Das Wetter in Deutschland: bewölkt, so um die 0˚ Celsius, leichter Regen, beim
Flughafen Schneefall
Das Wetter in Irland: bewölkt, um die 7˚ bis 9˚ Celsius.
Um 05:40 Uhr in der Früh weckte uns der Wecker. Wenn es nicht gerade nach Irland
gehen würde, hätte ich ihn am liebsten an die Wand geschmissen, hätte mich
danach umgedreht und mindestens noch fünf Stunden geschlafen. So machte ich nur
den Wecker aus, schmuste noch eine Weile mit unserem Kater Leo, der, sobald mein
Wecker klingelt, in mein Bett springt, um sich morgens noch schnell ein paar
Kuscheleinheiten bei mir abzuholen.
Während ich mich im Bad fertig machte, belud Holger schnell das Auto und machte
sich danach auch fertig.
Überpünktlich fuhren wir zu Hause los. Unser Ziel war erst einmal der Flughafen
Hahn. Besonders gemütlich war es nicht. Es regnete und je mehr wir uns dem
Flughafen näherten, desto kälter wurde es. Rund um Hahn hatten wir dann nur noch
0 Grad Celsius und eine weiße Schneedecke. Darüber waren wir doch erstaunt, denn
bei uns war der Schnee schon längst wieder geschmolzen. Die Straßen waren zum
Glück frei und so erreichten wir ohne Probleme kurz vor dem Flughafen die
Bohr-Insel, eine riesige Shell-Tankstelle, an der wir immer anhielten, um noch
schnell zu tanken und um unsere Frühstücksbrötchen zu holen. Kurz darauf hielten
wir am Flughafen und während Holger mit dem Gepäck im Terminal verschwand,
parkte ich noch schnell das Auto um. Das ging schneller als gedacht und so
konnten wir gleich einchecken. Mit meinem Vita-Life System gab es diesmal keine
Schwierigkeiten, ich hatte mir mittlerweile das kleinere System gekauft und
konnte es so als Handgepäck mitnehmen.
Bis zum Abflug hatten wir noch zwei Stunden Zeit, die wir mit Frühstücken, lesen
und Barkley-Karten Promoter beobachten verbrachten. Kurz vor zehn wechselten wir
in den Sicherheitsbereich und nachdem ich den Sicherheitsleuten mein Vita-Life
System in allen Einzelheiten gezeigt hatte, konnte ich es auch in diesen Bereich
mitnehmen.
Das Flugzeug startete pünktlich um 10:50 Uhr. Der Flug selbst verlief ohne
Zwischenfälle, Holger hatte nur arge Probleme, seine langen Beine in den
schmalen Sitzreihen unterzubringen.
Nach der Landung in Kerry, trennten wir uns wie immer am Gepäckband. Ich wartete
dort auf unsere Koffer, während Holger schon das Auto holte. So waren wir meist
die ersten am Autoschalter und umgingen lange Wartezeiten. Das Auto war leider
etwas größer als erwartet. Wir hatten ein Upgrade bekommen, was in Irland nicht
unbedingt vom Vorteil ist. Statt eines Astras bekamen wir einen silbernen
Vectra. Wir waren nur froh, dass scheinbar die Omegas ausgegangen waren.



Als erstes Ziel nahmen wir uns Limerick vor, um hier noch Kleinigkeiten
einzukaufen. Auf der Fahrt dorthin döste ich doch einige Male ein, was auch
sicher an Holgers Fahrkünsten lag, er fährt immer sehr ruhig. Ich brauchte mir
wirklich keine Gedanken zu machen, nach ein paar hundert Metern hatte Holger den
Linksverkehr ganz schnell wieder im Griff.
In einem Randgebiet von Limerick fanden wir einen Centra Markt, in dem wir
unsere Lebensmittel einkauften.
Limerick (Luimneach)
Das vom Shannon durchflossene Limerick ist die viertgrößte Stadt der Republik
Irlands und das Wirtschafts- und Verwaltungszentrum des westlichen Mittelirland.
Der historische Stadtkern am Nordufer des Abbey, eines Nebenflusses des Shannon,
wird „English Town“ oder „King’s Island“ genannt. Sein Bild ist von
mittelalterlichen Bauten geprägt. Die „Irish Town“ entstand später am Südufer
des Flusses, von wo aus sich die Stadt ab dem 18. Jahrhundert, insbesondere seit
der Errichtung des Stadtviertels Newtown Perry im Jahre 1769, weiter ausdehnte.
1848 wurde Limerick über eine Eisenbahnlinie mit Dublin verbunden, in den
letzten vier Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts erlebten die traditionell in
Limerick ansässigen Industriebetriebe, darunter viele Speckräuchereien und
Getreidemühlen, einen großen Aufschwung. Nach der Gründung des irischen
Freistaates 1922 ging es mit der Wirtschaft der Stadt jedoch bergab, eine
gewaltige Auswanderungswelle setzte ein. Durch den Bau des östlich von Limerick
gelegenen Wasserkraftswerk Ardnacrushna, das noch in den 20er Jahren fertig
gestellt wurde, die Eröffnung des Shannon-Flughafens 1945 und die Ansiedlung
zahlreicher neuer Firmen seit den 60er Jahren, vor allem im Bereich der
Computerherstellung und der Elektronik, konnte diese Entwicklung inzwischen
jedoch umgekehrt werden.
