21.04.2006

Nun treten wir doch die Fahrt in den Süden an, allerdings mit einer kleinen Verzögerung!

Wir hatten wieder richtig ausgeschlafen. Für diesen Urlaub hatten wir uns ja vorgenommen, uns mal nicht von dem Wecker aus dem Schlaf reißen zu lassen und daran hielten wir uns auch pingelig. Trotzdem wachten wir meist ungefähr zur gleichen Zeit auf. Wahrscheinlich wurden wir einfach durch das Licht geweckt, dass durch unser Bullauge im Dach der Koje schien, denn in diesem Urlaub verdunkelten wir dieses nie. Heute gab es wie fast jeden Morgen Kellogg’s Frosties, es war einfach ein schnelles und doch sättigendes Frühstück.
Für heute hatten wir uns die Rückfahrt in den Süden vorgenommen, aber nachdem wir bemerkt hatten, was für ein traumhaftes Wetter wir heute hatten, konnte sich Holger einfach nicht für die Rückfahrt begeistern und so entschlossen wir uns doch schnell um und nahmen uns für heute noch einmal den Lower Lough Erne vor.
Ich wollte heute jedoch das erste Stück nicht mit dem Boot sondern zu Fuß zurücklegen, denn ich hatte gelesen, dass man von der Cammagh Bay zu Fuß die Insel Inishmacsaint erreichen kann und zwar über eine Pontonbrücke und das wollte ich heute einmal ausprobieren. Eigentlich wollte ich dann denselben Weg wieder zur Daisy zurück nehmen, aber Holger machte den Vorschlag, dass er mich ja mit dem Boot bei Inishmacsaint Island abholen könnte. Und so machten wir das dann auch. Wir starteten heute also getrennt um 10:45 Uhr. Ich ging ein kleines Stückchen den Weg entlang und sah dann, dass Holger mittlerweile abgelegt hatte. So machte ich noch schnell ein Foto von ihm, wie er so alleine mit dem Boot unterwegs war. Das Bild hat wirklich Seltenheitswert.

Ich setzte meinen Weg fort und bis zum Parkplatz mit den Toiletten-Häuschen, der ungefähr 300 Meter vom Anleger entfernt lag, war der Weg sehr gut zu laufen. Danach änderte sich die Beschaffenheit jedoch schlagartig und ich sah nur noch Pfützen auf dem Weg vor mir. Ich wollte schlau sein und wich einfach auf die Wiese aus, um die Pfützen auf dem Weg zu umgehen, leider war dies ein Satz mit dem X, das war nix, denn auf der Wiese sanken meine Schuhe vollkommen in den nassen Untergrund ein und in dem Moment ärgerte ich mich zu Tode, dass ich nicht die Gummistiefel angezogen hatte, die sich jetzt trocken an Bord der Daisy befanden. Aber es nützte ja nichts, ich musste weitergehen, denn Holger wollte mich ja auf Inishmacsaint Island wieder abholen. So setzte ich meinen schlammigen Weg fort, ohne Rücksicht auf meine Schuhe zu nehmen, denn die waren ja eh schon nass. Ich erreichte nach dem Parkplatz ziemlich schnell die Pontonbrücke, die hier langsam vor sich hinrostete und eigentlich ein sehr jämmerliches Bild abgab.

 

Da sie aber doch noch recht vertrauenswürdig aussah, entschloss ich mich ganz schnell dazu, sie zu überqueren. Die Pontonbrücke war von Innen hohl und in ihrem Inneren sammelte sich so langsam der Abfall der Generationen an. Na ja, immerhin war es hier besser als den Müll direkt im Lower Lough Erne zu entsorgen. Auf der anderen Seite angekommen, also auf Inishmacsaint Island, fand ich leider keinen besseren Weg vor und so setzte ich meine matschige Tour fort.
Schnell kamen die Ruinen von Inishmacsaint Island in Sicht und da ich noch alleine auf der Insel war, machte ich schnell ein paar Aufnahmen von den Ruinen. Bei unserem letzten Besuch im Jahr 2005 fanden wir mitten in den Ruinen die Zelte von einer Gruppe von Paddlern vor, die hier ihr Nachtlager aufgeschlagen hatten. Das hatten wir davor auch noch nicht gesehen, dass jemand inmitten einer Ruine einfach seine Zelte aufschlägt. Wir standen damals doch etwas staunend davor. Aber diesmal hatte ich, wie schon erwähnt Glück, dass ich alleine auf der Insel war und so konnte ich in aller Ruhe die Fotos machen.

 

 

Ich machte mich auf dem Weg, der zum Steg hinunter führte, einerseits, um Holger beim Anlegen zu helfen und andererseits, um ihn vor dem matschigen Untergrund zu warnen, denn es langte ja eigentlich, dass ich schon nasse Füße hatte. Als ich den Anleger erreichte, hatte Holger allerdings schon festgemacht. Mittlerweile war er ja ein richtiger Anlegeprofi geworden. Ein Paar Verfolger hatte er auch gleich mitgebracht, denn schon von oben hatte ich die beiden Schwäne im Schlepptau der Daisy bemerkt, die sich mittlerweile, auf etwas Futter hoffend, hinter dem Heck der Daisy eingefunden hatten. Es war jetzt 11:15 Uhr. Ich erzählte Holger von meinem Weg, der ja soooo matschig gewesen war. Holgers Fahrt war dagegen richtig angenehm gewesen. Wir blieben noch eine Weile an dem Anleger liegen, denn irgendwann konnte ich den Schwänen nicht mehr widerstehen, die mit einer gewissen Hartnäckigkeit hinter unserem Heck warteten. Ich holte das Toastbrot raus, das zwar gestern abgelaufen war, aber immer noch sehr gut aussah.

Da ich einen Grundsatz habe und keine abgelaufenen Sachen esse, egal, wie gut sie noch aussehen, freuten sich jetzt halt zwei Schwäne über die Zwischenmahlzeit. Während ich die Schwäne fütterte, kam auch die Dreiergruppe zum Steg zurück und bevor auch der ältere Mann wieder in sein Boot einstieg, bemerkte er mit einem Lächeln, dass ich jetzt wohl zwei Freunde fürs Leben gefunden hätte, die uns wohl an diesem Tag nicht mehr aus den Augen lassen würden. Darüber musste ich nun auch Schmunzeln.

Die Dreiergruppe legte von Inishmacsaint Island ab und wir folgten um 11:25 Uhr ihrem Beispiel, nachdem wir das ganze Toastbrot verfüttert hatten. Unser nächstes Ziel sollte der Anleger Tom’s Island sein, den wir aber mit einem großen Bogen ansteuern wollten, so konnten wir das wundervolle Wetter auf dem Lower Lough Erne auch so richtig genießen.
Nachdem wir Inishmacsaint Island hinter uns gelassen hatten, passierten wir die Schlecht-Wetter-Linie, die hier noch 2005 zu finden war, mittlerweile ist sie ja ein Stückchen nach Westen verschoben worden, wie ich es schon im neunten Tag dieses Reiseberichts erwähnt hatte. Dann ließen wir Rabbit Island links liegen und hielten dann auf die Insel Inishmakill zu.

 

Bei der Insel Inishmakill angekommen, hielten wir uns rechts und ließen so die Insel links von uns liegen. Der Lower Lough Erne zeigte sich heute wieder von seiner allerbesten Seite und so genossen wir die Fahrt so richtig. Die nächste Insel, die wir links von uns liegen ließen, war Crevinishaughy Island, dabei machte ich noch schnell ein paar Fotos von General’s Quay, ihrem Anleger und ein Panorama der Insel.

 

 

 

Nachdem wir Crevinishaughy Island passiert hatten, konnten wir schon in der Ferne den Anleger von der Marina der Aghinver Boat Company (ABC) sehen. Diesen wollte sich Holger unbedingt einmal ansehen, da Holger sich hier die Bauarbeiten mal näher betrachten wollte. Als wir dem Anleger von ABC um 12:25 Uhr immer näher kamen, sahen wir dort Inge stehen. Sie winkte uns zu und wir winkten zurück. Bald darauf gesellte sich auch Udo zu ihr. Sowohl Udos als auch Alberts Crew mussten ihre Boote wieder abgeben, auch für sie war der Irlandurlaub mittlerweile leider zu Ende. Wir sahen uns die Bauarbeiten vom See aus an und legten nicht erst bei ABC an. Danach setzten wir unseren Weg zu dem Anleger Tom’s Island fort, der gleich in der Nähe von ABC lag und den man von hier aus schon sehen konnte.

Unterwegs zum Anleger Tom’s Island, sahen wir von dort einen Wassersportler starten. Es war ein Wasserskiläufer, der den Sport sehr professionell beherrschte, jedenfalls, was wir Laien so beurteilen konnten und es war ein Genuss, ihm zuzusehen. Seine Basis hatte er am Anleger Tom’s Island aufgeschlagen, in dem er einfach sein Boot dort festgemacht hatte. Auch machte hier das Wasserski-Boot auch wieder fest. Wir kamen um 12:35 Uhr bei dem Anleger an und Holger parkte die Daisy an dem Steg, der genau zwischen den beiden Booten lag.

