22.04.2006
Aufgrund des schlechten Wetters ein reiner Fahrtag!
| Obwohl es gestern doch recht spät geworden war, wachten wir beide trotzdem
halbwegs früh auf. Wir waren wohl beide durch die Bewegungen des Bootes geweckt
worden, denn über Nacht hatte der Wind erheblich zugenommen, auch hatte es zu
nieseln angefangen. Die Norddeutschen unter uns würden dieses Wetter als ein
richtiges Schietwetter bezeichnen. Ich stand auf und machte erst einmal die
Heizung an, damit das Innere des Bootes warm werden konnte, danach kroch ich
ganz schnell wieder unter meine warme Decke. Nach einer Weile stand Holger auf
und machte uns beiden unser, für diesen Urlaub typisches Frühstück, das, wie
sollte es auch anders sein, aus Kellogg’s Frosties bestand. Nach dem Frühstück
machten wir uns beide fertig und während Holger sich um das Boot kümmerte, zog
ich meine Gummistiefel an und erkundete noch schnell Naan Island West. Vom
Anleger aus, sah die Insel ja ganz nett aus, aber bei einer näheren Betrachtung
würde sich ein zweiter Besuch nicht unbedingt lohnen, da nur noch außen herum
ein Ring aus Bäumen vorhanden war, im Innern der Insel waren sämtliche Bäume
abgeholzt worden und so bestand der innere Bereich aus einer Mischung aus
Gräsern, Gestrüpp, Dornen und Sumpf. Es war also die „perfekte Mischung“. Einen
Weg konnte man nicht erkennen und trotzdem versuchte ich mich bis zu der Ruine
des Hauses durchzuschlagen, das auf der anderen Seite von Naan Island West zu
finden ist. Ich schaffte es zwar irgendwie, dorthin zu kommen, jedoch gestaltete
sich dann der Rückweg als noch schwieriger als der Hinweg, weil ich irgendwie
die Orientierung verloren hatte. Der Baumkreis, der komplett um die Insel
herumführt, sah überall gleich aus und da ja auch kein Pfad zu erkennen war,
wusste ich erst einmal nicht, welchen Rückweg ich einschlagen sollte. Ich
versuchte es aufs Geratewohl und nachdem ich mehrmals fast bis zu den Knien
eingesackt war, ich hatte ja Gott sei dank Gummistiefel angezogen, mehrere
kleine Rinnsale überwunden und mehrmals an einem Dornengestrüpp hängengeblieben
war, schaffte ich es doch zum Anleger zurück. Ich säuberte dann noch schnell
meine Gummistiefel, bevor ich zu Holger auf die Daisy zurückkehrte. Für mich
stand aber fest, dass ich mir das so schnell nicht noch einmal antun werde und
wenn, dann nur, wenn es eine ganze Zeitlang vorher nicht geregnet hatte.
Naan Island aus dem Impartial Reporter vom 12.07.2001 Die Jet Ski Fahrer kamen am Upper Lough Erne in Schwierigkeiten. Laut der Küstenwache wurde der Alarm am Dienstag um 21:45 Uhr ausgelöst. Mr. Mickey McCaldin, der Eigentümer der Aghinver Boat Company (ABC) bei Castle
Archdale, versteht, warum die beiden jungen Männer, die auf einem Jet Ski
unterwegs waren, bei diesen stürmischen Bedingungen in Schwierigkeiten gekommen
waren. Sie befanden sich in der nahen Umgebung von Naan und Inishleague, zwei
Inseln, die in dem Gebiet des Upper Lough Erne liegen, das die meisten offenen
Wasserflächen hat und, wo ein starker Wind gewaltige Wellen erzeugen und für
gefährliche Bedingungen sorgen kann.
Pressemeldung von dem Forest Service Der „Minister of Agriculture and Rural Development“ (Minister der Landwirtschaft
und der landwirtschaftlichen Bodenplanung) kündigt einen Antrag auf die
Schaffung eines 20 Hektar großen Waldes aus einheimischen Baumarten auf der in
der Nähe von dem Anleger von Knockninny im Upper Lough Erne gelegenen Insel Naan
Island an.
Zitat aus: http://www.forestserviceni.gov.uk/press/2002/proposals_for_naan_island.htm ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga Naan Island aus dem Impartial Reporter vom 05.09.2002
Es wurden keine Angaben zu der Familie Ingram gefunden, obwohl John Ingram auf
dem Land der Rehill’s gearbeitet hatte.
Wir legten um 09:05 Uhr von Naan Island West ab. Zuerst steuerte Holger den Anleger von Knockninny an, denn hier wollten wir Diesel bunkern, da wir von dem letzten Jahr her wussten, dass Diesel hier sehr günstig war. Auch auf dem kleinen Weg nach Knockninny hatte der Wind, der in der Nacht aufgefrischt war, schon ganze Arbeit geleistet und ein wenig für Wellen gesorgt, die aber noch nicht problematisch waren. Zwar schaukelten sie das Boot schon durch, aber es war noch auszuhalten. Wir machten am Anleger von Knockninny um 09:20 Uhr direkt bei der Tankstelle fest.
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| Uns fiel gleich auf, wie ausgestorben Knockninny wirkte. Gleich bei dem Haus der Marina stand ein großes Festzelt und scheinbar war hier gestern lange gefeiert worden, so dass alle jetzt wohl noch in den Betten lagen, denn keiner von der Marina ließ sich Blicken. Holger ging zu dem Büro, um Bescheid zu sagen, dass wir gerne tanken möchten, kehrte bald aber unverrichteter Dinge wieder zurück, denn auch das Büro war unbesetzt. So blieb uns wohl nichts anderes übrig, als wieder abzulegen und eine andere Tankstelle anzusteuern, an der der Diesel aber sicherlich teurer war. So legten wir in Knockninny leider ohne einen vollen Kraftstofftank um 09:35 Uhr wieder ab. |
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| Knockninny Knockninny bedeutet „the Hill of Ninnidh“ (der Hügel von Ninnidh), einem heiligen Zeitgenossen von St. Molaise und St. Columba. Knockninny erhebt sich majestätisch, trotz seiner Narben durch die Steinbrucharbeiten.