Geschichte
Limerick, die viel umkämpfte Stadt •••• Limerick leitet seinen Namen von
Laemrich, dem skandinavischen Wort für „reiche Ernte“ ab. Im Jahre 922 hatten
die Wikinger hier eine Kolonie als Stützpunkt für ihre Raubzüge in die reichen,
landeinwärts gerichteten Landstriche errichtet. Über hundert Jahre lang
versuchten die Iren vergeblich, die Wikingerstadt einzunehmen. Erst dem
Hochkönig Brian Ború gelang es, die unerwünschten Eindringlinge zu vertreiben.
1194, nach dem Tod von Dónall Mór O’Brien, dem König von Munster, nahmen die
Normannen die Stadt ein und bauten sicherheitshalber 400 Burgen in Limerick und
Umgebung. Zusätzlichen Schutz sollte die mächtige Stadtmauer bieten, von der
Teile noch heute zu sehen sind. In der relativ ruhigen Zeit der normannischen
Herrschaft hielt Limerick dem englischen König unverbrüchlich die Treue. Unter
Heinrich II. war das alte Königreich Thomond (im Norden der Provinz Munster)
zwischen den Normannen und dem irischen Clan der O’Briens aufgeteilt worden,
wobei die Gebiete der Grafschaft Limerick, südlich des Shannons, an die
Normannen gefallen waren. Zur Zeit der Tudors unterhielt die Stadt intensive
Handelsbeziehungen mit Frankreich und Spanien. Die Rebellion des James Maurice
Fitzgerald gegen die englische Vorherrschaft im Jahre 1571 hatte jedoch
verheerende Folgen für die politische und wirtschaftliche Situation der Stadt.
1642 übernahmen die Vertreter der Confederation of Kilkenny in Limerick die
Herrschaft. Wenige Jahre später, 1651, wurde die Stadt belagert. Diesmal waren
es Cromwells Truppen, denen Limerick sechs Monate lang Widerstand leistete. Erst
der Verrat einer Gruppe in Limerick stationierter Offiziere ermöglichte es
Cromwells Schwiegersohn Ireton, die Stadt einzunehmen.
Nach der Schlacht am Boyne im Jahre 1690 zogen sich die geschlagenen irischen
Truppen nach Limerick zurück. Ihr Verfolger, Wilhelm von Oranien, belagerte
darauf den irischen Teil der Stadt. Seine wiederholten Versuche, Irish Town
einzunehmen, scheiterten jedoch.
Nach zweimonatigem Beschuss durch eine weitere Oranierarmee unter General Ginkel
und einer Flussblockade durch die englische Flotte erklärte sich Sarsfield
letztendlich verhandlungsbereit und unterzeichnete den Vertrag von Limerick, der
ihm und seine Leuten freien Abzug zusicherte. Danach verdingte er sich in der
französischen Armee, in deren Diensten er im Alter von 43 Jahren auf dem
Schlachtfeld sein Leben ließ.
Patrick Sarsfields rettender Ritt
Während Wilhelm von Oranien 1691 Limerick belagerte, verließ Patrick Sarsfield,
der Anführer der Belagerten, auf den Hinweis eines Deserteurs hin mit 600
Kavalleristen heimlich die belagerte Stadt. Die Truppe ritt erst nach Norden und
dann nach Osten, um an einer Furt nördlich der von den Oraniern besetzten
Killaloe Bridge den Shannon zu überqueren. Anschließend durchquerten sie die
Silvermine Mountains in südlicher Richtung bis nach Glencar, wo sie ein Lager
aufschlugen und Kundschafter ausschickten. Um Mitternacht galoppierten die
Reiter über Cullen nach Ballyneety (südlich von Limerick), wo sie die feindliche
Verstärkung abfingen. Die Mühe hatte sich gelohnt: 8 schwere Geschütze, 5 Mörser
und 200 Wagen mit Munition und Nachschub fielen in die Hände der Iren, die
sämtliche Waffen zerstörten. Der Donner der Explosionen soll bis nach Limerick
zu hören gewesen sein.
18. bis 20. Jahrhundert
Obwohl es in der Gegend um Limerick im 18. Jahrhundert mehrfach zu
Bauernaufständen kam, ließ der Stadtrat die Stadtmauern 1760 zum Großteil
abreißen. Im 18. Jahrhundert erlebte Limerick die Blütezeit der alten irischen
Kultur. Das Gälische war noch bis zur Hungersnot in der Mitte des 19.
Jahrhunderts und der darauf folgenden Auswanderungswelle die allgemeine
Umgangssprache, verlor dann aber stark an Bedeutung. Der in Limerick geborene
Gerald Griffin (1803-1840) machte sich mit auf Englisch verfassten Dichtungen
und Romanen einen Namen.
Drei der Anführer des Osteraufstandes von 1916 stammten aus Limerick und
Umgebung. Der bekannteste unter ihnen war Eamon de Valera (1882-1975), der
später erst das Amt des Premierministers (Taoiseach) und dann des
Staatspräsidenten bekleidete.
