzen Kanal mit dem Shannon verbunden ist.
Der Verkehr über das Wasser zwischen Richmond Harbour und Dublin war häufig und
regelmäßig, vier Handelsboote starteten jede Woche an festgelegten Tagen. Die Pfründe bestand aus einem Pfarrhaus in der Diözese Elphin und lag als Herzstück der Präbende von Elphin in der Zuständigkeit des Bischofs. Der Erlös des Zehnten betrug £228.
Zur Info: Pfründe
Zitat aus: http://www.libraryireland.com/topog/t.php ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga
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Nun kamen wir auch schon bei der Schleuse an, deren Schleusentore geschlossen
waren. So legten wir an dem Anleger vor der Schleuse an, an dem schon ein
irisches Privatboot lag. Dieses schien hier aber über Nacht gelegen zu haben,
denn es zeigte sich keiner an Bord. Der Wind hatte mittlerweile ganz schön an Stärke zugenommen. Holger merkte das auch, denn er war auf dem Weg zum Schleusenwärterhäuschen, da der Schleusenwärter uns bis jetzt noch nicht bemerkt hatte. Erst als Holger direkt vor ihm stand, kam er aus seinem Häuschen heraus. Mittlerweile hatte die deutsche Besatzung des ESL Bootes auch Tarmonbarry erreicht, denn wir sahen das Boot vor der Hubbrücke auf Warteposition liegen. |
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Holger sagte so also dem
Schleusenwärter nicht nur, dass wir gerne durch die Schleuse fahren würden,
sondern auch, dass noch ein anderes Boot an der Brücke darauf warten würde, dass
er die Hubbrücke für die Durchfahrt anheben würde. So öffnete der
Schleusenwärter für uns schon einmal die Schleusentore und setzte sich dann auf
sein Fahrrad, um zur Hubbrücke zu fahren, um das andere Boot dort durchzulassen. Gerade war der Schleusenwärter losgefahren, als zwei Besatzungsmitglieder des ESL Bootes uns erreichten. Sie fragten uns, was sie denn anstellen müssten, damit sich die Brücke heben würde. |
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Sie hatten sich in Roosky zwar schon bei Tony erkundet, aber der hatte
ihnen nur gesagt, dass sie bei dieser Bootsgröße nicht einfach so die
Brücke passieren könnten. Sie müssten die Brücke für ihr Boot anheben
lassen. Wie sie das jedoch anstellen sollten, dass hatte er ihnen
irgendwie verschwiegen. Wir erklärten ihnen, dass der Mann, der ihnen gerade auf
dem Fahrrad entgegen gekommen war, der Schleusenwärter wäre, der ihnen die
Brücke anheben würde. So machten sie sich wieder schnell zurück zu ihrem Boot.
Holger wollte mit der Einfahrt in die Schleuse noch warten, bis auch das ESL
Boot bei uns eingetrudelt war und so nutzte ich die Zeit, um mir die neben der
Schleuse neu entstandene Marina anzusehen, die sich in den letzten beiden Jahren
noch im Bau befunden hatte. Auch dieses Jahr machte ich von ihr ein paar
Aufnahmen, um den Baufortschritt im Bild festhalten zu können. Ich war wirklich erstaunt. Im letzten Jahr waren die Häuser noch nicht ganz fertig und das Hafenbecken war 2004 gerade am entstehen gewesen.
Der Stand der neuen Marina von 2004.
Jetzt wohnten die ersten Personen schon hier und im Hafenbecken, das mittlerweile komplett geflutet war, lagen schon die ersten irischen Privatboote.