Die Gegend ist voll von historischen und prähistorischen Überresten, obwohl
mittlerweile viele von ihnen von der Landschaft absorbiert worden waren und
durch diese Tarnung sind sie zuweilen wirklich schwer zu finden. Die Ausnahme
ist „St. Ninnidh’s Well“ (der Brunnen von Heiligen Ninnidh), von welchem man
glaubt, dass er heilende Eigenschaften hat. Er befindet sich auf dem Fußweg auf
der linken Seite, wenn man mit seinem Boot anlegt und den Anleger verlässt und
er ist von einem niedrigen Steinwall umgeben. Wenn man etwas länger laufen
möchte, dann kann man einen Rundweg um Knockninny selbst nehmen, auf dem man an
Überresten von einem alten Siedlungsschloss und einem Megalithengrab aus der
Bronzezeit vorbeikommt und man kann einen Blick auf ein Hügelgrab auf dem
höchsten Punkt des Hügels werfen. Wenn man nach Derrylin, das bedeutet „The Oak
Grove of Flann“ (der Eichenhain von Flann) oder vielleicht auch „The Oak Grove
of the Blackbirds“ (der Eichenhain der Amseln), fahren will, um zum Beispiel in
dem Supermärkten Blakes Spar und McDaids Vivo einkaufen zu gehen oder um das
Nachtleben vom Mount View Hotel and Bar auszuprobieren oder um im Blake’s
Restaurant, das sich am anderen Ende von Derrylin befindet, etwas zu essen, dann
sollte man sich besser ein Taxi rufen.
„St. Ninnidh’s Well“ (der Brunnen von Heiligen Ninnidh) Anmerkung von Inga: der Tipp mit dem Steinbruch war nicht gerade berauschend, denn wir erhielten vor einem Jahr keine Erlaubnis, über das Gelände des Steinbruches gehen zu können und nur dank eines Farmers, der uns über seine Kuhweiden ließ, konnten wir überhaupt auf den Knockninny hinauf gelangen.
Von Knockninny aus fuhren wir zwischen den Inseln Doocharn Island und Finner’s Island auf unserer linken Seite und Inishlirroo auf unserer rechten Seite hindurch und ließen danach Naan Island West auf unserer linken Seite liegen. BBC News vom 20. September 2004 |
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| Dann führte uns unser Weg zwischen den Inseln Edergole Island und Aghinish (links liegend) und Inishlught (rechts liegend) hindurch. Jetzt ließen wir die Insel Inishcrevan links liegen und hielten auf den Anleger Tirraroe zu, um diesen für die Internetseite des Eireskippers zu fotografieren. Vielleicht fehlte ja noch ein Bild dieses Anlegers auf deren Internetseite. Der Anleger sah ganz nett aus und scheinbar kann man hier bei Wind recht geschützt übernachten. |
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Der Anleger liegt sehr idyllisch und an Land befindet sich ein Picknickbereich an einer kleinen Straße, die auch an einem Haus vorbeiführt. Man könnte denken, dass hier der Hund begraben liegt, aber selbst hier wurde die IRA tätig. |
| 06. April 1988 William Burleigh (51) Protestant Stellung: Ulster Defence Regiment (UDR), getötet durch die Irish Republican Army (IRA). Er war nicht im Dienst und wurde durch eine Sprengfallenbombe, die an seinem Auto befestigt war bei Tirraroe, in der Nähe von Derrylin, in der Grafschaft Fermanagh getötet. Zitat aus: http://cain.ulst.ac.uk/sutton/chron/1988.html ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga Zum Glück ist die IRA ja nicht mehr aktiv, da sie am 28. Juli 2005 der Gewalt
abschwor und versprach, ihre Ziele von da an auf demokratischem und politischem
Wege erreichen zu wollen.
Von dem Anleger von Tirraroe aus ging es wieder vorbei an Inishcrevan, dann an Bockan Island und Trannish. All diese Insel ließen wir zu unserer linken Seite liegen. Jetzt kam schon die Brücke bei Trasna Island in Sicht, die wir bald darauf auch passierten.
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| Als wir uns dann bald auf der Höhe von Inish
Rath befanden, sahen wir die Fähre, die vom Festland zur Insel
herüberführt,
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an ihrem Ufer liegen und auf der Seite des Festlandes stand ein roter Transporter, der aber nicht gerade sehr vertrauenerweckend aussah. |
| Ob der noch fahrbereit gewesen war, konnten wir vom Wasser aus nicht beurteilen,
aber ich denke eher nicht, denn ansonsten hätte sich der eine Reifen sicherlich
nicht an der Seite des Busses befunden. Ich machte auch hier noch schnell beim
Vorbeifahren ein paar Fotos von dem Anleger von Inish Rath. Nun ließen wir nacheinander die Inseln Bleanish Island, Inisherk und Inishfendra zu unserer linken Seite liegen. Nachdem wir Inishfendra passiert hatten, hielt sich Holger rechts und bog in den Shannon-Erne-Waterway ein, wobei er die Geschwindigkeit soweit drosselte, dass unser Boot keine Heckwelle mehr erzeugte. |
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| Einerseits war die Geschwindigkeit hier so vorgeschrieben, andererseits wurde
dadurch das Ufer nicht angegriffen, das schon von vielen, zu schnell fahrenden
Booten schon arg ausgewaschen worden war.