Unser Anlegemanöver klappte diesmal sehr viel besser wie vor zwei Jahren, als wir hier während eines Sturmes versuchten anzulegen. Damals lag hier auch ein Boot und hätte uns damals die schweizerische Besatzung dieses Bootes nicht beim Anlegen geholfen, in dem sie bei Sturm und Regen und gegen den Wind ankämpfend todesmutig unsere Leinen festmachten, dann hätten wir das Anlegemanöver vor zwei Jahren nie geschafft. Nachher waren wir zwar alle klitschnass, aber unser Boot war fest. Danke nochmals an das unbekannte Ehepaar aus der Schweiz, die hier am 11.09.2003 lagen. Sollten sie jemals unseren Reisebericht auf unserer Homepage lesen, dann möchten sie sich doch bitte in unser Gästebuch eintragen, damit wir uns noch einmal persönlich bedanken können. Damals hätten wir uns ein solches Anlegemanöver gewünscht, wie es Holger diesmal fabrizierte. Ich brauchte nur noch das Boot über den Heckeinstieg verlassen, um die Leinen zu befestigen. Wir machten uns gleich landfertig. Nach meinen schlechten Erfahrungen mit den Wegen auf Inishmacsaint zogen wir uns beide diesmal aber unsere Gummistiefel an, bevor wir von Bord gingen. Wir wollten uns die Ruinen des Old Castle Archdale ansehen, die man von diesem Anleger aus gut erreichen konnte. Letztes Jahr hatten wir uns schon das New Castle Archdale und auch den Castle Archdale Forest Park angesehen, der Weg zu dem Old Castle Archdale war uns aber zu weit gewesen, denn wir lagen mit unserem Boot nicht am Anleger Castle Archdale, sondern wegen des schlechten Wetters und des heftigen Windes am Anleger Rosseigh. Von hier aus waren wir dann bis zum Castle Archdale Forest Park zu Fuß gelaufen. So ist es wohl auch verständlich, dass uns der Weg zum Old Castle Archdale einfach zu weit gewesen war. Aber den Besuch wollten wir ja nun dieses Jahr nachholen. Vom Anleger Tom’s Island führte ein Rundweg direkt zum Old Castle. Wir folgten ihm und es war ein wirklich schöner Waldspaziergang, bei dem wir die Gummistiefel eigentlich nicht gebraucht hätten. Schon bald erreichten wir das Old Castle Archdale, von dem nur noch wenige Reste zu sehen waren. Auf einer Tafel für die Besucher wurde die Geschichte zu dem Castle erläutert und hier konnte man auch sehen, wie das Castle vom Grundriss her, einmal ausgesehen haben mag.

 

 

Wir sahen uns die Ruinen von dem Old Castle Archdale in Ruhe an und machten uns dann auf den Rückweg zum Anleger, in dem wir dem Rundweg weiter folgten. Diesmal führte er uns durch den Wald an einem kleinen Bach entlang.

 

Nachdem wir am Anleger angekommen waren, machten wir gleich die Leinen los und legten um 13:20 Uhr ab. Unser nächstes Ziel sollte der Anleger White Island sein, der gegenüber von dem Anleger Tom’s Island liegt. So erreichten wir den Anleger von White Island auch schon um 13:30 Uhr. Holger machte das Boot an der Innenseite des Außenstegs fest. Da Holger heute Rückenschmerzen hatte, kam er diesmal nicht mit, sondern legte sich lieber mit dem Rücken auf den von der Sonne beschienenen und dadurch aufgeheizten Steg, um seinen Rücken zu entspannen und ihm ein wenig Ruhe zu gönnen.

Ich verließ währenddessen den Steg, um von den Kirchenruinen und den Figuren dort ein paar Fotos zu machen. Auch diese Insel hatten wir vor zwei Jahren schon einmal besucht, nur hatten wir damals kein gutes Wetter und so wollte ich heute Fotos bei Sonnenschein machen. Am Anleger lag noch ein weiteres Boot, ein irisches Privatboot, dessen Besatzung auf White Island ein Picknick veranstaltete. Sie ließen sich von mir nicht stören und ich mich nicht von ihnen. Ich sah mir in Ruhe die Kirchenruinen und die Figuren in der Ruine an, von denen jede eine einzelne Bedeutung hat, die auf einer Tafel für Besucher erläutert wird.

 

 

Nach meiner Fotosession kehrte ich zu Holger auf den Anleger zurück. Seinem Rücken ging es jetzt etwas besser. Bevor wir jedoch wieder die Leinen losmachten, musste ich noch schnell zwei Schwäne füttern. Ob es wohl die beiden Schwäne von heute Morgen von Inishmacsaint, unsere Freunde fürs Leben, waren? Nachdem ich den Hunger der Schwäne einigermaßen stillen konnte, legten wir um 14:00 Uhr von dem White Island Anleger ab, diesmal mit dem Ziel Davy’s Island. Auch hier sollte sich eine Ruine befinden, die wir uns vor dem Rückweg in den Süden noch ansehen wollten. Auch diese Insel lag nicht weit entfernt und so legten wir hier auch schon um 14:10 Uhr an. An diesem Anleger hatte Holger die freie Auswahl, denn wir waren hier alleine. Diesmal wollte sich Holger auch die Insel ansehen, da er hier vorher noch nie gewesen war und so machten wir uns beide für den Landgang fertig. Es führte ein kleiner Weg vom Anleger weg und nachdem wir ihm nur kurz gefolgt waren, kamen wir bei den Ruinen der Kirche an, die wir uns dann in aller Ruhe ansahen.

 

Davy’s Island
Diese kleine Insel befindet sich in dem Besitz von dem „Forest Service of the Department of Agriculture“. Die Insel erhielt ihren Namen nach Sir John Davys. Er war der Kronanwalt während der Regentschaft von Elizabeth I. Zu dieser Zeit erwarb er diese Insel. Es befindet sich die Ruine einer romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert eine kurze Strecke entlang des Pfades. In der südlichen Mauer dieser Kirche ist eine einfache, an der Oberseite abgerundete Tür, die nur fünf Fuß hoch ist. Innerhalb der südlichen Mauer findet man auch einen Strebepfeiler. Die Ruinen der Kirche werden von einem annähernd kreisrunden Friedehof umgeben, welcher den Ursprung auf ein keltischen Klosters anzeigt. Einige der Grabsteine stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Zitat aus: Hinweisschild auf der Insel für die Besucher; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga
Wir sahen uns alles genau an, leider hatten wir den auf dem Hinweisschild beschriebenen Friedhof nicht entdecken können oder wir hatten ihn einfach übersehen. Nachdem wir uns die Kirchenruine angesehen hatten, gingen wir noch ein wenig entlang des Weges und kamen gleich nach der Ruine an einen etwas anderen Wegweiser vorbei. So recyceln also die Iren. Das war schon interessant. Nur wohin wiesen die Dosen? Sollten sie uns in die Irre führen? Dieses Rätsel konnten wir leider an diesem Tag nicht lösen. Wir kamen jetzt direkt in den Wald, der zum Glück aber nicht so dicht war. Der Weg hörte auf und so gingen wir auf der Waldschneise ein wenig weiter.

Hier erwiesen sich unsere Gummistiefel als sehr nützlich, denn auf dem Waldboden gab es so einige Stellen, die sehr matschig waren und die unsere normalen Schuhe wohl völlig durchnässt hätten. Eigentlich wollten wir schon umkehren, aber dann kamen wir noch an einer weiteren Ruine vorbei, von der nur noch die Fundamente übrig geblieben waren. Ich glaube nicht, dass es sich hierbei um eine uralte Ruine handelt, eher um ein altes Haus aus dem letzten Jahrhundert, dass irgendwann einmal der Natur überlassen wurde. Aber das ist meine Vermutung. Nachdem wir nun auch diese Ruine entdeckt hatten und fast die ganze Insel durchquert hatten, begaben wir uns auf den Rückweg durch den Wald und Holger musste mal wieder als Fotomodell herhalten. Aber auf dem Foto erkennt man auch, wie schön und ursprünglich der Wald auf Davy’s Island ist.

 

Am Anleger wieder angekommen, setzten wir uns an den Rand des Steges, um unsere Gummistiefel zu reinigen, bevor wir wieder an Bord der Daisy gehen wollten.
Die Reinigung war doch schwieriger als erwartet, denn es hatten sich lauter kleine Steine in das Sohlenprofil der Gummistiefel getreten, die wir nun mühsam entfernten, damit wir keine Kratzer auf der Daisy hinterlassen würden. Während wir hier so saßen, beobachteten wir das Treiben an dem alten Bootshaus von dem Castle Archdale Forest Park, das schräg gegenüber von uns lag. Hier spielten Kinder gerade Fangen und es ging immer um das Bootshaus herum. Die Schreie und Rufe der Kinder konnten wir bis Davy’s Island hören. Sie hatten wohl mächtig Spaß. Rechts von uns, auch schräg gegenüber von Davy’s Island sahen wir noch einen ganz alten Anleger, der recht groß war und der über keinen Landzugang verfügt. In der Karte ist er auch nicht eingetragen.

Wir vermuteten, dass es sich hierbei wohl um ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg handeln würde, da im Zweiten Weltkrieg Castle Archdale eine Basis der RAF (Royal Air Force) gewesen war. Auf diesem Abschnitt des Lower Lough Erne landeten während des Zweiten Weltkrieges Flugboote, wie z. B. die Short Sunderland (siehe Bild unten, beim der Landung auf dem Lower Lough Erne) oder die Catalina.

Also, was sollte näher liegen, als dass dieser Anleger, den wir von Davy’s Island aus sehen konnten, der Anleger für diese Flugboote gewesen war.

Nachdem wir unsere Gummistiefel auch vom letzten Steinchen befreit hatten, kehrten wir an Bord zurück, machten die Leinen los und legten um 14:30 Uhr von Davy’s Island ab.

Jetzt war es soweit, wir traten die Rückfahrt in den Süden an. Leider, denn, nachdem sich der Lower Lough Erne von seiner besten Seite gezeigt hatte, fahren wir nur ungern wieder zurück, aber wir müssen zurück, ansonsten würden wir unser Boot nicht rechtzeitig abgeben können.