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Auf meinem Rückweg zur Daisy bemerkte ich ein einzeln stehendes Haus, das sich links neben der neuen Marina befindet. Ich sah es mir noch näher an und stellte fest, dass es sich hierbei um ein Toilettenhäuschen handelte. Gut zu wissen. Solche Standorte muss man sich unbedingt merken. Ich kehrte nun an Bord der Daisy zurück und sah einen Hund, der sich in der Nähe der Boote und der neuen Marina herumtrieb. Endlich würde ich das Hundefutter loswerden. Ich holte es aus dem Vorratsschrank und lockte den Hund dann zu mir. Den musste man natürlich nicht lange bitten. Ich gab ihm etwas von dem Trockenfutter für Hunde, das ich unterwegs in einem der vielen Einkaufsmärkte erstanden hatte |
| . Ich konnte mich nicht mehr genau erinnern, in welchen ich es jetzt genau gekauft hatte. Der Hund beschnüffelte es skeptisch, denn scheinbar hatte er wohl noch nie solches Hundefutter zu Gesicht bekommen. Nachdem er jedoch vorsichtig den ersten Happen genommen hatte, schien er auf den Geschmack gekommen zu sein und ließ auch den Rest in seinem Magen verschwinden. Daraufhin bekam er von mir noch einen kleinen Vorratshaufen hingelegt, den er nachher noch in aller Ruhe fressen konnte. Ich wollte ja nun auch kein Hundefutter als Reisemitbringsel aus Irland mit nach Hause nehmen. Unsere Katzen hätten wohl blöde geschaut, wenn ich ihnen das dann gegeben hätte! |
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| In der Zwischenzeit hatte der Schleusenwärter die Brücke angehoben und damit dem ESL Boot den Weg zur Schleuse frei gemacht. Das ESL Boot befand sich nun auf dem Weg zu uns. | |
| Wir machten daraufhin auch die Leinen los und Holger fuhr in die Schleuse ein. Da der Schleusenwärter noch nicht wieder von der Hebebrücke zurückgekehrt war, entschieden wir uns selbst für die rechte Seite der Schleuse und dort machten wir dann auch das Boot fest. Nun warteten wir auf das ESL Boot, das sich langsam der Schleuse näherte. Holger übernahm die beiden Tampen von unserem Boot und ich machte mich auf den Weg auf die andere Seite der Schleuse, um der Besatzung des ESL Bootes bei den Tampen zu helfen. |
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Dem ESL Boot war ein Schwan in die Schleuse gefolgt, in der Hoffnung, dass er auch etwas zu Essen abstauben könnte. Da ich nicht wollte, dass er sich während der Schleusung mit den Booten zusammen in der Schleuse befand, holte ich Toastbrot aus unserer Küche und lockte ihn damit wieder aus der Schleusekammer heraus. Das war sicherlich besser für ihn.
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| Inzwischen war auch der Schleusenwärter zur Schleuse zurückgekehrt und da beide Boote ja schon in der Schleuse richtig lagen, machte er gleich die Schleusentore zu und die Schütze auf, um das Wasser herauszulassen. Während wir mit der anderen Besatzung noch ein paar Ausflugstipps austauschten, hörten wir einen Mann des anderen Bootes „Wir sinken! Wir sinken!“ rufen. Die Frauen der Männer erschienen mit Panik in den Gesichtern an Deck des Bootes und kurze Zeit später schalte von drüben das große Gelächter herüber, nachdem die Männer ihre Frauen aufgeklärt hatten, dass es ja ganz natürlich wäre, dass das Boot sinken würde, denn immerhin würde man sich ja in einer Schleuse befinden. Ich möchte nicht wissen, was die Frauen in diesem Moment der Aufklärung ihren Männern insgeheim alles an den Hals gewünscht hatten. Es war sicherlich nichts Nettes gewesen. Der Wind hatte jetzt kräftig zugelegt, das merkten wir sogar beim Schleusen, da die Schleuse in Nord-Süd Richtung liegt, genau in der Richtung, aus der auch der Wind kam. Es hatten sich hier auf dem Shannon auch schon die ersten Schaumkronen gebildet. Der Wetterbericht, den Holger mit seinem PDA gestern abgerufen hatte, hatte für heute die Windstärke „Gale Force“ (Sturm – Windstärke 8) vorhergesagt, bei dem heute Morgen abgerufenen Wetterbericht hieß es jetzt Windstärke 4 bis 6. Und wir wollten doch eigentlich noch über den Lough Ree. Wir berichteten auch der anderen Mannschaft von der schlechten Wettervorhersage, da sie auch über den Lough Ree wollten. Im Gegensatz zu uns, wir hatten derweil beschlossen, heute Mittag nicht über den Lough Ree zu fahren und im Hafen von Lanesborough erst einmal abzuwarten, wollte die andere Besatzung den Weg über den Ree jedoch wagen. Sie hatten ja auch ein etwas größeres Boot unter ihren Füßen. Mir wäre es aber trotzdem zu riskant gewesen. | |
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Der Schleusenwärter öffnete nun die Schleusentore für uns und so fuhr Holger die