Shannon-Erne-Kanal Nach noch nicht einmal einer halben Stunde passierten wir den Anleger von Aghalane Normalerweise hätten wir ja am Anleger von Aghalane wie sonst auch festgemacht, um eine kleine Kaffee-Pause einzulegen, aber heute war kein normaler Tag, denn heute wollten wir soviel wie möglich an Strecke machen. |
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| Auch kannten wir gerade diesen Abschnitt des Kanals sehr gut, da wir ihn alleine in diesem Urlaub schon das vierte Mal befuhren. Wir waren ja noch einmal zum Wäsche waschen in den Kanal zurückgekehrt und da in Aghalane ja der Trockner den Geist aufgegeben hatte, musste wir an dem Tag sogar bis nach Ballyconnell zurück fahren. So sparten wir uns diesmal die Pause, die bei diesen Wetterverhältnissen auch nicht besonders schön gewesen wäre. Kurz nach Aghalane kamen schon die Reste von der ehemaligen Brücke bei Aghalane in Sicht. |
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Diese Brücke hatte die Grenze zwischen dem Norden und dem Süden Irlands gebildet. 150 Jahre lang wurde diese Brücke von den Einheimischen benutzt, wenn sie den Fluss Woodford überqueren wollten. Sie diente einerseits als Verbindung zu den Kommunen, die im Hinterland gelegen waren, ferner als Hauptverkehrsstrecke zwischen Donegal und Dublin und als kürzeste Verbindung zwischen den Provinzstädten Enniskillen und Cavan. 1972 wurde die Brücke von unbekannten paramilitärischen Verbänden in die Luft gejagt. Sie wurde nie wieder aufgebaut und an ihren Resten fuhren wir nun vorbei. |
| Nachdem wir auch die
Senator Mitchell Peace Bridge, die Ersatzbrücke für die Aghalane Bridge,
passiert hatten, setzte Holger den Weg entlang des Shannon-Erne-Waterway fort
und schon bald kam die Schleuse Nummer 1, Corraquill Lock, in Sicht, vor der er
aber anlegen musste, da die Schleuse in unsere Richtung geschlossen war. So ging
ich von Bord, um die Schleuse fertig zu machen.
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Um 12:10 Uhr hatten wir die Schleuse Nummer 1, Corraquill Lock, passiert. Während meiner Wartezeit am Steuerungspult hatte ich mir das Häuschen des Schleusenwärters näher angesehen und bemerkte, dass es hier tatsächlich auch öffentliche Toiletten gab. Die waren mir vorher noch nie aufgefallen. Der Schleusenwärter war, wie auch schon die Male vorher, nicht vor Ort. Leider ließ sich nicht nur der Schleusenwärter nicht blicken, sondern auch die beiden Schäferhunde, für die wir ja extra Futter besorgt hatten. Schade eigentlich, aber wir werden es sicherlich auf unserem weiteren Weg an irgendeinen Hund verfüttern können. Weiter ging es. Kurz nach der Schleuse Nummer 1 passierten wir auf der linken Seite die Inseln Dernagore und Clonhoohy und dann kam erst die Fabrik von Quinn von Ballyconnell und dann auch schon die Schleuse Nummer 2, Ballyconnell, in Sicht.
Auch hier musste Holger erst an dem Anleger vor der Schleuse festmachen, damit ich an Land übersetzen konnte, um die Schleuse für unsere Richtung klar zu machen, da sie natürlich für die Gegenrichtung frei war. Wie sollte es auch anders sein. Das gleiche Glück hatten wir ja auch schon auf dem Hinweg gehabt. Immerhin hatte es bisher noch nicht zu regnen angefangen, obwohl sich der Himmel immer mehr zuzog. Bisher hatte ich nur einmal nicht bei Regen schleusen müssen, ansonsten hatte ich immer in meiner typischen Schleusenkleidung, die aus Gummistiefeln, Regenhose und Regenjacke besteht, am Bedienpult der Schleuse gestanden.
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| Um 13:05 Uhr hatten wir die Schleuse Nummer 2, Ballyconnell, geschafft. Gleich nach der Schleuse, noch vor der Ballyconnell Brücke, entdeckten wir an dem von uns aus gesehenen linken Ufern ein Denkmal, was uns bisher noch nie aufgefallen war. Wahrscheinlich hatten die Blätter der am Ufer stehenden Bäume es bisher verdeckt gehalten. Wir waren bisher ja noch nie zu dieser Jahreszeit in Irland mit dem Boot unterwegs gewesen. Nachdem wir unter der Brücke von Ballyconnell hindurch gefahren waren, sahen wir uns den Fortschritt der Bauarbeiten am Kai an und konnten doch einen erheblichen Unterschied feststellen, obwohl wir ja erst vor wenigen Tagen hier gelegen hatten. |
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| An dem Anleger von Ballyconnell lagen insgesamt nur zwei Boote. Hier hätten wir heute also die freie Auswahl gehabt, aber wir wollten ja noch ein bisschen Strecke schaffen. So fuhren wir auch hier weiter. | |
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| Am linken Ufer fotografierte ich noch schnell im Vorbeifahren eine Kirche, die mir bisher auch noch nie ins Auge gefallen war. Wir fuhren weiter entlang des Kanals. Der Himmel wurde immer dunkler, das war uns aber heute egal. Nach über einer Stunde Fahrzeit kam die Schleuse Nummer 3, Skeellan (Kiltynaskellan) in Sicht und wie sollte es auch anders sein, auch hier musste Holger wieder vor der Schleuse festmachen, da uns die Ampel wieder ein rotes Licht zeigte. Ich ging ans Ufer und machte die Schleuse für uns klar. |
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Die Schleuse Nummer 3, Skellan, hatten wir um 14:30 Uhr passiert. Gleich nach der Schleuse durchfuhren wir den Coologne Lough auf dem kürzesten Weg, befuhren dann ein kleines Stückchen Kanal und kamen dann in den Derrycassan Lough. Genau in der Nähe von dem Kanalstück zwischen diesen beiden Seen befindet sich ein Bullaun Stone.