Von Davy’s Island aus geht es erst einmal vorbei an der Einfahrt zu dem Anleger Castle Archdale, die mit einem weißen Marker markiert ist. Hier fuhren wir nicht mehr ein, denn bei unseren letzten Besuchen, sei es mit dem Boot oder sei es zu Fuß, waren meist keine Liegeplätze mehr für Mietboote frei. Seit der Sturmfahrt von 2004 erinnern wir uns nur noch schlecht an den Anleger Castle Archdale, denn wir waren vor zwei Jahren hier eingefahren, um vor dem Sturm zu flüchten. Auch damals fanden wir keinen freien Platz für ein Mietboot, an den dafür vorgesehenen Plätzen lagen lauter irische Privatboote. Aus lauter Verzweiflung legten wir dann an einem Privatplatz an, von dem wir sehr schnell, sehr „freundlich“ von dem Hafenmeister verscheucht wurden. Wir machten ihn dann noch auf den Sturm aufmerksam und dass ja kein anderer Platz mehr frei wäre, aber er ließ sich nicht erweichen. Er meinte nur, wir könnten ja an dritter Reihe anlegen, was uns dann aber wirklich zu viel wurde, wo doch der andere Platz frei gewesen war und das dazugehörige Boot bei diesem Sturm sicherlich nicht mehr reingekommen wäre.

So hatten wir uns dann doch entschlossen, trotz des Sturmes, wieder den Anleger zu verlassen und unseren Weg Richtung Enniskillen fortzusetzen. Leider leide ich seitdem unter einem See-Koller.

So sparten wir uns die Einfahrt diesmal und setzten unsere Fahrt Richtung Süden fort.
Bevor wir die Schlecht-Wetter-Grenze passierten, warfen wir noch einen kurzen Blick zurück auf den Lower Lough Erne und auf die Cliffs of Magho. Der See lag völlig ruhig hinter uns, so dass sich die Inseln und das Festland in seinem Wasser spiegelten. Was für ein schöner, letzter Blick in diesem Urlaub auf den Lower Lough Erne. Aber wir werden sicherlich wiederkommen!

 

Nach dem Passieren der Schlecht-Wetter-Grenze lassen wir Gaffer Island links liegen und fahren dann zwischen den Inseln Inish Conra und Owl Island durch.
 

„Owl Island“ (Eulen Insel)
Owl Island ist frei von jeder erkennbaren Figur und Form und sie erhebt ihren nördlichen Endpunkt 205 Fuß oberhalb des Sees, fällt dann aber nördlich bis auf die Höhe ihrer Ufer ab. Teilweise ist Owl Island kultiviert, teilweise mit Unterholz bedeckt. Sie ist 22 Acres (1 Acre
4048 qm) groß und auf ihr wachsen verschiedene Sorten Getreide.

Zitat aus: http://www.geocities.com/heartland/park/2283/projects/inishmacsaint/inish_extracts_taylor1834.html ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga
Nachdem Holger auch die Insel Inish Davar links liegen gelassen hatte, nahm er Kurs auf die Insel Inish Doney. Jetzt konnte ich noch schnell einen Blick auf den Anleger von Inish Davar werfen und ich machte noch schnell ein Foto von ihm. Hier lagen sogar mal mehrere Boote. Ich konnte zwei Segelboote und wohl ein irisches Privatboot erkennen. Dieser Anleger scheint ja sehr beliebt zu sein.

 

 

 

Inish Davar
Viele Inseln des Lower Lough Erne haben attraktive Waldwege und gute, aus Holz gebaute Anleger, die einen einfachen Zugang zu den Inseln für das Volk der Bootsfahrer ermöglichen. Inish Davar ist ein typisches Beispiel einer solchen Insel. Von dem Anleger aus braucht man schöne fünfzehn Minuten, um einmal um die Insel herumzulaufen.

Zitat aus: http://walks.iwai.ie/l_erne/index.shtml ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

Wir fuhren jetzt zwischen den von uns aus links liegenden Insel Inish Doney und Inish Divann und der von uns aus rechts liegenden Insel Gall Island hindurch. Im Internet stieß ich auf einen Bericht, der von einer ungenehmigten Aufstellung eines mobilen Hauses auf Inish Divann berichtet. An dieser Stelle will ich darauf eingehen, da in diesem Bericht auch auf die Natur der Insel eingegangen wird, da die Aufstellung des mobilen Hauses, die Abholzung von einigen Bäumen und das Anlegen eines Weges und eines Anlegers wohl schwere Eingriffe in die Natur von Inish Divann gewesen waren und deshalb auch auf so viel Empörung gestoßen sind. Hier also nun der Bericht des Bevollmächtigten zu dem Fall. Der Verfasser ist Elis McShane.

Divann Island und das mobile Haus

Die Baubeschwerdebehörde

Der Planungsauftrag von Nordirland von 1991

Artikel 69

Beschwerde durch Mr. S. Sproule gegen eine Vollstreckungsmitteilung, betreffs der vermeintlich ungenehmigte Aufstellung eines mobilen Hauses und zwei Gerätelager aus Metall auf Inish Divann, Lower Lough Erne, Grafschaft Fermanagh.

 

Bericht

durch

den Bevollmächtigten A. McCooey

 

Grid Reference: 187 531
Ablauf: zwanglosen Anhörung
am 10. November 2005 und
11. Januar 2006


Planning Service Ref: EN/2004/0097
Datum  des Berichtes: 16. Januar 2006
 

 1.        Die Vollstreckungsmitteilung und die Beschwerde

1.1.      Die Vollstreckungsmitteilung wurde Mr. Stephen Sproule, als Eigentümer des Landes  am 01. Februar 2005 mit einer Zustellbescheinigung zugestellt. Eine Kopie der Mitteilung liegt diesem Bericht bei.

1.2.     Am 07. März 2005 erhielt der Bevollmächtigte eine Beschwerde gegen die Mitteilung auf Grund von (a), (c) und (g) wie vorgegeben im Artikel 69(3) des Planungsauftrags von Nordirland von 1991. Wie es im Artikel 69(4) verlangt wird, wurde eine Darstellung der Tatsachen zur Unterstützung der Beschwerde eingereicht. Die erforderliche Gebühr in Bezug auf die gestellte Anfrage für eine Baugenehmigung wurde bezahlt.

1.3.     In einem Brief vom 14. März 2005 setzte der Bevollmächtigte, wie es im Artikel 69(5) verlangt wird, den Gemeinderat von der Beschwerde in Kenntnis.

1.4.     Die Mitteilung der Beschwerde und die gestellte Bauanfrage wurden in der lokalen Presse am 23. März 2005 veröffentlicht.

2.       Die verfahrenstechnischen Gegenstände und Abläufe

2.1.        Die Vollstreckungsmitteilung beschreibt genau, dass eine betriebsbereite Bebauung erfolgt war und sie beschreibt den Verstoß der Errichtung eines mobilen Hauses und zwei Lagereinheiten aus Metall (die Container). Das mobile Haus ist nicht mit dem Untergrund verbunden, allerdings ist es mit Ketten mit einem festen befestigten Boden  verbunden. Das mobile Haus hat Räder und es wurde in einem Stück auf die Insel gebracht. Es ist mit dem Wasserversorgungsnetz und mittels eines Schlauches mit einem Klärtank verbunden. Die zwei Lagereinheiten aus Metall sind gewöhnliche Container, die 6 Meter lang, 2,5 Meter breit und 2,6 Meter hoch sind. Sie wurden auf einige Kieselsteine platziert. So würde folglich keiner der zwei Bestandteile der Bebauung ein Gebäude darstellen oder eine betriebsbereite Bebauung. Der einzige Ablauf, der unter diesen Umständen verwickelt sein könnte, ist die Änderung der Flächennutzung. Ich ziehe in Betracht, dass die Vollstreckungsmitteilung durch den Ausschuss verändert werden kann, Kraft des Artikels 70(2) des Planungsauftrages von Nordirland. Das Department ist damit zufrieden, wenn es keinen Schaden als Ergebnis geben würde.

Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass die Vollstreckungsmitteilung technisch voller Fehler ist und das Department keinen Gewinn durch diesen Fehler erlangen sollte. Ich bin zufrieden, wenn es keine Ungerechtigkeit für den Beschwerdeführer und für das Department als Ergebnis einer Korrektur geben würde, da die Mitteilung eindeutig ist, hinsichtlich der Gegenstände und der Schritte die unternommen werden müssen. Entsprechend empfehle ich, dass die Vollstreckungsmitteilung nachgebessert wird.

2.2.       Der Beschwerdeführer bestätigt seine Darstellung des Falles und er willigt ein, das mobile Haus von der Insel zu entfernen. Nur die Zeitvorgabe für die Befolgung verursacht Schwierigkeiten. Der Einspruch aufgrund von (a) und (c) hinsichtlich des mobilen Hauses wurde zurückgezogen und so blieb nur noch der Einspruch aufgrund von (g). Bei der Anhörung bestätigt der Beschwerdeführer, dass der einzige Grund, die Beschwerde hinsichtlich der Container fortzuführen, aufgrund von (c) und (g) war.

2.3.       Das Department stellte am 13. Februar 2003 die bisherige Vollstreckungsmitteilung zu, die das Entfernen des mobilen Hauses, des Klärtankes, des befestigten Untergrundes, des Zugangsweges und des Anlegers verlangte. Die Vollstreckungsmitteilung war der Beschwerdegegenstand. Das Department und der Beschwerdeführer verständigten sich auf eine Lösung und die Beschwerde und die Vollstreckungsmitteilung wurden zurückgezogen. Das Department bewilligte eine amtliche Bescheinigung für die legale Nutzung des Klärtankes, des befestigten Untergrundes, des Zugangsweges und des Anlegers im Juni 2005. Es wurde entschieden, dass diese Arbeiten zulässige Erschließungen in Verbindung mit der forstwirtschaftlichen Nutzung des Beschwerdeführers von dieser Insel waren. Es gibt bei dem Department einen gegenwärtigen Antrag für eine amtliche Bescheinigung für eine legale Nutzung. Dieser Antrag bezieht sich auf die Errichtung einer hölzernen Lagerhalle auf dem vorhandenen, befestigten Untergrund, der momentan von dem mobilen Haus belegt ist.