Daisy um 12:10 Uhr als erstes Boot aus der Schleuse heraus. Uns folgte dann das
ESL Boot. Wir hatten es ja nun nicht mehr eilig und so fuhr Holger mit nur 1200 Umdrehungen in Richtung Lanesborough weiter, daher überholte uns diesmal das andere Boot kurz nach der Schleuse. Der Weg nach Lanesborough war recht wellig, obwohl wir uns ja eigentlich nur auf dem Shannon und nicht auf einem der größeren Seen befanden. Auch wenn wir uns bis jetzt nicht für einen Stopp in Lanesborough entschieden hätten, mittlerweile hätten wir es sicherlich getan. Bei diesem Wind würde mich keiner über den Lough Ree rüber bekommen. |
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Knapp eineinhalb Stunden später kamen wir in Lanesborough an. Wir legten in dem
nicht gerade windgeschützt liegenden Außenhafen an, da man hier den besten Blick
auf die Wellen hatte und es waren eindeutig zu viele Wellen zu sehen. Wir entschlossen uns zu einem Stadtbummel, denn, obwohl wir hier bereits zehnmal durchgefahren waren, hatten wir uns doch noch nie den Ort selbst angesehen. Da das Wetter mittlerweile recht eklig geworden war, es stürmte arg und dazu kam dann noch ein Nieselregen, der mehr waagerecht als senkrecht vom Himmel fiel, zogen wir uns unsere Regenbekleidung an. Damit konnte uns dann nichts beim Stadtbummel passieren. Dann ging es los! |
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Lanesborough |
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| Die strategische Position von Lanesborough war schon lange bekannt. Im Jahre 1140 ließ Turlough O’Connor, der König von Connaught, seine Armee über die hier befindlichen Furten marschieren. Weniger als ein Jahrhundert später verstärkte der normannische Lord, Walter deLacy, die Flussüberquerung. Die Reste seines Castles kann man heute noch sehen. Der hoch aufragende, mit Efeu verkleidete Hauptteil des Castles verspottet immer noch die an im vorbeigegangenen Jahre. Hier befindet sich eine strategische Position von dem Shannon, welche immer noch die Basis für viele Aktivitäten ist. Eine gut bestückte Bibliothek in der Stadt versorgt einen mit Material, das man für die Navigation auf den Shannon benötigt. |
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| Hier kann man auch die Fülle der Geschichte und das stolze Erbe dieser
Region erforschen. Nördlich des Ortes, gleich neben der L121 befindet sich die „Cloontuskert Abbey“ (Cloontuskert Abtei), die 520 nach Christus von den Heiligen Brendan und Faithleach gegründet worden war. In der Stadt Lanesborough befindet sich eines der ältesten Zentren des Christentums in der Grafschaft Longford. Es ist der Ort der St. John’s Church (die Kirche des Heiligen John), die sich auf dem gleichen Platz befindet, wo vorher eine Kirche gestanden hatte, die im 5. Jahrhundert gegründet worden war. Diese frühchristliche Kirche war ein Teil einer klösterlichen Siedlung, deren Hauptzentrum sich auf „Saints Island“ (Insel der Heiligen) im Lough Ree befand. Wikinger plünderten und beraubten sie häufig. Während des Mittelalters verfiel die Kirche größtenteils zu einer Ruine. Es war im 17. Jahrhundert, als George Lane der Erste Vicomte von Lanesborough wurde und eine fast vollständig neue Kirche erbauen ließ. Es folgten weitere Reparaturarbeiten im Jahre 1740 und 1861 erhielt die Kirche die Form, die sie heute noch hat. Zitat aus: http://www.longford.ie/community/townsection.asp?action=2&town=17&contenttype=2 ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga
„The Commons“ (die Allmende) |
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| Ein Beispiel eines „Limestone Pavement“ (einer Kalksteinpflasterung -
Kalksteinplasterung ist ein natürliche Karst Landschaft, die aus einer
unbedeckten Kalksteinebene besteht, deren Oberfläche eingeschnitten ist und so
einer künstlichen Pflasterung ähnelt), welches selten außerhalb der Grafschaft
Clare gesehen wird, zeigt sich hier. Die Kalksteinpflasterung hat zahlreiche
Moose und sich weiter in den Kalkstein fressende Spalten. Die überwiegenden Baumarten, die man in der Waldlandschaft findet, sind: Haselnussbäume, Eschen, Weiden, Erlen und einige Eichen. In dem Waldgebiet/Buschwerk und auf den grasbedeckten Rändern biegen sich Gras, Schwingelgras, Knaulgras, Brombeersträucher und einige Adlerfarne im Wind. |
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| Ordinäres Schilf, Rohrkolbenschilf, Wasserlilien und Froschlöffel sind in den
Schilfflächen zu finden. In dem Süßwassersumpf sind die Sumpf-Schwertlilie, das
Echte Mädesüß, das Reedgras, die Flatter-Binse und die Schnabel-Segge einige der
Arten, die man hier entdecken kann.