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| Bullaun Stone Dieser schöne Bullaun Stein befindet sich am Fuß eines nach Osten zeigenden Abhangs, 300 Meter von dem südlichen Ende des „Flusses“, der den Derrycassan Lough mit dem Coologne Lough verbindet. Der flache, rechteckige Stein hat ein einziges Bullaun mit einem Durchmesser von 25 cm. Es gibt hier auch vier sehr flache, kelchförmige Marken, die sich bogenförmig angeordnet an dem östlichen Rand des Bullaun befinden.
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| Zitat aus:
http://www.megalithomania.com/show/site/1559
; frei aus dem Englischen
übersetzt von Inga Bullaun Wir durchfuhren den Derrycassan Lough ebenfalls auf dem kürzesten Weg und nachdem wir wieder ein kleines Stückchen Kanal hinter uns gelassen hatten, kamen wir in den Ballymagauran Lough. An dem von uns aus gesehenen anderen Ende des Ballymagauran Lough liegt der Ort Ballymagauran und hier sind die Überreste des Ballymagauran Castle zu finden. Ballymagauran Castle Auch den Ballymagauran Lough durchfuhren wir auf dem kürzesten Weg. Wir kamen nun in den Woodford Kanal. Es ist ein sehr enger Kanal, der aber wunderschön ist, da seine Ufer stark mit Bäumen bewachsen sind und man dass Gefühl hat, dass man durch eine Allee fährt. Trotzdem hoffte man bei jeder Fahrt, dass einem kein anderes Boot entgegenkommen würde, denn das Ausweichen in diesem Kanal war nicht gerade leicht. Wir kamen an der Einfahrt in den Hafen von Haughton’s Shore vorbei und erreichten dann den Garadice Lough. Die Inseln im Garadice Lough
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Die Insel befindet sich ganz in der Nähe der „Drumreilly Church“ (Drumreilly
Kirche), die zu der „Church of Ireland“ (Kirche von Irland) gehört und die in
dem 18. Jahrhundert von der Familie Gore, den örtlichen Landlords, gebaut worden
war. Bei dieser Kirche befindet sich ein Friedhof, auf dem sowohl
protestantische als auch katholische Gräber zu finden sind. Das deutet darauf
hin, dass der Friedhof wohl aus der Zeit vor der Reformation stammt. Zusammen
mit der Nachbargemeinde Oughteragh (Ballinamore) konstituierte Drumreilly die
mittelalterliche „Rectory of Cinal Luachain“ (das Pfarramt von Cinal Luachain). |
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| Die „Down Survey“ (Down Untersuchung) (1656-1659) zeigt auf, dass die Insel und
das sie umgebenen 1000 Acres große Festland zu den Zeiten der Untersuchung
formell zu dem Bischof von Kilmore betitelt wurde, wie es für frühere
klösterliche Länder so erwartet wurde. In den „Annals of the Four Masters“ (Annalen der Vier Herren) steht, dass „Muirchertach Ua Maelmoicheirge, der Noble Bischof von der Ui Briuin Bréifne, ein großmütiger Senior“, 1149 gestorben ist. Das bedeutet, dass die Vorfahren der heutigen Earleys die „Kaplane“ von den O’Rourkes, die die Könige des mittelalterlichen Fürstentums von Bréifne waren, gewesen waren. Die Hauptfestung der O’Rourkes hat sich im Blickfeld von Church Island auf Cherry Island im Garadice Lough und auf dem nahe gelegenen Festland befunden. |
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| Laut einer lokalen
Überlieferung erhielt Church Island ihren Namen aufgrund des auf ihr
befindlichen, überlieferten Begräbnisplatzes dieser Häuptlinge. Heute sind auf
der Insel keine Grabsteine mehr sichtbar. Ein Argument (zugegebenermaßen ist dieses im hohen Grade spekulativ) dafür kann sein, dass die gleiche Insel vorher mit der wichtigen, prähistorischen, heidnischen, heiligen Stätte des Hochgottes von Irland, Cróm Cruac, in Verbindung stand, welche sich, so wird es allgemein angenommen, beim Darragh Fort in der Grafschaft Cavan in der Nähe des Lough Garadice auf dem Territorium der McGoverns befunden haben soll. Von St. Patrick wird behauptet, dass er an diesem Ort eine bedeutende Auseinandersetzung mit Druiden gehabt hatte. Nach einer Beschädigung durch einen Sturm, hat die Coillte, der irische Forstwirtschaftsbetrieb und Besitzer der Insel, angepflanzte Kiefern aus der mittleren Region der Insel entfernt. Als Teil des Nutzholzabbaus wurde dann ein Zaun um die Kirche herum errichtet und ein weiterer um den Bullaun Stein, der sich in der Nähe befindet. Die Gespräche mit „The Heritage Department (Dúchas)“ (der Dienststelle zur Bewahrung des natürlichen und kulturellen Erbes Irlands) von der irischen Regierung, die Insel und ihre Ruinen unter staatlichen Schutz stellen zu wollen, führten zu keinen unmittelbaren positiven Ergebnissen, nicht zuletzt wegen der etatmäßigen Knappheit. Die Everan Foundation hatte es zusammen mit der „Ballinamore Development Company“ (Entwicklungsgesellschaft von Ballinamore), “Crann-Og archaeological“ (Crann-Og archäologisch) und dem „forestry service“ (Forstwirtschaftsbetrieb) einrichten können, dass Forstarbeiter im August 2004 den vielen Bewuchs in der Umgebung der Kirche lichten konnten. |
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| Anschließende Untersuchungen gaben sachkundigen Personen zu erkennen, dass das
größere (östliche) Fenster im 15. Jahrhundert gebaut worden war, das kleinere
(südliche) Fenster ist jedoch vermutlich älter, es stammt etwa aus dem 12. oder
13. Jahrhundert. Außerdem wurde bemerkt, dass das Gebäude dringend standfest
gemacht werden muss. Im Fall von 2004 wurde eine archäologische Untersuchung des
Gebäudes durch den zertifizierten Architekten für Konservierungsarbeiten Peter
McGrath mit Büros in Cavan, vorgenommen. Im März 2005 wurden weitere Gespräche und Inspektionen durchgeführt, in Hinsicht darauf, die notwendigen Aufräumarbeiten durchzuführen, um die Notstabilisierungsarbeiten veranlassen zu können. Im Juli 2005 trafen sich Mr. McGrath von dem „Board of the Ballinamore Development Company“ (Gremium der Entwicklungsgesellschaft von Ballinamore) und Mr. Blake Anderson, |
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ein Archäologe von der „National University of Ireland,
Galway“ (Nationalen Universität von Irland von Galway), um sich zu besprechen.