2.4.       Die RSPB ist seit Oktober 2002, als ein dritter Widersacher, an dem Fall beteiligt (die Liste der Korrespondenz befindet sich in den Akten).

3.       Der Ort und die Umgebung

3.1.        Die kleine Insel (9.7 Hektar) befindet sich in der Mitte des Lower Lough Erne, ungefähr 10 Kilometer nördlich von Enniskillen. Die Insel ist mit Laubbäumen und der Untergrund ist an den meisten Stellen von Adlerfarnen und Dornensträuchern bedeckt. Das mobile Haus und die Container, die die Gegenstände der Beschwerde sind, befinden sich in einem abgeholzten Bereich in der Mitte der Insel. Von Außerhalb der Insel können sie nicht gesehen werden. Das mobile Haus befindet sich auf einem aufgefüllten und betonierten Boden. Es gibt einen schmalen Weg, der von einem kleinen Landungsort zu dem abgeholzten Bereich führt. Dieser Weg ist teilweise mit einer dünnen Schicht Kies bedeckt und er ist ungefähr 2,5 Meter breit. Auf ungefähr einem Meter auf beiden Seiten des Weges wurden die Bäume abgeholzt. Um die Insel herum wurden verschiedene Wege durch Abholzung angelegt.

4.       Die rechtlichen Gründe – der Grund (c)

Die Argumente des Beschwerdeführers

4.1.        Ende 2002 wurden das mobile Haus und die Container auf die Insel gebracht. Die Container sind notwendig, um die Gerätschaften, die für die forstwirtschaftliche Nutzung nötig sind, unterzubringen. Von den Gerätschaften gibt es eine Liste, die in der Darstellung des Falles des Beschwerdeführers gespeichert ist. Es gibt ein Quad und einen kleinen Anhänger, die benutzt werden, um die schweren Gerätschaften vom Anleger zum mobilen Haus zu transportieren. Der Umfang der  benötigten Werkzeuge konnte nicht jedes Mal zur Insel mitgenommen werden. Sie mussten auf der Insel in einem sicheren Lager untergebracht werden, ansonsten wären die Werkzeuge gestohlen worden und eine Versicherung abzuschließen, war unmöglich.                       Die Abläufe wurden von der Forestry Service Sustainable Operations Grant bestätigt und aufgenommen (mehr Einzelheiten in den Akten):

Entfernung des Bergahorns – der Bergahorn ist eine aggressive Art, die mit der Zeit die Intaktheit des Eichenwaldes auf der Insel vernichten würde. Hier gibt es ungefähr 100 voll entwickelte Bergahorne, die in einer Zeitspanne von 5 Jahren entfernt werden. Es gibt hier auch neu gebildete Setzling, die jedes Jahr mit der Hand entfernt werden müssen.

Ausdünnung der Birken, die eine weitere angreifende Art sind.

Entfernung von den Lorbeerbäumen von der Mitte der Insel.

Schaffung eines Zugangsweges durch die Dornensträucher usw. um die oben genannten Arbeiten zu unterstützen – voraussichtlich müssen 2,5 Kilometer geschaffen und gewartet werden.

Viele zusätzliche kleine Arbeiten, um das Wildleben und die Artenvielfalt zu fördern.

4.2.       Das Department akzeptiert die forstwirtschaftliche Nutzung der Insel aufgrund der Tatsache, dass sie in dem LDC (Lawful Development Certificate - gesetzliche Erschließungsnachweis) verschiedenartige Arbeiten als Ermöglichung für die forstwirtschaftliche Entwicklung bewilligt haben (siehe Paragraf 2.3). Die Container werden für forstwirtschaftliche Zwecke benötigt und demzufolge gehören sie nicht zu der Bebauung wie es im Artikel 11 des Planungsauftrages von Nordirland definiert ist. Der Lagerraum in den Containern wird für die Lagerung des nötigen Werkzeuges benötigt. Die forstwirtschaftlichen Tätigkeiten werden nicht nur durch die Bewilligung gelenkt und so ist die Einschätzung der benötigten Gerätschaften von der DARD (Department of Agriculture and Rural Development) nicht gänzlich relevant. Die Gerätschaften werden auch für die Aktivitäten für die Artenvielfalt- und Lebensraumerweiterungen benötigt, die sich nicht auf die Forstwirtschaft beziehen, aber die gleichen Gerätschaften benötigen. Es gibt keine Bestimmungen, dass die forstwirtschaftlichen Tätigkeiten in Zusammenhang mit einem wirtschaftlichen Unternehmen stehen müssen.

4.3.       Die Insel ist abgeschieden und sie ist vom nächsten Punkt einen Kilometer vom Land und zwei Kilometer von dem nächsten, brauchbaren, öffentlichen Anleger bei der Manor House Marine entfernt. Der Anleger bei Rossclare liegt zwar näher dran, allerdings ist dieser bei schlechtem Wetter berüchtigt für ein schwieriges Anlegen. Das Department akzeptiert die Notwendigkeit eines Lagers in ihrem Brief vom 16. Juli 2003. Der LDC (Lawful Development Certificate - gesetzliche Erschließungsnachweis) schließt einen Verweis auf ein Lager in Hinsicht auf den Zugangsweg ein, dass heißt, dass es notwendig war, einen Weg zwischen dem Anleger und dem Lager zu erstellen. Das wurde von dem Department akzeptiert und genehmigt.

4.4.       Obwohl es in Bezug auf die Container seit Oktober 2002 fortwährende Diskussionen mit dem Department gab, wurden die Container nicht in der ersten Vollstreckungsmitteilung genannt oder aber in der zweite Vollstreckungsmitteilung, die  am 01. Februar 2005 zugestellt wurde. Die Container waren eine genehmigte Bebauung in Verbindung mit den forstwirtschaftlichen Arbeiten auf der Insel.

4.5.       Der Forstwirtschaftsbetrieb, der Environment and Heritage Service und ein fachmännischer Forstwirtschaftsmanager werden in das Projekt miteinbezogen, das die Interessen des RSPB mildern sollte. Der Brief von der RSPB (Royal Society for Protection of Birds) vom April 2003 unterstützte die Vollstreckungstätigkeit des Departments  der Abteilung zu dieser Zeit und die Container waren nicht Teil dieser Tätigkeit. Die Container waren eine genehmigte Bebauung.

 Die Argumente des Departments

4.6.       Der Planungsdienst hat in einem LDC (Lawful Development Certificate - gesetzliche Erschließungsnachweis) die Bewilligung für bestimmte Arbeiten auf der Insel, wenn sie für die Zwecke der Forstwirtschaft als notwendig angesehen werden, gegeben. Das Department of Agriculture and Rural Development (DARD) wurde hinsichtlich des Ausmaßes der forstwirtschaftlichen Arbeiten auf der Insel befragt. Die Container sind Bebauungen nach dem Artikel 11, für welche eine Planungsgenehmigung erforderlich ist nach dem Artikel 12 des Planungsauftrages von Nordirland von 1991, da sie nicht für die forstwirtschaftlichen Zwecke von Nöten sind. Die Arbeiten, die mit dem DARD vereinbart wurden, benötigen nicht so eine große Menge an Gerätschaften oder große oder spezialisierte Gerätschaften. Diese Container haben ein Fassungsvermögen von 93 Kubikmetern. Es gibt keinen Bedarf für die Größe eines Lagers, um die Gerätschaften unterzubringen. Es ist anerkannt, dass ein Lager benötigt wird, welche möglicherweise in einem kleineren Container untergebracht werden kann. Es ist sicherlich nicht nötig, in Aktion zu treten, wenn nur einer der Container auf der Insel zurückbleiben würde. Einige der Tätigkeiten, die von dem Beschwerdeführer aufgelistet wurden, sind nicht forstwirtschaftlich.

Die Argumente des Widersachers

4.7.       Inish Divann bestand vor der Bebauung aus einem gänzlich ungestörten Habitat eines Laubbaumwald, der sich aus voll entwickelten Eichen gemischt mit Birken und einigen Haselnussbäumen, Erlen und voll entwickelten Bergahornbäumen am Ufer zusammensetzte. Bäume sind nun aufgrund der Arbeiten des Beschwerdeführers verloren gegangen, welche seinen Behauptungen widersprechen, den Wald zu bewirtschaften. Die Arbeiten des Beschwerdeführers wurden durchgeführt und die Container wurden vor der Beantragung der Bewilligung des Waldes auf die Insel gebracht. Es gibt keinen Bedarf an forstwirtschaftlichen Arbeiten auf dieser Insel, welche eine von den letzten, unveränderten Inseln dieser Größe auf dem Lower Lough Erne ist. Der Wald sollte natürlich bleiben. Es ist nicht die Gefährdung durch weidende Tiere. Die Naturschutzverwaltung ist für begrenzte Eingriffe, welche denen, die von dem Environment and Heritage Service verabschiedet werden, entgegenkommen. Tote Gehölze beherbergen viele wirbellose Arten und ungestörte Wälder ermöglichen das Wachstum von Flechten und Moosen.

Gesichtspunkte

4.8.       Das Department hat akzeptiert, dass das Land für forstwirtschaftliche Zwecke genutzt werden darf, ausweislich durch die Bewilligung von dem LDC (Lawful Development Certificate - gesetzliche Erschließungsnachweis). Artikel 11, Paragraf 2 (d) sieht vor, dass der Gebrauch der Flächen zum Zweck der Forstwirtschaft nicht die Bebauung einschließt. Es ist klar, dass die bereitgestellten Container forstwirtschaftlichen Zwecken dienen, sie stellen keine Bebauung dar. Es gibt keine Definition der Forstwirtschaft in dem Planungsauftrag von Nordirland oder einen generellen Bebauungsauftrag. Es darf weder eine kommerzielle Forstwirtschaft sein noch dürfen die Tätigkeiten nicht mit einer Bewilligung für forstwirtschaftliche  Arbeiten zusammenhängen. In dieser Hinsicht sind die Kommentare von dem Forestry Service (DARD) in Hinblick auf die Gerätschaften, die gebraucht werden, größtenteils bedeutungslos. Gleichermaßen ist der Bedarf für forstwirtschaftliche Arbeiten nicht offen zu bestreiten. Die Beurteilung muss sich auf den aktuellen Gebrauch der Container beschränken.