Lough Ree |
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| Lanesborough ist mit einer Brücke mit ihrem Schwesterdorf Ballyleague in der Grafschaft Roscommon verbunden. Die erste Brücke aus Flechtwerk wurde 1706 durch eine Steinbrücke ersetzt. (Die Steine wurden von dem normannischen Castle von Geoffrey Meares entnommen, welches sich dort befand, wo sich heute der Parkplatz befindet). 1847 wurde eine neue Brücke gebaut, die 1970 aktualisiert wurde. Der Lough Ree bietet eine Vielzahl von Annehmlichkeiten, historische und touristische Reize. Der See ist wegen seiner Insel von besonderem Interesse. Auf der Insel Inchcleraun befinden sich die Ruinen von sieben Kirchen, welche ein Teil einer klösterlichen Siedlung waren, die von St. Diarmuid im 6. Jahrhundert gegründet worden war. |
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Bootsfahrten und Wassersport
Fischen |
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| Das Ufer zwischen dem Kraftwerk und der Brücke wurde
erneuert, um es den Fischern zu erleichtern. Man sollte auch die lokalen
Angelgeschäfte besuchen, die das ganze Angelzubehör führen. Weitere
Informationen über das lokale Fischen erhält man aus nützlichen Broschüren, die
von dem Lanesborough Angling Club herausgegeben werden.
Diese Broschüren sind in den Geschäften vor Ort erhältlich. Lanesborough ist bekannt für seine ausgezeichneten Angelplätze. Die „Hot Water Stretch“ (Heißwasserstrecke) neben dem Torfheizkraftwerk zieht Angler aus ganz Europa an. Das Flussufer wurde gänzlich umgestaltet und verfügt jetzt über 60 Standplätze an der Brücke, mit vier Standplätzen für schwerbehinderte Angler. |
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| St. John’s Church of Ireland (die Kirche von Irland des Heiligen John) |
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| Zitat aus: http://www.longford.ie/community/townsection.asp?action=3&town=17&contenttype=3 ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga | |
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Lanesborough
Die Stadtgemeinde von Lanesborough Sir George Lane kam aus Tulsk in der Grafschaft Roscommon. Sein Sohn, Vicomte George Lane wurde Außenminister und Geheimrat von König Charles II., Beamter des „Star Chamber“, Hüter der Unterlagen des Birmingham Tower und „Secretary of War“ (Kriegsminister). Im Jahre 1664 heiratete er Dorcas, die zweite Tochter von Sir Anthony Brabazon, aus der Grafschaft Louth, Dritter Earl of Meath. Vicomte Lane starb am 11. Dezember 1683. Er wurde in der St. Jahns Church von Lanesborough bestattet. Sein Körper wurde später exhumiert und in England erneut bestattet. (Ref.: Lodge’s Peerage, von Archdall überarbeitet, 1789). Der Freibrief von König Charles II. wies die Stadt und die Länder von Ballyleague als eine freie Stadtgemeinde durch nachfolgenden Namen aus:
„The Borough und Towne of Lanesborough“ Zusätzlich wurde die Begrenzung der Stadtgemeinde wie folgt festgelegt. Es sind 100 Acres (1 Acre ≙ 4048 qm) von der Mitte der Stadt aus im Kreis verlaufend. Die Gemeinde und die freien Männer hatten das Recht zwei Mitglieder in das Parlament zu senden. Bis zum 1. Januar 1801, als das Irische Parlament durch den „Act of Union“ (Act of Union ist die Bezeichnung für die gesetzlichen Grundlagen der Vereinigung des Königreichs Großbritannien mit Irland im Act of Union 1800) abgeschafft wurde, behielt Lanesborough den Status „Free Borough“ (freie Stadtgemeinde). Ulick, Lord Clonbrock war zu dieser Zeit der Patron von der Stadtgemeinde von Lanesborough und er erhielt ₤15.000 als Ausgleich für seinen Verlust der Patronage der Stadtgemeinde. Sein Urahn Robert Dillon, Esq. (Esq. ≙ Esquire ≙ der Wohlgeborene), von Clonbrock, hatte die Patronage der Stadtgemeinde von John Hynes für ₤500 käuflich erworben. (Ref.: Davis Family Diary; redigiert und veröffentlicht durch S.F. O’C,; the Longford Leader, 17. Oktober 1931). Die folgenden Personen vertraten die Stadtgemeinde von Lanesborough von 1661 bis zu der Auflösung am 1. Januar 1801 im Irischen Parlament: 1661 - 1692 Maurice Barclay, Edward Crofton. 1692 - Fergus Farrell (danach vertrieben, da er Papist war), Humphrey Jervis, Thomas Handcock (gewählt, um Fergus Farrell zu ersetzen). 1695 - Thomas Handcock, Richard Gardiner. 1704 - Nicholas Shankey, Henry Fox. 1710 – Die Gleichen 1711 – Die Gleichen
1715 - 1727 Henry Fox, William Burg, 1727 - Thomas Marly, Thomas Burg. 1731 - Anthony Marly replaced Thomas Marly. 1731 - 1761 Die Gleichen. 1761 - William Howard, John Hely Hutchison, Henry Gore (gewählt anstelle von Hely Hutchison, der ebenfalls für Cork ausgewählt worden war und der sich entschied, diese Stadtgemeinde zu vertreten). 1771 - Matthew Carbery, E. Bellingham Sivan. 1776 - Robert Dillon 1783 - David la Touche, Robert Dillon, Cornelius Bolton. 1785 – Die Gleichen. 1792 - Gervaise Bushe, Stephen Moore. 1795 - William Smith. 1797 - Edmund Stanley, Richard Martin. 1798 - Edmund Stanley, John la Touche. Zitat aus: http://ballyleague.blogspot.com/2006/11/borough-of-lanesborough.html ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga
Die Geschichte von Ballyleague
"Monday, February ye 2nd, 1701/2 happened ye woeful accident at Lanesborough,
when were drowned in the pontoone 35 persons, 11 more having escaped, among
which I was one,
Die Brücke wurde errichtet und 1706 fertig gestellt. Das Castle von Geoffrey
Mare beziehungsweise das Fort des Königs wurden niedergerissen und die Steine
fanden bei dem Bau der neuen Brücke eine neue Verwendung. Die neue Brücke hatte
neun Bögen und „lay bys“ (Ausweichstellen). Ein Mr. Kelsym aus der Grafschaft
Armagh, war der Generalunternehmer. Eine Platte, die das Wappen der Familie
Lanesborough trägt, wurde in eines der Brückengeländer eingefügt. Der Stein
verschwand jedoch auf mysteriöse Art und Weise bei der letzten Sanierung der
Brücke in den späten 60er Jahren, genauso wie ein anderer Stein, der ebenfalls
einen Inschrift trug. Allerdings wurde einer der ursprünglichen Steine mit einer
Linie durch den Stein zu der neuen Brücke hinzugefügt. Die Linie soll die beiden
Grafschaften Roscommon und Longford kennzeichnen. Oben auf dem Stein befindet
sich eine alte Sonnenuhr.
Von Zeit zu Zeit befanden sich allerdings der Fährmann und die Boote unter der Macht und dem Kommando des Constablers oder anderen höchsten Beamten des Forts von Ballyleague, bei allen erforderlichen Anlässen für den Dienst der Krone; die Miete betrug 13s. 4d. (13 Schilling 4 Pennies).