Wenn auch erst im September 2005 ein Arbeitsbericht von dem Architekten bei dem
„National Monument Service“ (NMS - dem nationalem Denkmaldienst) eingereicht
worden war, gab der NMS nach Gesprächen zu erkennen, dass es keine Bedenken
gegen die Arbeiten gab, die wie geplant durchgeführt worden waren. Im Januar 2005 unterbreitete Mr. Séan Moffatt of Dromod in der Grafschaft Leitrim einen Preis für das abgewickelte Projekt, das in dem Arbeitsbericht beschrieben worden war. Es wird erwartet, dass sich die „Ballinamore Development Company“ (Entwicklungsgesellschaft von Ballinamore) während des Februars 2005 an das „Leitrim County Council“ (Grafschaftsrat von Leitrim) wegen einer Bewilligung für die Stabilisierung der Ruine in Zusammenarbeit mit der Everan Foundation wenden wird. Zitat aus: http://www.georgetown.edu/faculty/earleyj/Island.htm ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga
Kurz bevor wir den Garadice Lough wieder verließen, sahen wir am Ufer im Schilf einen Reiher sitzen, der sogar auch sitzen blieb, als ich von ihm ein Foto machte. Scheinbar befindet sich hier sein Nest, denn man kann eine leichte Erhöhung auf dem Foto erkennen. |
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| Nun reihte sich eine Barke von Swan Island kommend vor uns ein. Da es mittlerweile stark angefangen hatte zu regnen, tat uns die Mannschaft dieser Barke umso mehr leid, da die Barke nur von Außen steuerbar war. So standen die beiden Männer also im Regen, um ihr Boot zu steuern, während wir uns im warmen Inneren unseres Bootes befanden. Die Fotos sind aufgrund der vielen Regentropfen auf den Fenstern etwas verschwommen und bei dem Wetter wollte ich mich nicht unbedingt nach draußen stellen, um von der Barke ein Foto machen zu können. | |
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| Wir befanden uns wieder auf dem Shannon-Erne-Waterway. Da wir etwas schneller als die Barke waren, näherten wir uns ihr ganz langsam an. Fast hätten wir sie kurz vor der Schleuse Nummer 4, Aghoo Lock, einholen können, aber sie bogen dann doch in den Hafen ab, der sich direkt bei der Schleuse befindet. Sobald die Schleuse in Sicht kam, zog ich aufgrund des schlechten Wetters meine typische Schleusenkleidung an. Uns hatte also das irische Schleusenwetter wieder eingeholt. Wenigstens hatten wir diesmal bei der Schleuse Glück. Sie stand in unserer Richtung offen. Holger ließ mich kurz am Anleger vor der Schleuse raus, in dem er mit dem Bug so dicht an den Anleger heran fuhr, dass ich hinüberwechseln konnte, dann legte er den Rückwärtsgang ein, fuhr ein Stück wieder zurück, legte dann den Vorwärtsgang ein, um dann gleich darauf in die Schleuse einzufahren. Ich ging währenddessen zum Steuerungspult. Das Wetter war wirklich nicht berauschend. Während ich in meiner Regenbekleidung am Steuerungspult stand, suchte Holger unter dem Vordach, dass sich am Heck der Daisy befindet, Schutz vor dem Regen.
Holgers Leinenführung in dieser Schleuse.
Um 16:00 Uhr hatten wir die Schleuse Nummer 4, Aghoo Lock, hinter uns gebracht. Ich behielt vorsichtshalber meine Regenkleidung gleich an, da die nächste Schleuse nicht weit entfernt war. Am Ufer sah ich ein Schaf stehen, das unter einem Baum Schutz vor dem Regen und vor dem Wind gesucht hatte. Falls Schafe zu irgendeinem Gesichtsausdruck fähig sind, dann sah dieses Schaf nicht gerade sehr glücklich aus. Aber das kann auch von mir hereininterpretiert worden sein.
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| Jetzt kamen wir an eine Stelle, wo ein kleiner Baum einen Teil des Shannon-Erne-Waterway blockierte, da er wohl zu unstabil gestanden hatte und bei dem Hochwasser in den Kanal abgerutscht war. Holger umfuhr das Hindernis geschickt und setzte dann den Weg zur nächsten Schleuse fort. Nach noch nicht einmal einer halben Stunde erreichten wir dann auch die Schleuse Nummer 5, Ardrum Lock. Ich hatte mich ja schon seelisch darauf vorbereitet, mich in den immer stärker werdenden Regen stürzen zu müssen, aber das Glück war diesmal auf meiner Seite. |
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| Die Schleusentore standen auf unserer Seite offen und oben auf der Kaimauer
stand der Einweiser von Locaboat, der uns in die Schleuse winkte. So fuhr Holger
in die Schleuse ein, ohne mich vorher am Anleger absetzen zu müssen und ich
konnte mal einen Schleusenvorgang aus der Schleuse heraus beobachten. Der
Einweiser von Locaboat hatte uns gleich erkannt und nachdem er uns freundlich
begrüßt hatte, unterhielt er sich während der Schleusung mit uns. Er stand
jedoch nicht alleine dort oben, denn auf der anderen Seite wartete eine
Penichette darauf, in die Schleuse einfahren zu können und so leistete deren
Mannschaft dem Einweiser oben auf der Schleuse Gesellschaft. Die Mannschaft der
Penichette hatte gerade das Boot übernommen und sollte nun von dem Einweiser von
Locaboat das Schleusen gezeigt bekommen.