4.9.       Ich habe den Inhalt der Container bei meiner letzten Ortsbesichtigung untersucht. Die Container sind ungefähr sechs Meter lang und 2.4 Meter breit.

 

Da nur der Boden für die Lagerung der Gerätschaften genutzt werden kann, finde ich den Hinweis auf die Kubikmeter irreführend (ich habe berechnet, dass es auf jeden Fall 75 Kubikmeter sind). Der Boden ist pro Container ungefähr 14 Quadratmeter groß, was ich nicht zu groß finde. Ich habe notiert, dass das Department eine Lagermöglichkeit als notwendig ansieht. Auf der Basis des aktuellen Gebrauchs der Container zu der Zeit meiner Inspektion, komme ich zum Schluss, dass sie für den Zweck der Forstwirtschaft genutzt werden und folglich sind sie keine Bebauung die eine Planungsbewilligung benötigen. Der Widerspruch aufgrund von (c) hinsichtlich der Container ist erfolgreich.

5.       Verwaltungstechnische Gründe

Die Argumente des Beschwerdeführers

5.1.        Der Beschwerdeführer hat sich damit einverstanden erklärt, sein mobiles Haus von der Insel zu entfernen. Es wurde erwartet, dass das Entfernen zeitlich mit dem Transport von Material hinaus auf die Insel, welches für die Errichtung der vorgeschlagenen Bauhütte benötigt wird,  zusammenfallen könnte. Das war nicht möglich aufgrund von Verzögerungen, die teils von dem Department und teils von ihm verursacht wurden. Es ist unpassend für das Department Zwangsvollstreckungsmaßnahmen zu ergreifen, um das Entfernen des mobilen Hauses zu erzwingen, wenn man mit dem Entfernen schon längst einverstanden war.

5.2.       Das mobile Haus kann nur von der Insel entfernt werden, wenn die Beschaffenheit des Bodens trocken und ausreichend solide ist, damit es möglich ist, mit schweren Gerätschaften auf der Insel zu landen, ohne den Boden in der Nähe des Ortes des mobilen Hauses und den Zugangsweg aufzureißen (die Einzelheiten des Verfahrens befinden sich in den Akten). Ein Brief von dem Bauunternehmer, der auf Tiefbauarbeiten am Lough Erne spezialisiert ist, bestätigt, dass die Arbeiten nur zwischen Juni und September ausgeführt werden können, da dann die Beschaffenheit des Bodens vermutlich angemessen ist.

5.3.       Der Zeitabschnitt für das Entfernen, dem das Department jetzt – bis zum 31. August 2006 zugestimmt hat, ist annehmbar, obwohl eine Verlängerung bis Ende September wünschenswert wäre.

Die Argumente des Departments

5.4.       Die zwei Monate, denen man zugestimmt hatte, müssen eine angemessene Periode für das Entfernen des beweglichen Hauses und der Container sein. Die genehmigte Zeit ist notwendig, um das Entfernen zu organisieren und das Entfernen durchzuführen. Es ist bekannt, dass die Entscheidung über die Beschwerde nicht vor Januar bekannt wird. Dann würde es nur noch den Januar und den Februar geben, bevor die Vögel mit dem Nisten beginnen würden (siehe auch die nachfolgenden Kommentare von der RSPB (Royal Society for Protection of Birds)). Das ist wiederum keine gute Zeit für die Entfernung des mobilen Hauses, da die Beschaffenheit des Untergrundes zu nass ist. Aus diesem Grund wäre das Department per saldo bereit, dass das mobile Haus und die Container erst bis Ende August 2006 entfernt werden müssen.

Die Argumente des Widersachers

5.5.       Dieses Jahr war laut dem meteorologischen Büro vorzugsweise trocken. Es gab jeden Monat vom Januar bis September unterdurchschnittliche monatliche Regenfälle, mit Ausnahme vom April und Mai. Die Beschaffenheit des Bodens war trockener als gewöhnlich und so gab es mehr als ausreichend Zeit für das Entfernen des mobilen Hauses, ohne den Boden zu beschädigen.

5.6.       Die Bauten sollten zu einer Jahreszeit entfernt werden, zu der die Beschädigung des Bodens minimiert werden kann. Wenn es nötig ist, Pflanzen zu entfernen, muss eine Störung von brütenden Vögeln verhindert werden, um dem Erlass für wild lebende Tiere von Nordirland von 1985 nachzukommen.

Am besten wäre es, den Zeitraum von März bis Juni zu verbieten, um eine Störung der nistenden Vögel zu verhindern, außer wenn keine Nester vorhanden sind.

Gesichtspunkte

5.7.       Es gibt eine breite Zustimmung zwischen den Parteien, dass die Entfernung des mobilen Hauses bei nassem Wetter nicht durchführbar ist.

Die RSPB (Royal Society for Protection of Birds) schlägt vor, dass die Nistzeit der Vögel vermieden werden muss, außer, wenn keine Nester vorhanden sind. Der Einhaltungszeitraum muss klar spezifiziert werden und sie kann nicht abhängig von einer zukünftigen Suche nach Nestern sein. Weder kann es festgelegt werden, dass das mobile Haus während einer trockenen Periode des Wetters entfernt werden kann, da diese Bedingung weder klar noch exakt sein kann. Ich schlage vor, dass die Entfernung des mobilen Hauses bis Ende August 2006 vonstatten gehen sollte, so wie es das Department vorgeschlagen hatte. Das sind eindeutig zwei Monate nach der Nistzeit der Vögel, in denen die Entfernung des mobilen Hauses durchgeführt werden sollte.

6.       Befürwortung

6.1.        Ich empfehle, dass die Mitteilung nachgebessert und abgeändert werden sollte und dass sie sich auf den wesentliche Gebrauch des Materials beziehen sollte und dass der Verstoß der Planungsaufsicht bei Punkt 3 in der Mitteilung beschrieben wird, als die Aufstellung einen mobilen Hauses und zwei Lagereinheiten aus Metall auf der Insel vorgenommen wurde, ohne die notwendige Bewilligung einer Planungserlaubnis.

6.2.       Ich empfehle der Commission, dass die Beschwerde in Hinsicht auf die zwei Lagereinheiten aus Metall (die Container), die aufgrund von (c) erlaubt sind, keine Bebauung darstellen und daher keine Planungserlaubnis benötigen.

6.3.       Die Beschwerde hinsichtlich des mobilen Hauses betreffend, empfehle ich, dass die Mitteilung bestätigt wird; und dass die Beschwerde aufgrund von (g) statthaft ist, solange das mobile Haus bis zum 31. August 2006 von der Insel entfernt wird.

 

Liste der Erschienenen

Department of the Environment: Ms. H. Gibson BL beauftragt durch das Dept. Solicitor’s Office
Ms. O. Given, Planning Service
Mr. J. McClean, Planning Service
Beschwerdeführer: Mr. S. Sproule
Der Drittgeschädigter: Ms. C. Ferry, RSPB
Mr. B. Robson, RSPB
 

Liste der Dokumente

Department of the Environment: D1 – Darstellung der Beweise mit 3 Anhängen
Beschwerdeführer: A1 – Darstellung des Falles mit Anhang
Der Drittgeschädigter: T1 – Darstellung des Falles

Zitat aus: www.pacni.gov.uk/reports/6780R.pdf ; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga

Und das alles wegen der unbefugten Aufstellung eines mobilen Hauses, zweier Container, der Abholzung von Bäumen, der Schaffung eines Zugangsweges und eines Anlegers.

Weiter ging es dann zwischen den Inseln Gall Island und Inish Fovar hindurch. Gegenüber von Gall Island sahen wir ein Bootshaus am Ufer, das hier wirklich sehr idyllisch lag. Der Eigentümer hatte sich hier wirklich einen sehr schönen Platz am Ufer, mit Blick auf den Lower Lough Erne ausgesucht. Gerade an so windstillen Tagen wie diesem, denn heute war der Lower Lough Erne in diesem Bereich so friedlich und ruhig, dass seine Wasserfläche wie ein Spiegel funktionierte. Gerade die Spiegelungen des Bootshauses, der Inseln und der paar Wolken am Himmel sahen einfach nur toll aus. Ich konnte wunderschöne Fotos von diesen Spiegelungen machen. Am Ufer von Inish Fovar sah ich einen Schwan stehen und es sah so aus, als würde er sich gerade sein Spiegelbild auf dem Wasser ansehen.

 

Blick auf die Insel Doney (links) und die Insel Divann (rechts).

 

 

 

 

 

 

Blick auf Inish Divann

 

 

 

 

 

Blick auf Inish Fovar

 

 

 

 

 

Holger fuhr jetzt weiter entlang des Ufers und so konnten wir dann rechts von uns, gegenüber von Fovar Island, eine Blick auf den Anleger von Carrickreagh mit den dazu gehörigen Klippen werfen, an dem wir ja eigentlich vor zwei Tagen hätten übernachten wollen, wäre der Wind an dieser Stelle nicht so heftig gewesen. Zum Glück hatten wir uns vor zwei Tagen dazu entschlossen, lieber wieder abzulegen und die Cammagh Bay anzufahren, wo wir dann sehr ruhig über Nacht lagen.

 

Kurz hinter Inis Fovar konnte man in der Ferne, quer über den Lower Lough Erne, ein Haus erkennen und nur mit dem Zoom der Kamera fand ich heraus, dass es sich hierbei um das Hotel bei der Manor House Marine (MHM) handelte. Ich staune doch immer wieder über diesen Zoom.