Die Brücke, die 1706 konstruiert worden war, wurde wiederum abgerissen und 1844
durch ein neues Bauwerk von dem „Shannon Navigation Commission“ (Shannon
Schifffahrt Komitee) ersetzt.
„This Bridge was erected by the Commissioners for the Navigation of the River
Shannon in the year 1844.
Die Konstruktion der Brücke erstreckte sich über eine Zeitspanne von vier
Jahren. Die Arbeiter, die an dem Ausschnitt der Furt und an der Errichtung der
Brücke arbeiteten, erhielten als Lohn vier Schillinge pro Woche. Sie lebten von
Kartoffeln und Milch: sie zahlten einen Schilling pro Woche für drei Mahlzeiten
pro Tag.
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Der Jakobitische Krieg Wie schon bei dem Cromwellianischen Krieg (1641 – 1652) spielte Ballyleague alias Lanesborough auch in dem Jakobitischen Krieg (1690 – 1691) wieder eine Rolle. Im Jahre 1688 wurde König James II. (1685 – 1688) durch seinen Schwiegersohn „Prince William of Orange“ (Prinz Wilhelm von Oranien) von seinem Thron in England geworfen. Später wurde William König William III. (1690 – 1702). Am 12. März 1689 kam James in der Hoffnung nach Irland, seinen Thron durch die Hilfe der irischen Bevölkerung wiederzuerlangen. Sein Gegner, William, folgte ihm und landete am 14. Juni 1690 bei Carrickfergus in der Grafschaft Antrim. Die beiden Prinzen trafen bei der Schlacht am Boyne am 1. Juli 1690 aufeinander. James wurde besiegt und floh sofort nach Frankreich, wo er am 16. Juli 1690 ankam. |
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Nach der Niederlage bei der Schlacht am Boyne fiel die irische Armee bis zur
Shannon-Sligo Linie wieder zurück und sie konzentrierte ihre Hauptstärke bei
Limerick und Athlone.
Zur Info: Schlacht am Boyne
Limerick wurde von Patrick Sarsfield gehalten; Athlone durch Colonel Grave;
Ballyleague (alias Lanesborough) durch Colonel Edmund O’Reilly – ein
Einheimischer aus Cavan; und Sligo durch Colonel Luttrell und später durch Sir
Teige O’Regan.
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| „De Ginkel schmiedete einen Plan, den Fluss in Richtung Banagher mit Booten zu überqueren während er sich bemühte, die Brücke bei Athlone zu überschreiten und gleichermaßen machte er einen Versuch bei Lanesborough, da er informiert war, dass es hier eine einfache Passage für den größten Teil seiner Armee geben würde. Er sendete einen Lieutenant mit einer Truppe von Pferden aus, die Furt zu erkunden. Der Lieutenant fand, dass die Passage über die Furt durchführbar sei. Aber obwohl er den Befehl hatte, so schnell als möglich mit den Informationen zurückzukehren, missachtete er den Befehl bei der Aussicht auf eine sichere Beute eines schwarzen Rindes, welches sich nicht weit entfernt an dem Ufer auf der irischen Seite befand. Dieses machte die Planung der Engländer bekannt und die Iren unternahmen erfolgreiche Arbeiten an dem Ort, wo der Fluss passierbar gewesen wäre. So musste De Ginkel seinen Plan, den Fluss zu überqueren, wieder verwerfen.“ |
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(O’Callahan’s Green Book, Seite 157, Ausgabe von 1845). (Dalton’s Army List, Seite 927). Als, nach fünf Tagen Kampf, die Engländer den Shannon bei Athlone überquerten, fiel die irische Armee in Richtung Ballinasloe zurück, gefolgt von De Ginkel. Bei Kilcommodon Hill, in der Nähe von Aughrim, standen sich die Armeen von Angesicht zu Angesicht am 12. Juli 1691 gegenüber und hier, an diesem Tag, wurde eine der entscheidenden Schlachten in der irischen Geschichte ausgetragen. Zitat aus: http://ballyleague.blogspot.com/2006/11/jacobite-war.htm; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga
Unser Rundgang durch Ballyleague/Lanesborough auf der rechten Seite der Brücke
Ich in meiner Sturmbekleidung auf dem Hof der Römisch-Katholischen Kirche von Lanesborough.