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Als wir mit dem Boot oben angekommen waren, sagte Holger dem Einweiser noch schnell, dass wir bei Locaboat tanken wollten. Der Einweiser machte uns darauf aufmerksam, dass es etwas dauern könnte, da er der neuen Mannschaft noch die Schleusung zeigen müsste, danach hätte er aber Zeit für uns. Wir verabschiedeten uns für den Moment und dann fuhr Holger um 16:35 Uhr aus der Schleuse aus, um der Penichette Platz zu machen. |
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| Kurz nachdem wir aus der Schleuse ausgefahren waren, legten wir auch schon bei Locaboat direkt an der Tankstelle an. Nachdem wir unser Boot am dem wackeligen Anleger bei Locaboat festgemacht hatten, das war jedes Mal ein richtiger Balanceakt, gingen wir beide an Land. Holgers Blick fiel auf die Tanksäulenanzeige und blieb fast ungläubig an ihr kleben. Er machte mich auf die angezeigte Zahl aufmerksam und auch ich konnte nicht glauben, was ich sah. Welches Boot hatte nur ein Tankvolumen von 702,5 Litern. Holger wollte sich da mal beim Einweiser von Locaboat erkundigen. |
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| Ich ließ Holger alleine bei unserem Boot zurück, denn während er auf den
Einweiser warten wollte, wollte ich noch schnell ein paar Lebensmittel in
Ballinamore beim SuperValu besorgen. Ich beeilte mich mit dem Einkauf, ging dann
aber noch bis zu dem Geschenkartikelladen und gleichzeitigem Touristenoffice, um
hier noch eine uns fehlende Karte zu besorgen. Hier fand ich auch eine
Kleinigkeit für Holger in Form einer Mütze im irischen Stil. Dann kehrte ich
schnell zur Daisy zurück. Mittlerweile hatte der Einweiser von Locaboat unser
Boot aufgetankt und Holger auch die Anzeige der Tanksäule erklärt. Er hatte wohl zwei Penichetten hintereinander betankt, ohne die Tanksäule wieder auf Null gestellt zu haben, aber er hätte auch eine große Penichette, die fast so ein großes Tankvolumen hätte (550 Liter). Die musste wahrscheinlich selbst in vier Wochen nicht einmal aufgetankt werden. Was für ein Traum. |
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| Holger machte mich dann noch auf einen anderen Traum aufmerksam. Er hatte in die neben uns liegende Penichette geschaut und hatte dort doch tatsächlich eine Zentralheizung entdeckt. Gerade in dieser Jahreszeit könnte man fast darauf ein wenig neidisch werden. Die musste man wohl nicht über Nacht ausschalten und hatte so also morgens gleich ein warmes Boot. Wir machten die Leinen los und legten um 17:45 Uhr bei Locaboat ab. |
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Unsere Tankanzeige zeigte wieder auf voll. Was will man mehr. Nachdem wir unter der Brücke von Ballinamore hindurch gefahren waren, kam schon die Schleuse Nummer 6, Ballinamore, in Sicht. Leider zeigte uns hier wieder die Ampel ein rotes Licht und so machten wir hinter einem großen ESL, der schon am Anleger vor der Schleuse wartete, ebenfalls am Anleger fest. Wir gingen beide von Bord. Da die Schleuse Nummer 6 nicht zu den größten des Kanals gehörte, machten wir uns Gedanken, ob wir zusammen mit dem Boot von ESL schleusen könnten. Ich ging beide Boote am Anleger ab und merkte mir dabei die Schritte, die ich zurückgelegt hatte. |
| Dann ging ich hinauf zur Schleuse und lief
dann ebenfalls die Schleusenkammer ab, indem ich meine Schritte mitzählte. Ich
stellte fest, dass die beiden Boote wohl zusammen reinpassen würden, es würde
aber auch sehr knapp werden und der Skipper von dem Boot von ESL müsste bis ganz
nach Vorne vorfahren. Holger setzte sich mit dem anderen Skipper wegen der
gemeinsamen Schleusung in Verbindung. Nachdem die Gegenrichtung aus der Schleuse
herausgefahren war und uns passiert hatte, fuhr der Skipper des Bootes von ESL
zuerst in die Schleuse ein. Ich stand währenddessen oben bei der
Schleusenkammer, um seine Leinen entgegenzunehmen, sie um den Poller
herumzulegen und dann wieder an ihn zurückzugeben. Der Skipper des Bootes von
ESL fuhr soweit wie möglich nach Vorne in die Schleusenkammer ein und nachdem
ich ihm die Leinen wieder an Bord zurückgegeben hatte, machte Holger die Leinen
der Daisy los, um ebenfalls in die Schleusenkammer einzufahren. Ich nahm unsere
Leinen ebenfalls entgegen und hielt damit den Bug der Daisy von dem Heck des
Bootes von ESL fern. Nachdem Holger den Motor abgeschaltet und von mir die
Leinen, die ich vorher auch um die Poller gelegt hatte, zurückerhalten hatte,
ging ich zum Steuerungspult der Schleuse. Vorher warf ich aber noch schnell
einen Blick auf den hinteren Bereich der Schleuse und tatsächlich, die Daisy
befand sich in dem richtigen Bereich, der durch weiße Striche bei jeder Schleuse
gekennzeichnet wurde. So konnte ich ohne Bedenken die hinteren Schleusentore
schließen und das Wasser einlassen. Jetzt mussten sowohl Holger als auch der
Skipper des anderen Bootes sehr darauf achten, dass sich die Boote nicht
berührten, während das Wasser in der Schleuse immer höher stieg. Beide sahen
dabei hoch konzentriert aus. Wir schafften es aber tatsächlich, ohne dass sich
die beiden Boote einmal berührt hatten. In dieser relativ kleinen Schleuse war
das sicherlich ein kleines Meisterstück und wir waren sicherlich beide froh,
dass es so gut geklappt hatte. Was mir während der Schleusung noch aufgefallen
war, war, dass wir alle Automatikwesten getragen hatten. Das war wirklich
vorbildlich!