Jetzt führte uns unser Weg zur Linken an der Inish Lougher entlang. Wir befanden uns jetzt auf einem recht schmalen Abschnitt des Lower Lough Erne, aber da wir hier bisher noch nie vorher gewesen waren, wollten wir ihn diesmal erkunden. Nachdem wir zu unserer linken Seite komplett an Inish Lougher entlang gefahren waren, sahen wir etwas weiter vor uns eine Brücke, die hier das Ende der Navigation darstellt. Links von dieser Brücke liegen die Flächen von dem Ely Lodge Forest. Holger vollführte eine mehr als 90 Grad große Linkskurve und folgte weiterhin zur Linken dem Ufer von Inish Lougher. Rechts kamen wir an einem Bootshaus vorbei, das an dem Ufer von Ely Island liegt.

Nun waren wir wieder auf dem breiteren Abschnitt des Lower Lough Erne. Rechts von uns lag weiterhin Ely Island und auf unserer linken Seite passierten wir nun ein paar kleinere Inseln, die sich teilweise im Privatbesitz befinden. Diese waren: Inish Free (privat, auch wenn der Name etwas anderes sagt), Paris Island Big, Paris Island Little, Long Island (privat).
 In diesem Abschnitt begegneten wir auch Paolo und seiner Crew das letzte Mal während unserer Tour. Er befand sich auf den Weg in den Norden, da er ja sein Boot bei Aghinver Boat Company (ABC) gemietet hatte und wir waren ja auf den Weg in den Süden, da unser Vermieter Waveline dort ansässig ist. Er war scheinbar aber so auf das Fahren konzentriert, dass er uns wieder nicht bemerkte. Wahrscheinlich hatte er uns schon gar nicht mehr so weit im Norden vermutet. So machte ich nur kurz ein Foto, während sich die beiden Boote passierten. Nach der Begegnung mit Paolo wurde der Lower Lough Erne wieder durch in der Mitte liegende Inseln geteilt. Holger hielt sich entlang des rechten Ufers und ließ dabei die Insel White Island links liegen. Kurz nach White Island kamen wir auf der linken Seite an Fenry Island vorbei.

 Gegenüber von ihr, also an dem rechten Ufer, liegt das Castle Hume. Wir hatten gehofft, dass wir vom Wasser aus einen Blick auf das Castle werfen könnten. Leider gelang es uns aber nicht, obwohl wir unsere Hälse wirklich reckten. Schade eigentlich, aber so hatten wir für das nächste Jahr noch ein Ziel im Erne Gebiet übrig. Man muss sich ja noch auf etwas freuen können. Wir fuhren weiter entlang des rechten Ufers und passierten jetzt auf der linken Seite Car Island und Trasna Island. Auf Trasna Island konnten wir einen Fischreiher am Ufer beobachten. Ein seltenes Bild, denn meistens schreckten die Vögel auf, sobald sich ein Schiff näherte. Dieser blieb aber mal sitzen, scheinbar fühlte er sich im Uferdickicht sicher.

Nach Trasna Island vereinigte sich der Lower Lough Erne wieder und lag in seiner ganzen Breite vor uns. Gleich wurde er aber wieder in zwei Hälften geteilt, denn schon lag Devenish Island vor uns. Wir ließen auch Devenish, wie die anderen Inseln auch, links von uns liegen, da wir sie auf der Hinfahrt auf der anderen Seite passiert hatten. So kamen wir dieses Mal auch an dem Anleger Devenish West vorbei, von dem ich noch schnell ein paar Fotos für die Internetseite des Eireskippers machte. Hier sollten irgendwann einmal alle Anleger im Shannon und im Erne Gebiet mit einem Foto zu finden sein. Jedes Foto eines Anlegers war dort deswegen sehr willkommen.

 

 

Während wir Devenish Island passierten, fiel uns ein Schwanenpärchen ins Auge. Ob es wohl unsere „Freunde fürs Leben“ von Inishmacsaint waren, die hier wieder auf eine Kleinigkeit von uns hofften? Man weiß es nicht. Leider sind die Schwäne schlecht zu unterscheiden und so werden wir diese Frage wohl nie beantworten können. Jetzt verließen wir etwas wehmütig den Lower Lough Erne, denn von so einer guten Seite hatte er sich uns gegenüber noch nie gezeigt. Wir hatten aber auch jede Sekunde ausgekostet.

 

Vor uns lag jetzt die Portora Lock, die wie immer offen stand. Geschlossen hatten wir sie bisher auch noch nie erlebt. Rechts von der Portora Lock liegt Portora Castle. Vor einem Jahr hatte ich ja mal versucht, den Weg nach Portora Castle von Enniskillen aus zu Fuß zu finden, damit ich es mir mal genauer ansehen konnte, da das Anlegen an dieser Stelle nicht gestattet ist. Leider musste ich unverrichteter Dinge wieder umkehren. Entweder hatte ich damals die falsche Abzweigung genommen oder ich war nicht weit genug gelaufen. So blieb mir auch diesmal wieder nur der Blick vom Wasser aus.

 

Aber wie ich es schon oben erwähnt hatte, man muss sich ja auch noch Ziele für den nächsten Urlaub aufsparen und so gehörte auch Portora Castle, genauso wie Castle Hume und Florence Court, auf die Liste der Ziele für den nächsten Urlaub.
Wir erreichten Enniskillen und hielten auf den Anleger beim Shopping Center zu, an dem wir um 16:45 Uhr anlegten. Von hier aus wollten wir uns auf dem Weg zu dem Cole’s Monument machen, von dem mir immer noch die Bilder fehlten.

 

Ich hatte ja die Stadtbroschüre von Enniskillen mittlerweile aus dem Englischen übersetzt und wollte jetzt zu jedem der dort beschriebenen Orte meine Bilder einfügen. Die nötigen Bilder von Enniskillen hatten wir schon auf der Hinfahrt gemacht, aber irgendwie hatten wir da das Cole’s Monument übersehen und so mussten wir es jetzt auf der Rückfahrt nachholen. Jedenfalls war das Wetter heute etwas besser, bei dem letzten Besuch hatte es in Strömen geregnet. Den genauen Weg zum Monument kannten wir allerdings nicht, nur die grobe Richtung, da das Monument vom Anleger aus zu sehen ist.

 

So machten wir uns eher blindlings auf den Weg. Wir folgten der Straße, die in Richtung des Monumentes führte, und gingen und gingen und gingen und erreichten irgendwann eine sehr große Kreuzung. Hier stellten wir dann erst fest, dass wir viel zu weit gegangen waren, da das Monument mittlerweile in unserem Rücken lag. Wir kehrten um und wollten schon fast aufgeben, als wir einen Querweg fanden, der zwar über ein Firmengelände führte, uns dem Monument aber sehr viel näher brachte. Wir zögerten deshalb auch nicht lange und überquerten einfach ganz still und leise das Firmengelände, ohne dass uns jemand bemerkt hatte. Kurz darauf kamen wir an eine Treppe, die uns dann direkt in den Forthill Park führte, in dem das Cole’s Monument liegt. Noch einmal Glück gehabt. Im Nachhinein stellten wir fest, dass es viel einfacher gewesen wäre, wenn wir gleich zum Anfang nach links gegangen wären. Aber hinterher ist man ja immer klüger. Immerhin hatten wir ja doch noch den Weg in den Park gefunden.

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Der Forthill Park begeisterte uns beide. Er war am 7. August 1891 offiziell eröffnet worden und damals hatte er schon Wagenladungen von Besuchern aus Sligo, Cavan, Bundoran, Clones und Ballyshannon angezogen.

An dem Eröffnungsabend wurde Forthill Park von dem Lichterglanz tausender chinesischer Laternen erhellt. Auch hatte es ein prachtvolles Feuerwerk gegeben. Die Landschaftsgestaltung von dem Forthill Pleasure Grounds, so wie das Gelände ab da genannt wurde, wurde zu dieser Zeit als die Beste in Irland betrachtet. Wir konnten es verstehen. Dieser Park war einfach wundervoll. Er war so geschickt verwinkelt und mit Höhen und Tiefen gestaltet worden, dass man überall das Gefühl hatte, ganz alleine im Park zu sein. Selbst Holger und ich konnten uns manchmal gar nicht mehr sehen. Auch hatte man hier so verschiedenartige Bäume angepflanzt, dass es ein Genuss war, jeden einzelnen zu betrachten. Im Zentrum des Parks befindet sich sowohl das Cole’s Monument als auch ein Musikpavillon aus Eisen, mit vier Uhren an der Spitze, die in jede Himmelsrichtung zeigen.

Wir sahen uns beide in aller Ruhe den Park, den Musikpavillon und das Cole’s Monument an. Leider war es schon nach 15:00 Uhr, denn ansonsten hätten wir vielleicht noch die Sicht von dem Cole’s Monument herunter genießen können. Die Öffnungszeiten für das Monument sind nämlich: Mitte April bis Ende September: 13:30 – 15:00 Uhr. Leider waren wir da heute doch etwas zu spät gewesen. Aber ich werde mir das auch mal für den nächsten Urlaub vormerken, denn der Blick von dort oben muss wahnsinnig schön sein.