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| Wir wagten einen Blick von der Kirche aus auf den Lough Ree. Das sah aber nicht wirklich wie ein Ententeich aus. Also doch noch etwas mit der Überfahrt warten und Lanesborough weiter ansehen. | |
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Hier bogen wir nach links auf den Hof des Restaurants ab, denn von dort aus
hatte man den besten Blick auf die Überreste des deLacy Castle, vor dem drei
Esel grasten. Die Esel mussten irgendwie mit zum Restaurant gehören, auf einem
Schild wurde darauf hingewiesen, dass die Esel wohl auf der Weide genug zu
fressen finden würden und man sie doch bitte nicht füttern sollte und auch das
Gatter sollte geschlossen bleiben.
Die Überreste des deLacy Castles.
Streckt mir da nicht einer der Esel einfach die Zunge raus?
Die Esel ließen sich aber nicht zum Gatter locken, sondern grasten in aller Ruhe weiter.
Und der Dritte im Bunde, wohl noch ein kleiner. Nachdem ich den Eseln lang genug zugeschaut hatte, ich konnte mich nur sehr schlecht wieder von ihnen trennen, da ich sie zu niedlich fand, gingen wir weiter in Richtung Brücke. Dort ließ mich Holger einen kleinen Moment alleine, da er das kleine Häuschen unterhalb der Brücke mal ganz kurz aufsuchen musste. In der Zeit seiner Abwesenheit genoss ich den Blick von der Brücke auf den Shannon. Leider hatte sich der Lough Ree noch immer nicht beruhigt. Ob das wohl heute noch etwas mit der Überfahrt über den Lough Ree werden wird? Abwarten und Tee trinken!
Holger hatte sich indessen wieder zu mir gesellt und nun wollten wir auch die andere Seite der Brücke erkundigen. Das Wetter hatte sich immerhin soweit gebessert, dass es gerade einmal nicht regnete. Unser Rundgang durch Lanesborough auf der rechten Seite der Brücke
Holger hatte sich zwischenzeitlich auf eine Bank gesetzt, um in aller Ruhe mit seinem PDA den neuesten Wetterbericht abrufen zu können. Die neue Mütze, die ich in Ballinamore erworben hatte, stand ihm richtig gut.
Der Wetterbericht versprach nicht wirklich eine Besserung und so hatten wir eigentlich schon für uns beschlossen, heute Nacht in Lanesborough liegen zu bleiben und es dann lieber morgen ganz früh zu versuchen. Wir machten uns auf dem Rückweg zur Daisy, wir legten aber noch einen Abstecher zur St. John’s Church und deren Friedhof ein, den ich mir ganz genau ansah. Holger sagt neuerdings immer mal zu mir, wenn wir an einem Friedhof in Deutschland vorbeikommen, dass er früher immer ein unbehagliches Gefühl gehabt hätte, wenn er auf einem Friedhof war. Seitdem wir aber nach Irland fahren und ich ihn ständig von dem einen zu dem anderen Friedhof schleppe, hat er das unbehagliche Gefühl schon längst verloren. |
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| Nun kauften wir noch schnell in der Post von Lanesborough die fehlenden Briefmarken ein und kehrten dann zur Daisy zurück. Ich kam auf die Idee, unsere letzten britischen Pfunde in der Bank von Lanesborough in Euros umzuwandeln. | |
| Gerade als ich aufbrechen wollte, lief die Heiga, das Boot von Norbert, in den Außenhafen von Lanesborough ein. Wir hatten es schon zu Beginn unseres Urlaubs im Camlin River liegen gesehen, aber man wollte damals die Koje nicht verlassen und so hatten wir mit Norbert noch kein Wort wechseln können. Bald darauf klopfte es an die Tür und Bine und Norbert standen davor, um uns Hallo zu sagen. Da es wieder fürchterlich anfing zu schütten, luden wir beide in unseren Salon ein. Dort fragten wir sie, ob sie heute Nacht auch hier liegen bleiben wollten. Nein, sie wollten auf jeden Fall heute noch über den See rüber. Ich ließ die drei allein, um mich trotz des Regens zur Bank aufzumachen, denn die schloss schon bald. In der Bank konnte ich tatsächlich bis auf das Kleingeld die ganzen britischen Pfunde, die wir noch hatten, in Euros umtauschen. |
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Ich kehrte wieder
zu unserem Boot zurück, auf dem sich nur noch Holger befand. Holger hatte mit
Norbert vereinbart, dass wir vielleicht doch mit über den Lough Ree kommen
würden, wenn das Wetter etwas besser werden würde. Norbert bot uns Geleitschutz
an. Er als Ortskundiger, der mit GPS ausgerüstet schon unzählige Male und sogar
schon bei Nacht über den Lough Ree rüber gefahren war, bestätigte uns und im
speziellen mir noch einmal, dass dieser Wind noch kein Problem darstellen würde.