1919, zu Beginn des dreijährigen Kampfes um die irische Unabhängigkeit, wurde in
Limericl aus Protest gegen die britische Militärherrschaft in Irland ein
Generalstreik organisiert. Noch im selben Jahr wurde in der Stadt eine
Räteregierung einberufen.
King’s Island
Saint Mary’s Cathedral •••• Das älteste noch erhaltene Bauwerk der Stadt ist die
anglikanische Kathedrale, die Dόnal Mór O’Brien, König von Munster, im Jahre
1168 auf der Shannon-Insel King’s Island errichten ließ. In die ursprünglich
kreuzförmige Kirche im romanischen Übergangsstil wurden Teile des ehemaligen
Königpalastes übernommen. So könnte es sich bei dem romansichen Westportal um
den ehemaligen Palasteingang handeln.
Das mit Miserikoridien versehen Chorgestühl aus schwarzer Eiche in der Jebb
Chapel (15. Jahrhundert) ist das einzige, das in Irland in dieser Form erhalten
ist. Das Retabel über dem Hochaltar ist ein Werk des Vaters des irischen
Freiheitskämpfers Patrick Pearse. An der rechten Seite des nördlichen
Querhausarmes befindet sich eine kleine Öffnung, durch die die Leprakranken
einen Blick auf dem Hochaltar werfen durften. Ebenfalls im nördlichen
Querhausarm, unter dem Fenster, steht das mit schönem Steinmetzwerk verzierte
Grab des Geoffrey Arthur († 1519). Sehenswert ist auch das
Galway-Bultingfort-Grabmal (15. Jahrhundert) im südlichen Querhausarm. Die Stele
am Südportal erinnert an Dan Hayes, einen vermögenden Gentleman aus Limerick des
18. Jahrhunderts, der als „ehrlicher Mann und Patriot“ gelobt wird. Die erste
der acht Glocken der Kathedrale wurde 1623 gegossen. Der Glockenturm ist
instabil und darf daher nicht betreten werden.
Limerick Museum •••• Das im Erd- Untergeschoss zweier restaurierter Häuser aus
dem 18. Jahrhundert untergebrachte Stadtmuseum beschäftigt sich mit der
Geschichte Limericks, wobei der Schwerpunkt auf dem späten 19. Jahrhundert und
frühen 20. Jahrhundert liegt.
Wie man früher in Limerick gelebt hat, lässt sich an zahlreichen Fotos aus der
Zeit zwischen 1870 und 1910 erkennen.
Geschichtlich interessant sind auch die Aufnahmen aus der Zeit des
Unabhängigkeitskrieges (1920-1921). Der sogenannte Nail („Nagel“) der alten
Börse (s. u.), auf dem früher die Geschäfte besiegelt wurden, ist aus Kalkstein
und Messing: „auf den Nagel bezahlen“ (to pay on the nail) hieß bar zahlen und
war seinerseits eine gängige Praktik an englischen Börsen. Die umfangreiche
Sammlung mit Silbergeschirr zeugt von der Kunstfertigkeit der alten Limericker
Silberschmiede. Kostbare Nadelspitze, bestickter Tüll und Bändchenspitze
erinnern an das andere renommierte Handwerk der Stadt, die Spitzenstickerei.
Ebenfalls zu sehen sind alte Zunftinsignien und Gewerkschaftsabzeichen.
King John’s Castle •••• Die imposante, zwischen 1200 und 1216 erbaute Burg am
Ostufer des Shannon wacht über die Thomond Bridge. Sie ist ein gutes Beispiel
der normannischen Festungsarchitektur, hat jedoch keinen Wohnturm. Die Tore und
Schildmauern, die ursprünglich höher waren, um den mittelalterlichen
Belagerungsmaschinen standhalten zu können, sind durch massive Rundtürme
bewehrt. In den irischen Annalen und den Dokumenten der englischen Krone wurde
King John’s Castle immer wieder als besonders bedeutende Festung erwähnt. 1611
verstärkte Josias Bodley die Südostecke der Anlage durch eine Spitzbastion. Die
Höhe der Türme und Wehrgänge wurde in der Folge verringert, um Kanonen darauf
postieren zu können. Von Thomond Bridge aus kann man die Stellen sehen, an denen
der Bau nach dem Beschuss durch General Ginkel im Jahre 1691 repariert werden
musste. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts wurde innerhalb der Burgmauern eine
Kaserne errichtet, die jedoch später abgerissen wurde. Um 1793 wurden die
Ostmauer und ein Teil der Bastion an der Südostseite entfernt, um den
Exerzierplatz zu vergrößern.
Das moderne Besucherzentrum (Visitor Centre) steht auf Stützen, die den Blick
auf die darunter liegenden archäologischen Funde freigeben: Grundmauern von
Wehranlagen aus vornormannischer Zeit und von drei Häusern. Im Inneren wird die
Geschichte von Burg und Stadt in einer Multimedia-Ausstellung nachgezeichnet. Im
Hof kann man Nachbildungen alter Kriegsmaschinen bestaunen. Neben dem
verhängnisvollen Mauerbrecher sind auch Wurfmaschinen wie Katapulte und
Ballisten zu sehen. Vom Wehrgang aus hat man zwischen Torturm und Nordwestturm
einen schönen Blick über den Shannon, die Stadt und ihr Umland.