 

Nachdem ich alle nötigen Fotos gemacht hatte, verließen wir den Park durch den eigentlichen Eingang, den wir vorher nicht gefunden hatten und der doch sehr viel näher bei der Innenstadt lag. Leider hatten wir heute nicht genügend Zeit, einen Spaziergang durch den gesamten Park zu machen, aber das werde ich sicherlich auch beim nächsten Besuch von Enniskillen nachholen, denn dafür war er wirklich zu schön. Wir machten uns auf den Rückweg zum Anleger, kehrten jedoch nicht gleich auf unser Boot zurück, denn wir machten noch einen Abstecher in das Erneside Shopping Center, an dessen Anleger wir ja mit unserem Boot lagen. Hier kauften wir noch Kleinigkeiten, wie etwas Fleisch zum Grillen und etwas Brot, ein. Dann kehrten wir zu unserem Boot zurück und legten um 18:30 Uhr von dem Anleger beim Erneside Shopping Centre in Enniskillen ab. Auf ein Ziel, dass heißt auf einen Ort, wo wir übernachten wollten, hatten wir uns noch nicht festgelegt. Wir wollten sehen, wie weit wir maximal kommen würden. Irgendwann wäre es ja zu dunkel zum Fahren und dann würden wir sehen, welcher Anleger in der Nähe liegen würde.
Von Enniskillen ging es dann also den Upper Lough Erne entlang, Wir kamen an den Inseln Cleenish und Knock Island vorbei. Hinter Knock Island entschieden wir uns für den linken Weg über Carrybridge. Carrybridge erreichten wir dann auch ziemlich bald, auch wenn wir hier so langsam fahren mussten, dass wir keine Heckwelle erzeugten. Das ist aber bei den ganzen Booten, die hier vertäut liegen, mehr als verständlich. Wir selbst hatten ja schon genügend Erfahrungen sammeln müssen, wie es ist, wenn ein Boot ohne auf die Geschwindigkeit und auf die am Anleger festgemachten Boote zu achten, an einem vorbeirauschte. Wir mussten uns schon oft schützend über unseren Tisch werfen, damit die durch die Wellen erzeugten Bewegungen des Bootes nicht unsere Tassen vom Tisch fegen konnten. In Carrybridge sahen wir ein Boot von Linssen liegen, dass dem neuen Boot von Waveline doch sehr ähnlich sah.

Carrybridge und Belle Isle aus dem Impartial Reporter vom 03.01.2002
Carrybridge ist der Traum eines jeden Anglers. Dieses kleine Fleckchen in der Seenlandschaft von Fermanagh ist ein Fischerparadies, welches Besucher aus Europa und darüber hinaus anzieht. Es ist ein Ort, an dem die europäischen Besucher von den Stunden, die sie an den Ufern des Erne verbracht haben, träumen können und die englischen Besucher die Ruhe der einmaligen Grafschaft Fermanagh genießen können. Diese Gegend ist nicht nur reich an Freundlichkeit und an Fischen, sondern auch an Geschichte. Wenn ein Historiker seine Aufmerksam auf die Gegend gleich bei Carrybridge lenken sollte, dann würde er so viele Geschichten und Anekdoten an den Haken bekommen, dass es den erfolgreichsten Angler neidisch machen würde.

Der Ort wurde um eine lokale Kirche herum gebaut, die hier 160 Jahren lang bestand. Obwohl sich in dem Gebäude ursprünglich die örtliche Schule befunden hatte, wurde das Gebäude in eine Kirche umgewandelt, nachdem die Schüler auf der anderen Straßenseite untergebracht wurden.
Die Kirche wurde von dem Landlord John Porter erbaut, der in dem in der Nähe gelegenen Belle Isle Anwesen wohnte. 1883 wurde die Kirche erweitert, damit ihn ihr der Gottesdienst abgehalten werden konnte. Jedes Stückchen von ihr ist heute noch so malerisch wie sie es vor Generationen schon war.

Als die Schulkinder in ein anderes Gebäude umgesetzt wurden, mussten sie ihre Schulbeutel nicht viel weiter wie bisher tragen. Das neue Schulgebäude lag nur 50 Yards entlang der Straße entfernt, wo es heute noch zu finden ist. Obwohl die Räume der Schule heute nicht mehr mit dem Klingen von spielenden, jungen Kindern erfüllt sind, hat die Schule immer noch ihren alten Charakter und ihren Charme beibehalten. Die letzte Unterrichtsstunde fand hier in den späten 1960er Jahren statt, bevor Bob und Dorothy Maher sich entschlossen, dass hier ihr idealer Wohnort sein würde. „Als in uns die Idee aufkam, die Schule zu kaufen, fragten wir uns, warum wir nicht schon vorher die Idee gehabt hatten! Wir stellten ein paar Recherchen an und zogen endgültig während des Jahres 1971 ein“, erläuterte Dorothy. Sie sollten das Gebäude fast 30 Jahre ihr eigen nennen, bis sich die heutigen Bewohner, Richard und Wendy Buchanan, in das aus Stein gefertigte Haus verliebten. Die Buchanans verließen Crawfordsburn, um hierhin zu ziehen. Für das Paar war es ein logischer Schritt, denn sie liebten es, mit dem Boot zu fahren und sie verbrachten seit 1990 fast jedes sonnige Wochenende auf dem Seengebiet von Fermanagh. Das Gespür für die Geschichte durchflutet heute immer noch die alte Schule und in dem heutigen Hausflur kann man heute die originalen Anwesenheitsnachweise seit der ersten Klasse im Jahre 1872 lesen.

Etwas weiter die Straße entlang befindet sich das Postamt, ein weiteres, geschichtsträchtiges Gebäude. Bei der letzten Jahrhundertwende war das Gebäude besser als das Heim von dem lokalen Spielmannszug bekannt. Ein Spielmannszug benötigte allerdings einen beträchtlichen Platz und der beträchtliche Platz ist nicht unbedingt in dem örtlichen Postamt erkennbar. Dass soll heißen, dass es keine einmalige Sache für die Schlagzeuger gewesen war, außerhalb des Hauseingangs zu spielen, indem sie auf der Straßenseite standen. Die Einrichtung wies offensichtlich keine Ähnlichkeit mit der Qualität der Musik auf, denn auf einmal konnte sich der Spielmannszug mit einem, in der All Ireland spielenden, Trompetenmeister rühmen, der 1882 den ganzen Weg nach Dublin reiste, um den prestigeträchtigen Preis zu gewinnen.

Die Kronjuwele in diesem Gebiet ist jedoch das Belle Isle Anwesen, welches die Nachbarschaft über Jahrhunderte beherrschte. Die Insel, die ursprünglich unter dem Namen Ballymacmanus bekannt war, war seit dem 11. Jahrhundert bewohnt und bis 1607 war sie die Heimat für Generationen der MacManus Familie.

Historisch gesehen ist Cathal Og MacManus einer der wichtigsten Figuren in der Geschichte von Irland und es war auf Belle Isle an den Ufern des Upper Lough Erne, wo er die „Annals of Ulster“ (Annalen von Ulster) verfasste, welche als die am meisten umfassende Informationsquelle für die frühe Geschichte Irlands angesehen wird. Cathal Og MacManus starb 1498 an Pocken, nachdem er sein ganzes Leben lang im Belle Isle Anwesen gewohnt hatte. 500 Jahre später wurde ein Denkmal auf der Zufahrt errichtet, um an das Leben des großen Historikers zu erinnern.

Der nächste Bewohner des Belle Isle Anwesens wurde Paul Gore, ein hervorragender Soldat, dem das Land 1607 von der Krone bewilligt wurde. Seine Nachkommenschaft bauten eine Anzahl von Gebäuden, bevor sie die Insel 1830 an Rev. John Porter für £68.000 verkauften. Die Porter Familie behielt das Anwesen bis 1991, bis es in das Eigentum von den Duke of Abercorn überging.


Die Porter Familie hatte während ihrer Zeit auf Belle Isle eine farbenreiche Geschichte und während wichtige Ideen von der Familie und ihrer Nachkommenschaft hervorgebracht wurden, lieferten sie auch ihren Anteil an dem lokalen Klatsch. 1854 wurde John Grey Porter ein Gesellschafter von der Dundalk and Enniskillen Railway Company, welche eine Hauptlinie von Dundalk nach Enniskillen mit einem Streckenabzweig nach Lisbellaw, dem an Belle Isle am nächsten liegenden Ort, plante. In einem der besten Beispiele für lokale Rivalität, verlor Lisbellaw den Kampf um den Streckenabzweig an Lisnaskea, da sich der Firmenvorsitzende Lord Erne, der Lisnaskea besaß nicht besonders mit Porter verstand. So dass letztendlich Porter in einem erfolglosen Bestreben die Firma vor Gericht brachte, um die Entscheidung zu ändern. Porter war nicht der Mann, der es gewohnt war, sich mit dem Nächstbesten zu begnügen und bald darauf fand er sich vor Gericht wieder, nachdem er ein Dokument veröffentlicht hatte, das stark auf Korruption anspielte.

Diese Geschichte war nicht Porters letzte Berührung mit dem Gericht. 1883, als Porter 42 Jahre alt war, heiratete er die 18jährige Elizabeth Hall. Die Ehe war nicht glücklich und so erreichte Porter schon bald die Nachricht von der Liebschaft seiner Ehefrau mit einem Captain, der in Enniskillen stationiert war. Porter entschied sich dazu, die Angelegenheit in seine eigene Hand zu nehmen und so wurde der Captain nach Belle Isle gelockt, wo er tätlich angegriffen wurde, indem man ihm sein Haar und die Hälfte seines Schnurbartes abrasierte. Die wochenlange Untersuchung Porters wegen des Anschlags und der Körperverletzung brachte soviel würzige Details zu der Affäre von Porters Frau zum Vorschein, dass diese Details für ein monatelanges Gerede sorgten.

Das Leben von Porter war in anderen Bereichen jedoch viel produktiver und er bildete einen wertvollen Beitrag nicht nur für die unmittelbare Umgebung, sondern auch für ganz Fermanagh. Sein langlebigstes Unternehmen war eine Zwirnerei für Wollwaren in Lisbellaw und 1879 gründete er „The Lisbellaw Gazette and Co Fermanagh Advertiser“. Er war behilflich dabei, die Konstruktion des Inishmore Viaduktes von Carrybridge voranzutreiben und er baute das Knockninny Hotel an dem Seeufer bei Knockninny. Eines seiner erinnerungswürdigsten Unternehmungen war allerdings der Bau und der Betrieb von zwei Dampfschiffen die „Knockninny“ und „Belturbet“ hießen. George Johnston, ein Einheimischer, der sein ganzes Leben lang in dieser Gegend wohnte, kann sich noch an die Tage der großen Boote erinnern, die von Enniskillen den See hinauf fuhren. „Die Boote konnten hunderte von Menschen befördern“, sagte George, „und sie transportierten sowohl Passagiere als auch Güter. Sie waren für die Menschen dieser Gegend eine große Hilfe. Scheinbar kostete es 6 Pence, damit man sein Schwein von Knockninny nach Enniskillen transportieren konnte. Man erzählt auch, dass der lokale Ladenbesitzer pflegte, die Geldeinnahmen von der Brücke auf das Deck fallen zu lassen, wenn das Boot die Brücke passierte. Irgendjemand auf dem Boot sammelte dann das Geld auf und zahlte es für ihn auf der Bank von Enniskillen ein“.