Um 18:10 Uhr hatten wir auch die Schleuse Nummer 6, Ballinamore, geschafft. Das Boot von ESL fuhr aus der Schleuse aus und wir folgten ihm. Als wir die Schleuse passiert hatten, warf ich noch schnell einen Blick auf das Wehr, das sich direkt bei der Schleuse befindet und sah vor dem Wehr einen kleineren Baum im Wasser treiben.
Wir setzten unseren Weg auf dem Shannon-Erne-Waterway fort, denn bis 20:00 Uhr konnten wir ja noch schleusen und wir wollten heute ja so weit wie möglich kommen. Auch war es noch nicht zu dunkel zum Fahren, auch wenn der Himmel ganz schön bedeckt war. Das Boot von ESL steuerte währenddessen den Anleger von Ballinamore gleich hinter der Schleuse an. Scheinbar hatte dessen Mannschaft das heutige Tagesziel erreicht.
Nach ungefähr einer halben Stunde, erreichten wir die Schleuse Nummer 7, Ballyduff. Leider zeigte uns ihre Ampel auch wieder ein rotes Licht, so legte Holger wieder am Anleger vor der Schleuse an und ich ging dann von Bord, um die Schleuse für unsere Richtung fertig zu machen.
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Um 18:45 Uhr fuhr Holger aus der Schleuse Nummer 7, Ballyduff, aus und weiter
ging es entlang des Kanals. Die nächste Schleuse lag nun etwas weiter entfernt,
trotzdem wollten wir es versuchen, auch noch sie zu meistern, denn dann könnten
wir über Nacht in Keshcarrigan liegen, ansonsten würden wir eine ruhige Nacht an
dem Anleger der nächsten Schleuse haben. Gleich nach der Schleuse lagen drei
Seen, Kiltybardan Lough, St. John’s Lough und Muckro’s Lough vor uns, die wir
nun hintereinander durchfuhren. Genau genommen sind es sogar fünf Seen, denn von
dem Kiltybardan Lough gelangt man in den Lough Nacarriga und von dem St. John’s
Lough kann man den Lough Moodrike erreichen. Beide Seen, sowohl der Lough
Nacarriga als auch der Lough Moodrike sind jedoch für Boote gesperrt. Nach den
Seen fuhren wir noch ungefähr eine halbe Stunde auf dem Shannon-Erne-Waterway
weiter, bis wir die Schleuse Nummer 8, Castlefore, erreichten. Auch hier bot
sich uns das gleiche Bild. Die Schleusentore waren zu und die Ampel
zeigte uns ein rotes Licht. Durch die Fahrt durch den Kanal kann man
wirklich anfangen, die Farbe Rot nicht mehr zu mögen. Am Besten streicht man einfach
So setzte mich Holger, wie auch schon bei den meisten anderen Schleusen an
diesem Tag, am Anleger ab, indem er mit der Daisy so den Anleger anfuhr, dass
ich schnell herüber gehen konnte. Erst danach legte er die Daisy so an, dass er
sie alleine festmachen konnte. So konnte ich mich schon auf den Weg zum
Steuerungspult der Schleuse machen, um die Schleuse für uns umzuschleusen. In
der Hinsicht waren wir wirklich schon ein eingespieltes Team. Das ist aber bei
den vielen Schleusen, die wir bei den bisherigen fünf Bootsurlauben schon hinter
uns gebracht hatten, kein Wunder. Irgendwann setze ich mich mal hin und zähle
die ganzen Schleusen einmal, durch die wir schon durchgefahren sind. Wir werden
sicherlich auf weit über 100 Schleusenfahrten kommen.
Holgers Schleusenfahrt mit der Daisy in acht Bildern, wobei er beim ersten Bild schon zur Hälfte oben gewesen war. |
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| Um 19:40 Uhr, also zwanzig Minuten vor dem Ablauf der Schleusenzeit, hatten wir auch die Schleuse Nummer 8, Castlefore, geschafft. Jetzt mussten wir noch einen kleinen Weg im Kanal zurücklegen, um den Anleger Keshcarrigan zu erreichen. Hier wollten wir dann übernachten. Nachdem wir die von Holger so genannte Landebahn hinter uns gebracht hatten, Holger nannte sie so, weil hier mit wenigen Metern Abstand, so wie die Lichter auf einer Landebahn, sehr viele Marker hintereinander standen. Dann kam schon der Anleger von Keshcarrigan in Sicht. Hier lagen bereits zwei Boote. Eine Barke und ein Boot von ABC. Bei der Crew des ABC Bootes handelte es sich um Tina und Willi, die sich wie auch wir auf dem Rückweg zu ihrer Marina befanden, wobei sie sich aber etwas länger Zeit lassen konnten, denn sie hatten noch etwas länger Urlaub. Wir legten in Keshcarrigan um 20:00 Uhr an und Willi half uns beim Anlegen.