Old Bishop’s Palace •••• Die bischöfliche Residenz, das älteste noch erhaltene
Wohngebäude der Stadt, wurde von dem aus Limerick stammenden Architekten Francis Bindon (ca. 1690-1765) im palladianischen Stil entworfen. Sie ist heute Sitz des
Limerick Civil Trust.
Almshouses •••• Im Gegensatz zu den meisten irischen Städten verfügte Limerick
gleich über zwei Armenhäuser. Die Villiers Almshouses, ein dreiflügeliges
Gebäude im Garten der bischöflichen Residenz, nördlich der Burg, wurde 1826 für
12 arme protestantische Witwen erbaut, die eine Jahresrente von £ 24 bezogen.
Die Corporation Almshouses südlich der Burg, das städtische Armenhaus, im
Volksmund auch das 40-Shilling-Armenhaus genannte (hier wurden nur £ 2 Rente
gezahlt), wurden bereits 1691 von der Stadt Limerick errichtet und beherbergte
20 arme Witwen.
Old Exchange •••• Die einzigen Überreste der 1673 errichteten Börse der Stadt
Limerick sind sieben Säulen im toskanischen Stil, die zu einer Mauer verbunden
wurden.
Toll House •••• Das neogotische, zinnengekrönte Zollhaus an der Ostseite der Thomond Bridge wurde gleichzeitig mit der Brücke im Jahre 1839 erbaut.
Treaty Stone •••• Bei der Thomond Bridge, am Westufer des Shannon. Der
Kalksteinblock, auf dem 1691 der Vertrag von Limerick unterzeichnet worden sein
soll, stand ursprünglich auf der anderen Straßenseite und erleichtere vor dem
Pub „The Black Bull“ den berittenen Gästen den Aufstieg aufs Pferd. Da
Souvenirjäger sich gerne an im zu schaffen machten, wurde er 1865 auf einen
Sockel montiert und am Flussufer in Sicherheit gebracht.
Stadtzentrum
Das alte „Irish Town“, die irische Stadt, die sich am Südufer des Abbey vor den
Mauern der „English Town“ entwickelte, ist heute das Zentrum des modernen
Limericks. Das Viertel südlich von Irish Town mit seinen breiten, parallel
verlaufenden Straßen und seinen aus rotem Backstein bebauten Terrace Houses
(„Reihenhäusern“) ist ein gutes Beispiel des irischen Städtebaus im 18.
Jahrhundert. Es heißt Newton Pery nach Edward Saxton Pery (1719-1806), der von
1771 bis 1785 Vorsitzender des irischen Unterhauses war.
Hunt Museum •••• Das restaurierte alte Zollamt, das im 18. Jahrhundert nach
Entwürfen des italienischen Architekten Davis Duchart erbaut wurde, bilden einen
attraktiven Rahmen für eine außergewöhnliche, interessant in Szene gesetzte und
inzwischen sogar preisgekrönte Sammlung mit Kunst und Antiquitäten, das
Lebendwerk von John und Gertrude Hunt. Die Ausstellungsstücke stammen aus
unterschiedliche Epochen, man spürt jedoch deutlich die Vorliebe der
Museumsstifter für mittelalterliche und religiöse Kunst, die Fachgebiete der
beiden Sammler.
Hauptattraktionen im ersten Stock sind ein geschnitzter Apollo, ein kleines
Bronzepferd, das Leonardo da Vinci zugeschrieben wird, und ein ergreifendes
Selbstporträt von Robert Fagan (ca. 1745-1816), einem Maler der englischen
Schule und nebenberuflich Antiquitätenhändler in Rom. Der zweite Stock ist der
archäologischen Sammlung gewidmet. Neben Fundstücken aus der Antike (Ägypten,
Griechenland und Rom) sind hier auch irische Kostbarkeiten ausgestellt, so die
Glocke von Cashel und das Antrim-Kreuz. In der Juwelengalerie kann man das Kreuz
von Maria Stuart sehen. Die Sakralkunst ist in der Schatzkammer im Erdgeschoss
eindrucksvoll präsentiert. Mitten im Glanz von Silber und Edelsteinen ist eine
griechische Münze ausgestellt, die angeblich zu den dreißig Silberlingen aus der
Bibel gehörte.
Georgian House •••• 2 Pery Square. Gegenüber dem People’s Park kann man an einer
Reihe von sechs um 1840 errichteten Terrace Houses sehen, wie es in Limericks
Newtown Pery in der damaligen Zeit aussah. Als beispielhaft für Architektur und
Dekor des Georgian Style wurde eines dieser Häuser restauriert und in ein Museum
über das Leben im „georgianischen“ Limerick umgewandelt.
John Square •••• Der 1751 angelegte Platz ist an drei Seiten von dreistöckigen Terrace Houses umgeben. Aufgelockert werden die schlichten Kalksteinfassaden
durch die typisch georgianischen Eingänge und rote Ziegelnischen mit einfachem
Architrav.
Ursprünglich wohnten hier die wohlhabenden Bürger der Stadt, die den Sommer in
Kilkee verbrachten. Heute sind die restaurierten Altbauten bei Ärzten und
Rechtsanwälten wieder sehr beliebt.
An der einzigen nicht von Häusern gesäumten Seite des Platzes steht die
ehemalige Saint John’s Church, ein 1843 errichteter Kalksteinbau.