George kann von sich annehmen, dass er sehr qualifiziert ist, wenn es um die Geschichte dieser Gegend geht. 1906 zog seine Familie in die Gola Abtei, wo George heute noch lebt. Rev. John MacManus baute das Kloster im 16. Jahrhundert und alleine George hat sich in seinen Speicher gewagt, um die reiche Geschichte dieser Gegend zu belegen. Steinzeitäxte und ausgehöhlte Boote sind nur einige von den Erinnerungen, die sich in seinem Besitz befinden.

Er kann auch gutes Seemannsgarn spinnen und er ist die Quelle von der meisten lokalen Folklore. Da gibt es die Geschichte von den 20 Menschen, die in der Nähe auf einem Feld während eines Kampfes unter Viehdieben getötet wurden. Dann gibt es da noch die Geschichte, wie die Kreuzung von Gola für den Pferdewechsel von den Kutschen von Enniskillen nach Dublin wichtig wurde.
Und natürlich darf man nicht die Legende von der Nacht in dem Haus des Fährmanns vergessen. Das Haus des Fährmanns war der Ort eine Raubes und eines Mordes, als sich Wegelagerer dazu entschlossen hatten, die Mautgebühr auf ihre eigene Art und Weise einzusammeln.

Zum Glück sind Mörder und Viehdiebe heute nicht ganz so bedeutend in Carrybridge, wie sie es einst gewesen waren. In dem 21. Jahrhundert liegt der Schwerpunkt auf Frieden, Ruhe und Freundschaft und die Touristen, die in dieser Gegend verweilten, sind voller Lob für die Gemeinschaft und ihre Menschen. Zwei der hauptsächlichen Schwerpunkte in dieser Gegend sind das Carrybridge Hotel und die Carrybridge Boat Company. 2002 sieht die Beatty Familie auf ihr achtes Jahr, in dem sie das Hotel managen und während der Zeit haben sie den Löwenanteil ihres Geschäftes bei den Anglern gesehen. In der Tat war es bei ihren Kunden genauso üblich mit dem Boot wie auch mit dem Auto anzukommen. Ein weiteres gedeihendes lokales Geschäft, welches dem Seengebiet von Fermanagh seinen Erfolg verdankt, ist die Carrybridge Boat Company, die jedes Jahr den Besuchern dieser Gegend dabei hilft, das Erlebnis Erne zu genießen.

Die Gegend und ihre natürliche Schönheit machten auf einen englischen Angler so einen Eindruck, dass er sie für die letzten sechzehn Jahre für seine Heimat machte. Dave Ensor betreibt nun zusammen mit seiner Frau Norma das örtliche Gästehaus „Aghnacarra“ und sie haben niemals zurückgeblickt, seit sie nach Carrybridge kamen. „Ich kam hierher zum Fischen“, erläutert Dave, „und wir liebten diese Gegend so sehr, dass wir unser Geschäft in England verpackten und wir dann herüber kamen“. Dave und Norma werden jetzt wie Einheimische akzeptiert, aber es war die Freundlichkeit der örtlichen Gemeinschaft, die sofort so einen starken Eindruck auf das Paar hinterließ. „Als wir das erste Mal hierher kamen, ging ich zu einem der Nachbarn, weil ich versuchen wollte, einen Rasenmäher für die Rasenfläche auszuleihen“, berichtet Dave, „und zehn Minuten später kam jemand vorbei, um unser Gras mit seinem Traktor zu mähen“.

Es ist ein schwieriges Jahr für die Fremdenverkehrsbranche gewesen und das Carrybridge Gästehaus kam auch nicht unbeschädigt davon. „Die Krise wegen der Maul und Klauen Seuche hielt die Angler vom Reisen ab“, erläutert Dave, „und das bedeutet, dass es ein sehr ruhiges Jahr war, jedoch sind die Anmeldungen für das Jahr 2002 gut“. Mit den Schwänen, den Eisvögeln und sogar dem gelegentlichen Herumlungern von Ottern in ihrem vorderen Garten, haben die Ensors das Recht zu glauben, dass das Geschäft nach Carrybridge im nächsten Sommer zurückkehren wird.

Zitat aus: http://www.impartialreporter.com/archive/2002-01-03/news/story2820.html ; von Inga

Auch die IRA hatte Carrybridge auf dem Kicker und so kam es dann zu der nachfolgenden Meldung:

31. Juli 1997
Eine gewaltige Autobombe zwischen 500 und 1000 lb. wurde bei dem Carrybridge Hotel und der Marina platziert. Carrybridge liegt in der Nähe von Lisbellaw an den Ufern des Flusses Erne in der Grafschaft Fermanagh. Das Hotel wurde mittels eines Anrufes um 09:00 Uhr gewarnt und konnte geräumt werden.

Zitat aus http://rsf.ie/saoirse/record/jul1997.htm ; von Inga

Zum Glück waren diese Zeiten vorbei und so konnte man ohne ein gewisses Kribbeln in der Magengegend Nordirland bereisen. Aber es erstaunt mich doch immer wieder, wo überall die IRA für Unruhe gesorgt hatte, denn Carrybridge ist ja nun wirklich kein sehr großer und bedeutender Ort. Nach welchen Gesichtspunkten wurde da ausgewählt? Auf diese Frage wird es wohl keine Antwort mehr geben.
Nach Carrybridge ließen wir die Inseln West Island und Belle Island zu unserer linken Seite liegen und folgten weiter dem Erne. Nach Belle Island kamen wir in einen breiteren Bereich des Upper Lough Erne. Nachdem wir zwischen den Inseln Tonregee Island und Deal Island hindurch gefahren waren, bemerkten wir ein Boot hinter uns. Wir waren also zu dieser fortgeschrittenen Stunde doch nicht alleine auf dem Upper Lough Erne unterwegs. Die Sonne ging so langsam unter und da ich nicht unbedingt im Finsteren fahren wollte, bat ich Holger, doch so langsam nach einem Anleger für die Nacht zu suchen.

Da Naan Island direkt vor uns lag, fiel Holgers Wahl auf den Anleger Naan West, der sich nicht weit von unserer jetzigen Position befand. Wir mussten nur noch zwischen den Inseln Inishfausy und Finner’s Island und dann zwischen den Inseln Inishleague und Naan Island hindurch fahren, da der Anleger Naan West von uns aus gesehen am anderen Ende von Naan Island lag.

Es wurde immer schummriger, aber trotz alledem legten wir um 20:40 Uhr noch mit ausreichendem Licht an dem Anleger Naan West, an einem innen liegenden Liegeplatz an. Wir hatten ja eigentlich vermutet, dass es sich hierbei um einen kleinen, verschwiegenen Anleger handeln würde, an dem wir wohl ganz alleine liegen würden. So waren wir doch sehr überrascht, dass der Anleger fast komplett belegt war. Und wir waren nicht das letzte Boot, das heute noch anlegen sollte. Bald nach uns machte der CarrickCraft, der sich hinter uns auf dem Upper Lough Erne befunden hatte, neben unserem Liegeplatz fest. Doch auch dieses Boot sollte nicht das letzte heute Abend sein. Es wurde immer dunkler und da näherte sich doch tatsächlich noch ein weiteres Boot dem Anleger.

Das letzte Boot, das an Naan West festmachte, kam so spät, dass die Besatzung ihren an Bord befindlichen Scheinwerfer schon bei der Fahrt auf dem Upper Lough Erne eingeschaltet hatte und ohne ihn hätten sie sicherlich nicht mehr anlegen können. Das waren wohl wirklich Ortskundige. Mir wäre das dann doch etwas zu spät gewesen. Jetzt lagen sechs Boote an dem Anleger von Naan West.

Die Besatzung des uns schräg gegenüberliegenden Bootes hatte ihren Grill auf den Anleger aufgebaut. Wir wollten heute Abend ja auch noch grillen. Da es sich jedoch um einen Holzanleger handelte, wollten wir unseren Grill nicht direkt auf die Holzbohlen stellen, das war uns dann doch zu unsicher, denn der Einmalgrill wurde ja doch ziemlich heiß auf der Unterseite.

 So holten wir eines von unseren Backblechen samt Metallgitter und platzierten darauf unseren Einmalgrill. Das funktionierte wirklich wunderbar und schon bald befand sich auch unser Fleisch auf dem Grill. Während wir auf unser Essen warteten, musste ich doch noch einmal einen Blick auf die Befestigung des CarrickCraft werfen. Die Besatzung wollte wohl sicher gehen, dass sie über Nacht nicht geklaut werden, denn anders kann ich mir diese Befestigung nicht erklären. Die Leine wurde so lange um die Klampen gewickelt, bis keine Leine mehr übrig war. Wie lange wohl die Besatzung morgen für das Ablegen brauchen würde?
Unser Fleisch war nun fertig und zum Essen gingen wir wieder in den Salon, da es doch schon empfindlich kalt draußen wurde. Während des Essens sahen wir uns zwar noch eine DVD an, die wir jedoch nicht bis zum Schluss ansahen, da wir doch recht müde waren. Wir gingen gegen 23:30 Uhr ins Bett und schliefen dann auch recht bald ein.