Die Boote könnten eh nicht sinken. Er hatte gut reden. Die Heiga, ein Stahlboot
von 12 Tonnen Gewicht und dagegen wir in unserem GFK Boot mit man gerade der
Hälfte an Masse. Zudem ist die Daisy auch noch ein ganzes Stück kürzer als die
Heiga. So starteten wir aber doch um 16:30 Uhr gemeinsam in den Lough Ree. Ich hatte vorher alles, was kaputt gehen könnte, gut gesichert. Das gesamte Geschirr war gut in unsere Decken in den Kojen verstaut, alles was auf irgendeiner Ablage hätte herunterfallen können, hatte ich ebenfalls gut wegpackt. |
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| Ich machte es mir dann auf der Bank im Salon mit einem Buch und einer Decke bequem. Das erste Stück war recht unangenehm, da wir einen Süd-West Kurs fahren mussten, der Wind und die Wellen kamen dabei jedoch aus Süden. Leider konnte Holger nur mit maximal 1500 Umdrehungen fahren, da der Motor von Norberts Heiga leicht überhitzte und er deshalb nicht so schnell fahren wollte. Als wir die Tonne mit der Nummer 9 erreichten und Südkurs nehmen konnten, wurde es ruhiger. Nach der Bantry Bay schlugen wir einen Süd-Ost Kurs ein. Zunächst waren wir noch durch die Insel Clawinch geschützt, dann hörte die Insel aber leider auf und wir waren dem Wind ungeschützt ausgesetzt. Erst bei den Inseln Muckinish und Inchcleraun würde es wieder besser werden, aber die waren noch weit entfernt. |
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| Das Boot stampfte immer wieder in die Wellen ein. Es kam eine Welle, dann noch eine zweite und die dritte sorgte dann dafür, dass der Bug der Daisy voll eintauchte. Selbst die Heiga ging mächtig auf und ab. Als wir die Tonne mit der Nummer 7 erreichten, wurde es endlich besser. Eine kurze Zeit zum ausruhen lag nun vor uns. Der See ist hier relativ flach und in Richtung Süden befindet sich Land, so dass uns die Wellen bis zum Rinnagan Point relativ in Ruhe ließen. Holger versuchte mich ein wenig abzulenken und präsentierte sich hintereinander mit seinen verschiedenen Kopfbedeckungen, nachdem ich ihn schon ohne Mütze fotografiert hatte. | |
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Nach dem Rinnagan Point hatten wir vollen Südkurs, dass bedeutete für uns, dass
sowohl der Wind als auch die Wellen direkt von Vorne kamen. Immer wieder taucht
die Nase unsere Daisy tief in die Wellen ein.
Bei uns an Bord herrschte in dem Moment so ein Seegang, dass selbst die Karte
immer irgendwo lag, nicht aber da, wo man sie hingelegt hatte und gebraucht
hätte. Bis nach Hare Island zog sich die Fahrt scheinbar endlos dahin, dann
endlich wurde es ruhiger. |
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Nachdem wir unsere Daisy für die Nacht fest gemacht hatten, nahm ich meinen
Kulturbeutel und alles andere, was ich zum Haare waschen benötigte, und machte
mich zu den Duschräumen an Land auf. Nach dieser Überfahrt hatte ich mir eine
heiße Dusche wirklich verdient und endlich einmal aufrecht Duschen war auch ein
wahrer Genuss. |
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