Saint John’s Cathedral •••• Die neugotische katholische Kathedrale am Südrand
der früheren „Irish Town“ wurde 1861 errichtet. Sie kann sich des höchsten
Kirchturms in ganz Irland (85 m) rühmen: 1883 wurde er fertig gestellt. Die
erste Erwähnung einer Kirche an diesem Standort geht auf das Jahr 1205 zurück,
als Bischof Donatus O’Brien das Domkapitel der Diözese Limerick ins Leben rief.
Limerick Lace •••• 9 A Good Shepherd Avenue, Pennywell Road. Die Kunst der
Spitzenherstellung wurde Anfang des 19. Jahrhunderts con englischen
Spitzenherstellern in Limerick eingeführt. In ihrer Blütezeit beschäftige die
Limericker Spitzenmanufaktur 900 jung Mädchen. Auf maschinell hergestelltem
Baumwolltüll stickten sie komplizierte keltische Muster, die dann durch
Zierstiche verbunden wurden. Im Convent of the Good Shepherd wird diese Kunst
auch heute noch gepflegt (Auskünfte über Besichtigungen erteilt das
Fremdenverkehrsamt).
Limerick City Gallery of Art •••• Das in der ehemaligen Carnegie-Bibliothek im
People’s Park untergebrachte Museum zeigt neben einer Sammlung von Werken
bedeutender irischer Maler und Malerinnen, wie Sean Keating, Jack w. Yeats und
Evie Hone, gelegentlich auch interessante Wanderausstellungen.
Franciscan Church •••• Die Henry Street ist leider sehr schmal, so dass der
eindrucksvolle korinthische Portikus der Franziskanerkirche nicht richtig zur
Geltung kommt. Der Bau der 1876 begonnenen Kirche zog sich über 58 Jahre hin.
Die Apsis, einer der zuletzt fertig gestellten Teile der Kirche, ist mit
Marmorintarsien und Mosaiken ausgeschmückt. Die Figuren in den Nischen stellen
die vielen Heiligen des Ordens dar. Der Schrein des hl. Antonius ist eine
Nachbildung des Chores in Miniaturformat.
Saint Saviour’s Dominican Church •••• Eines der Glanzstücke der neugotischen
Dominikanerkirche aus dem Jahre 1816 ist eine alte Marienfigur aus Flandern (Our
Lady of Limerick). Ein Kaufmann aus Limerick hatte sie 1640 erstanden und den in
der Stadt ansässigen Dominikanermönchen als Sühnegabe geschenkt. Sein Onkel
hatte den Edelmann Sir John Burke zum Tode verurteilt, weil er gestattet hatte,
dass in seinem Haus die Messe gelesen wurde, was in den Zeiten der
Katholikenverfolgung strengstens verboten war. Der Kelch von Killmalock (1649),
ein schönes Beispiel religiöser Kunst, wird ebenfalls hier aufbewahrt. Die
Kreuzwegstationen und das Fresko über dem Chorbogen sind das Werk des
Dominikaners Aegnus Buckley, eines Limericker Priesters.
Zitat aus: Der Grüne Reiseführer Irland; Michelin Reise-Verlag; erschienen 2000
Dann ging es weiter Richtung Galway. Um 15:30 Uhr erreichten wir Galway.
Galway
Allgemeiner Überblick
Galway (gälisch: An Ghailimh) ist mit rund 60.000 Einwohnern und einer
jährlichen Wachstumsrate von 2,5 % nach Dublin und Cork die drittgrößte Stadt
Irlands. Sie ist das Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum des Nordwestens und
mittlerweile auch Industriestadt. Galway ist außerdem Sitz einer zweisprachigen
Universität mit über 10.000 Studenten, was der Stadt eine junge Atmosphäre
verleiht. Wie einer Untersuchung ergeben hat, ist die Bevölkerung Galways sehr
jung, Menschen zwischen 14 und 44 stellen über die Hälfte der Einwohner.
Die Stadt ist an Sehenswürdigkeiten eher arm, lädt jedoch mit ihren bunten
Häusern, kleinen Läden und Pubs zum Bummeln und Verweilen ein, ohne gewollt
touristisch zu wirken. Im Sommer locken die Festivals hunderte Besucher in die
Stadt: im Juli findet das berühmte Pferderennen, im August das Arts Festival und
im September das Austern-Festival statt.
Um Cross Street und Quay Street herum ist die alternative Jugendszene zu finden.
Am Eyre Square, in der High Street und ihren Nebenstraßen kann man gut
einkaufen. In den letzten Jahren wurde das Gebiet rund um den Hafen recht
wirkungsvoll saniert. Es zeugt von dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt.
Das ursprünglich unabhängige Salthill westlich von Galway hat einen langen, von
einer breiten Promenade gesäumten Sandstrand und gehört heute als Vorort fest
zur Stadt. Hier hat sich in den letzten Jahren ein eigenständiger Fremdenverkehr
entwickelt. Zahlreiche B&Bs und Hotels umwerben die Urlauber.