In der Nähe von Keshcarrigan gibt es den Sheebeg, den wir auch schon einmal bei einem unserer früheren Bootstouren besucht hatten. Der Sheebeg ist mit Legenden verbunden, von denen ich hier eine wiedergeben möchte. Sheebeg |
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| Diarmuid and Gráinne (Dermot und Grania) Obwohl Fionn, der als Häuptling der Fianna auf Bitten von Cormac Mac Art, dem Herrscher von Tara diente, kam es zwischen ihnen zu einem Unfrieden, da Cormac sich zunehmend vor der Macht der Fianna hütete, weil er dachte, dass sie ihn eines Tages von seinem Königtum verdrängen könnten. Das machte Fionn sehr traurig, denn er war sehr loyal und er hasste es, dass es eine Unstimmigkeit zwischen dem König und ihm gab. Er war nicht mehr der Jüngste und er fühlte sich in seinem Alter ein wenig einsam. So spürte er, dass es Zeit war, eine neue Frau zu nehmen, da seine zweite Frau Maighneis, die Mutter von Fiachna, schon seit vielen Jahren tot war. Als es ihm dann vorgeschlagen wurde, dass er um die Hand von Cormac’s Tochter Gráinne (Grania) anhalten sollte, wollte er dies unbedingt tun, denn er glaubte, damit die Kluft zwischen dem König und ihm schließen zu können und gleichzeitig würde er eine wunderschöne Frau bekommen. |
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| Demzufolge sendete er Boten zu Cormac Mac Art, um ihn um die Hand seiner Tochter
zu bitten. Cormac war mit diesem Plan einverstanden, denn gleichzeitig würde er
einen potentiellen Rivalen in einen Schwiegersohn verwandeln können und so würde
ihm von dieser Seite her wohl keine Gefahr mehr drohen. Gráinne (Grania) selbst
dachte aber nicht daran, Fionn zu heiraten, denn er war ihr zu alt und sie
glaubte noch daran, jemanden zu finden, den sie wirklich lieben könnte. Ihr
Vater hörte jedoch nicht auf ihre Zweifel und befahl ihr, das zu tun, was er ihr
sagen würde. So sandte Cormac an Fionn freundschaftliche Nachrichten und die
Einwilligung zur Hochzeit zurück. Ein großes Festmahl wurde dann in Tara vorbereitet und Menschen kamen aus allen fünf Provinzen von Irland, um die Hochzeit von Fionn und Gráinne zu beehren. In der Nacht des Festmahles saß Gráinne bleich und wortlos neben Fionn bis sie Diarmuid O’Duibhne (Dermot) unter den Gästen ausmachte. Ein Anflug von Röte erfasste ihr Gesicht, als sie nach seinem Namen fragte. Während sie den Pokal des Gastes in ihren Händen hielt, ging Gráinne durch die Menge, sprach mit dem einen oder tauschte einen Spaß mit einem anderen aus, bis sie dahin gelangte, wo Diarmuid O’Duibhne saß. Dann flüsterte sie ihm „Mein Herz ist gefüllt mit Verlangen nach Dir“ zu. Diarmuid blickte erschrocken zu der neuen Frau seines Herren hinauf und für einen Moment erkannte man in seinen Augen auch Gefühle für sie, aber er wies sie zurück, da er an Fionn keinen Verrat begehen wollte. Gráinne ließ sich dadurch aber nicht abbringen und so setzte sie Diarmuid unter einen „geis“, damit er sie aus der Festhalle begleiten würde oder Irland als entehrter Mann verlassen würde. Geas Diarmuid wurde bei diesen Worten blass, denn er wusste, dass kein Krieger diese
Verpflichtung ablehnen durfte, aber er wusste auch, dass, wenn er Tara verlassen
würde, er nicht mehr sicher vor Fionn und seinen Männer wäre.
Nach dem Anlegen machte ich mich gleich zu dem am Anleger befindlichen Servicehäuschen, denn ich wollte noch schnell unsere, bis jetzt angefallene, dreckige Wäsche waschen. In Keshcarrigan befand sich zwar nicht das letzte Servicehäuschen, denn auf dem noch vor uns liegenden Weg gab es noch eins in Leitrim und in Boyle, aber da wir morgen Leitrim sicherlich schon in drei Stunden erreichen würden und wir in diesem Urlaub das erste Mal nicht nach Boyle fahren wollten, war es doch für uns mehr oder minder die letzte Gelegenheit, unsere dreckige Wäsche los zu werden. Bevor ich aber die Waschmaschine belud, sah ich mir beide Geräte genau an, denn ich wollte nicht die gleiche Pleite wie in Aghalane erleben. Beide Geräte sahen gut aus, bei beiden waren die Anzeigen in Ordnung, beide hingen am Strom und es waren auch alle Knöpfe an den Geräten vorhanden. Mehr konnte ich nicht erst einmal nicht prüfen, so musste ich einfach bis zum Schluss hoffen, dass auch der Trockner so in Ordnung sein würde, wie er es ja auch schon auf dem Hinweg gewesen war. So lud ich die Waschmaschine voll und nachdem ich sie angestellt hatte, kehrte ich zur Daisy zurück. Holger hatte sich mittlerweile zu Willi und Tina gesellt und unterhielt sich mit den Beiden.
Ich schloss mich ihnen an und wir erzählten unter anderem auch von unserer
heutigen Fahrtstrecke. Die Beiden schienen eher entsetzt über unsere lange
Fahrtzeit zu sein. Sie hätten das wohl eher nicht gemacht. Wir sahen das aber
anders, denn so hatten wir das schlechte Wetter richtig gut ausnutzen können,
denn beim Fahren ist es einem ja egal, ob es gerade in Strömen regnet. Wir
hatten so aus diesem schlechten Tag, einen guten Fahrtag gemacht. Tina befragte
mich noch kurz zu dem Waschraum, denn sie wollte wohl auch morgen früh ihre
Wäsche waschen. Ich konnte ihr auch nur sagen, dass die Waschmaschine waschen
würde und dass der Trockner auf der Hinfahrt noch in Ordnung gewesen wäre. |
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