Geschichtlicher Überblick
1124 legten die Männer von Connaught an der breiten Galway Bay ein Fort an. 1232
wurde es von dem Anglo-Normannen Richard de Burgh eingenommen, der daraufhin das
Land von Henry II. als Lehen erhielt. Die 14 normannischen Familien, die sich
hier ansiedelten, waren maßgeblich an der weiteren Entwicklung der Stadt
beteiligt. Bald entwickelte sich Galway zum wichtigsten Hafen Irlands, von dem
aus mit Frankreich, Spanien und vor allem mit Portugal Handel betrieben wurde:
Fisch im Austausch für Wein und feine Kleidung. 1396 erhob Richard II. Galway
zur Stadt. Es entwickelte sich eine Art Stadtstaat. Im Mittelalter hatte Galway
14 Stadttore, 14 Kirchen, 14 Hauptstraßen und wurde von 14 mächtigen Familien
beherrscht.
Diese anglo-normannischen Händlerfamilien, die so genannten „tribes“, regierten
über Jahrhunderte wie unabhängige Renaissancefürsten. Die wichtigsten Familien
waren die Lynchs, die von 1484 an die nächsten 83 Bürgermeister der Stadt
stellten. Sie beherrschten die Stadt und widerstanden über Jahrhunderte den
energischen Bemühungen der umgebenen Clans der MacWilliams oder O’Flaherty’s.
Bis zum 17. Jahrhundert war Galway einer der wohlhabenden Umschlagplatz Irlands.
Die Blütezeit endete 1652, als Cromwells General Ludlow die Befestigungsanlagen
und etliche Stadthäuser zerstörte. Bereits 1473 hatte allerdings eine
Feuersbrunst große Schäden angerichtet. The Spanish Arch ist eines der wenigen
Überbleibsel der alten Stadtmauern. Die Kirche des heiligen Nikolaus wurde nicht
zerstört, denn sie diente den Eindringlingen als Pferdestall. 1691 eroberten die
Truppen William of Orange die Stadt. Danach ging es mit dem Handel bergab. Das
Handelsgeschehen verlagerte sich an der Ostküste, und Galway wurde zunehmend
unwichtig.
Heute ist vom mittelalterlichen Galway fast nichts mehr erhalten. Der
wirtschaftliche Niedergang um die Jahrhundertwende hatte die alten Handelshäuser
zerfallen lassen, der Rest wurde später durch unkontrollierte Bauwut zerstört.
Bereits James Joyce hatte in einem Brief an Nora, deren Heimathaus in Bowling
Green Nr. 8 zu sehen ist, von der „sterbenden Stadt im Westen“ gesprochen. Und
wenig verwunderlich endet auch seine Erzählung „Die Toten“ hier.
Die letzten Jahrzehnte haben allerdings wieder frischen Wind in die Stadt
gebracht, und auch in Galway macht sich der „Celtic Tiger“ bemerkbar. Galway
präsentiert sich dem Besucher als moderne, dynamische und wirtschaftlich
aufstrebende, selbstbewusste junge Stadt.
Sehenswertes
Eyre Square •••• ist ein großer belebter Platz im Zentrum Galways. In der Mitte
befindet sich der John Fitzgerald Kennedy Memorial Park, 1963 erhielt der
frühere amerikanische Präsident hier die Ehrenbürgerschaft. Im Sommer wird der
Platz für Konzerte und andere Open-Air Veranstaltungen genutzt. Bemerkenswert
ist am oberen Ende des Platzes der „Brown’s Gateway“ aus dem 17. Jahrhundert,
der ehemalige Eingang zum Stadthaus eines reichen Galwayer Bürgers. Daneben
verdient das Denkmal des Dichters Padraig O’Connaire Beachtung, der sich
maßgeblich für die Wiederbelebung der irischen Literatur zu Beginn des 20.
Jahrhunderts eingesetzt hat. Der Eyre Square wurde komplett neu gestaltet und
teilweise verkehrsberuhigt. Die Gehstraßen führen bis hinunter an den Hafen und
haben den Schwerpunkt der Aktivitäten zur Quay Street verschoben. Das Eyre
Centre, ein modernes Einkaufszentrum, beherbergt mehrere Cafés und Geschäfte.
Lynch’s Castle •••• Lynch’s Castle ist ein Stadtpalast aus dem 15./16.
Jahrhundert. An der Fassade des prächtigen und wohlerhaltenen, viergeschossigen
Gebäudes kann man Wasserspeier, Wappen und andere spätgotische Dekorationen
erkennen. Heute ist hier eine Bank untergebracht. Lynch Castle ist der ehemalige
Wohnsitz eines reichen Kaufmanns und Bürgermeisters der Stadt. Die Familie Lynch
gehörte zu den maßgebenden Geschlechtern der Stadt. Im Inneren der Bank kann man
auf Tafeln die Geschichte des Hauses nachlesen. Die Eingangstüren zur Bank
stammen von 1933.
Lynch’s Memorial Window •••• Das Lynch’s Memorial Window an der Wand des
ehemaligen Gefängnisses (Market Street) trägt einen schwarzen Marmorstein über
einem gotischen Türbogen, der an folgenden Vorfall erinnert: 1493 erklärte der
damalige Bürgermeister der Stadt, James Lynch, dass sein Sohn Fitz Stephen
schuldig sein, aus Eifersucht einen Spanier umgebracht zu haben. Niemand wollte
jedoch den Sohn aus einer einflussreichen Familie hinrichten, so dass der Vater
den Sohn eigenhändig hängte. Ob allerdings das Wort „lynchen“ aus dieser
Geschichte seinen Ursprung nimmt, ist sprachwissenschaftlich nicht geklärt.
Gewohnt haben Vater und Sohn in Lynch’s Castle.
Nora Barnacle’s House •••• Das Nora Barnacle’s House ist das Haus von Nora
Barnacle, der späteren Ehefrau von James Joyce. Das Haus kann besichtigt werden.
St. Nicholas Church •••• St. Nicholas Church in der Shop Street ist die größte
mittelalterliche Gemeindekirche Irlands und stammt von 1320. In den folgenden
Jahrhunderten wurde sie mehrfach umgebaut und erweitert. Der sehenswerte Altar
ist ein Werk des 16. Jahrhunderts. Kolumbus soll der Legende nach eine Messe in
dieser Kirche beigewohnt haben. St. Nicholas of Myra ist jener St. Nicholas, der
am 6. Dezember kommt und Geschenke mitbringt. Er war im 4. Jahrhundert Bischof
von Myra und der Heilige der Seefahrer.
King’s Head Pub •••• Der berühmte Pub King’s Head in der High Street wurde nach
dem Kopf König Charles I. von England (gehängt 1649) benannt. Der Henker des
englischen Königs stammte aus Galway. Als „Belohnung“ erhielt er dieses Haus.
Spanish Arch •••• In der Flood Street befindet sich der Spanish Arch. Das einzig
erhaltene Tor der alten Stadtmauern, erinnert an die alten Handelsbeziehungen
Galways mit Spanien.
Galway City Museum •••• Im Galway City Museum kann man sich über die Geschichte
der Stadt informieren. Auch archäologische Exponate vom Lough Corrib sind
ausgestellt. Von der Terrasse des Museums hat man einen schönen Blick auf die
Stadt und den Hafen.
Claddagh •••• Hinter der Wolfe Tone Bridge liegt Claddagh, einst ein
unabhängiger kleiner Staat mit einem eigenen König, eigenen Gesetzen, eigener
Sprache und eigenen Kleidervorschriften. Später wurden in dem Fischerdorf die
Galway Hookers gebaut. Einst lebten 8.000 Irisch sprechende Menschen in den
kleinen mit Reed gedeckten Häusern.
University College •••• Das University College wurde 1849 im Tudorstil
errichtet. Heute beherbergt es ein Institut der UNESCO, in dem unter anderem an
der Erforschung der keltischen Sprachen gearbeitet wird. Im Sommer werden
Sprachkurse angeboten.
Salthill •••• Westlich der Stadt liegt Salthill, ein nach wie vor wachsender
Badeort. Im Sommer geht es hier recht betriebsam zu. Salthill ist mit seinen
vielen Amusementhalls, der langen Promenade und seinem Sandstrand vor allem bei
Familienurlaubern bekannt.
Zitat aus: Iwanowski’s Tipps! Für individuelle Entdecker; Irland; Iwanowski’s
Reisebuchverlag
In Galway fingen wir dann so langsam mit der Zimmersuche an. Wir wandten uns
erst an ein Hotel und ein Guesthouse. Beide wollten, obwohl sie Special Rates
anboten, € 100 für uns beide mit Frühstück haben, was uns doch zu teuer war. So
wandten wir uns nach Galway in Richtung Clifden und befuhren nun weiter die
Connemara Landschaft.
Connemara
Von den Maumturk-Bergen und den grauen Twelve Pins, einem vorzüglichen
Wandergebiet, blickt man über Moorland, einsame Täler und eine feuchte
Steinwüste mit unendlich vielen Seen, die stufenlos in das wiederum mit
Inselchen gesprenkelte Meer übergeht.
Die Region wird im Süden durch die Galway Bay, im Norden durch den Killary
Harbour und im Osten durch den Lough Corrib begrenzt. Im weiteren Sinne schließt
sie auch das Joyce Country und Connaught ein, die Landschaft vor den Toren
Galways und zugleich Irlands größte Gaeltacht, wo sich der Reisende an gälische
Laute und einsprachige Wegweiser gewöhnen muss. Hier ist das Land mit rotbraunen
Granitbrocken übersät, während die Bergfelsen aus Gneis, Marmor und vor allem
Quarzit bestehen. In den tieferen Lagen kommt der sonst unter dem Quarzit
verborgene Schiefer an die Oberfläche. Die wenigen Bäume hat der Wind nach Osten
gebeugt. Hier heizt man nur mit Torf, den es im Überfluss gibt. Schafe und Ponys
leben halbwild in den Bergen, manche Bauern arbeiten noch mit Eseln, die
genügsamer sind als Pferde und im Morast nicht so tief einsinken.
Am besten erschließt man die Landschaft, wenn man sie erwandert oder mit dem
Fahrrad bereist. In den seltenen Schönwetterperioden ist das einsame Land ideal
zum Campen, Badebuchten laden zum Faulenzen ein.
Von Galway kommend, muss man sich zwischen zwei Routen entscheiden: die
langsamere (und ursprünglichere) folgt der Küste und umrundet Bucht für Bucht,
nicht zu reden von den verführerischen Abstechern auf die Inseln. Schneller und
mit 80 Kilometern wesentlich kürzer ist der Highway (N59) über Oughterard, Maam
Cross und dann am Fuß der Berge entlang.
Geschichte
Das Land hat seinen Namen vom keltischen Stamm der Conmaicnemara, den „Conmacs
am Meer“. Vor Cromwell hat sich kein Eroberer für die karge Einöde interessiert,
er jedoch nutzte sie als „Reservat“ für die andernorts vertriebenen irischen
Grundherren. Alle, die als besonders gefährlich galten, z. B. königstreue
Soldaten und katholische Priester, wurden nach Inishbofin verbannt und dort von
einer Garnison bewacht. Aus Sicherheitsgründen war es den Iren verboten, näher
als drei Meilen an der Küste zu wohnen. Die strategische Absicht war, einer
„katholischen Flotte“, ob nun aus Spanien oder Frankreich, die Landung zu
erschweren und den Schmuggel zu unterbinden, doch in der Praxis erschwerte diese
Maßnahme vor allem das ohnehin schon ärmliche Leben der Menschen, die auf den
Fischfang und auf das Seegras als Dünger angewiesen waren.
Mit der Ankunft der Vertriebenen brach auch das alte Clansystem zusammen. Obwohl
mit der Restauration wieder eingesetzt, konnten die O’Flahertys ihre frühere
Position als führende Sippe nicht mehr halten. Das Land gehörte jetzt dem, der
es kaufte, und es waren die Martins, eine katholische Kaufmannsfamilie aus
Galway, die mehr und mehr Grund zusammenrafften, bis sie während des Großen
Hungers Bankrott gingen. Außer Kartoffeln gab der Boden nichts mehr her, und wie
groß muss erst die Not der Bauern gewesen sein, wenn es selbst für den
Grundherren nicht mehr langte.
Richard „Humanity Dick“ Martin (1754-1834) steht als Begründer der ältesten
englischen Tierschutzvereinigung bis heute in hohem Ansehen. Er setzte sich auch
als Unterhausabgeordneter immer wieder für Vierbeiner ein, und wenn der
fanatische Tierfreund jemanden beim Schinden und Quälen einer Kreatur
beobachtete, pflegte er ihn, je nach Stand, einzukerkern oder zum Duell
herauszufordern.
Zitat aus: Ralph-Raymond Braun; Irland; Michael Müller Verlag.
Unser Weg führte uns nun entlang des Lough Corrib.
Lough Corrib
Lough Corrib, der größte See der Republik Irland, teilt die Grafschaft Galway in
zwei Teile. Er erstreckt sich 48 Kilometer lang von Galway bis an die Grenze der
Grafschaft Mayo. Der Lough Corrib ist der inselreichste See Irlands. Inchagoill
ist die größte der rund 300 Inseln. Auf der „Insel der Fremden“ stehen zwei
kleine romanische Kirchen, die St Patrick’s Church und die Saint’s Church.
Letztere wurde im Auftrag von Benjamin Guinness im 19. Jahrhundert renoviert.
Hier kann man einen 75 cm hohen Obelisken sehen, den so genannten Lia Luguaedon
Mac Menueh (= Stein des Luguaedon, Sohn des Menueh) mit der vermutlich ältesten
lateinischen Inschrift christlichen Ursprungs in Europa. Bootsfahrten auf die
Insel werden im Sommer von Cong und Oughterard aus veranstaltet.
Das Gebiet rund um den Lough Corrib ist wegen der lieblichen Umgebung, der
vielen Sehenswürdigkeiten und wegen seines Fischreichtums zu einem begehrten
Ausflugsziel geworden.
Neben Cong bildet Oughterard den Hauptferienort am Lough Corrib. Lough Corrib
und Lough Mask sind durch ein unterirdisches Höhlensystem miteinander verbunden.
Der obere Lough Mask gibt regelmäßig seinen Überschuss an den südlich gelegenen
Nachbarsee ab.
Zitat aus: Iwanowski’s Tipps! Für individuelle Entdecker; Irland; Iwanowski’s
Reisebuchverlag
Eine wunderschöne Gegend und wir entschlossen uns, eine B&B Unterkunft entweder
mit Blick auf den See oder direkt am See gelegen zu suchen. Maximal wollten wir
jedoch € 70 ausgeben. Und es gelang uns tatsächlich. Nachdem uns ein Schild in
die Irre geführt hatte, folgten wir doch noch einem anderen Schild, was auf eine
B&B Unterkunft in 1,5 Kilometern hinwies. Vorbei ging es am Aughnanure Castle,
das leider geschlossen hatte, aber das ist halt in dieser Jahreszeit so.
Das Hinweisschild erwies sich als Glücksfall. Diese Unterkunft lag direkt am See
und wir erhielten ein Zimmer mit Blick auf den Lough Corrib. Auch lag die
Unterkunft mit € 60 genau in unserer Marge. Es war das Lakeside, in Ardnasilla
gelegen. Dies war wiederum kurz vor Oughterard, der nächst größere Ort. Um 17:00
Uhr bezogen wir unser Zimmer, aßen noch einen schnell mit Heißwasser
zubereiteten Kartoffelbrei und ließen den Abend dann faul auf dem Bett liegend
ausklingen.

Die Visitenkarte unserer B&B Unterkunft
Diese ist sehr zu empfehlen.
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